Sonographie bei der Frau - Universitäts

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Sonographische Überwachung der
Follikelreifung im Ovar
Good Clinical Practice - GCP 01
Frauenklinik
Sonographische Überwachung der Follikelreifung im Ovar
1.1
Follikelmessung, Bestimmung der Endometriumdicke
Anhand einer Ultraschalluntersuchung können die Ovarien und der Uterus dargestellt und die dort
beobachteten und gemessenen Veränderungen im Menstruationszyklus mit den hormonellen
Veränderungen korreliert werden. Hierfür ist allerdings ein standardisiertes Vorgehen bei der
Ultraschalluntersuchung unerlässlich.
Für die Ultraschalldiagnostik der Frau stehen in der Kinderwunschsprechstunde folgende
Ultraschallgeräte zur Verfügung:
Raum M
Voluson 730 PRO, GE
Frau Dr. R. Moffat
Raum N
Logiq 500, GE
Follikelpunktionen
Raum R
Voluson 730 PRO, GE
Prof. Dr. Ch. De Geyter
Raum S
Voluson 730 PRO, GE
Dr. G. Sartorius
Alle Ultraschallgeräte verfügen über eine Messvorrichtung, über die Möglichkeit den Namen der
Patientin/des Patienten einzugeben, über PowerDoppler sowie über einen Videodrucker.
1.2
Indikation und Dokumentation der sonographischen Überwachung des Menstruationszyklus
Neben der endokrinen Diagnostik ist die bildgebende Diagnostik mittels der transvaginalen
Ultraschalluntersuchung äusserst hilfreich für die Sterilitätsabklärung. Folgende Daten werden hierbei
gewonnen:
1. Anzahl der am 3. bis zum 5. Zyklustag sichtbaren Ovarialfollikel
2. Die relative Position der einzelnen Follikel (z.B. bei PCO)
3. Ausschluss von Zysten, welche echoleer (z.B. funktionelle Zysten), echogen (z.B. bei
Endometriose) oder mit soliden Anteilen (z.B. beim Zystadenom des Ovars) sein können.
4. Nachweis von soliden Tumoren im Ovar
5. Extraovarielle zystische Strukturen, z.B. Sakto- oder Hydrosalpinx (sichtbar präovulatorisch)
oder eine Parovarialzyste (typischerweise oval und extraovariell)
6. Beurteilung der uterinen Morphologie: Fehlbildungen, Uterus myomatosus, Adenomyosis
7. Beurteilung der Morphologie des Endometriums (präovulatorisch, in der Regel am 12.
Zyklustag)
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Die
Ultraschalluntersuchung
kann
bei
Verdacht
auf
einen
Corpuspolyp
durch
eine
Kontrastultraschalluntersuchung ergänzt werden (Hydrosonographie). Letztere sollte nur erfolgen,
nachdem zuvor eine mikrobiologische Untersuchung der Zervikalkanals vorgenommen wurde.
Nicht hilfreich ist die transvaginale Ultraschalluntersuchung in der Lutealphase, da in dieser Zeit
weder die Textur des Endometriums noch die Morphologie des Corpus luteums klinisch relevant sind.
Die erhobenen Daten werden auf einem speziellen Formular festgehalten und im Dossier
eingeordnet, zudem werden die Daten im FertiMed eingegeben (Diagnostik der Frau).
1.3
Zyklusüberwachung im Rahmen der Überwachung einer hormonellen
Stimulationsbehandlung der Ovarien
Sowohl im Rahmen einer Clomiphenbehandlung als auch im Rahmen einer Gonadotropinstimulation
sind wiederholte sonographische Kontrolluntersuchungen unerlässlich, da sie einerseits den Verlauf
der Follikelreifung zeigen, andererseits
Komplikationen vorbeugen können (sog. Polyovulation,
Überstimulationssyndrom). Eine vaginosonographische Bestimmung der Endometriumdicke und der
Durchmesser der Eibläschen (fünf auf jeder Seite) ist bei jedem Besuch der Patientin in der
Follikelphase zwingend.
In der Lutealphase kann vor der Gabe von HCG zur Unterstützung der Lutealphase gelegentlich eine
transabdominale Ultraschalluntersuchung vorgenommen werden, um zu überprüfen, ob bereits ein
Ascites als frühes Zeichen eines möglichen ovariellen Überstimulationssyndroms vorliegt. Wenn ja,
sollte auf die Gabe von HCG zur Unterstützung der Lutealphase verzichtet werden.
1.4
Kontraindikationen

Bei einer Virgo (mit einem noch intakten Hymen) ist die transvaginale
Ultraschalluntersuchung nicht zulässig.

Die transvaginale Ulterschalluntersuchung geht nicht mit einer klinisch relevanten
Bestrahlung einher.

