Zusammenfassung als doc

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Branchenspezifische Information
Inhaltsverzeichnis
Informationsquellen ........................................................................................................................... 3
Allgemeines zur Online - Recherche ................................................................................................. 4
Stichwortrecherche ............................................................................................................................. 5
Recherche von Namen ....................................................................................................................... 5
Chemie ............................................................................................................................................... 6
Chemical Abstracts Service - Recherche von chemischen Verbindungen ........................................ 8
Chemische Handbücher und Lexika ................................................................................................ 10
Biologie ............................................................................................................................................ 11
Biosciences Information Service ...................................................................................................... 11
Taxonomie im Internet ..................................................................................................................... 11
Recherche von Biosequenzen........................................................................................................... 12
Biologie Lexikon .............................................................................................................................. 12
Pharmazie ......................................................................................................................................... 13
Medizin............................................................................................................................................. 13
Medline............................................................................................................................................. 14
EMBASE .......................................................................................................................................... 14
PubMed ............................................................................................................................................ 15
Klinische Studien ............................................................................................................................. 15
DIMDI .............................................................................................................................................. 16
Handbücher und Lexika in Medizin und Pharmazie ........................................................................ 17
Toxikologie ...................................................................................................................................... 18
Recherche zur Toxikologie .............................................................................................................. 18
Recherche von Patenten ................................................................................................................... 19
Patentanalyse .................................................................................................................................... 20
Internetadressen zu Chemie, Biologie, Medizin, Pharmazie, Toxikologie und Patenten ................ 21
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Informationsquellen
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Originalschriften wie Beiträge in Fachzeitschriften, Patentschriften, Fortschrittsberichte,
Konferenzberichte, Firmenschriften, Reports, Diplom- und Doktorarbeiten
(Primärliteratur)
Referate, d.h. Literatur, die Zusammenfassungen von Originalschriften und einen
dazugehörigen Index (Stichwortsammlung) enthält (oft auch Sekundärliteratur genannt)
Titelsammlungen von Schnellinformationsdiensten enthalten nur bibliographische
Angaben und Titel von Originalschriften
Zitatsammlungen erlauben Zugriff auf zitierte und zitierende Literatur
Handbücher und Enzyklopädien, Übersichtsartikel (Reviews) haben Primärliteratur zur
Grundlage (oft auch Tertiärliteratur genannt)
Tabellenwerke zum Nachschlagen von Zahlenwerten
Anleitungsbücher zur Herstellung von Präparaten
Monographien und Spezialwerke behandeln Einzelgebiete wie Explosivstoffe,
Pflanzengifte (oft nur drei Jahre aktuell)
Lehrbücher
Nachschlagewerke wie Wörterbücher der Chemie, Firmenkataloge, Lexika, Werke über
Nomenklaturregeln
Originalschriften bestehen aus folgenden Abschnitten
Zusammenfassung
Einleitung
Material und Methoden
Ergebnis
Diskussion
zitierte Literatur
Die Reihenfolge der Abschnitte kann variieren.
Ein Patent ist ein gewerbliches Schutzrecht und
 wirkt gegen die Öffentlichkeit
 basiert auf Gesetzen
 gilt für bestimmte nationale / internationale Bereiche
 untersagt Dritten, den im Patent geschützten Gegenstand gewerblich zu nutzen
Patente enthalten folgende Informationen
 Patentamt, Titel, Erfinder, Patentanmelder, Anmeldedatum, Priorität (= Datum der ersten
Anmeldung), Art
 Gebiet der Erfindung, Stand der Technik, Beschreibung der Erfindung, gewerbliche
Anwendbarkeit, Beispiele und Patentansprüche
 Literatur vom Erfinder genannt
 Literatur vom Prüfer genannt
 .Prüfbericht
Graue Literatur
kann nicht im normalen Buchhandel erworben werden
hat einen geringen Verbreitungsgrad und eine geringe Stückzahl
Dazu gehören zum Beispiel Doktorarbeiten, Firmenschriften und Tätigkeitsberichte von
Forschungsinstitutionen (Reports)
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Allgemeines zur Online - Recherche
Für die Suche in Online Datenbanken werden ein PC mit Modem oder ISDN Karte, eine
Telefonleitung und Kommunikationssoftware benötigt. Ein Host – Datenbankanbieter – stellt
verschiedene Datenbanken auf seinem Rechner zur Verfügung. Das Recherchieren in den
Datenbanken und das Herunterladen von Dokumenten sind kostenpflichtig, deshalb werden auch
eine Login-ID und ein Passwort benötigt.
Für die Benutzung der Datenbank gibt es eine Host spezifische Retrievalsprache
(= Computerbefehle). Der Host STN International verwendet die Sprache Messenger.
Die wichtigsten Grundbefehle sind
File Datenbankname (lädt eine Datenbank)
Expand Begriff / Feld (ermöglicht einen Blick in den Index eines Feldes)
Search Begriff (sucht einen Begriff im Basic Index, wenn kein spezielles Feld angegeben ist)
Display L-Nummer Felder Antwortnummern (zeigt Felder des Suchschritts L... an)
Logoff (Beenden einer Sitzung; logoff hold: Antwortsatz bleibt eine Stunde gespeichert)
Weitere Einzelheiten zur Retrievalsprache und weitere Kommandos können im Internet von der
Homepage von STN International (http://www.stn-international.de/) heruntergeladen werden.
Für die Suche gibt es Trunkierungsmöglichkeiten:
? wird für Rechts- oder Linkstrunkierung eingesetzt und erlaubt beliebig viele Zeichen,
# erlaubt ein oder kein Zeichen,
! wird zur Trunkierung innerhalb eines Wortes eingesetzt und ist ein Platzhalter für ein Zeichen.
Für die Verknüpfung von Suchbegriffen stehen
Boole’sche Operatoren: and, or, not
und
Abstandoperatoren: (w) (a) (s) (p) (l) zur Verfügung.
Datenbanken sind unterschiedlich aufgebaut. Das Fact Sheet einer Datenbank enthält eine
Beschreibung und spezielle Such- und Anzeigemöglichkeiten der Datenbank. Fact Sheets können
kostenlos aus dem Internet heruntergeladen werden.
Für eine Online Recherche in einer Datenbank wird die Suchstrategie offline erstellt und in einer
Datei (Upload Datei) gespeichert. Während der Online Sitzung wird die Upload Datei in einen
Editor der Kommunikationssoftware geladen und zeilenweise abgeschickt. Die gesamte Sitzung
wird in einer separaten Datei simultan mitgespeichert (Download Datei).
