Farbpusten

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Kurzbeschreibung der vorgestellten künstlerischen Techniken
Zufallstechniken
 Fadengrafik
Material: Papier, Wolle, Wasserfarbe, Pinsel, Telefonbuch
-Papier in der Mitte falten und wieder öffnen
-Faden mit Wasserfarbe einfärben und in Schlangenlinien auf eine Hälfte des Papiers
legen (ein Stück überstehen lassen)
-Papier zusammenfalten
-Papier in ein Telefonbuch legen (oder fest zusammendrücken)
-Faden herausziehen
 Farbpusten
Material: Papier, Wasserfarbe, Pinsel, Strohhalm
-mit dem Pinsel Farbtropfen auf das Papier geben
-Farbe mit dem Strohhalm in verschiedene Richtungen pusten
-mögliche Themen: Pflanzen/Bäume, Gesichter...
 Faltklatschtechnik
Material: Papier, Wasserfarben, Pinsel
-Papier in der Mitte falten und wieder öffnen
-Farbkleckse auf eine Hälfte des Papiers setzen
-Papier zusammenfalten und zusammendrücken
-evtl. Bild weitergestalten
 Murmelbilder
Material: Murmeln, Schuhkartondeckel, Papier, Dispersionsfarben
-Papier in Schuhkartondeckel legen
-eine oder mehrere Farben darauf klecksen
-Murmel(n) auf das Papier legen und rollen lassen
 Marmorieren
Material: Marmorierfarben, alte Schüssel o.ä., Papier, Handschuhe, Pappstreifen,
Holzstäbchen
-Farbe auf Wasseroberfläche tropfen
-mit einem Holzstäbchen Muster ziehen
-Papier auflegen
-mit einem Pappstreifen die Farbreste von der Wasseroberfläche abnehmen
Drucktechniken
 Frottage
Material: Papier, (schwarze) Wachsmalstifte, verschiedene Strukturmaterialien
(z.B. Holzstücke, Blätter, Tapete, Schmirgelpapier...)
-verschiedene Materialien unter das Papier legen
-mit einem Wachsmalstift durchreiben
-mögliche Themen: Wald, Fantasielandschaft, Männchen, Stadt, Fantasietiere...
 Weißliniendruck
Material: Styreneplatten (evtl. Alternative: Milchtüten), Linoldruckfarbe, Farbwalzen,
Glasplatten, Papier, Bleistift oder Kugelschreiber
-mit Bleistift oder Kugelschreiber Motiv in die Styreneplatte einritzen (evtl. auf Papier
vorzeichnen)
-Farbe auf Glasplatte auswalzen und Walze gleichmäßig einfärben
-Druckstock einfärben
-Papier auflegen
-Papier abdrucken (mit sauberer Farbwalze darüber walzen)
Maltechniken

Malen mit Zuckerkreide
Material: bunte Tafelkreide, Zuckerwasser, dunkles Tonpapier o.ä.
-Kreide ca. 30 Minuten in Zuckerwasser legen
-mit der Kreide auf dunklem Tonpapier malen
Literatur zum Themenbereich: Kunst/Gestaltung/Ästhetik/Kreativitätsförderung
Aissen-Crewett, M. Kunstunterricht in der Grundschule. Braunschweig 1996
Aissen-Crewett, M. Ästhetische Erziehung für Behinderte. Ein Werkbuch für die
Praxis. Dortmund 1987 (6. Aufl.)
Blahak, Gerlinde:
Kunst für ganz Schnelle.
Mülheim: Verlag an der Ruhr, 2001.
Borgmeier, Chr.-M.
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durch ästhetische Praxis. In: Staudte, A.: Ästhetische Erziehung 1-4.
München 1980
Büchner, R. (Hrsg.) Feuer Wasser Erde Luft Die vier Elemente im Kunstunterricht.
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Bundesvereinigung
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Marburg 2002
Bundesvereinigung
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Dürr/Kessler
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Grundwissen Kunstdidaktik. Primarstufe.
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Hess. Kultusministe Rahmenplan Kunst, Sekundarstufe I.
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Sinn und Eigensinn des Materials. Projekte, Anregungen,
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Kreativer Kunstunterricht in der Grundschule: Körper und Raum.
Donauwörth 2001
Kiesel, M.
Kreativer Kunstunterricht in der Grundschule: Arbeiten mit Farben.
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Kunstprojekte zur Klassenraumgestaltung.
