Verein Sicherung des Friedens e.V. Festveranstaltung zum 30-jährigen Bestehen in der Hanns-Seidel-Stiftung München, 28. Februar 2011 Festvortrag: Dr. Günther Beckstein, MdL Bayerischer Ministerpräsident a.D. Festvortrag Ministerpräsident a.D. Dr. Günther Beckstein, MdL, dankt zunächst seinem Vorredner, Präsidenten a.D. Jörg-D. Haslinger dafür, dass er für den erkrankten Prof. Dr. Günter Brakelmann dessen Rückblick auf 30 Jahre Vereinsgeschichte vorgetragen hat. Dr. Beckstein bezeichnet den Theologen Prof. Brakelmann als einen „langjährigen Weggefährten“, mit dem er zwar nicht immer einer Meinung gewesen sei, der sich aber der Aufgabe „stets mit großer Spannweite“ gestellt habe. Dr. Beckstein erinnert zu Beginn seines Vortrages an das Gründungsjahr des Vereins, 1981, als mehr als 100.000 Menschen im Bonner Hofgarten gegen den NATO-Doppelbeschluss und damit zugleich gegen die Politik von Bundeskanzler Helmut Schmidt - und später von Bundeskanzler Helmut Kohl - demonstrierten. Diese in der Geschichte der Bundesrepublik so bedeutsame Phase des gesellschaftlichen Diskurses bewirkte zugleich tiefgreifende Verwerfungen innerhalb der Kirche. Bereits die Tatsache, dass die eigenen Kinder ihren Grundwehrdienst ableisteten, erregte sogar im eigenen persönlichen Umfeld seinerzeit ein „gewisses Aufsehen“, so Dr. Beckstein. Der Festredner fährt nach namentlicher Begrüßung mit der Bemerkung fort, dass man heute leider nicht das Wiegenfest eines überflüssig Gewordenen feiern könne. Leider müsse man über das Geburtstagskind, den Verein "Sicherung des Friedens", sagen: "Gut, dass es ihn gibt." Bedauerlicherweise müsse man auch die Feier in einer Zeit begehen, in der es an vielen Orten auf der Welt brennt: In der sich ganze Völker gegen ihre Diktatoren erheben und Blutzoll zahlen. In der immer dieselben Staaten das Säbelrasseln nicht sein lassen wollen, in der deutsche Soldaten aus Afghanistan im Sarg nach Hause zurückkommen. Dr. Beckstein nennt in diesem Zusammenhang auch die aktuelle Lage in Nordafrika und im arabischen Raum. Aus enger Verbundenheit mit dem Verein "Sicherung des Friedens" freue er sich aber dennoch sehr über das Bestehen während dreier langer Jahrzehnte und darüber, dass die heutige Feier in den Räumen der Hanns-Seidel-Stiftung stattfinde. Er gibt seiner Freude auch über die Anwesenheit vieler ihm persönlich Bekannter Ausdruck, die zwar mit den Jahren 1 etwas faltiger im Gesicht geworden seien, denen aber die dabei gewonnene Weisheit in selbiges geschrieben stehe. Dr. Beckstein spricht dem Vorsitzenden der Hanns-Seidel-Stiftung, Staatsminister a.D. Dr. h.c. mult. Hans Zehetmair, seinen Dank für die langjährige Unterstützung des Vereins aus. Die Zusammenarbeit mit der „ethisch tief verwurzelten“ Hanns-Seidel-Stiftung war und sei nach wie vor „Voraussetzung für die neue Blüte des Vereins“ und dessen „großartige Arbeit“. Die konkrete Gründungssituation des Vereins "Sicherung des Friedens" gebe es so, Gott sei Dank, nicht mehr. Der Ost-West-Konflikt des vergangenen Jahrhunderts sei Geschichte, und an den NATO-Doppelbeschluss werde man sich vor allem dann erinnern, wenn Helmut Schmidt in einer Talkshow wieder einmal als einziger rauchen dürfe. Doch sei an die Stelle dieser Gründungssituation eine neue Krisenlage getreten. Nach dem NATO-Experten KarlHeinz Kamp werde sie sogar eine Renaissance des alten Konzeptes der gegenseitigen atomaren Abschreckung zur Folge haben: Man haben die Konstellation, dass Nordkorea seinen Status als Atommacht faktisch bereits unter Beweis gestellt habe - und zwar mit dem Kernwaffentest