„Schneeland“ erzählt drei Geschichten, die sich zu einer vereinigen

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Schneeland
Sundance Filmfestival 2005
Filmfestival Max Ophüls Saarbrücken 2005
Ein Film von Hans W Geißendörfer
* Basierend auf dem Roman von Elisabeth Rynell *
Erschienen im btb -Verlag
Mit:
Julia Jentsch, Maria Schrader
Thomas Kretschmann, Ulrich Mühe
Eine Co-Produktion der Geißendörfer Film- und Fernsehproduktion GmbH und des
Westdeutschen Rundfunks
Kinostart: 20. Januar 2004
Pressebetreuung:
arne höhne.presse+öffentlichkeit.berlin
boxhagener strasse 18 • 10245 berlin
t.: + 49 30 29 36 16 16 f.: + 49 30 29 36 16 22
Infos und Fotos zum Download unter:
www.kinowelt.de
www.hoehnepresse.de
Besetzung
Aron
Ina
Elisabeth
Knövel
Salomon
Helga
Ingmar
Hilma
Britta
Mari
Tora
Rubert
Thomas Kretschmann
Julia Jentsch
Maria Schrader
Ulrich Mühe
Oliver Stokowski
Ina Weisse
Martin Feifel
Susanne Lothar
Caroline Schreiber
Beate Abraham
Brigitte Annessy
Joachim Krol
2
Stab
Regie und Drehbuch
Musik
Schnitt
Kamera
Ausstattung
Kostümbild
Maske
Casting
Originalton
Sounddesign
Mischung
Kameraassistenz und 2. Kamera
1. Regieassistenz
2. Regieassistenz
Continuity
Materialassistenz
Kostümbildassistenz
Garderobe
Oberbeleuchter
Bühnenmeister
Aufnahmeleitung
Filmgeschäftsführung
Produktionsleitung
Herstellungsleitung
Creative Producer
Redaktion
Produzent
Hans W. Geißendörfer
Irmin Schmidt
Peter Przygodda (ABAPE)
Oliver Grothoff
Hans Günther Bücking (BVK)
Bengt Svedberg
Åsa Nilson
Andreas Janczyk
Jutta Burkhardt
Diana Hein
Christa Lambertz
Nessie Nesslauer
Horst D. Scheel
Roland Winke
Erik Seifert
Hadon Install
André Bendocchi-Alves (ABAPE) 40°
Martin Steyer
Sebastian Janke
Chris Tromboukis
Regine Stier
Ruth Hetzer
Andrea Bosse
Gina Witzel
Max Zaher
Kerstin Westermann
Møre Thole
Wolfgang Dell
Rüdiger Höhn
Thomas Menne
Joakim Wasberg
Holger Kunze
Corinna Kiesewetter
Tobias Reiner
Andreas Habermaier
Roswitha Ester
Andrea Hanke
Hans W. Geißendörfer
Technische Angaben
35mm / Farbe / Deutsch
Länge: 145 min.
Format: Cinemascope
Produktion: August/September 2003 sowie Februar/März 2004 an Originalmotiven in
Mittelschweden
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INHALT
Statement von Hans W. Geißendörfer
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Kurzinhalt
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Langinhalt
7
Produktionsnotizen
9
Interviews
Interview Julia Jentsch (Ina)
11
Interview Maria Schrader (Elisabeth)
14
Interview mit Hans W. Geißendörfer
17
Kurzbiografien
Julia Jentsch
21
Maria Schrader
23
Thomas Kretschmann
25
Ulrich Mühe
27
Oliver Stokowski
29
Ina Weisse
31
Joachim Krol
32
STAB
Hans Werner Geißendörfer ( Regie)
34
Hans-Günther Bücking ( Kamera )
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Geißendörfer Film und Fernsehproduktion (Produktion)
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Elisabeth Rynell (Romanvorlage)
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Statement von Hans W. Geißendörfer
SCHNEELAND erzählt zwei Geschichten, aus dem Lappland von heute und 1937,
die sich am Ende des Films zu einer Zeit vereinigen. Alles ist eine Welt.
Ich habe versucht, einen Film zu machen, der mit Licht und Dunkel genauso
sorgfältig und überlegt umgeht, wie mit dem Schicksal und der Psyche seiner
Figuren. Nichts ist zufällig, alles ist gewollt bis in die weitesten Hintergründe der
Landschaften. Ich habe versucht, das menschliche Urgestein Sehnsucht, Liebe und
Tod mit meinen wunderbaren Schauspielern und großen Bildern auf seine
archaische Kraft zu reduzieren und habe dem Kernsatz des Films „Liebe ist stark wie
der Tod“ viel Platz gegeben. Ich wollte diesmal nicht weggucken, mich nicht
abwenden, wenn es weh tut. Ich habe viel riskiert und versucht, den gegebenen
Voyeurismus der Kamera durch mitfühlende Beobachtung zu ersetzen.
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KURZINHALT
Schweden, Gegenwart. Bei einem Autounfall verliert die Schriftstellerin Elisabeth
(Maria Schrader) ihren Ehemann und bleibt allein mit drei Kindern zurück. Verzweifelt
beschließt sie, dem Geliebten in den Tod zu folgen. Sie macht sich auf den Weg in
die Schneewüste Lapplands, wo sie ihrem Mann vor Jahren begegnete.
In dieser unendlichen Landschaft stößt sie in der Nähe eines Einsiedlerhofes auf den
eingefrorenen Leichnam einer alten Frau im Schnee. In deren verlassenem Haus
entdeckt Elisabeth immer neue Spuren einer bewegenden Leidenschaft: Die
Geschichte der außergewöhnlichen und radikalen Liebe zwischen Aron (Thomas
Kretschmann), der mit einem dunklen Geheimnis durch die Welt wanderte, und Ina
(Julia Jentsch), die seit ihrer Kindheit im Banne eines übermächtigen Vaters (Ulrich
Mühe) steht.
Über die Zeiten hinweg schöpft Elisabeth Kraft aus der lange zurückliegenden Liebe
von Ina und Aron. Die Funken des fremden Schicksals springen auf sie über, sie
fasst neuen Lebensmut und kehrt zu ihren Kindern zurück.
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LANGINHALT
Durch einen Autounfall verliert die Schriftstellerin Elisabeth (Maria Schrader) ihren
Mann Ingmar (Martin Feifel). Sie beschließt, ihm in den Tod zu folgen und kehrt zum
Sterben dorthin zurück, wo sie ihren Mann lieben gelernt hatte: in die Schneewüste
Lapplands. Dort stößt sie auf die Spuren einer dramatischen Liebes- und
Lebensgeschichte.
Lappland in den 1930er Jahren: Tiefer Schnee, eisiger Sturm und beißende Kälte.
Ein Fremder namens Aron (Thomas Kretschmann) zieht mit seinem zotteligen Hund
Lurv durch Nordschweden. Er sucht eine Übernachtungsmöglichkeit. Die Bauersleute
Helga (Ina Weisse) und Salomon (Oliver Stokowski) nehmen ihn in ihre Familie auf ohne Fragen zu stellen. Bald schon ahnen sie, dass Aron ein Mann mit
geheimnisvoller Vergangenheit ist. Eine schwere Last scheint ihn zu bedrücken.
Auf dem Einsiedlerhof Nattmyrberg, eine Tagesreise entfernt von dem Haus der
Bauersleute, leben Ina (Julia Jentsch), ihr Vater Knövel (Ulrich Mühe) und Mutter
Hilma (Susanne Lothar). Knövel ist ein gebrochener Mann, der seinen Buckel wie ein
Stigma trägt, das Leben selbst als seinen größten Feind begreift und seine Familie
tyrannisiert. Dies trifft vor allem Ina. Knövel meint, dass Ina nur geboren wurde, um
ihn zu quälen und sich zwischen ihn und seine Frau zu stellen. Als Hilma stirbt,
eskaliert die Lage; Knövel erklärt Ina: "Wichtig ist, dass du weißt, dass du jetzt
Tochter und Frau zugleich bist."
Aron bleibt bei Helga und Salomon und darf während der Sommermonate die Pferde
auf der Hochweide bei Nattmyrberg weiden - ein Vertrauensbeweis, da die Pferde
das wertvollste Kapital der Dorfbewohner sind. In der einsamen Abgeschiedenheit
des Hütens entdeckt Aron ein Mädchen beim Beeren sammeln. Es ist Ina, die
verschreckt die Flucht ergreift.
Unter dem Einfluss des rätselhaften Fremden beginnt Ina sich zu verändern. Sie
fasst Mut und beginnt, sich zu wehren. Gegen den ausdrücklichen Widerstand ihres
Vaters verlässt sie erstmals den Hof, um Butter und Käse im nächsten Ort zu
verkaufen. Eine Frau namens Mari (Beate Abraham) erkennt Ina und sieht die
Wunden von Knövels Schlägen. Ina, so Maris Rat, solle abhauen, am besten sofort.
Sogar in der Bibel stehe geschrieben, dass die Kinder ihre Eltern verlassen sollen.
Doch Ina sieht das anders: "Wir leben wohl außerhalb von alledem in Nattmyrberg."
In der Gegenwart stapft Elisabeth durch die Schneewüste zum verlassenen
Nattmyrberg-Hof und findet dort die Leiche einer alten Frau. Langsam zeichnet sich
eine geheimnisvolle Verbindung zwischen den Zeiten und den Frauen ab, die auf
den ersten Blick kaum unterschiedlicher sein könnten. Elisabeth findet heraus, dass
es sich bei der Toten um Ina handelt und beginnt mit einer Mischung aus
schriftstellerischem Interesse und kriminalistischem Gespür anhand von
Schriftstücken, Zeichnungen und anderen Fundstücken Indizien für Inas
Lebensgeschichte zu sammeln - ein Leben voller Härte und Grausamkeit, das durch
eine übergroße, tiefe Liebe eine Wende erfahren hat. Instinktiv spürt Elisabeth
Parallelen zu ihrem eigenen Schicksal.