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Kunst praktisch verstehen. Eine handlungsorientierte
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Der Bus den man wiedererkennt“ Steigerung des kreativen Potentials
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Oxley, B.
Kunst. Praktische Unterrichtsvorschläge und Übungen
für den Kunstunterricht. (1./2. und 3./4. Jahrgangsstufe)
Donauwörth: Auer Verlag, 2003.
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Picasso& Co: Praktische Anregungen für den Kunstunterricht in der
Grundschule (Bd. 1 und 2) Donauwörth 2002 (2.Aufl.)
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Spiele mit Kunst - Kunst-Spiele
Hamburg 1981
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Die kunsterzieherische Gemeinschaftsarbeit als Integrierbarkeitstest.
In: Schiementz, W. u. R. Beilharz (Hrsg.): Ins Bild gesetzt. Facetten
der Kunstpädagogik. Weinheim 1995. S. 129-150.
Schärli, O.
Werkstatt des Lebens Durch die Sinne zum Sinn.
Aarau/Schweiz 1991
Schütz, N.
Dialog in Fäden und Fetzen. Partnerarbeit textile Bilder. In: Kunst und
Unterricht. Heft 226 / 1998. S. 35-36
Somazzi, M.
Spuren machen, Zeichen setzen. Bausteine zum bildnerischen
Gestalten. Bern 1999.(Gruppenmalereien. S. 186-192)
Staatsinstitut für
Lehrplan und Materialien für den Unterricht in der Schule für geistig
Schulpädagogik (Hrsg.) Behinderte mit Abdruck der Allgemeinen Richtlinien München o.J.
Theilen, U.
Mach doch mit! Lebendiges Lernen mit schwerbehinderten Kindern.
München 1999 (3.Aufl.)
Watt, F.
Werkbuch Farbe München 1999
Wierz, J.
Aber ich kann doch gar nichts malen! Kunst unterrichten für
"Schwarzseher" Mühlheim 2000
Wierz, J.
Große Kunst in Kinderhand: Farben und Formen großer Meister
Spielerisch mit allen Sinnen erleben. Münster 2000
Wichelhaus, B.
Gemeinsam Bilder herstellen. In: Kunst und Unterricht. Heft
226 / 1998. S. 4-8
Wilkes, A.
Mein großes Bastelbuch Nürnberg 1990
Wölfel. K/
Schrader, U.
Farbspiele mit Kindern ab 2 Jahre
München 1992 (3. Aufl.)
Verhüllen und Verpacken:
Baal-Teshuva, J.
Christo&Jeanne-Claude Köln 1995
Boskam, D./ IN Kunst und Unterricht 235/1999
mit dem Fremden – Begegnungen Fremder
Pöppelmann u.a.
IN Kunst und Unterricht 255/2001
Brosch, U.
Bericht über eine Aktion in der 3. Klasse
IN Kunst und Unterricht 255/2001
Dörfler-Prieß, E.
Fremdkörper. Schwarze auf Farben auf weißen Falten
IN Kunst und Unterricht 235/1999
Fischer, R.
Die verhüllte Schule. IN: Wenn Bilder lebendig werden…
Anstöße zum Umgang mit Kunstwerken. Hannover 1996
Hess. Kultusminsterum Rahmenplan Grundschule Fachbereich Kunst Wiesbaden 1995
Knackendöffel, U.
Schlauchtheater – Theateraktionen – Aktionsschläuche
IN Kunst und Unterricht 240/2004
Schubert, B.
Blaues Pferd und grüne Kuh. Eine Franz MarcWerkstatt.Mülheim: Verlag an der Ruhr, 2000.
Schürmann, B. u.a.
Man macht sich Gedanken und wird aufmerksam…
IN Kunst und Unterricht 61/1980
Neuzner, H.
Christo&Jeanne-Claude wrapped Reichtsag Berlin 1971-1995
Köln 2001
Tuchel, S.
Wach, J.
Verfremdete Körper IN Grundschule 3/1999
Verhüllen, Verpacken IN Kunst und Unterricht 171/1993
Wedde, K.
Was da wohl drin ist? IN: Grundschule 3/2001
Internetadressen:
Projekt Klassenverhüllung:
http://home.t-online.de/bildungszentrum-wildberg/klazi.html
Die Schönheit liegt im Drumherum:
http://www.taz.de/pt/2001/09/a0198.nf/text
Christo und Jeanne-Claude:
http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Christo.html
Christos Reichstagsverhüllung eine missglückte Allegorie?
http://www.zlb.de/projekte/kulturbox-archiv/buch/altmann2.htm
Frottage
Aissen-Crewett, M.: Ästhetische Erziehung für Behinderte. Ein Arbeitsbuch für die Praxis.