im Jahre 2006. Auch der Iran arbeite an der Atombombe, allen Sanktionen und Drohungen der Staatengemeinschaft zum Trotz. Für beide Staaten und die jeweiligen Regionen gelte folgendes: Nachbarländer könnten irgendwann nachziehen. So seien zum Beispiel Japan und Südkorea heute bereits sogenannte "virtuelle Atommächte". Das heißt, sie könnten produzieren und würden das wahrscheinlich auch tun, wenn die Bedrohung durch unberechenbare Regimes zu groß würde. Zu all dem komme, dass auch die Weltmächte absehbar auf diese Situation reagieren: Sobald der Iran seine Bombe hat, würden die USA ihren "nuklearen Schutzschild" auf einige Staaten der Region ausbreiten. Zum "Gleichgewicht des Schreckens" der Achtziger sei da kein großer Unterschied mehr, im Gegenteil: Das Gleichgewicht sei multipler, unüberschaubarer und damit auch störungsanfälliger geworden. In einer solchermaßen schwierigen Situation gelte das, was bereits vor dreißig Jahren gegolten habe, als engagierte Protestanten um den Akademiedirektor Eberhard Müller zusammengefunden und den Verein "Sicherung des Friedens" gegründet haben. Dr. Beckstein dankt Pfarrer Joachim Zuber (evangelischer Hochschulpfarrer der Hochschulgemeinde München), dafür, dass man im Verein stets, und so auch am heutigen Tag, zur gemeinsamen Besinnung inne halte. Die Heranziehung der Herrnhuter 2 Tageslosungen, so Dr. Beckstein, ermögliche es, diese den Vorträgen traditionell vorangestellte Besinnung den „Zufälligkeiten der Tagespolitik zu entziehen“. Ziel des Vereins sei es immer gewesen, das rechte Maß in einer Debatte zu finden, die scheinbar - nur zwei Extreme zugelassen habe: Radikalen, verantwortungslosen Unterwerfungspazifismus auf der einen Seite. Und auf der anderen Seite die kaltschnäuzige, nicht minder verantwortungslose Definition des Krieges als völlig normale Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln. Viele Protestanten wären damals dem Radikalpazifismus zugeneigt gewesen. Dies, so Dr. Beckstein, sei ein typisch protestantischer Reflex: Positionen einzunehmen, die zwar ein hehres Ziel verfolgen, die die politischen Realitäten aber ebenso komplett wie vornehm ausblenden - und mit ihnen die faktischen Zwänge, denen der politisch Handelnde unterliege. Der ehemalige Bundestagspräsident und Protestant Hermann Ehlers habe dieses protestantische Phänomen einmal sehr treffend auf den Punkt gebracht: "Wir haben im deutschen Protestantismus viel zu lange die Vorstellung gehabt, dass man zwar sehr leicht Bürgermeister und Oberbürgermeister, Ratsherren und Landtagsabgeordnete, Staatssekretäre, Minister, Bundesminister und Bundestagsabgeordnete kritisieren könne, dass man aber das Vorrecht habe, sich von der Mitarbeit und dem Hineingehen in die gleiche Verantwortung peinlich fern zu halten, um in Neutralität und Objektivität um so gründlicher darüber urteilen zu können." Dieses Diktum spreche ihm, Dr. Beckstein, aus dem Herzen. Es bringe die Spannung auf den Punkt zwischen Weltbetrachtung und Weltgestaltung, zwischen der Gesinnungsethik und der Verantwortungsethik, um Kategorien von Max Weber zu benennen. Genau darin liege auch der Grund dafür, dass der Verein "Sicherung des Friedens" für ihn zu einer Seelen- und Geistesheimat geworden sei. Von Anfang sei es das Credo des Vereins gewesen, dass Krieg ultima ratio ist, man habe aber auch nicht einfach so tun können, als gäbe es ihn nicht und als gäbe es auch keine Situation, in der er nicht die verantwortungsvollere Entscheidung sei. Dr. Beckstein formuliert es zugespitzt so, dass wir Deutsche froh sein könnten, dass