Total - repOSitorium - Universität Osnabrück

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UNIVERSITÄT OSNABRÜCK
Fachbereich Psychologie
Neuropsychologische Störungen und Symptomatik bei
schizophrenen und depressiven Patienten
Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades
im Fachbereich Psychologie
der Universität Osnabrück
vorgelegt von
Changiz Rahimi
Universität Osnabrück . Frühling 2001
Diese Arbeit wurde dem Fachbereich Psychologie der Universität Osnabrück als Dissertation zur
Erlangung des Grades eines Doktors der Naturwissenschaften (Dr. rer. Nat.) vorgelegt.
Tag der Disputation:
Erstgutachter:
Zweitgutachter:
7. Juni 2000
Prof. Dr. Karl Heinz Wiedl
Prof. Dr. Henning Schöttke
2
Danksagung
Mein besonderer Dank gilt Herrn Prof. Dr. Karl Heinz Wiedl, der
mich intensiv in allen Phasen dieser Arbeit über eine lange Zeit
motivierte und betreut hat. Er versetze mich so in die Lage,
meine Arbeit zu einem guten Ende zu bringen.
Ganz herzlich möchte ich auch Herrn Prof. Dr. Henning
Schöttke danken für seine kritische Beratung und Betreuung
während der Erstellung dieser Arbeit, besonders bei der
methodischen Anregung und der statistischen Datenanalyse.
Dank auch an Frau Anni Raming, die mir als Germanistin
immer zur Seite stand und meine Arbeit mit Interesse und
großem Wohlwollen begleitet hat.
3
Inhaltsverzeichnis
1
Einleitung
6
2
Hirnuntersuchungen bei schizophrenen Patienten
10
2.1
2.2
2.3
3
Neurophysiologische Studien
Neuroradiologische Befunde
Zusammenfassung der neurophysiologischen und neuroradiologischen
Befunde
Neuropsychologie der Schizophrenie
3.1
3.2
3.3
3.4
3.5
Störungen sprachlicher Funktionen (Sprachflüssigkeit) bei Schizophrenen
Problemlösen bei schizophrenen Patienten
Abstraktionsdefizit in der Schizophrenie
Aufmerksamkeitsstörungen bei Schizophrenen
Gedächtnisstörungen bei schizophrenen Patienten
10
15
20
23
23
25
29
34
41
4
Die Neuropsychologie der Depression
49
5
Plus- und Minussymptomatik der Schizophrenie
53
5.1
5.2
5.3
5.4
Dichotomiemodelle der Schizophrenie
Beurteilung von negativen/positiven Symptomen
Funktionelle und strukturelle Gehirndefizite in Beziehung mit Minusund Plussymptomatik
Minus- und Plussymptomatik: Die Beziehung zu neuropsychologischen
und kognitiven Störungen
54
55
56
60
6
Selbstbericht
66
7
Zusammenfassung und Fragestellungen
69
8
Methode
83
8.1
8.2
8.2.1
8.2.2
8.2.3
8.2.4
Patientenstichproben
Untersuchungsinstrumente
Neuropsychologische Instrumente
Beurteilung der Plus- und Minussymptomatik
Selbstbericht
Untersuchungsablauf
83
86
86
91
92
92
4
9
Ergebnisse
94
Tests zur Erfassung frontaler Funktionen
Tests zur Erfassung fronto-temporaler Funktionen
Test zur Erfassung parietaler Funktionen
Symptomatik
Selbstbericht
Korrelationen
Zusammenfassung der Ergebnisse
94
101
108
111
119
124
129
10
Gesamtdiskussion und Zusammenfassung
136
11
Anhang 1
155
12
Anhang 2
179
13
Anhang 3
180
14
Literaturverzeichnis
181
9.1
9.2
9.3
9.4
9.5
9.6
9.7
5
1
Einleitung
Kognitive Störungen sind seit Kraepelin ein wesentliches Merkmal der Schizophrenie. Es wurden
zahlreiche Untersuchungen bezüglich der neuropsychologischen Testleistungen in der
Schizophrenie veröffentlicht. Die Patienten haben in einer großen Anzahl von standardisierten
Testbatterien kognitive Störungen gezeigt; die Ergebnisse sind uneinheitlich und teilweise
widersprüchlich. Die Ähnlichkeiten zwischen kognitiven Störungen und klinischen Symptomen
bei schizophrenen Patienten und neurologisch Erkrankten waren eine der Ursachen, um eine
mögliche Beziehung zwischen einer Abnormität in den Gehirnfunktionen und dem Verhalten der
schizophrenen Patienten anzunehmen. Die Annahme von einem zugrunde liegenden
neuropathologischen Prozess in der Schizophrenie entstand nach dem Vergleich von schizophren
Erkrankten und hirngeschädigten Patienten. Einige Untersuchungen (Heaton et al., 1978) konnten
Schizophrene mittels neuropsychologischer Tests nicht von Hirngeschädigten unterscheiden.
Ähnliche kognitive Störungen wurden besonders zwischen chronisch schizophrenen Patienten
und Hirngeschädigten nachgewiesen. Später unterstützten die neuen neuroradiologischen und
neurophysiologischen Methoden diese Hypothese. Die uneinheitlichen und widersprüchlichen
neuropsychologischen Testleistungen sowie funktionelle und strukturelle Befunde verursachten
unterschiedliche Theorien in der Schizophrenie. Verschiedene neuropsychologische
Untersuchungen bestimmten insgesamt zwei Muster von kognitiven Leistungen in der
Schizophrenie einschließlich lokalisierter oder generalisierter Muster. Trotz des Fortschrittes
durch neurophysiologische und neuroradiologische Methoden sind Annahmen über eine
mögliche Region im Gehirn, wo eine Verletzung Schizophrenie produzieren könnte,
widersprüchlich. Obwohl viele Forscher schizophrene Patienten mit Hilfe von verschiedenen
neuropsychologischen Tests untersucht haben, beschränkt sich kein Muster von standardisierten
Testleistungen auf Schizophrenie (siehe Goldstein, 1986). Seit der berühmten Hypothese von
Kraepelin über eine Beziehung zwischen der Frontallappenpathologie und schizophrenen
Symptomen gibt es eine wachsende Anzahl von Untersuchungen, die die Beteiligung der
Frontallappen in der Pathologie der Schizophrenie annehmen. Kraepelin nahm an, dass Störungen
des frontalen und temporalen Neocortex hauptsächlich an der Schizophrenie beteiligt sind.
Entsprechend dieser Theorie sind Defizite von höher kognitiven Funktionen am
wahrscheinlichsten das Ergebnis der Frontallappendefizite, aber einige andere Symptome, wie
z.B. auditorische-verbale Halluzinationen, sind durch Temporallappendefizite erklärbar (zitiert
nach Zec & Weinberger, 1986, S. 177).
Patienten mit Frontallappenläsionen zeigen verschiedene kognitive Störungen.
Aufmerksamkeitsstörungen sind als deutliche Symptome der Frontallappenläsionen bekannt.
Nach Lezak (1995) gibt es keinen reinen Test für die Erhebung von Aufmerksamkeit; in der
klinischen Literatur wurden aber einige neuropsychologische Tests, spezifisch zur Erfassung der
Aufmerksamkeitsfähigkeit bei Patienten mit Frontallappenverletzungen, vorgeschlagen. Der
Stroop Test ist häufig zur Beurteilung der Frontallappenfunktionen verwendet worden. Dieser
Test beurteilt den Interferenzeffekt bezüglich der selektiven Aufmerksamkeit. Neurologische
Patienten mit Frontallappenläsionen zeigten ein Defizit im Stroop Test (Perret, 1974; Helmstädter
et al., 1996; Vendrell et al., 1995). Mehrere Untersuchungen haben die Beziehung zwischen
verbaler Flüssigkeit und cerebralen Verletzungen, besonders in den Frontallappen, bewiesen.
Patienten mit Frontallappenverletzungen zeigten größere Beeinträchtigungen beim verbalen
Flüssigkeitstest (VFT) als Patienten mit Läsionen anderer Bereiche des Gehirns. Mehrere Studien
bestätigten ein Defizit des Sprachflusses nach Frontallappenverletzungen (Milner, 1964; Butler et
al., 1993; Benton, 1968; Perret, 1974; Miller, 1984). Die Störung der Abstraktion ist häufig bei
6
hirngeschädigten Patienten, besonders nach Frontallappenschädigung, beobachtbar. Diese
Patienten zeigen Unflexibilität, Rigidität und Perseveration in ihrem Verhalten (Walsh, 1987).
Der WCST wird in der Forschung als ein Test angewendet, der empfindlich auf
Frontallappenschädigungen reagiert und die Abstraktionsfähigkeit der Versuchspersonen
beurteilen kann. Die meisten Untersuchungen stellten fest, dass die Patienten mit Läsionen des
Frontalhirns schlechtere Leistungen als nicht-frontalhirngeschädigte Patienten im WCST zeigten
(Milner, 1963,1975; Drewe, 1974; Malmo, 1974; Nelson, 1976; Robinson 1980; Heaton, 1981;
Arnett, 1994). Der Frontallappen scheint ebenfalls direkt an höhere kognitive Funktionen wie
Planung und Problemlösen beteiligt zu sein. Verschiedene Theorien, besonders
Informationsverarbeitungsmodelle, haben die Rolle des frontalen Kortex bezüglich der Planung
beschrieben (Luria, 1973; Fuster, 1989; Shallice, 1982; Pribram, 1973). Nach Fuster (1989) sind
die Störungen des Planungsverhaltens spezifisch für Funktionsstörungen des präfrontalen Kortex.
Diese Störungen werden insbesondere nach einer Frontallappenschädigung deutlich. Das
Planungsdefizit ist häufiger als andere Symptome nach Präfrontallappensstörungen vermutet
worden. Nach Luria (1973) sind die Problemlösestörungen, insbesondere in komplexen
Situationen, der beste Test zur Schätzung der Frontallappenläsionen. Frontalhirngeschädigte
Patienten können komplexe Probleme nicht lösen. Der Turm von Hanoi (TvH) kann zwischen
hirngeschädigten Patienten und nicht-hirngeschädigten Probanden differenzieren (Schöttke, 1988,
1990, Schöttke & Oeste, 1993). Dieser Test zeigt besonders Frontallappenstörungen (Funke &
Grube-Unglaub, 1993; Owen et al., 1990; Goel & Grafman, 1995). Die Untersuchungen mit hirngeschädigten Patienten (Schöttke 1990; Schöttke & Oeste, 1993; Glosser & Goodglass, 1990)
und rCBF-Studien bei gesunden Probanden (Rezai et al., 1993) zeigten, dass besonders
linksseitige Frontallappen eine wichtige Rolle bezüglich der Problemlöseaufgaben spielen. Die
Patienten mit präfrontalen Läsionen können keinen neuen Plan für ihr zukünftiges Verhalten
formulieren. Fuster (1989) ist der Auffassung, dass die Funktionen „Gedächtnis“ und
„Preparatory Set“ Ursache einiger Frontallappenstörungen, wie z.B. Aufmerksamkeitsstörungen
und Störungen in den Denkprozessen, sind; ebenso treten Ähnlichkeiten zwischen schizophrenen
Menschen und Patienten mit präfrontalen Syndromen auf. Die Rolle der Frontallappen
hinsichtlich der Gedächtnisfunktionen ist ein kontroverses Thema. Obwohl die
Gedächtnisstörung kein fundamentales Defizit bezüglich der Frontallappenschädigung ist, kann
die kognitive Beeinträchtigung des Frontallappens die Gedächtnisprozesse aber beeinflussen. Die
Studien zeigten, dass Patienten mit linken und rechten Frontallappenverletzungen sowohl in
verbalen als auch nicht verbalen Aufgaben beeinträchtigt sind, aber Patienten mit
Temporallappenverletzungen eine materialspezifische Wirkung zeigten.
Shallices Theorie kann anormales Verhalten in Beziehung mit einer frontalen
Hirnschädigung erklären. Nach diesem Modell sollte eine Frontallappenschädigung nur eine
Beeinträchtigung der nicht routinemäßigen Aktivität verursachen, während routinemäßig gelernte
Aufgaben normal ablaufen. Wenn das SAS (Supervisory Attentional System) die „contension
scheduling“ nicht modulieren kann, können zwei Arten des Verhaltens beobachtet werden:
Perseveration und Distraktibilität. Diese zwei Arten des Verhaltens sind bei Patienten mit
Frontallappenschädigung beobachtbar.
Im allgemeinen zeigt sich, dass Patienten mit
Frontallappenläsionen (die Patienten mit Problemen im SAS) sich keine entsprechende Strategie
zur Lösung einer Problemsituation ausdenken können, wenn kein routinemäßiges Verhalten
vorhanden ist (siehe Shallice & Burgess, 1991; Stuss et al., 1995). Stuss und Benson (1986)
beschrieben klinische und anatomische Funktionen und neuropsychologische Testleistungen, die
in Verbindung mit den Frontallappen stehen und stellten eine anatomische Verhaltenstheorie
(Behavioral Anatomical Theory) für Frontallappenfunktionen auf. Sie haben drei separate
7
Niveaus von Frontallappenfunktionen postuliert. In der Hierarchie der Gehirnfunktionen ist das
frontale funktionelle System (Antrieb und Sequenzierung) die erste frontale Ebene. Die zweite
frontale Ebene sind die exekutiven Funktionen. Selbstbewusstsein ist die höchste Eigenschaft der
Frontallappen (siehe Stuss & Benson, 1986, S. 248). Viele wichtige Aktivitäten des
Frontallappens sind in der zweiten frontalen Ebene (Exekutive Funktionen). Sie sind in
nichtroutinemäßigen neuen Situationen, die neue Lösungen erfordern, wichtig.
Nach Kraepelins Hypothese wird vermutet, dass schizophrene Patienten Defizite in den
kognitiven Prozessen, die durch Tests zur Erfassung von frontalen und/oder frontotemporalen
Funktionen messbar sind, zeigen. Historisch wurden ähnliche klinische Kennzeichen von
Patienten mit Schizophrenie und jenen mit Schaden an den Frontallappen als eine
Frontallappendysfunktion in der Schizophrenie betrachtet. Entsprechend Frith (1992) zeigen
Schizophrene und Patienten mit Frontallappenläsionen drei ähnliche Verhaltensabnormitäten:
Mangel an selbsteingeleiteter Aktivität „lack of self-initiated activity“, perseverative und
stereotypische Aktivität „perseverative and stereotyped activity“, und unpassende Reaktion auf
Stimulans „inappropriate response to stimuli“. Andererseits sind einige Autoren der Meinung,
dass nur ähnliche neuropsychologische Defizite und/oder gleiche klinische Symptome (wie z.B.
negative Symptome) in beiden Patientengruppen (Schizophrene und Patienten mit Läsionen des
Frontallappens) die Dysfunktionen des Frontallappens in der Schizophrenie nicht beweisen
können (siehe z.B. Zec & Weinberger, 1986).
Es wurde ebenfalls ein Temporallappendefizit in der Schizophrenie postuliert (Kolb &
Whishaw, 1983; Taylor & Abrams, 1984). Eine Schädigung des Temporallappens verursacht
Gedächtnisstörungen, die materialspezifisch sind. Patienten mit linksseitigen Läsionen zeigen
verbale Gedächtnisdefizite. Sie können das verbale Material nicht abrufen und haben
Schwierigkeiten, sich an Wortlisten zu erinnern oder die Wortpaare zu lernen (siehe Canavan et
al., 1990). Patienten mit rechtsseitigen Läsionen zeigten aber nicht-verbale Gedächtnisstörungen.
Die verbalen Gedächtnisaufgaben, die Patienten mit Läsionen des Linkstemporallappens nicht
erfolgreich schaffen können, werden von den Patienten mit rechten temporalen Läsionen normal
durchgeführt. Sie haben Schwierigkeiten, das nicht-verbale Material wie geometrische
Zeichnungen abzurufen (Goldstein et al., 1988). Die verbale Version konnte besser zwischen
Patienten mit einer links-, und rechtstemporalen Lobektomie diskriminieren als die nicht-verbale
Version. Insgesamt zeigten Patienten mit Temporallappenläsionen, besonders mit umfangreichen
Hippocampusläsionen (Petrides, 1985; Milner, 1982), materialspezifische Störungen, die mit der
Lokalität der Läsion variieren (Links-nichtverbal vs. Rechts-verbal).
Die Ergebnisse von zahlreichen Studien zeigten Abnormitäten in anderen Teilen des
Gehirns der schizophrenen Patienten, wie z.B. im limbischen System, im Stammhirn, in den
Basalganglien und in der Substantia Innominata, im Parietallappen, Cerebellum und
Okzipitallappen (siehe Zec & Weinberger, 1986). Nach Luria (1973) sind menschliche mentale
Prozesse komplex und nicht in einem bestimmten Bereich des Gehirns lokalisiert. Er postuliert,
dass drei prinzipiell funktionelle Einheiten „unit“ in verschiedenen Regionen des Gehirns
lokalisiert sind. Die Beteiligung von diesen Funktionen ist für jede Art des Verhaltens notwendig.
Ausgehend von neurologischen Untersuchungen wurde ebenfalls eine Beeinträchtigung der
dominierenden Hemisphäre bei schizophrenen Patienten vermutet. Einige neuropsychologische
Untersuchungen haben ebenfalls gezeigt, dass schizophrene Patienten anstatt einer fokalen oder
regionalen Funktionsstörung ein generalisiertes Defizit in den kognitiven Funktionen zeigen.
Dies macht die Interpretation der Befunde schwierig.
8
Außer Vergleichen der kognitiven Störungen zwischen Schizophrenen und Patienten mit
Frontallappendefizit sind die Vergleiche zwischen einigen klinischen Merkmalen der beiden
Patientengruppen eine andere Möglichkeit zur Überprüfung einer Frontallappenstörung in der
Schizophrenie. Jedoch wurden die ähnlichen kognitiven Störungen und die Symptomatik bei
beiden Patientengruppen nicht bei allen schizophrenen Patienten bestätigt. Viele schizophrene
Patienten zeigen keine kognitiven Störungen und/oder negative Symptome wie Patienten mit
Frontallappenfunktionsstörung. Dichotomiemodelle der Schizophrenie (z.B. Crow, 1982)
versuchen diese Diskrepanz zu erklären. Er teilte die schizophrenen Patienten entsprechend
klinischer Merkmale in zwei Gruppen ein: Patienten mit negativen Symptomen (chronische
Phase) und Patienten mit positiven Symptomen (akute Phase). Die chronischen Patienten zeigen
die Symptome von Patienten mit Frontallappenfunktionsstörung. Die Befunde in Verbindung mit
kognitiven Defiziten bei schizophrenen Patienten mit negativen oder positiven Symptomen sind
sehr widersprüchlich und benötigen neue Untersuchungen. Die moderne neurodiagnostische
Technologie gibt uns mehr Information über alte Hypothesen, aber die neuen Ergebnisse machen
die widersprüchlichen Befunde komplexer. Insgesamt führten die uneinheitlichen und
unspezifischen neuropsychologischen Testleistungen zur Annahme von verschiedenen Theorien
in der Schizophrenie. Die meisten Forscher haben ähnliche kognitive Störungen und eine
ähnliche Symptomatik bei chronisch schizophrenen Patienten gefunden und nahmen
wahrscheinliche Dysfunktionen des Frontallappens bei diesen Patienten an. Andere haben eine
Frontotemporallappenhypothese angenommen. Die Spezifität von diesen Defiziten in der
Schizophrenie ist aber nicht klar. Einige Schizophrene, besonders Patienten mit positiven
Symptomen, zeigen keine Defizite in Verbindung mit Frontallappendefiziten. Andererseits zeigen
manche andere psychiatrische Patienten wie Depressive solche Defizite, aber in einem geringeren
Maß. Die Hypothese von einer dominierenden (linke) Hemisphärenfunktionsstörung in der
Schizophrenie wurde auch nicht völlig bestätigt. Die Verbindung zwischen kognitiven Störungen
und negativen und positiven Symptomen sowie neurophysiologische und neuroradiologische
Befunde benötigen mehr Untersuchungen. Ebenso sollte die Assoziation der Aufmerksamkeit mit
negativen und positiven Symptomen mehr untersucht werden. Es scheint, dass
Aufmerksamkeitsdefizite die kognitiven Leistungen von akut schizophrenen Patienten
beeinflussen. Nach Seidman et al. (1992) können die Faktoren wie Motivation, „effort“,
Unterbrechung der Gedanken und Aufmerksamkeit die neuropsychlogischen Leistungen
beeinflussen. Randolph et al. (1993) haben hervorgehoben, dass andere Faktoren wie Wirkung
der Medikamente, psychiatrische Symptomatik und langzeitige Hospitalisierung in der
Interpretation der neuropsychologischen Testleistungen in der Schizophrenie berücksichtigt
werden sollten.
Einige Forscher (Zubin & Spring, 1977; Nuechterlein & Dawson, 1984) haben
Schizophrenie als eine episodische Störung postuliert. Nuechterlein (1987) hat diskutiert, dass
Patienten genetisch zur Schizophrenie vulnerabel sein können. Zweitens zeigen viele Patienten
Perioden einer aktiven Psychose statt einer dauernden Psychose und drittens scheinen bei einigen
Patienten die Stressfaktoren eine Rolle in der Remission von schizophrenen psychotischen
Episoden zu spielen. Entsprechend dieser Theorie erfahren diese Patienten Episoden, die
Verhalten einschließen, die als Schizophrenie charakterisiert werden. Obwohl das
Vulnerabilitätsmodell einigermaßen die psychotischen Merkmale bei akut schizophrenen
Patienten, besonders bei Patienten mit positiven Symptomen, beschrieben hat, gibt es aber
andererseits genug Beweise in Verbindung mit funktionellen und strukturellen Abnormitäten bei
mindestens einer Gruppe von schizophrenen Patienten, besonders mit negativen Symptomen.
9
Eine Vergleich zwischen schizophrenen Patienten und einer anderen psychiatrischen
Patientengruppe in der psychotischen Phase, wie endogen depressive Patienten, kann die
Spezifität von o.g. kognitiven Störungen und klinischen Symptomen in der Schizophrenie
überprüfen. Es ist anzumerken , dass manche Beeinträchtigungen der schizophrenen Patienten
außerhalb der Krankheitsepisoden unter Anforderungen beobachtet werden (Süllwold, 1991).
Solche Symptome (Basissymptome) sind nicht direkt beobachtbar und müssen aus sprachlichen
Mitteilungen der Kranken entnommen werden. Nach Süllwold (1977) leiden die schizophrenen
Patienten außerhalb einer akuten Phase unter solchen kognitiven Störungen. Ob diese subjektiven
Erfahrungen objektive kognitive Fähigkeiten beeinflussen können, ist noch nicht klar.
Normalerweise korrelieren nicht Selbstbericht und experimentelle Testleistungen miteinander.
In der vorliegenden Arbeit werden zuerst die neuen neurophysiologischen und
neuroradiologischen Befunde bezüglich der verschiedenen Hirnbereiche in der Schizophrenie
zusammengefasst. Dann werden die kognitiven Störungen in Beziehung mit Frontal- und
Temporallappendysfunktionen (Aufmerksamkeitsstörung, Abstraktion, verbale Flüssigkeit,
Planungsdefizite und Gedächtnisstörungen) in der Schizophrenie diskutiert. Zur Prüfung der
Spezifität dieser kognitiven Störungen bei schizophrenen Patienten werden die gleichen
kognitiven Prozesse bei der Depression zusammengefasst. Auf einer zweiten Ebene werden die
kognitiven Störungen der schizophrenen Patienten in Beziehung mit der Minus- und
Plussymptomatik betrachtet. Auf der dritten Ebene werden die Beziehungen zwischen objektiven
und subjektiven Maßen von kognitiven Fähigkeiten in der Schizophrenie überprüft.
2
Hirnuntersuchungen bei schizophrenen Patienten
Während der letzten Jahrzehnte wurden psychiatrische Patienten, besonders Schizophrene, durch
die Einführung neuer neuroradiologischer und neurophysiologischer Studien intensiv untersucht.
Bezüglich der neuroanatomischen Veränderungen kommen dabei nur neuere bildgebende
Verfahren wie Computertomographie- (CT) und Kernspintomographie-Studien (magnetic
resonance imaging, MRI) in Betracht. Ergebnisse von post-mortem-Studien und
pneumoencephalographischen Untersuchungen sind anderen Übersichtsartikeln zu entnehmen
(siehe Bogerts, 1991; Kirch & Weinberger, 1986). In der Erforschung der Schizophrenie haben
verschiedene Autoren die Beziehung zwischen klinischen Maßen (wie z.B. kognitiven Störungen,
Minus- und Plussymptomatik) und funktionellen und strukturellen Veränderungen des Gehirns
dokumentiert. In diesem Teil wird die Literatur über Frontallappen, Temporallappen und anderen
Teilen des Gehirns beschrieben. Dann werden grundlegende Hypothesen und die Beziehung
zwischen diesen Befunden und kognitiven Störungen diskutiert. Die Neuropathologie und
Neurophysiologie der Schizophrenie bezüglich der Minus- und Plussymptomatik wird später
getrennt diskutiert.
2.1
Neurophysiologische Studien
Regionale cerebrale Blutdurchfluss (rCBF) Studien: Ein regional geringerer Blutdurchfluss der
Frontallappen ist die einheitlichste dargestellte Hirnaktivierungsstörung der schizophrenen
Patienten im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen. Ingvar und Franzen (1974a,b) und
Franzen und Ingvar (1975a,b) waren die ersten Autoren, die Veränderungen des rCBF bei
schizophrenen Patienten aufwiesen. Die Hirnaktivität der Frontallappen bei chronisch
10
schizophren Erkrankten war niedrig (im Gegensatz zu einer durchschnittlichen Aktivität der
Hemisphäre); demgegenüber zeigten sie eine hohe Hirnaktivität in den postzentralen Strukturen.
Sie nannten dieses Phänomen „Hypofrontalität“. Dieses Muster war verschieden von den
gesunden Kontrollprobanden sowie einer Gruppe neurologischer Patienten mit Alzheimer. Sie
bestätigten eine normale Frontalaktivität bei nicht schizophrenen Patienten. Chronisch erkrankte
schizophrene Patienten zeigten eine normale CBF-Ebene nach Jahrzehnten der Hospitalisierung
(Ingvar, 1976). Jedoch zeigte die Verteilung des Flusses Hypofrontalität und einen relativ hohen
Grad der Aktivität in postzentralen Regionen.
Franzen und Ingvar (1975b) registrierten eine geringere Durchblutung der Frontallappen
während der psychologischen Testleistungen bei den chronisch schizophrenen Patienten. Rezai et
al. (1993) und Marenco et al. (1993) sind zu dem Schluss gekommen, dass während der WCSTDurchführung der präfrontale Kortex bei den gesunden Probanden aktiviert wird, doch Cantor et
al. (1993) konnten diese Ergebnisse nicht bestätigen. Andere Forscher nahmen an, dass der
präfrontale Kortex der Schizophrenen im Gegensatz zu Gesunden während der
Aufgabenleistungen nicht vollständig aktiviert werden konnte (Weinberger et al., 1986, 1988;
Berman et al., 1986,1988). Weinberger et al. (1986, 1988) haben rCBF während des WCST bei
schizophrenen Patienten und gesunden Kontrollprobanden gemessen. Gesunde Personen zeigten
eine Zunahme des Blutdurchflusses im dorsolateralen präfrontalen Kortex (DLPFC) während des
WCST, bei chronisch schizophrenen Patienten hingegen war keine physiologische Aktivierung in
dieser Region festzustellen. Berman et al. (1986) kontrollierten die Faktoren wie Medikament,
Aufmerksamkeit, „mental effort“ und den Schweregrad der psychotischen Symptome und kamen
zu denselben Ergebnissen. Andreasen et al. (1992) haben rCBF während der Durchführung des
„Turm von Hanoi“ gemessen. Hypofrontalität wurde am häufigsten bei nicht medikamentös
behandelten Patienten bestätigt und schien überhaupt ein Hauptproblem bei den Schizophrenen
zu sein. Lewis et al. (1992) verglichen rCBF während eines Tests zum Sprachfluss bei
schizophrenen Patienten und gesunden Kontrollprobanden. Die Patienten zeigten einen
niedrigeren rCBF in den linken Frontallappen und einen höheren rCBF in den linken posterioren
cortikalen Regionen. Pathophysiologische Veränderungen der Frontallappen scheinen mit
regionalspezifischen kognitiven Funktionen in Beziehung zu stehen und können ein wichtiger
neurobiologischer Aspekt der Schizophrenie sein. Hypofrontalität bei schizophrenen Patienten
während der WCST-Leistung wurde von anderen Forschern repliziert (siehe Sagawa et al., 1990;
Rubin et al., 1991; Berman et al., 1992, 1993; Kawasaki et al., 1993a; Goldberg et al., 1994;
Parellada et al., 1994). Es wurde bestätigt, dass die Hypofrontalität nicht nur bei einer
Untergruppe der Patienten reduziert ist, sondern bei den meisten der schizophrenen Patienten
gezeigt werden kann (Berman et al., 1992). Parellada et al. (1994) wiesen darauf hin, dass
Hyperfrontalität das häufigste rCBF Muster bei schizophren Erkrankten in Ruhephasen ist,
während Hypofrontalität allgemein während einer präfrontal assoziierten Aktivität vorkommt.
Andererseits gibt es Studien, die eine Hypofrontalität bei schizophrenen Patienten nicht
bestätigen konnten (Mathew et al. ,1982,1988).
Andere Autoren wiesen auf die funktionelle Verknüpfung der Frontallappen mit anderen
Hirnbereichen wie das Striatum hin. Nach Rubin et al. (1994) ist das Striatum eine weitere
wichtige Region, die eine größere Betrachtung innerhalb der Forschung zur Schizophrenie
verlangt. Durch diese Studien gelangte man zu einer neuen Hypothese
(Frontostriatalfunktionsstörung). Rubin et al. (1991) bestätigten, dass der Striatalbereich des
Gehirns der Kontrollprobanden während der WCST-Leistung aktiviert wurde, doch war das nicht
bei den schizophrenen Menschen der Fall. Rubin et al. (1994a) bemerkten bei schizophrenen
11
Patienten eine bedeutend niedrigere relative Durchblutung im präfrontalen Bereich sowohl in
Ruhephasen als auch während der Aktivierung im Vergleich mit gesunden Kontrollpersonen. Die
Ergebnisse zeigten eine defektive frontostriatale gegenseitige Beziehung in der Schizophrenie
und den Schizophrenieformstörungen.
Eine veränderte Durchblutung wurde ebenfalls in den Temporallappenstrukturen des
Gehirns der erkrankten schizophrenen Patienten beobachtet. Weinberger (1988) hat die Literatur
zur Dysfunktion des Präfrontallappens in der Schizophrenie zusammengefasst und kam zu dem
Schluss, dass Hypometabolismus in diesem Bereich eine physiologische Wirkung der Pathologie
im limbischen System ist. Weinberger et al. (1992) haben ebenfalls festgestellt, dass die
Aktivierung des präfrontalen Kortex stark in Beziehung mit dem linken als auch dem rechten
Hippocampalvolumen stand. In einer weiteren Studie stellten Weinberger et al. (1994) fest, dass
Präfrontalstörung in der Schizophrenie wahrscheinlich die größte Wirkung auf das Verhalten hat,
wenn der präfrontale Kortex und der limbische Kortex an einem gestörten neuronalen System des
Arbeitsgedächtnisses beteiligt sind. Goldberg et al. (1990) fanden heraus, dass das allgemeine
Muster kognitiver Funktionen und kognitiver Dysfunktionen der schizophrenen Patienten diffus
war; möglicherweise am größten in den Frontal- und Temporalregionen. Nach Paulman et al.
(1990) wiesen die schizophrenen Patienten signifikant bifrontale und bitemporale rCBF Defizite
auf. Die reduzierte Durchblutung in den linken Frontallappen war verbunden mit
neuropsychologischen Störungen in dem WCST und der Luria-Nebraska Batterie.
Es wurde ein Modell der linken Temporalfunktionsstörungen in der Schizophrenie
postuliert (Gur et al., 1994). Aber Busatto et al. (1994) haben daraus geschlossen, dass
schizophrene Patienten mit einem Gedächtnisdefizit nicht unbedingt eine Aktivierung in ihren
linken medialen Temporallappen zeigten. Sie haben den rCBF bei Schizophrenen und gesunden
Kontrollprobanden während einer verbalen Gedächtnisaufgabe gemessen. Trotz ihrer bedeutend
schwächeren Leistung bei der Gedächtnisaufgabe, unterschied sich der Grad der medialen
Temporalaktivierung bei schizophrenen Patienten nicht signifikant von der Kontrollgruppe. Bei
den gesunden Probanden korrelierte die Leistung in der Aufgabe mit bedeutsamen rCBFZunahmen in den linken medialen Temporallappen, den linken inferioren Frontallappen, dem
anterioren Cinguli Cortex und dem rechten Cerebellum.
Insgesamt war die Hypofrontalitätshypothese der einheitlichste Befund, der sich aus
rCBF-Studien in der Schizophrenie ergab. Die Patienten zeigten die Hypofrontalität ebenfalls
während der Durchführung der neuropsychologischen Tests. Studien mit gesunden Probanden
konstatieren kein spezielles rCBF Muster für eine spezifische neuropsychologische Aufgabe,
jedoch scheint eine Beziehung zwischen Hypofrontalität und neuropsychologischen Aufgaben
wie dem WCST, dem „Turm von London“ und verbale Flüssigkeitsleistung zu bestehen. Einige
Studien fanden keine Hypofrontalität in der Schizophrenie heraus. Einige Autoren bestimmten
eine Funktionsstörung im präfrontalen limbischen Netzwerk sowie eine linke Temporallappenfunktionsstörung. Temporallappendefizite assoziierten mit Gedächtnisaufgaben.
Positron Emission Tomographie (PET) Studie: Farkas et al. (1980) setzten als erste die
Positronemissionstomographie (PET) bei psychotischen Patienten ein. Sie stellten einen 43 Jahre
alten schizophrenen Patienten dar, der einen um 40% verminderten Glukoseverbrauch im
frontalen Kortex zeigte. Nach der medikamentösen Behandlung wurde der Glukoseverbrauch auf
25% reduziert (zitiert nach Delisi, 1986, S. 315; Williamson, 1987, S. 401). Buchsbaum et al.