Dortmund 1987.
Aissen-Crewett, M.: Kunstunterricht in der Grundschule. Braunschweig 1992.
Eid, K. u.a.: Grundlagen des Kunstunterrichts. 3. Auflage. Paderborn1994.
Golowin, S.: Drache, Einhorn, Oster-Hase und anderes phantastisches Getier. Basel 1994.
Grote, G.: Frottage, Naturerfahrung, Fantasietiere und Kunstbegegnung im Unterricht. In:
Kunst und Unterricht Heft 223/224 1998. S. 19 – 21.
Hermsdorf, S.: Frottage – Experimentieren mit der Durchreibetechnik. In: „d.w.learnlineonline“: http://www.macdirect.de/~dagmar.wilde/
Hess. Kultusministerium (Hrsg.): Rahmenplan ästhetische Bildung: Kunst, Schule für
Lernhilfe1997
Kohl, MaryAnn (....): Das Kunst-Ideenbuch. Künstlerische Techniken für Kinder
Krempien, Chr. und P. Thiesen (Hrsg.): 50 Bildnerische Techniken. Ein Arbeitsbuch für
Kindergarten, Hort und Grundschule. Weinheim, Basel 1992.
LABBÈ - Die bunte Werkstatt (....): Vermeiden, verringern, verwerten.
Rech, Peter / Schult, Emil (1981): Spiele mit Kunst - Kunstspiele
Somazzi, Marion (1999): Spuren machen - Zeichen setzen. Bausteine zum
bildnerischen Gestalten
Spies, W.: Zum graphischen Werk. in: Deutsche Lufthansa AG Kulturförderung (Hrsg.): Max
Ernst, Graphik und Bücher. Stuttgart 1991.
Voelkel, Ingrid: „Ich seh‘ etwas, was ich auch fühl‘“ Frottagen nach Max Ernst. 1-4.
Schuljahr. In: HIBS: Materialien zum Unterricht – Sekundarstufe 1 – Heft 117. Kunst im
Unterricht 1. 1.-6. Schuljahr. Wiesbaden 1992.
Literaturhinweise Thema: Schwarzlicht – Theater
Holzbeck, Th.
Mit allen Sinnen die Welt entdecken… Eine pädagogische Konzeption
für die Arbeit mit behinderten Kindern und Jugendlichen Freiburg 1995, S. 144-158
Oberschachtsiek, B. Schwarzlichttheater Ein Wegweiser
Herfort 2000 (erschienen über den Versandhandel Pappnase & Co)
Reinhardt, F./U.
Schwarzes Theater Anleitung und Spielideen München 1991
Versandadresse
Pappnasse & Co Katalog Zentrale: Essen Straße 76 22081 Hamburg
Tel: 040/29810410 E-Mai.: [email protected] Internet:
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069/709493 E Mail: [email protected]
Stand:
November 2006 Dr. Thomas Holzbeck
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repräsentativ.
ALS-Verlag Materialien zur kreativitätsförderung in Kindergarten, Schule. Heim und
Therapie
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Stand:
Januar 2005
Dr. Thomas Holzbeck
Theoretische Grundlagen zum Thema:
Einführung in die Begrifflichkeiten - Kunst und Pädagogik
Die Ausbildung von Selbsttätigkeit, Selbstständigkeit und Eigenverantwortung leisten einen wichtigen Beitrag
zum erreichen dieser Schlüsselqualifikationen. Ein Lernangebot, um Schülern diese Lern- und
Handlungserfahrungen zu ermöglichen, die sie befähigen sollen, in entscheidungs- und handlungsfähig agieren
zu können, stellt der Kunstunterricht dar.
Verständnis vom Begriff der "Künstlerischen Bildung": Hier tritt das eigene schöpferische Tun gegenüber dem
passiven Konsumierens in den Vordergrund. Die ästhetische Ausdrucksform der Heranwachsenden, mit deren
Gedanken, Gefühlen, Vorstellungen und Phantasien, wird als eigene Kunstform zur Auseinandersetzung mit dem
Betrachter in einem öffentlichen Raum geführt. Die Kunstwerke von (geistig) behinderten Menschen werden
nicht als unvollständiges Machwerk, sondern als eigenständige Gestaltungsleistung anerkannt und gewürdigt.