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Stichwortrecherche
Für eine Stichwortrecherche gibt es zwei Vorgehensweisen:
1. Komponentenzerlegung
- Die Fragestellung wird in einzelne Komponenten zerlegt.
- Jeder Komponente werden Begriffe zugeordnet.
- Die Begriffe werden mit einem Fachwörterbuch übersetzt, Synonyme werden
ermittelt. Wortflexionen und gegebenenfalls Datenbank spezifische Abkürzungen werden
berücksichtigt ebenso Klassifikationscodes und Deskriptoren.
- Die Suchschritte werden in der Retrievalsprache aufgelistet, dabei wird die Beziehung der
Komponenten untereinander durch Boolesche Operatoren oder Abstandsoperatoren
festgelegt.
2. Zitatsuche
- Es wird ein zur Fragestellung passendes Dokument gesucht.
- Fachbegriffe werden dem Dokument entnommen und eine erste Suchstrategie wird
aufgestellt.
- Bei einer Vorrecherche mit dieser Suchstrategie werden Dokumente im kostengünstigen
Format heruntergeladen (Chemical Abstracts: display scan)
- Weitere Fachbegriffe, Abkürzungen, Deskriptoren und Klassifikationscodes werden
diesen ersten Dokumenten entnommen.
- Die Suchstrategie wird weiter variiert und optimiert.
Bei einer Recherche sollten beide Strategien gleichzeitig angewandt werden.
Recherche von Namen
Namen von Firmen und Autoren werden unterschiedlich in eine Datenbank aufgenommen.
Deshalb müssen die verschiedenen Schreibweisen durch einen Blick in den Index des
entsprechenden Feldes ermittelt und gesucht werden (expand housey g/au; search e4-e6).
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Chemie
Das Fach Chemie befasst sich mit der Herstellung von Stoffen und ihrer Anwendung.
Zu den organischen Verbindungen werden alle Verbindungen des Kohlenstoffs (Symbol: C)
gezählt bis auf die Wasserstoff freien Chalkogenide (CO, CO2 und CS2), elementarer Kohlenstoff (
C ), salzartige Carbide (Al4C3) und Metallcarbonyle (Ni(CO)4).
Ethanol (CH3 – CH2 – OH) ist ein Beispiel für ein einfaches organisches Molekül. Organische
Moleküle haben u.a. als Proteine (Eiweiße) und als DNA (Träger der genetischen Erbinformation)
eine wichtige Rolle in der belebten Natur. Dabei ist ein Protein ein Polymer aus Aminosäuren und
die DNA (Desoxyribonukleinsäure) ein Polymer aus Nukleinsäuren. Eine Nukleinsäure ist eine
Verbindung aus Phosphorsäure, Zucker (Desoxyribose) und einer Nukleobase (Adenin, Cytosin,
Guanin oder Thymin).
Zu den synthetischen organischen Verbindungen zählen zum Beispiel Kunststoffe wie
Polyvinylchlorid (PVC).
Zu den anorganischen Verbindungen werden alle Elemente und die Verbindungen gerechnet, die
nicht zur organischen Chemie gehören. NaCl (Kochsalz) ist ein Beispiel für ein einfaches
anorganisches Molekül, zu den anorganischen Kunststoffen zählen die Polysiloxane, die aus einem
Grundgerüst von -Si-O- Verbindungen bestehen.
Metallorganische Verbindungen wie Diethylzink (H3C-CH2-Zn-CH2-CH3) gehören sowohl zu den
anorganischen als auch zu den organischen Verbindungen.
Die physikalische Chemie befasst sich mit physikalischen Erscheinungen bei chemischen
Vorgängen und untersucht den Einfluss physikalischer Einwirkung auf chemische Vorgänge.
Die technische Chemie befasst sich mit der Durchführung von chemischen Reaktionen im
technischen Maßstab (Großanlagen).
Die Biochemie umfasst den chemischen Aufbau von Lebewesen und das Zusammenwirken der
daran beteiligten Verbindungen.
In der analytischen Chemie werden chemische Verbindungen aus einem Stoffgemisch getrennt,
gereinigt und bestimmt. Man unterscheidet Analyt (englisch analyt) als Substanz, die qualitativ
oder quantitativ bestimmt werden soll, Reagenz (englisch reagent) als Chemikalie von besonderer
Reinheit für den Nachweis des Analyten und die Matrix (englisch matrix) als Medium, in dem der
Analyt bestimmt werden soll.
Bei einer chemischen Reaktion werden Ausgangsstoffe (= Edukte, Reaktanten; englisch reactant,
educt) mit Hilfe eines Reaktionspartners (englisch reaction partner), manchmal mit Zusatz eines
Katalysators (englisch catalyst) in Reaktionsprodukte (englsich product) und Nebenprodukte
(englisch by-product) umgewandelt.
Unter einem Lösemittel (englisch solvent) versteht man anorganische oder organische
Flüssigkeiten, die andere gasförmige, flüssige oder feste Stoffe lösen können.
Ein Derivat (von lat. derivare = ableiten) ist ein Abkömmling einer chemischen Verbindung und
steht in einem engen chemischen Verwandtschaftsgrad zur Grundsubstanz.
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Im Periodensystem sind die Symbole der chemischen Elemente mit steigender Ordnungszahl
aufgelistet. Mehrere Elemente werden zu Gruppen zusammengefasst: erste bis achte
Hauptgruppe (I - VIII), Akalimetalle (I), Erdalkalimetalle (II), Chalkogene (VI), Halogene (VII),
Edelgase (VIII), erste bis achte Nebengruppe (Ib-VIIIb), Übergangsmetalle (Ordnungszahl: 21-30,
39-48, 57-80, 89-103), Lanthanoide (57-71) und Actinoide (69-103).
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Chemical Abstracts Service - Recherche von chemischen Verbindungen
Der Chemical Abstracts Service (CAS) ist ein Referatedienst für Publikationen in der Chemie,
der strukturbezogene und textbezogene Datenbanken herstellt.
Registry ist eine wichtige strukturbezogene Datenbank, die alle Arten von chemischen, in der
Literatur beschriebenen Verbindungen abdeckt einschließlich Legierungen, Biosequenzen,
Koordinationsverbindungen, Mineralien, Gemische, Polymere und Salze.