Auf der Pferdeweide spürt Aron, dass die junge Ina heimlich immer wieder zu ihm
kommt, ohne sich zu zeigen. Eines Tages verletzt er sich absichtlich am Fuß, um
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Inas Mitleid zu erregen und sie aus ihrem Versteck zu locken - doch Ina bleibt
verschwunden. Als er später in sein Lager zurückkommt, entdeckt er jedoch Salbe
und Binden, die sie ihm heimlich gebracht hat. Auch in den nächsten Wochen hält
sich Ina versteckt. Sie fühlt sich von ihrem Vater verunreinigt, beschmutzt und
gezeichnet, trotzdem offenbart sie sich Aron am Ende des Sommers und tritt völlig
nackt vor ihn. Auf Arons Frage warum sie dies tat, antwortet sie nur: "Weil Du wissen
musst." Er hüllt die Frierende in wärmende Decken, und weiß vor lauter Nacktheit
nicht wohin mit seinen Händen.
Elisabeth wühlt sich immer tiefer in das Leben Inas, und die Art, wie Ina mit ihrem
Schicksal umgegangen ist, gibt ihr dabei neuen Lebensmut. Im Schneesturm mit der
Leiche der alten Ina und in deren Haus gefangen, will sie wieder zurück in ihr
eigenes Leben, zurück zu ihren Kindern, die sie im übermäßigen Schmerz
zurückgelassen hatte. "Es gehört Demut dazu, sich lieben zu lassen. Als senke man
das Gesicht."
Der Herbst kommt. Aron muss mit den Pferden zurück ins Tal. Der Abschied von Ina
wird nur durch die Gewissheit erträglich, dass sie sich im nächsten Sommer
wiedersehen können. Gleichzeitig aber weiß Aron, dass Ina den langen Winter allein
mit ihrem Vater sein wird.
Nach diesem Winter voller Sehnsucht kommt Aron mit den Pferden zurück auf die
Hochweide, und für Ina und Aron beginnt eine wunderbare Zeit. Sie schlafen zum
ersten Mal miteinander und fassen immer tieferes Vertrauen ineinander. Erstmals
erzählt Aron die ganze Geschichte seines Lebens und vertraut Ina sein dunkles
Geheimnis an: Er ist ein Mörder. Als Strafe für seine Untat hat er sich zu einem
Büßerleben in Armut und Einsamkeit entschlossen. Doch Inas Liebe ist seine
Erlösung, so wie seine Liebe ihre Heilung ist. Sie wollen heiraten.
Von der Hochweide zurück erzählt Aron seinen Wirtsleuten Helga und Salomon von
Ina und macht sich kurz nach Winteranfang mit Lurv auf, um in der nächsten Stadt
Hochzeitsringe und Brautkleid zu kaufen. Auf Nattmyberg tötet Ina indessen ihren
Vater während eines Vergewaltigungsversuchs. Wenig später kehrt Lurv ohne Aron
zurück zu Helga und Salomon. Salomon macht sich auf die Suche nach seinem
Freund. Auf einem zugefrorenen See, neben einem Eisloch, findet er Arons
Rucksack...
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PRODUKTIONSNOTIZEN
Einen ungeheueren Sog entwickelte die Geschichte dieser beiden jungen Frauen,
die sich im eisigen SCHNEELAND über die Jahrzehnte hinweg verbünden.
Ungeachtet der Strapazen, die ein Dreh in der kalten, stürmischen Winterlandschaft
von Lappland, bei Temperaturen um minus 20 Grad bedeutet, war es nicht nur für
den Regisseur, sondern auch für die Schauspieler Liebe auf den ersten Blick.
Seit einigen Jahren hatte Hans W. Geißendörfer nach einer Vorlage für seinen
nächsten Kinofilm Ausschau gehalten, als eine Freundin ihm Elisabeth Rynells
SCHNEELAND zum Lesen gab und er sofort wusste, dass er seine Geschichte
gefunden hatte, fast so als würde der Ruf dieser tapferen, jungen Frauen über die
Zeiten hinweg locken.
Da die Landschaft wesentlicher Bestandteil der Geschichte ist, und im Grunde die
Rolle eines weiteren Charakters annimmt, gestaltete sich schon die Suche nach dem
Schauplatz sehr schwierig. Zunächst hoffte Hans W.Geißendörfer auf die Hilfe von
Elisabeth Rynell und ließ sich von der Autorin an die Orte führen, an die sie beim
Schreiben gedacht hatte, ohne jedoch zu wissen, dass es die Originalschauplätze
ihres eigenen Lebens waren: " Die haben mir aber nicht gefallen, ebenso wenig wie
dem Kameramann," erinnert sich der Regisseur. "Das hatte nichts damit zu tun, was
ich mir vorgestellt hatte. Es war viel zu lieblich, wenig poetisch, da hätten wir auch im
Schwarzwald oder im Fichtelgebirge drehen können. Wir haben eine Einsamkeit
gesucht, eine karge Landschaft, kein Grün, keine Bäume. Wir haben sehr lange
gebraucht, es ist nicht mehr so leicht in Europa diese großen, leeren Landschaften
zu finden.“
Fast ein Jahr lang dauerte die Motivsuche, bevor Geißendörfer in Mittelschweden
fündig wurde, in Südlappland, an der norwegischen Grenze, wo die Höfe von
Salomon und Knövel in die Landschaft gebaut wurden, Salomons Haus in etwas 400
Metern Höhe und Knövels weiter oben auf einem Hochplateau (ca. 1000 Meter über
dem Meeresspiegel).
Ein weiteres wichtiges Kriterium für die Wahl des Drehortes war, dass Schauspieler
und Team in der Nähe untergebracht werden konnten, um lange Reisen zum Drehort
zu vermeiden. Auch die kommunale Verwaltung der Lappen, die das Land
bewirtschaften und Rentierzucht betreiben, sorgte für eine Fülle von Auflagen. So
mussten Geburten- und Schlachtzeiten der in einem achtzig Quadratkilometer
großen Gebiet verstreuten Rentiere ebenso berücksichtigt werden wie der Schutz der
Jungtiere. Zudem war zu befürchten, dass die extremen Wetterbedingungen den
Dreh übermäßig verteuerten: Im Winter herrschen in dieser Gegend 18 -25 Grad
Minus, bei starken Stürmen und oft meterhohem Neuschnee, der jedes
Durchkommen unmöglich macht. Jedes Mitglied des Teams bekam eine veritable
Expeditionsausrüstung: "Wir sahen alle aus wie die Michelinmännchen", lacht Hans
W. Geißendörfer. All diesen Strapazen zum Trotz wurde die Überlegung, im Studio
zu drehen, schnell wieder verworfen: "Die authentischen Wetterbedingungen helfen
den Schauspielern ungeheuer.", sagt Geißendörfer. "Es ist einfach etwas ganz
anderes, ob Maria Schrader in der Kälte von Eis und Schnee in dieses kalte, seit
langem leerstehende Haus kommt und wirklich friert, oder ob sie im geheizten Set
unter den Scheinwerfern, die auch noch Wärme verbreiten, bei 22 Grad Wärme so
tut, als ob sie friert." Maria Schrader kann das nur bestätigen "Von so einer
Landschaft kann man sich völlig vereinnahmen lassen. Die Kälte, die Gerüche in
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diesem Haus, die vereisten Fenster, das ist alles ganz real, und macht es leicht, sich
von seinen Gefühlen wegspülen zu lassen, in seinem Innenleben zu versinken."
Selbst im Sommer wurde die Hoffnung auf erheblich bessere Bedingungen
enttäuscht, statt den üblichen 15 bis 20 Grad hat es in den sieben Drehwochen fast
täglich geregnet und gestürmt, und war kaum je wärmer als 15 Grad, bei
Durchschnittstemperaturen zwischen fünf und sechs Grad, die im ganzen Sommer
Anoraks, Parkas und anderen Wärmeschutz nötig machten. Statt jedoch auf die
Laune zu drücken, haben die schwierigen Wetterverhältnisse die Teammitglieder nur
enger verbunden: "Erstaunlicherweise führen solche Dinge nicht zu Depressionen",
sagt Geißendörfer " stattdessen schweißen solche kleinen Katastrophen nur stärker
zusammen. Jeder sagt dann, „wir packen's trotzdem! Es war teuflisch schwierig, aber
hat sehr viel Spaß gemacht".
Gleich an ihrem ersten Drehtag hatte Maria Schrader ein beeindruckendes Erlebnis,
als sie morgens sehr früh, vor Sonnenaufgang zum Drehort fuhr. „Das war ein so
unglaublich schöner Sonnenaufgang, dass ich den Fahrer bat, anzuhalten, weil ich
das unbedingt fotografieren wollte. Ich hatte so eine Landschaft noch nie gesehen,
so endlose Schneewüsten... Ich habe die Wüste gesehen, war aber noch nie so
nördlich. Dann sind wir weitergefahren, und ich sah den Set zum ersten Mal, diesen
alten, verlassenen Hof, und da stand noch so eine kleine schwarze Gestalt, hinten in
der Ebene, das war der Kameramann, dem es genau wie mir ging. Er sagte dann,
dass er nicht weiß, was ich später anhaben würde, ich solle aber einfach mal da
hinten hin gehen, weil er es unbedingt drehen wollte: ´So ein Licht kriegen wir nie
mehr!` So haben wir die erste Einstellung gedreht, bevor der Regisseur oder
irgendjemand sonst da war."
