Tinnitus - Die Onleihe

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Inhalt
Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Ich höre was, was du nicht hörst –
Sie sind kein Einzelfall . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Was die Statistik sagt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Das Krankheitsbild – eine Eingrenzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Der Ton im Ohr macht mich verrückt –
Was Tinnitus für den Betroffenen bedeutet . . . . . . . . . .
Das Tinnitus-Syndrom . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Die Rolle der Psyche . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Die „Tinnitus-Persönlichkeit“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Woher kommt das Sausen? –
Tinnitus ist unkalkulierbar . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Was ist eigentlich Hören? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Objektiver Tinnitus und seine Ursachen . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Subjektiver Tinnitus und seine Ursachen . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Tinnitus und Lärm . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Was tun? – So früh wie möglich zum Arzt! . . . . . . . . . .
Welcher Arzt ist der richtige? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
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Inhalt
Skalpell oder Sauerstoff? –
Gut ist, was nützt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Akuter Tinnitus – schon 24 Stunden zählen . . . . . . . . . . . . . . . .
Der chronische Tinnitus –
auch hier zählt der Faktor Zeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
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Wie gehe ich mit dem chronischen
Tinnitus um? – Gewinnen Sie Macht
über Ihre Krankheit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 134
Wie Sie besser mit Tinnitus leben können . . . . . . . . . . . . . . . . .
Das Tinnitus-Tagebuch . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Gesunde Lebensführung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Der richtige Schlaf . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Sport macht stabil . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Hilfe durch Selbsthilfe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Und die Familie? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
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Serviceteil . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 150
Literatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 150
Nützliche Adressen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 151
Register . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 152
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Woher kommt das Sausen? –
Tinnitus ist unkalkulierbar
Tinnitus ist in keiner Weise berechenbar. Man kann weder
seinen Anfang voraussagen noch seine Entwicklung oder
sein Ende absehen. Dieses Kapitel befasst sich mit der Entstehung von Ohrgeräuschen sowie mit Krankheitsbildern,
die mit Ohrgeräuschen einhergehen können. Ein Schwerpunkt am Ende dieses Kapitels ist der Faktor Lärm, dem eine
besondere Bedeutung bei der Entstehung von Ohrgeräuschen zukommt.
Da Tinnitus ein sehr subjektiv geprägtes Phänomen ist, fällt es schwer,
allgemeingültige Grundsätze im Hinblick auf seine Ursachen zu formulieren. Die Forschung weiß, dass es Krankheiten
gibt, die mit dem Auftreten von Ohrgeräuschen Ohrgeräusche stellen
in ursächlicher Verbindung stehen; andererseits kein eigenständiges
Krankheitsbild dar, sondern
kennt man auch solche, bei denen Tinnitus nur
sind nur ein Zeichen dafür,
als Begleitsymptom vorkommt. Ohrgeräusche
dass die Funktion des
stellen für sich kein eigenständiges KrankheitsGehörsystems gestört ist.
bild dar. Sie sind lediglich ein Zeichen dafür,
dass die Funktion des Gehörsystems in irgendeiner Weise gestört ist.
Was ist eigentlich Hören?
Hören ist ein raffinierter physiologischer Vorgang – ein Prozess der
bewussten Wahrnehmung von Geräuschen. So werden in unserem
Gehirn im Laufe unseres Lebens verschiedene Höreindrücke gespeichert. Deshalb sind wir auch in der Lage, einen Laut, den wir hören,
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Woher kommt das Sausen? – Tinnitus ist unkalkulierbar
wiederzuerkennen. Mit bestimmten Lauten verbinden wir deshalb
auch Gefühle. „Das Ohr ist die Straße zum Herzen“, sagte Voltaire.
Wir erkennen nur solche Geräusche, die wir
Tinnitus ist ein
schon einmal gehört haben oder die solchen
uns unbekanntes
Geräuschen ähnlich sind. Tinnitus ist ein uns
Geräusch, daher
unbekanntes Geräusch, daher löst es solches
löst es solches
Unbehagen aus.
Unbehagen aus.
Wir wollen uns vor Augen führen, wie unser Hörorgan überhaupt
aussieht und funktioniert. Dieser Ausflug lohnt sich, denn bei den
verschiedenen Ursachen für Tinnitus werden immer wieder Details
aus diesem Bereich auftauchen.
Unser Hörsystem
Die funktionelle Einheit des Hörsystems bilden das äußere Ohr, das
Mittelohr und das Innenohr. Was man vom Hörsystem sehen kann,
ist die Ohrmuschel. Sie dient als eine Art Trichter dazu, die Schallwellen aufzufangen. Die Ohrmuschel mündet in den äußeren Gehörgang, dessen Öffnung wir ebenfalls sehen können. Die Ohrmuschel
und der äußere Gehörgang bilden das äußere Ohr. Der äußere Gehörgang führt in den knöchernen Teil des Schädels hinein. Er ist mit
Haut ausgekleidet, in der sich zahlreiche kleine Drüsen (eine Art
Schweißdrüsen) befinden, die das Ohrenschmalz (Cerumen) absondern. Dieses hat den Zweck, gemeinsam mit den ebenfalls im Gehörgang vorhandenen Reusenhaaren, das Ohr vor Verunreinigung durch
einfallende Staubteilchen, Insekten oder andere Fremdkörper zu
schützen.