(1982) fanden heraus, dass die schizophrenen Patienten einen relativ niedrigeren Glukose12
verbrauch als die Kontrollpersonen zeigten. Bei einem weiteren Versuch bestätigten Buchsbaum
et al. (1984) die Hypofrontalität bei schizophren Erkrankten und affektiv gestörten Patienten.
Spätere PET-Studien (Buchsbaum et al., 1982; Farkas et al., 1984; Brodie et al., 1984; Delisi et
al., 1985; Wolkin et al., 1985) replizierten verminderten Glukoseverbrauch im frontalen Kortex
der schizophrenen Patienten. Insgesamt demonstrierten diese PET-Studien einen niedrigeren
Frontalmetabolismus bei den schizophrenen Patienten. Hypofrontalität wurde während der
Durchführung kognitiver Aufgaben (Buchsbaum et al., 1990a; Schroeder et al., 1994) und in
Ruhephasen (Buchsbaum et al., 1982, 1984) festgestellt. In mindestens einer Studie (Wolkin et
al., 1988) wurde das absolute Maß des Metabolismus bei Schizophrenen signifikant niedriger als
bei gesunden Kontrollfällen dargestellt. Andere Forscher wiesen Hypofrontalität bei nicht
medikamentös behandelten schizophrenen Patienten nach (Buchsbaum et al., 1982; Cohen et al.,
1988). In diesem Fall konnte die neuroleptische Behandlung die reduzierte Hirnaktivität nicht
erklären. Einige Studien (Clarck et al., 1993) versuchten, eine Beziehung zwischen
Hypofrontalität und strukturellen Veränderungen zu belegen (siehe auch Überblick von Delisi,
1986 & Williamson, 1987). Nicht alle Untersuchungen zeigten Hypometabolismus in den
Frontallappen der schizophrenen Patienten (siehe Sheppard et al., 1983; Sedvall et al., 1983;
Kling et al., 1986; Szechtman et al., 1988; Cleghorn et al., 1989). Volkow et al. (1986) fanden
keinen Hypometabolismus in den Frontallappen bei unbehandelten Schizophrenen. Sie sind der
Auffassung, dass die verlängerte Behandlung Ursache des Hypometabolismus in den
Frontallappen der Schizophrenen sein kann.
Einige Studien haben veränderte Funktionen anderer Gehirnregionen beschrieben.
Mehrere Studien ließen den Schluss zu, dass die Temporallappen in der Schizophrenie beeinflusst
sein könnten. Delisi et al. (1989) fanden eine bilaterale Steigerung des Glucosemetabolismus in
den Temporallappen bei chronisch schizophrenen Patienten heraus. Sie fanden signifikant mehr
Metabolismus in den linken als in den rechten anterioren Temporallappen der Schizophrenen
heraus. Buchsbaum (1990) hat die PET-Studien der schizophrenen Patienten zusammengefasst
und kam zu dem Schluss, dass die Patienten in den Frontallappen, Basalganglien und
Temporallappen eine niedrigere Aktivität zeigen können. Pearlson et al. (1991) haben auch die
PET-Studien bei Schizophrenen zusammengefasst und leiteten Dysfunktionen in den
Frontallappen und Veränderungen in den Temporallappen und den Basalganglien ab. Nach
Yurgelon et al. (1996) zeigten Schizophrene eine bedeutend geringere frontale Aktivierung in der
linken Seite und eine größere Aktivierung in den linken Temporallappen während der verbalen
Flüssigkeitsaufgabe als die Kontrollprobanden. Diese Studie bewies die reduzierte korticale
Aktivierung des präfrontalen Kortex bei schizophrenen Patienten . Außerdem beschrieben sie,
dass diese Patienten eine Zunahme in der Temporalaktivierung im Vergleich mit der
Kontrollgruppe zeigten. Insgesamt stellten manche Studien in den linken Temporallappen einen
höheren Metabolismus als in den rechten fest. Andere Studien stellten einen niedrigeren
cerebralen Metabolismus im linken Hypocampus bei den Schizophrenen fest. Buchsbaum et al.
(1990a) zeigten eine Zunahme des Metabolismus in den rechten Frontal- und rechten
Temporoparietallappen während der Testleistung auf. Die meisten dieser Studien wiesen
Abnormitäten sowohl in den Frontal- als auch in den Temporallappen nach (Buchsbaum, 1990;
Pearlson et al., 1991; Schroeder et al., 1994). Nordahl et al. (1996) nahmen an, dass lokalisierte
Temporallappenabnormitäten manche positiven Symptome der schizophrenen Patienten erklären
können.
Metabolische Veränderungen wurden ebenfalls in subkortikalen Bereichen des Gehirns
wie den Basalganglien (siehe Buchsbaum, 1990; Pearlson et al., 1991; Buchsbaum et al., 1992;
13
Siegel et al., 1993; Ross et al., 1995; Günther et al., 1994) und Thalamus (Buchsbaum et al.,
1996; Günther et al., 1994; Andreasen et al., 1995; Katz et al., 1996) belegt. Biver et al. (1995)
untersuchten den Glukosemetabolismus im Striatum und präfrontalen Kortex der Schizophrenen
und gesunden Kontrollprobanden. Schizophrene zeigten wiederum deutliche Zeichen einer
Hypofrontalität und die metabolische Beziehung zwischen dem frontalen Kortex und dem
Striatum bei nicht medikamentös behandelten schizophrenen Patienten war gestört. Günther et al.
(1994) fanden bei den schizophrenen Menschen einen signifikant niedrigeren Metabolismus in
den Frontallappen und eine höhere Aktivität im Thalamus und den Basalganglien während der
Testdurchführung heraus.
Insgesamt haben PET-Studien den Hypometabolismus in den Frontallappen der
schizophrenen Patienten in Ruhephase und während der kognitiven Testleistungen gezeigt.
Neuroleptische Behandlung konnte die reduzierte Hirnaktivität in der Schizophrenie nicht in allen
Untersuchungen erklären. Die Beziehung zwischen Hypometabolismus und strukturellen
Abnormitäten wurde dargelegt. Manche Forscher fanden keinen Hypometabolismus in den
Frontallappen der Schizophrenen.
Electroencephalogramm (EEG) Befunde: EEG-Untersuchungen stellten neurophysiologische
Veränderungen in der Schizophrenie dar. Davon haben manche Studien Störungen in den
Frontallappenfunktionen aufgezeigt. Morihisa et al. (1983) fanden heraus, dass medikamentös
behandelte und nicht medikamentös behandelte schizophrene Patienten eine veränderte DeltaAktivität (langsame Aktivität) besonders in den Frontallappen im Vergleich zu den
Kontrollindividuen zeigten. Sie wiesen ebenfalls eine schnellere Aktivität in der postzentralen
Region auf (zitiert nach Morihisa 1986, S. 268; und Williamson, 1987, S. 401). Morihisa et al.
(1985) untersuchten neurophysiologische Veränderungen an 14 medikamentös behandelten
Schizophrenen, 11 medikationsfreien schizophrenen Patienten und gesunden Kontrollprobanden
mittels EEG und ereigniskorrelierter Potentiale „evoked potential“. CT-Scan wurde zur
Untersuchung der strukturellen Veränderungen angewendet. Die schizophrenen Patienten wurden
nach merklicher Atrophie oder keiner scheinbaren Atrophie in den Frontallappen in zwei
Gruppen aufgeteilt. Die Ergebnisse bewiesen Funktionsstörungen in den Frontallappen. Eine
gesteigerte Delta-Aktivität wurde bei schizophrenen Patienten beobachtet. Die Verlangsamung
der EEG-Wellen in den Frontallappen wurde durch andere Studien bestätigt (Morstyn et al.,
1983; Buchsbaum et al., 1982; Günther et al., 1985). Morihisa (1986) hat die EEG-Studien
zusammengefasst und daraus geschlossen, dass chronisch schizophrene Patienten eine gesteigerte
Delta-Aktivität besonders in den Frontallappen zeigten. Andere Forscher (Müller et al., 1986;
Paus et al., 1990; Kahn et al., 1993) konstatierten ebenfalls eine beeinträchtigte Aktivierung der
Frontallappen bei schizophrenen Patienten.
EEG-Wellen wurden während der Durchführung der neuropsychologischen Tests
untersucht (Nakagawa et al., 1991; Hoffman et al., 1991; Morrison-Stewart et al., 1996). Morstyn
et al. (1983) untersuchten EEG-Veränderungen an zehn chronisch schizophrenen Patienten und
zehn gesunden Studenten in Ruhebedingungen und unter weiteren bestimmten Testleistungsbedingungen. Die Patienten zeigten eine zunehmend niedrigere Frequenzenergie in den
Frontalarealen sowie eine größere Aktivität in den postzentralen Bereichen und den linken
anterioren Temporallappen. Insgesamt fanden diese Studien eine gestörte Aktivierung in den
Frontallappenbereichen der schizophrenen Patienten heraus. Es wurde entweder eine gesteigerte
Delta-Aktivität in den Frontallappen (Morihisa et al., 1983, 1985; Morstyn et al., 1983) oder eine
schnelle Aktivität in der postzentralen Region (Morihisa et al., 1983; Morstyn et al., 1983) der
14
schizophrenen Patienten nachgewiesen. Die Hypofrontalität war der einheitlichste Befund in der
Schizophrenie. Es scheint, dass es eine bedeutsame Korrelation zwischen der gesteigerten
frontalen Delta-Aktivität und der Reduktion des Metabolismus im Frontallappen gibt (Guich et
al., 1989). EEG-Untersuchungen während der Durchführung der neuropsychologischen Tests
bestätigten die Hypofrontalität bei den schizophrenen Patienten
EEG Abnormitäten wurden in anderen Gehirnbereichen wie Temporal-, Parietal- und
Okzipitallappen nachgewiesen (Miyauchi et al., 1990; Hoffman et al., 1996; Merrin et al., 1996;
Müller et al., 1986). Mukundan (1986) fand signifikante EEG-Veränderungen in den frontalen-,
temporalen- und zentroparietalen Bereichen der nicht medikamentösen Schizophrenen heraus.
Gruzelier et al. (1990) erforschten topographische EEG Unterschiede zwischen schizophrenen
Patienten und Kontrollpersonen während der neuropsychologischen Testleistungen. Die Patienten
zeigten ein Defizit in der rechten temporoparietalen Region, in den linken anterioren und in den
rechten posterioren Regionen und bilateral in den Okzipitallappen in verschiedenen Aufgaben.
Insgesamt demonstrierten alle diese Befunde EEG-Veränderungen in den Parietallappen, doch in
keinem Fall war diese Region die einzig beeinträchtigte Region. Verschiedene Bereiche wie
Frontal-, Temporal- und Okzipitallappen waren andere beeinträchtigte Regionen. Die
Temporallappen zeigten in zwei Studien eine Abnormität (Mukundan, 1986 & Gruzelier et al.,
1990) und die Okzipitallappen in drei anderen Studien ( Miyauchi et al., 1990; Gruzelier et al.,
1990; Müller et al., 1986).
Zusammengefasst bewiesen EEG-Untersuchungen bei den schizophrenen Patienten eine
niedrigere frontale Aktivität als bei den Gesunden. Die Patienten zeigten in der Ruhebedingung
und während der Durchführung der neuropsychologischen Tests Hypofrontalität. Aber es gibt
einige Befunde, die Veränderungen in anderen Gehirnbereichen wie Temporal- (linke Seite),
Parietal- und Okzipitallappen aufwiesen.
2.2
Neuroradiologische Befunde
Computertomographie (CT) Studien: Johnstone et al. (1976) haben die Computertomographie
(CT)- Technologie angewendet, um die cerebrale Ventrikelgröße und kognitive Störungen bei
schizophrenen Patienten zu untersuchen. Nach dieser Studie verwendeten viele andere Forscher
diese Methode, um strukturelle Veränderungen des Gehirns der schizophrenen Patienten zu
untersuchen. Weinberger et al. (1983) haben CT Scan-Studien zusammengefasst und fanden
mehrere unspezifische CT-Veränderungen bei schizophrenen Patienten heraus. Entsprechend
diesem Überblick ist eine strukturelle Gehirnveränderung bei Schizophrenen nicht ungewöhnlich.
Die Veränderungen der Hirnstruktur der schizophrenen Patienten wurden im Vergleich mit
gesunden Kontrollprobanden nachgewiesen.
Die meisten CT-Studien bei schizophrenen Patienten fokussierten sich auf die
Untersuchungen der Größe der lateralen und der dritten Ventrikel und der kortikalen Atrophie.
Johnstone et al. (1976) fanden eine Erweiterung der Ventrikelräume bei chronisch schizophrenen
Patienten heraus. Spätere Untersuchungen replizierten diesen Befund (Weinberger & Wyatt,
1982; Klausner et al., 1992; Andreasen et al., 1982). Die Vergrößerung der Ventrikelräume
und/oder die kortikale Atrophie wurden öfter als andere Befunde repliziert. In einem
Übersichtsartikel fassten Shelton et al. (1986) mehr als 80 CT-Studien über schizophrene
Patienten zusammen. Die Patienten zeigten Veränderungen in verschiedenen Arealen: laterale
15
und dritte Ventrikelvergrößerung, gesteigerte kortikale (Sulcal) Markierungen „markings“,
cerebrale Atrophie, umgekehrte cerebrale Asymmetrie und Abnormitäten der Gehirndichte
(Gehirndensität). Sie beobachteten als häufigsten Befund eine cerebrale Atrophie, die nach einer
Erweiterung der lateralen und dritten Ventrikel und einer Zunahme der kortikalen Oberfläche
(eventuell am klarsten im präfrontalen Kortex) gemessen wurde. Die laterale und die dritte
Ventrikelvergrößerung sind als Zeichen von cerebraler Atrophie anerkannt. Sie schlossen daraus
eine bedeutsame Assoziation zwischen dem Grad der Atrophie des präfrontalen Kortex und der
dritten Ventrikelgröße sowie eine Tendenz in Richtung einer signifikanten Korrelation mit den
lateralen Ventrikeln. In einer Zusammenfassung der CT- und MRI-Studien kamen Zigun et al.
(1992) zu dem Schluss, dass die laterale und die dritte Ventrikelvergrößerung, die Erweiterung
der kortikalen Sulci und Änderungen der fokalen Strukturen (e.g. Unterschiede in
Temporallappenstrukturen) öfter als andere Befunde repliziert worden sind.
Frontallappendefizite: Abou (1990) fasste die CT- und MRI-Studien zusammen und hat
daraus geschlossen, dass im allgemeinen eine kortikale Atrophie in den Frontallappen herrscht.
Rabins et al. (1991) untersuchten Risikofaktoren, die für die Entwicklung der atypischen
Psychose (Schizophrenieform) nach einem Schlaganfall wichtig sind. Sie fanden, dass die
Patienten, die eine schizophrenieforme Krankheit entwickelten, einen größeren
Frontalhörnerquotienten und einen größeren dritten Ventrikelquotienten im CT-Scan hatten als
die Kontrollpersonen. Serban et al. (1990) untersuchten CTs von alten chronisch schizophrenen
Patienten mit negativen Symptomen und Gesunden. Sie fanden keine bedeutsamen Unterschiede
zwischen lateraler oder dritter Ventrikelgröße der Patienten und der Kontrollfälle heraus. Jedoch
zeigten die Frontalhörner der Schizophrenen eine Erweiterung im Vergleich mit den
Kontrollprobanden. Doran et al. (1987) bestätigten Veränderungen im präfrontalen Kortex der
schizophrenen Patienten. Klausner et al. (1992) beobachteten, dass schizophrene Patienten einen
vergrößerten Ventrikelhirnquotienten (Ventricle Brain Ratio; VBR) des vorderen Teils der
lateralen Ventrikel und der Frontalhörner im Vergleich mit den Kontrollpersonen hatten. Die
einheitlichsten Befunde sind eine Abnormität und Veränderungen der Frontallappen der
schizophrenen Patienten im Vergleich mit Kontrollgruppen (Rabins et al., 1991; Serban et al.,
1990; Doran et al., 1987; Klausner et al., 1992). Alle Studien außer Serban et al. (1990)
dokumentierten ebenfalls Veränderungen im Ventrikelsystem.
Athrophie der Temporallappen: Andere Forscher fanden die kortikale Atrophie nicht nur
in den Frontallappen, sondern auch in den Temporallappen der Schizophrenen heraus (Tanaka et
al., 1981). Stahl et al. (1988) konstatierten eine Erweiterung der dritten Ventrikel und eine
Athrophie in den fronto-temporo-sylvischen Bereichen chronisch schizophrener Patienten im
Vergleich mit Gesunden. Bogerts (1989) verglich die CT-Scan 54 schizophrener und 54 gesunder
Kontrollindividuen und hat daraus geschlossen, dass die Ursache der Funktionsstörung der
medialen Temporallappenstrukturen und der paralimbischen Regionen des temporalen und
frontalen Kortex bei den Schizophrenen eine Abnormität in den höheren
Temporallappenstrukturen sein kann. Yates et al. (1990) untersuchten die globale und die frontale
Atrophie bei schizophrenen Patienten und Gesunden, fanden aber keinen Unterschied zwischen
den Gruppen heraus. 20,6% der Schizophrenen und 9,3% der Kontrollfälle zeigten eine Atrophie
in den Temporallappen. Honer et al. (1994) untersuchten Temporallappendefizite in einer Familie
mit mehreren Generationen mit Schizophrenie mittels CT. Der Kortexbereich der
Temporallappen schien stärker als seine medialen Strukturen beschädigt zu sein. Unterschiede in
den Frontallappen und im Ventrikelsystem waren statistisch nicht bedeutsam. Luaute et al. (1994)
führten aus ,dass Schizophrenie mit einer Atrophie in den linken Temporallappen in Beziehung
16
steht. Die drei Forschungsgruppen erwähnten Veränderungen in den Temporallappen; zwei von
ihnen fanden keine Veränderung in den Frontallappen heraus.
Die Beziehungen zwischen der strukturellen Veränderung des Hirns der schizophrenen
Patienten und der klinischen Symptomatik der Krankheit wie Minus- und Plussymptomatik sowie
neuropsychologischer Defizite wurden häufig dokumentiert. Die Ergebnisse der Untersuchungen
bezüglich der Minus- und Plussymptomatik werden später diskutiert. Johnstone et al. (1976)
stellten eine Korrelation zwischen den kognitiven Störungen und der Ventrikelvergrößerung fest.
Spätere Studien stützten diese Befunde. Golden et al. (1980) beobachteten eine signifikante
Beziehung zwischen den Veränderungen der Ventrikelräume und den neuropsychologischen
Leistungen der schizophrenen Patienten im Luria-Nebraska Batterietest. Dieselben Autoren
(1982) haben in einer weiteren Studie 43 chronisch schizophrene Patienten untersucht. Die
Ergebnisse waren mit jenen der früheren Studien vergleichbar. Donnelly et al. (1988) bestätigten,
dass kognitive Störungen der chronisch erkrankten schizophrenen Menschen in der HalstedReitan Batterie mit morphologischen Abnormitäten in der CT Scan-Untersuchung assoziierten.
Lawson et al. (1988) kamen ebenfalls zu dem Schluss, dass kognitive Störungen der chronisch
Schizophrenen, die sich in der neuropsychologischen Halsted-Reiten Testbatterie und der
„Wechsler Adult Intelligence Scale“ zeigten, mit einem vergrößerten Ventrikelsystem und der
kortikalen Atrophie in Beziehung stehen. Diese Befunde sind kongruent mit vorherigen Berichten
bezüglich der kognitiven Störungen in der Schizophrenie. Nach Yates et al. (1990) zeigten die
schizophrenen Patienten mit globaler Athrophie und Athrophie der Frontallappen bestimmte
neuropsychologische Defizite im Vergleich mit den Patienten ,die keine Atrophie aufwiesen. Die
globale Atrophie korrelierte mit gesteigerten Störungen bei mehreren Faktoren des WCST, wie
z.B. der Anzahl der perseverativen Fehler und einem verminderten IQ. Keilp et al. (1988)
nahmen an, dass schwere kognitive Störungen der schizophrenen Patienten mit strukturellen
Veränderungen der Frontallappen assoziieren können. In anderen Studien wurde keine Beziehung
zwischen der Ventrikelgröße und neuropsychologischen Defiziten oder der Symptomatik
herausgefunden (Pfefferbaum et al., 1988; Rossi et al., 1987). Nasrallah et al., 1983 (zitiert nach
Shelton et al., 1986, S. 230) teilten die schizophrenen Patienten in zwei Gruppen auf, jene mit
und jene ohne kortikale Atrophie. 27% der Patienten mit einer Erweiterung der Sulci zeigten
kognitive Störungen, während keiner von den Patienten ohne kortikaler Atrophie eine kognitive
Störung aufwies.
Insgesamt zeigten CT-Studien strukturelle Veränderungen in verschiedenen
Gehirnbereichen. Die neuroanatomischen Veränderungen der dritten und der lateralen Ventrikel
und die Veränderungen der fokalen Strukturen wie Frontal- und Temporallappen waren die
wichtigsten Befunde. Die cerebrale Atrophie, die durch eine Vergrößerung der lateralen und der
dritten Ventrikel und eine Erweiterung der kortikalen Oberfläche nachweisbar ist, war von hoher
Bedeutung. Die einheitlichsten Befunde in diesen Studien waren Abnormität und Veränderungen
der Ventrikel und Frontallappen bei den schizophrenen Patienten im Vergleich mit gesunden
Kontrollfällen. Andere Studien fanden jedoch keine Abnormität im Gehirn der schizophrenen
Patienten heraus. Die Veränderungen wurden ebenfalls in den Temporallappen beobachtet.
Manche Studien haben keine Beziehung zwischen den strukturellen Veränderungen und
neuropsychologischen Defiziten herausgefunden.
Kernspintomographie (MRI) Studien: Smith et al. (1984a) haben zum ersten Mal neun
schizophrene Patienten und fünf gesunde Kontrollprobanden mittels MRI verglichen. Die
Patienten und die Gesunden zeigten keinen signifikanten Unterschied voneinander. Dieselben
17
Autoren haben in einer weiteren Studie (1984b) 23 schizophrene und gesunde Probanden
untersucht. Der Unterschied zwischen den Gruppen war wiederum nicht signifikant. Es wurde
nur eine Assoziation zwischen der Plus- und Minussymptomatik und der Ventrikelgröße und
Erweiterung der dritten Ventrikel beobachtet, doch waren die Unterschiede nicht bedeutsam
(zitiert nach Coffman et al., 1986, S. 200). Obwohl diese neuen Studien keine bedeutsamen
Unterschiede zwischen den schizophrenen Patienten und den gesunden Personen aufzeigten,
lieferten spätere Untersuchungen wichtige Beweise bezüglich der strukturellen Veränderungen
des Hirns der schizophrenen Menschen.
Frontallappendefizite: Andreasen et al. (1986) untersuchten strukturelle Veränderungen
der Frontallappen der Schizophrenen und dokumentierten anatomische Beweise für die
Hypofrontalitätshypothese. Sie verglichen 38 schizophrene Patienten und 49 Gesunde mittels
MRI. Die Schizophrenen zeigten sowohl kleinere Frontallappen als auch kleinere Cerebra und
Crania. Es gab keine Assoziation zwischen verminderter Frontalgröße und Minussymptomatik,
aber eine verminderte Cerebral- und Cranialgröße stand vorwiegend mit der Minussymptomatik
und den kognitiven Störungen in Beziehung. Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass
Schizophrenie eine Krankheit mit strukturellen Veränderungen in den Frontallappen sein kann.
Diese Studie löste kontroverse Meinungen von Seiten mehrerer Forscher aus (siehe Weinberger
et al., 1987; DeLisi et al., 1987; Stevens et al., 1987; Reveley et al., 1987; Andreasen et al.,
1987). Andreasen et al. (1990c) verglichen die Daten von 55 schizophrenen Patienten und 47
Gesunden mit den Daten einer vorangegangenen Studie (Andreasen et al., 1986) und fanden
heraus, dass sich die Patienten in diesen zwei Studien nicht bedeutend voneinander, was die
Frontallappen betrifft, unterschieden. Die Schizophrenen der zweiten Studie hatten einen
größeren Schädelbereich als die Schizophrenen der ersten Untersuchung. Der kleinere cerebrale
Bereich bei schizophrenen Patienten wurde zuvor von Olson et al. (1985, zitiert nach Coffman et
al., 1986, S. 262) beschrieben. Sie fanden eine Beziehung zwischen der verminderten Cerebralund Schädelgröße und der vorwiegenden Minussymptomatik bei schizophrenen Patienten, doch
keine Beziehung zwischen der Reduktion der Frontallappen und der Minussymptomatik. Eine
bedeutsame Korrelation wurde zwischen der reduzierten Schädel-, Cerebral- und Frontalgröße
und kognitiven Störungen, mit Meßwerten des Gedächtnisses, der Aufmerksamkeit und der
Fähigkeit zur Änderung der Einstellung „response Set“ erhärtet. Nopoulos et al. (1995)
untersuchten die Gehirnmorphologie bei ersterkrankten schizophrenen Patienten mittels MRI.
Das Gesamtvolumen des Gehirngewebes der Schizophrenen war nicht reduziert, doch war
regional eine spezifische Reduktion im Frontallappengewebe beobachtbar. Insgesamt wurde ein
volumetrisches Defizit in den Frontallappen des Gehirns der Schizophrenen nachgewiesen.
Temporallappendefizite:
Volumetrische
Defizite
sind
ebenfalls
in
den
Temporallappenstrukturen der schizophrenen Menschen beobachtbar. Rossi et al. (1991)
untersuchten Temporallappenstrukturen der Schizophrenen und bipolaren Depressiven mittels
MRI. Das Temporallappenvolumen war bei Schizophrenen reduziert. Sie zeigten eine Reduktion
in der Hippocampalregion, besonders in der linken Seite. Der rechte Temporallappen war in
beiden Gruppen größer als die linke Seite. Dieselben Autoren (1994) fanden bei schizophrenen
Patienten ein kleineres Amygdala-Hippocampusvolumen als bei den Kontrollprobanden
,besonders in der linken Seite. Kawasaki et al. (1993) demonstrierten, dass die schizophrenen
Patienten ein bedeutend kleineres Linksparahippocampusvolumen und ein größeres
Linkstemporalhornvolumen hatten als die Kontrollprobanden. Sie haben daraus geschlossen, dass
schizophrene Patienten eine Schädigung in der linken medialen Temporalstruktur oder dem
linken Temporallappen aufweisen könnten. Shenton et al. (1992) stellten bei den schizophrenen
18
Patienten eine bedeutsame Reduktion des Volumens der grauen Substanz in den linken vorderen
Hippocampus-Amygdala ,dem linken Parahippocampusgyrus und dem supperioren
Temporalgyrus fest. Die letzten vier Studien hoben die Veränderungen der
Temporallappenstrukturen, besonders der linken Seite, hervor. Es wurde ebenfalls eine größere
laterale und dritte Ventrikel, eine Volumenreduktion des Thalamus, des Hippocampus und der
superioren Temporallappen bei schizophrenen Patienten herausgefunden (Flaum et al., 1995).
Dieselben Autoren (1995a) kamen in einer weiteren Studie zu dem Schluss, dass der allgemeine
Symptomschweregrad bedeutend mit größeren Ventrikelräumen und kleinerem Volumen der
Temporallappen, des Hippocampus und der superioren Temporalgyri in Beziehung stand.
Schlaepfer et al. (1994) fanden in zwei verschiedenen Studien Veränderungen in dem superioren
Temporalgyrus heraus. Obwohl Veränderungen der Temporallappen bei schizophrenen Patienten
von vielen Untersuchungen bestätigt wurden, fanden Swayze et al. (1992) heraus, dass
Hippocampal-, Amygdala- und Temporallappenvolumen bei Schizophrenen nicht reduziert
waren. Andere Untersuchungen haben volumetrische Defizite sowohl für Frontal- als auch für
Temporallappenstrukturen ausgeführt. Breier et al. (1992) konstatierten, dass Veränderungen des
präfrontalen Kortex, des Amygdala-Hippocampus und des Caudatus wahrscheinlich mit der
Pathophysiologie der Schizophrenie in Beziehung standen. Weinberger et al. (1992) untersuchten
die Funktionsstörung des präfrontal-limbischen Netzes mittels MRI und rCBF bei
monozygotischen Zwillingen diskordant für Schizophrenie. Bei den betroffenen Zwillingen war
die Aktivierung des präfrontalen Kortex bedeutsam mit dem linken und rechten
Hippocampusvolumen verbunden. Wible et al. (1995) wiesen eine Beziehung zwischen dem
Volumen des linken präfrontalen Kortex und der linken Temporallappenstrukturen bei
schizophrenen Patienten auf.
In MRI Untersuchungen, wie in CT-Studien, wurde eine Erweiterung des
Ventrikelsystems bei Schizophrenen festgestellt. Kelsoe et al. (1988) stellten eine Vergrößerung
des lateralen Ventrikelvolumens, besonders im posterioren Bereich, bei 62% der Schizophrenen
im Vergleich mit Gesunden fest. Die folgenden Studien bestätigten eine laterale oder dritte
Ventrikelvergrößerung in der Schizophrenie (Stratta et al., 1989; Andreasen et al., 1990c;
Schwarzkopf et al., 1990; DeLisi et al., 1991; Lieberman et al., 1992; Zipursky et al., 1994; Rossi
et al., 1994; Nopoulos et al., 1995).
Die Beziehungen zwischen neuropsychologischer Testleistung und strukturellen
Abnormitäten in bestimmten Regionen wurden bei schizophrenen Patienten beschrieben.
Andreasen et al. (1986) fanden eine Beziehung zwischen der Reduktion der Cranial- und
Cerebralgröße und kognitiven Störungen, doch wurde keine signifikante Korrelation zwischen
der Volumenreduktion der Frontallappen und kognitiven Störungen bewiesen. Doch wurde von
anderen
Forschern
eine
Korrelation
zwischen
Frontallappenveränderungen
und
neuropsychologischen Testleistungen demonstriert. Olson et al. (1985) wiesen nach, dass
verminderte Cranial (Schädel)-, Cerebral- und Frontallappengrößen signifikant mit kognitiven
Störungen korrelierten. Bornstein et al. (1992) hielten eine bedeutsame Beziehung zwischen
kognitiven Defiziten, besonders zwischen Aufmerksamkeit und Konzentration (zwei
Frontallappenfunktionen), und dem dritten Ventrikelvolumen fest. Neuropsychologische
Leistungen korrelierten in nur geringerem Maße mit der lateralen Ventrikelgröße. Raine et al.
(1992) fanden heraus, dass Schizophrene bedeutend kleinere Präfrontallappen als psychiatrische
und gesunde Kontrollprobanden hatten. Die Autoren sind der Auffassung, dass Defizite der
Frontallappen eine Rolle in der Entwicklung von Schizophrenie spielen. Schizophrene Menschen
zeigten z.B. mehr perseverative Fehler im WCST und weniger richtige Antworten im „Spatial
19
Delayed Response Task“ als Gesunde. Seidman et al. (1994) hoben ebenfalls die Wichtigkeit der
Defizite des präfrontalen Kortex in der Entwicklung von Schizophrenie hervor. Sie fanden eine
signifikante Assoziation zwischen einer Anzahl von Exekutiv-, Aufmerksamkeits- und
Abstraktionsmaßen und dem dorsolateralen präfrontalen Kortex (DLPFC) heraus. Es wurde
angenommen, dass eine Funktionsstörung dieser Region einem Syndrom von kognitiven
Störungen zugrunde liegen kann.
Außer der Beziehung zwischen strukturellen Veränderungen des Frontallappens und
neurokognitiven Defiziten haben manche Befunde eine Beziehung zwischen neuropsychologischen Leistungen und strukturellen Veränderungen des Temporallappens bei
schizophrenen Patienten demonstriert. Di-Michele et al. (1992) untersuchten neuropsychologische und klinische Maße, die mit der Anatomie der Temporallappen in Beziehung
stehen, mittels MRI und Luria-Nebraska Batterie in der Schizophrenie. Die Patienten zeigten eine
Reduktion der Temporallappen. Die Patienten mit anormalen kognitiven Leistungen hatten
signifikante Temporallappenveränderungen. In einer anderen Studie fanden Nestor et al. (1993)
eine bedeutsame Korrelation zwischen schwachen Leistungen im verbalen Gedächtnistest, in der
Abstraktion und Kategorisierung und einer Volumenreduktion der Temporallappenstrukturen.
Die Leistungen im visuellen Gedächtnistest und in einer Kontrollaufgabe standen im Gegenteil
nicht mit Temporallappenabnormitäten in Beziehung. Beim Gegenüberstellen dieser Befunde
fanden zwei andere Studien keine Beziehung zwischen strukturellen Veränderungen des
Temporallappens und kognitiven Störungen heraus (Colombo et al., 1993; DeLisi et al., 1991).
Zusammengefasst haben die MRI Studien eine Gehirnvolumenreduktion bei
schizophrenen Patienten demonstriert; die strukturellen Veränderungen sind aber heterogen.
Einige Studien zeigten Veränderungen im Frontalsystem der schizophrenen Patienten und
erbrachten somit anatomische Beweise für die Hypofrontalitätshypothese. Die anderen Befunde
waren reduzierte Cerebral- und Schädelgröße. Es gibt ebenfalls Untersuchungen, die
volumetrische Defizite in den Temporallappenstrukturen nachweisen können. Verschiedene
Studien haben die Veränderungen der Temporallappenstruktur in der linken Seite, im medialen
Bereich oder superioren Temporalgyrus herausgefunden. Volumetrische Defizite für Frontal- als
auch Temporallappenstrukturen wurden ebenfalls festgestellt. Mehrere Studien beschrieben
Veränderungen des Ventrikelsystems in der Schizophrenie. Die Beziehung zwischen
strukturellen Veränderungen der Frontallappen und der Temporallappen mit kognitiven
Störungen wurde dargelegt, obwohl andere Studien eine Korrelation zwischen verschiedenen
Gehirnregionen und kognitiven Störungen nicht nachweisen konnten.