Für alle Beteiligten wurde die Landschaftserfahrung zu einem eindrucksvollen
Erlebnis. " Ich bin gar nicht so ein nordischer Mensch, " räumt Maria Schrader ein,
„ich bin auch überhaupt kein Skifahrer, aber diese Landschaft hat mich völlig
überwältigt. Einmal sind wir mit dem Auto über einen vereisten See gefahren und
haben dort einen Elch gesehen. Großartig war auch diese Szene, für die wir mit den
Skidoos, diesen Motorrädern auf Skiern um den ganzen Berg rumfahren mussten,
und dann von hinten hoch, damit wir vor dem Drehen keine Spuren im Schnee
hinterlassen. Dann steht man auf so einem Bergkamm und hat so eine endlose
Eiswüste vor sich, um dann da durchzustürmen. Nach zehn Metern kriegt man kaum
noch Luft, weil es so wahnsinnig anstrengend ist, weil man bis zu den Hüften im
Schnee steht, und man weiß, dass nur einmal gedreht werden kann, weil dann die
Spuren da sind....Es war unglaublich und hat mir sehr gut gefallen. Ich hätte das
noch viel länger machen können!"
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Interview: Julia Jentsch
Sie spielen in SCHNEELAND eine junge Frau in extremen Lebensbedingungen: Was
hat Sie an der Rolle gereizt?
Als meine Agentin mir das Drehbuch zugeschickt hatte, war ich sofort völlig
begeistert. Ich hab es regelrecht verschlungen. Das hat von der ersten Seite an
einen richtigen Sog auf mich ausgeübt, und mich wie ein Roman sofort in diese
andere Welt befördert. Ich liebe diese poetische Sprache, sie besitzt eine Intensität,
die in mir sofort sehr viele Bilder erzeugt.
Mich hat die Heftigkeit der Rolle gereizt, und die damit verbundene Herausforderung.
Besonders gut gefiel mir auch, zu sehen, wie sich so ein großes Unglück, so ein
schreckliches Leben durch die Liebe in etwas Positives verwandeln kann. Und dass
sich darüber hinaus nicht nur Inas Leben verwandelt, sondern auch noch einer
anderen Person Kraft gibt: Elisabeth sieht, was dieser Frau alles passiert ist, dass sie
trotzdem weitergelebt, Kinder und Enkelkinder bekommen hat. Daraus zieht sie die
Kraft, ihr Leben weiterzuleben und zu den Kindern zurückzugehen.
Wie sehen Sie das Verhältnis zwischen den beiden Frauen?
Es gibt über die Zeiten hinweg eine richtige Seelenverwandtschaft zwischen ihnen.
Da geht es auch darum, welche Bedeutung die Vergangenheit für heute hat, und was
vom Leben bleibt, das es einmal gab. Elisabeth geht in die Wildnis, um sich
umzubringen, und begegnet dort plötzlich einer Frau aus der Vergangenheit, deren
Gedanken sich in ihrem Kopf festsetzen, nur durch die Spuren, die sie in dem
verlassenen Haus findet.
Wie wichtig war Ihnen der emanzipatorische Aspekt?
Es ist einfach gut zu sehen, wie diese Frau Stärke entwickelt und dann beginnt, sich
zu wehren.
Inwieweit können Sie sich mit diesen schwierigen Prozesses des Erwachsenwerdens
in den drei Filmen identifizieren?
Im Vergleich mit Sophie Scholl, die im Nationalsozialismus gelebt hat, Jule, die in
DIE FETTEN JAHRE SIND VORBEI mit diesem Schuldenberg zu tun hat und Ina,
die von ihrem Vater missbraucht wird, habe ich es natürlich viel leichter. Die
Umgebung, in der ich in Berlin aufgewachsen bin und die gesellschaftlichen
Verhältnisse sind recht unproblematisch. Gerade darum interessiere ich mich für
diese Geschichten und daher auch meine Lust mich mit ihnen auseinander zu
setzen, mich ihnen über Fantasie und Vorstellungskraft anzunähern.
Wie haben Sie sich auf die Rolle einer Frau in den dreißiger Jahren in Schweden
vorbereitet?
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Die Vorbereitung begann im Grunde schon mit einem Gespräch mit Hans, dann habe
ich das Buch gelesen und immer um Material gebettelt. Ich habe daraufhin ein paar
Fotos aus der Zeit bekommen, die mir eine Idee von diesem Alltag vermitteln. Dann
bin ich einige Male ganz praktisch auf einen Milchhof am Rand von Berlin gegangen,
um das Melken auszuprobieren, damit das nicht völlig linkisch aussieht. Darüber
hinaus ist das Kostüm natürlich auch eine sehr große Hilfe, teilweise hatte ich ja zehn
Röcke übereinander an, aus rauen Stoffen. Überhaupt vermittelt sich das
Lebensgefühl dieser Zeit ganz direkt und physisch über das ganze Umfeld, wenn
man nur eine Feuerstelle zum Kochen hat, die Fische in einem Tonkrug verstaut, und
diese Betten mit den Fellen sieht...
Waren Sie wegen der drastischen Darstellung von Sex und Gewalt beunruhigt?
Beim Lesen habe ich gar nicht daran gedacht, und die Schönheit der Liebeszenen
tritt ja gerade gegen diesen schlimmen Hintergrund, gegen die Brutalität besonders
stark hervor. Als ich dann wusste, dass ich die Rolle spiele, habe ich mich schon
gefragt, wie das sein wird. Schwierig fand ich dabei insbesondere die Prügelszenen
mit dem Vater. Es war mir aber ziemlich schnell klar, dass die zur Geschichte dazu
gehören, dass man die körperlichen Qualen zeigen muss, um das Ausbrechen
verständlich zu machen.
Wie haben Sie die Extreme dieser Landschaft empfunden?
Die Landschaft war sehr beeindruckend, man fühlte sich unglaublich verloren in
dieser endlosen Weite, da waren die Bilder aus dem Buch sofort da. Man spürt die
Entfernungen, die Einsamkeit und Abgeschiedenheit ganz physisch am eigenen
Leib.
Fanden Sie es schwierig mit relativ sparsamen Dialogen auszukommen?
Nein, das gefiel mir an der Rolle. Im Kino mag ich es selbst sehr gerne, wenn man
den Menschen erst Mal ganz in Ruhe zuschauen kann, was sie tun.
Wie haben Sie das Zusammentreffen der ganz unterschiedlichen Schauspielstile
beispielsweise von Uli Mühe und Thomas Kretschmann wahrgenommen?
Dieses Zusammentreffen war sehr interessant. Thomas ist jemand, der am liebsten
gar nicht richtig probt, sondern gleich den ersten Versuch aufnimmt. Uli dagegen
erarbeitet sich eine Rolle durch intensive Proben, wie er das vom Theater kennt.
Hans W. Geißendörfer und Hans Weingartner, mit dem Sie DIE FETTEN JAHRE
SIND VORBEI gedreht haben stehen ja auch für sehr unterschiedliche Regiestile....
Ja, und es ist schön, beides erlebt zu haben. Geißendörfer weiß sehr genau, wie er
die Szene zeigen will, Kameratechnik und -fahrten sind bei ihm viel aufwändiger und
wenn sie einmal ausgetüftelt sind, ist man auch sehr festgelegt. Im Vergleich dazu
hatten wir bei Weingartner mit den digitalen Handkameras natürlich viel größere
Freiheiten, da entstehen viele Ideen aus dem Moment heraus, da wird vor Ort noch
viel verändert und Unterschiedliches ausprobiert. Diese verschiedenen Methoden
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gibt es ja auch im Theater, da sind immer Regisseure, die sehr offen arbeiten, und
andere, die alles sehr genau festlegen, und oft sind es ja auch die Geschichten, die
nach einer bestimmten Form verlangen. Für mich sind es gerade die Unterschiede
des Ansatzes, die spannend sind, die Abwechslung, auch zwischen Theater und
Kino.
Was bekommen Sie im Kino, das Ihnen das Theater nicht bieten kann?
Das ist eine ganz andere Arbeitsenergie, weil jeder Tag zählt, weil alles, was gedreht
wird, Teil des fertigen Films sein kann. Es ist faszinierend, dass all diese Teile
nachher von anderer Hand zu einer Geschichte zusammengefügt werden.
Andererseits ist es auch schön, eine ganze Geschichte von Anfang bis Ende zu
erzählen, und dass man sich Zeit lassen kann, bis es wirklich stimmt.
Ich mag diese Kontraste, die ganz unterschiedlichen Arbeitsweisen.
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Interview Maria Schrader
Seit AIMEE UND JAGUAR sind Sie mit einer ganzen Reihe von Filmen immer wieder
in die Vergangenheit eingetaucht. Welche Kraft können diese alten Geschichten für
heute entwickeln?
In ROSENSTRASSE und SCHNEELAND bin ich ja beide Male eine Zuschauerin
aus der Jetztzeit, jemand, der sich aufsaugen lässt, vom Schicksal der anderen, im
Unterschied zu MESCHUGGE, in dem ich viel stärker selbst betroffen war. In
ROSENSTRASSE und SCHNEELAND hat es eine geradezu reinigende Wirkung
vom Schicksal eines anderen eingenommen zu werden, die Intensität eines anderen
Lebens so in sich aufzunehmen, dass sie einen verändert und kräftigt. Durch Inas
Lebensgeschichte findet Elisabeth ihre Kraft wieder, nicht nur weil ihr Schicksal auf
den ersten Blick so viel grausamer ist, sondern auch, weil sie sich plötzlich in
Gesellschaft befindet, eine Seelenverwandtschaft zu jemandem erkennt, der in einer
ganz anderen Zeit, zu ganz anderen Bedingungen und mit ganz anderen
Schwierigkeiten gelebt hat. Sie kann sich aus ihrer Einsamkeit befreien, weil sie sich
plötzlich als Teil eines Größeren empfindet, auf eine fast religiöse Weise. Nachdem
Elisabeth die erste Nacht, in der sie sterben möchte, überlebt, denkt sie gar nicht
mehr darüber nach, was ihr nächster Schritt ist. Ihre Ziellosigkeit treibt sie einfach
weiter, sie wacht wieder auf, geht nicht mehr ganz so verzweifelt und viel zu
erschöpft, um Entscheidungen zu treffen los und stößt auf dieses Haus, diese alte
tote Frau, in deren fremdem Leben sie dann zu hausen beginnt. Für sie ist es eine
schicksalhafte Begegnung, dass sie gerade an diese verschneite Hütte gerät.