Sie enthält die CAS – Registernummer (CAS Registry Number), die der Chemical Abstracts
Service jeder neuen Verbindung zuordnet. Diese Nummer ist an ihrem Aufbau zu erkennen: nach
bis zu sechs Ziffern folgt ein Bindestrich, dann folgen zwei Ziffern und wiederum ein Bindestrich,
gefolgt von einer Prüfziffer, Beispiel: Wasser: 7732-18-5; sie gibt keine Informationen über den
Aufbau der Substanz. Die Datenbank Registry enthält weiterhin u.a. die systematischen
chemischen Namen, alle Trivial- und Handelsnamen und auch die Struktur der chemischen
Verbindungen.
Eine Verbindung kann über ihren Namen, über ihre Registernummer und über ihre Summenformel
gesucht werden.
Der Suche mit dem Namen einer Verbindung geht der Blick in den Index des Feldes cn
(Chemical Name) voraus (expand penicillin/cn; search e4).
Die Registernummer wird im Feld rn (Registry Number) gesucht (search 113-98-4/rn).
Die Summenformel wird im Feld mf (Molecular Formula) gesucht (search C6H12O4/mf).
Da eine Summenformel nur die Art und die Anzahl der Atome einer Verbindung enthält und nichts
über die Struktur aussagt, kann die Suche nach der Summenformel auch zu Verbindungen mit
unterschiedlichen Strukturen führen.
Es können entweder die exakte Struktur oder Salze und Gemische bzw. Derivate gesucht werden.
Für die Suche auch nach Salzen, Gemischen und Derivaten wird die Strukturformel mit dem
Befehl „STRUCTURE Registernummer“ in den Arbeitsspeicher des Hostrechners geladen. Der
Befehl search fam full (full = gesamte Datenbank) führt eine Family Suche durch und umfasst
auch Salze und Gemische, mit search sss full wird eine Substruktursuche durchgeführt, und es
werden auch Derivate mit einbezogen.
Eine chemische Verbindung kann aber auch über ihre graphische Strukturformel gesucht
werden. Beim Host STN gibt es verschiedene Möglichkeiten, Strukturen für die Recherche
aufzubauen, hier werden zwei vorgestellt. Einmal kann eine Struktur offline (d.h. ohne Verbindung
zum Hostrechner) mit einem speziellen Editor gezeichnet werden; bei STN enthält die Software
„STN Express“ ein entsprechendes Zeichenprogramm. Sie kann aber auch online mit dem Befehl
„STRUCTURE Registernummer“ in den Arbeitsspeicher des STN-Hostrechners geladen werden
und dann online weiter gezeichnet und verändert werden; dazu gibt es verschiedene Befehle.
Die Suche in der Datenbank Registry kann nun auf drei Arten erfolgen: wenn nur die gezeichnete
Struktur gesucht werden soll, wird eine exakte Suche durchgeführt:
search exa full; eine Family Suche umfasst auch Salze und Gemische: search fam full und bei der
Substruktursuche werden auch Derivate mit einbezogen: search sss full.
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Die Datenbank Chemical Abstracts (CA) gehört zu den textbezogenen Datenbanken und enthält
Beiträge aus den allen Gebieten der Chemie und technischen Chemie seit 1907.
Bei STN wird die Datenbank mit unterschiedlichem Abrechnungsmodus und unterschiedlicher
Aktualisierung angeboten: „CA“ wird wöchentlich, „CAplus“ wird täglich aktualisiert. „HCA“ hat
hohe Anschaltkosten und keine Suchtermgebühren, „CA“ hat niedrigere Anschaltkosten und
Suchtermgebühren, „ZCA“ hat keine Anschaltkosten und hohe Suchtermgebühren. „Caplus“
enthält weitere in „CA“ nicht berücksichtigte Dokumenttypen wie zum Beispiel Editorials, Briefe
an den Herausgeber und Abstracts von Meetings.
Häufig verwendete Begriffe werden abgekürzt, preparation zum Beispiel mit prepn, prepared mit
pred und preparing mit prepg. Die Abkürzungen sind datenbankspezifisch und eine Liste der
Abkürzungen kann im Internet von der Homepage des Chemical Abstract Service heruntergeladen
werden.
Der Inhalt der Referate wird festgelegtem Vokabular (Controlled Terms) zugeordnet, das
hierarchisch aufgebaut ist und online dem CA - Lexikon entnommen werden kann. Mit „expand
dyes+all/ct“ werden der CT-Term „dye“ und die zugehörigen Hierarchiestufen angezeigt.
Das Feld CO vereinigt die Einträge der Felder CS (Corporate Source) und PA (Patent Assignee)
und enthält Firmennamen in verschiedenen Schreibweisen. Mit expand Firmenname/co wird eine
Liste angezeigt. Der Haupteintrag (Eintrag mit den meisten Additiobnal Terms) enthält die
Firmengeschichte, Tocherfirmen, Merger und Acqusisitonen (expand FirmennameHaupteintrag+all/co)
Mit Hilfe von CAS Roles können Antwortsätze einer Suche nach Verbindungen weiter
eingeschränkt werden. Dabei gibt es spezielle Roles, die aus drei Buchstaben bestehen, und Super
– Roles mit vier Buchstaben, die sich auf eine Gruppe von speziellen Roles beziehen; zum Beispiel
umfasst Super – Role PREP (Preparation) unter anderem BMF (Bioindustrial Manufacture), PNU
(Preparation, Unclassified) und SPN (Synthetic Preparation). Die Suche erfolgt mit dem Befehl
„search L3 (L) prep/rl, wobei L3 eine Antwortnummer einer Recherche nach Verbindungen ist.
Da eine chemische Verbindung mehrere systematische Namen und auch Handels- und
Trivialnamen besitzen kann, müssen. für eine möglichst vollständige Recherche von Publikationen
zu einer Substanz alle Namen und auch die CAS – Registry Nummer berücksichtigt werden. Dazu
werden in der Datenbank Registry alle chemischen Namen und die CAS - Registernummer
ermittelt. Mit einem einfachen Computerbefehl (select chem) werden Namen und Nummer in den
Arbeitsspeicher des Hostrechners geladen und nach dem Wechsel in die Datenbank Chemical
Abstracts gesucht (search e1-e13). Die erhaltenen Antwortsätze können nun weiter eingeschränkt
werden.
