Zeitschrift für Naturschutz und Landschaftspflege Michael Manthey, Christoph Leuschner und Werner Härdtle Buchenwälder und Klimawandel Beech forests and climate change Seiten 441-445 Temperaturerhöhung allein dürfte kein ökophysiologisches Problem für mitteleuropäische Buchenpopulationen darstellen. Als wesentlich kritischer wird Trockenstress angesehen, welcher bei Eintreten prognostizierter sommerlicher Dürreperioden zumindest in Teilen Mitteleuropas beträchtlich zunehmend würde. Die Buche verfügt über eine Reihe von physiologischen Mechanismen zur Trockenheitsadaptation, welche es ihr mit großer Wahrscheinlichkeit ermöglichen werden, auf tiefgründigen Böden mittlerer bis guter Wasserspeicherkapazität in Mitteleuropa auch unter den projizierten Klimaänderungen die vorherrschende Baumart zu bleiben. Eine deutliche Verringerung der ökologischen Fitness und damit der Konkurrenzfähigkeit gegenüber stärker trockenheitsangepassten Baumarten sind dagegen an den westlichen und südlichen Arealrändern sowie auf flachgründigen Standorten zu erwarten. An increase of temperature should be not an eco-physiological problem for Central European beech populations, but stress by dryness could be critical. Because the beech has physiological mechanisms for adaptation to dryness, it will probably become the dominating tree species in Central Europe. A decline in ecological fitness is to be expected at the western und southern margins of the distribution area as well as on sites with low water capacity. Verlag W. Kohlhammer 2 Jahrgang 2010 07 Heft 9/10 85. Buchenwälder und Klimawandel Beech forests and climate change Michael Manthey, Christoph Leuschner und Werner Härdtle Durch die Forstwirtschaft wurde in den vergangenen zwei Jahrhunderten dem Anbau von schnellwüchsigen Nadelhölzern gegenüber Laubgehölzen der Vorzug gegeben, wodurch ihr Anteil auf aktuell 62 % der Waldfläche angestiegen ist (gegenüber 3 % natürlichen Anteils, Bundeswaldinventur 2002). Damit sind allerdings eine Reihe ökologischer und ökonomischer Probleme, wie z. B. Verlust von Ökosystemfunktionen, Verringerung der Bodengüte, erhöhte Windwurfgefahr sowie Anfälligkeit gegenüber Insektenkalamitäten, verbunden. Der Umbau naturferner Nadelholzforste zu naturnahen Laubwäldern ist daher seit ungefähr zwei Jahrzehnten ein zentraler Bestandteil moderner Forstpolitik. Die Dringlichkeit eines ökologischen Waldumbaus zeigt sich auch an dem stark angestiegenen Borkenkäferbefall der Fichte nach dem Trockenheits- und Wärmestress, der durch den „Jahrhundertsommer“ 2003 verursacht wurde. Die angestrebten Ziele des ökologischen Waldumbaus waren unter alleiniger Berücksichtigung vergangener waldbaulicher Fehlentwicklungen und bei Annahme von quasi-stabilen Umweltbedingungen, wie sie das Konzept der „potenziellen natürlichen Vegetation“ voraussetzt, relativ unstrittig. Im Zusammenhang mit den Prognosen zum globalen Klimawandel wird insbesondere die Rolle der Buche unter Forstwissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Praktikerinnen und Praktikern kontrovers diskutiert (siehe Rennenberg et al. 2004; Kölling et al. 2005; Ammer et al. 2005; Bolte 2005). 2 Vegetationswirksame Klimaveränderungen Der menschlich bedingte globale Klimawandel ist keine Perspektive ferner Zukunft, sondern bereits Realität (IPCC 2007). Verursacht durch einen CO2-Anstieg in der Atmosphäre um 35 % seit 1750 sind eine Reihe klimatischer Veränderungen nachzuweisen. So ist unter anderem die globale Oberflächentemperatur seit 1850 um 0,74 °C gestiegen, 11 der letzten 12 Jahre waren die wärmsten in diesem Betrachtungszeitraum, die Frequenz von Starkniederschlägen hat zugenommen und sowohl die Schneebedeckung, die Gletscher- als auch die Meereisfläche haben abgenommen. Klimaprojektionen