Dabei wird diese Geschichte für Elisabeth als Schriftstellerin ja auch zur literarischen
Inspiration.
Das finde ich sehr wichtig, und eigentlich bahnt sich das ja auch schon viel eher an,
als es jetzt im Film ausgesprochen wird, wenn sie sagt "Ich werde Deine Geschichte
aufschreiben. Ich werde sie Deinem Sohn erzählen. Ich werde sie überhaupt allen
erzählen." In diesem Moment entsteht mit der Aufgabe, dem Plan, den sie fasst, ja
auch ganz konkret ihre Zukunft, die Möglichkeit zur Heimkehr.
Es gibt derzeit eine ganze Reihe von Filmen, die das Verhältnis von Realität und
Fiktion, von Inspiration und künstlerischem Werk thematisieren, THE DOOR IN THE
FLOOR beispielsweise, oder der neue Film von Wong Kar We i, 2046.
Es ist großartig, wenn man als Zuschauer, egal, ob es sich dabei um einen Film, ein
Theaterstück, eine Ausstellung oder eben ein reales Erlebnis handelt, solche
Initialerlebnisse hat. Das bringt mich dazu etwas neu zu überdenken oder etwas
Neues anzufangen, und genau das passiert innerhalb dieses Films mit Elisabeth.
Sie wird durch ein eigenes, starkes Erlebnis an diesen Ort gespült und dort von sich
selbst und ihrem Schicksal abgelenkt. Sie sieht etwas anderes, dass sie verändert.
Es ist fast so, als würde die tote Frau im Schnee darauf warten, von ihr begraben zu
werden, als würden diese Bücher darauf warten, von ihr gelesen zu werden. Indem
sie Inas Geschichte aufschreibt und weitergibt, führt sie sie auch in etwas anderes
über, so entsteht aus dem Leid der beiden eine neue positive Kraft.
Was hat Sie an der Rolle besonders interessiert?
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Reizvoll fand ich das, wovor ich auch am meisten Angst hatte: Die Trauer, die
Einsamkeit, zehn Tage alleine spielen, und im Grunde nur die Landschaft als Partner
haben und eine imaginäre Person. Ich habe noch nie einen Film gemacht, in dem die
Landschaft eine so wichtige Rolle spielt, dieses Verlorensein in der Weite, dieses
sich Verirren, den Naturgewalten und der Kälte so ausgesetzt zu sein, was ja auch
etwas sehr Tröstendes hat. Das habe ich beim Drehen noch nie empfunden, bisher
hatte ich es ja immer mit diesen stadtneurotischen Geschichten zu tun. Ich habe die
Landschaft wirklich wie einen Partner empfunden und das sehr genossen.
Inwiefern haben Sie dieses harsche, eisige Land als tröstend wahrgenommen?
Es gibt diesen Moment, in dem Elisabeth allein in der Schneegrube sitzt und es nicht
schafft, sich einfach nur ruhig hinzulegen, um zu sterben. Sie stapft durch den
Schnee, und irgendwann sinkt sie in die Knie und nimmt plötzlich wahr, wie schön die
Welt ist. Das war tatsächlich ein Moment, in dem auf der einen Seite die Sonne
unterging, und auf der anderen der Mond auf. Da entstand aus der bedrohlichen
Weite eine unglaubliche Schönheit, und plötzlich hatte die Weite auch etwas sehr
Beruhigendes. Man konnte sie so und so betrachten, schrecklich und schön zugleich.
Bisweilen erinnerten diese Szenen mit der Leiche auch an Tom Hanks, der in
CASTAWAY auf der einsamen Insel einen Ball zum Gefährten macht. Hanks hat
damals erzählt, dass er es für ihn sehr befreiend war, weitgehend ohne Sprache zu
agieren. Können Sie das nachempfinden?
Absolut, obwohl Elisabeth ja immer noch sehr viel spricht, mit sich selbst und
imaginär mit der toten Ina. Normalerweise lassen sich Schauspieler nur ungern ihre
Texte streichen, aber ich habe immer dafür plädiert, noch mehr Text wegzunehmen,
weil die stummen Momente oft viel stärker sind. Das macht mir keine Angst, ich habe
immer schon davon geträumt, mal einen Stummfilm zu machen. Im Gegenteil, es
ging mir eher so, dass ich es schwieriger fand, alleine zu sein und trotzdem zu reden,
weil ich normalerweise nicht mit mir selbst spreche.
Sie haben kurz hintereinander mit Margarete von Trotta und Hans W. Geißendörfer
gearbeitet, die beide einer anderen Generation deutscher Filmemacher angehören.
Haben Sie Unterschiede zu den Jüngeren wahrgenommen?
Beide Regisseure waren in ihren Geschichten sehr stark auf der Suche nach
Gefühlen, nach einem rückhaltlosen Gefühlskino. In beiden Filmen habe ich mich
manchmal nach ein bisschen Ironie gesehnt, nach einem anderen Ton oder der
Möglichkeit, etwas mehr um die Ecke zu spielen, anstatt so geradeaus mitten rein ins
Gefühl zu gehen. Vielleicht ist das eine Generationenfrage, wie man das Leiden
zeigt, wie viel Unglück man ertragen kann oder zumuten möchte, beide Filme
erzählen ja schwere Geschichten. Als Schauspieler muss man da dem Regisseur
oder der Regisseurin vertrauen und ich habe mit Margarete und Hans recht ähnliche
Erfahrungen gemacht. Beide sind sehr schauspielerfreundliche Regisseure, aber auf
ihrem Weg ganz kompromisslos. Auf jeden Fall sind ihre Arbeitsweisen ähnlich, da
passiert nichts unvorbereitetes, unkontrolliertes, es herrscht große Konzentration am
Set, es wird geprobt und geführt, sehr klassisch eben, ohne Chaos.
Sie haben selbst eine Tochter. Was geht da in Ihnen vor, wenn Sie eine Mutter
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spielen, die ihre drei Kinder verlässt?
Das ist tatsächlich extrem, darüber haben wir sehr viel gesprochen. Ich glaube, dass
Elisabeth keine freie Entscheidung trifft, es ist eher zwanghaft, was sie tut. Sie ist von
ihrem Mann abhängig und hat im Leben und als Mutter kein großes
Selbstbewusstsein. Im Film wird nur angedeutet, dass sie schwierige Zeiten hinter
sich hat und auf die Hilfe von Mann und Schwester angewiesen ist. Sie ist ein
bedürftiges Wesen, das dem Alltag gegenüber eher hilflos ist, eine labile Person, die
sich über den Beruf der Schriftstellerin auch zurückzieht und in eine Parallelwelt
flüchtet. In dem Moment, in dem ihr Mann stirbt, hat sie ihren Anker verloren, er hat
ihr Halt gegeben, sie gefördert und unterstützt und jetzt, da er nicht mehr da ist,
knickt sie um wie eine Blume. Sie verlässt ihre Kinder nicht bewusst, sie glaubt
wirklich, dass es ihnen bei ihrer Schwester besser gehen wird, sie lässt sie zurück,
weil sie es sich selbst gar nicht zutraut. Aus meiner Perspektive ist dieser Schritt sehr
krass, genauso wie die Szene, in der sie am Telefon vom Tod ihres Mannes erfährt
und die Kinder anbrüllt, dass der Vater tot ist. Das ist ganz schrecklich, brutal und
hilflos, und geht nur, weil man ahnt, wie gefangen und ausgeliefert sie ist. Das
Interessante ist ihre Entwicklung, dass sie im Verlauf dieses Films für sich allein die
Kraft findet, weiterzuleben und zu den Kindern zurückzugehen.
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INTERVIEW HANS W.GEISSENDÖRFER
Die Geschichte, auf die Elisabeth in der einsamen Hütte im Schnee stößt, gibt ihr die
Kraft, zu leben und wohl auch zu schreiben. Können Sie das als Filmregisseur und
Geschichtenerzähler nachvollziehen?
Ich wäre sicher nicht so ein leidenschaftlicher Filmregisseur, wenn ich nicht die
Hoffnung hätte, dass Geschichten verführen können, und natürlich freut sich jeder
Autor, egal ob es sich um ein Gedicht, ein Essay, einen Roman oder ein Drehbuch
handelt, wenn dieses Stück eine Wirkung hat. Dass es allerdings soweit geht, dass
eine Geschichte einem Menschen Überlebensmut gibt, kann nicht der gewöhnliche
Anspruch an künstlerisches Schaffen sein und schon gar nicht ans Kino.
Wie sind Sie auf das Buch gekommen?
Durch den Tipp einer Freundin, die Schauspielerin ist und wusste, dass ich nach
einem Stoff suche. Ich habe mich dann ganz schnell verliebt, die Geschichte hat für
mich sofort einen ungeheuren Sog entwickelt. Das hat etwas unheimlich
Archaisches, es geht um Liebe, um Einsamkeit und um den totalen Egoismus, um
das ganze Urgestein des Menschseins und das habe ich schon lange nicht mehr so
intensiv erlebt. Bei der Begegnung mit der Autorin hat sich dann bestätigt, dass das
keine intellektuellen Abhandlungen sind, sondern erlebte Gefühle, das hat mir den
Mut gemacht, das Ganze ins Kino zu übersetzen.