Polymere werden durch ihren Aufbau unterschieden: Homoolymere bestehen aus einem Monomer,
Copolymere werden aus verschiedenen Monomeren aufgebaut. Copolymere gleicher Struktur, aber
hergestellt aus unterschiedlichen Monomeren, haben verschiedene CAS-Registernummern, die
durch den Befehl Polylink CAS-Nummer in der Datenbank Registry erhalten werden können
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Chemische Handbücher und Lexika
Das Beilstein Handbuch der organischen Chemie, Beilstein Informationssysteme GmbH, ist das
umfangreichste Handbuch der organischen Chemie und enthält alle in der wissenschaftlichen
Literatur abgehandelten Kohlenstoff haltigen Verbindungen seit 1779, die exakt beschrieben sind.
Von jeder Verbindung werden Zusammensetzung und Struktur, natürliches Vorkommen und
Gewinnung aus Naturprodukten, Herstellung, Bildung und Reinigung, Energiegrößen des
Moleküls, physikalische Eigenschaften, chemisches Verhalten, Salze und Additionsverbindungen,
toxikologische und pharmakologische Daten aufgenommen. Zur Erstellung des Handbuchs wird
die gesamte relevante wissenschaftliche Originalliteratur ausgewertet, die Angaben werden kritisch
geprüft und mit einer detaillierten Quellenangabe versehen. Das Handbuch ermöglicht so den
direkten Zugriff auf Primärdaten. Der „Beilstein“ liegt als gleichnamige
Fakten/Strukturdatenbank bei STN auf. Die Substanzen sind nicht nur über ihren Namen oder
ihre Registernummer, sondern auch über ihre Struktur recherchierbar. Aufgrund der speziellen
Preisstruktur, bei der eine Gebühr für jedes einzelne angezeigte Feld berechnet wird und da zu
einer Verbindung mehr als 100 Felder belegt sein können, sollten nicht immer alle Felder mit
„display all“ angezeigt werden, sondern die anzuzeigenden Felder sollten sorgfältig ausgewählt
werden („Display FA“ zeigt die belegten Felder einer Verbindung an).
Das umfangreichste Sammelwerk der anorganischen Chemie ist das Gmelin Handbook of
Inorganic Chemistry, das Daten zu anorganischen und metallorganischen Verbindungen seit 1817
enthält. Es liegt in gedruckter Form vor und ist wie der Beilstein bei STN in einer Datenbank
recherchierbar.
Das sechsbändige Römpp Chemie Lexikon, Georg Thieme Verlag, umfasst 35 Fachgebiete: neben
allen Disziplinen der Chemie sind auch Informationen zur Biologie, Medizin und Pharmazie sowie
Arbeitssicherheit, Firmenporträts, Gesetzgebung, Pflanzenschutz und Warenzeichen enthalten. Es
ist gedruckt und als CD erhältlich.
Ullmanns Enzyklopädie der industriellen Chemie, Verlag Wiley VCH, gibt es seit 1914. Die
Sammlung enthält Informationen zu Chemietechnik, industrieller Sicherheit und analytischen
Methoden. Die fünfte Ausgabe (= die erste englisch sprachige) wurde von 1985-1996
herausgegeben und umfasst 37 Bände, der Indexband enthält 80 000 Stichwörter. Die elektronische
Ausgabe des Ullmann wird jährlich aktualisiert.
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Biologie
Die Biologie ist die Lehre von den Lebewesen. Man unterscheidet Anthropologie, Botanik,
Zoologie und Mikrobiologie (= Biologie von Mikroorganismen wie Bakterien, Pilze, Hefen, Viren
und Mikroalgen).
Bei der Biotechnologie (= angewandte Mikrobiologie) werden Stoffwechselprozesse in
großtechnischen Anlagen genutzt. Beispiel: Bierbrauen mit Hefen
Die Molekularbiologie befasst sich mit Lebenserscheinungen im Molekülbereich. Hier werden
Aufbau und Funktion zum Beispiel von Proteinen, DNA, Nervensystem, Membranen und Zellen
untersucht.
Biosciences Information Service
Der Biosciences Information Service (BIOSIS) bietet eine der größten Sammlungen von Abstracts
und bibliographischen Daten auf dem Gebiet der Biologie und der Medizin. Die Biological
Abstracts/Reports, Reviews, Meetings gibt es als Print Version, als CD und als Online Datenbank
(Biosis Previews) z. Bsp. bei STN. Das kontrollierte Vokabular verwendet Fachbezeichnungen
u.a. aus der Chemie, der Geographie, der Medizin (medical Subject Headings) und der
Archäologie. Das Feld ORGN enthält taxonomische (lateinische) und umgangssprachliche Namen
für Lebewesen und Bezeichnungen aus der taxonomischen Hierarchie. In der Datenbank Biosis
zeigt ein Blick in den Index des Feldes ORGN die taxonomische Hierarchie (expand
Name+all/orgn).
Taxonomie im Internet
Die hierarchische Struktur der Lebewesen kann im Internet kostenlos unter
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?db=Taxonomy angezeigt werden. Hier wird nicht
nur die Baumstruktur der taxonomischen Bezeichnungen dargestellt, sondern es werden auch
Synonyme der umgangssprachlichen Bezeichnungen aufgenommen. Hyperlinks verweisen auf
Beiträge beispielsweise zum Genom der betreffenden Spezies aus anderen Datenbanken.
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Recherche von Biosequenzen
Bei STN gibt es drei Datenbanken, die Biosequenzen (Aminosäure- bzw. Nukleinsäuresequenzen)
enthalten. Dies sind die Datenbanken Genbank des National Center for Biotechnology
Information (NCBI), Derwent Geneseq (DGene) von Derwent und Registry des Chemical
Abstracts Service. Einzelne Aminosäuren werden in ihren Sequenzen entweder durch einen Drei oder einen Ein - Buchstabencode, einzelne Nukleinsäuren werden durch einen Ein –
Buchstabencode abgekürzt.
Die Recherche der Biosequenzen kann über ihren Namen erfolgen (z. Bsp können die Sequenzen
von Stärke spaltenden Enzymen über das Stichwort „amylase“ gefunden werden).
Mit einer vorgegebenen Sequenz kann in Genbank bei STN nicht recherchiert werden, in Registry
und auch in DGene ist dies jedoch möglich. Dabei wird die Suchsequenz mit den in der Datenbank
vorhandenen Sequenzen entweder „Buchstabe für Buchstabe“ verglichen oder es wird eine
Ähnlichkeitssuche durchgeführt. Die Ähnlichkeit wird nach einem mathematischen Modell (=
Algorithmus) ermittelt; in Registry wird der BLAST - Algorithmus verwendet, in DGene stehen
wahlweise FASTA - oder BLAST - Algorithmus zur Verfügung.
