Broschüre PAVK

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PLX 3466 1203 / A. CLO. 03.12.03.
pAVK
Broschüre
Eine Broschüre der
Österreichischen Gesellschaft für Internistische Angiologie
Mit freundlicher Empfehlung
Informationen zum Thema
periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)
für Betroffene und ihre Angehörigen
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Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis........................................................................................................ 2
Vorwort .................................................................................................................................. 3
Was ist eine pAVK? .................................................................................................. 4
Hilfe zur Selbsthilfe
Wenn Sie an einer pAVK leiden, können Sie vieles tun, um sich selbst
zu helfen. Einer der ersten Schritte einer erfolgreichen Behandlung
der pAVK ist die Änderung Ihrer Lebensweise.
Hören Sie auf zu rauchen
Anzeichen und Beschwerden .......................................................................... 6
Kontrollieren Sie Ihren Blutdruck
Typische Risikofaktoren ....................................................................................... 9
Essen Sie salz- und fettarm, schränken Sie
Ihren Alkoholkonsum ein
Periphere arterielle Verschlusskrankheit ......................................... 10
Halten Sie sich bei Diabetes und Fettstoffwechselstörungen an die verordnete Diät
Früherkennung ist lebenswichtig............................................................................ 10
Wie wird die pAVK diagnostiziert? ............................................................................. 11
Behandlungsstrategien................................................................................................. 12
Weitere Maßnahmen .................................................................................................... 13
Achtung, Risiko! Das begünstigt eine pAVK ...............................14
Achten Sie auf Ihr Gewicht, reduzieren Sie
Übergewicht
Machen Sie regelmäßig Bewegung; setzten Sie Ihr
Trainingsprogramm im Alltag um
Schützen Sie Ihre Füße vor Verletzungen
Atherothrombose – Was ist das? ............................................................17
Nehmen Sie die verordneten Medikamente
regelmäßig ein
Medikamente zur Vorbeugung ...................................................................18
Gehen Sie zu regelmäßigen Kontrolluntersuchungen
Hilfe zur Selbsthilfe ...............................................................................................19
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Medikamente zur Vorbeugung
Vorwort
Heute werden zur Vermeidung von Herzinfarkten und Schlaganfällen,
speziell auch bei Patienten mit pAVK, Thrombozytenfunktionshemmer wie Azetylsalizylsäure und Clopidogrel eingesetzt. Diese
Medikamente wirken gezielt auf bestimmte Blutzellen, die Blutplättchen
(Thrombozyten). Blutplättchen spielen eine wichtige Rolle bei der
Blutgerinnung bzw. Blutungsstillung. Thrombozytenfunktionshemmer
führen dazu, dass die Blutplättchen nicht so stark miteinander verkleben.
Folglich kommt es weniger leicht zur Ausbildung von Gerinnseln in den
Blutgefäßen. Das Risiko für Gefäßverschlüsse sinkt.
Liebe Patienten, liebe Betroffene!
Diese Medikamente werden z.B. bei Patienten eingesetzt, die
schon einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall hatten bzw. an
einer pAVK leiden. Ziel ist es, das Risiko für zukünftige akute HerzKreislaufereignisse zu senken.
Sie haben wahrscheinlich heute zum ersten Mal den Begriff pAVK – periphere
arterielle Verschlusskrankheit – gehört. Diese Krankheit ist im Volksmund besser
unter „Schaufensterkrankheit“ bekannt.
Neben den Thrombozytenfunktionshemmern
wirken sich auch bestimmte Blutdruckmittel und
die Fettsenker (Statine) günstig auf die Progression
der Arteriosklerose aus und verringern so zusätzlich
die Gefahr weiterer Ereignisse.
Wichtig für die Wirkung dieser Medikamente ist
eine regelmäßige Einnahme. Nur durch eine
konsequente, langfristige Anwendung kann das
Risiko anhaltend gesenkt werden. Bitte befolgen
Sie die Anweisungen Ihres Arztes genau.
Falls Sie noch weitere Risikofaktoren für ein
akutes Herz-Kreislaufereignis haben (z.B. Diabetes),
so müssen auch diese Erkrankungen konsequent
behandelt werden. Bitte halten Sie sich auch hier
genau an die Anweisungen Ihres Arztes.