Mit der Rahmenhandlung umfasst der Film einen Zeittraum, der in etwa Ihrem Leben
entspricht. Ist das Zufall?
Eine der Motivationen, diesen Film zu machen, war der Wunsch, von zwei oder sogar
drei Generationen zu erzählen, in einem Zeitraum von sechzig, achtzig Jahren. Es
gibt die Gegenwart und die Vergangenheit und am Ende versuche ich, den
Zuschauer mit dem Gefühl zu entlassen: alles ist eine Zeit. Die Zeitebenen
verschmelzen und in der Verbindung von Gegenwart und Vergangenheit entsteht für
Elisabeth eine Zukunft. Inwieweit das auch mit meinem eigenen Lebensabschnitt zu
tun hat, habe ich mir nicht überlegt.
Nach den Bergen von Davos im ZAUBERBERG kehren Sie nun wieder in so eine
extreme Landschaft zurück.
Landschaften befruchten meine Fantasie. Wenn ich viel denken oder schreiben
muss, aber auch wenn ich Probleme habe oder mich aus einer Aufregung heraus
beruhigen will, ist die Landschaft, genau wie die Musik sehr, sehr wichtig. Dann sitze
ich z.B. stundenlang am Meer und manchmal entstehen dann auch echte
Glücksmomente.
Dabei vertritt SCHNEELAND eine durchaus romantische Vorstellung von Landschaft
als Spiegel der Seele.
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Grundsätzlich prägen Landschaften die Menschen, und ganze Völker. Wenn man im
Norden, in Island oder auch in Lappland aufwächst, ist das etwas ganz anderes, als
wenn man in Bayern aufwächst. Das hat nicht nur mit der Dunkelheit zu tun, sondern
auch mit den Lebensformen, die durch die Landschaft, die Natur, die
Wetterbedingungen bedingt sind.
Gab es bei der Besetzung jemanden, an den sie von Anfang an dachten?
Maria Schrader war für mich von Anfang an „Elisabeth“. Wir wussten beide, dass es
eine riesige Herausforderung sein würde, eine Schriftstellerin ohne Partner zu
spielen. Sie hat ja nur ein paar Minuten lang Familie, dann ist sie allein und hat nur
noch eine Leiche als Gesprächspartner.
Danach ist sie ganz auf sich gestellt, muss ganz alleine vermitteln, was in ihr vorgeht.
Wenn es keinen Partner gibt und keine Ablenkungen fürs Auge, dann wird jedes
Detail wichtig, die Körpersprache, jede Handbewegung, ob sie den Handschuh so
oder anders hält. Elisabeth ist da wirklich die einsamste Frau der Welt, und ich war
sehr glücklich, dass Maria zugesagt hat und bewundere ihren Mut, sich diesen
schweren Bedingungen und der Kälte auszuliefern, und z. B. die „Komik des
Frierens“ zu spielen, und die Hysterie des Sterbenwollens. Aber sie vermittelt auch
die immer leiser werdenden Passagen der Rückkehr ins Leben, wie sie das Leben
der Toten langsam recherchiert, und wie diese Biografie ein immer größer
werdendes bewunderndes Staunen auslöst, dass sie wieder zurück in ihr eigenes
Leben führt.
Sie erfährt, dass ihre Welt in einer riesengroßen, anderen Welt und in anderen
Seelen geborgen ist, und dass der Schmerz zum Leben gehört, ebenso wie der Tod.
Wie können Sie als Regisseur ihrer Schauspielerin dabei helfen?
Natürlich gibt man die üblichen Stützen, stellt mit Licht, Frame, Temperatur,
Ausstattung die Unterstützungen durch das Umfeld her, und man erarbeitet
inhaltliche und psychologische Erklärungen, doch dann ist der Schauspieler allein.
Man kann korrigieren, wenn etwas zu laut oder zu leise, zu langsam oder zu schnell
ist, aber das ist immer nur Oberfläche. Die Seele muss der Schauspieler selbst
finden.
Es gibt in Ihrer Filmografie eine gewisse Affinität zu diesen ein wenig "überspannten"
Frauen, von Marie France Pisier im ZAUBERBERG, Angela Winkler in EDITHS
TAGEBUCH, Maria Schrader hier...
Sagen wir doch ganz einfach, das sind starke Frauen. Es gibt einen Film über meine
Arbeit, der heißt DIE STÄRKE DER FRAUEN LIEGT IN IHRER PHANTASIE, eine
sechzigminütige Dokumentation. Es stimmt, dass all meine Filme Frauen als
Hauptfiguren haben, auch in SCHNEELAND geben die Männer kein überragend
gutes Bild ab und die Frauen sind die stärkeren Figuren. Vielleicht hat das damit zu
tun, dass ich in einer vaterlosen Generation aufgewachsen bin, unsere Väter sind ja
fast alle im Krieg geblieben und wir wurden von Müttern, Omas und älteren
Schwestern erzogen. Wenn Frauen in der entscheidenden Phase des Lebens von 0
bis 20 die prägenden Charaktere sind, hat man sicher eine nie aufhörende
Neugierde daran, was die eigentlich machen, woher sie kommen und wohin sie uns
„führen“ wollen. „Überspannt“ würde ich aber meine „Filmfrauen“ nicht nennen, das
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sind eher alles sehr sensible Frauen, mit einer großen Labilität, nicht im Sinne von
Schwäche, sondern von Veränderung, mit einer großen Beweglichkeit, und sie sind
alle sehr mutig, richtige Kämpfernaturen.
Ist es Zufall, dass Sie so oft mit Theaterschauspielern arbeiten?
Nein, ich liebe Theaterschauspieler, weil ich weiß, dass sie sehr viel Handwerk
mitbringen. Manchmal muss man ein bisschen aufpassen, dass die Theatralik nicht
zu stark wird, aber es ist gar nicht schwer, die Unterschiede in der Spieltechnik
herauszuarbeiten, weil diese Schauspieler ihren Körper beherrschen. Andererseits ist
jemand wie Thomas Kretschman, der nicht vom Theater kommt, auch sehr gut fürs
Kino, weil er z. B. mit viel Instinkt arbeitet. Thomas hat seine amerikanischen
Kollegen sehr genau studiert und gelernt mit ihren Techniken zu spielen. Dazu
kommt seine irre Screenpräsenz und es war ein großes Glück bei dieser Arbeit
seinen stoischen, minimalistischen Stil auf vier Theaterschauspieler stoßen zu
lassen.
Thomas spielt Aaron, einen Fremden, der aus einer anderen Welt kommt, und für
mich war es toll zu sehen wie die beiden Spieltechniken kreativ aufeinander prallen,
und wirken und sich prima ergänzen.
Auf den ersten Blick hat Ulrich Mühe den schwersten Part
Er hat sofort die Kraft in der Figur gesehen, und hat dem Knövel eine Lebendigkeit
und Verzweiflung, Liebessehnsucht und abgrundbösen Egoismus gegeben, der mich
beim Arbeiten selbst überrascht hat. Uli ist sooo klug!
Er hat eine ungeheure Vielfalt der Gesten und Stimmen, und eine Fähigkeit Sprache
zu formulieren, eine Wortkraft, die man so nur haben kann, wenn man ein uriges
Talent hat und vom Theater kommt. Ich habe sehr viel von ihm gelernt.
Waren Sie von Anfang an entschlossen, Sex und Gewalt so drastisch darzustellen?
Wir haben uns von vorn herein ganz klar entschieden, da wo es weh tut,
hinzuschauen und bei der Brutalität nicht abzublenden. Man kann das natürlich auch
anders lösen, die Tür zumachen und die Vorstellung von dem was da passiert der
Fantasie des Zuschauers überlassen.
Doch das Leid dieses Mädchen, das sie ja immerhin auch zur Mörderin macht, ist nur
zu verstehen, wenn man es als Zuschauer mit ertragen muss, wenn man sieht, wie
sie mit dem Vater schlafen muss, wie das physisch aufeinander geht, in ihren Augen,
ihren Händen, seinem Gesicht.... Normalerweise liest man in der Zeitung, da hat mal
wieder ein Vater seine Tochter mehrfach vergewaltigt, und dann denkt man sich
"mein Gott was für ein Arsch", aber es bleibt jedem überlassen ob er es sich
überhaupt vorstellen will. Wenn man in die Tiefe der bösen Möglichkeiten eines
Menschen vordringen will, kann man das nicht verdecken. Für die Schauspieler
bedeutet das natürlich eine wahnsinnige Herausforderung. Alle haben sehr schnell
die Nacktheit akzeptiert, weil sie verstanden haben, dass wir nicht voyeuristisch
arbeiten werden.
19
SCHNEELAND ist ein sehr kunstvoller Film: Wie sehen Sie das Verhältnis von
Wirklichkeit und Fiktion für Ihre Arbeit?