sagen für das kommende Jahrhundert, je nach Energienutzungsszenario, eine weitere Erwärmung um durchschnittlich 1,8 – 4,0 °C voraus. Über die globalen Modelle hinaus stehen mittlerweile auch regionalisierte Klimamodelle für Deutschland zur Verfügung, die eine differenziertere Betrachtung der Auswirkungen prognostizierter Klimaänderungen auf Buchenwälder ermöglichen (REMO 2006; Spekat et al. 2006). Die Modellrechnungen von WETTREG ergeben für den Zeitraum 2071 – 2100 gegenüber den Jahren 1961 – 1990 einen Anstieg der Temperaturen zwischen 1,8 und 2,3 °C. Die stärkste Erwärmung könnte es im Norden Deutschlands (außerhalb des Küstenbereichs) sowie in den Voralpen geben. Die WETTREG-Simulationen des Niederschlags zeigen klare, jedoch gegenläufige Tendenzen für die Jahreszeiten Sommer und Winter, verbunden mit einer großen räumlichen Heterogenität. Für das Winterhalbjahr wird eine Zunahme des Niederschlags bis zum Zeitraum 2071 – 2100 von 20 – 30 % vorausgesagt. Hierbei wird die stärkste Zunahme in der Westhälfte Deutschlands, besonders im Bereich von Eifel und Hunsrück (bis zu 80 %), Odenwald, Spessart und Rhön sowie Unterfranken (stellenweise über 70 %) erwartet. Relativ geringe Änderungen werden für Brandenburg und Sachsen sowie für den Alpenraum projiziert. Für das Sommerhalbjahr wird eine deutliche Abnahme des mittleren Niederschlags von durchschnittlich ca. 20 % angenommen. Der stärkste Rückgang ist im ohnehin relativ trockenen Nordosten Deutschlands erkennbar und beträgt je nach Emissionsszenario in Vorpommern zwischen 25 % und über 40 %. Zusätzlich vegetationswirksam dürfte die bei steigenden Temperaturen gleichzeitig zu erwartende Zunahme von Starkregenereignissen sein, da mit diesen ein erhöhter Oberflächenabfluss bzw. geringere Versickerungsraten einhergehen. — 82. Jahrgang (2007) — Heft 9/10 3 Welche ökophysiologischen Voraussetzungen besitzt die Buche für eine erfolgreiche Anpassung an Klimaänderungen? Die Europäische Buche ist eine Baumart mit großer Toleranz gegenüber dem bodenchemischen Zustand und der Nährstoffverfügbarkeit. Sie ist vital und in der Regel auch konkurrenzstark sowohl auf basischen als auch starksauren Böden mit stark unterschiedlicher N-, P- und Basenversorgung (Leuschner et al. 1993, 2006). Auch gegenüber der Wasserversorgung ist sie recht tolerant: Buchenwälder existieren in Mitteleuropa bei Jahresniederschlägen zwischen 460 und ⬎ 2 000 mm (Leuschner 1998). Allerdings zeigen empirische Belege, dass die Buche gegenüber Trockenstress empfindlicher ist als Eiche, Hainbuche oder Linde. Buchen in Mischbeständen zeigten eine stärkere Absenkung von Wasserpotenzial, Blattleitfähigkeit und Photosynthese sowie des Stammholzzuwachses in ausgeprägten Trockenperioden als Eichen (Epron u. Dreyer 1993; Backes u. Leuschner 2000; Leuschner et al. 2001); ebenso ist die Buche anfälliger für Cavitation als z. B. die Eiche (Magnani u. Borghetti 1995; Bréda et al. 1993). Trockenheit kann auch Nährstoffmangel, insbesondere Stickstoffmangel, induzieren (z. B. Rennenberg et al. 2004). In extremen Trockenperioden werden vorzeitiger Blattabwurf sowie teilweises oder vollständiges Absterben alter Bäume beobachtet (s. Bréda et al. 2006; Meier u. Leuschner 2007a). Teilpopulationen der Buche aus verschiedenen klimatischen Regionen zeigen Unterschiede in ihrer Toleranz gegenüber Temperatur- und Trockenheitsextremen sowie in ihrer Phänologie. So wurden etwa von Višni u. Dohrenbusch (2004) 16 Buchenprovenienzen hinsichtlich ihrer Frostresistenz und Phänologie untersucht, die einen Nord-SüdGradienten von Norddeutschland bis Süditalien repräsentierten. Hierbei zeigten sich gute Übereinstimmungen zwischen klimatischen Bedingungen in den Herkunftsgebieten und der Frostresistenz, d. h. besonders hohe Toleranz