Radikalpazifisten in den USA im Jahre 1941 nicht in der Mehrheit waren. Deutschland zu bekämpfen und zu besiegen, sei das Verantwortungsvollste gewesen, was damals aus alliierter Sicht getan werden konnte. Dr. Beckstein erinnert an die berühmte Vier-Freiheiten-Rede, die der amerikanische Präsident Franklin D. Roosevelt kurz vor dem amerikanischen Kriegseintritt gehalten hatte: Völlig unmissverständlich bekräftigte Roosevelt darin die Notwendigkeit, Freiheit und Demokratie zur Not auch mit Waffengewalt gegen die 3 Aggression der Achsenmächte zu verteidigen. Diese Rede, so der Vortragende, sei durchaus ein Plädoyer für eine pazifistische Gesinnung - aber eben für eine Gesinnung in realpolitischer Verantwortung. Dr. Beckstein, so wörtlich, ist die „Kombination aus Gesinnung und Verantwortung, die auch das Credo unseres Vereins widerspiegelt, sehr sympathisch“. Denn nur sie ermögliche es uns als Christen, in der Welt Handelnde zu sein. Als Christen seien wir mit Aufgaben konfrontiert, die wir einerseits auf einem christlichen Fundament, andererseits aber auch nach unseren jeweiligen Verantwortungsbereichen und Kompetenzen lösen müssten. Je größer der "weltliche" Bereich sei, den man zu verantworten habe, und je mehr Menschen von dem Handeln dieses Einzelnen betroffen seien, desto schwieriger werde es, verantwortungsbewusst zu handeln. Bei der Entscheidung zwischen Krieg und Frieden spitze sich diese Frage maximal zu. In der Politik müsse genau diese Entscheidung aber möglicherweise getroffen werden. Ein Pfarrer hingegen sei einem solchen Entscheidungszwang nicht ausgesetzt, er könne sich auf die Postulierung seines Glaubens zurückziehen. Ein Staatschef könne das nicht. Er müsse sich entscheiden. Für den Krieg oder dagegen. Der Pfarrer tue gut daran, den Staatschef zu ermahnen, er möge eine Entscheidung treffen, die mit seinem christlichen Glauben konform geht. Für mehr sei er, der Pfarrer, nicht zuständig es sei sein gutes Recht, sich als Pfarrer auf die Gesinnung zu beschränken. Dr. Beckstein fügt hinzu, dass der Pfarrer den Präsidenten aber nicht dafür verurteilen könne, dass jener neben seiner christlichen Überzeugung auch noch die faktisch vorhandenen Realitäten in seine Überlegungen mit einbeziehe und Verantwortung weiter definiere als die christliche Gesinnung es auf den ersten Blick nahelege. Dr. Beckstein zeigt sich erleichtert, dass er nie über Krieg und Frieden habe mitentscheiden müssen. Aber vom Prinzip her stellte sich ihm die Problematik seinerzeit in seiner Eigenschaft als bayerischer Innenminister in ganz ähnlicher Weise - zum Beispiel in der Asylfrage, die ebenfalls den Zwiespalt zwischen Gesinnungsethik und Verantwortungsethik aufgezeigt habe. Luther habe in seiner "Zwei-Reiche-Lehre" die These vertreten, dass Gott auf verschiedene Weise in der Welt regiere. 4 Auf der einen Seite, im "Reich zur Rechten", regiere Gott durch Wort und Sakrament und benutze dazu Prediger der Kirche, die das Evangelium verkündigen - damit werde an das Wort Jesu angeknüpft: (Z) "Mein Reich ist nicht von dieser Welt"[Joh. 18,36]. (ZE) Auf der anderen Seite, im "Reich zur Linken", regiere Gott durch die weltlichen Herrscher und das weltliche Gesetz, damit durch sie das menschliche Zusammenleben geregelt werde. Ohne ein geregeltes Miteinander, so Martin Luther, gebe es keinen Frieden, ohne Frieden wiederum leide die Verkündigung des Evangeliums. Luther sei es dabei wichtig gewesen, dass diese beiden Bereiche nicht vermischt werden, so Dr. Beckstein: Eine Kirche, die sich in den Bereich der weltlichen Macht begebe, gebe