Der Score (= Maßzahl, in die die Länge der Sequenz oder der Sequenzabschnitte und der Grad der
Übereinstimmung einfließen) und das Alignment (= direkter visueller Vergleich von gesuchter
und gefundener Sequenz) ermöglichen, die Übereinstimmung der gesuchten und der gefundenen
Sequenz zu beurteilen.
Die Trefferzahl einer Ähnlichkeitssuche hängt vom verwendeten Algorithmus ab, beim BLAST
Algorithmus kann die Zahl der Treffer durch Veränderung verschiedener vorgegebener Parameter
beeinflusst werden.
Während DGene sowohl Sequenzen als auch bibliographische Angaben und Abstracts enthält,
muss einer Sequenzsuche in Registry eine Suche in der Datenbank Genbank oder Chemical
Abstracts nachgeschaltet werden, um bibliographische Angaben zu den Sequenzen zu erhalten.
Das Crossover von Registry zu anderen Datenbanken erfolgt mit der CAS Registernummer.
Biologie Lexikon
Das Lexikon der Biologie, Spektrum Akademischer Verlag, enthält neben Beiträgen aus der
Pflanzenkunde, der Zoologie und der Mikrobiologie auch Beiträge aus Molekularbiologie
Immunologie und Biochemie. Auch Fachgebiete wie Medizin, Pharmakologie und
Ernährungswissenschaft werden berücksichtigt. Es besteht aus 14 Bänden und einem Registerband,
ist gedruckt und als CD erhältlich.
Seite 12
Pharmazie
Die Pharmazie ist die Arzneimittelkunde und beschäftigt sich mit der Herkunft, Beschaffenheit,
Darstellung, Verarbeitung und Prüfung von Arzneimitteln. Man unterscheidet pharmazeutische
Chemie, pharmazeutische Biologie, pharmazeutische Technologie und Pharmakologie.
Die pharmazeutische Chemie befasst sich mit der Zusammensetzung, dem chemischen
Verhalten, der Analyse und der Synthese von Wirkstoffen und Arzneimittelhilfsstoffen. Die
Gewinnung von arzneilich verwendeten Naturstoffen und die Herstellung von Diagnostika gehören
auch zur pharmazeutische Chemie.
Die pharmazeutische Biologie untersucht die biologischen Gegebenheiten der Wirkstoffe
(= Drogen) liefernden Organismen (Tiere, Pflanzen, Mikroorganismen), also deren Herkunft,
Anbau und Züchtung, sowie die Produktion, Gewinnung und Charakterisierung der Drogen.
Die pharmazeutische Technologie (Galenik) befasst sich mit der Herstellung von Arzneimitteln
im technischen Maßstab unter dem Aspekt der leichten Einnehmbarkeit und der genauen
Dosierbarkeit.
Die Pharmakologie ist die Lehre von den Arzneimitteln, ihrer Struktur, dem Stoffwechsel und der
Wirkung. Man unterscheidet Pharmakodynamik (Wechselwirkung von Wirkstoff mit
biologischem Rezeptor) und Pharmakokinetik (Resorption, Verteilung, Abbau und Ausscheidung
des Wirkstoffs im Organismus).
Medizin
Die Medizin ist die Heilkunde und befasst sich mit Ursache, Erscheinungsform, Vorbeugung und
Heilung von Krankheiten.
Die medizinische Biochemie untersucht die Entstehung von Krankheiten auf molekularer Ebene
und führt zur Arzneimittelentwicklung.
Weiterhin sind klinische Diagnostik, Labortechnik und Medizintechnik zu nennen.
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Medline
Der Index Medicus ist eine Referatesammlung in der Medizin und Pharmazie. Die Datenbestände
des Index Medicus, des Dental Index und des International Nursing Index fließen in die Datenbank
Medical Literature Analysis and Retrieval System Online (Medline) der amerikanischen National
Library of Medicine (NLM) ein.
Der Inhalt der Datenbankeinträge wird hierarchisch aufgebauten Medical Subject Headings
(MeSH Terms: als Sachbezeichner oder als Ziffernfolge) zugeordnet; auch medizinische
Bezeichnungen werden vereinheitlicht. Die MeSH Terms werden mit ausgewählten Subheadings
oder Qualifiers verknüpft.
MeSH Terms und Subheadings können den gedruckten Medical Subject Headings der National
Library of Medicine entnommen werden oder auch im Internet im MeSH Browser von NLM
(http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/meshbrowser.cgi) recherchiert werden.
In der Datenbank Medline von STN zeigt der Befehl expand Bezeichnung+all/ct die hierarchische
Struktur und erlaubte Verknüpfungen der MeSH Terms an. In diesem Feld (CT) sind auch die
Subheadings recherchierbar.
Im Feld Document Type (DT) der Datenbank Medline von STN können unter anderem klinische
Prüfungen von Medikamenten und auch Fallstudien recherchiert werden.
EMBASE
Eine weitere wichtige medizinische Datenbank ist die Excerpta Medica Database (EMBASE), die
von Elsevier Science herausgegeben wird. Auch hier ist der Inhalt der Datenbankeinträge
festgelegtem hierarchisch aufgebautem Vokabular zugeordnet, den EMTREE – Arzneimittel – und
den EMTREE – Medizin – Deskriptoren. Diese stimmen nicht mit den MeSH Terms von Medline
überein.
Seite 14
PubMed
PubMed ist eine kostenlose Internet Datenbank der National Library of Medicine
(http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?db=PubMed ). Sie enthält neben allen
Datenbeständen von Medline zusätzliche Beiträge aus naturwissenschaftlichen Journals, die für
Medline ausgewertet werden.
In PubMed kann im Freitext, in speziellen Feldern, trunkiert, mit Phrasen oder auch mit
Automatic Term Mapping gesucht werden. Weiterhin gibt es spezielle
Einschränkungsmöglichkeiten (Limits) und einzelne Suchschritte können miteinander über
Boole’sche Operatoren verknüpft werden. Die Suchergebnisse werden in verschiedenen Formaten
angezeigt.
Über den Hyperlink „LinkOut“ können die vollständigen Artikel angezeigt werden, soweit diese
im Internet als Beiträge eines Online – Journals zur Verfügung stehen. Allerdings ist häufig die
Subskription der Journals erforderlich, damit eine Einsicht in die vollständigen Artikel gewährt
wird.