in den mittel- und südosteuropäischen Her- 441 © 2011 W. Kohlhammer, Stuttgart 1 Einführung Buchenwälder und Klimawandel künften und geringe Toleranz bei den Individuen aus dem milderen Süditalien. Herkünfte mit hoher Frostresistenz zeigen darüber hinaus einen späteren Blattaustrieb als weniger frostharte Gruppen aus wärmeren Regionen. Neben diesen generellen Trends weisen Buchenklone unterschiedlicher geographischer Herkünfte aber auch eine hohe phänologische Plastizität auf (Kramer 1996). Wichtiger als die Frosthärte dürfte (bei tendenziell steigenden Temperaturen) für das langfristige Überleben von Buchenpopulationen in Mitteleuropa die Trockenheitstoleranz sein. Buchenpopulationen zeigen mit zunehmendem Trockenstress eine Reduktion ihrer Feinwurzelmasse (Leuschner u. Hertel 2003; Meier u. Leuschner 2007b), was als Hinweis auf eine Empfindlichkeit vor allem der unterirdischen Organe der Buche gegenüber Wassermangel gewertet werden kann. Verschiedene Populationen entlang eines klimatischen Gradienten zunehmender Sommerwärme und Tendenz zur Sommertrockenheit (Nordostdeutschland bis Zentralpolen) zeigten, dass Buchen aus trockeneren Klimaten durchschnittlich einen günstigeren Blattwasserstatus bei guter Bodenwasserverfügbarkeit aufweisen und später kritische Blattwasserpotenziale unterschreiten als Pflanzen niederschlagsreicherer Gebiete (Czajkowski u. Bolte 2005; vgl. auch Tognetti et al. 1995; Schraml u. Rennenberg 2002). Interessanterweise treten in allen untersuchten Populationen bei Trockenheit einzelne Individuen ohne angespannten Wasserstatus auf, die deutlich höhere Trockenheitstoleranzen aufweisen (Czajkowski u. Bolte 2005). Dies verdeutlicht, dass auf Grund hoher genetischer Variabilität der Buche innerhalb von Beständen (vgl. Konnert et al. 2000; Comps et al. 2001) auch Buchen aus bisher weniger trockenheitsgefährdeten Regionen bei Naturverjüngung das Potenzial zur selektiven Anpassung an erhöhten Trockenstress besitzen. Zahlreiche Untersuchungen zur Trockenheitstoleranz der Buche haben gezeigt, dass das Bild von einer ausgespro- chen trockenheits- als auch staunässeempfindlichen Art mit enger Feuchtigkeitsamplitude stark revidiert werden muss (z. B. Leuschner 1998; Leuschner et al. 2001a, 2001b; Schmid u. Leuschner 1998; Härdtle et al. 2004; Felbermeier 1994; Dittmer et al. 2003; Hertel et al. 2004). Ungeachtet der Tatsache, dass viele Buchenpopulationen gegenwärtig einen höheren Zuwachs zeigen als in früheren Dekaden (mögliche Ursachen sind z. B. eine bessere N-Versorgung und eine verlängerte Vegetationsperiode, s. Spiecker 1999), ist davon auszugehen, dass die Buche unter einem sommertrockneren Klima an ihrer heutigen Trockengrenze (Bestände ⬍ ca. 650 mm Niederschlag pro Jahr) und auf flachgründigen Böden durchaus von einem in Zukunft trockeneren Klima geschädigt werden könnte. 4 Können die außereuropäischen Buchenarten Anhaltspunkte zum ökologischen Verhalten unter veränderten Klimabedingungen liefern? Allgemein wird dem Klima die wichtigste Rolle bei der Arealdifferenzierung zuerkannt (Box 1981; Woodward 1987; Dahl 1998). Als wesentliche, die Verbreitung der Buche begrenzende Faktoren sind zu strenge sowie zu milde Winter, Spätfröste, eine zu geringe Wärmesumme während der Vegetationsperiode und Trockenheit diskutiert worden. Im Zuge von Climate Change ist es denkbar, dass es zu neuen Kombinationen der oben genannten Klimafaktoren kommt, die im heutigen Areal der europäischen Buche nicht auftreten, aber im Verbreitungsgebiet anderer Buchenarten in Nordamerika oder Ostasien zu finden sind. Die ökologischen Präferenzen dieser Schwesterarten könnten somit Hinweise zur Anpassungsfähigkeit der heimischen Buche an sich verändernde Klimabedingungen geben, vorausgesetzt, sie haben eine