damit zugleich ihr Proprium auf. Entweder sie mutiere zum Gottesstaat, mit all den bekannten Gefahren für die Freiheit, die man aus Geschichte und Gegenwart kenne. Oder die Kirche werde weltlich und vergesse ihre geistlichen Anliegen. Begebe sich auf der anderen Seite der Staat als die weltliche Macht in den Bereich der Kirche, so drohe auch von dieser Seite Intoleranz gegenüber allen, die einer anderen Religion oder Weltanschauung anhängen. Insofern sei die Unterscheidung der zwei Regierungsweisen Gottes ein freiheitsförderndes Element. Ein Gedanke, der auch in der Auseinandersetzung mit dem Islam eine wichtige Rolle spiele. Dr. Beckstein fasst diese Gedanken mit der persönlichen Feststellung zusammen, die "ZweiReiche-Lehre" sei nicht nur Kern seines Selbstverständnisses, sie entspreche auch ganz dem Gründungsgeist des Vereins "Sicherung des Friedens". Natürlich sei diese Trennung kein Allheilmittel für den Menschen: Sie mache ihn zwar handlungsfähig. Aber sie bewahre nicht davor, schuldig zu werden. Die wahrscheinliche oder sichere Schuld müsse man als Handelnder immer und überall mitdenken. Den "gerechten Krieg" könne es nie geben. Es könne immer nur einen Krieg geben, der nach menschlichem Ermessen zu rechtfertigen und damit legitim sei. Alles andere wäre eine Hybris, die uns Menschen nicht zustehe. Dr. Beckstein erinnert an die heftigen Diskussionen im Zusammenhang mit dem 1. Irak-Krieg und an den ab 1991 in Jugoslawien tobenden Bürgerkrieg. Die vielzitierte „jahrzehntelange Friedensphase“ in Europa seit Ende des Zweiten Weltkrieges sei damit zu Ende gewesen bzw. habe seither nur in der verengten Perspektive „Europa ist gleich Europäische Union“, Gültigkeit. Die UN habe sich im Angesicht der Kriegsgräuel, - etwa den systematischen Massenvergewaltigungen, als hilflos erwiesen. Dies hätte zu einem massiven 5 Vertrauensverlust gegenüber den Vereinten Nationen geführt. Die Fluchtbewegungen aus dem Kosovo machte ein militärisches Einschreiten erforderlich, obwohl es völkerrechtlich fraglich gewesen sei. Im Bewusstsein der eigenen Fehleranfälligkeit müssten Handelnde den inneren Konflikt aushalten, dem sie vor einer Entscheidung ausgesetzt seien. Als Christ in der Politik bleibe man letztlich auf seinem Gewissen und auf die Gewissheit göttlicher Vergebung verwiesen. Sie sei das große Geschenk Gottes, das uns Menschen all unserer Schuld zum Trotz handeln lasse. Und zwar nicht gleichgültig, weil uns die Vergebung sowieso sicher sei. Sondern verantwortungsbewusst, weil wir für das göttliche Vergebungsgeschenk wenigstens ein Minimum an Gegenleistung erbringen wollten. Abnehmen könne einem diese Entscheidungen niemand, auch der Glaube nicht. Es sei die Aufgabe jedes einzelnen und insbesondere der politischen Entscheidungsträger, sich der Verantwortung zu stellen. Der Festredner zitiert Franz Grillparzer: "Gott nimmt nicht die Lasten, sondern stärkt die Schultern" und interpretiert dessen Ausspruch so, dass der Glaube einem also vor allem dann helfe, wenn man ihn als Richtschnur und Orientierung für sein Handeln zulasse. Wenn dies der Fall sei, dann stehe im Mittelpunkt des eigenen Handelns immer der Mensch mit seiner Freiheit, seiner unantastbaren Würde und seiner ganz persönlichen Verantwortung vor dem Herrn. Dieses zutiefst christliche Menschenbild habe, so Dr. Beckstein, Gott sei Dank starken Einfluss auf unser staatliches und politisches Verständnis in Deutschland und Europa gehabt. Mit Blick auf die Situation in Afghanistan und die Frage, ob die Bundeswehr dort einen legitimen Krieg führe, erinnert