In der Frühschwangerschaft sollte auf die Durchführung einer PowerDoppler-Untersuchung
verzichtet werden.
1.5
Vor- und Nachbereitung, Durchführung
In jedem Untersuchungsraum steht ein Ultraschallgerät zur Verfügung. In direkter Nachbarschaft zu
jedem Ultraschallgerät befindet sich Ultraschallgel (Aquasonic 100, Parker Laboratories, New Jersey,
USA), verpackte Medizinalkondome (Lamprecht AG, Regensdorf, Deutschland) sowie das jeweilige
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zu dem Gerät passende Handbuch. Neben dem Ultraschallgerät befindet sich der gynäkologische
Stuhl, der über seine ganze Länge mit einer plastifizierten Folie und am Gesäss der Patientin mit
einem absorbierenden Papier bedeckt ist.
Die Patientin liegt für die Untersuchung in Steinschnittlage auf dem gynäkologischen Stuhl neben
dem Ultraschallgerät. Das Einführen der Endovaginalsonde in die Vagina erfolgt aseptisch, da die
Sonde zuvor mit einem Medizinalkondom überdeckt wurde.
Der Durchmesser eines Ovarialfollikels wird in zwei Ebenen gemessen und es wird lediglich der
Mittelwert notiert. Von jedem Ovar werden die Durchmesser der fünf grössten Follikel gemessen und
notiert. Darüber hinaus wird die Anzahl klinisch relevanter Follikel bestimmt, d.h. die Follikel die für
eine IVF der für eine Insemination (IUI) verwendet werden können. Eventuell wird auch die
Mikrodurchblutung mittels PowerDoppler (PD) beobachtet. Schliesslich wird die Endometriumdicke
von Lamina basalis bis Lamina basalis gemessen, etwa 1 cm kaudal vom Fundus uteri. Die Patientin
und der allenfalls anwesende Partner können die Untersuchung über den Bildschirm des
Ultraschallgerätes sowie über einen weiteren Bildschirm mitverfolgen.
Eventuell werden Videoausdrucke zur Dokumentation im Dossier oder für die Patientin
(Schwangerschaft) hergestellt. Hierfür wird zu Beginn der Untersuchung der Name der Patientin im
Ultraschallgerät eingegeben, so dass dieser auf dem Videoausdruck erscheint. Ansonsten werden die
erhobenen Befunde unmittelbar nach der Ultraschalluntersuchung schriftlich im Dossier eingetragen
und einmal täglich im FertiMed eingegeben.
Die plastifizierte Folie sowie das absorbierende Papier werden nach der Untersuchung erneuert.
Nach jeder Ultraschalluntersuchung wird die Sonde sowie der gynäkologische Stuhl mit einem
Alkoholspray desinfiziert. Das Ultraschallgerät wird einmal wöchentlich gereinigt und dies wird in
jedem Raum signiert.
1.6
Qualitätskontrolle
Für die Parameter Follikeldurchmesser und Endometriumdicke werden zum Zeitpunkt der
Ovulationsinduktion für jeden Untersucher monatliche Mittelwerte bestimmt. Diese werden graphisch
dargestellt und sind im FertiMed Center abrufbar. Geplant ist zusätzlich eine monatliche Korrelation
der im Ultraschallbild geschätzten reifer Follikel mit der tatsächlichen Anzahl reifer Eizellen im
Follikelpunktat.
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Die erhobenen Daten zur Anzahl der Ovarialfollikel werden im FertiMed fortwährend im Bezug zur
ebenfalls gemessenen FSH-Konzentration am 3. Zyklustag gesetzt. Für diese Korrelation werden nur
jene FSH-Messungen berücksichtigt, die mit einer Östradiolkonzentration <300 pmol/l einhergehen.
Im Rahmen dieser Korrelation werden Patientinnen mit einem PCO-Syndrom ausgeschlossen.
Im Rahmen einer Qualitätskontrolle werden Anfangs 2008 insgesamt 30 Patientinnen durch zwei
Untersucher gemessen. Hierzu werden die Bestimmungen am Ultraschallgerät des jeweiligen
Untersuchers
vorgenommen.
Anschliessend
werden
die
Messungen
der
einzelnen
Follikeldurchmesser, der Endometriumdicke, des Durchmessers der Chorionhöhle und der ScheitelSteiss-Länge verglichen, es wird ein Histogramm angefertigt und ein Varianzkoeffizient berechnet.
Die Resultate werden im Rahmen der alltäglichen Besprechung erörtert. Qualitätskontrolle
Ultraschall.doc
1.7
Es
Literatur
sind
bislang
nur
wenige
Veröffentlichungen
zum
Thema
Qualitätskontrolle
in
der
Reproduktionsmedizin veröffentlicht worden.
Thijssen JM, Weijers G, de Korte CL (2007) Objective performance testing and quality assurance of medical ultrasound equipment. Ultrasound Med Biol. 33:460-471.
Siehe Literaturübersicht
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