2.3
Zusammenfassung der neurophysiologischen und neuroradiologischen Befunde
Die präsentierte Literatur beschrieb verschiedene regionale, strukturelle und funktionelle
Gehirnveränderungen in der Schizophrenie, doch macht die Komplexität und Variabilität des
Gehirns es schwierig, eine bestimmte Hypothese für die Beschreibung der Symptome der
Schizophrenie zu bestimmen. Die strukturellen und funktionellen Veränderungen dieser
Krankheit sind wie ihre unterschiedlichen klinischen Darstellungen heterogen. In diesem Teil
werden unterschiedliche Hypothesen bezüglich der Frontal- und Temporallappen diskutiert.
Hypofrontalitäthypothese: Unter neurophysiologischen Studien der Schizophrenie ist die
„Hypofrontalitäthypothese“ der einheitlichste Befund. Mehrere rCBF- (Ingvar et al., 1974a),
20
PET- (Farkas et al., 1980) und EEG-Studien (Morihisa et al., 1983) haben einen reduzierten
cerebralen Blutfluss, einen reduzierten Glukosemetabolismus und eine gesteigerte Delta-Aktivität
(langsame Aktivierung) in der Frontalregion der schizophrenen Patienten festgestellt.
Andererseits wurde Hyperaktivität in den postzentralen Bereichen des Gehirns der Patienten
nachgewiesen (Hyperpostzentralität). Es wurde eine bedeutsame Korrelation zwischen
gesteigerter Delta-Aktivität und einer Reduktion des Metabolismusgrads bei den Schizophrenen
herausgefunden (Guich et al., 1989). Die Untersuchungen mit nichtmedikamentös behandelten
schizophrenen Patienten bestätigten die Hypofrontalität bei Schizophrenen (Buchsbaum et al.,
1982; Cohen et al., 1988). Andere Autoren demonstrierten Hypoaktivität in den Frontallappen der
schizophrenen Patienten während der Durchführung von kognitiven Aufgaben (Weinberger et al.,
1986,1988 ; Cohen et al., 1988; Morstyn et al., 1983). Diese neuen Befunde beschrieben die
Frontallappenaktivierung in der Schizophrenie detaillierter. Die Patienten zeigten eine
Hypoaktivität des dorsolateralen präfrontalen Kortex sowie eine Hypoaktivität der mesialen
Präfrontallappen während der Durchführung des WCST und der „Turm von London“ Aufgabe
(Weinberger et al., 1986 ; Andreasen et al., 1992). Weniger Frontalaktivierung wurde in der
linken Seite während verbaler Flüssigkeitsaufgaben (Yurgelon et al., 1996) nachgewiesen.
Anatomische Beweise stützten die Hypofrontalitäthypothese. Ein kleinerer Frontallappen
(Andreasen et al., 1986) und eine regional spezifische Reduktion im Frontallappengewebe
(Nopoulos et al., 1995) wurden bei Schizophrenen demonstriert. Mehrere CT-Studien (Serban et
al., 1990; Doran et al., 1987; Klausner et al., 1992) wiesen ebenfalls Veränderungen in den
Frontallappen der schizophrenen Patienten im Vergleich mit Gesunden auf.
Einige Studien zeigten eine Korrelation zwischen klinischen Maßen wie Minus- und
Plussymptomatik und neuropsychologischen Testleistungen. Verschiedene rCBF- (Rubin, 1994a;
Kurachi et al., 1985; Lewis et al., 1992), PET- (Tamminga et al., 1992; Schroeder et al., 1995;
Volkow et al., 1987; Wolkin et al., 1992) und EEG-Studien (Merrin et al., 1992; Gerez et al.,
1995) betonten die Beziehung zwischen der Minussymptomatik und Frontallappenabnormitäten.
RCBF-Studien, besonders während der WCST-Durchführung (Weinberger et al., 1986,1988 ),
PET- Studien (Buchsbaum et al., 1990, Schroeder et al., 1994) und EEG-Studien (Nakagawa et
al., 1991; Morstyn et al., 1983) demonstrierten die Korrelation zwischen dem
Frontallappendefizit und kognitiven Störungen bei schizophrenen Patienten. Die Beziehung
zwischen strukturellen Veränderungen der Frontallappen und kognitiven Störungen wurde
ebenfalls dargestellt (Olson et al., 1985; Bornstein et al., 1992; Raine et al., 1992; Seidman et al.,
1994). Obwohl ein Großteil der Studien Frontallappendefizite und besonders Hypofrontalität in
der Schizophrenie zeigten und eine Beziehung zwischen Abnormitäten und klinischen
Symptomen herausfanden, konnten diese Befunde nicht durch andere Studien bestätigt werden.
Mathew et al. (1982, 1988) fanden keine Hypofrontalität bei schizophrenen Patienten. Delisi et
al. (1985) konnten keine Korrelation zwischen klinischen Symptomen und relativer
Hypofrontalität feststellen. Andreasen et al. (1986) und Olson et al. (1985) fanden keine
Beziehung zwischen der Frontallappenvolumenreduktion und der Minussymptomatik.
Frontostriatale Funktionsstörung: Andere Studien (Rubin et al., 1994a) erwähnten die
frontostriatale Funktionsstörung bei schizophrenen Patienten. Velakoulis et al. (1996) haben in
einem Überblick die Rolle der Frontallappen, der Basalganglien, der Temporallappen und der
neuronalen Kreise „neuronal circuits“ in der Schizophrenie erforscht. Sie fanden die
Hypofrontalität als einheitlichsten Befund in der Schizophrenie heraus und beschrieben, dass
subkortikale Strukturen die frontostriatale Funktionsstörung präliminär unterstützen.
21
Strukturelle Defizite der Temporallappen: Die Temporallappenstrukturen sind andere wichtige
Teile des Gehirns bei schizophrenen Patienten, die mittels neurophysiologischer und
neuroradiologischer Studien untersucht worden sind. Ein Großteil der Studien haben sowohl
strukturelle Veränderungen (Rossi et al., 1991,1994; Kawasaki et al., 1993; Shenton et al., 1992;
Luaute et al., 1994; Yates et al., 1990; Honer et al., 1994; McCarley, 1993; Zipursky et al., 1994;
Pearlson et al., 1996) als auch funktionelle Veränderungen (Delisi et al., 1986; Buchsbaum et al.,
1992; Schroeder et al., 1994; Mukundan, 1986; Gruzelier et al., 1990) in diesem Bereich
nachgewiesen. Veränderungen sind ebenfalls für die beiden Frontal- und Temporallappenstrukturen festgestellt worden. Mehrere Studien haben anatomische Defizite (Breier et al., 1992;
Wible et al., 1995; Tanaka et al., 1981; Stahl et al., 1988) und/oder funktionelle Veränderungen
(Buchsbaum et al., 1990; Pearlson, 1991; Bogerts, 1989) in den Temporal- als auch in den
Frontallappen ausgeführt. Diese Befunde stützen normalerweise die Frontotemporallappenhypothese in der Schizophrenie.
Die Theorie des präfrontal-limbischen Netzwerks: Weinberger (1988) fasste die Literatur
bezüglich der Dysfunktionen des präfrontalen Kortex bei schizophrenen Patienten zusammen und
kam zu dem Schluss, dass kognitive Funktionen und manche andere Symptome der
Schizophrenie mit klinischen Manifestationen bei den Patienten mit Frontallappenschädigung
übereinstimmten. Die Befunde wiesen Hypometabolismus in der Schizophrenie nach. CT Studien
zeigten auf, dass Hypometabolismus des präfrontalen Kortex eine physiologische Wirkung der
Pathologie im limbischen System ist. Suddath et al. (1990) erforschten anatomische
Veränderungen des Gehirns bei monozygotischen Zwillingen diskordant für die Schizophrenie
mittels MRI und konstatierten, dass die kranken Zwillinge einen kleineren anterioren
Hippocampus und vergrößerte laterale und dritte Ventrikel hatten. Berman et al. (1992) maßen
rCBF bei monozygotischen Zwillingen „diskordant“ und „konkordant“ für Schizophrenie und
fanden bei den Patienten weniger cerebralen Blutdurchfluss im dorsolateralen präfrontalen
Kortex während des WCST heraus. Weinberger et al. (1992) untersuchten die Beziehung
zwischen pathologischen Defiziten des Hippocampus und der Hypofunktion des
Präfrontallappens bei monozygotischen Zwillingen diskordant für Schizophrenie. Es wurde nur
bei den betroffenen Zwillingen eine Beziehung zwischen der Aktivierung des präfrontalen Kortex
und dem Hippocampusvolumen in der linken und rechten Seite festgestellt. Die Autoren
postulierten ein neokortikal-limbisches neuronales Netz in der Pathologie der Schizophrenie.
Entsprechend dieser Theorie stehen der anteriore Hippocampus und der präfrontale Kortex in
einem Teil dieses Netzes (e.g. Temporolimbisch) miteinander in Beziehung. Dieses Netz kann
die Funktionen in diesem Bereich beeinflussen. Nach Weinberger et al. (1992) ist die Funktionsstörung des Präfrontallappens für die „Exekutiven Funktionen“ verantwortlich. Schwache
Leistungen in exekutiven Aufgaben wie dem WCST stehen direkt mit einer physiologischen
Hypofunktion des präfrontalen Kortex in Beziehung. Eine Funktionsstörung der
temporolimbischen Regionen ist für die Gedächtnisfunktionsstörung verantwortlich. Die
schizophrenen Patienten zeigen ebenfalls ein Defizit in den antero-medialen Temporallappenstrukturen, die in Assoziation mit Gedächtnisstörungen stehen. Verschiedene kognitive
Funktionsstörungen wie im Besonderen in der Aufmerksamkeit, im Gedächtnis und in den
exekutiven Funktionen sind bei Schizophrenen beobachtbar. Funktionelle Störungen des
präfrontalen Kortex wurden von verschiedenen Forschern erwähnt. Wenn präfrontale Funktionen
mit dem neuronalen System des Arbeitsgedächtnisprozesses in Beziehung stehen, haben
präfrontale Dysfunktionen die größte Wirkung auf das Verhalten (Weinberger et al., 1994). Das
neuronale System des Arbeitsgedächtnisses steht mit dem präfrontalen und limbischen Kortex in
Beziehung.
22
Bezüglich der kognitiven Störungen wurde eine signifikante Korrelation zwischen den
schwachen Leistungen des verbalen Gedächtnisses, der Abstraktion, der Kategorisierung und der
Volumenreduktion der Temporallappenstrukturen beschrieben (Nestor et al., 1993). Es wurde
eine Korrelation zwischen dem Temporallappendefizit und anormalen kognitiven Leistungen im
neuropsychologischen Luria-Nebraska Batterietest (LNNB) herausgefunden (di-Michele et al.,
1992). Besagte weisen darauf hin, dass die schizophrenen Patienten, die im
neuropsychologischen Experiment ein Gehirndefizit zeigten, sich ebenfalls neuromorphologisch
von den Schizophrenen mit normalen „Luria-Nebraska Neuropsychological Test“ Leistungen
unterscheiden. Die erste Gruppe der Patienten zeigte eine Schädigung in der linken und rechten
Seite der Temporallappen. Delisi et al. (1991) legten dar, dass nur die chronisch schizophrenen
Patienten eine reduzierte Temporallappengröße zeigten. Es konnte keine bedeutende Korrelation
zwischen regionalen Gehirnveränderungen und kognitiven Funktionen gefunden werden, obwohl
das verbale Gedächtnis mit der Parahippocampusgröße in Beziehung steht.
Insgesamt werden bei einer wesentlichen Anzahl von Schizophrenen bei neurophysiologischen Untersuchungen und neuropsychologischen Tests eine Funktionsbeeinträchtigung des Frontallappens im Vergleich mit gesunden Kontrollprobanden festgestellt.
Andererseits stellen CT und MRI Studien strukturelle Veränderungen in den Frontallappenbereichen und anderen Teilen des Gehirns wie Temporallappen bzw. subkortikalen Arealen dar.
In vielen bildgebenden Studien wird eine globale strukturelle Veränderung im Ventrikelsystem
des Gehirns der Schizophrenen aufgezeigt. Zahlreiche Studien wiesen auf regionale
Gehirnänderungen hin. Jedoch gibt es bis zum heutigen Zeitpunkt keinen sicheren Beweis für die
Befunde dieser neueren Methoden bezüglich struktureller oder funktioneller Veränderungen in
der Schizophrenie.
3
Neuropsychologie der Schizophrenie
3.1
Störungen sprachlicher Funktionen (Sprachflüssigkeit) bei Schizophrenen
„Die Fähigkeit, Wörter in ununterbrochener Reihenfolge zu produzieren, bezeichnet man als
Sprachfluss“ (Kolb und Whishaw, 1993). Nach einer Gehirnverletzung erfahren viele Patienten
Änderungen in der Geschwindigkeit und Leichtigkeit wörtlicher Produktion. Dieses Problem
konnte bei der Sprache, beim Lesen und beim Schreiben beobachtet werden (Lezak, 1995). Die
Frontallappen spielen eine wichtige Rolle bei Sprachprozessen. Mehrere Sprachabnormitäten
können je nach dem Ort der Schädigung der Frontallappen gesehen werden. Verbale
Flüssigkeitsstörungen stehen in Beziehung mit Frontallappenschädigungen, besonders bei
Patienten mit linksseitigen Frontalläsionen. Die verbale Flüssigkeit, die mit dem „Verbal
Association Test“ gemessen wird, kann von Frontallappenläsionen beeinträchtigt werden (siehe
Damasio & Anderson, 1993; Milner, 1995). Alter, Geschlecht und Bildung können die Leistung
im verbalen Flüssigkeitstest (VFT) beeinflussen (Lezak, 1983). Der letzte Autor hat konstatiert,
dass die linken und/oder rechten Frontallappen (ohne Rücksicht auf die Seite) die VFTLeistungen senken und Patienten mit linken Frontalhirnschädigungen weniger Wörter als
Patienten mit rechtsseitigen Frontalläsionen produzieren können. Crowe (1992) versuchte
Verhaltensausdrücke, die durch frontale Schädigungen entstehen, auf bestimmte Regionen des
Frontallappens zu beschränken und kam zu dem Schluss, dass alle pathologischen Gruppen mit
Orbital-, Medialen- und Konvexitätläsionen bezüglich der Flüssigkeitsaufgaben schlechtere
23
Leistungen als Gesunde zeigen. Verschiedene Studien haben die Beziehung zwischen verbaler
Flüssigkeit und cerebralen Verletzungen, besonders in den Frontallappen, bewiesen (Dailey,
1956; Milner, 1964; Jones-Gotman & Milner, 1977; Butler et al., 1993; Benton, 1968; Perret,
1974; Miller, 1984; Crowe, 1992). Miller (1984) konstatierte einen Leistungsverlust des
Sprachflusses bei verbalen Aufgaben als ein spezifisches Phänomen nach frontalen Läsionen.
Verbale Flüssigkeit wurde häufig als ein Zeichen der Abnormität in den frontalen
Hirnfunktionen bei schizophrenen Patienten untersucht. Kolb & Whishaw (1983) untersuchten
die Leistungen der schizophrenen Patienten und der gesunden Kontrollpersonen mittels
neuropsychologische Tests. Verbale Flüssigkeit wurde mit Hilfe von zwei Tests („Chicago Word
Fluency“ und „Newcomb Word Fluency“) beurteilt. Die Leistungen der schizophrenen Patienten
waren bei allen Aufgaben bezüglich der Frontallappenfunktionen (Wisconsin Card Sorting Tests,
Chicago word Fluency, Gotman Design Fluency Test) beeinträchtigt, aber ihre Leistungen waren
besonders in den Tests „Chicago Word Fluency“ sowie „Gotman Fluency Test“ schlecht. Bei
einem weiteren Versuch verglichen Franke et al. (1993) Patienten mit unipolarer
nichtpsychotischer Depression und Schizophrene mit einer gesunden Kontrollgruppe anhand
neuropsychologischer Tests. Beide Patientengruppen zeigten ähnliche Ergebnisse und
reproduzierten eine niedrigere Anzahl von Wörtern im „Verbal Fluency Test“ (VFT) als die
Kontrollgruppe. Blanchard et al. (1994) bestätigten diese Befunde ebenfalls. Sie fanden heraus,
dass Schizophrene sich bedeutend von der Kontrollgruppe im VFT und den meisten anderen
neuropsychologischen Tests unterschieden. Obwohl Gruzelier et al. (1988) keinen signifikanten
Unterschied zwischen Schizophrenen und Kontrollpersonen herausfanden, schnitten die
schizophrenen Patienten schlechter ab als Vergleichsgruppe im VFT. Sie verglichen
Schizophrene und affektiv gestörte Patienten in der Akutphase sowie eine gesunde
Kontrollgruppe mit Hilfe der neuropsychologischen Tests. Der Unterschied zwischen den
Schizophrenen und den Kontrollgruppen war nicht bedeutsam, aber die schizophrenen Patienten
zeigten eine geringere Flüssigkeit als die Kontrollgruppen. 48% der schizophrenen Patienten
hatten einen Gesamtscore unterhalb des 25. Percentiles. 25% zeigten dagegen eine sehr gute
Leistung. Insgesamt haben verschiedene Studien (Kolb & Whishaw, 1983; Franke et al., 1993;
Blanchard & Neale, 1994) festgestellt, dass die Leistungen der schizophrenen Patienten in den
Tests zum Sprachfluss im Vergleich zu Gesunden beeinträchtigt sind.
Andere Forscher haben die verbale Flüssigkeit bei schizophrenen Patienten mit Hilfe von
neurophysiologischen und neuroradiologischen Methoden untersucht. Andreasen et al. (1986)
untersuchten strukturelle Abnormitäten des Frontalsystems sowie kognitive Störungen der
Schizophrenen. Der VFT war kein bedeutsamer Prädiktor für kleinere Schädel-, Cerebral- oder
Frontalgrößen. Tatsächlich war keiner der neuropsychologischen Tests (WCST, Stroop) ein
bedeutsamer Prädiktor für diese Hirnareale (residual size). Vita et al. (1995) untersuchten Sprachund Denkprozesse mit Hilfe der neuropsychologischen Tests und maßen das Volumen der
Frontal- und Temporallappen sowie der Unterteilungen des Ventrikelsystems mit Hilfe der MRI
in einer Gruppe von schizophrenen Patienten. Sie fanden heraus, dass das linksseitige superiore
Temporalgyrusvolumen mit den Leistungen im VFT in positiver Beziehung stand. Im Gegensatz
zu neuroradiologischen Studien, die keine Beziehung zwischen Frontallappenveränderungen und
VFT-Leistungen in der Schizophrenie aufwiesen, fanden neurophysiologische Untersuchungen
eine Korrelation zwischen Frontalhirnaktivität und verbaler Flüssigkeit bei diesen Patienten.
Yurgelun et al. (1996) postulierten, dass schizophrene Patienten ein differenziertes
Aktivierungsmuster in den Frontal- und Temporallappen während der Durchführung eines VFT
aufzeigen sollten als eine nicht psychotische Vergleichsgruppe. Die Veränderungen der
24
kortikalen Aktivierung wurden während der VFT-Durchführung in den frontalen und temporalen
Bereichen gemessen. Schizophrene Patienten zeigten bedeutend weniger Aktivierung im linken
frontalen Bereich und mehr Aktivierung bei linken Temporallappen als die Kontrollstichproben.
Lewis et al. (1992) verglichen regionalen cerebralen Blutfluss während eines VFT bei
schizophrenen Patienten und gesunden Probanden. Die Patienten zeigten einen niedrigeren rCBF
in der linken Frontalregion und einen höheren rCBF in den linken posterioren kortikalen
Regionen. Das Muster der gesunden Kontrollpersonen war umgekehrt. Sie zeigten eine
Dominanz auf der rechten Seite der Parietallappen.
Die Beziehung zwischen Medikation und VFT ist ebenfalls untersucht worden. Sweeny et
al. (1991) haben festgestellt, dass höhere Dosen von „anticholinergischer Medikation“ mit
schwachen Leistungen im VFT in Beziehung stehen. In einer weiteren Studie haben Williamson
et al. (1989) nachgewiesen, dass medikamentös behandelte schizophrene Patienten schlechter als
medikationsfreie Patienten und Gesunde im VFT und im „Design Fluency Test“ abschnitten.
Morrison-Stewert et al. (1992) beschrieben unterschiedliche Ergebnisse. Sie führten aus, dass die
Durchführung des „Chicago Word Fluency Test“ signifikant zwischen den Gesunden und beiden
Patientengruppen (medikamentös behandelte und medikationsfreie Patienten) unterscheiden
kann. Die Patienten zeigten schlechtere Leistungen.
Der Korrelation zwischen kognitiven Indikatoren wie Gedächtnis und Aufmerksamkeit,
klinischen Symptomen und verbaler Flüssigkeit wurde bei schizophrenen Patienten untersucht.
Docherty et al. (1996) fanden heraus, dass Aufmerksamkeit nicht in Beziehung mit der
Durchführung des VFT und des „Concept Formation Test“ stand. Brekke et al. (1997)
untersuchten die Beziehung zwischen neuropsychologischen sowie neurophysiologischen
Variablen und klinischen sowie psychologischen Funktionen in der Schizophrenie. Die
Ergebnisse stellten eine negative Korrelation zwischen Leistungen der Patienten im VFT und der
Anzahl von Symptomen im BPRS (Brief Psychiatric Rating Scale) fest.
Zusammenfassung: Frontalhirngeschädigte Patienten zeigten hinsichtlich der Seite und des Ortes
der Läsion stärkere verbale Flüssigkeitsstörungen als Patienten mit Läsionen in einer anderen
Hirnregion im Vergleich mit Gesunden. Mehrere Studien stellten fest, dass schizophrene
Patienten Störungen in den Tests zum Sprachfluss im Vergleich zu gesunden Versuchspersonen
aufwiesen (Kolb & Whishaw, 1983; Franke et al., 1993; Blanchard & Neale, 1994).
Neurophysiologische Untersuchungen fanden ebenfalls eine Korrelation zwischen Frontalhirnaktivität und verbaler Flüssigkeit bei diesen Patienten (Yurgelun et al., 1996; Lewis et al., 1992).
Die Wirkung von Medikamenten bezüglich der verbalen Flüssigkeitsprozesse ist nicht klar, aber
klinische Symptome korrelieren mit den Test-Ergebnissen.
3.2
Problemlösen bei schizophrenen Patienten
Mehrere normale kognitive Aktivitäten sind notwendig für einen Problemlöseprozess. Die
Organisation der kognitiven Fähigkeiten wird in den verschiedenen Theorien in zwei Formen,
bestehend aus „habitual routines“ und „novel organisation“, kontrolliert. Die Gewohnheit
„habitual routine“ wird nicht als Problemlösen anerkannt. Wenn wir unsere Gewohnheiten aber
wechseln müssen oder ein neues Verhaltensmuster „Nichtroutine“ anfangen, benötigen wir einen
Problemlöseprozess. Problemlösen braucht die Neuorganisation der Einstellung „Set“ von
feststehenden kognitiven Fertigkeiten „skills“ (McCarthy & Warrington, 1990). Der
25
Frontallappen scheint direkt an höhere kognitive Funktionen wie Planung und Problemlösen
beteiligt zu sein. Nach Fuster (1989) sind die Störungen des Planungsverhaltens spezifisch für
Funktionsstörungen des präfrontalen Kortex. Verschiedene Theorien beschreiben die Rolle des
frontalen Kortex in Problemlöseaufgaben. Nach Shallice (1982) sollte eine Frontallappenschädigung nur eine Beeinträchtigung der nicht routinemäßigen Aktivität verursachen, während
routinemäßiger gelernte Aufgaben normal ablaufen. Godbout und Doyon (1995) postulierten,
dass die Frontallappen nicht nur für die Produktion von Aktivitäten in nicht routinemäßigen
Situationen, sondern auch für die Erzeugung einer adäquaten mentalen Repräsentation von
bekannten Aktivitäten, notwendig sind. Diese Interpretation stimmt mit Grafman (1995) überein.
Er hat postuliert, dass die kognitiven Strukturen, die seriellen Verhalten zugrunde liegen
(Scriped), in den Frontallappen repräsentiert und gespeichert werden. Karnath et al. (1991)
fanden, dass die Patienten mit akuten und chronischen Verletzungen (frontale und
retrorolandische) keinen bedeutsamen Unterschied zwischen routinemäßigen und nicht
routinemäßigen Situationen zeigten.
Der Turm von Hanoi (TvH) ist ein neuropsychologischer Test, der zur Untersuchung des
Problemlösungsprozesses bei Patienten mit Frontalhirnschädigung angewendet wird. Goel &
Grafman (1995) hoben hervor, dass der TvH spezifisch empfindlich bei Frontallappendysfunktionen ist. Die Patienten mit frontalen Läsionen benötigen verlängerte Lösungszeiten
(Funk & Grube, 1993), mehr Züge (Owen et al., 1990) und verletzen häufiger die Zugregel
(Gediga & Schöttke, 1994) als Patienten mit non-frontalen Kortexläsionen oder
Nichthirngeschädigten. Klix und Rautenstrauch (1967) beschrieben die Komponenten des
Problemlösungsprozesses mit Hilfe des TvH. Sie definierten Problemlösungsprozesse als eine
Klasse von Denkleistungen, die von zwei Quellen angeregt werden: a) von inneren
(gedächtnismäßig fixierten Daten), b) von äußeren (Umgebungsgebundenen Konstellationen).
Die Versuchsperson soll (oder will) eine nicht unklare Situation durch Anwendung bestimmter
Regeln verändern. Der gegebene Zustand soll in einen anderen (der Zielzustand oder die Lösung)
transformiert werden. Die Regeln können gegeben werden oder die Versuchsperson muss die
Regeln aus der Struktur der Situation herausfinden. Wenn die Versuchsperson die Struktur der
umzuformenden Situation nicht voll übersehen und folglich auch die Umformung nicht sofort
nachvollziehen kann, wird die Situation für sie zum Problem. Nach Klix und Rautenstrauchgoede (1967, S. 168): „ In der Art nun, Wie die Struktur der Situation assimiliert wird, wie die
erforderlichen Regeln gewonnen, geprüft, angewendet oder verworfen werden, bis der
angestrebte Zustand erreicht ist, kommen die fraglichen Denkprozesse zum Ausdruck. Weil sie
dabei die Lösung des Problems erzeugen, können sie- diese Leistung charakterisierend- als
Problemlösungsprozesse bezeichnet werden.“
Verschiedene Forscher sind zu dem Schluss gekommen, dass der TvH (oder der Turm von
London) zwischen hirngeschädigten Patienten und nicht hirngeschädigten Probanden in den
Planungsprozessen unterscheiden kann (Schöttke, 1988,1990; Schöttke & Oeste, 1993) und diese
Aufgabe besonders Frontallappenstörungen beweisen kann (Funke & Grube-Unglaub, 1993;
Owen et al., 1990; Goel & Grafman, 1995). Die Studien mit hirngeschädigten Patienten
(Schöttke, 1990; Schöttke & Oeste, 1993; Glosser & Googglass, 1990) und mit cerebralem
Blutfluss (rCBF) bei gesunden Probanden (Rezai et al., 1993) zeigten, dass besonders linksseitige
Frontalläsionen eine wichtige Rolle bezüglich der Problemlöseaufgaben spielen.
26
Problemlösen in der Schizophrenie: Untersuchungen hinsichtlich der Abstraktion und des
Problemlösens haben nachgewiesen, dass schizophrene Patienten bei solchen Aufgaben
Schwierigkeiten haben. Im Folgenden werden wichtige Forschungsergebnisse bezüglich der
Problemlöseprozesse in der Schizophrenie dargestellt. Hanes et al. (1996) verglichen 20
schizophrene Patienten, 25 Patienten mit Parkinsonismus, 12 Patienten mit Huntingtonskrankheit
sowie 26 Gesunde mittels Turm von London, Stroop Test und „Category Fluency Test“. Sie
kamen zu dem Schluss, dass alle drei Tests erfolgreich Patienten und Kontrollstichproben
unterscheiden konnten. Bei einem weiteren Versuch untersuchten Morris et al. (1995a) die
Problemlösefähigkeit der Schizophrenen und Gesunden mit Hilfe des Turms von London. Die
Patienten benötigten signifikant mehr Züge für die Lösung des Problems und konnten bedeutsam
weniger Probleme lösen. Sie hatten auch eine längere Reaktionszeit als die Kontrollgruppe.
Goldberg et al. (1990a) bestätigten in einer weiteren Studie, dass die Leistung der schizophrenen
Patienten in allen Parametern des TvH schlechter als die Leistung der Gesunden war. Sie
machten mehr legale sowie mehr illegale Züge bis zur Lösung des Problems. Die Autoren haben
erwähnt, dass der Schwierigkeitsgrad nicht das Muster der Ergebnisse bestimmen kann, weil für
die Patienten der 3.er und 4.er Turm gleich schwierig waren, obwohl Turm 4 schwerer war. Die
Autoren kamen zu dem Schluss, dass schizophrene Patienten wahrscheinlich relativ mehr
Schwierigkeiten mit dem einfacheren Turm 3 haben, weil die Patienten bei dieser Aufgabe erst
einen Plan aufstellen und diesen dann überprüfen. Sie argumentierten, dass diese Aspekte der
Problemlösung vor allem in Beziehung mit Funktionen des präfrontalen Kortex stehen, die in der
Schizophrenie beeinträchtigt zu sein scheinen. Ebenfalls erwähnten die Autoren, dass statt des
Schwierigkeitsgrades die Art der Aufgabe wichtig erscheint. Von Ulardt et al. (1985) verglichen
Denkprozesse von Schizophrenen, hirngeschädigten Patienten und gesunden Kontrollpersonen
mittels Problemlösungsaufgaben. Schizophrene zeigten ungünstigere Suchstrategien bzw.
Denkstrategien im Vergleich mit Gesunden, aber es gab keinen Unterschied zwischen
Schizophrenen und Organikern.
Andere Forscher haben die Faktoren wie Alter, Bildung oder allgemeine Intelligenz zum
Lösen eines Problems als wichtige Einflussgröße herausgefunden. Gediga et al. (1984)
untersuchten die Beziehung zwischen Testintelligenz und verschiedenen Problemlöseleistungen
(mittelschwer, leicht und schwer) bei 29 gesunden Personen (Studenten und Studentinnen). Es
wurde herausgefunden, dass bei mittelschweren Problemen, wie z.B. dem TvH, eine signifikante
Beziehung zwischen Problemlöseleistung und Intelligenzindikatoren beobachtbar war. Dieselben
Autoren (1986) bestätigten wieder einen extrem hohen Zusammenhang zwischen
Intelligenzwerten und der Problemlöseleistung bei Studenten im TvH. Bei einem weiteren
Versuch beschrieben Gediga & Schöttke (1984), dass Problemlösehandlungen durch drei
Parameter bestimmt werden: Komplexität des Problems, Erwartung des Individuums und
Synthesierungsregel der R-S+ (Handlungs-Konsequenzen) und S-S+ (SituationsmerkmaleKonsequenzen) Erwartungen. Goldstein (1990) untersucht die Heterogenität des Abstraktionsund Problemlösevermögens bei schizophrenen Patienten. Er fand Heterogenität sowohl im
Muster als auch im Niveau der Leistungen der Schizophrenen bei Abstraktions- und
Problemlöseaufgaben heraus, doch standen nicht alle diese Heterogenitäten in Beziehung mit
Variationen in Alter, Bildung und allgemeiner Intelligenz. Er untersuchte die Abstraktion und
Problemlösefähigkeit bei 136 schizophrenen Patienten mit der Hilfe des „Halstead Category
Test“, „Tactual Performance Test“, „Part B of the Trial Making Test“ und WCST. Er stellte fest,
dass eine Gruppe der Patienten bei allen Tests normale Leistungen zeigten, während andere
schwerwiegend beeinträchtigt waren. Es gab keinen klaren Hinweis bezüglich der Beziehung
zwischen Medikamenten und kognitiven Fähigkeiten. Von Ulardt et al. (1983) verglichen
27
Problemlösungsstrategien bei Schizophrenen (n=45; 29 ambulante und 16 stationäre Patienten),
Patienten mit operativ behandelter Hirnläsion (n=21) sowie bei psychiatrisch und neurologisch
gesunden Probanden (n=26). Es wurde herausgefunden, dass der Unterschied zwischen
Schizophrenen und gesunden Kontrollpersonen nicht in Beziehung mit der intellektuellen
Leistungsfähigkeit, dem Alter, Geschlechterunterschieden oder Medikamenteneffekten stand.
Es wurde eine Beziehung zwischen der Problemlösefähigkeit und der Symptomatik bei
schizophrenen Patienten beobachtet. Von Ulardt et al. (1983) fanden eine enge Beziehung
zwischen der Problemlösungsstrategie und der psychotischen Symptomatik bei Schizophrenen.
Dieselben Autoren haben bei einem weiteren Versuch (1985) eine Beziehung zwischen der
Intensität (Akutabilität) der Symptomatik und der Schwere der Beeinträchtigung in den
Denkstrategien bei Schizophrenen nachgewiesen. Röhrenbach et al. (1991) untersuchten die
Beziehung zwischen Planungsdefiziten und der Minussymptomatik, die bei Schizophrenen
beobachtbar ist, bei Frontal- und Nichtfrontalhirngeschädigten. Die Patienten wurden mittels
einer modifizierten Version des „Turm von London“, WCST und „Subject Ordered Pointing
Task“ (Milner & Petrides, 1985) untersucht. Die Frontalhirngeschädigten zeigten signifikant
schlechtere Leistungen als Patienten ohne Frontallappenläsionen im „Turm von London“ und im
WCST. Die Leistungen in allen drei Tests korrelierten signifikant mit der klinischen Beurteilung
in der Skala zur Erfassung von Negativ-Symptomatik (Andreasen, 1982). Andreasen et al. (1992)
maßen regionalen cerebralen Blutfluss (rCBF) von 13 neuroleptisch unbehandelten
Schizophrenen, 23 medikationsfreien schizophrenen Patienten und 15 Gesunden während der
Durchführung des Turm von London und während einer Kontrollaufgabe. Sie haben mehr
Hypofrontalität bei neuroleptisch unbehandelten Schizophrenen gefunden. Der primäre Bereich
der Aktivierung war der mediale Frontallappen. Sie haben auch ein Beziehung zwischen
Hypofrontalität und Minussymptomatik bewiesen. Morris et al. (1995) haben ausgeführt, dass
eine schwache Planung bei schizophrenen Patienten nicht mit positiven oder negativen
Symptomen in Beziehung stand, obwohl die Schizophrenen eine bedeutend schlechtere Leistung
als die Kontrollgruppe zeigten. Schmitz-Gielsorf (1980) untersuchte die kognitiven
Veränderungen bei schizophrene Erkrankten (30 akut Erkrankte und 21 geheilte Schizophrene)
und 30 Kontrollprobanden in einem Problemlöseprozess (TvH). Es wurde nachgewiesen, dass
akut erkrankte Schizophrene das Problem schlechter als die übrigen Gruppen lösen können.