ähnliche physiologische Konstitution entwickelt. Fossilfunde weisen auf eine Entstehung der Gattung Fagus im Eozän im nördlichen Pazifischen Becken hin (Westliches Nordamerika und Kamtschatka; Pigg u. Wehr 2002; Budantsev 1997), gefolgt von einer westlichen Ausbreitung während des Oligozäns nach Zentralasien und Europa (Kvacek u. Walther 1991). Nach Shen (1992) besteht die Gattung rezent aus 13 Arten, welche disjunkt in den drei Schwerpunktgebieten sommergrüner Breitblatt-Laubwälder der Nordhemisphäre verbreitet sind. Die höchste Diversität weist Ostasien mit insgesamt 11 Arten auf, darunter 5 Lokalendemiten. 6 Arten weisen zusammenhängende Areale in Südchina und Japan auf (Denk 2003; Cao et al. 1995; Hong u. An 1993). Die Buchenvorkommen in China befinden sich auf Grund des ausgeprägten Monsunklimas hauptsächlich in perhumiden Gebirgslagen zwischen 700 und 2 500 m ü. NN, mit einem Gesamtareal, welches im Vergleich zu Japan, Nordamerika und Europa wesentlich nach Süden in die Subtropen verschoben ist (vgl. hierzu Cao et al. 1995; Liu et al. 2003). Im westlichen Eurasien und im östlichen Nordamerika (inklusive Mexiko) tritt jeweils nur eine Art (F. sylvatica bzw. F. grandifolia) mit relativ großen Arealen auf (Denk et al. 2002; Shen 1992; Flora of North America Editorial Commitee 1997). Europäische Autoren unterscheiden F. sylvatica und F. orientalis als zwei Arten. Phylogenetische Untersuchungen erbrachten hohe Übereinstimmungen zwischen den Arten der verbreiteten Untergattung Fagus, die auf eine geringe Differenzierungsrate seit der holarktischen Ausbreitung im Oligozän hinweisen (Denk et al. 2002; Denk 2003). Wie vergleichende Untersuchungen zur klimatischen Limitierung von FagusArten zeigen, gehen mit diesen starken morphologischen Übereinstimmungen auch Ähnlichkeiten in ihren realisierten klimatischen Nischen einher (Huntley et al. 1989; Cao et al. 1995; Peters 1997; Manthey u. Box 2007). Ein Vergleich zwischen der nordamerikanischen Jahresniederschlag b (mm) Art Verbreitung min max min max min max min max absolute MinimumTemperatur (°C) Fagus sylvatica a,b Europa und Vorderasien –4 10 15 27 471 2 000 –14 239 – 40 Fagus grandifolia a,b Fagus longipetiolata b,c Fagus engleriana b,c Östliches Nordamerika China China –13 –3 –8 12 10 4 17 15 15 28 26 23 776 850 740 2 050 2 770 2 400 32 26 61 225 289 274 – 40 k. A. k. A. Fagus lucida b,c China –4 5 17 23 1 200 2 700 111 320 k. A. Fagus crenata b,d,e Japan k. A. k. A. k. A. k. A. 1 200 3 200 15 300 – 30 e (– 38 d) Tmin (°C) Tmax (°C) Feuchte-Index b Quellen: a = MANTHEY u. BOX (2007); b = PETERS (1997); c = CAO et al. 1995; d = MATSUI et al. 2004; e = SAKAI 1975 442 — 82. Jahrgang (2007) — Heft 9/10 © 2011 W. Kohlhammer, Stuttgart Klimatische Limitierungen der sechs am weitesten verbreiteten Fagus-Arten. (Tmin = Durchschnittstemperatur des kältesten Monats, Tmax = Durchschnittstemperatur des wärmsten Monats, Feuchte-Index nach THORNTHWAITE 1948) Climatic limitations of the six most widely distributed Fagus species. (Tmin = standard temperature of the coldest month, Tmax = standard temperature of the warmest month, dampness index after THORNTHWAITE 1948) Buchenwälder und Klimawandel 5 Wie sensibel hat die Buche auf klimatische Veränderungen in der Vergangenheit reagiert? Die Buche hat nach pollenanalytischen Befunden sowohl in Europa als auch in Nordamerika auf die nacheiszeitliche Erwärmung mit einer im Vergleich zu Quercus, Ulmus, Tilia oder Fraxinus verzögerten Rückwanderung in nördliche Gebiete reagiert. Verschiedene Erklärungsansätze – wie z. B. eine Förderung anderer, Licht liebender Baumarten durch anthropogene Waldauflichtung, verzögerte Migrationsraten oder veränderte Häufigkeit von Feuern – wurden hierfür herangezogen. Zusätzliche Messungen