Es geht um eine individualistische Form der Gegenwartskunst, die sich von starren Form- und
Gestaltungsprinzipien distanziert und eigenen Gestaltungswegen einen Raum gibt.
"Kinder zeigen mit ihren künstlerischen Arbeiten ein Teil ihres Selbst, und dies sollte mit Respekt und
Sympathie betrachtet werden. Künstlerisch -ästhetische Arbeiten von Kindern stellen wie alle Kunst das
Angebot zur Kommunikation dar - und davon sollten wir Gebrauch machen" (Aissen-Crewett. Kunstunterricht in
der Grundschule. Braunschweig 1998, S.120).
Bei der kunstpädagogischen Arbeit mit (geistig) behinderten Menschen sind in besonderer Weise deren
Fähigkeiten und Möglichkeiten in die Planung mit einzubeziehen.
Folgende Prinzipien sollten beachtet werden:
 Verwendung einfacher Verfahrensarten
 Materialangebot, das differenziert und variiert eingesetzt werden kann
 Gemäß der eigenen Fähigkeiten Hilfsmittel und/oder Unterstützung durch einen Begleiter anbieten
 Geachtet werden sollte auf die kinästhetische Beherrschung und den Einsatz von Werkzeugen und
Materialien
 Offen gestaltete Prozesse, die die Möglichkeit zum Selbstausdruck zulassen und unterstützen können
 Die bildnerischen Elemente und Prinzipien sollten eine fundamentale Rolle im Gestaltungsprozess
einnehmen.
 Anbieten/Entwickeln von sensorischen Stimuli
Dies kann u.U. eine multisensorische Erfahrung mit Wasser sein, bevor eine Phase des Aquarellierens
beginnt, das Einpflanzen einer Blume in die Erde bevor ein Kleisterbild mit verschiedenen Erdsubstanzen
entsteht oder das gegenseitige Eincremen der Hände als Vorbereitung auf einen Händeabdruck (vgl. AissenCrewett, M. 1987).
Exkurs: Malen als kommunikatives Lernangebot:
Auseinandersetzung mit der Umwelt: Jede Person ist ein Individuum, und jede Person ist ein Teil seiner
Umwelt. Kein Mensch, kein Kind kann nur als Einzelperson betrachtet und verstanden werden, sondern nur als
Person in Verbindung mit seiner Umwelt. Die Person beeinflusst ihre Umwelt, die Umwelt beeinflusst die
Person. Wenn wir mit Kindern malen, wird ein Teil ihrer Bilder immer Ausdruck ihrer Umwelt sein. ... Wenn
ein Kind zurückgezogen, gehemmt oder sprachunfähig ist, hat das Malen eine große Bedeutung für
Kontaktmöglichkeiten mit dem Kind. Der Begleiter kann, ohne sich einzumischen, an der Entstehung eines
Bildes teilnehmen, und das Kind kann sich ihm dadurch nahe fühlen. (vgl. Egger 1987, Lobisch 1999).
Vor dem Malen ist es wichtig, das Kind auf diese Phase einzustimmen und den Malort vorzubereiten, damit eine
ungestörte Malsituation geschaffen werden kann. Gerade bei der Vorbereitung ist es von entscheidender
Bedeutung, dass ich nicht nur auf die Kinder und den Ort achte. Ich muss mich selbst auf diesen
Begleitungsprozess innerlich einstimme. Häufig kann der Gestaltungsprozess ausschließlich vom Kind
durchgeführt werden. Dort wo es nötig ist, können Hilfestellungen gegeben werden.
Vorstellung von Lehrplänen/Rahmenrichtlinien zum Kunstunterricht/ästhetische Gestaltung
Quellen:
1. Rahmenplan ästhetische Bildung Kunst Schule für Lernhilfe Wiesbaden 1997
2. Rahmenplan Grundschule Wiesbaden 1995
3. Richtlinien für den Unterricht in der Schule für Praktisch Bildbare Wiesbaden 1983
Zu 1:
Rahmenplan ästhetische Bildung Kunst Schule für Lernhilfe Wiesbaden 1997
Der Rahmenplan ästhetische Erziehung Kunst für die Schule für Lernhilfe beschreibt die Förderung der
sinnlichen Wahrnehmung als zentrales Anliegen des Kunstunterrichtes. Die Schüler/innen sollen dazu
herausgefordert werden, „sich ihrer Wahrnehmungen bewusst zu werden, diese zu differenzieren und zu
erweitern“(S. 3).