Die Wirkung des Lernens ist ebenfalls in anderen Studien untersucht worden. Gediga und
Schöttke (1986) untersuchten die Effekte der Übung auf die Problemlöseleistungen (TvH) bei
Studenten. Sie stellten fest, dass durch die Übung eine bedeutsame Steigerung der inneren
Validität der Problemlöseindizes erreicht wird. Goldberg et al. (1990a) untersuchten die Wirkung
des Lernens bei Schizophrenen und Gesunden mittels des Turms von London. Sie stellten fest,
dass die beiden Gruppen ähnliche Leistungen bezüglich des 4.er Turms hatten. Sechs von 11
Patienten konnten den 4.er Turm aufbauen und alle Patienten konnten fast die ganze Aufgabe
lösen. Die Leistung der Patienten war zumindest so stark wie die der Kontrollprobanden auf dem
Tower-4 und dem Tower-3. Bei einem weiteren Versuch bestätigte Gras-Vincendon (1994)
Befunde von Goldberg et al. (1990). Es wurden 24 schizophrene Patienten und 24 Gesunde mit
Hilfe von verschiedenen neuropsychologischen Tests verglichen. Im Turm von Toronto (St Cyr,
1988) war die Problemlösefähigkeit der schizophrenen Patienten bedeutend schwächer als die der
Kontrollgruppe, aber die zwei Gruppen waren fähig, die Lösung des Problems zu lernen. So
konnten sie z.B. nach der Übung mehr Strategien formen. Das Erlernte war nicht sehr
unterschiedlich in den zwei Gruppen. Schizophrene Patienten konnten trotz eines
28
schwerwiegenden Defizits in ihrer allgemeinen Lösungskapazität ihre Lösungsstrategien durch
Übung -wie die Kontrollpersonen- verbessern.
Zusammenfassung: Planung und Problemlösestörungen stehen in Beziehung mit frontalen und
insbesondere präfrontalen Dysfunktionen. Es wurde diskutiert, dass der TvH spezifisch
empfindlich bei Frontallappendysfunktionen ist. Andererseits wurde von mehreren Studien
dargestellt, dass schizophrene Patienten mit Problemlöseaufgaben im Vergleich zu gesunden
Personen Schwierigkeit haben (Hanes et al., 1996; Morris et al., 1995; Goldberg et al., 1990a;
von Ulardt et al., 1985). Problemlöseprozesse werden wahrscheinlich von einigen Variablen wie
Alter, Bildung, Komplexität, Intelligenz, Übung und Lernen beeinflusst. Ebenfalls steht die
Problemlösefähigkeit in Beziehung mit klinischen Symptomen der Krankheit. Die Schizophrenen
mit Minussymptomatik und in der akuten Phase zeigen schlechtere Leistungen im Problemlösen.
3.3
Abstraktionsdefizit in der Schizophrenie
Nach Tracy (1995, S. 70) wurde Abstraktion als „...the ability to deduce rules, patterns, or
meanings that are not directly given by the stimuli and which govern the organization, role, or
function of the stimuli in particular task “ definiert. Schizophrene zeigen häufig ein Defizit in
den verschiedenen Maßen von Abstraktion, „concept formation“ und Problemlösen (Beatty,
1994). Abstraktionsdefizite werden als ein wesentlicher Aspekt der Denkstörungen bei
Schizophrenen vermutet (Bannister, 1960). Das Defizit in der Abstraktionsfähigkeit von
Schizophrenen und Patienten mit frontalem Hirndefizit wird mittels verschiedener Tests
untersucht (siehe Braff et al., 1991; Lezak, 1995). Der Wisconsin Card Sorting Test (WCST) ist
von mehreren Forschungsgruppen als ein Test zur Bewertung der Abstraktion bei schizophrenen
Patienten angewendet worden. Schizophrene zeigen bei diesem Test normalerweise schwache
Leistungen im Vergleich zu Gesunden. Das ist ein einheitlicher Befund bei schizophrenen
Patienten (siehe van der Does et al., 1992).
Ein Großteil der hirngeschädigten Patienten weisen ein Defizit in den Aufgaben, die einen
Konzeptwechsel erfordern, auf. Ebenfalls zeigen sie Unflexibilität, Rigidität und Perseveration
im Verhalten und Einschränkungen im Bilden von Einstellungen (Walsh, 1987). Die größte
Anzahl neuer Studien zum WCST beziehen sich auf die Hypothese, dass die WCST-Leistung in
Beziehung mit den Frontallappenfunktionen steht (Green et al., 1992). Perseveration und
Unflexibilität werden nach Verletzungen des frontalen Kortex deutlich (Green et al., 1992) und
werden als ein gemeinsames Zeichen von frontalgeschädigten Patienten erwähnt (Stuss &
Benson, 1984). Die Prüfung der Fähigkeit zum Wählen, Stoppen und Modifizieren des
Verhaltens als Antwort auf Anreizwechsel „changing stimuli“ ist traditionell ein Teil der
Auswertung der Frontallappenstörungen (Damasio & Anderson, 1993). Nach Goldberg & Podell
(1995, S. 91): „perseveration is an inability to extinguish the representations evoked in the
context of a poor cognitive task. Perseveration can be thought of as a diminished ability to switch
behaviors in response to the changing demands.“ Stuss & Benson (1984) haben Perseveration als
eine anormale Wiederholung eines bestimmten Verhaltens definiert. Perseveration zeigt sich in
verschiedenen Formen, wie z.B. motorischen Aktivitäten, Verbalisierung, Sortierungsaufgaben,
Zeichnungen, Schreiben und Verfolgungstests „tracking tests“.
Braff et al. (1991) haben den WCST als einen Test dargestellt, der empfindlich auf
Frontallappenläsionen reagiert. Er beurteilt die Fähigkeit, abstrakte Begriffe zu formen sowie die
29
Kategorie zu wechseln und „Set“ aufrechtzuerhalten. Der WCST wird in der Forschung als ein
spezifischer Test für die Frontallappen angewendet (siehe Milner, 1963; Drewe, 1974; Heaton,
1981; Lezak, 1983; Dunbar & Sussman, 1995). Milner (1963) hat zum ersten Mal eine schwache
Leistung der frontalhirngeschädigten Patienten im WCST nachgewiesen. Diese Patienten zeigten
normalerweise mehr perseverative Fehler und erreichten weniger Kategorien als die Gesunden
(siehe Lezak, 1995; Dunbar & Sussman, 1995). Heaton (1981) stellte fest, dass
frontalhirngeschädigte Patienten bedeutend mehr Perseveration als Patienten mit fokalen
Läsionen in einer anderen Hirnregion zeigten. Die meisten Untersuchungen stellten fest, dass die
Patienten mit Läsionen des Frontalhirns schlechtere Leistungen als nicht frontalhirngeschädigte
Patienten zeigten (Milner, 1963,1975; Drewe, 1974; Malmo, 1974; Nelson, 1976; Robinson
1980; Heaton 1981; Arnett, 1994), und einige Studien erwähnten, dass die Durchführungen des
WCST eine physiologische Aktivierung des frontalen Kortex auslöste (Rezai, 1993; Berman et
al., 1995; Kirkby et al., 1996). Ebenfalls wurde eine signifikante Korrelation zwischen der
Anzahl der perseverativen Fehler und Befunde von MRI-Befunden, z.B. Volumen der
dorsolateralen Präfrontallappen bei gesunden Kontrollpersonen, nachgewiesen (Raz et al., 1995;
zitiert nach Morris et al., 1995, S. 122)
Bezüglich einer Beziehung zwischen WCST-Leistungen und links- oder rechtsfrontal
Funktionsstörungen konstatierten Robinson et al. (1980), dass perseverative Antworten im
WCST vor allem bei rechten Frontalläsionen auftraten; Nelson (1976) und Anderson (1991)
fanden aber keinen Unterschied in den WCST-Leistungen zwischen Patienten mit Läsionen der
rechten und linken Seite der Frontallappen heraus. Milner (1963, 1975) und Drewe (1974) sowie
Taylor (1979) stellten fest, dass Patienten mit linksseitigen Frontallappenläsionen mehr
Leistungsverlust als Patienten mit rechtsseitigen Frontalverletzungen zeigten. In zwei neuen
Studien wiesen Rezai et al. (1993) und Kirkby et al. (1996) eine Korrelation zwischen der
Aktivität der linken Frontallappen und der WCST-Leistung bei gesunden Kontrollpersonen nach.
Mehrere Studien bestätigten eine Korrelation zwischen der WCST-Leistung und einer
Schädigung des dorsolateralen frontalen Kortex (Milner, 1963; Malmo, 1974; Taylor, 1979;
Rezai, 1993; Berman et al., 1995). Patienten mit Schäden des dorsolateralen frontalen Kortex
zeigten schlechtere Leistungen als Patienten mit medialen frontalen Läsionen. Drewe (1974)
führte aus, dass Patienten mit medialen Frontalläsionen weniger Kategorien als andere Gruppen
bildeten. Die meisten der neuen Studien mit gesunden Kontrollprobanden heben mittels rCBF
und MRI die Wichtigkeit des präfrontalen Kortex während der Durchführung des WCST hervor
(Rezai, 1993; Berman, 1995; Raz et al., 1995; Kirkby, 1996). Berman et al. (1995) stellte fest,
dass die Aktivierung des dorsolateralen präfrontalen Kortex während der WCST-Leistung sogar
nach dem Training und der Übung des Tests blieb. Er postulierte, dass das Arbeitsgedächtnis
hauptsächlich zur physiologischen Aktivierung des dorsolateralen präfrontalen Kortex während
der WCST-Leistung verantwortlich ist.
Obwohl der WCST im allgemeinen als ein Test akzeptiert worden ist, der empfindlich auf
frontale Läsionen reagiert, haben mehrere Studien unterschiedliche Ergebnisse dargestellt. Einige
Studien (Grafman et al., 1990; Anderson, 1995; Axelrod et al. 1996) zeigten keinen Unterschied
zwischen frontal und nicht frontal Hirngeschädigten in der WCST-Leistung auf. Eine Studie
(Teuber, 1951) zeigte sogar, dass nichtfrontalhirngeschädigte Patienten mehr Probleme als
Frontalhirngeschädigte hatten. Trenerry et al. (1994) beobachteten keinen Unterschied in der
WCST-Leistung von Patienten vor und nach einer Lobektomie der rechten und linken
Temporallappen. In einem weiteren Versuch haben Abbruzzese et al. (1997) den WCST als einen
komplexen Test beschrieben, der nicht nur mit dem dorsolateralen präfrontalen Kortex (DLPFC),
30
sondern auch mit anderen assoziativen Bereichen des Gehirns, wie z.B. den Temporallappen, in
Beziehung steht. Berman et al. (1995) fanden heraus, dass die Leistung im WCST den frontalen
Kortex stimulierte und die Aktivierung einer komplexen Region des Gehirns einschließlich der
inferioren Parietallappen, der visuellen Assoziation und des inferioren temporalen Kortex sowie
eines Teils des Cerebellums hervorrief. Insgesamt kamen mehrere Forschungen zum Schluss,
dass frontal hirngeschädigte Patienten im WCST mehr perseverative Fehler machen und weniger
Kategorien erreichen im Vergleich zu Gesunden.
Schizophrene und frontal hirngeschädigte Patienten stellen üblicherweise das gleiche
Muster von WCST-Leistungen dar. Neurophysiologische und neuropsychologische Studien
haben ein Leistungsdefizit im WCST und Hirnaktivitätsveränderungen während der WCSTDurchführung bei schizophrenen Patienten nachgewiesen. Diese Studien bestätigen
wahrscheinlich die Frontallappenfunktionsstörung in der Schizophrenie.
Neurophysiologische und Neuroradiologische Studien: Die Ergebnisse der Studien bezüglich des
rCBF während der kognitiven Aufgaben, besonders während des WCST, wurden schon diskutiert
Insgesamt kamen die meisten Studien zu dem Schluss, dass bei schizophrenen Patienten, im
Gegensatz zu den Gesunden, die Frontallappen während der Aufgabenleistung nicht vollständig
aktiviert werden (Weinberger et al., 1986,1988; Berman et al., 1986,1988). Gesunde Personen
zeigten nur im dorsolateralen präfrontalen Kortex (DLPFC) eine Zunahme des Blutdurchflusses
während des WCST, aber chronisch schizophrene Patienten zeigten diese regionale
physiologische Reaktion nicht. Berman et al. (1992) replizierten dieses Muster in einem Versuch
mit monozygotischen Zwillingen diskordant und konkordant für Schizophrenie. Zahlreiche
weitere Studien bestätigten die Hypofrontalität bei schizophrenen Patienten während der
Durchführung des WCST (siehe Sagawa et al., 1990; Rubin et al., 1991; Berman et al., 1993;
Kawasaki et al., 1993a; Goldberg et al., 1994; Rubin et al., 1994; Parellada et al., 1994).
Andreasen et al. (1992) fanden heraus, dass Hypofrontalität bei neuroleptisch unbehandelten
Schizophrenen häufiger auftritt und ein Hauptproblem in der Schizophrenie zu sein scheint. Bei
einem weiteren Versuch verglichen Andreasen et al. (1986) 28 Schizophrene und 49 Gesunde
mittels MRI. Die Schizophrenen hatten bedeutend kleinere Frontallappen, ein kleineres Cerebrum
und Cranium (Schädel). Aber in diesen Studien war keiner der kognitiven Tests einschließlich
des WCST ein bedeutsamer Prädiktor von kleinen Frontallappen.
Neuropsychologische Studien: Das WCST-Leistungsdefizit wurde häufig in den verschiedenen
Untersuchungen bei schizophrenen Patienten ausgeführt. Sie machen mehr Perseverationsfehler
sowie Perseverationsantworten und erreichen weniger Kategorien als Gesunde. Nach Axelrod et
al. (1994) unterscheidet sich Schizophrenie von anderen psychiatrischen Krankheiten durch einen
höheren Grad der Perseveration im WCST. Fey (1951) hat die erste WCST Untersuchung bei
schizophrenen Patienten dargestellt. In dieser Studie wurden 22 schizophrene Patienten und 47
Gesunde verglichen. Die Patienten hatten mehr perseverative Fehler und erreichten weniger
Kategorien. In einer neueren Studie zum WCST kamen Seidman et al. (1997) zum gleichen
Ergebnis. Es wurde ebenfalls herausgefunden, dass chronisch schizophrene Patienten im
Vergleich zu Gesunden schlechtere Leistungen hatten. Stuss et al. (1983) konstatierten, dass
schizophrene Patienten extreme Schwierigkeiten bei diesem Test hatten. Keiner von diesen
Patienten erreichte eine einzelne Kategorie. Kolb & Whishaw (1983) haben ebenfalls bewiesen,
dass Schizophrene in allen Tests zu den Frontallappen (WCST und Stroop) beeinträchtigt waren.
Schizophrene beendeten 2.9 Kategorien, während die Gesunden 4.5 Kategorien erreichten und
der Unterschied signifikant war. Braff et al. (1991) verglichen 40 schizophrene Patienten und 40
31
gesunde Probanden mittels klinischer und neuropsychologischer Maße. Die Schizophrenen
zeigten mehr perseverative Fehler im WCST. Eine Untergruppe von diesen schizophrenen
Patienten schien im WCST besonders beeinträchtigt zu sein.
Andere Untersucher verglichen Schizophrene mit neurologischen Patienten sowie anderen
psychiatrischen Patienten mit Hilfe des WCST. Malmo (1974) verglich Milners (1963) frontal
hirngeschädigte Patienten mit psychiatrischen Patienten (Schizophrenen, chronischen
Schizophrenen, Neurosen, Alkoholikern und Patienten mit gemischten Psychosen). Obwohl die
schizophrenen Patienten bessere Leistungen als frontal hirngeschädigte Patienten erbrachten,
zeigten die chronisch schizophrenen Patienten eine deutliche Beeinträchtigung im WCST. Die
frontalhirngeschädigten Patienten erreichten weniger Kategorien und hatten höhere
Perseverationsfehler als die psychiatrischen Gruppen. In einem neuen Versuch verglichen Haut et
al. (1996) Schizophrene, Patienten mit Frontalhirnschädigung (mit rechten oder linken
Frontallappentumor), Patienten ohne Frontallappentumor und Gesunde mit Hilfe des WCST.
Schizophrene und Patienten mit größeren Frontallappentumoren zeigten ähnliche Muster in der
WCST Leistung. Abbruzzese et al. (1997) haben erwähnt, dass die Perseveration ein wichtiges
gemeinsames neurodysfunktionales Merkmal von Schädigungen des dorsolateralen präfrontalen
Kortex (DLPFC) als auch des orbito-frontalen Kortex ist. Sie haben ausgeführt, dass
schizophrene Patienten im WCST bedeutend schwächere Leistungen als Zwangspatienten und
Gesunde zeigten. Schizophrene hatten eine höhere Anzahl von perseverativen Fehlern. Es gab
keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen. Nach Beatty (1994) hatten Schizophrene und
schizoaffektive Patienten eine geringere Anzahl von Kategorien und mehr perseverative
Antworten und perseverative Fehler als Gesunde; es gab aber keinen Unterschied zwischen
beiden Patientengruppen im WCST. Abstraktionsdefizite sind ebenfalls bei depressiven Patienten
untersucht worden. Einige Untersucher haben dargestellt, dass Schizophrene und depressive
Patienten in den Abstraktionsfähigkeiten gleich sind. Schizophrenie wird als eine Krankheit mit
Denkstörungen betrachtet, aber bei Depressiven ist dies nicht der Fall. Franke et al. (1993)
verglichen Schizophrene, Patienten mit unipolarer nicht psychotischer Depression und Gesunde
mit WCST und anderen neuropsychologischen Tests. Beide Patientengruppen unterschieden sich
bedeutend von den Kontrollpersonen in ihren neuropsychologischen Leistungen. Schizophrene
und depressive Patienten waren im WCST nicht sehr unterschiedlich. Die depressiven Patienten
zeigten weniger perseverative Antworten, aber der Unterschied war nicht bedeutsam.
Schizophrene Patienten hatten mehr Perseveration (6.7) als Depressive (4.9) und Gesunde (1.4).
Schizophrene erreichten ebenfalls weniger Kategorien (4.4) als Depressive (5) und Gesunde
(6.1). Axelrod et al. (1994) verglichen Schizophrene, affektive Patienten, Hirngeschädigte sowie
Gesunde mit Hilfe des WCST. Die Kontrollgruppe zeigte eine bedeutend bessere Leistung als die
Patientengruppen, aber die Unterschiede zwischen den Patientengruppen waren nicht bedeutsam.
Die WCST-Leistung scheint in Beziehung mit klinischen Symptomen der Schizophrenen zu
stehen. Braff et al. (1991) fanden heraus, dass eine neuropsychologische Beeinträchtigung mehr
mit Minussymptomatik als mit der Plussymptomatik in Beziehung stand. Rossi et al. (1997)
bewiesen, dass die WCST-Ergebnisse mit dem Minussymptomatikscore vor und nach der
Behandlung korrelierten. Wagman et al. (1987, zitiert nach van den Does, 1992, S. 574)
verglichen die neuropsychologischen Funktionen von schizophrenen Patienten, die Defizite
aufwiesen (Patienten mit negativen Symptomen), schizophrene Patienten ohne Defizit und
Gesunde. Patienten mit Defiziten hatten einen höheren relativen perseverativen Fehler. Gemäß
van der Does (1992) kann die WCST-Leistung mit einer Chronifizierung der negativen
Symptome in Beziehung stehen, aber der Grad der negativen Symptome zur Zeit der
32
Testdurchführung scheint jedoch nicht mit der WCST-Leistung verbunden zu sein. Williamson
et al. (1989) untersuchten Frontallappenfunktionen bei 20 Schizophrenen und 20 Gesunden und
stellte fest, dass Gesunde während der WCST-Durchführung eine Zunahme der „Beta-mean
Frequenz“ (EEG) in den frontalen und zentrotemporalen Regionen des Gehirns zeigten, die bei
Schizophrenen nicht beobachtet wurde. Der Unterschied zwischen den Gruppen war statistisch
signifikant. Diese Veränderung in den ß-Wellen (Beta-mean) korrelierte positiv mit der WCSTLeistung bei Gesunden, aber nicht bei den Patienten. Patienten mit mehr negativen Symptomen
zeigten häufig eine geringere Zunahme des „Beta-mean“ während des WCST. Morrison-Stewart
et al. (1992) fanden keine bestimmte Beziehung zwischen WCST und negativen Symptomen.
Es wird vermutet, dass antipsychotische Medikamenten die kognitiven Funktionen
beeinflussen können. Franke et al. (1993) haben postuliert, dass die schwachen Leistungen der
Schizophrenen im Vergleich zu Gesunden auf die Wirkung von Medikamenten zurückgeführt
werden können. Sie erwähnten, dass antipsychotische Medikamente eine stabilisierende Wirkung
auf Perseverationstendenzen im WCST bei schizophrenen Patienten haben können. Rossi et al.
(1997) untersuchten schizophrene Patienten mit Hilfe des WCST und eines neuen
antipsychotischen Medikaments (Risperidone) und fanden heraus, dass Medikamente in der
Schizophrenie eine wesentliche Wirkung auf komplexe kognitive Funktionen haben können.
Sweeny et al. (1991) fanden heraus, dass höhere Dosen von neuroleptischen und
anticholinergischen Medikamenten mit schwächeren neuropsychologischen Funktionen bei
Schizophrenen in Beziehung stehen. Die Schizophrenen zeigten eine höhere Anzahl von
perseverativen Fehlern im WCST. Morrison-Stewart et al. (1992) untersuchten medikamentös
behandelte schizophrene Patienten sowie medikationsfreie Schizophrene. Sie hielten fest, dass
die beiden Patientengruppen in den Tests zu den Frontallappen eine schlechtere Leistung als
Gesunde zeigten, die Leistungen in den Tests bezüglich der Nichtfrontallappenfunktionen aber
vergleichbar waren. Die Scores von allen schizophrenen Patienten in den WCST Maßen fielen
innerhalb des Beeinträchtigungsbereichs. Medikationsfreie Schizophrene erreichten weniger
Kategorien (2.8) als medikamentös behandelte Schizophrene (3.7) und gesunde Probanden
(4.67). Die gesunden Personen hatten weniger perseverative Fehler (16.97) als Medikament freie
(19.70) sowie medikamentös behandelte Schizophrene (19.75). Die Medikament freien Patienten
zeigten eine sehr schwache Leistung im WCST.
Affektive, motivationale und kognitive Aspekte des Verhaltens können die WCSTLeistung beeinflussen. Summerfelt et al. (1991a)
sind der Meinung, dass die Ursache die
Beziehungen zwischen Frontallappen und anderen Hirnbereichen sein können. Nach Summerfelt
et al. (1991b) können motivativierende und kognitive Defizite die Ursache der höheren Anzahl
von perseverativen Fehlern bei manchen schizophrenen Patienten sein. Goldberg et al. (1987)
untersuchten die Faktoren in Assoziation mit Psychosen, wie z.B. Aufmerksamkeit und
Motivation in der Schizophrenie. Sie bestätigten die Beziehung zwischen einer schwachen
Leistung im WCST und einer o. g. Variablen nicht. Berman et al. (1986) und Van der Does et al.
(1992) haben auch Daten präsentiert, die nicht einfach mit der Hypothese einer schwächeren
Motivation erklärbar sind. Die Rolle des Trainings ist hinsichtlich der WCST-Leistung untersucht
worden. Vollema et al. (1995) fanden heraus, dass schizophrene Patienten mit merklichen
Frontallappendefiziten mittels eines Trainings im WCST ihre Leistungen verbessern konnten.
Green et al. (1992) haben ebenfalls bewiesen, dass die Leistungsdefizite von Schizophrenen im
WCST durch eine Kombination von Verstärkung und detaillierten Anweisungen wieder
verbessert werden können. Sie stellten fest, dass sogar chronisch schizophrene Patienten
kurzfristigen Nutzen aus einem Training ziehen können.
33
Obwohl die schlechtere Leistung der Schizophrenen von verschiedenen Studien bestätigt
worden ist, haben nicht alle Patienten Schwierigkeiten im WCST gezeigt. Fast 18% der Patienten
(n=28) von Bellack et al. (1990) zeigten eine Leistung innerhalb des normalen Bereichs (zitiert
nach Van der Does et al., 1992; S. 575); die beeinträchtigte Leistung im WCST wird von einer
Vielfalt von anderen kognitiven Defiziten begleitet (Goldstein et al., 1996).
Zusammenfassung: Ein Defizit von Abstraktionsfähigkeit ist häufig bei Schizophrenen und
Patienten mit Frontallappenschädigung ausgeführt worden. Mehrere Studien fanden heraus, dass
der WCST ein spezifischer Test für Frontallappenstörungen ist. Das Auftreten von schwachen
Leistungen schizophrener Patienten im WCST ist ein einheitlicher Befund. Die frontalhirngeschädigten und schizophrenen Patienten bringen im Vergleich zu den Gesunden die gleichen
Ergebnisse. Neurophysiologische Befunde haben die Beziehung zwischen WCST-Leistung und
Frontallappenaktivierung bei Schizophrenen bestätigt. Neuropsychologische Studien fanden
heraus, dass schizophrene Patienten im Vergleich zu den Gesunden mehr Perseveration zeigten
und weniger Kategorien erreichten. Außerdem zeigen Schizophrene schlechtere Leistungen im
WCST als andere psychiatrische Patienten. WCST-Leistung scheint mehr mit der
Minussymptomatik in Beziehung zu stehen. Die Faktoren wie Medikamente, Affekt, Motivation
und Training können wahrscheinlich die Test-Ergebnisse beeinflussen.
3.4
Aufmerksamkeitsstörungen bei Schizophrenen
„ Wir wissen immer noch nicht genau, was Aufmerksamkeit,...ist. Wir können jedoch
verschiedene Theorien darüber aufstellen und diese Funktionen der einen oder anderen
Hirnregion zuschreiben.“ (Kolb & Whishaw 1996, S. 411). Es ist in der Psychologie bisher nicht
gelungen, eine allgemein anerkannte Definition für „Aufmerksamkeit“ vorzulegen. James (1890)
behauptete „ everyone knows what attention is.“ (zitiert nach Stuss & Benson, 1986, S.97), aber
es gibt immer noch keine einheitliche wissenschaftliche Definition für den Begriff
Aufmerksamkeit. Nach Luria (1973, S. 256) „ Any organized human mental activity possesses
some degree of directivity...the directivity and selectivity of mental processes, the basis on which
they were organized, is usually termed attention in psychology.“ Für diese Arbeit erscheint eine
Definition von Kandel et al. (1996, S. 716) am adäquatesten. Sie definierten Aufmerksamkeit als
„ selektive Konzentration auf eine bestimmte Person, ein bestimmtes Objekt oder ein Ereignis, so
dass andere äußere Reize kaum mehr wahrgenommen werden; eine Grundlage des Bewußtseins.“
Seit Kraepelin und Bleuler sind Aufmerksamkeitsstörungen als ein überwiegendes
Merkmal der Schizophrenie betrachtet worden. Eine höhere Anzahl von Beweisen zeigt, dass die
schwache Leistung der schizophrenen Patienten hinsichtlich aller psychologischen Tests
aufgrund eines Kerndefizits in der Aufmerksamkeit entsteht (Orzack et al., 1971). Es wird
vermutet, dass Aufmerksamkeitsstörungen die wesentlichen Merkmale der schizophrenen
Symptomatik erklären können (Andres et al., 1990). Obwohl Aufmerksamkeitsdefizite in der
Schizophrenie intensiv untersucht worden sind, ist die Interpretation von Aufmerksamkeits- und
Informationsverarbeitungsdefiziten in der Schizophrenie aus verschiedenen Gründen kontrovers.
Es gibt z.B. keinen reinen Test zur Aufmerksamkeit (Lezak, 1995). Man kann nur bestimmte
Aspekte des Verhaltens, die eine Komponente der Aufmerksamkeit reflektieren, beurteilen
(Weiss, 1996). Die Natur, die Arten, die Verhaltensausdrücke und die anatomische Basis der
Aufmerksamkeit sind sehr komplex und variabel. Welche Art der Aufmerksamkeit ist gestört ?
34
Welche Ausdrücke haben dieses Defizit ? Und welche Regionen des Gehirns sind für dieses
Defizit verantwortlich ? Solche Fragen sind im vergangenen Jahrhundert Themen von einer
Reihe von Studien in der Schizophrenie gewesen. Trotzdem sind in diesem Forschungsgebiet
viele Phänomene im Hinblick auf Aufmerksamkeitsstörungen ungeklärt. In der vorliegenden
Studie werden Distraktibilität und Vernachlässigung (Neglect) bei Schizophrenen in Bezug auf
anatomische Basis und Symptomatik diskutiert.
Cerebrale Lokalisierung: Aufgrund der Komplexität und Variabilität der Aufmerksamkeit ist die
anatomische Basis sehr komplex und umfassend. Im allgemeinen hängt der Aufmerksamkeitsprozess der Interaktion von kortikalen neuronalen Systemen (wie Frontal- und Parietallappen)
und subkortikalen Systemen wie das limbische System, der Hypothalamus und das
mesencephalische retikuläre System ab (Cohen et al., 1993). In der vorliegenden Studie werden
Aufmerksamkeitsstörungen in Verbindung mit Frontal- und Parietallappen diskutiert.
Frontallappen: Eine Aufmerksamkeitsstörung ist ein deutliches Symptom von Frontallappenläsionen und eine allgemeine Störung bei diesen Patienten (Stuss & Benson 1984). Obwohl der
frontale Kortex anatomisch sehr heterogen ist und verschiedene Bereiche dieses Hirnteils nach
einer Schädigung unterschiedliche neuropsychologische Störungen darstellen, scheint die
Aufmerksamkeitsstörung bei den meisten Formen der Frontallappenstörungen beobachtbar zu
sein (Cohen et al., 1993). Zum Beispiel stören Läsionen des präfrontalen Kortex die
Aufmerksamkeitskontrolle, die bei Hemmung und Unterdrückung „suppression“ der „interfering
Stimulus“ wichtig ist. Schädigung des frontalen Augenfeldes verursacht spezielle selektive
Aufmerksamkeitsstörungen. Aber die Lokalisierung der Aufmerksamkeitsprozesse innerhalb des
Frontalkortex ist nicht klar. Wegen der anatomischen Basisvariation und den verschiedenen
Arten der Aufmerksamkeit ist die neuropsychologische Beurteilung sehr schwierig. Die
Aufmerksamkeit ist nicht nur an verschiedenen Stellen des Frontallappens lokalisiert, sondern die
Frontallappen sind auch nicht die einzige anatomische Basis für den Prozess der
Aufmerksamkeit.
Verschiedene Studien (Cohen et al., 1993; Foster et al., 1994; Stuss et al., 1995) stützen
die Beziehung zwischen selektiver Aufmerksamkeit und Frontallappen. Foster et al. (1994)
postulierten, dass die Frontallappen mit der selektiven Steuerung (Kontrolle) der Aufmerksamkeit
in Beziehung stehen und an den Hemmungsprozessen der selektiven Aufmerksamkeit beteiligt
sind. Sie postulierten, dass die Frontallappen in einem selektiven Filtermechanismus oder einem
hemmenden Kontrollmechanismus „inhibitory control mechanism“ an der Fundamentalaufmerksamkeit und an den Orientierungssystemen beteiligt sind. Aber sie sind nicht sicher, ob
diese Filter/Hemmungsfunktion „filtering inhibitory function“ in den frontalen Regionen
lokalisiert ist. Dorsolateraler präfrontaler Kortex (DLPFC) ist wichtig für das Hemmen von
gegensätzlichen „conflicting“ Antworten. Die Autoren haben ebenfalls erwähnt, dass die Schäden
an den ventralen und medialen frontalen Bereichen Ursache der Probleme in der Steuerung der
Interferenz sein können, aber wahrscheinlich zur Verursachung der Beeinträchtigung nicht
notwendig sind.
Entsprechend Lezak (1995) gibt es keinen reinen Test für die Aufmerksamkeit; in der
klinischen Literatur sind aber einige neuropsychologische Tests spezifisch für Frontallappenverletzungen vorgeschlagen worden. Der Stroop Test ist häufig z ur
Beurteilung
der
Frontallappenfunktionen verwendet worden (siehe Perret, 1974; Helmstädter et al., 1996;
Vendrell et al., 1995). Er ist einer der renommiertesten Tests, der selektive Aufmerksamkeit
35
zeigen kann (Kingma et al., 1996). Dieser Test schätzt den Interferenzeffekt beim Menschen ein.
Der Interferenzeffekt zeigt das Problem der Fokussierung auf relevante Informationen.
Helmstädter et al. (1996) untersuchten die kognitive Beeinträchtigung und Lateralität bei
Patienten mit Frontallappenepilepsie (FLE, n = 23) vs. Patienten mit Temporallappenepilepsie
(TLE, n = 38). Im Stroop Test zeigten FLE Patienten in allen drei Testdurchgängen eine
signifikant erhöhte Lesezeit (Teil I: P<.05; Teil II: P<.01; Teil III: P<.01). Neurologische
Patienten mit Frontallappenläsionen zeigten in den verschiedenen Studien ein Defizit im Stroop
Test (siehe Perret, 1974; Helmstädter et al., 1996; Vendrell et al., 1995). Entsprechend Stuss et al.