Jede schöpferische Tätigkeit, alles was man schreibt oder erzählt, ist aus den
Erfahrungen des Alltags entwickelt und steht im Zusammenhang mit den Erlebnissen
des Autors, das Eine ist vom Anderen nicht lösbar. In meiner Arbeit ist die
LINDENSTRASSE sehr nah an der Wirklichkeit, in einem Film wie SCHNEELAND
steht dagegen die andere Welt, die Welt des Kinos, die Fantasie im Vordergrund, der
Wille zum präzisen Bild und zu einer ausgefeilten Ästhetik. Da geht es mir darum,
die Wirklichkeit zu verändern, sie eigentlich sogar zu vergessen und stattdessen eine
neue Wirklichkeit zu erschaffen, nämlich die des Films. Die Schauspieler sollen nicht
in der Realität spazieren gehen, sondern in den Bildern, sie sollen in der Fiktion so
aufgehen, dass man die Vorbilder aus der Wirklichkeit völlig vergisst. Ich persönlich
habe bis heute noch keinen einzigen Film gemacht, der versucht hat, Wirklichkeit zu
portraitieren, ich habe immer versucht, durch Stilwillen und Interpretation eine neue
Welt zu erschaffen. Die Bilder müssen der Vorstellung von Hans-Günter Bücking,
dem Kameramann und mir gehorchen, da gibt es keinen einzigen Zufall, bis zum
letzten Staubkorn ist alles so gewollt und inszeniert.
1000 Folgen LINDENSTRASSE im Fernsehen und ein Kinofilm wie SCHNEELAND:
Auf den ersten Blick könnte der Kontrast kaum größer sein.
Das kommt alles aus einem Herzen, auch wenn es verschiedene Formate sind.
LINDENSTRASSE ist absoluter Pop, Populärkunst, wie sie in Deutschland leider
nicht gefeiert wird, die ich aber sehr liebe. Ich würde mir wünschen, dass in
Deutschland die Verachtung der Intellektuellen und Künstler aufs Fernsehen nicht so
groß wäre. Da gehöre ich zu den Wenigen, die keine Berührungsängste haben.
Kino ist dagegen in jeder Hinsicht ein ganz anderes Format, ästhetisch, politisch,
produktionstechnisch und künstlerisch.
20
Kurzbiografien:
Julia Jentsch
FILM und TV
2005
SCHNEELAND, Kino, Regie: Hans W. Geißendörfer
2004
DIE FETTEN JAHRE SIND VORBEI, Kino, Regie: Hans Weingartner
DER UNTERGANG, Kino, Regie: Oliver Hirschbiegel
2003
TATORT - BITTERES BROT; TV-Movie; Regie: Jürgen Bretzinger
JAN JULE PETER, Kino, Regie: Hans Weingartner
2002
BLOCH – TAUSENDSCHÖNCHEN, TV-Movie, Regie: Christoph Stark
UND DIE BRAUT WUSSTE VON NICHTS, TV-Movie, Regie: Rainer Kaufmann
2001
DIE VERBRECHEN DES PROF. CAPELLARI, TV-Movie, Regie: Helmut Metzger
MEIN BRUDER DER VAMPIR, Kino, Regie: Sven Taddicken
DIE ERPRESSUNG - EIN TEUFLISCHER PAKT, TV-Movie, Regie: Stefan Krohmer
JULIETTA, Kino, Regie: Christoph Stark
2000
PRAXIS BÜLOWBOGEN, TV-Serie, Regie: Christine Kabisch
ZORNIGE KÜSSE, Kino, Regie: Judith Kennel
THEATER:
seit 2001 Münchner Kammerspiele:
OTHELLO/Shakespeare; Rolle: Desdemona; Regie: Luk Perceval
ORESTIE/Eurypides; Rolle: Elektra; Regie: Andreas Kriegenburg
BEDBOUND/Enda Walsh; Rolle: Tochter; Regie: Monika Gintersdorfer
DAS GOLDENE KIND/Kerstin Specht; Rolle: Anna; Regie: Monika Gintersdorfer
DANTONS TOD/Büchner; Rolle: Marion; Regie: Lars-Ole Walburg
2000
BLAUBART - HOFFNUNG DER FRAUEN/Loher; Maxim Gorki Theater; Rolle: Julia;
Regie: Aureliusz Smigiel
DIE PERSER/Aischylos; bat Berlin; Rolle: Chor; Regie: Angelika Waller
IN THE MIRROR; bat Berlin; Tanztheater; Regie: Anja Pocher
1996/97
URFAUST/Goethe; Freie Bühne Witzleben; Rolle: Gretchen; Regie: Heiner Neumann
1995
DIE LÄSTIGEN/Hugo von Hofmannsthal; Rolle: Orphise; Regie: Heiner Neumann
21
Auszeichnungen:
2002 THEATER HEUTE beste Nachwuchsschauspielerin 2002
2000 Max-Rheinhardt-Preis für DIE PERSER
22
Maria Schrader
FILM und TV (Auswahl)
2005
SCHNEELAND, Kino, Regie: Hans W. Geißendörfer
2003
THE TULSE LUPER SUITCASE, Kino, Regie: Peter Greenaway
2002
ROSENSTRASSE, Kino, Regie: Margarethe von Trotta
2001
RUBIKON, TV-Movie, Regie: Thomas Berger
VÄTER, Kino, Regie: Dani Levy
2000
JOSEPHINE, Kino, Regie: Raijko Grilic
EMIL UND DIE DETEKTIVE, Kino, Regie: Franziska Buch
COMMERCIAL MEN, Kino, Regie: Lars Kraume
„Jupiter“ der Zeitschrift „Cinema“ als beste Schauspielerin des Jahres
1999
THE ROAD TO SANTIAGO, TV-Movie, Regie: Robert Young
1997
AIMÉE UND JAGUAR (Silberner Bär „Berlinale“ 1999, Deutscher Filmpreis,
Bayerischer Filmpreis), Kino, Regie: Max Färberböck
MESCHUGGE, Kino, Regie: Dani Levy
BIN ICH SCHÖN?, Kino, Regie: Doris Dörrie
1996
KINDERMORD, TV-Movie, Regie: Bernd Böhlich
DER UNFISCH, Kino, Regie: Robert Dornhelm
1995
STILLE NACHT, Kino, Regie: Dani Levy
RISIKO NULL, TV-Movie, Regie: Roland Suso Richter
UNMÖGLICHE HOCHZEIT, TV-Movie, Regie: Horst Sczerba
1994
KEINER LIEBT MICH (Bayerischer Filmpreis, Bundesfilmpreis), Kino, Regie: Doris
Dörrie
FLIRT, Kino, Regie: Hal Hartley
1993
MAGIC MÜLLER, TV-Movie, Regie: Thomas Bohn
OHNE MICH, TV-Movie, Regie: Dani Levy
EINER MEINER ÄLTESTEN FREUNDE, TV-Movie, Regie: Rainer Kaufmann
23
BURNING LIFE (Hessischer Filmpreis, Bayerischer Filmpreis, Bundesfilmpreis),
Kino, Regie: Peter Welz
1992
JE M`APELLE VICTOR, Kino, F/B/GER, Regie: Guy Jaques
1991
I WAS ON MARS (Max Ophüls Preis), Kino, Regie: Dani Levy
1988
ROBBYKALLEPAUL, Kino, Regie: Dani Levy
THEATER:
DIE NIBELUNGEN, Nibelungenfestspiele Worms, Regie: Dieter Wedel
DER GLÄSERNE SCHUH, Stadttheater Basel, Regie: Stefan Bachmann
24
Thomas Kretschmann
FILM und TV
2005
SCHNEELAND, Kino, Regie: Hans W. Geißendörfer
2004
DER UNTERGANG, Kino, Regie: Oliver Hirschbiegel
2002
THE PIANIST, Kino, Regie: Roman Polanski
RUA ALGUEM 5555, Kino, Regie: Egidio Eronico
IMMORTAL, Kino, Regie: Enki Bilal
DER SOLIST – IN EIGENER SACHE, TV-Movie, Regie: Stephan Wagner
2001
BLADE II, Kino, Regie: Guilliermo del Torro
DER SOLIST – KURIERTAG, TV-Movie, Regie: Stephan Wagner
2000
FEINDLICHE ÜBERNAHME – ALTHAN.COM, Kino, Regie: Carl Schenkel
THE KNIGHTS OF THE QUEST, Kino, Regie: Pupi Avati
DER SOLIST – NIEMANDSLAND, TV-Movie, Regie: Thomas Freundner
1999
U 571, Kino, Regie: Jonathan Mostow
DER SOLIST – KEIN WEG ZURÜCK, TV-Movie, Regie: Carlo Rola
1998
EIN TÖDLICHES WOCHENENDE, TV-Movie, Regie: Torsten C. Fischer
SILENCED, TV-Movie, Regie: Michael Rowitz
1997
UNA BELLA COPIA (LOVE AND KILL), Kino, Regie: Claudio Fragasso
TOTAL REALITY, Kino, Regie: Phillip Roth
DIE DIEBIN, TV-Movie, Regie: Michael Karen
DIE MÄDCHENFALLE, TV-Movie, Regie: Peter Ily Huemer
LA PRINCIPESSA E IL POVERO / DIE FALSCHE PRINZESSIN, TV-Movie, Regie:
Lamberto Bava
1996
THE TOUCH, Kino, Regie: Enrico Coletti
PRINCE VALIANT, Kino, Regie: Anthony Hickox
UNTER DIE HAUT, TV-Movie, Regie: Christoph Schrewe
25
1995
MARCIANDO NEL BUIO, Kino, Regie: Massimo Spano
THE STENDAHL SYNDROME, Kino, Regie: Dario Argento
LA DERNIÈRE FÈTE (GESCHICHTE EINES UNTERGANGS), TV-Movie, Regie:
Pierre Garniere-Deferre
EINE UNMÖGLICHE LIEBE, TV-Movie, Regie: Vivian Naefe
1994
BRENNENDES HERZ, Kino, Regie: Peter Patzak
1993
DIE BARTHOLOMÄUSNACHT, Kino, Regie: Patrice Chereau
FEMMES, Kino, Regie: Patrick Allessandrin
1992
STALINGRAD, Kino, Regie: Joseph Vilsmaier
ENGEL OHNE FLÜGEL, Kino, Regie: Maria Theresa Wagner
DIE RATTE, Kino, Regie: Klaus Lemke
1991
KRIGERJENS HJERTE (WARRIOR’S HEART), Kino, Regie: Leidulf Risan
1990
DER MITWISSER, Kino, Regie: Ulrike Neulinger
AUSZEICHNUNGEN
Max-Ophüls-Preis 1991 für "Der Mitwisser"
26
Ulrich Mühe
FILM und TV (Auswahl)
2005
SCHNEELAND, Kino, Regie: Hans W. Geißendörfer
2003
IM SCHATTEN DER MACHT, TV-Movie, Regie: Oliver Storz