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Univ-Prof.Dr. Ernst Pilger
Präsident der Österr. Ges. für Internistische Angiologie
Da diese Krankheit eine schleichende, unbemerkte Gefahr ist, ist es uns ein
umso größeres Anliegen, Sie rechtzeitig und ausführlich darüber zu informieren.
Konsequente Vorsorgemaßnahmen können die Erkrankung sogar verhindern.
Die Broschüre vermittelt Ihnen in einfachen Worten, was sich hinter der Definition
pAVK verbirgt, ihre Anzeichen bzw. Beschwerden, typische Risikofaktoren,
Früherkennung, Maßnahmen und noch weitere nützliche Informationen.
Wir sind uns sicher, dass wir hiermit viele der entstandenen Fragen beantworten
konnten, nutzen Sie die Möglichkeit und informieren Sie sich.
Mit den besten Wünschen
Univ-Prof.Dr. Ernst Pilger
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Was ist eine pAVK?
HÄUFIGER ALS MAN DENKT
Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) ist generell eine
sehr häufige Erkrankung. Allein in Nordamerika und Europa leiden ca.
27 Millionen Menschen an pAVK. In den Industrieländern schätzt man,
dass 16% der Bevölkerung über 55 Jahren daran erkrankt sind, d.h.
in dieser Altersgruppe ist etwa jeder sechste betroffen. Bezogen auf
Österreich geht man von mindestens 300.000 Personen aus.
Die Mehrzahl der Betroffenen wissen nicht, dass sie an dieser
Krankheit leiden, da sie weder Schmerzen noch Beschwerden oder
sonstige körperliche Anzeichen haben, die auf ein mögliches Problem
hinweisen. Somit bleibt die Erkrankung oft lange Zeit unerkannt
und auch unbehandelt. Dies ist problematisch, da die pAVK nicht nur
eine Erkrankung der Beine oder Arme ist: Sie ist ein Zeichen für ein
erhöhtes Risiko künftiger Gesundheitsprobleme, wie Herzinfarkt
oder Schlaganfall.
WAS IST DAS?
Die pAVK, auch bekannt als „Schaufensterkrankheit“, entsteht auf
Basis arteriosklerotischer Gefäßveränderungen. Es bilden sich
Fettablagerungen (Plaques) in den Wänden jener Gefäße, die das Blut
vom Herzen zu den Armen und Beinen transportieren (Arterien). Die
Beinarterien sind von diesen Veränderungen mindestens 10mal häufiger
betroffen als die Arterien der Arme. Fortschreitende Verengungen der
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Atherothrombose – Was ist das?
Beginn dieser Erkrankung ist eine Verfettung, Verdickung und
Verhärtung der Wände von Arterien. Durch Einlagerung von
Blutfetten und Entzündungszellen werden
die Gefäßwände zunehmend dicker und
starrer („Arterienverkalkung“). Es kommt
zu einer fortschreitenden Verengung des
Gefäßdurchmessers.
Solche Ablagerungen in der Gefäßwand nennt
man Plaques. Wenn Plaques aufplatzen, bildet
sich ein Blutgerinnsel (Thrombose) an der
betroffenen Stelle, ein Verschluss der Arterie
kann die Folge sein. Diesen Vorgang nennt man
Atherothrombose.
Die Atherothrombose betrifft in erster Linie
die großen Arterien, typischerweise die
Herzkranzgefäße, die Halsschlagadern und ihre in
das Gehirn führenden Äste sowie die Beinarterien.
Die Atherothrombose ist somit Ausdruck einer
allgemeinen, den gesamten Körper betreffenden
Gefäßerkrankung.
Die Folgen der Atherothrombose werden meist
erst nach dem 40. Lebensjahr bemerkt. Es kommt
zum Herzinfarkt, Schlaganfall oder – falls die
Beinarterien verengt sind – zu starken Schmerzen
beim Gehen.
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Achtung, Risiko!
Mengen konsumiert werden. Neben diätetischen Maßnahmen bekommt
die Behandlung mit Statinen (Fettsenkern) eine zunehmende Bedeutung
in der Prävention von Herz-Kreislauferkrankungen einschließlich pAVK.
Was ist eine pAVK?