Der Gehörgang eines Erwachsenen ist etwa 2,5–3,5 cm lang. An seinem inneren Ende schließt sich das Trommelfell an. Diese elastische
Membran bildet die Grenze zwischen dem äußeren Ohr und dem
Mittelohr und hat einen Durchmesser von ca. 1 cm. Bei einer Ohr-
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Was ist eigentlich Hören?
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spiegelung schimmert es perlgrau. In der Mitte hat es eine Einbuchtung, da es an seiner inneren, dem Mittelohr zugekehrten Seite mit
einem Gehörknöchelchen (dem Hammer) verwachsen ist. Das Trommelfell leitet die ihm durch die Ohrmuschel und den äußeren Gehörgang zugeführten Schallwellen an das Mittelohr weiter. Außerdem
stellt es auch einen mechanischen Schutz gegen Fremdkörper dar, die
in den Gehörgang gelangen.
Das Mittelohr, auch Paukenhöhle genannt, ist ein knöchern begrenzter Hohlraum. Es ist etwa 2–5 mm breit und 7–15 mm hoch. Darin
befinden sich drei Gehörknöchelchen, die aufgrund ihrer Form Hammer, Amboss und Steigbügel genannt werden.
Das Trommelfell leitet
Sie sind durch zwei Gelenke miteinander verdie durch die Ohrmuschel
bunden und bilden, durch Muskeln fixiert, eine
und den Gehörgang
Art Kette. Der Stiel des Hammers ist, wie schon
zugeführten Schallwellen
erwähnt, mit dem Trommelfell verwachsen. Die
an das Mittelohr weiter.
Platte des Steigbügels, des letzten Gehörknöchelchens in der Reihe, ist in das sogenannte ovale Fenster eingelagert,
das den Eingang zum Innenohr bildet. Das Mittelohr ist über die Eustachische Röhre oder Ohrtrompete mit dem oberen Teil des Rachens
verbunden. Über sie erfolgt der Druckausgleich zwischen dem Mittelohr und dem Nasen-Rachen-Raum.
Das Innenohr oder Labyrinth ist das eigentliche Ohr. Hier befindet
sich neben dem Hörorgan auch das Gleichgewichtsorgan. Das Hörorgan hat die Form einer Schnecke, die beim
Das Corti-Organ
Menschen zweieinhalb Windungen hat. Im
bildet mit seinen
Schneckengang befindet sich das Corti-Organ,
25 000 Haarzellen das
das auf einer feinen Membran (der Basilarmemeigentliche Hörorgan.
bran) aufsitzt, die quer durch den Schneckengang gespannt ist. Das Corti-Organ setzt sich aus ca. 25 000 sehr feinen Haarzellen, eine Art Sinneszellen, zusammen, die das eigentliche
Hörorgan bilden.
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Woher kommt das Sausen? – Tinnitus ist unkalkulierbar
Der Schneckengang enthält die Endolymphe. Oberhalb und unterhalb
des Schneckengangs liegen die sogenannten perilymphatischen Räume
– die Vorhoftreppe und die Paukentreppe. In ihnen befindet sich Perilymphe. Wie die Endolymphe ist sie eine gallertartige Flüssigkeit.
Hör- und Gleichgewichtsnerv
Ohrmuschel
Schnecke
© Luitgard Kellner
Hammer
Amboss
Trommelfell
Steigbügel
Die Ohrmuschel sammelt den Schall und leitet ihn zum Trommelfell weiter. Von
dort wird er durch drei Knöchelchen (Hammer, Amboss und Steigbügel) auf die
Schnecke übertragen. Der Hörnerv führt die elektrischen Impulse dem Gehirn zu.
Die vom Ohr aufgefangenen Schallwellen werden über das Trommelfell auf die drei Gehörknöchelchen im Mittelohr übertragen. Das
letzte in dieser Reihe, der Steigbügel, ist mit seiner Platte im ovalen
Fenster eingelagert, das den Eingang zur Innenohrschnecke bildet.
Durch die Übertragung der Schallwellen werden in der lymphatischen Flüssigkeit im Inneren der Schnecke Druckwellen erzeugt, die
wiederum die Härchen der Sinneszellen des Corti-Organs erregen.
Diese senden dadurch Nervenimpulse aus, die über den Hör- und
Gleichgewichtsnerv an das Gehirn weitergeleitet werden.
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Objektiver Tinnitus und seine Ursachen
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Die unterschiedlichen Töne, die wir hören, sind verschiedenen Sinneszellen zugeordnet. Der Eindruck eines Klanges
oder Geräusches entsteht durch die zusammenge- Die unterschiedlichen
setzten Impulse, die durch die Erregung Hunder- Töne, die wir hören,
ter verschiedener Sinneszellen ausgelöst, an das sind verschiedenen
Gehirn weitergeleitet und dort erkannt werden.
Sinneszellen zugeordnet.