2002
DER STELLVERTRETER (AMEN), Kino, Regie: Costa Gavras
2001
GOEBBELS UND GEDULDIG, TV-Movie, Regie: Kai Wessel
1998
DER LETZTE ZEUGE, TV-Serie, Regie: Bernhard Stephan
1997
FUNNY GAMES, Kino, Regie: Michael Haneke
1996
DAS TÖDLICHE AUGE, TV-Serie, Regie: D. Röhnfeld
1995
NIKOLAIKIRCHE, TV-Movie, Regie: Frank Beyer
1992
SCHTONK, Kino, Regie: Helmut Dietl
BENNY’S VIDEO, Kino, Regie: Michael Haneke
1990
DER KLEINE HERR FRIEDEMANN, TV-Movie, Regie: Peter Vogel
1989
DAS SPINNENNETZ, Kino, Regie: Bernhard Wicki
THEATER
Städtisches Theater Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz)
Berliner Volksbühne
Deutsches Theater Berlin
Salzburger Festspiele
Burgtheater Wien
THEATERSTÜCKE (Auswahl)
GESPENSTER (Rolle: Osvald Alving)
DAS LEBEN EIN TRAUM (Sigismundis)
EGOMT (Titelrolle)
PHILOTAS (Titelrolle)
27
JÜDIN VON TOLEDO (König Alphons)
HAMLET (Titelrolle)
PEER GYNT (Titelrolle)
CLAVIGO (Titelrolle)
AUSZEICHNUNGEN
„Die große Klappe“ (Kritikerpreis)
Kritikerpreis der Berliner Zeitung
Helene-Weigel-Medaille
Bayerischer Filmpreis
Deutsche Darstellerpreis der Film- und Fernsehregisseure
Gertrud-Eysold-Ring
Bambi
Kainz-Medaille
„Telestar“ für „Der letzte Zeuge“
„BZ“ Kulturpreis
28
Oliver Stokowski
FILM und TV
2005
SCHNEELAND, Kino: Regie: Hans W. Geißendörfer
2004
TATORT – INSIDE OUT, TV-Movie, Regie: Christoph Stark
2003
HILDES REISE, Kino, Regie: Christof Vorster
2002
MANN OH MANN, TV-Movie, Regie: Peter Weck
FAMILIE À LA CARTE, TV-Movie, Regie: Peter Timm
DIE GEISEL, TV-Movie, Regie: Christian Görlitz
DER ERMITTLER, TV-Movie, Regie: Dirk Regel, Peter Fratzscher
2001
EIN YETI ZUM VERLIEBEN, TV-Movie, Regie: Thorsten Schmidt
2000
DAS EXPERIMENT, Kino, Regie: Oliver Hirschbiegel
TATORT – DIE KLEINE ZEUGIN, TV-Movie, Regie: Miguel Alexandre
1999
LIEB MICH, TV-Movie, Regie: Maris Pfeiffer
U-571, Kino, Regie: Jonathan Mostow
1998
DOPPELPACK – DAS DUELL, TV-Movie, Regie: Rolf Silber TV-Film
ST. PAULI NACHT, Kino, Regie: Sönke Wortmann
1997 - 2000
POLIZEIRUF 110, TV-Movie, Regie: Marc Hertel, Michael Knof
1996
LANDGANG FÜR RINGO , TV-Movie, Regie: Lars Becker
1995
DIE REISE NACH WEIMAR, TV-Movie, Regie: Dominik Graf
1995
ECHTE KERLE, Kino, Regie: Rolf Silber
1994
WILLKOMMEN IN BABYLON, TV-Movie, Regie: Rolf Silber
29
1988
TIGER, LÖWE, PANTHER, Kino, Regie: Dominik Graf
THEATER:
Residenztheater München
1998 - 2001 HAMLET/ Matthias Hartmann
ENDSTATION SEHNSUCHT / Klaus Emmerich
1993 - 1998 DIE WILDENTE / Thomas Reichert
IN DEN AUGEN EINES FREMDEN / Leander Haußmann
BUNBURRY / Leander Haußmann
DIE EINGESCHLOSSENEN / Matthias Hartmann
DON CARLOS / Matthias Hartmann
FRÄULEIN JULIE / Matthias Hartmann
DER CLARISSE KOMPLEX / Hans Neuenfels
GESCHICHTEN AUS DEM WIENERWALD / Hans Neuenfels
SHAKESPEARES SÄMTLICHE WERKE, LEICHT GEKÜRZT / Daniel
Karasek
Staatstheater Hannover
1989 – 1993 LULU / Matthias Hartmann
DIE DREIGROSCHENOPER / Matthias Fontheim
AUSBILDUNG:
1985 – 1989: Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, Graz-Schauspiel,
Magister of Arts
1982 – 1985: Musikstudium: Kontrabass, E-Bass, Klavier
AUSZEICHNUNGEN:
2001: Nominierung für den deutschen Fernsehpreis für "Der Ermittler", Kategorie
"Beste Serie" verbunden mit "Bester Schauspieler Serie"
1999: Kurt Meisel-Preis der Freunde des Bayerischen Staatsschauspiels
ab 1996 Gast am Burgtheater Wien und bei den Salzburger Festspielen
30
Ina Weisse
FILM und TV (Auswahl)
2005
SCHNEELAND, Kino, Regie: Hans W. Geißendörfer
2003
SAMS IN GEFAHR, Kino, Regie: Ben Verbong
2002
DIE ZWEITE CHANCE, TV-Movie, Regie: Michael Keusch
DER ELEFANT, TV-Movie, Regie: Lutz Konermann
AUSGELIEFERT, TV-Movie, Regie: Andreas Prochaska
KATZENZUNGEN, TV-Movie, Regie: Thorsten C. Fischer
2000
LIEBESTOD, TV-Movie, Regie: Stephan Wagner
1999
ZIELFAHNDER, TV-Serie, Regie: Werner Masten, Michael Werlin u.a.
1997
DIE SEXFALLE, TV-Movie, Regie: Michael Keusch
DAS BABYJAHR, TV-Movie, Regie: Markus Bräutigam
SINGLE SUCHT NACHWUCHS, TV-Movie, Regie: Uwe Janson
DER DRECKIGE TOD, TV-Movie, Regie: Michael Mackenroth
1996
VATER UNTER VERDACHT, TV-Movie, Regie: Markus Bräutigam
TRÜGERISCHE NÄHE, TV-Movie, Regie: Udo Witte
1995
ECHTE KERLE, Kino, Regie: Rolf Silber
BRÜDER AUF LEBEN UND TOD, TV-Movie, Regie: Friedemann Fromm
TATORT - HEILIG BLUT, TV-Movie, Regie: Hartmut Griesmayr
THEATER:
FAUST Münchner Kammerspiele
HELD DER WESTLICHEN WELT Kammerspiele München
VICTOR ODER DIE KINDER AN DIE MACHT Kammerspiele München
KOMÖDIE DER IRRUNGEN Nationaltheater Mannheim
SCHILLERPROJEKT Nationaltheater Mannheim
SLOANE SQUARE Nationaltheater Mannheim
ILLUSIONEN Nationaltheater Mannheim
31
Joachim KróI
FILM und TV (Auswahl)
2005
SCHNEELAND, Kino, Regie: Hans W. Geißendörfer
2004
SILENTIUM, Kino, Regie: Wolfgang Murnberger
DRECHSLERS ZWEITE CHANCE, TV-Movie, Regie: Jobst Oetzmann
2003
LAUTLOS, Kino, Regie: Mennan Yapo
WENN WEIHNACHTEN WAHR WIRD, TV-Movie, Regie: Sherry Hormann
2002
BEAR’S KISS, Kino, Regie: Sergei Bodrov
DONNA LEON – NOBILITÀ und IN SACHEN SIGNORA BRUNETTI, TV-Movie,
Regie: Sigi Rothemund
2001
VIEL PASSIERT – DER FILM, Kino, Regie: Wim Wenders
ANNE FRANK – THE WHOLE STORY, TV-Movie, Regie: Robert Dornhelm
2000
DER KRIEGER UND DIE KAISERIN, Kino, Regie: Tom Tykwer
DONNA LEON – VENEZIANISCHE SCHARADE und VENDETTA, TV-Movie, Regie:
Christian von Castelberg
1999
GLOOMY SUNDAY – EIN LIED VON LIEBE UND TOD, Kino, Regie: Rolf Schübel
1998
BIN ICH SCHÖN?, Kino, Regie: Doris Dörrie
LOLA RENNT, Kino, Regie: Tom Tykwer
ZUGVÖGEL - EINMAL NACH INARI, Kino, Regie: Peter Lichtefeld
DIE UNSCHULD DER KRÄHEN, TV-Movie, Regie: Horst Sczerba
1997
DIE STUNDE DES LICHTS, Kino, Regie: Stijn Coninx
1996
ROSSINI – ODER DIE MÖRDERISCHE FRAGE, WER MIT WEM SCHLIEF, Kino,
Regie: Helmut Dietl
DAS SUPERWEIB, Kino, Regie: Sönke Wortmann
ES GESCHAH AM HELLICHTEN TAG, TV-Movie, Regie: Nico Hofmann
EINE UNMÖGLICHE HOCHZEIT, TV-Movie, Regie: Horst Sczerba
1995
SCHRÄGE VÖGEL, TV-Movie, Regie: Thomas Wegman
32
UND DIE TOTEN LÄSST MAN RUHEN, TV-Movie, Regie: Dorothea Neukirchen
1994
KEINER LIEBT MICH, Kino, Regie: Doris Dörrie
DER BEWEGTE MANN, Kino, Regie: Sönke Wortmann
EINMAL MACHT UND ZURÜCK – ENGHOLMS FALL, TV-Movie, Regie: Heinrich
Breloer
POLIZEIRUF 110 – TOTES GLEIS, TV-Movie, Regie: Bernd Böhlich
1993
DIE TÖDLICHE MARIA, Kino, Regie: Tom Tykwer
EUROCOPS – LETZTE FAHRT, TV-Movie, Regie: Michael Mackenroth
1992
WIR KÖNNEN AUCH ANDERS, Kino, Regie: Detlev Buch
DAS NEST – WANDLUNGEN, TV-Movie, Regie: Kaspar Heidelbach
1991
HAPPY BIRTHDAY, TÜRKE!, Kino, Regie: Doris Dörrie
LEBEN FÜR LEBEN – MAXIMILIAN KOLBE, Kino, Regie: Krystof Zanussi
1988
WO IMMER DU BIST, Kino, Regie: Kryzstof Zanussi
1986
TIECKT NACH ROM, TV-Movie, Regie: Vivian Naefe
1984
KALTES FIEBER, Kino, Regie: Josef Rusnak
THEATER:
DIE RÄUBER Schauspielhaus Bochum
AMPHITRYON Schauspielhaus Bochum
DER KIRSCHGARTEN Schauspielhaus Köln
HAUS UND GARTEN Schauspielhaus Bochum
PREISE UND AUSZEICHNUNGEN (Auswahl):
DEUTSCHER FILMPREIS 1993 als bester Darsteller für „Wir können auch anders“
BAYERISCHER FILMPREIS 1994 als bester Darsteller für „Der bewegte Mann“ und
„Die tödliche Maria“
DEUTSCHER FILMPREIS 1995 als bester Darsteller für „Der bewegte Mann“
FILMPREIS DER STADT HOF 2000
33
Hans Werner Geißendörfer
Geboren April 1941 in Augsburg.