zum Klimaverlauf, wie z. B. mit Hilfe von Sauer- stoffisotopenverhältnissen in Eisbohrkernen, ermöglichen bei Vorliegen genauer Datierung unabhängige Informationen zum Verlauf von Vegetationsund Temperaturänderungen. So zeigen Untersuchungen von Tinner u. Lotter (2001), dass die verzögerte Einwanderung der Buche in Europa wohl hauptsächlich klimatisch gesteuert war. Sauerstoff-Untersuchungen grönländischer Eiskerne zeigen eine sehr deutliche Abkühlung vor ca. 8 200 Jahren, die in Mitteleuropa im Jahresmittel etwa 1,7 °C betrug. Mit dieser abrupten Abkühlung ging eine allmähliche Veränderung der Saisonalität einher, von kontinentalen Bedingungen mit starken saisonalen Temperaturunterschieden zu milderen Wintern und kühleren Sommern, bedingt durch eine Veränderung der ErdumlaufbahnParameter (Kutzbach u. Webb 1993). Unmittelbar nach der Abkühlung nahm in den Untersuchungsgebieten in Süddeutschland bzw. der Zentralschweiz in weniger als 20 Jahren die bisher vorherrschende Hasel stark ab. Gleichzeitig traten erstmals Fagus und Abies mit kontinuierlich zunehmenden Pollensummen auf. Diese beiden Arten wuchsen wahrscheinlich schon vorher mit sehr kleinen Populationen im Gebiet auf besser wasserversorgten Sonderstandorten und konnten sich mit Verringerung der Verdunstungsbeanspruchung sehr schnell ausbreiten. Eine vergleichbar späte Expansion auf Grund verringerter Saisonalität zeigen Fagus grandifolia und Tsuga canadensis im östlichen Nordamerika (Huntley et al. 1989). Tinner u. Lotter (2001) schließen aus ihren Ergebnissen, dass der derzeitig stattfindende Klimawandel ähnlich drastische Veränderungen in der Baumartenzusammensetzung in Mitteleuropa verursachen könnte, jedoch in anderer Richtung als 8200 BP , als die Buche begünstigt wurde. Im Gebiet des heutigen China war die Gattung Fagus im Spättertiär wesentlich weiter nördlich verbreitet als heute (Liu et al. 2003). Mit Einsetzen des Monsunklimas und dem hiermit verbundenen Rückgang der Niederschläge und deren Konzentration auf das Sommerhalbjahr zogen sich die Buchenarten zu Beginn des Pleistozäns auf die subtropischen Gebirgslagen mit ganzjähriger Niederschlagsversorgung zurück. Da die Klimaprojektionen für Mitteleuropa aber eine gegenteilige Klimaentwicklung mit feuchteren Wintern sowie trockeneren Sommern vorhersagen (quasi eine Mediterranisierung des Klimas), kann die Klima- und Vegetationsgeschichte Ostasiens nicht als Modell dienen. Sie zeigt aber zumindest die hohe Sensitivität der Gattung Fagus gegenüber einer zunehmenden Aridisierung an. — 82. Jahrgang (2007) — Heft 9/10 6 Lassen sich bereits Veränderungen im ökologischen Verhalten der Buche erkennen? Bioklimatische Modelle zur zukünftigen Verbreitung der Buche unter veränderten Klimabedingungen prognostizieren Arealgewinne in Richtung Norden und Nordosten und Arealverluste vor allem im Westen und Südwesten (z. B. Sykes et al. 1996; Box u. Manthey 2006). Das mitteleuropäische Kerngebiet der Buchenverbreitung würde nach diesen Modellrechnungen dagegen nicht betroffen sein. Solche Modelle klammern allerdings eine Reihe anderer vegetationswirksamer Faktoren aus, vereinfachen stark und sollten daher mit der notwendigen Vorsicht interpretiert werden (Pearson u. Dawson 2003; Hampe 2004). Mittels dendroökologischer Untersuchungen sowie Forstinventuren ist es dagegen möglich, klimainduzierte Wachstumsreaktionen von Baumarten in der jüngsten Vergangenheit nachzuweisen. So zeigen Untersuchungen von Jump et al. (2006), dass Fagus sylvatica an ihrer südlichen, trockenheitsinduzierten Verbreitungsgrenze in Nordostspanien seit etwa 1975 eine deutliche Verringerung des Wachstums aufweist. Bei älteren, sich reproduzierenden Bäumen betrug dieser Wachstumsrückgang gegenüber dem Zeitraum vor 1975 immerhin 49 %. Da vergleichbare Trends bei Populationen höherer Bergstufen nicht erkennbar waren, wird als wahrscheinliche Ursache für dieses Phänomen die Erhöhung der Temperaturen bei stagnierenden Niederschlagssummen im Betrachtungszeitraum angenommen. Gänzlich gegensätzliche Trends im Wuchsverhalten der Buche fanden dagegen Spiecker (1999), Dittmar et al. (2003) und andere für Mitteleuropa. Hier zeigen sich seit 1950 ansteigende Wuchsleistungen für niedrige Lagen und durchgehend verringerte Zuwächse in höheren Lagen. Für Bayern konnte Felbermeier (1994) zudem zeigen, dass zwischen 1980 und 1992 die Höhenzuwächse der Buche zugenommen haben und die Art eine unerwartet hohe Trockenheitstoleranz aufweist. Die stärksten Höhenzuwächse werden in den wärmsten Regionen Bayerns erreicht (Felbermeier 1994). Die erhöhten Zuwächse in tiefen Lagen lassen sich wahrscheinlich am ehesten durch einen Variablenkomplex (Veränderungen in Landnutzung, Forstmanagement, Störungsregime, Temperaturregime, Stickstoffeinträgen und CO2-Konzentration) erklären. Die Zuwachsverluste in höheren Lagen werden hauptsächlich auf photo-oxidativen Stress infolge erhöhter Ozonkonzentrationen zurückgeführt. Von besonderem Interesse ist die Er- 443 © 2011 W. Kohlhammer, Stuttgart und der europäischen Buche zeigt, dass sowohl die Arealgrenzen als auch die Abundanzen der Arten eindeutig klimatisch bestimmt sind und über Kontinentgrenzen hinweg eine hohe Übereinstimmung aufweisen (Huntley et al. 1989). In der Tab. sind für die 6 wichtigsten Fagus-Arten einige klimatische Limitierungen dargestellt worden. Die weiteste Amplitude bezüglich der durchschnittlichen Januartemperaturen weist die nordamerikanische Fagus grandifolia auf, die ihre nordwestliche Verbreitungsgrenze erst bei –13 °C erreicht und im Süden ihres Areals am Golf von Mexiko noch bei sehr milden 12 °C vorkommt. Unter diesen Bedingungen wächst sie in den meisten Habitaten nur in der mikroklimatisch etwas günstigeren zweiten Baumschicht. Lediglich an Standorten mit ganzjährig gleichmäßiger Wasserversorgung des Hauptwurzelraums kann sie auch in die erste Baumschicht einwachsen (Peters 1997). Die noch weiter südlich gelegenen und stark gefährdeten Tertiär-Reliktvorkommen der Mexikanischen Buche (Fagus grandifolia var. mexicana) sind auf kühleren Höhenlagen zwischen 1 400 und 2 000 m der Sierra Madre Oriental beschränkt (Williams-Linera et al. 2003). Obwohl die europäische Buche wie auch die ostasiatischen Arten ihre nördliche bzw. nordöstliche Verbreitungsgrenzen bereits bei höheren winterlichen Durchschnittstemperaturen erreichen, sind die ökologisch aussagekräftigeren absoluten realisierten Mindesttemperaturen für Fagus sylvatica, Fagus grandifolia und Fagus crenata nahezu identisch. Hohe Übereinstimmungen bestehen weiterhin bei den Amplituden der Sommertemperaturen und der Feuchte-Indizes, wobei bei Letzterem interessanterweise Fagus sylvatica die höchste Trockentoleranz aufweist (zu möglichen Ursachen hierfür siehe Manthey u. Box 2007). Buchenwälder und Klimawandel 7 Zusammenfassung Temperaturerhöhung allein dürfte kein ökophysiologisches Problem für mitteleuropäische Buchenpopulationen darstellen. Als wesentlich kritischer wird Trockenstress angesehen, welcher bei Eintreten prognostizierter sommerlicher Dürreperioden zumindest in Teilen Mitteleuropas beträchtlich zunehmend würde. Die Buche verfügt über eine Reihe von physiologischen Mechanismen zur Trockenheitsadaptation, welche es ihr mit großer Wahrscheinlichkeit ermöglichen werden, auf tiefgründigen Böden mittlerer bis guter Wasserspeicherkapazität in Mitteleuropa auch unter den projizierten Klimaänderungen die vorherrschende Baumart zu bleiben. Eine deutliche Verringerung der ökologischen Fitness und damit der Konkurrenzfähigkeit