Der Journal Browser (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/jrbrowser.cgi ) zeigt eine Liste der im
„LinkOut“ System erfassten Online-Journals an.
Für die Recherche und Anzeigemöglichkeiten in PubMed steht eine ausführliche
Hilfedokumentation (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query/static/help/pmhelp.html) kostenlos
zur Verfügung.
Klinische Studien
Es gibt spezielle Datenbanken, in denen klinische Studien auch als Volltexte recherchiert werden
können. Dies sind Datenbanken von ADIS International Ltd., England (ADIS Clinical Trials
Insight, ADIS R&D Insight, ADIS Newsletters), von PJB Publications Ltd., England
(Pharmaprojects, Pharmaceutical & Healthcare Industry News) und von Prous Science SA,
Spanien (Prous Science Drug Data Report, Prous Science Drug of the Future) .Die Suche nach
klinischen Studien erfolgt als Crossfile Recherche.
Seite 15
DIMDI
Das Deutsche Institut für medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) in Köln
ist eine nachgeordnete Behörde des Bundesministeriums für Gesundheit und hat daher auch
gesetzliche Aufgaben.
Zu diesen gehören die Bereitstellung von Informationen auf dem Gesamtgebiet der Medizin und
ihrer Randgebiete und die Einrichtung und der Betrieb von datenbankgestützten
Informationssystemen für Arzneimittel (AMIS) und Medizinprodukte (MP) einschließlich der
Herausgabe einer Nomenklatur für Medizinprodukte (Universal Medical Device Nomenclature
System = UMDNS). DIMDI pflegt die Sozialdatenbank der Gesetzlichen Krankenversicherungen,
die u.a. für die Erstellung von Statistiken der Krankheitsarten verwendet wird. Weiterhin
übernimmt DIMDI den Aufbau einer Dokumentation und eines datenbankgestützten
Informationssystems zur Bewertung medizinischer Verfahren und Technologien (Health
Technology Assessment – HTA) und die Einrichtung und den Betrieb eines Informationssystems
zum Lebensmittel - Monitoring.
DIMDI ist auch an der Herausgabe der internationalen Klassifikation von Krankheiten, des
Operationsschlüssels, der internationalen Klassifikation von Krankheiten für die Onkologie und an
der deutschen Übersetzung der Medical Subject Headings beteiligt und arbeitet bei der WHO
(World Health Organsation) an der Herausgabe der ATC- (anatomisch-therapeutsich-chemischen)
Klassifikation für Wirkstoffe mit.
Als Host bietet DIMDI Datenbanken aus den Bereichen Medizin, Gesundheit, Pharmakologie,
Arzneimittel, Toxikologie, Gentechnik, Biologie, Biochemie, Ökologie, Psychologie und
Soziologie an.
In der Datenbank AMIS-öffentlicher Teil vom Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte
können Informationen zu Fertigarzneimitteln wie zum Beispiel Zulassungen recherchiert werden,
die ABDA – Datenbanken der Arbeitsgemeinschaft der Berufsvertretungen deutscher Apotheker
enthalten u. a. Informationen über Indikationen, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen von
Wirkstoffen und Fertigarzneimitteln, sowie tagesaktuelle Informationen zu Änderungen,
Neuerungen und Rückrufen auf dem Arzneimittelmarkt.
Die DAHTA Datenbank enthält die in Deutschland erstellten HTA-Berichte und Projekte der
Deutschen Agentur für Health Technology Assessment des DIMDI sowie anderer Institutionen im
deutschen Gesundheitswesen wie der Bundesärztekammer oder der Bundessauschüsse im
deutschen Gesundheitswesen.
Die Datenbank DIQ (Dokumentations- und Informationssystem Qualitätssicherung) - Projekte der
AQS (Arbeitsgemeinschaft zur Förderung der Qualitätssicherung in der Medizin) enthält Projekte
zum Thema Qualitätssicherung aus den medizinischen Fachbereichen.
Die Recherche erfolgt entweder über die grips – WebSearch im Internet, bei der einige
Datenbanken (u.a. auch Medline, DAHTA) kostenlos zur Verfügung stehen, oder über DATEX-P
oder INTERNET/TELNET, bei der die Retrievalsprache GRIPS verwendet wird.
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Handbücher und Lexika in Medizin und Pharmazie
Die erste Ausgabe von Hagers Handbuch der Pharmazeutischen Praxis wurde 1876
herausgegeben. Das heute 16 bändige Handbuch enthält Beiträge zu Waren und Dienste
(Krankenpflege, Pflanzenschutz und Kindernährmittel), zu Methoden der pharmazeutischen
Technologie und Analytik und zu Giften. Die Beiträge zu Drogen und Stoffen umfassen gedruckt
10 Bände und sind als CD erhältlich.
Das Merck Manual of Diagnosis and Therapy der Firma Merck, Sharp & Dohme, New Jersey,
gibt es seit 1899. Es ist ein medizinisches Handbuch über Krankheiten, in dem sowohl Ursache
und Therapie von Krankheiten als auch Wirkung und Wechselwirkung von Medikamenten
beschrieben werden. Es ist gedruckt erhältlich und im Internet unter der Adresse
http://www.merck.com/pubs/mmanual/ kostenfrei zugänglich.
Das deutsche Pschyrembel Klinisches Wörterbuch, Walter de Gruyter Verlag, Berlin wird seit
1894 herausgegeben und enthält Stichwörter aus dem klinischen Bereich, wie z. Bsp. Krankheiten
und ihre Symptome, Diagnose und Therapiemöglichkeiten, Medikamente und auch Grundlagen,
Zusammenhänge und Einzelaspekte von medizinischen Themen. Es ist gedruckt, als CD und als
Online Version erhältlich.
Die Rote Liste, Editio Cantor Verlag, Aulendorf ist ein Verzeichnis von Fertigarzneimitteln für
Deutschland und umfasst auch europäische Zulassungen und bestimmte Medizinprodukte. Sie
enthält die Zusammensetzung, Anwendung, Dosierung, Darreichungsform, Gegenanzeigen,
Nebenwirkungen und Wechselwirkungen von Arzneimitteln. Sie liegt gedruckt und als CD vor.
Das Deutsche Arzneibuch (DAB) ist eine Sammlung anerkannter pharmazeutischer Regeln über
Qualität, Prüfung, Lagerung, Abgabe und Bezeichnung, sowie Zubereitung und Dosierung von
Arzneimitteln. Das europäische Arzneibuch ist darin integriert.