Von 1962 bis 1967 Studium der Germanistik, Theaterwissenschaften, Psychologie
und afrikanischen Sprachen an den Universitäten Marburg, Erlangen, Wien und
Zürich.
Aktives Engagement beim Studententheater. Erste 16-mm-Dokumentar- und
Underground-Filme.
Nach dem Studium Reisen in Europa, Asien und Afrika. 1968 erste Regieassistenz
bei George Moorse.
1969 erste Regie: „DER FALL LENA CHRIST“ (TV s/w, 90 Min.)
VIER DEUTSCHE FILMPREISE:
1970: Filmband in Gold für JONATHAN
1976: Filmband in Silber STERNSTEINHOF
1978: Filmband in Gold für DIE GLÄSERNE ZELLE
1982: Filmband in Silber für DER ZAUBERBERG
1979
„OSCAR“-NOMINIERUNG für DIE GLÄSERNE ZELLE
1993
„GOLDEN GLOBE“-NOMINIERUNG für JUSTIZ
FERNSEH- UND MEDIENPREISE:
„Bambi“ (1988) und „Goldene Kamera“ (1998) für LINDENSTRASSE
„Adolf-Grimme-Preis“ mit Gold als Erfinder und Produzent LINDENSTRASSE (2001)
„Bobby“ – Medienpreis der Bundesvereinigung Lebenshilfe für die besonderen
Verdienste um die Anerkennung behinderter Menschen in der Gesellschaft (2001)
34
Filmographie/ Kino:
1969
JONATHAN
Buch und Regie
1975
STERNSTEINHOF
Buch (mit Hermann Weigel nach einem Roman von
Ludwig Anzengruber) und Regie
1976
DIE WILDENTE
Buch (nach einem Theaterstück von Henrik Ibsen) und Regie
1977
DIE GLÄSERNE ZELLE
Buch (mit Klaus Bädekerl nach Motiven des Romans von
Patricia Highsmith) und Regie
1980/81
DER ZAUBERBERG
Buch (nach einem Roman von Thomas Mann) und Regie
1982/83
EDITHS TAGEBUCH
Buch (nach dem Roman von Patricia Highsmith) und Regie
1989
BUMERANG BUMERANG
Regie
1991
GUDRUN
Regie
1993
JUSTIZ
Buch (nach dem Roman von Friedrich Dürrenmatt) und Regie
35
Hans-Günther Bücking
FILM und TV (jeweils Kamera; Regiearbeiten extra erwähnt)
2005
SCHNEELAND, Kino, Regie: Hans W. Geißendörfer
2002
JENNERWEIN, Kino, Regie und Kamera: Hans-Günther Bücking
17. JUNI - DER GROSSE AUFSTAND, TV-Movie, Regie: Peter Keglevic
TAUERNGOLD, TV-Movie, Regie: Rüdiger Nüchtern
2001
BETTY, TV-Movie, Regie: Peter Keglevic
DER TANZ MIT DEM TEUFEL, TV-Movie, Regie: Peter Keglevic
666 - TRAU KEINEM MIT DEM DU SCHLÄFST, Kino, Regie: Rainer Matsutani
2000
POLIZEIRUF 110 – FLUCH DER GUTEN TAT, TV-Movie, Regie: Hans-Günther
Bücking
FALLING ROCKS, TV-Movie, Regie: Peter Keglevic
1999
DIE HÄUPTER MEINER LIEBEN, Kino, Regie und Kamera: Hans-Günther Bücking
1998
SOLO FÜR KLARINETTE, Kino, Regie: Nico Hofmann
WIDOWS, Kino, Regie: Sherry Hormann
DAS MERKWÜRDIGE VERHALTEN GESCHLECHTSREIFER GROSSSTÄDTER...,
Kino, Regie: Marc Rothemund
VICKYS NIGHTMARE, TV-Movie, Regie: Peter Keglevic
1997
TODESSPIEL, TV-Movie, Regie: Heinrich Breloer
DIE CELLISTIN, TV-Movie, Regie: Sherry Hormann
1993
JUSTIZ, Kino, Regie: Hans W. Geißendörfer
WIR ENKELKINDER, TV-Movie, Regie: Bruno Jonas
GUDRUN, Kino, Regie: Hans W. Geißendörfer
1991
LEBEWOHL, FREMDE, Regie: Tevfik Baser
EINMAL ARIZONA, Regie, Kamera und Buch: Hans-Günther Bücking
NIE IM LEBEN, Regie: Helmut Berger
1987
DER GLÄSERNE HIMMEL, Regie: Nina Grosse
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AUSZEICHNUNGEN
2004
JENNERWEIN: Kamerapreis "Romy", Filmpreis Österreich, Nominierung Deutscher
Kamerapreis, Nominierung für den VFF TV Movie Award
2002
DER TANZ MIT DEM TEUFEL: Deutscher Kamerapreis
1991
NIE IM LEBEN: International de Cinèma, beste Photographie
1988
DER GLÄSERNE HIMMEL: Deutscher Kamerapreis Spielfilm
diverse andere Preise
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Geißendörfer Film und Fernsehproduktion
Die Geißendörfer Film- und Fernsehproduktion GmbH (GFF) wurde 1985 von dem
Autor, Regisseur und Produzenten Hans W. Geißendörfer gegründet.
Neben zahlreichen Filmproduktionen ist die ARD- Fernsehserie "Lindenstraße" mit
fast 1000 Folgen
Ihr bekanntestes Produkt.
In den nächsten Jahren werden neben der ARD-Serie "Lindenstraße" auch wieder
verstärkt Fernseh- und Kinofilme produziert.
GFF-Geschäftsführer Hans W. Geißendörfer: "Wir waren zwar in den vergangenen
zehn Jahren im Filmgeschäft nicht untätig, haben aber mehr in England produziert
als in Deutschland.
Während der Arbeit an meinem Film ,Schneeland' ist die Lust, deutsche Stoffe zu
entwickeln und zu produzieren, wieder größer geworden."
Ziel ist es , in den nächsten Jahren zwei Filme pro Jahr zu stemmen.
Die GFF beschäftigt zu Zeit ca. 80 Mitarbeiter, der Firmensitz ist Köln.
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Elisabeth Rynell
Elisabeth Rynell, geboren 1954, lebt in Umeå. 1975 publizierte sie ihren ersten
Gedichtband, der großes Echo bei Kritik und Publikum fand. Danach erschienen
mehrere Gedichtsammlungen, ein Roman und Essays. Ihren großen Durchbruch
hatte Elisabeth Rynell in Schweden mit dem Roman Schneeland, der
autobiografische Elemente enthält. Für Schneeland erhielt sie zahlreiche
Auszeichnungen, der Roman stand monatelang auf den schwedischen
Bestsellerlisten und wurde von der Presse hymnisch gefeiert.
Die Romanvorlage zu "Schneeland" ist unter gleichem Titel im btb Verlag erschienen.
Im Februar 2005 erscheint Rynells zweiter Roman "Die Silberspange" auf Deutsch.
Für Rezensionsexemplare und Presseanfragen zum Buch
wenden Sie sich bitte an:
Britta Puce, btb Verlag, Presseabteilung,
Verlagsgruppe Random House, Neumarkter Str. 28, 81673 München,
Tel.: 089-4136-3564, Fax: 089-4136-3474,
E-Mail: [email protected]
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