gegenüber stärker trockenheitsangepassten Baumarten sind dagegen an den westlichen und südlichen Arealrändern sowie auf flachgründigen Standorten zu erwarten. Summary An increase of temperature should be not an eco-physiological problem for Central European beech populations, but stress by dryness could be critical. Because the beech has physiological mechanisms for adaptation to dryness, it will probably become the dominating tree species in Central Europe. A decline in ecological fitness is to be expected at the western und southern margins of the distribution area as well as on sites with low water capacity. 444 8 Literatur Ammer, C.; Albrecht, L.; Borchert, H.; Brosinger, F.; Dittmar, C; Elling, W.; Ewald, J.; Felbermeier, B.; Gilsa, H. von; Huss, J.; Kenk, G.; Kölling, C.; Kohnle, U.; Meyer, P.; Mosandl, R.; Moosmayer, H.-U.; Palmer, S.; Reif, A.; Rehfuss, K.-E. u. Stimm, B. (2005): Zur Zukunft der Buche (Fagus sylvatica L.) in Mitteleuropa – Kritische Anmerkungen zu einem Beitrag von Rennenberg et al. (2004). Allg.Forst- u. J.-Ztg. 176: 60 – 67. Backes, K. u. Leuschner, C. (2000): Leaf water relations of competitive Fagus sylvatica L. and Quercus petraea (Matt.) Liebl. trees during four years differing in soil drought. Can. J. For. Res. 30: 335 – 346. Bohn, U.; Gollup, G.; Hettwer, C.; Neuhäuslova, Z.; Schlüter, H. u. Weber, H. (2003): Karte der natürlichen Vegetation Europas. Bundesamt für Naturschutz. Bonn-Bad Godesberg. Bolte, A. 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Leuschner, C.; Meier, I. C. u. Hertel, D. (2006): On the niche breadth of Fagus sylvatica: soil nutrient sta- — 82. Jahrgang (2007) — Heft 9/10 © 2011 W. Kohlhammer, Stuttgart kenntnis, dass – zumindest in tieferen Lagen – die Buche zwar sehr sensitiv auf Trockenstress mit verringertem Jahrringzuwachs reagiert, diese Reaktion aber immer nur ein bis selten zwei Jahre anhält und danach die Bestände wieder zu normalen Wachstumsraten zurückkehren. Phänologische Veränderungen als direkte Folge des bereits stattfindenden Klimawandels sind bei zahlreichen Organismengruppen eindeutig nachweisbar (z. B. Menzel u. Fabian 1999; Walther et al. 2002; Parmesan u. Yohe 2003). Bei der Buche hat sich etwa in der Schweiz in den letzten 50 Jahren der Zeitpunkt der Blattentfaltung um 11,9 Tage verfrüht (Defila 2005). Auch der Blattfall hat sich um 4,8 Tage hinausgezögert, allerdings ist dieser Trend hauptsächlich auf der Südseite der Alpen feststellbar. Eine verlängerte Vegetationsperiode erhöht zusätzlich die Produktivität. Inwiefern allerdings eine zu erwartende weitere Verfrühung des Blattaustriebs in Mitteleuropa zu einer Erhöhung der Spätfrostgefährdung führt, ist umstritten (Kramer 1996). Buchenwälder und Klimawandel species: are bioclimate envelope models useful? Global Ecology and Biogeography 12: 361– 371. Liu, H.; Xing, Q.; Ji, Z.; Xu, L. u. Tian, Y. (2003): An outline of Quaternary development of Fagus forest in China: palynological and ecological perspectives. Flora 198: 249 –259. Peters, R. (1997): Beech forests. Geobotany 24: 1–169. Pigg, K. B. u. Wehr, W. C. (2002): Tertiary flowers, fruits and seeds of Washington State and adjacent areas – part III. Washington Geology 30: 3 –16. Magnani, F. u. Borghetti, M. (1995): Interpretation of seasonal changes of xylem embolism and plant hydraulic resistance in Fagus sylvatica. Plant Cell Environ. 18: 689 – 696. 