(1995) spielt die „Suppressing attention“ eine wichtige Rolle bei der Durchführung dieses Tests.
Sie ist erforderlich, wenn automatische Prozesse Schemata wählen, die für die jeweilige
Bedingung unpassend sind.
Parietallappen: Patienten mit Schäden des Parietallappens haben große Probleme mit der
Wahrnehmung ihres eigenen Körpers oder mit räumlichen Rotationen. Obwohl in der klinischen
Literatur der halbseitige Neglect als ein Symptom nach Läsionen der verschiedenen kortikalen
und subkortikalen Strukturen des Gehirns, wie z.B. Frontallappen, Temporallappen,
Basalganglien, Thalamus und mesencephalische retikuläre Formation, beschrieben wurde, wird
das Neglectphänomen normalerweise als ein Symptom nach Läsionen des rechtsseitigen
Parietallappens diskutiert (siehe Kolb & Whishaw, 1996; Kandel et al., 1996; Hyvärinen, 1982;
Walsh, 1987; Luria, 1973).
Nach Hyvärinen (1982) und Reuter-Lorenz et al. (1990) sind die posterioren
Parietallappen und nach Kolb & Whishaw (1996) und Scarisbrick et al. (1987) der inferiore
Parietallappen die Gebiete, in denen die meisten Läsionen bestehen. Nach Rizzolatti und Gallese
(1988) wird in der angegebenen Literatur bestätigt, dass Läsionen der rechtsseitigen inferoposterioren Parietallappen für den Neglect verantwortlich sind. Nach Kandel et al. (1996) führen
Läsionen im posterior-parietalen Assoziationskortex zu Aufmerksamkeitsstörungen. Sie
diskutierten nach PET-Aufnahmen, „...dass der posterior-parietale sowie der frontale Kortex bei
gesunden Personen aktiviert werden, wenn sich ihre Aufmerksamkeit im Gesichtsfeld verschiebt.
Hierbei ist jedes Areal mit verschiedenen Aufmerksamkeitsaspekten beschäftigt.“ Brain (1941)
hat zum ersten Mal das Neglectphänomen überprüft und fand den visuellen Neglect
(Raumvernachlässigung) als ein Symptom nach einer Läsion der rechten Hemisphäre heraus.
McFie und Zangwill (1960) haben die Symptome von Patienten mit rechts- oder linksparietalen
Läsionen verglichen. 61% der Patienten mit Rechtsparietallappenläsionen zeigten ein Defizit im
unilateralen Neglect gegenüber 13% der Patienten mit Links-Paritallappenläsionen. Walsh (1987)
referiert verschiedene Forschungen (McFie & Zangwill, 1960; Piercy et al., 1960; Gainotti &
Tiacci, 1971; Oxbury et al., 1974 & Hécaen, 1982), die Neglectphänomene als Folge der
Rechtshemisphärenschädigung beschrieben. Insgesamt kennt die klinische Literatur das
Neglectphänomen als Folge von Läsionen der nicht dominanten Hemisphäre und besonders der
rechten Parietallappen.
Störungen der Aufmerksamkeit bei Schizophrenen: Aufmerksamkeit ist kein einheitlicher Prozess
und besteht aus kleineren Elementen und hat verschiedene Arten und Aspekte. Entsprechend
Kietzman (1990) gibt es mindestens sechs deutlich verschiedene Arten der Aufmerksamkeit, die
auf die Psychopathologie bezogen werden können: selektive Aufmerksamkeit,
Aufmerksamkeitsspanne, wechselnde Aufmerksamkeit, Vigilanz, Preparatory Set, Priming-Set.
Nach Schöttke (1996) sind die drei definierten Aufmerksamkeitsaspekte von Zubin (1975)
,bestehend aus Selektivität, Aufrechterhaltung der Aufmerksamkeit „Maintenance“ und Wechsel
36
im Fokus der Selektivität, relevant für schizophrene Patienten. In dieser Studie werden selektive
Aufmerksamkeit (Distraktibilität) als eine Frontallappenaufmerksamkeitsstörung und Neglect
(räumliche Vernachlässigung) als eine Parietallappenaufmerksamkeitsstörung in der Schizophrenie diskutiert.
Selektive Aufmerksamkeit (Distraktibilität): Die Störung der selektiven Aufmerksamkeit ist ein
wichtiger Aspekt in der Schizophrenie. Distraktibilität ist eine selektive Aufmerksamkeitsstörung, die seit den frühesten klinischen Beschreibungen der Schizophrenie als ein Problem
dieser Krankheit anerkannt ist (Spring et al., 1991). Nach Schöttke und Wiedl (1992) aktiviert die
selektive Aufmerksamkeit („selective“ oder „focused attention“) den Organismus generell und
spezifisch und sensibilisiert das zentrale Nervensystem gegenüber spezifischen internen und
externen Umweltänderungen und schließt „irrelevante“ Reizbedingungen von der Kontrolle des
Verhaltens aus. Fuster (1989) beschrieb Distraktibilität als einen Begriff der Vernachlässigung. In
diesem Fall wird die Aufmerksamkeit des Patienten anormal von irrelevanten sensorischen
Anreizen angezogen, und der Patient ist unfähig, der Interferenz von Anreizen zu widerstehen,
die normalerweise unterdrückt „suppressed“ oder ignoriert werden. Er kam zu dem Schluss, dass
der Ausfall eines hemmenden Kontrollmechanismus für dieses Problem verantwortlich ist. Nach
Sturm (1989) ist die selektive Aufmerksamkeit eng mit dem Begriff der Konzentrationsfähigkeit
verknüpft. Nach seiner Definition wird „Konzentration als kurzzeitige, mehrere Minuten
dauernde aktive Hinwendung und als Einschränkung der Aufmerksamkeit mit selektiver
Erfassung relevanter Merkmale und Unterdrückung irrelevanter Aspekte verstanden.“ (Sturm
1989, S. 315). Fuster (1989) diskutierte „Konzentration“ separat. Er fand, dass
Konzentrationsstörungen das einheitlichste Merkmal von allen Aufmerksamkeitsstörungen sind,
die sich aus Schäden des präfrontalen Kortex ergaben. Er definierte Konzentrationsstörung als
Unfähigkeit, sich auf Tätigkeiten oder Gedanken zu konzentrieren. In diesem Fall kann der
Patient mit einer präfrontalen Hirnschädigung die Aufmerksamkeit auf jedes Verhalten oder jede
mentale Aufgabe (Vigilanz) nicht aktiv aufrechterhalten. Posner und Rafal (1987, zitiert nach
Schöttke & Wiedl, 1992, S.
274) verwenden das Vigilanz Syndrom mit dem Begriff der
Konzentration. Der Stroop Test hat die höchste Beziehung zu Konzentrations- und
Aufmerksamkeitstests (Bäumler, 1985).
Der Prozess der selektiven Aufmerksamkeit ist komplex und hat verschiedene Stufen.
Entsprechend Schneider (1976) ist selektive Aufmerksamkeit ein Prozess mit vielen
angenommenen Stufen, die in der Schizophrenie funktionell gestört sein können. Ein Problem in
jedem Mechanismus kann Ursache einer kognitiven Störung oder eines Verhaltensdefizits sein.
Es gibt verschiedene Theorien zur Erklärung der Aufmerksamkeitsstörungen bei Schizophrenen.
Broadbent (1958,1971) entwickelte die Filtertheorie als die erste wichtige Theorie zur Erklärung
der Aufmerksamkeitskapazität. Broadbents Modell erklärt Aufmerksamkeitsstörungen im
Rahmen der Informationsverarbeitung und der selektiven Aufmerksamkeit. Nach diesem Modell
ist unsere Informationsverarbeitungskapazität beschränkt; deshalb muss der Filtermechanismus
nur relevante Stimuli wählen und irrelevante Stimuli ignorieren. Andere Autoren (Treisman,
1964; Deutsch & Deutsch, 1963; Kahneman, 1873) haben verschiedene Modelle nach Broadbents
Theorie entwickelt. Die Zwei-Prozess-Theorie von Schneider & Schiffrin (1977) und das
Informationsverarbeitungsmodell von Callaway und Naghdi (1982) erklären Aufmerksamkeitsprozesse im Rahmen von automatischen und kontrollierten Prozessen. Die Interferenzhypothese
nach Buss und Lang (1965), das Modality-Shift -Paradigma nach Zubin (1975) und die drei
Einordnungsebenen der Aufmerksamkeitstheorie nach Posner (1982) sind andere Theorien zur
Erklärung der Aufmerksamkeitsprozesse.
37
Spring et al. (1991) überprüften die Untersuchungen bezüglich der Filtertheorie und
kamen zu dem Schluss, dass Schizophrene große verallgemeinerte Defizite in selektiven
Höraufgaben zeigten. Die Befunde stützten ein Filterdefizit bei schizophrenen Patienten. Die
Patienten zeigten in verschiedenen Aufgaben eine schlechtere Leistung als 97% bis 99.5% der
Gesunden. Davis-Osterkamp et al. (1977) untersuchten die selektive Aufmerksamkeit, die
Aufmerksamkeitsspanne und „shifting attention“ bei chronisch nicht paranoiden Schizophrenen
mittels Reaktionszeitmaße und stellten fest, dass chronisch Schizophrene hinsichtlich der
Aufmerksamkeit langsamer sind. Harvey et al. (1986) fanden heraus, dass zwischen schizophrenen und manischen Patienten in der Distraktorbedingung kein Unterschied bestand, die
Leistung beider Gruppen aber bedeutend von dieser Bedingung beeinflusst wurde.
Andere Forscher haben postuliert, dass Ablenkung bei Schizophrenen eine primäre
Wirkung auf die kontrollierte Informationsverarbeitung haben kann. Automatische und
kontrollierte Informationsverarbeitungsbegriffe helfen uns, die Natur der selektiven
Aufmerksamkeitsprobleme bei Schizophrenen zu verstehen. Nach Schöttke und Wiedl (1991, S.
344):“ Kontrollierte Prozesse sind Sequenzen mentaler Operationen, die unter der intentionalen
Steuerung des Individuums stehen. Sie sind seriell, vergleichsweise langsam und unterliegen der
Interferenz simultan ablaufender automatischer Prozesse. Automatische Prozesse beinhalten
dagegen die Aktivierung paralleler mentaler Operationen und erfolgen ohne aktive Kontrolle oder
Aufmerksamkeitszuwendung durch das Individuum. Sie erfordern direkten Zugang zum
Langzeitspeicher, sind in ihrer Kapazität nicht limitiert und interferieren nicht mit anderen
gleichzeitig ablaufenden Prozessen.“
Callaway und Naghdi (1982) erklärten ein Modell für die Informationsverarbeitung in der
Schizophrenie. Gemäß diesem Modell haben Schizophrene grundsätzlich ein Defizit in der
Informationsverarbeitung, das als bewusst seriell und beschränkt mit „channel capacity“
charakterisiert werden kann. Dementgegen scheinen die Prozesse, die automatisch, unbewusst,
parallel und fast unbegrenzt in der Kapazität sind, normal oder supramodal (überdurchschnittlich)
zu sein. Pogue-Geile et al. (1980) erforschten, welche Wirkung Ablenkung auf mehrere Aspekte
der kontrollierten Informationsverarbeitung bei Schizophrenen, Manischen, Depressiven und
Gesunden durch die Erhebung der Leistung im dichotischen Hören (Kontext der Dichotischen
Hörens Paradigma) hat. Sie fanden heraus, dass Ablenkung einen spezifischen statt einen
allgemeinen Einfluss auf die kontrollierte Informationsverarbeitung hat, oder diese Ablenkung
die allgemeine Kapazität des Kurzzeitgedächtnisses der Schizophrenen zeigen kann. Oltmanns
(1978, zitiert nach Pogue-Geile et al., 1980, S. 115) stellte fest, dass die Leistung der
Schizophrenen in den Distraktorbedingungen beschränkt war, die aktive kontrollierte
Informationsverarbeitung erforderten.
Stroop Test: Der Stroop Test ist wahrscheinlich einer der besten Aufgaben, der selektive
Aufmerksamkeit herausfinden kann (Kingma et al., 1996). Diese Forschungsgruppe
argumentierte, dass, der Interferenzeffekt das Problem der Fokussierung auf relevante
Informationen zeigen kann. Wenn jemand dieses Problem zeigt, hat er eine Störung der
selektiven Aufmerksamkeit. Entsprechend Everett et al. (1989) ist der Stroop Test ebenfalls eine
Situation, in der Schizophrene wahrscheinlich Defizite zeigen. Stroop Test wurde von Stroop
(1935) zur Untersuchung von Interferenz- bzw. Hemmungseffekten entwickelt. Nach Hess et al.
(1988, S. 119) „ Bei den kognitiven Störungen schizophrener Patienten kommt der Interferenz
von Reizen oder der Ablenkung durch irrelevante Reize eine zentrale Bedeutung zu;“ ebenso
38
nach Jost (1992, S. 3 ): „ Störungen der Informationsverarbeitung, speziell die sogenannten
kognitiven Basisstörungen Schizophrener finden im Rahmen der Interferenztheorie zumindest
eine Teilerklärung.“ Sie sind der Meinung, dass vor allem Aufmerksamkeitsdefizite mit der
Interferenzneigung (Ablenkungsbereitschaft) in Beziehung stehen. Das wesentliche Kennzeichen
des Stroop Tests ist die Unfähigkeit der Patienten zur Unterdrückung „Suppress“ der
semantischen Verarbeitung des inkongruenten Farbe Wortes. Die Benennung der Farbe dauert
länger unter dieser Bedingung. Die Verlangsamung der Farb-Benennung ist referiert als „StroopInterferenz“ (Carter et al., 1992, S.138).
Der Interferenztest spielt eine bedeutende Rolle bei der Abklärung psychopathologischer
Syndrome. Das sagen verschiedene Theorien über kognitive Störungen bei schizophrenen
Patienten aus (Vaitl, 1995). Nach Jost (1992, S. 4-5) gehen Interferenztheorien von den
Grundlagen und den primären Beeinträchtigungen der Aufmerksamkeit aus. Im Organismus
werden manche Reize gegenüber anderen, die gleichzeitig präsentiert werden, schneller und
effektiver verarbeitet. Der Mechanismus wird durch die selektive Aufmerksamkeit dargestellt,
die eine wichtige Rolle in der Informationsverarbeitung spielt. Diese Informationsselektion ist
bekannt als „Filtertheorie“. Die Störungen der selektiven Aufmerksamkeit bei Schizophrenen
werden als Filterdefekt gewertet. Der Defekt des Filtermechanismus wird als Basis für die
Entstehung von Interferenzphänomenen angenommen. Jost (1992, S. 5) verwendet den Begriff
der Interferenzanfälligkeit als Synonym für erhöhte Ablenkungsbereitschaft bei Schizophrenen,
die zur Erklärung einer Reihe von kognitiven Störungen herangezogen wird.
Posner und Synder (1975, zitiert nach Cohen et al., 1990, S.333) unterscheiden zwischen
kontrollierten und automatischen Prozessen bezüglich der Stroop Aufgabe. Es wird postuliert,
dass Wörterlesen automatisch, aber Farb-Benennung kontrolliert ist. Wenn sich Ergebnisse von
zwei Prozessen widersprechen, wird einer der zwei Prozesse verlangsamt. Wörterlesen ist
schneller als Farb-Benennung, weil es ein automatischer Prozess ist. Der Befund, dass
Tintenfarbe keine Wirkung auf Wortprozesse hat, folgt der Annahme, dass die Farb-Benennung
kontrolliert und willkürlich „voluntary“ ist. Deshalb tritt der Farbe-Benennungsprozess nicht auf,
wenn die Farbe ignoriert und die Wörter gelesen werden sollen. Ein widersprechendes
„conflicting“ Wort interferiert mit der Farb-Benennung aufgrund der Automatisation von
Wörterlesen und der Annahme, dass eine widerstreitende Situation die Reaktion verlangsamt.
Nach den Interferenztheorien sollen Schizophrene eine erhöhte Ablenkbarkeit bei
interferierenden Reizen zeigen. In mehreren Versuchsbereichen wurde die Informationsverarbeitung schizophrener Patienten durch den Stroop-Test mit anderen Gruppen verglichen.
Nach Vaitl (1995) zeigten die Patienten mit einer endogen Psychose (wie z.B. Schizophrenie) in
allen 3 Untertests niedrigere Leistungen als gesunde Versuchspersonen oder Patienten mit
Neurosen bzw. Persönlichkeitsstörungen. Schreiber et al. (1995) fanden heraus, dass
Schizophrene bedeutend schwächere Leistungen als Gesunde im Stroop Test und anderen
neuropsychologischen Aufgaben zeigten. Abramczyk (1983) verglich 30 Schizophrene und 35
nicht schizophrene Patienten mit Hilfe des Stroop Tests. Die Schizophrenen zeigten mehr
Probleme in einer speziellen Form der Interferenz (reverse interference), nämlich in den
„Inkongruent Wort-Farbkombinationen“ im Stroop Test. Everett et al. (1989) untersuchten
selektive Aufmerksamkeitsdefizite bei schizophrenen und nicht schizophrenen psychiatrischen
Patienten im Vergleich mit nicht psychotischen Kontrollprobanden mittels Stroop Test. Sie
fanden zwei separate selektive Aufmerksamkeitsdefizite bei schizophrenen Patienten heraus. Die
Patienten hatten Schwierigkeiten, den auffallenden „salient“ Aspekt eines komplexen Anreizes zu
39
bearbeiten und sie hatten Schwierigkeiten die selektive Aufmerksamkeit über die Zeit
aufrechtzuerhalten. Jost (1992) untersuchte 20 überwiegend chronisch Schizophrene mit dem
Stroop Test (in der Fassung des Farb-Wort-Interferenz Tests nach Bäumler, 1985). Es wurde
herausgefunden, dass alle Scores der Subtests die von der schizophrenen Gruppe erreicht wurden,
von der Norm abwichen. Sie waren ausnahmslos unterhalb der Norm. Besonders schien die
Geschwindigkeit der Informationsverarbeitung betroffen zu sein. Mit Zunahme der subjektiven
Schwierigkeiten der chronischen Schizophrenen scheiterte der Schutzmechanismus „protective
mechanism“, so dass ihr anormales Potential zur Interferenz offenkundig wurde. Carter et al.
(1992) fanden keinen Unterschied zwischen Patienten und Gesunden im Maß der Interferenz
bezüglich der Benennung der Farben von inkongruenten Farb-Wörtern (Farb-Inkongruent
Wörtern). Schizophrene zeigten jedoch eine bedeutend größere Geschwindigkeit im Benennen
der Farben von farbkongruenten Wörtern im Vergleich zu Kontrollprobanden. Diese Abnormität
zeigt sich in der einfacheren Bedingung (Erleichterungsprozess), die automatisch ist, und
beeinflusst nicht die kontrolliertere Interferenzwirkung, die intakt scheint. Chronisch
Schizophrene verbesserten ihre Erleichterung in der Farb-Benennung von Farbkongruenten
Wörtern. Die Erleichterung ist ein anderer Begriff, der bei einigen Probanden entwickelt worden
ist. Carter et al. (1992, S. 138) haben diesen Begriff definiert : „ A reliable speeding of color
naming is seen for color words in their own color. This effect is refered as facilitation.“ Vaitl et
al. (1995) verglichen 175 Schizophrene und 143 Alkoholiker mit Hilfe des Stroop-Tests (in der
Fassung des Farb-Wort-Interferenz Tests nach Bäumler, 1985). Die Schizophrenen bewiesen in
allen drei Grundleistungen des FWIT Defizite. Dieses Ergebnis bewies eine generelle Störung in
der zentralen Informationsverarbeitung. Sie zeigten beim reinen Benennen ein besonderes Defizit
gegenüber Lesen und der Interferenzbedingung. Sie interpretierten dieses Ergebnis in Beziehung
mit formalen Denkvorgängen und Rigidität. Die Schizophrenen zeigten auch eine signifikant
höhere Zahl von korrigierten und unkorrigierten Fehlern.
Neglect: Nach Heilman et al. (1993, S.279): „ Neglect ist das Problem auf einen neuen oder
bedeutsamen Stimulus, der sich auf einer gegenüberliegenden Seite einer Hirnschädigung
befindet, zu reagieren, sich zu orientieren oder darüber zu berichten. Das Problem soll nicht auf
sensorische oder motorische Defizite zurückgeführt werden können.“. Neglect kann visuell,
auditorisch oder somatosensorisch sein. Der Patient ignoriert die räumlichen Aspekte seiner
gesamten sensorischen Inputs aus der linken Hälfte seines Körpers oder seiner Außenwelt. Z.B.
Bekleidet der Betroffene die linke Seite seines Körpers nicht oder rasiert und wäscht sich die
rechte Seite seines Gesichts nicht. Die Zähne auf dieser Seite werden kaum geputzt. Wenn sie
Figuren zeichnen müssen, missachten sie die linke Seite der Figur (siehe Kolb & Whishaw, 1996;
Kandel et al., 1996; Hyvärinen, 1982). In dieser Studie wird räumliche Vernachlässigung
untersucht. Dieses Syndrom ist auch als Hemispatial Vernachlässigung, Visuospatial Agnosia,
Hemispatial Agnosia, Visuospatial Vernachlässigung und einseitige Vernachlässigung bezeichnet
worden (siehe Heilman et al., 1993). Die Patienten mit räumlicher Vernachlässigung haben
Probleme, eine Vielfalt von räumlichen Tests auszuführen. Sie vernachlässigen die halbseitigen
Kontralateralen. Heilman et al. (1979a) fanden einseitige räumliche Vernachlässigungen als eine
der dramatischsten Verhaltensstörungen bei Patienten mit hemisphärischen Funktionsstörungen.
Es gibt verschiedene Theorien, die den Mechanismus des Neglectphänomens beschreiben.
Drei wichtige Theorien bestehen aus 1) Synthese der Empfindungen, 2) Gedächtnisdefizit und 3)
Aufmerksamkeitsdefizit. McCarthy & Warrington (1990) fassten die Theorien bezüglich der
räumlichen Vernachlässigung zusammen. Sie haben erwähnt, dass im allgemeinen die rechte
Hemisphäre hinsichtlich der räumlichen Vernachlässigung als dominant postuliert worden ist. Sie
40
diskutierten Theorien von Heilman & Valenstein (1985, 1979a,b), Kinsbourne (1977), Posner
und seinen Mitarbeitern (1982,1984). Heilman et al. (1979a,b, 1985) betrachteten die Beziehung
zwischen Aufmerksamkeit und physiologischem Arousal oder Aktivierung. Gemäß dieser
Theorie zeigt der Patient mit rechten Hemisphärenschäden eine einseitige Vernachlässigung der
linken Seite und Patienten mit linkem Hemisphärschaden zeigen eine einseitige
Vernachlässigung der rechten Seite. Kinsbourne (1977) hat postuliert, dass die zwei cerebralen
Hemisphären normalerweise in konträlateral mit der Aufmerksamkeit in Beziehung stehen.
Gemäß Posner et al. (1982, 1984) kann Vernachlässigung einen Bestandteil des visuellen
Aufmerksamkeitssystems beeinflussen (siehe McCarthy & Warrington, 1990, S. 93-95).
Es gibt verschiedene standardisierte klinisch-neuropsychologische Tests zur Erfassung
des visuellen Neglect (siehe Lezak, 1995). Der „Line Bisection Test“ (LBT) wurde als ein
unilateraler visueller Neglecttest erstmals von Axenfeld (1894) angewendet (zitiert nach Walsh,
1987, S. 233). Schenkenberg et al. (1980) haben eine neue Version des LBT standardisiert und
veröffentlicht. Sie zeigten, dass der LBT zwischen den Patienten mit rechten Hemisphärläsionen
und Patienten mit links-hemisphären-, oder diffusen Läsionen unterscheiden kann. Mather et al.
(1990) untersuchten schizophrene Patienten mittels LBT, um mögliche Lateralisationsdefizite bei
den Patienten zu beurteilen. Schizophrene zeigten bei diesem Test keine schlechtere Leistung als
Gesunde. Die Autoren postulierten, dass der scheinbare Lateralitätsunterschied bei
Schizophrenen aufgrund der „task demands“ oder „attention allocation“ verständlich ist.
Zusammenfassung: Aufmerksamkeitsstörungen sind ein wesentliches Merkmal der
Schizophrenie. Es wird vermutet, dass schwache Leistungen der Schizophrenen in den kognitiven
Aufgaben aufgrund eines Kerndefizits in der Aufmerksamkeit bestehen. Die anatomische Basis
der Aufmerksamkeit ist sehr Komplex. Aufmerksamkeitsprozesse stehen in Beziehung mit
kognitiven neuronalen Systemen (Frontal- und Parietallappen) und subkortikalen Systemen wie
das limbische System, der Hypothalamus und das mesencephalische retikuläre System. Patienten
mit Frontallappenstörungen zeigen klare Aufmerksamkeitsstörungen. Mehrere Studien bestätigen
die Beziehung zwischen Frontallappenstörungen und selektiver Aufmerksamkeit (Cohen et al.,
1993; Foster et al., 1994; Stuss et al., 1995). Der Stroop Test wird zur Untersuchung der
selektiven Aufmerksamkeit eingesetzt. Der Test untersucht Interferenz bzw. Hemmungseffekte in
den Stichproben. Patienten mit Parietallappenstörungen weisen ebenfalls Aufmerksamkeitsstörungen auf, die von Aufmerksamkeitsstörungen nach Frontallappenstörungen unterschiedlich
sind, wie z.B. halbseitige Vernachlässigung. Die Störung der selektiven Aufmerksamkeit ist ein
wichtiger Aspekt der Schizophrenie. Die Patienten zeigen ein großes Defizit in der selektiven
Aufmerksamkeit im Vergleich zu Gesunden. Mehrere Untersuchungen fanden heraus, dass
Schizophrene im Stroop Test eine bedeutend schlechtere Leistung als gesunde Personen zeigen
(Schreiber et al., 1995; Everett et al., 1989; Jost, 1992; Vaitl et el., 1995). Andererseits sind
Aufmerksamkeitsstörung im Rahmen der Vernachlässigung (Neglect) zumindest mittels LBT bei
den Schizophrenen nicht erwartet bzw. dokumentiert.
3.5
Gedächtnisstörungen bei schizophrenen Patienten
Seit Kraepelin und Bleuler sind Defizite im Lernen und Gedächtnis als Symptome der
Schizophrenie beschrieben. Sie sind häufig bei schizophrenen Patienten beobachtbar und werden
als Kernsymptom kognitiver Veränderungen diskutiert, obwohl nicht alle Patienten diese
Störungen zeigen (Brand et al., 1996). Diese Störungen können nicht einfach auf schwache
41
Kooperation, Mangel an Motivation oder Ablenkung von psychischen Symptomen zurückgeführt
werden und werden nicht durch eine Behandlung mit anticholinergen Medikamenten verursacht
(Clare et al., 1993). Neuere Studien (Calev et al., 1993; Tune et al., 1982; Perlick et al., 1986)
fanden heraus, dass Neuroleptika keine Wirkung auf die Leistungen in den unterschiedlichen
Gedächtnistests haben (zitiert nach Brand et al., 1996, S. 51). Aber einige Studien führten
unterschiedliche Ergebnisse auf (siehe Eitan et al., 1992; Strauss et al., 1990).
Die anatomischen Areale der Gedächtnisfunktionen sind in den verschiedenen Bereichen
des Gehirns wie Temporallappen (besonders medialer Bereich), Frontallappen und einigen
subkortikalen Bereichen des Gehirns lokalisiert. Die hauptanatomische Basis des Gedächtnisses
ist im Temporallappen. Die Gedächtnisstörungen des Temporallappens sind lokalisiert und
materialspezifisch. Nach Milner (1968b) verursacht eine unilaterale Temporallobektomie beim
Menschen Defizite, die von der Seite der Entfernung abhängig sind. Patienten mit linksseitigen
Läsionen des Temporallappens zeigen verbale Gedächtnisdefizite, während die Patienten mit
Läsionen des rechten Temporallappens nichtverbale Gedächtnisstörungen aufweisen. Patienten
mit Schädigung des linken Temporallappens können das verbale Material nicht abrufen. Sie
haben Schwierigkeiten, sich an Wortlisten zu erinnern oder die Wortpaare zu lernen. Im
assoziativen Wortlerntest sind manche Itempaare leichter und manche schwerer zu merken.
Linkstemporale Lobektomiepatienten sind normalerweise beim Erlernen schwieriger
Assoziationen beeinträchtigt (Canavan et al., 1990). Die verbalen Gedächtnisaufgaben, die
Patienten mit Läsionen des Linkstemporallappens nicht erfolgreich schaffen können, werden von
den Patienten mit rechten temporalen Läsionen normal durchgeführt. Sie haben Schwierigkeiten,
das nichtverbale Material wie geometrische Zeichnungen abzurufen. In einer neuen Studie
replizierten Helmstädter et al. (1992) Milners (1968a) Ergebnisse. Giovagnoli & Avenzini (1996)
fanden ebenfalls heraus, dass die Patienten mit Linkstemporallappenschädigung eine schlechtere
Leistung im verbalen Gedächtnistest zeigen. Goldstein et al. (1988) haben ihren neuen abstrakten
Zeichnungstest und einen verbalen Paar-Assoziationstest (Form 1 of Wechsler Memory Scale) 10
Patienten mit einer rechtstemporalen Lobektomie und 10 Patienten mit einer linkstemporalen
Lobektomie und 10 gesunden Kontrollprobanden gegeben. Wenn beide Versionen (verbal und
nichtverbal) angewendet wurden, konnten die Gedächtnisfähigkeiten nach einer
Temporallobektomie besser diskriminiert werden, aber die verbale Version konnte besser
zwischen links- und rechtstemporaler Lobektomie diskriminieren als die nichtverbale Version.
Für die Kontrollgruppen waren beide Versionen gleich schwierig.
Temporallappen stehen in einer reziproken Verbindung mit dem Frontallappen. Petrides
(1989) hat postuliert, dass die reziproke Verbindung zwischen frontalem Kortex und
Hippocampus und Amygdaloidsystem sowie die Verbindung zwischen Frontallappen und
Striatum mit verschiedenen Gehirnstammkernen für Gedächtnisprozesse wichtig sind. Er hat
postuliert, dass diese Verbindungen einen beträchtlichen Grad der funktionellen Interaktion
zwischen dem frontalen Kortex und den mesialen Regionen des Temporallappens sowie den
anterioren und dorsomedialen Thalamischen Kernen zeigen. Er versuchte, die Rolle des
Frontallappens bezüglich der Gedächtnisprozesse mittels dieser Verbindungen zu erklären.
Petrides betonte, dass der frontale Kortex direkt an bestimmten Aspekten des Gedächtnisses
beteiligt ist. Die Rolle der Frontallappen hinsichtlich der Gedächtnisfunktionen ist ein
kontroverses Thema. Obwohl die Gedächtnisstörung kein fundamentales Defizit bezüglich der
Frontallappenschädigung ist, kann die kognitive Beeinträchtigung des Frontallappens die
Gedächtnisprozesse aber beeinflussen (Stuss & Benson, 1986). Neue Studien (Shimamura et al.,
1991; Stuss et al., 1994a,1994b; Wheeler et al., 1995) bestätigten die Beziehung zwischen
42
Frontallappen und Gedächtnisprozessen. Die ersten Studien kamen zu dem Schluss, dass die
Schädigung des Frontallappens mit bestimmten Funktionen interagieren kann. Kolodny (1929,
zitiert nach Stuss & Benson 1986, S. 183) untersuchte die Patienten mit Frontallappenstörungen
und erwähnte, dass 43% dieser Patienten Beweise von Gedächtnisstörungen zeigten. Er fand
ebenfalls bei 50% der Patienten mit Tumoren im temporalen Bereich eine Gedächtnisstörung
heraus. Einige Studien (Petrides, 1985) kamen zu dem Schluss, dass die Patienten mit linken und
rechten Frontallappenverletzungen sowohl in verbalen als auch nicht verbalen Aufgaben
beeinträchtigt sind, aber die Patienten mit Temporallappenverletzungen eine Material spezifische
Störung zeigen.
Das Arbeitsgedächtnis ist eine andere Form des Gedächtnisses, das ausgiebig in neuerer
Literatur diskutiert worden ist. Patienten mit Frontalhirnschädigung zeigen in einigen
neuropsychologischen Aufgaben Arbeitsgedächtnisstörungen (Stuss et al., 1994). Dieser
Ausdruck wird normalerweise in Bezug auf das Kurzzeitgedächtnis diskutiert. Entsprechend
Fuster (1989) zeigen frontalhirngeschädigte Patienten eine spezielle Form der Gedächtnisstörung,
die dem kurzzeitigen Gedächtnis, dem Arbeitsgedächtnis, dem vorübergehenden Gedächtnis oder
dem vorläufigen Gedächtnis zugeordnet werden kann. Brand et al. (1996) nehmen
Arbeitsgedächtnisdefizite als Kernpunkt kognitiver Probleme schizophrener Patienten an. Sie
interpretieren viele der Charakteristika schizophrener Gedächtnisstörungen als Auswirkung einer
Störung des Arbeitsgedächtnisses. Es scheint so, dass frontale Funktionen für die Form des
Gedächtnisdefizits eine wesentliche Rolle spielen und eine rein temporale Lokalisation nicht
dafür verantwortlich ist. Ein Defizit des Arbeitsgedächtnisses kann eine fundamentale
Beeinträchtigung sein, die zu schizophrenen Denkstörungen führt. In dieser Ansicht spielt der
präfrontale Kortex in den Arbeitsgedächtnisprozessen eine spezifische Rolle. Die Verbindungen
zwischen präfrontalem Kortex und der Hippocampusformation stellten eine kooperative
Beziehung zwischen diesen Bereichen mit Rücksicht auf das Arbeitsgedächtnis her. Eine
Hirnläsion ist bei schizophrenen Patienten wahrscheinlich im kortikalen Verarbeitungsnetz
lokalisiert. Der präfrontale Kortex erreicht darstellerische Kenntnisse von der Außenwelt durch
seine Verbindungen zu den Parietallappen und dem limbischen System, die er „on line“ aufrecht
erhält (Goldman-Rakic, 1994). Goldman-Rakic (1994a) hat ebenfalls erklärt, dass schizophrene
Patienten konsistent bei Aufgaben bezüglich des Arbeitsgedächtnisses beeinträchtigt sind und
eine weitere Unterstützung für klinische Beobachtungen bezüglich der Ähnlichkeit zwischen
Patienten mit präfrontalen Kortexläsionen und Patienten mit Schizophrenie erforderlich ist. Nach
Spitzer (1993) ist ebenfalls die anatomische Basis des Arbeitsgedächtnisses im frontalen Kortex
gesichert, und es existieren deutliche Hinweise auf die Involviertheit „Engagement“
dopaminerger Nervenbahnen. Er hat das assoziative Gedächtnis und Arbeitsgedächtnis für einige
charakteristische Merkmale schizophrenen Denkens verantwortlich gemacht. Es wurde vermutet,
dass die anatomische Basis des assoziativen Gedächtnisses im Frontallappen in Verbindung mit
Dopamin steht. Fleming et al (1994) haben auch postuliert, dass Dopamin eine Rolle in der
neuronalen Verarbeitung des Arbeitsgedächtnisses spielt. Sie argumentierten, dass
Beeinträchtigungen des Arbeitsgedächtnisses Schwierigkeiten in der Aufmerksamkeit, im
Gedächtnis und in der Antwortvorbereitung produzierten und fanden heraus, dass Aktivitäten des
präfrontalen Kortex und seine Beziehung mit medialen Temporallappen und diencephalischen
Centren (besonders mesokortikales Dopaminsystem) für das Arbeitsgedächtnis verantwortlich
sind. Sie erwähnten, dass das Arbeitsgedächtnis bei schizophrenen Patienten gestört ist.