Didaktische Grundsätze sind:
 Im Mittelpunkt des Unterrichts steht die Ästhetische Praxis der Schüler
 Die Förderung der Kreativität und insbesondere des divergenten Denkens gelten als durchgehendes
Unterrichtsprinzip. Hierfür sollen schrittweise freie Arbeitsformen angebahnt werden, die die kreativen
Ausdrucksmöglichkeiten fördern (z.B. Schminken und Verkleiden, Fotografieren und Fotokopieren,
Verfremdungen, Maskengestaltung, Objektkunst, Gipsarbeiten, Spiel, Theater und Pantomime)
Ein Kernbereich der ästhetischen Erziehung stellt der Kunstunterricht dar, in dem es um die Vermittlung
ästhetischer Darstellungsformen geht wie: Wahrnehmen und Experimentieren, Zeichnen, Malen, Schrift und
Schreiben, Drucken, Collage und Montage, Textiles Gestalten, Bildbetrachtung und Bildanalyse, Darstellendes
Spiel und Aktion, Technische Medien und neue Technologien (vgl. Rahmenplan Grundschule - fast analog).
Malen: ".... Im Laufe der Schulzeit sollen die Schüler verschiedene Farben anrühren, mischen, ordnen,
gruppieren und differenziert benennen können... Sie üben das Mischen von Grundfarben. sie erfahren die
Ausdruckskraft der Farbe als Träger von Stimmungen und Gefühlen....") - Analog wird (fast wortgleich) die
Formulierung im Rahmenplan Grundschule vorgenommen.
Zu 2 :
Rahmenplan Grundschule Wiesbaden 1995
Der Rahmenlehrplan für die Grundschule nennt die ästhetischen Erfahrung als eine grundlegende
Erfahrungsform der Grundschule und meint damit u.a. sinnliche Wahrnehmungserfahrungen, um die Welt
erkennen und verstehen zu können. Schule hat hier die Aufgabe Kindern ihre kreativen Kräfte, ihre
Wahrnehmungs- und Gestaltungsfähigkeit entdecken und weiterentwickeln zu lassen (vgl. S. 19).
Explizit wird es in den Plänen der Fächer/Lernbereiche B 5 Ästhetische Kunst aufgegriffen und hier in 10
fachlichen Qualifikationen aufgeführt Wahrnehmung/Experiment, Zeichnen, Malen, Schrift/Schreiben, Drucken,
Collage/Montage, Textiles Gestalten, Darstellendes Spiel/Aktion, Umgang mit Kunst;
Zu 3:
Richtlinien für den Unterricht in der Schule für Praktisch Bildbare Wiesbaden 1983
Es besteht eine Problematik darin, eine fachlich adäquate Zuordnung von Themenschwerpunkten für den
Unterricht aus den Richtlinien abzuleiten:
5.6.
Fähigkeit, Freizeit in ihren verschiedenen Möglichkeiten zu erfahren
5.6.2. Freizeit zu kreativem Tun nutzen
Hier wird eine ungerechtfertigte Eingrenzung auf dem Freizeitbereich vorgenommen.
5.5.2. Grundlegende Techniken bei der Bearbeitung häufig vorkommender Materialien beherrschen.
Dieser Unterpunkt wird jedoch den Bereich 5.5. Fähigkeit, in Arbeit und Beruf tätig zu sein zugeordnet. Dies ist
für den Kunstunterricht in der Regel nicht relevant.
Andere Gliederungspunkte sind sehr allgemein gehalten und können sich des Gedankens der
Instrumentalisierung für bestimmte Fächer nicht erwähren ("... Wird schon für jedes Fach etwas zu finden
sein..."). 1.1.3 Wahrnehmen und Einordnen von Sinnesreizen; 4.2.3 Auf Anregung oder unter Anleitung allein
oder gemeinsam etwas tun; 5.1.1 Materialien unter Berücksichtigung ihrer Eigenschaften handhaben bzw.
gestalten.
Sehr viel hilfreicher erscheint da schon der bayrische Lehrplan für den Unterricht in der Schule für geistig
Behinderte, der sehr anschaulich und konkret unter dem Oberpunkt "fachorientierte Lernbereiche", den Aspekt
"ästhetische Erziehung" aufgreift.