Arterien und Durchblutungsstörungen sind die Folge. Das Gewebe,
also Haut, Muskulatur und Knochen wurden nicht mehr ausreichend
mit Sauerstoff versorgt und in ihrer Funktion eingeschränkt. Im
schlimmsten Fall kommt es zu einem kompletten Gefäßverschluss.
Übergewicht
Mäßiges Übergewicht allein ist kein ausgeprägter Risikofaktor für eine
pAVK. Es begünstigt aber Folgekrankheiten wie Bluthochdruck und Diabetes
und ist somit ein erster Schritt in Richtung erhöhtes Risiko. Außerdem
schränkt Übergewicht gerade bei pAVK-Patienten die Mobilität erheblich
ein: Bei pAVK „spüren die Beine“ jedes zusätzliche Kilo ganz besonders.
Gewichtsabnahme, gesunde, fettarme Ernährung und regelmäßige
körperliche Aktivität tragen dazu bei, Blutdruck und Cholesterinspiegel zu
senken. Nehmen Sie ab, wenn Sie übergewichtig sind. Ernähren Sie sich
gesund und fettarm. Ihr Arzt kann Ihnen Ernährungspläne geben oder Sie
zur weiteren Beratung an einen Ernährungsfachmann überweisen.
Bewegungsmangel
Ebenso wie das Übergewicht trägt ein Bewegungsmangel zu einer
Risikoerhöhung bei, indem er das Auftreten von Bluthochdruck
und Diabetes begünstigt. Seien Sie aktiv – machen Sie regelmäßig
körperliche Bewegung. Flottes Gehen oder Schwimmen können geeignet
sein. Fragen Sie Ihren Arzt, wenn Sie nicht sicher sind, welche Art von
körperlicher Aktivität für Sie die Richtige ist.
Falls Ihnen Ihr Arzt ein medizinisch überwachtes Trainingsprogramm
verordnet hat, so setzten Sie das Gelernte auch im Alltag um. Regelmäßiges
Training trägt dazu bei, die Durchblutung Ihrer Beine zu steigern, Ihre
Beschwerden zu verringern und gleichzeitig Ihre Mobilität zu verbessern.
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DIE SCHLEICHENDE GEFAHR
Die pAVK ist nicht nur eine Erkrankung der Beine, sie ist Teil einer
generalisierten AVK (arterielle Verschlusskrankheit) – sie hat einen
hohen Vorhersagewert für das Risiko künftiger Herzinfarkte und
Schlaganfälle. Die Symptome können unbemerkt bleiben. Herzinfarkte
oder Schlaganfälle können plötzlich, ohne Vorwarnung auftreten.
Wenn bei einem Patienten eine pAVK diagnostiziert wird, muss man
davon ausgehen, dass arteriosklerotische Gefäßveränderungen
auch in anderen Arterien des Körpers vorhanden sind. Neben den
Herzkranzgefäßen und den Gefäßen im Gehirn sind die Beinarterien die
dritte Hauptmanifestation der generalisierten Arteriosklerose.
Patienten mit pAVK haben ein deutlich erhöhtes Risiko
für akute Herz-Kreislaufereignisse wie Herzinfarkt oder
Schlaganfall, selbst wenn die pAVK selber noch keine
Beschwerden macht.
Krankheiten des Herz-Kreislaufsystems sind die häufigste
Todesursache in den westlichen Industrienationen. In
Österreich werden ca. 53% aller Todesfälle durch HerzKreislauferkrankungen verursacht, an zweiter Stelle
stehen Krebs-Erkrankungen mit 24% der Todesfälle.
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Achtung, Risiko!
Anzeichen und Beschwerden
Die pAVK bewirkt eine zunehmende Einengung vorwiegend der
Beinarterien. Aufgrund der Minderversorgung des Gewebes treten
folgende Beschwerden auf:
Kühle bzw. kalte Beine und Füße,
geringere Behaarung der Beine
Blasse bzw. weiße Hautfarbe durch verringerte
Durchblutung der Haut
Schmerzen bei Belastung aufgrund der
unzureichenden Durchblutung der Muskulatur
Brennen oder Schmerzen in den Füßen und Zehen
auch in Ruhe bzw. im Liegen
Probleme bei der Abheilung kleiner
Verletzungen im Fuß- und Zehenbereich
Das klassische Symptom der pAVK ist die Claudicatio intermittens
(intermittierendes Hinken), also Schmerzen beim Gehen: Nimmt der
Sauerstoffbedarf der Beinmuskulatur durch körperliche Belastung
zu (längeres Gehen, Stiegen steigen, Tragen von Lasten etc.), wird
die Unterversorgung der Beinmuskulatur deutlich – man „spürt“
sie. Es kommt zu Schmerzen bzw. schmerzhaften Krämpfen der
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Achten Sie deshalb auf regelmäßige Blutzuckerkontrollen und halten
Sie sich genau an die mit Ihrem Arzt besprochenen Maßnahmen (Diät
und regelmäßige Medikamenteneinnahme).