Objektiver Tinnitus und seine Ursachen
Wie entstehen nun Ohrgeräusche, und wodurch werden sie verursacht? Erinnern wir uns an die Unterteilung in objektiven und subjektiven Tinnitus. Objektiver Tinnitus ist nachweisbar, da ihm definierbare, objektiv nachvollziehbare physikalische Phänomene
zugrunde liegen. Auch eine außenstehende Person kann diese Ohrgeräusche durch Messgeräte wahrnehmen. Wo liegt die Ursache objektiver Ohrgeräusche, und welche Vorgänge im Körper können solche
Geräusche auslösen?
Gefäßbedingte Störungen
Da sind zunächst die vaskulären, also gefäßbedingten Ursachen. Normalerweise hören wir nicht, wie unser Blut durch die Adern fließt, es
sei denn, wir befinden uns in einem absolut ruhigen Raum und stehen unter innerer Anspannung oder haben uns unmittelbar zuvor
körperlicher Belastung ausgesetzt. Dies sind Situationen, in denen
unsere Herztätigkeit und unser Kreislauf verstärkt beansprucht werden: Die Herzleistung wird erhöht, das Blut wird in schnelleren Stößen in das Gefäßsystem gepumpt. Dabei verstärken sich die Strömungsgeräusche des Blutes, die wir dann als Pochen oder Pulsieren
wahrnehmen können. Wenn sich die Kreislauftätigkeit wieder beruhigt hat, verschwinden diese Erscheinungen von selbst.
Wenn aber unter normalen Umständen, also wenn man keiner erhöhten Belastung irgendwelcher Art ausgesetzt ist, solche pulsierenden,
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Register
Akupunktur 52, 77, 98,
107ff., 122
Akustikusneurinom
43f., 69, 82
Allergie 45, 51f.
Angst 7, 9, 21, 56, 62, 64,
91, 102ff., 126, 132
Atemtraining 127
Autogenes Training 77, 124f.
Bioenergetik 125f.
Biofeedback 132f.
Blutkörperchen 37, 48
Chirotherapie 68, 77,
90, 93ff.
Depression 9, 21f., 81,
113
Drehschwindel 42
Durchblutung 40f., 43,
47f., 51, 56, 66, 72ff.,
77f., 95f., 105ff., 122,
131, 144, 146
Elektrostimulation 89f.
Erkältung 37, 60
Ernährung 110, 141, 143
Feldenkrais 128
Fremdkörper 32f., 43
Gehirn 7, 14, 31, 34f.,
40, 69, 87, 90, 110f.
Gehörsturz 72
Gleichgewichtsorgan 33
Hörgeräte 12, 42f., 46,
83ff., 88f., 117, 119
Hörsystem 31f., 63, 78
Hörverlust 11, 15, 41, 45,
72, 74
HWS-Syndrom 49ff., 96
Infusionstherapie 56, 74,
78
Innenohr 28, 32ff., 38,
40ff., 46, 51, 57, 73,
82, 89f., 114ff.
Iontophorese 90
Kiefer 50f., 68f., 83
Kinesiologie 110, 122
Klangtherapie 110f.
Konzentrationsschwäche 9
Krankengymnastik 68, 95,
97f.
Lärmschwerhörigkeit 59
Laser-Ginkgo-Therapie 114
Lebensqualität 17, 67
Low-Lewel-Laser-Therapie
115ff.
Massage 50, 95ff., 131
Medikamente 44, 78ff.,
98, 145
Menière-Krankheit 41
Midlife-Crisis 10
Mittelohr 32ff., 37ff.
Mittelohrentzündung 37f.,
47, 73, 123
Neuraltherapie 77, 90ff.
Herz-Kreislauf-System
Ohrenschmalz 32, 53
46, 146
Ohrmuschel 32ff., 84
Homöopathie 77, 112f.
Hörbahn 40, 55, 69, 81, 89f. Otosklerose 46f., 82
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Phytotherapie 98, 113f.
Progressive Muskelentspannung 125, 133
Psychotherapie 77, 117ff., 132
Sauerstofftherapie 66f., 76f.,
98ff., 104ff., 123
Schlafstörung 9, 57, 85,
89, 144
Schwindel 10f., 42, 103, 113
Sport 137, 145ff.
Stellatumblockade 77, 92
Stoffwechsel 25, 30, 40, 48,
55, 73, 79, 96, 98, 115,
141ff.
Stress 10, 12, 22ff., 50, 54f.,
58, 65, 69f., 75, 105, 110,
122, 124f., 130, 133,
145ff.
T’ai-Chi Ch’uan 128f.
Taubheit 11
Tinnitus-Instrument 84f., 88
Tinnitus-Masker 15,
84ff., 110, 145
Tinnitus-Retraining-Therapie
(TRT) 87
Trommelfell 32ff., 38, 43, 47,
53, 57, 90
Übelkeit 42
Vergiftung 44
Verhaltenstherapie 119, 129ff.
Verletzungen 43, 57, 96
Virusinfektion 41, 53
Wirbelsäule 49f., 68,
93ff., 131
Yoga 77, 126ff.
26.06.2009 12:01:18 Uhr
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