Weinberger et al. (1994) haben postuliert, dass Funktionsstörungen des präfrontalen Kortex
wahrscheinlich die größte Wirkung auf das Verhalten haben, wenn es verlangt wird, um
präfrontalen Kortex Arbeitsgedächtnis relevante neurale Systeme zu rekrutieren. Dieses System,
43
das Information über ein Netz verteilt, besteht nicht nur aus dem präfrontalen Kortex, sondern
auch aus dem limbischen System. Andere Untersuchungen haben die Beziehung zwischen
Arbeitsgedächtnis und neuropsychologischen Leistungen in der Schizophrenie ausgeführt. Gold
et al. (1997) postulierten, dass eine beeinträchtigte WCST Leistung teilweise ein fundamentales
Arbeitsgedächtnisdefizit in der Schizophrenie reflektieren kann. Nach Docherty et al. (1996)
reflektieren Kommunikationsstörungen von Schizophrenen bestimmte kognitive Defizite
bezüglich des Gedächtnisses und der Aufmerksamkeit. Morice & Delahunty (1996) untersuchten
frontale exekutive Beeinträchtigungen bei 17 Schizophrenen und 17 gesunden Kontrollpersonen.
Schizophrene Patienten zeigten Arbeitsgedächtnisstörungen. Bei einem weiteren Versuch
untersuchten Keefe et al. (1995) das visuospatiale Arbeitsgedächtnis bei schizophrenen Patienten
und fanden heraus, dass Patienten in diesem Bereich gestört waren. Insgesamt haben mehrere
Forscher die Wichtigkeit des Arbeitsgedächtnisses und die Wirkung auf kognitive Defizite in der
Schizophrenie konstatiert. Nach diesen Studien sind der präfrontale Kortex und die
Temporallappenstrukturen die anatomische Basis für das Arbeitsgedächtnis in der Schizophrenie.
Die Rolle des Dopamins wird ebenfalls erwähnt.
In der vorliegenden Studie werden Gedächtnisstörungen schizophrener Patienten im
Rahmen materialspezifischer Gedächtnisstörungen diskutiert. Verbale Gedächtnisdefizite werden
als Folge von linkshemisphärischen Schäden und visuell-räumliche Defizite (nicht-verbale
Gedächtnisdefizite) als Folge von rechts-hemisphärischen Schäden (Canavan & Sartory, 1990)
betrachtet. Patienten mit linkshemisphärischen Läsionen (besonders der Temporallappen) haben
Schwierigkeiten mit verbalen Gedächtnisleistungen, die in verschiedenen Formen überprüft
werden können. Die Patienten dieser Studie wurden mit Paarassoziationslernen und der
Reproduktion von Wortlisten untersucht. Als Paarassoziationslernen wurde der „Assoziative
Wortlerntest“ (Wolfram et al., 1986) eingesetzt, der Beiträge zur Quantifizierung der mnestischen
Lernfähigkeit für assoziativ verbundene verbale Inhalte leistet. Nach Canavan et al. (1990)
bedienen sich klassische Studien der Temporallappenfunktionen häufig eines
Wortassoziationstests. Als Wortliste wurde ein Wortliste (Wolfram et al., 1986) angewendet, die
Aspekte der verbal-sprachlichen Lernfähigkeit misst. Zur Bewertung des nicht-verbalen
Assoziationslerntests der Patienten wurden „Zehn Paare abstrakter Zeichnungen“ (Goldstein et
al., 1988) angewendet. Dies ist ein Wiedererkennungstest. In dieser Studie wird das Auftreten
von Gedächtnis- und Lerndefiziten und ihre Beziehung zu funktionellen Störungen der
anatomischen Regionen (Lateralisierung) untersucht. Es wird untersucht, ob schizophrene
Patienten eine Lateralität bezüglich der Gedächtnis- und Lerntestleistungen im Vergleich zu den
Depressiven zeigen.
Lateralisierung bei schizophrenen Patienten: Verschiedene strukturelle und funktionelle
Gehirnstudien haben Abnormitäten in den Gehirnbereichen bezüglich der Gedächtnisprozesse in
der Schizophrenie untersucht. Klinische und experimentelle Untersuchungen haben anatomische
Beweise hinsichtlich der funktionellen Störungen innerhalb des präfrontalen Kortex bei
Schizophrenen dargestellt (siehe Goldman-Rakic & Selemon, 1997). Die Beziehung zwischen
Frontallappenstörungen und kognitiven Beeinträchtigungen wurde ebenfalls beschrieben
(Weinberger et al., 1986; Schroeder et al., 1994; Seidman et al., 1994). Andererseits haben beide
anatomischen und funktionellen Untersuchungen ein Defizit in den Temporallappenstrukturen
gezeigt (Rossi et al., 1991,1994; Kawasaki et al., 1993; Pearlson et al., 1996). In einer neuen
Studie hat Dwork (1997) ausgeführt, dass mehrere Postmortem-Studien Unterschiede zwischen
der Hippocampusformation von Schizophrenen und Gesunden gezeigt haben. Diese Unterschiede
44
umfassen Volumenveränderungen und neuronale Defizite. Entsprechend Goldberg & Seidman
(1991) zeigen Schizophrene wahrscheinlich lokalisierte Gehirnfunktionen einschließlich einer
präfrontalen Funktionsstörung, temporolimbischen Funktionsstörung und linksseitigen
Hemisphärenfunktionsstörung. Funktionelle oder strukturelle Lateralität ist in der Schizophrenie
ernsthaft untersucht worden, aber die Befunde sind widersprüchlich. Die asymmetrischen
Funktionen der linken oder rechten cerebralen Hemisphären in der Schizophrenie haben
angezeigt, dass sich die kognitiven Defizite der schizophrenen Patienten auf Lateralität beziehen
können (Mizuno et al., 1997). Gruzelier (1991) hat erwähnt, dass die cerebrale Lateralisation
einen wichtigen Einfluss auf die Defizite hat und damit die Form der Krankheit beeinflusst
werden kann („active“ oder „withdrawn“). Es gibt verschiedene Theorien bezüglich der
Lateralität in der Schizophrenie. Die verschiedenen Theorien hinsichtlich der schizophrenen
Patienten können folgendermaßen zusammengefasst werden: Linkshemisphärstörungen,
Rechtshemisphärstörungen und Bilateralstörungen.
I) Befunde der linken Hemisphäre: Die meisten Studien haben Schizophrenie als eine Störung der
linken Hemisphäre postuliert. Solche Befunde stellen linkshemisphärische Funktionsstörungen in
den verschiedenen Formen dar: Hyperaktivität der linken Hemisphäre, linkshemisphärische
Kompensation der rechts-hemisphärischen Defizite und ungeordnete interhemisphärische
Kommunikation (Berman & Weinberger, 1990). Die Ähnlichkeiten zwischen schizophrenen
Symptomen und Patienten mit Linkstemporallappenepilepsie hatten zur Folge, dass einige
Forscher linksseitige wichtiger als rechtsseitige Temporallappendysfunktionen in der Schizophrenie postulierten. Flor-Henry (1969) hat als erster die Abnormität des linken Temporallappens
bei schizophrenen Patienten vermutet. Flor-Henry (1989) hat ebenfalls in einem Überblicksartikel
hinsichtlich der neuroanatomischen Befunde die linkshemisphärischen Veränderungen in der
Schizophrenie betont. Er erwähnte, dass neuropsychologische Untersuchungen der schizophrenen
Patienten das Auftreten der strukturellen Änderungen (CT-Befunde) in der linken Hemisphäre
bestätigten. Reynolds (1983) fand eine bestimmte Zunahme des Dopamins in der Amygdala in
der linken Cerebralhemisphäre bei Schizophrenen heraus. Es scheint, dass sich in der
Schizophrenie die strukturellen und funktionellen Störungen des limbischen Systems in den
medialen Temporallappen, besonders in den linken, den Hippocampusfunktionen und dem
Parahippocampal Gyrus, befinden (Bogerts, 1997). Andere Forscher untersuchten die Aktivität
des Hirns der schizophrenen Patienten während der Durchführung des Gedächtnistests. Gur et al.
(1994) untersuchten die Wirkung der Gedächtnisverarbeitung auf die regionale Hirnaktivierung
und stellten ein Modell einer linken temporalen Funktionsstörung in der Schizophrenie dar. Sie
maßen rCBF während der Leistung in einer verbalen und einer fokalen Gedächtnisaufgabe bei
schizophrenen Patienten und Gesunden. Die Patienten zeigten die größte Beeinträchtigung in der
Worterkennung. Goldberg et al. (1994) fanden eine starke Assoziation zwischen dem linken
Hippocampus und einem Parameter des verbalen Gedächtnisses. Einige Untersuchungen konnten
die Beziehung zwischen Gehirnveränderungen und kognitiven Befunden nicht replizieren.
Colombo et al. (1993) fanden keinen bedeutsamen Unterschied in Temporallappenstrukturen
zwischen Schizophrenen und gesunden Kontrollprobanden, bewiesen aber bei der „Wechsler
Memory Scale“ einen signifikanten Unterschied zwischen Schizophrenen und Kontrollprobanden. Busatto et al. (1994) maßen rCBF der linken medialen Temporallappen bei
Schizophrenen und Gesunden während der Leistung in einer verbalen Gedächtnisaufgabe. Trotz
ihrer bedeutend schlechteren Leistungen in der Gedächtnisaufgabe unterschied sich der Grad der
medialen Temporallappenaktivierung bei schizophrenen Patienten nicht bedeutend von dem der
Kontrollgruppe.
45
II) Rechtshemisphärische Befunde: Andere Forscher haben die Wichtigkeit der rechten
Hemisphärenabnormität in der Schizophrenie betont. Ein Grund dafür ist die Beziehung zwischen
dem Ausdruck von Gefühlen (besonders Affektverflachung) und einem Rechtshemisphärenschaden (Mizuno et al., 1997). Die Affektverflachung ist ein wichtiges Symptom bei
Schizophrenen, das Bleuler als ein Fundamentalsymptom in der Schizophrenie darstellt. Die
potentielle Bedeutung von rechtshemisphärischen Funktionsstörungen hinsichtlich der
Affektverflachung steht mit Beweisen bezüglich neurologischer Patienten mit „Frank Clinical
Lesions“ in Beziehung (Blanchard et al., 1994). Mayer et al. (1985) haben eine Beziehung
zwischen klinischen Darstellungen von Affektverflachung und der rechtshemisphärischen
Funktionsstörung bei 48 chronisch schizophrenen Patienten herausgefunden. Blanchard et al.
(1994) untersuchten die neuropsychologischen Maße des affektiven Ausdrucks in der
Schizophrenie. Sie beurteilten die Hypothese, ob neuropsychologische Maße der rechten
Hemisphäre und Frontallappenstörungen mit Defiziten des affektiven Ausdrucks in der
Schizophrenie korrelieren. Die Ergebnisse haben das neuropsychologische Modell nicht
unterstützt. Aber Rabins et al. (1991) wiesen auf, dass eine vorher existierende subkortikale
Atrophie und eine Rechtshemisphärenläsion Risikofaktoren zur Entwicklung einer
Schizophrenieformstörung sein können. Phillips et al. (1995) untersuchten die Beeinträchtigung
der Gesichtsverarbeitungsfähigkeit „facial processing ability“ bei schizophrenen Patienten und
Gesunden. Sie kamen zu dem Schluss, dass die rechte Hemisphäre eine wichtige Rolle bei „facial
processing“ spielt und aufgrund der Hypofunktion dieser Hemisphäre die Leistungen von
schizophrenen Patienten in diesem Test beeinträchtigt waren. Cutting (1990; zitiert nach Mizuno
1997, S.427) fand bei Schizophrenen ebenfalls mehr Rechts- als Linkshemisphärläsionen. Cutting
(1994) argumentierte, dass rechtshemisphärische Funktionsstörungen in der Schizophrenie von
vier Kategorien von Beweisen gestützt werden. Schizophrene und Patienten mit fokalen
rechtshemisphärischen Verletzungen zeigen identische Phänomene (z.B. Affektverflachung und
Denkstörungen). Beide Patientengruppen zeigen Störungen in den Tests, die für
Rechtshemisphärläsionen spezifisch sind (z.B. Facial Emotion Perception Test).
Neurobiologische Veränderungen wurden innerhalb der rechten Hemisphäre des Hirns bei
schizophrenen Patienten bewiesen und Patienten mit rechtshemisphärischen Störungen zeigten
Symptome der Schizophrenie. Oepen et al. (1988) haben ebenfalls betont, dass die rechte
Hemisphäre eine spezifische Rolle in der Schizophrenie, besonders in der akuten Phase, spielt.
Sie haben die linkshemisphärische Funktionsstörung in der Schizophrenie als eine Folge von
Überaktivität und Hemmung der rechten Hemisphäre interpretiert. Sie verglichen Distraktibilität
der rechten und linken Hemisphäre bei 50 akut schizophrenen Patienten und 30
Kontrollprobanden aus der Dermatologieabteilung. Die Ergebnisse unterstützten eine spezielle
Rolle der rechten Hemisphäre in der Erzeugung der akuten Schizophrenie.
III) Bilaterale bzw. diffuse Dysfunktionen: Mehrere Forscher haben fokale oder regionale
Funktionsstörungen in der Schizophrenie erwähnt; einige Untersucher haben aber eine bilaterale
oder generalisierte Hirndysfunktion dafür postuliert. Blanchard & Neale (1994) fanden die
neuropsychologischen Leistungen der Schizophrenen diffus und nicht lokalisiert. Im Gegensatz
zu Gesunden zeigten die schizophrenen Patienten Beeinträchtigungen bezüglich der Maße des
Gedächtnisses, der sensorischen und perceptuellen Funktionen, des verbalen und nichtverbalen
Gedächtnisses und der Indizes der Frontallappenfunktionen. Rubin et al. (1995) untersuchten die
neuropsychologischen Defizite bei Patienten mit Schizophrenie oder schizophrenieformen
Störungen. Die Patienten zeigten eine schwächere Leistung in den Tests. Die Autoren
beschrieben, dass sowohl die linke als auch die rechte Hemisphäre betroffen waren. Verschiedene
Forscher haben frontale-, temporale- oder frontotemporale Dysfunktionen und Gedächtnisdefizite
46
in der Schizophrenie untersucht und Bilateralität und generalisierte Funktionsstörungen bei den
Patienten nachgewiesen. Kolb & Whishaw (1983) fanden heraus, dass Schizophrene in jeder
verbalen und nicht verbalen Aufgabe außer „digit span“ und „block design“ beeinträchtigt waren.
Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass Schizophrenie eine bilaterale Funktionsstörung in den
Frontal- und Temporallappen zeigte. Bei einem weiteren Versuch kamen Harvey et al. (1995) zu
dem Schluss, dass schwerwiegende kognitive Defizite bei älteren schizophrenen Patienten
aufgrund von Funktionsstörungen des temporalen und frontalen Kortex auftreten. Die
Gedächtnisfunktionen bezüglich der Frontal- und Temporallappen wurden bei geriatrischen
schizophrenen Patienten untersucht. Sie argumentierten, dass klinische kognitive
Beeinträchtigungen der schizophrenen Patienten in Beziehung mit einem Defizit der Gedächtnisfunktionen, die hypothetisch in beiden frontalen und temporalen Regionen des cerebralen Kortex
lokalisiert sind, standen. Gruzelier et al. (1988) verglichen Schizophrene, Patienten mit einer
affektiven Psychose und Gesunde mit Hilfe von neuropsychologischen Aufgaben. Die meisten
der schizophrenen Patienten zeigten Defizite in den neuropsychologischen Tests. Die
Beeinträchtigungen waren größer in den Tests, die empfindlich auf rechte Temporo-Hipocampal
Läsionen reagieren. Eine weitere Analyse zeigte aber, dass 9 Patienten Beeinträchtigungen in den
Tests zur rechten Seite und 9 Patienten in den Tests zur linken Seite des Hirns hatten. 7 Patienten
zeigten bilaterale Defizite und 11 Patienten zeigten keine Defizite. Sowohl Schizophrene als auch
Patienten mit affektiven Psychosen zeigten in den räumlichen und nichträumlichen Lerntests
schlechtere Leistungen als Gesunde. Aber sie hatten zwei unterschiedliche Muster. Schizophrene
waren in den räumlichen Aufgaben besser als in den nicht räumlichen Aufgaben, während die
Patienten mit einer affektiven Psychose in den nichträumlichen Tests eine bessere Leistung als in
den räumlichen zeigten.
Funktionelle und strukturelle Untersuchungen des Hirns während der Durchführung von
neuropsychologischen Aufgaben zeigten bilaterale Störungen bei Schizophrenen. Nestor et al.
(1993) fanden eine bedeutsame Assoziation zwischen den schwachen Leistungen in den
neuropsychologischen Aufgaben (Gedächtnis- und Abstraktion /Kategorisierungstests) und einem
reduzierten Volumen der Temporallappenstrukturen links- und rechtsseitig. Im einem weiteren
Versuch fanden Berman & Weinberger (1990) keinen einheitlichen rCBF Lateralitätsunterschied
zwischen Schizophrenen und Gesunden. Neurophysiologische und neuroradiologische
Untersuchungen haben eine bilaterale mediale Temporallappendefizit im Gehirn von einigen
schizophrenen Patienten demonstriert. Ganguli et al. (1997) testeten die Hypothese, dass die
Schizophrenie mit einer physiologischen Funktionsstörung bezüglich des frontalen und
temporalen Kortex assoziiert ist, mit Hilfe eines Gedächtnistests. Die Patienten hatten bilateral im
frontalen und superioren temporalen Kortex eine geringere Zunahme des rCBF.
Bilaterale Dysfunktionen des Gehirns der schizophrenen Patienten können nach
Aufmerksamkeitsstörungen interpretiert werden. Mather et al. (1990) fanden heraus, dass
scheinbare Lateralitätsunterschiede bei schizophrenen Patienten nicht aufgrund eines einfachen
Defizits der Gehirnlateralität auftreten, sondern von der Aufgabenforderung und
Aufmerksamkeitszuordnung „attention allocation“ abhängen können. Mizuno et al. (1997)
untersuchten die Leistungen von chronisch schizophrenen Patienten und von Patienten mit
unilateralen links- und rechtseitigen Hirnschädigungen in den Aufmerksamkeitsaufgaben in
Bezug auf unilaterale Hirnschädigung. Die Ergebnisse demonstrierten, dass Schizophrene ein
links- und ein rechtshemisphärisches Muster der Defizite zeigten.
47
Einige Untersuchungen zeigten keine Lateralität bei den schizophrenen Patienten. Gold et
al. (1994) verglichen die neuropsychologischen Leistungen von Schizophrenen und Patienten mit
Temporallappenepilepsie
(TLE),
um
zu
bestimmen,
ob
das
lateralisierte
Temporallappenfunktionsstörungsmodell die kognitiven Beeinträchtigungen der Schizophrenen
interpretieren kann. Schizophrene Patienten zeigten Aufmerksamkeitsstörungen bei visuellen
Aufgaben und Höraufgaben. Patienten mit TLE zeigten eine fast normale Leistung in der
Aufmerksamkeitsaufgabe. Schizophrene zeigten jedoch ein besseres verbales Gedächtnis und
eine bessere Wortkenntnis als TLE-Patienten. Die Autoren haben daraus geschlossen, dass
lateralisierte Temporallappenstörungen kognitive Störungen bei Schizophrenen nicht
interpretieren können. Calev et al. (1991) verglichen schizophrene Patienten und gesunde
Kontrollpersonen mit Hilfe einer verbalen und einer visuospatialen Aufgabe. Es wurde
ausgeführt, dass zwischen dem „recall“ von Wörtern und dem visuospatial Material bei den
schizophrenen Patienten kein Unterschied herausgefunden wurde. Die Befunde bestätigen die
lateralen Funktionsstörungen in der Schizophrenie bezüglich des Gedächtnisses nicht. Bussmann
(1991) untersuchte hemisphärenspezifische Defizite bei Schizophrenen und endogen depressiven
Patienten. Die Versuchspersonen bestanden aus 20 remittierten Schizophrenen, 20 remittierten
endogen Depressiven, 10 linkshemisphär Geschädigten, 10 rechtshemisphär Geschädigten und 20
gesunden Kontrollpersonen. Die Hypothese der einseitigen Dysfunktionen wurde sowohl für
Schizophrene als auch für Depressive zurückgewiesen. Die Art des Testmaterials (verbal, nicht
verbal) zeigte keinen bedeutend asymmetrischen Unterschied zwischen den Gesunden und den
psychiatrischen Patienten. Die psychiatrischen Patienten und die Gesunden zeigten ein sehr
ähnliches Leistungsprofil.
Zusammenfassung: Die Gedächtnisdefizite konnten neuropsychologische Defizite reflektieren,
die innerhalb der verschiedenen Gehirnbereiche lokalisiert sein können. Die Gedächtnisfunktionen sind in verschiedenen Regionen des Gehirns lokalisiert. Es wurde diskutiert, dass
Patienten mit Frontallappenläsionen verbale und nicht verbale Defizite und Patienten mit
Temporallappenläsionen (besonders im Hippocampus) materialspezifische Lateralität in den
verbalen und nicht verbalen Gedächtnistests zeigen (linke Seite verbale Störung, rechte Seite
nicht verbale Störungen). Die Untersuchungen hinsichtlich der Gedächtnisdefizite in der
Schizophrenie haben wahrscheinlich ein Potential, um die regionalen Funktionsstörungen zu
identifizieren.
Verschiedene Studien haben strukturelle und funktionelle Abnormitäten innerhalb der
frontalen und temporalen Regionen, der linken oder rechten Hemisphäre oder bilaterale
Störungen des Gehirns von schizophrenen Patienten erforscht. Die Befunde sind eindeutig
widersprüchlich. Die meisten der Studien, die sich auf die linke Hemisphäre beziehen, haben sich
auf die Temporallappenstrukturen konzentriert (Flor-Henry, 1969,1989; Reynolds, 1983;
Bogerts, 1997; Gur et al., 1994; Goldberg et al., 1994). Aber Busatto et al. (1994) stellte fest, dass
Defizite in der Schizophrenie nicht notwendigerweise mit Aktivierungsveränderungen der linken
medialen Temporallappen in Beziehung standen. Neurophysiologische und neuroradiologische
Untersuchungen haben eine bilaterale mediale Temporallappendefizit im Gehirn von Schizophrenen demonstriert (Beatty et al., 1993; McCarley et al., 1993). Die Abnormität der rechten
Hemisphäre des Gehirns von Schizophrenen ist ebenfalls häufig aufgeführt worden (Rubin et al.,
1991; Phillips et al., 1995; Cutting, 1990,1994; Oepen et al., 1988), aber Blanchard & Neale
(1994) wiesen dieses neuropsychologische Modell zurück. Andere Studien zeigten keine
Lateralität bei schizophrenen Patienten (Calev et al., 1991; Bussmann, 1991; Gold et al., 1994).
Mehrere neuropsychologische Untersuchungen haben bilaterale oder generalisierte
48
neuropsychologische Defizite in der Schizophrenie dargestellt (Gruzelier et al., 1988; Clare et al.,
1993; Nestor et al., 1993; Mather et al., 1990; Mizuno et al., 1997; Berman & Weinberger, 1990).
Obwohl Lateralisierung und Lokalisierung häufig in der Schizophrenie untersucht worden sind,
existiert kein klarer Konsens. Die meisten der Studien zeigten Temporallappenveränderungen in
der Schizophrenie; es wurden aber ebenfalls Frontallappendefizite herausgefunden.
Frontallappenfunktionen wurden detailliert mittels Test für den Sprachfluss und andere
neuropsychologische Aufgaben in Bezug auf Frontallappenfunktionen untersucht.
4
Die Neuropsychologie der Depression
Kognitive Defizite und Veränderungen der funktionellen und strukturellen Gehirnbereiche sind
schon bei Patienten mit affektiven Störungen herausgefunden worden. Im Vergleich mit der
Schizophrenie sind Gehirnbeeinträchtigungen bei affektiven Störungen weniger untersucht
worden, und unsere Kenntnis vom Substrat von diesen Störungen ist beschränkt. Malloy et al.
(1994) haben die Theorien bezüglich der „mood-affective-emotion“ diskutiert und daraus
geschlossen, dass der Frontallappen in der neuralen Architektur des emotionalen Systems
involviert ist. Starkstein und Robinson (1991) haben ebenfalls erwähnt, dass Depression ein
häufiger Befund bei Patienten mit einem Frontallappendefizit ist. Mehrere neurophysiologische
und neuroradiologische Studien haben die Rolle der Frontallappen im emotionalen System
betont.
Funktionelle und strukturelle Hirnänderungen: Neurophysiologische Studien haben Änderungen
in den globalen oder regionalen cerebralen Aktivitäten der depressiven Patienten herausgefunden
(Sakeim et al., 1990); einige Studien fanden aber keine Beweise, dass depressive Patienten einen
niedrigeren absoluten Blutfluss als Gesunde haben (Berman et al., 1993). Devous et
al.(1984,1989; zitiert nach Malloy et al., 1994, S. 217) berichteten eine allgemeine globale
Zunahme des cerebralen Blutflusses bei bipolar depressiven Patienten und fanden ebenfalls einen
reduzierten cerebralen Blutdurchfluss in den frontalen und temporo-parietalen Arealen (größere
Reduktion auf der rechten- als auf der linken Seite) bei unipolar depressiven Patienten heraus,
während nicht endogen depressive Patienten keine Abnormität im cerebralen Blutfluss zeigten.
Verminderter regionaler cerebraler Blutfluss ist einer der einheitlichsten Befunde bei depressiven
Patienten. Es scheint, dass Hypofrontalität nicht auf die Schizophrenie beschränkt ist, weil sie
ebenfalls auch häufig bei depressiven Patienten vorkommt (Rubin et al., 1995a; Schroeder et al.,
1989; Chabrol, 1986). Berman et al. (1993) fanden aber keinen Unterschied im globalen oder
regionalen Blutdurchfluss während der Testbedingung zwischen den depressiven Patienten und
den gesunden Kontrollprobanden heraus. Die depressiven Patienten zeigten keine rCBFAbnormität während der WCST-Leistung. PET-Studien haben ebenfalls einen verminderten
Glukosemetabolismus bei affektiven Störungen gezeigt (Buchsbaum et al., 1984; Martinot et al.,
1990). In einem Überblickartikel haben die meisten der Studien eine verminderte Aktivität im
lateralen präfrontalen Kortex bei Patienten mit Major Depression gezeigt (siehe Baxter 1991). In
einer weiteren Studie diskutierten George et al. (1993) die „single photon
Emissionscomputertomographie“ (SPECT) und PET Studien und führten aus, dass diese Studien
das Bild der klinischen Depression als eine Krankheit des Gehirns im allgemeinen, und
insbesondere als eine Krankheit der Frontal- und Temporallappen, zeigen. Sie haben erwähnt,
dass Hypometabolismus -besonderes verminderte Aktivität des frontalen Kortex- bei den meisten
Arten von primären und sekundären Depressionen zu beobachten war. Goffinet et al. (1997)
fanden bei depressiven Patienten eine bedeutsame Hypofrontalität und einen signifikanten
49
Hypometabolismus im ganzen Kortex. Es wurde ebenfalls von einer bedeutsamen links-rechts
Asymmetrie in den präfrontalen und temporalen Arealen berichtet. EEG-Musteränderungen der
Frontallappen der depressiven Patienten wurden häufig dokumentiert (Tucker et al., 1981;
Khanna et al., 1989; Henriques et al., 1991). EEG-Studien zeigten eine Asymmetrie der
frontotemporalen und centralen Regionen des Gehirns von depressiven Patienten auf (Prichep,
1987).
Eine anormale Aktivität ist ebenfalls in den subkortikalen Bereichen des Gehirns von
depressiven Patienten festgehalten worden. Bench et al. (1992) postulierten, dass präfrontale und
limbische Bereiche ein anatomisches Netz bilden, das beim Major depressiven Patienten
funktionell gestört sein kann. Sabatini et al. (1996) beschrieben, dass in der multiplen Sklerose
durch die Trennung der subkortikalen und kortikalen Bereiche, die mit den Funktionen des
limbischen Systems verbunden sind, eine Depression herbeigeführt werden kann. Depressive
Patienten zeigten einen verminderten rCBF im linken anterioren Cingulate und dem linken
dorsolateralen präfrontalen Kortex (Bench et al., 1992). Verschiedene Studien zeigten einen
verminderten Metabolismus in den Basalganglien bei bipolar depressiven Patienten auf
(Buchsbaum, 1986), eine niedrigere Caudate Hemisphärenrate bei unipolaren Patienten (Baxter et
al., 1985), eine anormale limbische metabolische Aktivität und Striatalmetabolismus in
Beziehung mit einer posterioren kortikalen Zunahme (Ho et al., 1996).
CT und MRI Studien haben Defizite im Kortex, besonders in den Frontallappen und in
den subkortikalen Bereichen, bei depressiven Patienten gezeigt. Lesser et al. (1991) fanden
strukturelle Gehirnabnormitäten bei etwa zwei Drittel der psychotischen depressiven Patienten.
Nach Coffey et al. (1993) waren die Frontallappenvolumen der Patienten mit schwerwiegender
Depression kleiner als die gesunder Kontrollpersonen. Starkstein und Robinson (1991) haben die
Wichtigkeit der Rolle der Frontallappen bei affektiven Störungen betont. Verminderte
Frontallappenvolumen wurden ebenfalls bei Kindern mit Depression nachgewiesen. Es wurde
von Läsionen in den anderen kortikalen Bereichen wie Temporal- und Parietallappen berichtet
(Rothschild et al., 1989; Bromfield et al., 1992; Ketter et al., 1994). Mehrere Studien beschrieben
subkortikale Veränderungen bei Patienten mit affektiven Störungen wie Ventrikelhirnquotienten
(Starkstein & Robinson, 1991; Lauer et al., 1992), Veränderungen im Caudate (Starkstein et al.,
1987,1988; Krishnan et al., 1992,1993; Schlegel et al., 1988), Veränderungen im Putamen
(Husain et al., 1991; Krishnan, 1993), Hippocampale Funktionsstörungen (Kirshnan et al., 1991)
und Läsionen der subkortikalen weißen Substanz (Lesser et al., 1991; Howard et al., 1993; Figiel
et al., 1991).
Verschiedene neuropsychologische Studien (Martinot et al., 1990; Abrams & Taylor,
1979; Ebert et al., 1993) fanden eine Lateralität bei depressiven Patienten heraus. Ebert et al.
(1993) fanden Hypofrontalität im rechten inferioren Frontallappen und generell in der rechten
Frontallappenhemisphäre heraus. Flor-Henry (1987) betonte die Wichtigkeit der rechten
Hemisphäre in der EEG Differenzierung von Depression und Manie von gesunden
Kontrollpersonen. Die manischen und die depressiven Patienten hatten Probleme in der rechten
Hemisphäre. Es wurde ebenfalls rechtshemisphärische Hyperaktivität der Frontallappen bei
depressiven Patienten nachgewiesen (Tucker et al., 1981; Schaffer et al., 1983). Einige Studien
fanden einen präfrontalen bilateralen Hypometabolismus heraus (Buchsbaum et al., 1984), aber
entsprechend Baxter et al. (1989) waren die Veränderungen in den primären bipolaren und
unipolaren Depressionen bilateral, während die Wirkung in der sekundären Depression nur auf
der linken Seite bedeutsam war. Strukturelle und funktionelle Studien haben widersprüchliche
50
Ergebnisse in Verbindung mit Lateralität bei depressiven Patienten dargestellt. Einige Studien
haben gezeigt, dass Schädigungen an den neuralen Pfaden innerhalb der linken Hemisphäre, in
den Präfrontal- oder Basalganglienstrukturen, in Beziehung mit der depressiven Stimmung nach
dem Schlaganfall stehen (Morris et al., 1996), oder die Patienten mit linken Temporallappenfoci
mehr Depressionssymptome als jene mit rechten Temporallappenfoci zeigten (Bromfield et al.,
1992). Starkstein et al. (1991) erwähnten eine Beziehung zwischen Major Depression und
Läsionen des linken Frontallappens. Schlegel et al. (1988) beschrieben aber, dass der
Schweregrad der Depression negativ mit der Dichte (Densität) von einigen Bereichen der rechten
Hemisphäre und einigen anderen Bereichen in beiden Hemisphären in Beziehung stand.