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Toxikologie
Die Toxikologie beschäftigt sich mit der Wirkung von Schadstoffen auf alle lebenden Organismen
(zum Beispiel Pflanzentoxikologie, Ökotoxikologie, Humantoxikologie). Sie ist auch ein
Teilgebiet der Pharmakologie und befasst sich mit dem Stoffwechsel und der Wirkungsweise von
Giftstoffen, der Behandlungsmöglichkeit von Vergiftungen und dem gerichtlichen Nachweis von
Giften (forensische Chemie).
Toxikologische Prüfungen müssen durchgeführt werden vor dem Inverkehrbringen von Substanzen
aus den Bereichen Kosmetik, Arzneimittel, Lebensmittel, Waschmittel, Pflanzenschutzmittel,
Tierfuttermittel und Chemikalien. Die toxische Wirkung kann akut oder chronisch sein,
fruchtschädigend und zu Missbildungen führend (teratogen), haut- und augenreizend,
allergisierend, krebserregend (cancerogen, carcinogen) oder genetische Information verändernd
(mutagen, genotoxisch).
Recherche zur Toxikologie
Die Toxikologie ist als Teilgebiet der Chemie, Pharmazie, Medizin, Biologie und Ökologie in
vielen verschiedenen Datenbanken berücksichtigt.
Bei STN sind mehr als 40 Datenbanken mit toxikologischem Inhalt zu einem Cluster
zusammengefasst. Bevor eine Suche in allen 40 Datenbanken gleichzeitig durchgeführt wird, sollte
man durch einen kostengünstigeren Blick in den Index relevante Datenbanken ermitteln.
Durch Index Clustername wird die Datenbank STNINDEX aufgerufen. Dort kann mit search
Stichwörter auch ein mehrzeiliges Frageprofil gesucht werden. Beim Hostrechner wird allerdings
die Suche nicht explizit durchgeführt, sondern es wird nur in den Index der jeweiligen
Datenbanken geschaut. In der Antwort wird angegeben, in welcher Datenbank wie viele Einträge
des jeweiligen Stichworts vorhanden sind. Für die nachgeordnete explizite Suche werden
anschließend nur diejenigen Datenbanken mit fil Datenbankname ausgewählt, die viele Einträge
der Stichwörter besitzen.
Die Datenbank TOXCENTER des Chemical Abstract Service setzt sich aus den toxikologischen
Segmenten der Datenbanken Biosis, CAplus, IPA (International Pharmaceutical Abstracts) und
Medline zusammen. Einzelne für diese Ursprungsdatenbanken spezifischen Felder wurden in die
neue Datenbank übernommen, so dass eine Suche in diesen Feldern nur zu Dokumenten aus dieser
Ursprungsdatenbank führt. So ergibt zum Beispiel die Suche im Feld ORGN der Datenbank
TOXCENTER nur Dokumente des Segments der Datenbank BIOSIS, die als einzige dieses Feld
enthält. Der Antwortsatz der Datenbank TOXCENTER kann Dubletten enthalten, die mit dem
Befehl duplicate remove entfernt werden.
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Recherche von Patenten
Patente enthalten neben der ausführlichen Beschreibung der Erfindung, ihrer Anwendung und den
Patentansprüchen auch Angaben über Erfinder, Anmelder, Anmelde- und Veröffentlichungsdatum,
sowie Anmelde- und Publikationsnummer noch weitere wichtige Informationen, nämlich den
internationalen Patentklassifikationscode (IPC) und den Rechtsstand.
Die jeweiligen Patentämter ordnen den Inhalt der Patente einem internationalen
Klassifikationscode (IPC) zu. Die Patentklassen sind hierarchisch geordnet und bestehen aus
ungefähr 69 000 Unterkategorien. Seit der Version 8, die ab 2006 gültig ist, gibt es zwei Ebenen,
die unterschiedlich aktualisiert werden: die Basisversion (Core Level IPC) wird alle 3 Jahre, die
Vollversion (Advanced Level IPC) alle 3 Monate überarbeitet, um neue Technologien zu
berücksichtigen. Es gibt acht Sektionen, dargestellt durch einen Buchstaben
(A) Täglicher Lebensbedarf
(B) Arbeitsverfahren; Transportieren
(C) Chemie; Hüttenwesen
(D) Textil;Papier
(E) Bauwesen; Bergbau
(F) Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen
(G) Physik
(H) Elektrotechnik
Diese Sektionen werden, wie im Beispiel gezeigt, weiter unterteilt:
Sektion: A / Täglicher Lebensbedarf
Klasse: A61 / Medizin oder Tiermedizin; Hygiene
Unterklasse: A61P / Therapeutische Aktivität von chemischen Verbindungen oder medizinischen
Zubereitungen
Gruppe: A61P31-00 / Antiinfektiöse Mittel, z.B. Antibiotika, Antispetika, Chemotherapeutika
Untergruppe: A61P31-18 / gegen HIV
Die Patentklassen können einem Print Medium oder der CD-Rom der WIPO (World Intellectual
Property Organisation) entnommen oder im Internet kostenfrei bei
http://www.wipo.int/classifications/fulltext/new_ipc/index.htm recherchiert werden. Für die IPC –
Datenbank von Fiz Technik braucht man eine Login-ID.
Der Rechtsstand (engl. legal status) eines Patents gibt Auskunft über den Stand des Verfahrens
von der Offenlegung eines Patents bis zur Erteilung und auch darüber, ob eine Patenterteilung
nicht mehr rechtskräftig ist, weil zum Beispiel Gebühren nicht gezahlt worden sind. Er wird
überwacht, damit zum Beispiel fristgerecht nach einer Patenterteilung Einspruch erhoben werden
kann. Die Art oder der Typ eines Patents (engl. patent kind) wird gekennzeichnet durch einen
Buchstabencode hinter der Patentnummer (das Patent DE 10210941 A ist eine angemeldete
deutsche Patentschrift). Die Bedeutung der Buchstabencodes ist abhängig vom Patentamt, bei dem
das Patent angemeldet ist, so heißt A im allgemeinen angemeldetes Patent, B erteiltes Patent zum
Beispiel bei europäischen Patenten, deutschen erteilten Patenten wird der Buchstabe C zugeordnet.
Während die Art eines Patentes auch im World Patents Index recherchiert werden kann, kann der
ausführliche Rechtsstand in der Datenbank INPADOC des europäischen Patentamts ermittelt
werden. Der Rechtsstand wird durch einen kombinierten Buchstabenzahlencode verschlüsselt.