Hoher Blutdruck
Zu hoher Blutdruck ist ebenfalls ein ganz
wesentlicher Risikofaktor für eine pAVK. Durch
eine wirksame Blutdrucksenkung kann das Risiko
deutlich gesenkt werden.
Regelmäßige Blutdruckkontrollen und konsequente
Einnahme der vom Arzt verordneten Therapie sind
deshalb sehr wichtig.
Fettstoffwechselstörungen
Die wichtigsten Blutfette sind die Triglyzeride und
das Cholesterin. Ihre Konzentration im Blut hängt
von vielen Faktoren ab. Die Ernährung spielt hier die
wichtigste Rolle.
Das LDL-Cholesterin wird auch als „schädliches“ Cholesterin
bezeichnet. Es spielt eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von
Gefäßablagerungen im ganzen Körper und führt zur Atherothrombose.
Das HDL-Cholesterin wird als „gutes“ Cholesterin bezeichnet: Es kann in
der Gefäßwand abgelagertes Cholesterin wieder heraustransportieren
und zurück in die Leber bringen. Menschen mit hohen HDL-Werten haben
weniger Herzinfarkte und vermutlich auch weniger Schlaganfälle. Achten
Sie deshalb auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse,
Ballaststoffen, Fisch und magerem Fleisch und einem möglichst geringen
Anteil an tierischen Fetten. Alkohol sollte ebenfalls nur in moderaten
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Achtung, Risiko!
DAS BEGÜNSTIGT EINE pAVK
Zu den wichtigsten Risikofaktoren für eine pAVK gehören Rauchen,
Diabetes (Zuckerkrankheit) und hoher Blutdruck. Auch Fettstoffwechselstörungen (erhöhte Cholesterinwerte), Bewegungsmangel und Übergewicht erhöhen das Risiko, ebenso höheres Alter und bereits durchgemachte atherothrombotische Ereignisse wie Herzinfarkt oder Schlaganfall.
Rauchen
Zigarettenrauchen ist eine der Hauptursachen von kardiovaskulären
Erkrankungen, von beeinträchtigter Gesundheit und von vorzeitigen
Todesfällen. Darüber hinaus ist es der wichtigste Risikofaktor für die
Entstehung der pAVK: Raucher haben im Vergleich zu Nicht-Rauchern ein
etwa 10fach erhöhtes Risiko für pAVK. Da Rauchen zu einer Verengung
der Blutgefäße führt, verstärkt es die Beschwerden. Außerdem vermindert
es die Konzentration des „guten“ HDL-Cholesterin. Bei Ex-Rauchern kommt
es zu einer Besserung des Zustandes der Gefäße. Sind Sie Raucher, ist Ihr
wichtigster Beitrag zur Behandlung, das Rauchen aufzugeben. Sprechen
Sie mit Ihrem Arzt darüber, er kann Sie beim Aufhören unterstützen.
Diabetes
Dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte bewirken oft eine Fettstoffwechselstörung. Die Folge ist ein erhöhtes Atherothromboserisiko. Bei Personen
mit Diabetes ist das Risiko für pAVK auf das 3-4fache erhöht und die
Prognose ist insgesamt ungünstiger. Diabetes führt zu einer Schädigung
der kleinen Gefäße und der Nerven in den Beinen. Dies bewirkt eine
rasche Verschlechterung der pAVK.
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Anzeichen und Beschwerden
Bein- und Hüftmuskulatur während des Gehens. Die Schmerzen
betreffen typischerweise die Unterschenkel, können aber auch in
die Oberschenkel und in den Gesäßbereich ausstrahlen. Weitere
Beschwerden sind Kribbeln, Taubheits-, Schwäche- oder
Schweregefühl.