Kognitive Defizite: Kognitive Defizite sind ebenfalls von depressiven Patienten berichtet worden.
Die kognitiven Änderungen können in verschiedenen Bereichen, wie z.B. Aufmerksamkeit und
Wachsamkeit, Abstraktion, Sprache, verbale Gedächtnisfunktion, visuell räumliche und
visuomotorische Fähigkeiten, visuelles Gedächtnis und motorische Fähigkeiten, gesehen werden
(Cassens et al., 1990). Ein Defizit im Gedächtnis ist eine der einheitlichsten kognitiven Störungen
der Depression (siehe Wolfe et al., 1987; Lesser et al., 1991; Gruzelier et al., 1988). Die Patienten
zeigen schlechtere nichträumliche Leistungen in den neuropsychologischen Tests (Lesser et al.,
1991). Die Patienten zeigen ebenfalls in den neuropsychologischen Tests bezüglich des
Frontallappens schwächere Leistungen (Lesser et al., 1991; Elliott et al., 1997; Franke et al.,
1993). Lesser et al. (1991) fanden heraus, dass die depressiven Patienten in den
neuropsychologischen Tests, die das Gedächtnis, die Frontallappenfunktionen und die visuellen
räumlichen Fähigkeiten untersuchten, eine schlechtere Leistung als die Gesunden zeigten. Franke
et al. (1993) stellten fest, dass die depressiven Patienten im WCST, im verbalen Flüssigkeitstest
und im „Trial Making Test“ eine schlechtere Leistung als die gesunden Kontrollpersonen zeigen.
Sogar eine relativ leichte Depression kann die Durchführung eines Abstraktionstests, wie den
WCST beeinflussen (Martin et al., 1991). Obwohl einige Studien (Franke et al., 1993; Lesser et
al., 1991) schlechtere WCST-Leistungen von depressiven Patienten im Vergleich mit gesunden
Kontrollprobanden berichteten, fanden Hart et al. (1987) im WCST keinen bedeutsamen
Unterschied zwischen Patienten mit Major Depression und gesunden Kontrollprobanden. Clark et
al. (1985) haben die Abstraktionsfähigkeit bei Major affektiven Störungen mit Hilfe des „Shiply
Institute of Leving Scale“ (SILS) gemessen. Patienten mit affektiver Störung hatten einen
bedeutend niedrigeren IQ- und eine bedeutend niedrigere Abstraktionsfähigkeit als die gesunden
Kontrollpersonen. Patienten mit unipolarer Depression und einem größeren Depressionsschweregrad zeigten mehr Probleme in der Abstraktionsfähigkeit. Von einem
Aufmerksamkeitsdefizit ist bezüglich des Stroop Tests bei depressiven Patienten berichtet
worden. Obwohl Rush et al. (1983) keinen bedeutsamen Unterschied zwischen depressiven
Patienten (endogen und nicht endogen) und Gesunden im Stroop Test herausgefunden haben,
fanden andere Studien jedoch schlechtere Leistungen von depressiven Patienten im Stroop Test
heraus (Trichard et al., 1995; Klopf et al., 1991; Cinovsky et al., 1986; Lemelin et al., 1996).
Rush et al. (1983) untersuchten neuropsychologische Funktionsstörungen der unipolaren nichtpsychotischen Depression. 22 Patienten mit unipolarer nicht psychotischer Major Depression (9
endogen, 11 nicht-endogen) wurden mit verschiedenen neuropsychologischen Tests untersucht.
Sie haben herausgefunden, dass die Leistungen beider Patientengruppen in der Mehrheit der
Subtests unterhalb der Normwerte lagen. Die Patienten mit einer endogenen Depression zeigten
in allen Tests eine schlechtere Leistung als die Patienten mit einer nicht-endogenen Depression.
Zwischen den gesunden Kontrollpersonen und den Patientengruppen konnte aber nur der „Trial
Making Test“ eine Unterscheidung treffen. Gruzlier et al. (1988) konstatierten keinen
signifikanten Unterschied zwischen depressiven Patienten und Gesunden im verbalen
51
Flüssigkeitstest; aber andere Studien führten signifikant schlechtere Leistungen von depressiven
Patienten im Vergleich mit gesunden Kontrollpersonen im verbalen Flüssigkeitstest auf (Franke
et al., 1993; Trichard et al., 1995; Wolfe et al., 1987). Wolfe et al. (1987) untersuchten verbale
Gedächtnisdefizite bei Patienten mit unipolaren und bipolaren affektiven Störungen. Sie fanden,
dass die Patienten in den Tests zum verbalen Lernen im Vergleich zu gesunden
Kontrollprobanden beeinträchtigt waren. Im verbalen Flüssigkeitstest produzierten die gesunden
Kontrollpersonen bedeutend mehr richtige Wörter als bipolar affektive Störungspatienten (P
<.008) und als Patienten mit Huntingtons Krankheit (P<.001). Außerdem produzierten die
Patienten mit unipolarer Depression bedeutend mehr richtige Wörter als bipolare Patienten
(P<.042). Depressive Patienten zeigen ebenfalls ein Defizit im „Trial Making Test“ -ein
planning/sequencing test- (Franke et al., 1993). Austin et al. (1992) verglichen Patienten mit einer
endogenen (n=20) und einer neurotischen (n=20) Major Depressionsepisode und gesunde
Kontrollpersonen (n=20) mit Hilfe des neuropsychologischen Tests. Der Unterschied zwischen
endogenen Patienten und der Kontrollgruppe im „Trial Making Test“ (A und B) und „Digit
Symbol Substitution“ war signifikant. Die Hälfte der endogenen Patienten war im „Trial B“ mehr
als 2 SD langsamer als die Kontrollprobanden. Sowohl die endogene als auch die neurotische
Gruppe zeigten eine Gedächtnisstörung im „Auditory Verbal Listening Test“. Beim
Gedächtnistest war eine stärkere Depression mit einer schlechteren Leistung assoziiert.
Zumindest in zwei Studien zeigten depressive Patienten Abnormitäten in den Tests bezüglich des
Parietallappens (Abrams & Taylors, 1987; Freedman, 1994).
Einige Studien verglichen neuropsychologische Leistungen von depressiven Patienten und
Schizophrenen. Taylor et al. (1981) fanden bilaterale neuropsychologische Funktionsstörungsmuster bei den schizophrenen Patienten, während Patienten mit affektiven Störungen eine
Beeinträchtigung in den Aufgaben bezüglich der nicht dominanten Hemisphärenfunktion zeigten.
In den dominanten Hemisphärentests zeigten Schizophrene eine bedeutend schlechtere Leistung
als Patienten mit affektiven Störungen. Taylor und Abrams (1987) berichteten, dass das Muster
einer dominierend Temporo-parietal-okzipitalfunktionsstörung spezifischer für die Schizophrenie
war. Das Muster einer bifrontalen, nicht dominierenden Hemisphärefunktionsstörung war in der
Schizophrenie eingeschränkter. Gruzelier et al. (1988) berichteten ebenfalls zwei verschiedene
Muster von Beeinträchtigungen für Schizophrene und depressive Patienten. Für depressive
Patienten war das räumliche Defizit schwerwiegender als nicht räumliche Defizite im
„Conditional Association Learning Test“. Die Autoren haben die Befunde mit der Ansicht von
Flor-Henry (1969) interpretiert, dass nämlich affektive Störungen die Läsionen der rechten
Frontal- und Temporallappen einschließen als die gleichen Bereiche der linken Hemisphäre.
Franke et al. (1993) beschrieben aber, dass, obwohl schizophrene Patienten mehr
Beeinträchtigung zeigten, der Unterschied zwischen Schizophrenen und depressiven Patienten in
den Tests bezüglich der Frontallappenfunktionen statistisch nicht signifikant war.
Kognitive Defizite bei depressiven Patienten können eine Verbindung mit den
Symptomen, dem Schweregrad von Symptomen und dem Defizit in einigen anderen Faktoren
wie Aufmerksamkeit, Motivation und Drive haben (Cohen et al., 1982; Burgess, 1991). Ebenso
untersuchten Dolan et al. (1992, 1993, 1994) die Beziehung zwischen rCBF-Abnormitäten,
kognitiven Störungen und Symptomen der Depression. Sie nahmen an, dass Funktionsstörung des
dorsolateralen präfrontalen Kortex (DLPFC) in der Schizophrenie und in der Depression mit
Symptomen, und nicht mit einer bestimmten Diagnose, in Beziehung steht. Sie kategorisierten
die depressiven (n=40) und die schizophrenen Patienten (n=30) in zwei Gruppen: „Mit“ und
„ohne“ Spracharmut und verglichen die Muster des rCBF bei allen Patienten. Patienten „mit“
52
Spracharmut (unabhängig von der Diagnose) zeigten einen bedeutend niedrigeren rCBF im
linken DLPFC.
Insgesamt wurden die kognitiven Störungen und die funktionellen sowie strukturellen
Änderungen in der Depression nachgewiesen, aber die Ergebnisse sind sehr widersprüchlich.
Hypofrontalität ist eine der einheitlichsten Befunde bei depressiven Patienten. Das
Frontallappensystem war nicht der einzige gestörte Bereich bei depressiven Patienten. Hirnänderungen wurden in anderen Arealen des Gehirns, wie z.B. Temporallappen und subkortikalen
Bereichen, gefunden. Kognitive Störungen wurden ebenfalls bei depressiven Patienten
nachgewiesen. Bei depressiven Patienten sind, im Vergleich zu gesunden Kontrollprobanden,
schlechtere Leistungen in den Tests zur Erfassung von Frontallappenfunktionen nachgewiesen
worden. Vergleiche der neuropsychologischen Leistungen von schizophrenen und depressiven
Patienten bewiesen meistens eine Lateralisierung bei beiden Patientengruppen. Depressive
Patienten zeigen eine Störung der nicht dominierenden (rechten) Hemisphäre.
Neurophysiologische und neuroradiologische Befunde bestätigten die Lateralisierung in der
Depression.
5
Plus- und Minussymptomatik der Schizophrenie
Die Heterogenität der Schizophrenie ist seit jeher die Ursache vieler Untersuchungen und
Kontroversen gewesen. Aufgrund dieser Heterogenität versuchten verschiedene Wissenschaftler
(z.B. Kraepelin, 1919; Bleuler, 1916), das Krankheitsbild der Schizophrenie in diverse Gruppen
einzuteilen. Eine derartige Klassifizierung wurde auch bei anderen psychiatrischen Störungen
vorgenommen (siehe Marneros & Tsuang, 1991). Eine der wichtigsten Unterscheidungen in der
Schizophrenie ist die negativ-positive-Dichotomie. Nach Andreasen et al. (1991) kann die
Einteilung der Anzeichen und Symptome der Schizophrenie in positive und negative Gruppen die
Komplexität der Symptome in der Schizophrenie vereinfachen und klären. Diese Unterscheidung
ist klinisch sehr sinnvoll, denn sie ermöglicht über die zugrundeliegenden Mechanismen, die die
spezifischen Symptome der Schizophrenie hervorrufen, nachzudenken. Die Wichtigkeit der
negativen Symptome zeigt sich in ihrer Beziehung zu strukturellen Gehirnveränderungen,
kognitiven Beeinträchtigungen, der schwachen Reaktion auf antipsychotische Behandlung und
der schlechten Prognose (Earnst & Kring, 1997).
Negative Symptome stellen einen Verlust von Funktionen dar, die normalerweise
vorhanden sein sollten, während positive Symptome normale Funktionen sind, die aber exzessiv
auftreten (Marneros & Tsuang, 1991). Andere Namen für negative Symptome sind „Grund-“
oder „Defizit-“ Symptome. Jedes dieser Wörter hat einen anderen Aspekt (siehe Andreasen,
1990). Andreasen et al. (1982) nannten die negativen Symptome „fünf A“ Charakteristik der
Defizitschizophrenie. Sie umfassen: Alogie (improvisierte Rede und Denkleistung),
Affektverflachung (verminderte emotionale Spontaneität und Ausdrucksfähigkeit), Avolition
(Verlust an Drive), Anhedonie (Verlust an Fähigkeit, Vergnügen zu erfahren) und
Aufmerksamkeitsstörungen. Die Begriffe „negative“ und „positive“ Symptome in der
Phänomenologie der Schizophrenie sind nicht neu. Die Unterscheidung geht auf John Russel
Reynolds zurück. Er führte die beiden Begriffe auf zwei unabhängige Formen von physischen
Anzeichen zurück. Diese Kategorien wurden von Hughlings-Jackson zusammengebracht (siehe
Häfner & Maurer, 1991; Berios et al., 1991). Jackson beschrieb die positiven und negativen
Symptome im Kontext eines hierarchischen oder evolutionären Gehirnfunktionsmodells (siehe
53
Andreasen, 1982). Andreasen (1990) verglich die Auffassungen von Kraepelin, Bleuler und
Jackson. Sie stellte fest, dass weder Kraepelin noch Bleuler die Begriffe „positive Symptome“
und „negative Symptome“ verwendeten, und dass Jackson (1931) einer der frühesten Autoren
war, der mit diesen Begriffen arbeitete. Weiterhin beschrieb sie, dass in dem Lehrbuch von
Kraepelin negative oder defizite Symptome fundamentale Abnormitäten der Schizophrenie seien.
Sie führte aus, dass die Bleulerschen fundamentalen Symptome und die Zusatzsymptome
„accessory symptoms“, die „negativen Symptome“ bzw. die „positiven Symptome“ darstellen.
Andreasen erklärte die negativen Symptome zum Kernsymptom der Schizophrenie innerhalb der
Theorien von Kraepelin (1919) und Bleuler (1916).
5.1
Dichotomiemodelle der Schizophrenie
Crows Modell war eines der ersten umfassenden Modelle und die erste Theorie, die zwischen
negativen und positiven Symptomen unterscheiden konnte und die Beziehung zwischen diesen
Symptomen und anderen Befunden erklärte (siehe Andreasen, 1990; Marneros & Tsuang, 1991).
Crow (1982, zitiert nach Schöttke, 1996, S. 24-25) schlägt vor, dass sich in der Schizophrenie
zwei Syndrome darstellen, die sich überlappen: Typ I (positive) Schizophrenie, Typ II (negative)
Schizophrenie. Die Typ I-Schizophrenie ist durch vorwiegend positive Symptome charakterisiert
und ist in einer akuten psychotischen Phase beobachtbar. Diese Patienten sind mit Neuroleptika
gut behandelbar. Sie leiden an einem neurochemischen Pathologieprozess (Hyperdopaminergie
Aktivität) und zeigen kein intellektuelles oder kognitives Defizit . Die Typ II-Schizophrenie
wiederum steht im Gegensatz zur Typ I-Schizophrenie. Sie ist durch vorwiegend negative
Symptome charakterisiert und bei chronischen Patienten beobachtbar. Diese Patienten antworten
weniger gut auf Neuroleptika, sie zeigen größere intellektuelle und kognitive Defizite und weisen
eine strukturelle Pathologie auf. Schöttke (1996, S. 25) hat die wichtigen Hypothesen der Typ I,
und Typ II-Schizophrenie zusammengefasst, die der Tabelle 1 zu entnehmen sind.
Tab. 1: Wichtige Hypothesen der Typ I, und Typ II-Schizophrenie (zitiert nach Schöttke, 1996, S.
25)
Schizophrenie
Typ I
Typ II
Symptomatik
vorwiegend Plussymptomatik
vorwiegend Minussymptomatik
Verlauf
episodisch
chronisch bzw. chronisch progrient
Kognitive Störungen
nicht gestört
kognitive Störungen
Hirnfunktion
neurochemische Pathologie
(Dopamin- D2 - Dysfunktion)
strukturelle Pathologie
(Erweiterung der Ventrikel)
Behandelbarkeit
Symptomreduktion
durch Neuroleptika
Behandlungsresistenz bei
Neuroleptikabehandlung
In diesem Modell sind Typ I- und Typ II-Schizophrenie separate Krankheitsprozesse. Sie
haben eine unterschiedliche Symptomatik und unterschiedliche Verläufe (Häfner & Maurer,
1991). Andreasen & Oslen (1982) haben nach Crows Modell ein positiv-negativ
54
Dichotomiemodell klinischer Symptome entwickelt. In diesem Modell werden die Patienten in
drei Untergruppen eingeteilt: Positive, negative und gemischte Schizophrene. Die Patienten mit
positiver Schizophrenie zeigen vorwiegend Wahnvorstellungen, Halluzinationen, positiv formale
Denkstörungen und beharrlich bizarres Verhalten. Die Patienten mit negativen Symptomen
zeigen Affektverflachung, Alogie, Avolition und Aufmerksamkeitsstörungen. In der gemischten
Schizophrenie sind entweder negative und positive Symptome oder keine von beiden
überwiegend. Die Autoren sehen eine Beziehung zwischen negativer Schizophrenie und
schwacher prämorbider Anpassung, beeinträchtigten kognitiven Funktionen, Hinweisen auf eine
vorherige Gehirnverletzung und cerebraler Atrophie. Sie haben auch eine Beziehung zwischen
positiver Schizophrenie und besserer prämorbider Anpassung, einem besseren allgemeinen
Niveau von Funktionen und normaler sensoria gefunden, aber keinen Beweis für eine cerebrale
Athrophie. Andreasen et al. (1991) haben zwei verschiedene Mechanismen in Beziehung mit den
negativen Symptomen vorgeschlagen: 1) das funktionelle Defizit im Dopaminsystem und 2)
Hypoaktivität der Frontallappen. Es gibt einige andere Dichotomiemodelle, die von Häfner &
Maurer (1991) diskutiert worden sind.
5.2
Beurteilung von negativen/positiven Symptomen
Es gibt eine Anzahl von verschiedenen entwickelten Skalen zur Beurteilung der negativen und
positiven Symptome. Andreasen (1990b) und Andreasen et al. (1991) haben verschiedene
Instrumente zur Erfassung der Minus- und Plussymptomatik vorgestellt. Stieglitz (1991) hat die
vorhandenen Skalen zur Beurteilung von negativen Symptomen detailliert diskutiert und eine
Liste solcher Instrumente vorgestellt (siehe Stieglitz, 1991, S. 55 ). Andreasen & Olson (1982)
entwickelten zwei neue Skalen zur Erfassung der negativen und positiven Symptome i.e. „the
Scale for Assessment of the Positive Symptoms“ (SAPS) und „the Scale for Assessment of the
Negative Symptoms“ (SANS). Der SANS beurteilt fünf hauptsächliche negative Symptome:
Alogie, Affektverflachung, Anhedonie, Avolition und Aufmerksamkeitsstörungen. Der SAPS
erlaubt die Auswertung von positiven Symptomen umfassend: Halluzinationen,
Wahnvorstellungen, positiv formale Denkstörungen und bizarres Verhalten. InSka
(Intentionalitätsskala) ist ein weiteres Instrument zur Beurteilung von negativen Symptomen in
der Schizophrenie. Mundt et al. (1985) haben die InSka als ein psychometrisches Instrument zur
quantitativen Erfassung der schizophrenen Residualsymptomatik entwickelt. Der Fragebogen
besteht aus unterschiedlichen Bereichen: 1) Motorischer Antrieb, 2) Sprachverhalten, 3)
Affektive Reaktionen, 4) Wahn und Autismus, 5) Initiative und Motivation und 6)
Sozialverhalten. Nach Mundt et al. (1985, S. 146): „Der Begriff möge die konstitutiven
seelischen Leistungen in Wahrnehmungs-, Handlungs-, Willensprozessen, im Denken, in der
Bewegung decken. Intentionalität in diesem Sinne bedeutet also die Fähigkeit der sozial
abgestimmten Sinnschöpfung, wozu auch die erhaltene Ganzheitlichkeit des Erlebens gehört.“.
Die Skala wird detaillierter im Abschnitt der Methodologie diskutiert.
Mundt & Kasper (1990) haben die Gesamtscores der schizophrenen Patienten von InSka,
SANS und Frankfurter- Beschwerde- Fragebogen (FBF) verglichen. Sie fanden heraus, dass für
die InSka und SANS eine klare Trennung von seelisch Kranken (Schizophrenen, Depressiven,
und Neurotikern) und nicht seelisch Kranken (Diabetikern) gelingt (P<.05). InSka konnte nur die
depressiven und neurotischen Patienten von den Schizophrenen signifikant trennen (P<.05).
InSka und SANS korrelierten am meisten in den Gesamtscores miteinander. Nach Kasper &
Mundt (1986) konnte SANS die Schizophrenen besser als andere Instrumente identifizieren.
Mundt & Kasper (1987) haben in einer anderen Studie das Spezifikum von negativen
55
Symptomen und von Basissymptomen bei schizophrenen Patienten untersucht. Die SANS konnte
für alle Subskalen die Schizophrenengruppe von den anderen Gruppen signifikant (P<.01)
trennen. Die Identifizierungsfähigkeit war besonders bei den Subskalen „Alogie“ und
„Aufmerksamkeit“ und auf einem niedrigeren Niveau bei den kognitiven Störungen ausgeprägt.
Betrachtet man den Gesamtscore, so unterscheiden sich Neurotiker und endogene Depressive
nicht voneinander. Die InSka zeigte ähnliche Ergebnisse. Sie konnte im Gesamtscore und in allen
Subskalen Schizophrene von den anderen Gruppen statistisch signifikant (P<.01) unterscheiden.
Die Subskalen „Sprachverhalten“ und „Wahn und Autismus“ unterscheiden Schizophrene
deutlicher von den übrigen Gruppen. In beiden Skalen (SANS & InSka) konnten die
„Sprachstörungen“ gut zwischen Schizophrenen und den übrigen Gruppen diskriminieren.
Zinner et al. (1990) haben verschiedene Skalen zur Fremd-, und Selbstbeurteilung von
Minus- bzw. Basissymptomatik verglichen. Insgesamt wurden 64 chronisch schizophrene
Patienten durch verschiedene Fremdbeurteilungsskalen, Skalen zur Erfassung von
Basissymptomen, und durch zwei psychologische Tests, bestehend aus dem d2Aufmerksamkeits- Belastungs-Test (d2-ABT; Brickenkamp, 1972) und dem RPM (the Repeated
Psychological Measurements; Fahrenberg et al., 1977), untersucht. RPM besteht aus drei
Faktoren: Wörter-Erkennen-Treffer WE, Ziffern-durchschreiben-Treffer ZD, und BuchsstabenSymbol-Test-Treffer BS. Der Summenscore der InSka korreliert sehr hoch mit den
Summenscores der anderen Skalen, aber am höchsten mit SANS (P<.001). Betrachtet man die
Subskalen, erkennt man, dass die beiden Sprachskalen von SANS und InSka, die beiden
Affektivitäts- und die beiden Sozialverhaltens-Subskalen besonders hoch miteinander korrelieren
(P<.001). Als eine Ausnahme korreliert Subskala „Wahn & Autismus“ mit keiner anderen
Variablen. Bezüglich der psychologischen Tests korreliert der Summenscore der SANS negativ
signifikant mit RPM-ZD (Ziffern-durchstreichen-Treffer), mit RPM-BS (Buchstaben-SymbolTest- Treffer) und mit d2. Die Summe von InSka und die Summe von SANS korrelieren nicht mit
RPN-WE (Wörter-Erkennen). Als eine Ausnahme korreliert die Subskala „Wahn & Autismus“
mit keinem psychologischen Test.
5.3
Funktionelle und strukturelle Gehirndefizite in Beziehung mit Minus- und
Plussymptomatik
Von der Korrelation zwischen Plus- und Minussymptomatik mit strukturellen und funktionellen
Änderungen des Gehirns der schizophrenen Patienten wurde häufig berichtet. Die Ergebnisse
sind sehr kontrovers. Funktionelle Störungen von verschiedenen Gehirnsystemen können die
Psychopathologie der Krankheit auf verschiedene Weise beeinflussen. Nach Andreasen (1988)
zeigen die Patienten mit negativen Symptomen einen Funktionsverlust, der sich allgemein in den
Frontallappen befindet. Andreasen et al. (1991) haben beschrieben, dass die Frontallappen für
verschiedene Funktionen wie Gedanken- und Sprachfluss, emotionaler Ausdruck, Volition und
Drive, und der Fähigkeit, emotionale Bindung aufzubauen, verantwortlich sind. Die negativen
Symptome stellen den Verlust solcher Funktionen dar. Auch Bogerts et al. (1991) sind der
Auffassung, dass Patienten mit negativer Schizophrenie die Symptome zeigen, die ebenso
Patienten mit einem Frontallappendefizit zeigen, zum Beispiel Apathie, Verlust an Drive,
unangemessenen Affekt, sozialen Rückzug oder Disinhibition, schwache Anpassung und
psychomotorische Retardation. In diesem Abschnitt werden verschiedene strukturelle und
funktionelle Studien, die mit negativer/positiver Psychopathologie in Beziehung stehen,
diskutiert.
56
Funktionelle Veränderungen des Gehirns: Hypofrontalität ist der einheitlichste Befund, der sich
aus neurophysiologischen Studien ergibt. Es wurde zuvor dargestellt, dass eine Anzahl von rCBF,
PET und EEG Studien einen reduzierten cerebralen Blutdurchfluss, einen reduzierten
Glukosemetabolismus, eine zunehmende Delta-Aktivität (langsame Aktivität) in Frontallappenregionen des Gehirns von schizophrenen Patienten herausgefunden haben. Die Hypofrontalitätshypothese ist teilweise von bildgebenden Studien unterstützt worden (Andreasen et al., 1986;
Nopoulos et al., 1995). In diesem Abschnitt wird die Beziehung zwischen der Minus- und
Plussymptomatik und der funktionellen Aktivität der Frontallappen diskutiert.
Mehrere Studien haben eine Beziehung zwischen der Hypofrontalität und den negativen
Symptomen in der Schizophrenie aufgezeigt (siehe Rubin, 1994a; Zemishlany et al., 1996). Eine
Beziehung zwischen vermindertem regionalen cerebralen Blutfluss (rCBF) in den Frontallappen
und der Minussymptomatik ist häufig nachgewiesen (Ingvar & Franzén, 1974a; Andreasen et al.,
1992; Lewis et al., 1992). Die Beziehung zwischen Plussymptomatik und funktionellen
Gehirnaktivitäten ist ebenfalls dargestellt worden (Rubin et al., 1994a,b; Kurachi et al., 1985).
Solche Studien konstatierten einen gesteigerten rCBF in den Temporallappenstrukturen von Typ I
-Schizophrenen. Rubin (1994) kam in einem Übersichtsartikel zu dem Schluss, dass die meisten
Studien entweder eine Beziehung zwischen vermindertem Metabolismus, niedrigem rCBF und
negativen Symptomen, oder eine Beziehung zwischen zunehmender rCBF und kortikalen und
subkortikalen Arealen bei Patienten mit überwiegend positiven Symptomen gezeigt haben.
Bogerts et al. (1991) und Bogerts (1997) fanden eine Korrelation zwischen der linken
Temporolimbischen Pathologie und positiven Symptomen. In einer anderen Studie untersuchten
Rubin et al. (1994b) Patienten mit schizophrenieformen Störungen und gesunde Kontrollpersonen
mittels rCBF und CT Scan. Sie beschrieben, dass die Plussymptomatik positiv mit höherem rCBF
(während der Aktivierung, WCST) des Striatums und der Temporallappen in Beziehung stand.
Positive Symptome standen negativ in Beziehung mit der Größe der Temporalhörner. Mathew et
al. (1988) kamen zu dem Schluss, dass Halluzinationen mit reduziertem Blutfluss in mehreren
postzentralen Regionen (temporal, parietal und okzipital) einhergehen, während Günther et al.
(1989) eine diffuse bilaterale rCBF Hyperaktivität in der Typ I- Schizophrenie feststellten.
Kurachi et al. (1985, zitiert nach Berman et al., 1986) beschrieben, dass negative Symptome bei
Schizophrenen mit einer bilateralen Hypofrontalaktivität korrelierten und die akustische
Halluzinationen (eines der positiven Symptome) korrelierte mit einer Hypertemporalaktivität, die
sich überwiegend in der linken Hemisphäre zeigt. Bogerts et al. (1991) sind der Auffassung, dass
die „Hypofrontalität“ eine Funktion vom Zustand der Störung ist. Sie haben die Studien von
Warkentin et al. (1990) und Risberg et al. (1990) überprüft und vorgeschlagen, dass die
Abwesenheit von Hypofrontalität in der Schizophrenie vom klinischen Zustand der Krankheit
abhängt. Es war wichtig, ob die Patienten zur Zeit des Versuches akut psychotisch waren oder
nicht.
Mehrere Studien, die PET verwenden, haben die Korrelation zwischen negativ/positiv
Symptomatik und funktionellen Gehirnaktivitäten bei schizophrenen Patienten untersucht. Die
meisten dieser Studien bestätigten eine Korrelation zwischen negativen Symptomen und
Hypometabolismus in den Frontallappen von schizophrenen Patienten (Tamminga et al., 1992;
Schroeder et al., 1995; Volkow et al., 1987; Wolkin et al., 1992). Tamminga et al. (1992) führen
aus, dass schizophrene Patienten mit aktiver Psychose keine Hypofrontalität zeigten, während
schizophrene Patienten mit dem Defizitsyndrom einen einheitlichen Hypometabolismus in den
Frontallappen aufwiesen. Huret et al. (1991) untersuchten den ganzen Metabolismus von 12
57
Schizophrenen, die an Halluzinationen oder Pseudohalluzinationen litten. Der gesamte kortikale
Glucosemetabolismus unterschied nicht zwischen Schizophrenen und Gesunden, doch zeigten die
Patienten mit negativen Symptomen Hypometabolismus in den Frontallappen. Schroeder et al.
(1995) beschrieben eine Verbindung zwischen „Delusional Syndrom“ und Temporal- und
Hippocampusänderungen. DeLisi et al. (1985) hingegen konnten keine Korrelation zwischen
Hypofrontalität und klinischen Symptomen in der Schizophrenie feststellen.
EEG-Änderungen im Gehirn der schizophrenen Patienten, besonders eine Dysfunktion in
den Frontallappen, wurde festgestellt. Williamson et al. (1989) fanden keine Beziehung zwischen
akuter Symptomatik und Frontallappenflussaktivität, aber sie stellten eine Beziehung zwischen
negativen Symptomen und dem geringeren Anstieg von EEG Wellen fest. Gerez et al. (1995)
fanden heraus, dass schizophrene Patienten mit negativen Symptomen eine verminderte FrontalKohärenz und die Patienten mit positiven Symptomen verminderte Temporal-Kohärenz zeigten.
Sie haben vorgeschlagen, dass positive Symptome mit einer linken temporalen Funktionsstörung
und negative Symptome mit einem Frontostriatal Defizit in Beziehung stehen. Merrin et al.
(1992) bemerkten, dass die Wirkung von negativen Symptomen auf die Alpha-Kraft bilateral ist;
und sie haben in einer anderen Studie (1996) eine Beziehung zwischen Minussymptomatik und
Alpha-Power belegen können. Omori et al. (1995) verglichen akute nicht-medizinisch behandelte
schizophrene Patienten und gesunde Kontrollpersonen mittels EEG Wellen. Sie konstatierten,
dass die durchschnittliche EEG Frequenz bei Schizophrenen sowohl mit totalen und positiven
Symptomen als auch mit negativen Symptomen negativ in Beziehung stand. Insgesamt zeigten
die meisten der Studien eine Beziehung zwischen der Minussymptomatik und dem Frontallappen
oder eine Beziehung zwischen dem Temporallappen und der Plussymptomatik.
Strukturelle Veränderungen des Gehirns: Verschiedene pathologische Untersuchungen haben
strukturelle Veränderungen im Gehirn schizophrener Patienten bekundet, doch sind die
Ergebnisse nicht einheitlich. Einer der am häufigsten replizierten strukturellen Veränderungsbefunde ist die Vergrößerung des Ventrikelsystems. CT und MRI Studien haben auch zu der
Feststellung geführt, dass eine wesentliche Anzahl schizophrener Patienten strukturelle
Veränderungen in den Frontallappen und in anderen Regionen des Gehirns wie in den
Temporallappenstrukturen zeigten. In diesem Abschnitt wird die Beziehung zwischen
strukturellen Veränderungen sowie der Minus- und Plussymptomatik dargestellt.
Marks & Luchins (1990) untersuchten 28 CT und MRI Studien, die sich auf positive und
negative Symptome in der Schizophrenie beziehen. Einige Studien (n=18) zeigten eine direkte
Beziehung von neuroanatomischen Veränderungen zu positiven und negativen Symptomen.
Diese Studien unterstützten die Auffassung, dass vergrößerte Ventrikel oder sulci mit weniger
positiven und/oder mehr negativen Symptomen verbunden sind. Zwei Studien zeigten eine
indirekte Beziehung von neuroanatomischen Abnormitäten zu positiven oder negativen
Symptomen. Fünf Studien konnten diese Ansicht nicht unterstützen, und drei Studien fanden eine
entgegengesetzte Beziehung heraus. Bogerts et al. (1991) untersuchten die neuroradiologischen
Studien und kamen zu ähnlichen Schlüssen. Die 16 von ihnen untersuchten Studien befassten
sich mit gesteigerten negativen Symptomen und/oder kognitiven Beeinträchtigungen. Neun CT
Studien zeigten verschiedene Ergebnisse. Sie fanden heraus, dass die ventrikale und/oder
kortikale Größe der Sulci nicht mit negativen Symptomen in Beziehung stand, sondern eher das
Gegenteil der Fall war.
58
Einige CT-Studien haben die Beziehung zwischen Gehirnveränderungen und klinischen
Variablen wie Minus- und Plussymptomatik aufgezeigt. Andreasen et al. (1982) untersuchten die
Beziehung zwischen der Minus- und Plussymptomatik und der Erweiterung der Ventrikelräume
schizophrener Patienten. Aus einer Gesamtstichprobe von 52 Schizophrenen wurden 16 Patienten
mit vergrößerten Ventrikeln und 16 Patienten mit kleinsten Ventrikeln verglichen. Jene mit den
kleinsten Ventrikeln verfügten größtenteils über positive Symptome, jene mit vergrößerten
Ventrikeln über negative Symptome. D´Amato et al. (1992) replizierten diese Befunde bei
schizophrenen Patienten. Ventrikelvergrößerung und kortikale Atrophie setzten positive mit
negativen Symptomen in Beziehung, doch war die Korrelation mit positiven Symptomen negativ.