Es werden darunter besondere Hilfen zur Verbesserung der Wahrnehmungsfähigkeit und damit auch der
Ausdrucksfähigkeit verstanden, um die Entwicklung der Persönlichkeit des Schülers zu unterstützen.
Die Schüler sollen dabei folgendes Lernen:
 Seine Umwelt und sich selbst differenzierter wahrzunehmen
 Umweltereignisse dadurch intensiver zu erleben
 Veränderungen bewusster zu erfahren und selbst zu verursachen
 Vorstellungen im Sinne innerer Bilder zu entwickeln
 Aktiver zu werden
 Eindrücke mit bildnerischen Mitteln auszudrücken
 Seine Umwelt nach eigenen Vorstellungen mitzugestalten.
Die ästhetische Erziehung beinhaltet pädagogische Möglichkeiten, die im Unterricht aller Lernbereiche
eingesetzt und genutzt werden sollen...
Die wird u.a. durch folgende Lernziele angestrebt:
1. Die Umwelt mit allen Sinnen wahrnehmen und erleben (mit den Naturmaterialien: Wasser, Sand, Ton,
Steine, Holz, Papier)
Farben erkennen und unterschieden: Erkennen, dass die Dinge farbig sind, erfahren, ich kann Dinge färben,
Grundfarben unterscheiden und zuordnen, Mischfarben, Farbtöne vergleichen, Bilderbetrachten;
2. Mit Farben umgehen (... Die Farbe wird zunächst durch Tropfen, Gießen, Tauchen, auftragen, später mit
Schwamm, Walze oder Pinsel. Dem Schüler sollen große Flächen zur Verfügung stehen...)
3. Unterschiedliche Gestaltungstechniken anwenden (mit Stiften und Kreide zeichnen, Stempeln und Drucken,
Collagieren
Vorschläge für ein künstlerisches Gestalten mit Farben
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Knitterdruck (Zeitung zerknäulen, in Wasserfarbe tauchen und auf ein Papier abdrucken)
Mischen von Farben (auf einem kleinen Teller) und gemäß Arbeitsblatt ausmalen
Schraubgläser (durchsichtig) mit farbigem Wasser füllen und dann mischen (Präsentation)
Weißes Paper in Streifen verschieden farbig malen. Die Einzelnen Farbstreifen sollten sich vermischen.
Dann Häuser aufkleben, die aus schwarzem Tonpapier aufgeklebt werden. (Hintergrundgestaltung - auch
mit Figuren einer Geschichte möglich)
Tafelkreise in Zuckerwasser einweichen und dann auf dunklem Tonpapier malen (bspw. zu "Der goldene
Fisch" von P. Klee)
Drucken mit bemalten Bausteinen (lackierte Bausteine mit Dispersionsfarbe bemalen und dann drucken)
Frottage (vgl. Kunstbildvorlage) Arbeitsauftrag: "Sucht nach Strukturen - entwickelt ein Bild - Lasst die
anderen raten, was ihr abgebildet habt.
Weiße Kerze zum Zaubern verwenden: Kerze mit Hand erwärmen, Bild mir Wachsstrichen überziehen, mit
Farben übermalen (ggf. mehrmals mit der Kerze Striche malen und dabei von hell - nach dunkel die Farben
wählen)
Papier nass machen und dann mit Kreide bemalen
Buttermilchtechnik mit Kreiden
Mischtechniken: Mit Wachsmalstiften Wassertiere malen und mit Wasserfarben (blau) übermalen.
Schablonentechnik (Kleeblätter auf das Blatt legen, mit Farbe ummalen, dann Kleeblatt wegnehmen und
Farben leicht verwischen
Pergamentpapier mit Wachmalkreiden bemalen (Linien sind wichtig), falten, in eine Zeitung legen und
überbügeln
Pusteklecksbilder mit Gesichtern malen (am besten verdünnte Plakafarbe) - Mischfarben sind möglich
Kartoffeldruck
Korkdruck
Stempelherstellung aus Moosgummi
Ausklapptechnik
Fotos bemalen (Schöpfungsbuch o.ä,)
Rollbilder, Collagen (Bilde in Streifen schneiden und verzerrt aufkleben, Bildteile aufkleben und ummalen,
Kunstwerke weitermalen)
Vulkanausbruch mit Reißtechnik (brauer Vulkan auf schwarzem Tonpapier, rote Streifen stellen die Lava
dar)
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