Betroffene Patienten wissen meist recht genau, wie lange oder
wie weit sie noch schmerzfrei gehen können. Beim Tragen von
Lasten ist die Gehstrecke in der Regel deutlich kürzer. Linderung
wird nur durch eine Unterbrechung der Belastung, also durch
ein Stehenbleiben erreicht. Hiervon
abgeleitet trägt die pAVK auch den Namen
„Schaufensterkrankheit“: Die Patienten
müssen schmerzbedingt stehen bleiben
und versuchen dies, z.B. durch Betrachten
eines Schaufensters, vor der Umgebung zu
verbergen.
Die Claudicatio intermittens führt zu
einer deutlichen Beeinträchtigung der
Lebensqualität der Patienten. Sie haben
zunehmend Schwierigkeiten sich selbst zu
versorgen, das Einkaufen wird zum Problem.
Soziale Kontakte werden erschwert, da
die Patienten mit gleichaltrigen gesunden
Personen nicht mithalten können, sie
„kommen einfach nicht mehr mit“.
Bei stark fortgeschrittener pAVK bestehen
die Schmerzen bereits in Ruhe, es kann
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Anzeichen und Beschwerden
zum Absterben von Gewebe (Nekrosen, Gangrän) kommen, z.B. im
Bereich der Zehen. In diesen Fällen können Ballondilatationen oder
Gefäßoperationen die Situation verbessern.
Diese klassische Symptomatik der Claudicatio intermittens ist jedoch relativ selten. Da die pAVK bei vielen Patienten lange Zeit ohne
typische Beschwerden verläuft, wird eine Diagnose oft erst spät, in
einem fortgeschrittenen Stadium gestellt.
Ein weiteres Problem für die frühzeitige Diagnosestellung ist die
Tatsache, dass die Beschwerden von den Patienten oft lange Zeit
nicht ernst genommen
und beim Arztbesuch nicht
angesprochen werden. Die
Schmerzen in den Beinen
bzw. die Probleme beim
Gehen werden oft als
orthopädische Probleme
fehlgedeutet („abgenutzte“
Gelenke, Arthrose,
Bandscheibenprobleme
etc.). Oder sie werden als
Folge des Alters oder
von Begleiterkrankungen
wie Herzproblemen,
Lungenerkrankungen,
Übergewicht etc. angesehen
und nicht als eigenständige
Erkrankung erkannt.
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Periphere arterielle Verschlusskrankheit
WEITERE MASSNAHMEN
Eine pAVK verschlechtert die Abheilung auch kleinster
Verletzungen im Fuß- oder Zehenbereich. Es kommt häufig zu
Infektionen mit langwierigem Verlauf. Dieses Problem ist besonders
groß bei gleichzeitig bestehendem Diabetes. Zur Vorbeugung dieser
Probleme sind regelmäßige Kontrollen der Füße notwendig, um
Verletzungen sofort zu erkennen und entsprechend behandeln zu
können. Das Tragen von orthopädischen Schuhen ist eine wirksame
Vorbeugung. Barfuß gehen sollte wegen des Verletzungsrisikos
generell vermieden werden.
Eine weit fortgeschrittene pAVK erfordert manchmal auch direkte
Eingriffe an den betroffenen Gefäßen. Bei einer Angioplastie
wird der verengte Abschnitt der Arterie durch Aufdehnen mittels
Ballondilatation erweitert. Zusätzlich kann ein Stent (ein Röhrchen,
bestehend aus einem
Gitternetz) eingesetzt werden,
der das Gefäß in der Folge
offen hält. Eine weitere
Möglichkeit ist eine BypassOperation der Beinarterien.
Hier werden dem Patienten
z.B. Teile einer eigenen Vene
entnommen und im Bereich
der verschlossenen Beinarterie
zur Überbrückung eingesetzt.
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Periphere arterielle Verschlusskrankheit
BEHANDLUNGSSTRATEGIEN
Die wichtigste Maßnahme bei der Behandlung der pAVK ist
eine gezielte Therapie der mit ihr verbundenen Risikofaktoren
(insbesondere Diabetes, hoher Blutdruck und hoher Cholesterinspiegel). Zur Kontrolle dieser Risikofaktoren kann Ihnen Ihr Arzt
Medikamente verordnen. Das Einhalten einer entsprechenden Diät ist
ebenfalls sehr wichtig.