Dr. Beckstein an die damalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) Margot Käßmann, die in ihrer Neujahrspredigt 2010 mit dem Satz: "Nichts ist gut in Afghanistan" eine heftige Debatte ausgelöst habe. Um die Frage des Erfolges oder Nichterfolges gehe es ihm, Dr. Beckstein, an dieser Stelle aber gar nicht. Ihm gehe es vielmehr um die Frage, die sich der Verein bereits seit 30 Jahren stelle: „Wie gehe ich verantwortlich und als Christ mit dem Krieg als der ultima ratio um? Wie vermeide ich es, ausschließlich Gesinnungsmensch und ausschließlich Pragmatiker zu sein, der den Krieg zu leichtfertig in Kauf nimmt?“ Der Festredner ist der Ansicht, dass die Entscheidung für den Einsatz in Afghanistan nach menschlichem Ermessen eine Entscheidung gewesen sei, die wir auch als Christen mittragen könnten. Das Ziel, Angriffen islamistischer Terroristen den Boden zu entziehen und 6 gleichzeitig Afghanistan wieder aufzubauen, dieses Ziel habe dem Krieg wahrscheinlich eine ausreichende Legitimation gegeben. In der deutschen Debatte finde dieses Doppelziel aber zu wenig Berücksichtigung - was auch der EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider nach seinem Besuch in Afghanistan vor wenigen Wochen betont habe. Schneider habe ausgeführt, er könne nicht eindeutig sagen, ob der Krieg in Afghanistan legitim sei oder nicht, er sei, so Nikolaus Schneider wörtlich, "ethisch hinnehmbar". Anders formuliert, so Dr. Beckstein, bedeute dies, dass aus christlicher Verantwortung Legitimität entsteht. Dieser Grundsatz treffe auch auf den Rückzug der Soldaten bis zum Jahr 2014 zu. Dieser Rückzug müsse ein Rückzug in Verantwortung sein. Letztlich lasse sich mit dieser Verantwortung, wenn wir sie ernst nehmen, Frieden sichern. Zu dieser Verantwortung gehöre, dass wir Realisten sind und dass wir uns der "faktischen Friedlosigkeit" dieser Welt bewusst sind. Dr. Beckstein wörtlich: „Die Friedlosigkeit liegt in der Natur des Menschen.“ Er erinnert im Anschluss an die für ihn „spannendste Veranstaltung des Vereins“, die Anfang der 1990er Jahre stattgefunden habe. Referent war damals General Burlakov, der Abzug der Roten Armee stand unmittelbar bevor. Burlakov brachte seine Freude darüber wie folgt zum Ausdruck: „Wir freuen uns, dass die Politik die Entscheidung zur Wiedervereinigung getroffen hat.“ Dr. Beckstein konstatiert, dass die Wiedervereinigung unserem Land Frieden und Freiheit gebracht haben. Dr. Beckstein fordert die Zuhörer auf, optimistisch zu sein. Optimistisch, damit den Menschen ein kleines bisschen Mehr an Frieden abgerungen werden könne. Dem Verein stände daher eine Namensergänzung gut an: "Verein Sicherung und Erweiterung des Friedens e.V." Dr. Beckstein appelliert an die Festgäste, die heutige Feier in einem solchermaßen vorsichtigen, aber lauteren, ja: christlichen Optimismus, zu begehen. Franz Marc, der große Maler des "Blauen Reiter" habe über den Optimismus einmal gesagt: "Mangel an Optimismus ist Mangel an Wunschkraft." Diesen Ausspruch Marcs aufgreifend, ergänzt Dr. Beckstein: „Lassen wir uns einen solchen Mangel keinesfalls nachsagen: Wünschen wir, hoffen wir, handeln wir und verbürgen wir uns als Christen für eine hellere Zukunft.“ Dr. Beckstein bezeichnet den Jubelverein als „Podium für Verantwortungsethiker“. Er wendet sich mit den Worten „Eure Arbeit ist notwendig, macht sie weiter!“ an die Vorstandschaft und 7 Mitglieder des Vereins und bittet die an anwesenden Vertreter der Hanns-Seidel-Stiftung darum, diese Arbeit weiterhin zu unterstützen. Protokoll: Dipl.-Staatswissenschaftler Univ Jörg Raab 8