Bewertungsmethoden in der Moderation

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Bewertungsmethoden
in der Moderation
Methodenbeitrag
Dr.-Ing. Christoph Dill
http://www.innovationslotsen.de
Gewerbepark Cité 20 l Marstall Unterlinden
76532 Baden-Baden
Tel.: +49 (0)7221 / 90 78 -0
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Dill
Bewertungsmethoden in der Moderation
Bewertungsmethoden in der Moderation
BESCHREIBUNG
Innerhalb einer Moderation ist es oft notwendig, Argumente zu bewerten, Stimmungen zu
erfragen und Entscheidungen zu fällen. Vor diesem Hintergrund kommen oft die
Methoden Einpunktabfrage, Mehrpunktabfrage, Entscheidungsmatrix und Favoritenkür
zur Anwendung.
(1) Die Einpunktabfrage dient dazu, die Gruppe zu aktivieren, ihre Zusammensetzung
zu erfahren, sowie Stimmungen und allgemeine Eindrücke der Gruppe zu
erfragen. Diese Methode wird eingesetzt, indem alle Teilnehmer bezüglich eines
gegebenen Diagramms/einer gegebenen Frage gleichzeitig jeweils einen Punkt
vergeben. Durch die Frage „Warum haben Sie gerade hier gepunktet“ kann die
Einpunkt-Abfrage qualitativ ausgebaut werden.
Beispiel:
heute fühle ich mich
mit Skalierung:
ohne Skalierung:
(2) Mittels einer Mehrpunkt-Abfrage können Reihenfolgen und Schwerpunkte ermittelt
werden. Die Gewichtung erfolgt dabei stets qualitativ. Der Unterschied zur
Einpunkt-Abfrage besteht darin, dass den Teilnehmern nun mehrere Punkte zur
Vergabe zur Verfügung stehen. Diese werden gleichzeitig und frei vergeben. Die
Anzahl der auszugebenden Punkte richtet sich nach Anzahl der abzustimmenden
Themen und kann nach folgender Faustformel ermittelt werden:
#Punkte pro Teilnehmer =  Themen / 2
Die Auswertung erfolgt durch einfaches Auszählen.
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Beispiel:
Nr
1
Thema
Punkte
Themen aus
Karten ordnen
oder Zurufliste
Rang
A
2
B
Bearbeitung
13
sofort, in
Gruppen
arbeit
8
Maßnahmenplan
(3) Die Entscheidungsmatrix kann bei relativ komplexen Entscheidungssituationen
innerhalb eines Workshops bzw. einer Moderation eingesetzt werden. Grundidee
ist, dass eine komplexe Entscheidung in zahlreiche einfache und überschaubare
Teilprobleme, über die einzeln entschieden werden kann, zerlegt wird.
(4) Um aus einer Vielzahl von Alternativen die mit den besten Realisierungschancen
noch vor dem eigentlichen Entscheidungsprozeß, herauszufiltern kann die
Methode der Favoritenkür hilfreiche Dienste leisten. Damit wird vermieden, dass
beim Ausleseprozess unnötig Zeit und Energien mit der Diskussion über
offensichtlich schlechte oder unrealistische Ideen vergeudet werden.
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VORAUSSETZUNGEN
Um die einzelnen Methoden anwenden
Bewertungskriterien festgelegt werden.
zu
können
sollten
vorher
klare
VORBEREITUNG
Stift(e) und Flipchart bzw. Pinwand sollten zur Verfügung stehen
DURCHFÜHRUNG

Einpunkt/Mehrpunktabfrage:
a) Frage(n) formulieren und anschreiben
b) Klebepunkte austeilen und Regeln erläutern
c) Teilnehmer führen Bewertung durch

Anhand eines kleinen Beispiels
Entscheidungsmatrix schnell klar:
wird
die
Vorgehensweise
der
Eine Firma sucht eine neue Tagungsstätte. Es stehen vier Alternativen zur
Auswahl. Innerhalb eines Workshops soll die Entscheidung mittels einer
Entscheidungsmatrix gefällt werden:
a) Vorstellung der vier Projekte mittels Skizzen und Kurzvideos
b) Sammelung von Bewertungskriterien mittels einer Zurufliste
c) Die für die spätere Entscheidung heranzuziehenden Kriterien werden
ausgewählt. Dies geschieht mittels einer Mehrpunktabfrage. Jeder
Teilnehmer erhält sechs Klebepunkte und kennzeichnet damit die für
ihn wichtigsten Kriterien. Gewichtungen können durch die
Häufelmöglichkeiten (maximal zwei Punkte) ausgedrückt werden.
Damit erhält man eine Ranking der Kriterien. Diese können somit
unterschiedlich gewichtet werden.
d) Mit den vier Alternativen und den Beurteilungskriterien kann nun eine
Entscheidungsmatrix erstellt werden.
e) Jeder Teilnehmer kennzeichnet die seiner Meinung nach bezüglich
eines Kriteriums beste Alternative mit einem Punkt.
f)
Der Moderator zählt die Punkte aus, nimmt die Gewichtungen vor und
bildet schließlich für jede Alternative die Summe. Diejenige Alternative
mit der höchsten Punktzahl ist der „Sieger“.
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
Vor der Entscheidung stehen eine relativ große Zahl an Alternativen zur
Verfügung. Um diesen Kreis einzuengen kann die Methode der Favoritenkür
zur Anwendung gelangen. Die Favoritenkür läuft nach dem folgenden Muster
ab:
a) Die einzelnen Alternativen werden vorgestellt. Der Moderator holt noch
Verständnisfragen ein und lässt sie beantworten.
b) Jeder Teilnehmer wählt seine zwei Favoriten aus. Der Moderator fragt
nach einer kurzen Pause die einzelnen Teilnehmer nach ihren Favoriten
und markiert diese mittels Klebepunkten an einer Pinwand.
c) Der Moderator zählt die erreichten Punkte pro Vorschlag aus. Die
alternativen, die keine bzw. nur wenige Punkte erhalten haben scheiden
aus der weiteren Diskussion aus.
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VORTEILE

Mittels der obigen Methoden können in Workshops auf einfache Art und Weise
Stimmungen erfragt werden und Entscheidungen getroffen werden.
NACHTEILE

Bei Anwendung der Entscheidungsmatrix kann eine Scheinrationalität
entstehen.
LITERATUR
Hausmann, G. & Stürmer, H. : „Zielwirksame Moderation: der gemeinsame Weg zum
Ergebnis“. Expert-Verlag, Renningen-Malmsheim, 1994.
Klebert, K., Schrader, E. & Straub, W.G. : „Moderationsmethode“. Windmühlen-Verlag,
Hamburg, 1996.
Klebert, K., Schrader, E. & Straub, W.G. :
Hamburg, 1998.
„Kurzmoderation“. Windmühlen-Verlag,
Lipp, U., Will, H.: „Das große Workshop- Buch“ Beltz Verlag, Weinheim und Basel, 2000
Schnelle-Cölln, T. Schnelle, E. & Schrader, E. : „Visualisieren in der Moderation“.
Windmühlen-Verlag, Hamburg, 1998.
Seifert,W. (Hrsg.) : „Besprechungs-Moderation: Mit neuen Techniken effektiv leiten,
erfolgreich teilnehmen, Zeit sparen, Ziele erreichen. Gabal-Verlag, Bremen, 1994
Wohlgemuth, A. (Hrsg.) : „Moderation in Organisationen – Problemlösungsmethode für
Führungsleute und Berater. Haupt-Verlag, Stuttgart, 1995
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