Ausgewählte Codes und ihre Bedeutung finden sich im Internet unter http://www.european-patentoffice.org/inpadoc/prs_description.htm .
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Bei STN gibt es verschiedene Datenbanken, die Patentanmeldungen und erteilte Patente nur vom
deutschen, europäischen, japanischen oder US-amerikanischen Patentamt oder der WIPO
enthalten. Die Patentdokumente liegen bei einigen Datenbanken als Volltexte vor.
Die Datenbank World Patents Index (WPIndex) des englischen Datenbankherstellers Derwent
enthält Abstracts von Patenten von 40 Patentämtern weltweit. Titel und Abstract der
aufgenommenen Patente werden neu und kommentiert geschrieben.
Neben den Internationalen Patent Klassifikationen, die von den Patentämtern vergeben werden,
werden den Patentbeschreibungen weitere Derwent spezifische Klassifikationscodes zugeordnet.
Patente, die zu einer Patentfamilie gehören, erhalten einen gemeinsamen Eintrag in der Datenbank.
Bei neu hinzukommenden Mitgliedern wird das Feld Patent Information (PI) aktualisiert.
Wegen der unterschiedlichen Schreibweise von Firmennamen erhalten größere Firmen einen
vierstelligen individuellen Code (Patent Assignee Code = PACO), der auch bei Namensänderung
erhalten bleibt. Dieser lässt sich durch den Blick in den Index des Feldes PACO mit dem
Firmennamen (expand Firmenname +all/paco) ermitteln.
Kleinere Firmen bekommen auch einen Code zugeteilt, jedoch erhalten mehrere Firmen den
gleichen Code. Deshalb ist er bei kleineren Firmen nicht spezifisch. Man erkennt ihn daran, dass
der vierstellige Code durch „-N“ ergänzt wird. Die Endung „-I“ eines PACOs deutet darauf hin,
dass hier Erfindernamen zusammengefasst wurden.
Mit dem Befehl expand Patent Assignee Code +def/paco wird die Liste der Firmen angezeigt,
denen der entsprechende PACO zugeordnet ist.
Patentanalyse
Die Anzahl von Patenten, die eine Firma in bestimmten Ländern in bestimmten Jahren zu
bestimmten Fachgebieten anmeldet, lässt Rückschlüsse auf die Firmen aktivitäten zu. Eine Analyse
eines Recherche Antwortsatzes im Hinblick auf die gefundenen Firmennamen, die Internationale
Patentklassifikationen, die Bestimmungsländer und die Anmeldejahre liefert statistische Daten, die
ausgewertet werden können.
Bei STN stehen dazu die Befehle analyze und tabulate zur Verfügung. Mit analyze werden die
Feldinhalte eines Antwortsatzes extrahiert. Es können fünf frei zu wählende Felder gleichzeitig
analysiert werden, dabei kann die Zeichenlänge der Feldeinträge festgelegt werden, die
berücksichtigt werden soll.
Mit dem Befehl display „Antwortsatz von Analyze“ „Feld“ wird das Ergebnis der Analyse in einer
einfachen Tabelle angezeigt, die unter anderem die Anzahl der Dokumente pro Feldinhalt (also
zum Beispiel Anzahl der Dokumente mit einem bestimmten Anmeldejahr) enthält. Diese Tabelle
kann nach Excel kopiert, dort bearbeitet und graphisch dargestellt werden.
Der Befehl tabulate ermöglicht die Darstellung eines analyze – Antwortsatzes in einer Pivot
Tabelle. Dazu wird die Anzahl der Dokumente bezogen auf zwei Feldinhalte gleichzeitig
tabellarisch ausgegeben ( zum Beispiel Anzahl der Dokumente pro Patentanmelder und pro
Anmeldejahr). Die Ausgabe muss im delimitierten Format erfolgen, damit die Tabelle
anschließend in Excel in eine Pivot Tabelle oder ein Pivot Diagramm überführt werden kann. Im
Internet unter http://www.stn-international.de/training_center/messenger/training/ können dazu
nähere Informationen gefunden werden.
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Internetadressen zu Chemie, Biologie, Medizin, Pharmazie, Toxikologie und
Patenten
Chemie:
Material Safety Data Sheets (MSDS) enthalten ausführliche Handhabungsvorschriften für
chemische Stoffe. Die Adresse http://www.ilpi.com/msds/index.html ist eine große Linksammlung
von MSDS – Datenbanken.
Das ChemWeb ist mit kostenloser Anmeldung frei zugänglich und bietet Zugriff auf ChemieZeitschriften und Datenbanken. http://www.chemweb.com/
Chemiefirmen stellen sich im Internet vor und bieten ihre Produkte an, oft auch mit den
zugehörigen MSDS.
Chemie Wörterbücher sind unter den Adressen
http://www.chemie.de/tools/dictionary/?language=d
http://www.chemie.de/tools/acronym.php3?language=d zu finden.
Das Wörterbuch LEO http://dict.leo.org/ ist ein technisches Wörterbuch.
Biologie:
Entrez ist eine Suchmaschine des National Centers for Biotechnology Information (NCBI). Von
hier aus können die verschiedenen miteinander vernetzten Biologie - und Medizindatenbanken
kostenfrei recherchiert werden. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/Database/index.html .
Brenda ist eine große Enzymdatenbank der Universität Köln. Sie ist für Angehörige von
Universitäten und Fachhochschulen frei zugänglich und bietet u.a. auch Links auf die Datenbanken
des NCBI. http://www.brenda.uni-koeln.de/
Medizin /Pharmazie:
Medivista ist eine Medizin Suchmaschine von Altavista: http://www.medivista.de/ .
Das Gesundheitsportal http://www.almeda.de/home/0,2674,,00.html bietet Informationen zu
medizinischen Themen auf deutsch.
Von der Homepage von PubMed ausgehend (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/PubMed/ ) gibt es
diverse weiterführende Links unter anderem unter „Consumer Health“ auf eine medizinische
Enzyklopädie und auf medizinische Wörterbücher.
Eine Ärzte Suchmaschine ist mit der Adresse http://www.doctoronline.de/index.asp? zu erreichen.
Toxikologie:
http://toxnet.nlm.nih.gov/ ist die Adresse eines Toxikologie – Netzes des NCBI.
Patente:
Unter http://depatisnet.dpma.de/ oder http://ep.espacenet.com/ können Patentschriften kostenlos
recherchiert werden.
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