Änderungen des Lebensstils, wie Verzicht auf Rauchen, Verbesserung
der Ernährung zur Senkung des Cholesterinspiegels sowie körperliche
Aktivität sind weitere wesentliche Faktoren einer erfolgreichen
Behandlung der pAVK. Dadurch kann das Fortschreiten der
Erkrankung aufgehalten oder zumindest verlangsamt werden: Das
Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall sinkt.
Außerdem kann Ihnen Ihr Arzt Medikamente verordnen, die die
Funktion der Blutplättchen (Thrombozyten) hemmen. Diese
Thrombozytenfunktionshemmer verhindern die durch
Atherothrombose verursachte Bildung von Blutgerinnseln, die zu
Herzinfarkt und Schlaganfall führen.
Ebenfalls wirkungsvoll bei pAVK sind medizinisch überwachte
Trainingsprogramme, die Ihnen Ihr Arzt verordnen kann. Hierbei
erlernen Sie unter Anleitung ein für Sie persönlich geeignetes
Bewegungsprogramm. Regelmäßiges Training trägt dazu bei, die
Durchblutung Ihrer Beine zu steigern, Ihre Beschwerden zu verringern
und gleichzeitig Ihre Mobilität zu verbessern.
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Typische Risikofaktoren
Nachfolgend finden Sie Risikofaktoren, die zu einer pAVK führen können:
• Raucher oder ehemaliger Raucher
• Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
• Früherer Herzinfarkt oder Angina pectoris
• Früherer Schlaganfall oder transiente ischämische Attacke
(„Mini“-Schlaganfall)
• Hoher Cholesterinspiegel
• Hoher Blutdruck
• Alter von 65 Jahren oder darüber
Wenn einer oder mehrere dieser Punkte
auf Sie zutreffen, besteht für Sie ein
erhöhtes Risiko, an pAVK zu leiden.
Auch wenn Sie noch keine der vorher
beschriebenen typischen Beschwerden
verspüren, sollten Sie Ihren Arzt
aufsuchen und ihn auf diese Erkrankung
ansprechen.
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Periphere arterielle Verschlusskrankheit
FRÜHERKENNUNG IST LEBENSWICHTIG!
Die pAVK ist nicht nur eine Erkrankung der Beine oder Arme, sondern
Zeichen einer den ganzen Körper betreffenden Arteriosklerose.
Etwa 80% der pAVK-Patienten haben gleichzeitig klinisch
bedeutsame kardio- bzw. zerebrovaskuläre Erkrankungen
(koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt, Schlaganfall), verbunden mit
einem entsprechend erhöhten Sterberisiko. Dieses Risiko ist auch bei
Patienten, deren pAVK-Erkrankung noch keine Beschwerden macht,
erhöht.
Wegen des engen Zusammenhangs zwischen pAVK und dem
Auftreten zukünftiger akuter Herz-Kreislaufereignisse ist eine
frühzeitige Diagnose der pAVK in der Praxis von großer Bedeutung.
Das frühzeitige Erkennen einer
pAVK ermöglicht es, die Prognose
der Patienten durch eine
umfassende und konsequente
Behandlung der Risikofaktoren
und durch den Einsatz bestimmter
Medikamente (Thrombozytenfunktionshemmer) zu
verbessern – mit dem Ziel,
atherothrombotische Ereignisse
wie Herzinfarkt und Schlaganfall
zu vermeiden.
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Periphere arterielle Verschlusskrankheit
WIE WIRD DIE pAVK DIAGNOSTIZIERT?
Als erstes wird Ihnen Ihr Arzt (Ihre Ärztin) wahrscheinlich einige
Fragen über Ihre Gesundheit stellen und Ihre medizinische
Vorgeschichte erheben. Nach einer körperlichen Untersuchung
kann z.B. eine Messung des Knöchel-Arm-Index durchgeführt
werden.
Dieser Test ist einer Blutdruckmessung ähnlich, wobei jedoch
statt eines Stethoskops ein als
Dopplersonde bezeichnetes
Instrument (UltraschallGerät) verwendet wird. Diese
Messung ist eine einfach
durchzuführende Untersuchung,
mit der eine pAVK mit hoher
Treffsicherheit diagnostiziert
bzw. ausgeschlossen werden kann.
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Zugehörige Unterlagen
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