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(2003): Predicting the impacts of climate change on the distribution of Prof. Dr. Michael Manthey • Korrespondierender Autor • Institut für Botanik und Landschaftsökologie Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald Grimmer Straße 88 17487 Greifswald E-Mail: [email protected] Geboren 1967 in Wismar, Studium der Biologie (Diplom) an den Universitäten Osnabrück und Greifswald; 1996 Diplom in den Fächern: Landschaftsökologie, Zoologie sowie Geographie; 2002 Promotion (Universität Greifswald); 1997–2003 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Botanik und Landschaftsökologie an der Universität Greifswald, 2003–2005 Postdoc-Stipendiat der Leopoldina an der University of Georgia in Athens/Georgia, USA. Seit Oktober 2005 Juniorprofessor für Vegetationsökologie an der Universität Greifswald. Arbeitsgebiete: Vegetationsökologie (Wälder, Segetalvegetation), Biogeographie, Makroökologie, Numerische Ökologie. Shen, C. F. (1992): A monograph of the genus Fagus Tourn. ex L. (Fagaceae). Ph. D. Dissertation. The City University of N. Y. Spekat, A.; Enke, W. u. Kreienkamp, F. (2006): Neuentwicklung von regional hoch aufgelösten Wetterlagen für Deutschland und Bereitstellung regionaler Klimaszenarien mit dem Regionalisierungsmodell WETTREG 2005 auf der Basis von globalen Klimasimulationen mit ECHAM5/MPI – OM T63L31 2010 bis 2100 für die SRES – Szenarien B1, A1B und A2. Projektbericht im Rahmen des F + E-Vorhabens 204 41 138 „Klimaauswirkungen und Anpassung in Deutschland – Phase 1: Erstellung regionaler Klimaszenarien für Deutschland“. 94 S. Spiecker, H. (1999): Overview over recent growth trends in European Forests. Special Issue: Forest Growth Response to the Pollution Climate of the 21st Century, edited by L. J. Sheppard and J. N. Cape. Water, Air and Soil Pollution 116: 33 – 46. Sykes, M. T.; Prentice, I. C. u. Cramer, W. (1996): A bioclimatic model for the potential distributions of north European tree species under present and future climates. 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Habilitation 1994 in Göttingen (venia legendi für Botanik). Forschungsaufenthalte auf Hawaii und Réunion. Von 1996 bis 2000 Professur für Ökologie am Fachbereich Biologie, Universität Kassel, seit 2000 Professur für Pflanzenökologie und Ökosystemforschung, Universität Göttingen; Direktor des Neuen Botanischen Gartens, Leiter des Zentrum für Biodiversitätsforschung und Ökologie, Sprecher des Graduiertenkollegs 1086 (Funktionale Biodiversitätsforschung in Wäldern). Forschungsprojekte in Deutschland, Polen, Indonesien, Ecuador und Costa Rica. Arbeitsgebiete: Ökologie mitteleuropäischer und tropischer Bäume, Ökologie des Wurzelsystems von Bäumen, Stoffumsätze in Wäldern, Walddynamikforschung und Klimawandel in Wäldern, Ökologie der tropisch-alpinen Waldgrenze, Schutz von Agrarphytozönosen. Geboren 1957 in Stuttgart; Studium der Biologie (Diplom) an den Universitäten Göttingen und Kiel; 1984 Diplom in den Fächern Botanik, Meeresökologie und Chemie; Zusatzstudium im Fach Bodenkunde an der Agrarwissenschaftlichen Fakultät der Universität Kiel; 1990 Promotion (Universität Kiel); Dissertationsprüfung in den Fächern: Botanik/Geobotanik, Meeresökologie und Bodenkunde; von 1992 bis 1994 Akademischer Rat im Fachbereich Biologie (Fach Ökologie) an der Universität Osnabrück; von 1994 bis 1997 Hochschuldozent für Botanik an der Universität Lüneburg (Fachbereich Kulturwissenschaften), 1994 Habilitation (Universität Lüneburg); Venia legendi in den Fächern Geobotanik und Landschaftsökologie; seit 1997 Professur für Ökologie (insbes. Landschaftsökologie und Naturschutz) an der Universität Lüneburg (Fakultät Umwelt und Technik). Arbeitsgebiete: Waldökologie und Walddynamik; Nährstoffvorrat und Nährstoffhaushalt (Wald/Heide-Ökosysteme); Beziehungen zwischen Biodiversität und Naturhaushalt, Beziehungen zwischen Vegetation und Standort sowie Landnutzungseinfluss. — 82. Jahrgang (2007) — Heft 9/10 445 © 2011 W. Kohlhammer, Stuttgart tus in 50 Central European beech stands on a broad range of bedrock types. Ann. Sci. For. 63: 355 –368.