Goetz et al. (1986) kamen ebenfalls in einem Übersichtsartikel zu dem Schluss, dass
Hirnänderungen nützliche Marker in Beschreibung einer Gruppe von Schizophrenen sind, die
keine positiven Symptome zeigen, bei denen aber negative Symptome und neuropsychologische
Beeinträchtigungen überwiegend sind. Klausner et al. (1992) fanden heraus, dass Patienten mit
größeren frontalen Hörnern schwerwiegendere negative Symptome hatten. Entsprechend
Andreasen et al. (1982) kann die kortikale Atrophie mit anderen wichtigen Variablen assoziiert
werden. Patienten mit Ventrikelvergrößerung zeigten eine Beeinträchtigung in Tests zu
kognitiven Funktionen, sowie bei neuropsychologischen und intellektuellen Tests. Die
Verbindung zwischen Temporallappenpathologie und positiven schizophrenen Symptomen ist
ebenfalls festgestellt worden. Bogerts et al. (1991) berichteten in einem Übersichtartikel eine
Korrelation zwischen positiven Symptomen und den Temporallappen, besonders der linken Seite,
wie auch eine Korrelation zwischen negativen Symptomen und größeren Frontal- und ParietoOkzipital sulci. Durch andere Studien wurde nachgewiesen, dass die Temporallappenstrukturen
mit beiden negativen so wie positiven Symptomen in Beziehung stehen. McCarley et al. (1989;
zitiert nach Bogerts et al., 1991, S. 299) kam zu dem Schluss, dass eine linke
Temporallappenfunktionsstörung mit positiver Schizophrenie und Rechtstemporalpathologie mit
negativer Schizophrenie in Beziehung stand. Andere Studien konnten eine Beziehung zwischen
Ventrikelgröße und Symptomatik nicht finden (Pfefferbaum et al., 1988; Keilp et al., 1988).
Es wurde diskutiert, dass MRI Studien ein reduziertes Gehirnvolumen bei schizophrenen
Patienten demonstrieren. Diese strukturellen Veränderungen sind heterogen. Einige Studien
zeigten bei schizophrenen Patienten strukturelle Veränderungen der Ventrikelgröße und der
Frontallappen und volumetrische Defizite sowohl in den Frontallappen als auch in den
Temporallappenstrukturen. Es gibt MRI Studien, die die Beziehungen zwischen
gehirnstrukturellen Veränderungen und klinischen Symptomen in der Schizophrenie untersucht
haben. Smith et al. (1984b) fanden heraus, dass negative und positive Symptome in der
Schizophrenie mit der Ventrikelgröße und der Breite der dritten Ventrikel korrelierten, doch
waren die Unterschiede nicht bedeutsam. Flaum et al. (1995a) fanden heraus, dass der allgemeine
Symptomschweregrad bedeutend mit größeren Ventrikelräumen und kleineren Temporallappen
und dem Hippocampal und superioren Gyrus Volumen in Beziehung stand. Andreasen et al.
(1986) und Olsen et al. (1985) beschrieben in zwei verschiedenen Studien, dass eine verminderte
cerebrale und kortikale Größe mit vorwiegend negativen Symptomen korrelierte, eine
verminderte Frontalgröße aber keine Beziehung mit negativen Symptomen aufwies. Andreasen et
al. (1986) wiesen nach, dass nur 38% der Patienten mit kleinen Frontallappen vorwiegend
negative Symptome hatten. Der Unterschied war nicht bedeutsam. Zwischen positiven
Symptomen und Frontal- und Schädelgröße sowie cerebraler Größe wurde keine Beziehung
beobachtet. Sie haben daraus geschlossen, dass es eine Verbindung zwischen einer relativen
Verminderung der Gehirn- und Schädelgröße und zwei wichtigen phänomenologischen Faktoren
der Schizophrenie, einschließlich kognitiver Beeinträchtigung und negativer Symptome, gibt. Die
59
erwähnten MRI Studien konnten keine bedeutsame Korrelation zwischen der Symptomatik und
einem bestimmten Gehirnbereich konstatieren, aber Andreasen et al. (1990c) haben festgestellt,
dass Patienten mit negativer Schizophrenie ein bedeutend größeres Ventrikel als jene mit
vorwiegend gemischten Symptomen besitzen. Besson et al. (1987) fanden in einer anderen
Untersuchung weitere interessante Ergebnisse heraus. Sie verglichen 23 Patienten mit
chronischer Schizophrenie und 15 Kontrollprobanden mittels MRI. Die Patienten wurden in zwei
Untergruppen eingeteilt: Patienten mit hoch positiven Symptomen und Patienten mit hoch
negativen Symptomen. Die Schizophrenen und die Kontrollgruppe waren nicht signifikant
unterschiedlich, doch gab es einen bedeutsamen Unterschied zwischen den beiden schizophrenen
Untergruppen. Es wurde eine Korrelation zwischen positiven Symptomen und den linken
Temporalstrukturen festgestellt. Andererseits standen negative Symptome mit der linken Seite
der Frontallappen in Beziehung. Einige andere Studien haben die Beziehung zwischen positiven
Symptomen und Linkstemporalstrukturen unterstützt (Kawasaki et al., 1993; Shenton et al.,
1992).
Die Beziehung zwischen Temporalstrukturen und positiven als auch negativen
Symptomen ist auch beschrieben worden. Degreed et al. (1990; zitiert nach Bogerts et al., 1991,
S. 305) verglichen 39 ersterkrankte schizophrene Patienten und 25 gesunde Kontrollpersonen
mittels MRI. Die positiven Symptome standen bedeutend mit einer posterioren
Temporalhörnervergrößerung in Beziehung. Die negativen Symptome zeigten eine Korrelation
mit der rechts-anterioren und posterioren Temporalhörnervergrößerung. Die Dysfunktionen des
linken Hippocampus und des Parahippocampus waren an der Pathogenese der positiven
Symptome beteiligt, während die negativen Symptome mehr mit den rechts- und linksmedialen
Temporallappen in Verbindung standen. In einer neueren Studie fanden Becker et al. (1996) eine
signifikante negative Korrelation zwischen Temporallappenvolumen und negativen Symptomen
bei schizophrenen Patienten heraus. Turetsky et al. (1995) untersuchten die Assoziation zwischen
Frontallappen- und Temporallappenvolumen und klinischen Symptomen in der Schizophrenie.
Die Patienten zeigten eine anormale Gehirnasymmetrie mit selektiver Verminderung des
Gehirnvolumens in den linken Temporallappen- und rechten Frontallappenregionen. Sie fanden
eine bedeutsame Verbindung zwischen einer Temporallappenasymmetrie und negativen
Symptomen. Negative Symptome wurden mit einer linken Temporal- statt Frontalabnormität in
Beziehung gesetzt. Die Autoren interpretierten ihre Befunde entsprechend mit einer Abnormität
des temporolimbischen-präfrontalen Netzwerks.
5.4
Minus- und Plussymptomatik: Die Beziehung zu neuropsychologischen
und kognitiven Störungen
Die schlechten Leistungen schizophrener Patienten während der neuropsychologischen Tests und
die Minus- und Plussymptomatik sind zwei Phänomene, die häufig beschrieben worden sind.
Einige Studien haben die Assoziation zwischen den kognitiven und neuropsychologischen
Defiziten und den negativen Symptomen in der Schizophrenie bewiesen. Die beiden Symptome
sind als Kernsymptome in der Schizophrenie bekannt. Andererseits sind diese zwei Phänomene
bei Patienten mit Frontallappenstörungen beschrieben worden. Röhrenbach et al. (1991) haben
das kognitive Planungsdefizit und die negative Symptomatik bei Patienten mit erworbener
Hirnschädigung untersucht. Patienten mit einer Frontallappenschädigung wiesen eine bedeutend
schwächere Leistung in den Tests „Turm von London“ und WCST auf als die übrigen
60
organischen Patienten. Die Testergebnisse standen bedeutend mit der Minussymptomatik in
Beziehung.
Neurophysiologische und neuroradiologische Gehirnstudien ergaben Anomalitäten bei
den Patientengruppen mit Minussymptomatik (besonders funktionelle Defizite in den
Frontallappen) und mit Plussymptomatik (besonders strukturelle Defizite in den Temporallappenstrukturen). Obwohl viele Schizophrene keine kognitiven Störungen und Gehirnpathologie zeigen
und die Krankheit selbst nicht klar ist (Keilp et al., 1988), weisen einige Studien eine Beziehung
zwischen Typ II- Schizophrenie und kognitiven Defiziten, die auf Frontallappenfunktionen zu
beziehen sind, auf. Andererseits wurde eine Beziehung zwischen der Typ I- Schizophrenie und
kognitiven Defiziten, die sich auf die Temporallappenfunktionen beziehen, festgestellt. In diesem
Abschnitt werden eine Reihe von Studien, die die Leistungen des schizophrenen Patienten mit
Minus- und Plussymptomatik bei neuropsychologischen Aufgaben mit Maßen der
Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Sprachflüssigkeit, Abstraktion und Problemlösefähigkeit
untersuchten, diskutiert.
Die meisten Studien zeigten, dass die schizophrenen Patienten mit negativen Symptomen
ein Defizit in neuropsychologischen Tests, besonders in Tests bezüglich der Frontallappenfunktionsstörungen wie WCST, Stroop, Turm von London und verbalen Flüssigkeitsaufgaben,
zeigen. Schlechte Leistungen der schizophrenen Patienten mit negativen Symptomen im WCST
erscheinen als ein einheitlicher Befund (siehe Capleton, 1996; Verbraak et al., 1993; Braff, 1989;
Breier et al., 1991; Hammer et al., 1995; Butler et al., 1992; Cuesta et al., 1995; Rossi et al.,
1997). Die schizophrenen Patienten mit überwiegend negativen Symptomen machten mehr
perseverative Fehler als jene mit überwiegend positiven Symptomen. Diese Patienten zeigten
eindeutig mehr Perseveration als die Kontrollgruppen. Rossi et al., (1997) fanden heraus, dass die
WCST-Ergebnisse vor und nach einer Behandlung mit negativen Symptomen in Beziehung
standen. Breier et al. (1991) untersuchten 58 schizophrene Patienten und konstatierten, dass
neuropsychologische Tests bezüglich der Frontallappenfunktionen nur signifikant mit negativen
Symptomen, aber nicht mit positiven Symptomen, korrelierten. Dieser Befund unterstützte die
Hypothese, dass die negativen Symptome der Schizophrenie mit einer Frontallappendysfunktion
in Beziehung stehen.
Andere Studien, in denen der Turm von London (Andreasen et al., 1991; Morris et al.,
1995), Stroop Test (Buchanan et al., 1994) und verbale Flüssigkeitsaufgaben (Berman et al.,
1997) verwendet wurden, bestätigten die WCST-Ergebnisse. Der „Turm von London“, eine
Problemlösungsaufgabe, ist ein anderer Test in Bezug auf die Frontallappenfunktionen. In einer
Untersuchung von Roehrenbach et al. (1991) zeigten die Patienten mit einer
Frontallappenschädigung in diesem Test eine bedeutend schlechtere Leistung als andere
Organiker. Andreasen et al. (1991) haben den rCBF bei nicht medikamentös behandelten
schizophrenen Patienten und mehr chronischen Patienten als auch bei einer normalen
Kontrollgruppe während der Durchführung des „Turm von London“ gemessen. Sie unterteilten
die Patienten in zwei Gruppen, jene mit hohen negativen Symptomen und jene mit niedrigen
negativen Symptomen. Die Patienten mit hohen negativen Symptomen zeigten die niedrigste
Zunahme des rCBF während der Testleistung im lateralen Frontalkortex. Die schizophrenen
Patienten mit hohen negativen Symptomen zeigten auch keine bedeutsame Aktivierung des
mesialen frontalen Kortex, während die anderen zwei Gruppen eine bedeutsame Zunahme dieses
Bereichs aufwiesen. Morris et al. (1995) untersuchten die Problemlösetätigkeit bei schizophrenen
Patienten mittels der „Turm von London“ Aufgabe. Sie verglichen 30 schizophrene Patienten und
61
27 gesunde Kontrollpersonen. Obwohl die Patienten bedeutend mehr Züge benötigten, lösten sie
bedeutend weniger Probleme, und sie hatten eine längere Reaktionszeit. Die Anzahl der Züge
stand nicht mit negativen oder positiven Symptomen in Beziehung; die Patienten mit negativen
Symptomen hatten aber eine längere Reaktionszeit. Buchanan et al. (1994) fanden heraus, dass
Patienten mit Defizitschizophrenie (mit negativen Symptomen) im Stroop Test und „Trial
Making B“ (zwei Frontallappentests) und dem „Moony Face Closure Test“ (ein Parietallappentest) eine bedeutend schlechtere Leistung als Nichtdefizitpatienten zeigten. Die Defizitpatienten
schnitten auch bei allen frontalen und parietalen Tests bedeutend schlechter als die
Kontrollprobanden ab. Nichtdefizitpatienten (mit positiven Symptomen) führten den Test zur
Gedächtnisfunktion (Temporallappentest) schlechter aus. Die Autoren schlossen daraus, dass
Defizitsymptome die neuropsychologischen Leistungen bei schizophrenen Patienten beeinflussen
können. Berman et al. (1997) haben festgestellt, dass die Patienten mit negativen Symptomen
schwächere Leistungen im WCST, TMT (Trial Making Test) und im verbalen Flüssigkeitstest
aufwiesen, aber die Patienten mit positiven Symptomen zeigten eine schlechtere Leistung im
„Digit Span Test“. Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass negative Symptome in Beziehung
mit Frontallappendysfunktionen standen, aber positive Symptome mit einer Dysfunktion
innerhalb des neuronalen Netzes, dem die Aufmerksamkeit galt, assoziierten.
Obwohl solche Studien die Beziehung zwischen negativen Symptomen und kognitiven
Störungen bestätigen, gibt es Studien, die zu unterschiedlichen Ergebnissen gelangen. Gemäß
Braff et al. (1991) standen kognitive Defizite in der Schizophrenie nicht nur mit negativen
Symptomen, sondern auch mit positiven Symptomen in Beziehung. Die Korrelation zwischen
perseverativen Antworten im WCST und den positiven Symptomen war bedeutsam (P < 0.05),
die Korrelation zwischen der Perseveration und den negativen Symptomen war aber signifikanter
(P<.01). Die Korrelationen zwischen den negativen Symptomen und allen neuropsychologischen
Tests in dieser Studie (WCST, Category Test, Average Impairment Rating, WAIS-R Full IQ)
waren bedeutsam; die positiven Symptome standen nur mit dem WCST und dem „Category Test“
signifikant in Beziehung. Andererseits fanden einige Studien keine Korrelation zwischen Tests
bezüglich der Frontallappenfunktionen und negativen Symptomen (Andreasen et al., 1986;
Williamson et al., 1989). Andreasen et al. (1986) sahen keine Korrelation zwischen verminderter
Frontallappengröße und überwiegend negativen Symptomen oder Störungen bei einigen
kognitiven Tests (WCST, Stroop Test, verbale Flüssigkeit). Van den Does et al. (1993) und
Williamson et al. (1989) haben auch keine bedeutsame Korrelation zwischen negativen
Symptomen und kognitiven Tests (WCST Leistung) herausgefunden. Die Befunde von MorrisonStewart et al. (1992) waren interessanter. Sie legten eine bedeutsame Korrelation zwischen der
WCST Leistung und den positiven Symptomen dar. Bei den schizophrenen Patienten waren die
Leistungen bei nicht Frontallappenaufgaben bedeutend schlechter. Es herrschte keine Korrelation
zwischen neuropsychologischen Testleistungen, die die Frontallappen betreffen, und negativen
Symptomen, aber sowohl „The Wechsler Memory Scale“ als auch die WCST Leistungen
korrelierten signifikant mit positiven Symptomen (P<0.05). Perlick et al. (1992) fanden eine
Korrelation zwischen negativen Symptomen und Tests bezüglich der Frontal- (e.g. verbalen
Flüssigkeit) und Nichtfrontallappenfunktionen, aber nur bei Frauen.
Die Beziehung zwischen Tests bezüglich der Temporallappenfunktion und positiven
Symptomen wurde auch festgehalten. Es wurde zuvor diskutiert, dass entsprechend Bogerts
(1997), negative Symptome von einer allgemeineren und bilateralen Gehirnpathologie (wie
Amygdala, frontalen, temporalen und parietalen kortikalen Assoziationsarealen) oder Schädigung
von thalamischen Bereichen verursacht werden können. Crow (1982) und Andreasen & Olsen
62
(1982) haben angenommen, dass die schizophrenen Patienten mit negativen Symptomen
kognitive Störungen zeigen, aber die Patienten mit positiver Schizophrenie keine Defizite haben.
Andererseits schlug Crow (1982) eine strukturelle Veränderung im Ventrikelsystem der Typ II Schizophrenen und eine chemische Anomality im Gehirn von Typ I -Schizophrenen vor. Bogerts
(1997) nahm eine temporolimbische Theorie für positive schizophrene Symptome an. Er erklärte,
dass strukturelle und funktionelle Störungen in den mittleren Temporallappen (besonders in der
linken Seite) eine größere Rolle in der Pathophysiologie der positiven Symptome der
Schizophrenie spielen. Andererseits wurde eine Beziehung zwischen positiven Symptomen und
der Abnormität in der Aktivierung von Temporallappenstrukturen und ebenso eine Beziehung
zwischen positiven Symptomen und strukturellen Veränderungen der Temporallappen vermutet.
Entsprechend diesen Befunden wird erwartet, dass die schizophrenen Patienten mit positiven
Symptomen eine Störung in den neuropsychologischen Tests bezüglich der Temporallappen
zeigen. Kognitive Störungen sind bei Typ I- schizophrenen Patienten ebenfalls festgestellt
worden. Nach Kolb & Whishaw (1983) zeigten die schizophrenen Patienten in einer akuten
Phase mit hauptsächlich positiven Symptomen signifikante Defizite in allen Tests bezüglich der
linken und rechten Frontal- und Temporallappenläsionen. Patienten zeigten aber keine Störung in
den Tests zu den Parietallappen. Die Leistungen bei schizophrenen Patienten waren schlechter im
Test zu den Temporallappenfunktionen (verbale oder nicht verbale Aufgaben außer „Digit Span“
und „Block Design“). Diese Studie hat eine frontotemporale Funktionsstörung bei schizophrenen
Patienten postuliert. Green & Walker (1985) fanden heraus, dass die negativen Symptome
umgekehrt mit Leistungen in visuell-motorischen Aufgaben „visual-motor tasks“ korrelierten,
während positive Symptome negativ mit verbalen Gedächtnisleistungen assoziierten.
Einige Forscher sind sich nicht sicher, ob die kognitiven Defizite der Typ ISchizophrenen von Abnormitäten der Frontal- und Temporallappen verursacht werden oder
durch Aufmerksamkeitsdefizite. Shoqeirat et al. (1988) gaben den Type I- schizophrenen
Patienten zwei Gedächtnistests bestehend aus räumlichem Gedächtnistest und „Picture List
Temporal Discrimination“ bezüglich der frontal- und medialen Temporallappenläsionen. Die
Leistungen in diesen Tests erbrachten keine besondere Anstrengung „effort“. Die Patienten
zeigten keine signifikante Störung bei diesen Gedächtnistests. Ebenso zeigten sie keine Defizite
in einem „forgetting Task“, der empfindlich auf mediale Temporallappenläsionen reagiert (Face
Rate of Forgetting Test). Die Patientenleistungen waren aber in den Tests beeinträchtigt, die
Anstrengung brauchten wie der WCST, der verbale Flüssigkeitstest (FAS) und der WAIS. Diese
Tests sind empfindlich in Bezug auf Frontal-, Temporal- und Parietallappenläsionen. Die Autoren
kamen zu dem Schluss, dass die kognitiven Störungen der Typ I-schizophrenen Patienten keine
Muster von Beeinträchtigungen der Frontotemporallappenläsionen zeigten, sondern ein Problem
in „exerting attentional effort“ entstand. Green & Walker (1986) fanden eine Assoziation
zwischen positiven Symptomen und selektiven Aufmerksamkeitsstörungen in der Schizophrenie.
Einige Studien fanden keine bedeutsame Korrelation zwischen kognitiven Störungen und
negativ/positiver Symptomatik bei schizophrenen Patienten heraus. Hoff et al. (1992) verglichen
58 schizophrene Patienten (32 erste Episode Schizophrenieformen, 26 chronische Patienten) und
25 gesunde Kontrollpersonen mittels einer Reihe von neuropsychologischen Tests, bestehend
aus: „Controlled Oral Word Assoziation“ (FAS-Test), WCST, Stroop Test, verbalem
Gedächtnistest (Wechsler Memory Scale) und räumlichem Gedächtnistest (Benton Visual
Retention Test). Die klinischen Symptome der Patienten wurden mittels SANS und SAPS
(Andreasen, 1982) beurteilt. Insgesamt führten zwei Patientengruppen alle Tests (außer die
sprachlichen und die „Sensory Perceptual Scale“) bedeutend schlechter aus als die
63
Kontrollgruppen. Auf der SANS schnitten nur die chronischen Patienten schlechter ab als die
gesunden Kontrollprobanden. Bei der SAPS wurde kein Unterschied zwischen den drei Gruppen
festgestellt. Die klinische Symptomatik betreffend, gab es keine bedeutsame Assoziation
zwischen neuropsychologischen Leistungen und negativen oder positiven Symptomen. Der
Mittelwert der negativen Symptome bei chronischen Patienten (M=32.8) war eindeutig höher als
der Mittelwert der Patienten in der ersten Schizophrenieformen Episode (M=18.7), aber der
Unterschied war nicht bedeutsam. Die Mittelwerte der beiden Patientengruppen bei den positiven
Symptomen waren nicht sehr unterschiedlich (erste Episodenpatienten: M=22.4, chronische
Patienten: M=27.6).
Zusammenfassung: Die Wichtigkeit der Minus- und Plussymptomatik zeigt sich in der
Verbindung mit strukturellen und funktionellen Abnormitäten sowie mit kognitiven Störungen.
Die Dichotomiemodelle der Schizophrenie, „Typ I- und Typ II- Schizophrenie Modell“ von
Crow (1982) und das „Negativ- vs. Positiv-Schizophrenie Modell“ von Andreasen & Olson
(1982) waren der Grund vieler Untersuchungen. Crows Modell vertritt verschiedene Hypothesen
zur Minus- und Plussymptomatik bezüglich des Verlaufs der Krankheit, Behandelbarkeit,
Hirnfunktion und kognitiven Störungen in der Schizophrenie. Die Befunde bezüglich der
Symptomatik, Hirnfunktion sowie der kognitiven Störungen wurden dargestellt. Crow (1982) hat
angenommen, dass Typ II- schizophrene Patienten, die Patienten mit überwiegend negativen
Symptomen, über strukturelle Veränderungen (besonders Ventrikelsystemveränderungen) des
Gehirns verfügen. Typ I- schizophrene Patienten hingegen, die Patienten mit überwiegend
positiven Symptomen, leiden an einem neurochemischen Pathologieprozess (Hyperdopaminerge
Aktivität). In dieser Studie wurden positive und negative Symptome hinsichtlich der strukturellen
und funktionellen Komplexität des Gehirns präsentiert. Aufgrund der Komplexität des Gehirns,
der phänomenologischen Komplexität der Schizophrenie und methodologischer Probleme sind
die Ergebnisse der funktionellen und strukturellen Studien bezüglich der Symptomatik
kontrovers. Daher können verschiedene Theorien und Hypothesen nur durch weitere
Untersuchungen zu einer größten Klarheit gelangen.
Die Hypofrontalität ist der konsistenteste Befund bei schizophrenen Patienten, der sich
aus Untersuchungen der funktionellen Veränderungen des Gehirns ergibt und vor allem mit
Minussymptomatik korreliert. Ein niedriger regionaler Blutdurchfluss (rCBF) in den
Frontallappen ist einer der häufigsten Befunde von veränderter Gehirnfunktion, besonders bei der
chronischen Schizophrenie. Diese Studien haben auch eine Beziehung zwischen vermindertem
rCBF in den Frontallappen und der Minussymptomatik aufgezeigt. PET- und EEG-Studien haben
ebenfalls eine Assoziation zwischen der Hypofrontalität und der Minussymptomatik bei
schizophrenen Patienten bestätigt. Andererseits haben einige Studien (Mathew et al., 1982, 1988;
zitiert nach Bogerts et al., 1991, S. 307) die Hypofrontalität, insbesondere bei einem akuten
Beginn bei behandlungsfreien Patienten, die normalerweise an vorwiegend positiven Symptomen
litten, nicht festgestellt. Negative Symptome wurden ebenfalls in Beziehung mit subkortikaler
oder fronto-limbischer Demenz postuliert (Roberts, 1983). Einige rCBF-Studien berichteten
einen erhöhten rCBF in den Temporallappen der Schizophrenen mit Plussymptomatik (Günther
et al., 1991). Liddle et al. (1992; zitiert nach Bogerts 1997, S. 428) fanden eine Verbindung
zwischen Wahnvorstellungen und Halluzinationen und einem erhöhten rCBF in den linken
Mesiotemporallappenstrukturen heraus. Es bestand ebenfalls eine Verbindung zwischen
Denkstörungen und unangemessenen Affekten und gesteigertem rCBF im rechten anterioren
Cingulate Kortex, dem linken superioren Temporalgyrus und dem dorsomedialen Thalamus.
Schroeder et al. (1995) beschrieben eine Assoziation zwischen „Delusional Syndrom“ und
64
Veränderungen der Temporalstrukturen und des Hippocampus mittels PET. Mittels EEG schlug
Gerez et al. (1995) vor, dass die Plussymptomatik mit einer linken temporalen Funktionsstörung
korrelieren müsste. Diese Autoren sind der Auffassung, dass die präfrontale kortikale
Hypofunktion mit negativen Symptomen in Beziehung steht, und die linke temporolimbische
Pathologie mit positiven Symptomen korreliert.
Einige Forscher haben versucht, positive und negative Symptome auf strukturelle
Veränderungen im Gehirn zu beziehen. Die Vergrößerung des Ventrikelsystems und die
Assoziation mit negativen Symptomen ist einer der am meisten replizierten Befunde in der
Schizophrenie (siehe Marks & Luchnis, 1990; Bogerts et al., 1991; Schöttke, 1996a). Die
Vergrößerung kann sich aus verschiedenen Teilen des Gehirns wie Frontal- oder Temporallappen
ergeben. Verschiedene Studien haben die Beziehung zwischen positiven Symptomen und
strukturellen Veränderungen der Temporallappenstrukturen unterstützt (McCarley et al., 1989).
Manche dieser Studien haben eine Korrelation, besonders zwischen positiven Symptomen und
den linken Temporallappenstrukturen, beschrieben (Besson et al., 1987; Kawasaki et al., 1993;
Shenton et al., 1992; Degreef et al., 1992). Bogerts et al. (1987) betonten, dass paralimbische und
limbische Strukturen des vorderen Lappens und des Parasagitalfrontalcortex bei der
Schizophrenie am stärksten betroffen sind. Außerdem ist eine große Verbindung zwischen
einigen positiven schizophrenen Symptomen und limbischem und paralimbischem Gehirnmangel
feststellbar. Er ist der Ansicht, dass die strukturellen und funktionellen Störungen limbischer
Schlüsselstrukturen (besonders die linke Hippocampus Formung und der Parahippocampus
Gyrus) im mittleren Temporallappen die positiven Symptome der Schizophrenie erklären. Die
Beziehung zwischen negativen Symptomen und strukturellem Defizit der Frontallappen ist auch
demonstriert worden (siehe Besson et al., 1987), aber die Befunde von verschiedenen Studien
sind so widersprüchlich, dass die negativen Symptome nicht einfach auf einen bestimmten
Gehirnbereich beschränkt werden können. Verschiedene Studien beschrieben eine Korrelation
zwischen negativen Symptomen und einer Ventrikelvergrößerung (Andreasen et al., 1982),
frontalen und parieto-okzipitalen sulci (Bogerts et al., 1991), linken frontalen Arealen (Besson et
al., 1987), Rechts- und Links-temporalhörnern (Degreef et al., 1992), dem Temporallappenvolumen (Becker et al., 1996). Wir können negative Symptome nicht auf eine spezielle
Gehirnregion beschränken. Zusammengefasst kann man sagen, dass neurophysiologische Studien
die Hypofrontalität speziell für chronisch schizophrene Patienten mit überwiegend negativen
Symptomen unterstützen und die Beziehung zwischen den positiven Symptomen und der
Hyperaktivität der Temporallappenstrukturen gezeigt haben. Andererseits haben gehirnstrukturelle Studien die Beziehung zwischen positiven Symptomen und strukturellen
Temporallappenänderungen im Kortex oder Subkortex (e.g. Limbisches System) unterstützt, aber
diese Studien konnten die negativen Symptome nicht auf eine bestimmte Gehirnregion
beschränken, obwohl die Frontallappen ein vermuteter Bereich sind.
Diese Befunde konnte die Crows Theorie nicht vollständig unterstützen. Crow (1982)
nahm keine anatomische Abnormität für positive Symptome an, aber verschiedene CT und MRI
Studien haben die Korrelation zwischen positiven Symptomen und strukturellen Veränderungen
der kortikalen und subkortikalen Regionen des Gehirns bei schizophrenen Menschen
nachgewiesen (Besson et al., 1987; Kawasaki et al., 1993; Bogerts et al., 1991; Bogerts, 1997).
Beide Hypothesen (Assoziation zwischen Hypofrontalität und negativen Symptomen,
Assoziation zwischen Temporallappendefizit und positiven Symptomen) bedürfen weiterer
Untersuchungen, da einige Studien zu unterschiedlichen Ergebnissen gelangten, die diese
Hypothesen nicht unterstützen konnten (siehe Degreef et al., 1992; Becker et al., 1996; Turetsky
65
et al., 1995; Flaum et al., 1995a; Andreasen et al., 1986). Roberts (1983) nahm einen „defect
state“ (negative Symptome) als subkortikale oder fronto-limbische Demenz an. Positive
Symptome stehen in einem Zusammenhang mit mesolimbischer Überaktivität und interagieren
möglicherweise mit einem Defekt der cerebralen Funktion der kortikalen Ebene. Es scheint, dass
die Hypothese der Assoziation zwischen negativen Symptomen und Hypofrontalität weiterer
Untersuchungen bedarf, da strukturelle Gehirnstudien die negativen Symptome nicht auf eine
bestimmte Gehirnregion lokalisiert haben und Turetsky et al. (1995) sogar davon ausgehen, dass
negative Symptome mit dem linken Temporallappen statt dem linken Frontallappen korrelieren.
Sie plädierten für eine neue Hypothese: eine temporolimbische präfrontale Netzabnormität in der
Schizophrenie. Becker et al. (1996) fanden eine negative Korrelation zwischen Temporallappenvolumen und den negativen Symptomen. Ein anderer interessanter Punkt bezüglich der
Symptomatik und der gehirnstrukturellen Befunde war die Lateralisierung. In einigen Studien
wird die Beziehung zwischen klinischen Symptomen und der Lateralisierung im Gehirn von
schizophrenen Patienten, besonders bei positiven Symptomen und linkem Temporallappendefizit,
hervorgehoben (Kawasaki et al., 1993; Shenton, 1992; Besson et al., 1987; Degreef et al, 1992;
Bogerts et al., 1991).
Crow (1982) führt an, dass Typ II- schizophrene Patienten intellektuelle oder kognitive
Defizite zeigen, aber Typ I- schizophrene Patienten normalerweise solche Probleme nicht
aufweisen. In einigen Studien sind kognitive Defizite und negative Symptome zwei Phänomene,
die bei Patienten mit Frontallappenläsionen ausgeführt worden sind, als Kernsymptome der
Schizophrenie erkannt worden. Die größte Anzahl der Studien haben dargestellt, dass Typ IIschizophrene Patienten bei neuropsychologischen Tests bezüglich der Frontallappenfunktionsstörung wie WCST, Stroop ,Turm von London und Verbalflüssigkeit, Defizite zeigen.
Die Studie von Perlick et al. (1992) hob die Korrelation zwischen Frontal- und nicht
Frontallappenfunktionen und negativen Symptomen hervor. Es wurde die Beziehung zwischen
positiven Symptomen und Tests bezüglich der strukturellen Temporallappenveränderungen
erwähnt. Eine Alternativhypothese wurde von Kolb & Whishaw (1983) aufgestellt. Sie kamen zu
dem Schluss, dass schizophrene Patienten mit positiven Symptomen Störungen in Tests zu
Frontal- und Temporallappenfunktionen aufwiesen. Doch waren ihre Leistungen in den Aufgaben
zu den Parietallappen nicht gestört.
6
Selbstbericht
Es wurde diskutiert, dass schizophrene Patienten bei den neuropsychologischen Tests, wie z.B.
WCST, Stroop-Test, TvH, FAS-Test und Gedächtnistests kognitive Störungen zeigen. Aber ein
Großteil von schizophrenen Symptomen ist nicht direkt beobachtbar und muss aus sprachlichen
Mitteilungen der Kranken entnommen werden (Süllwold, 1977). Schizophrene Patienten erleben
nicht nur psychotische Symptome, sondern viele Patienten nehmen einige Störungen außerhalb
der Krankheitsepisoden wahr, die als Basisstörungen bezeichnet werden. Das Konzept der
Basisstörung wurde erstmals von Huber (1966) entwickelt. Nach Huber (1983, S. 23) sind die
substratnahen Basissymptome bei schizophren Erkrankten „subjektive erlebte Primärerfahrungen,
die die Basis der komplex psychotischen Endsymptome darstellen...„. Die Basissymptome
werden als „uncharakteristisch“ bezeichnet und sind nicht Schizophrenie spezifisch, weil sie auch
bei anderen endogenen Psychosen und Hirnkrankheiten beobachtbar sind. Es scheint, dass
subjektive und objektive Maße von kognitiven Fähigkeiten schwach miteinander korrelieren.
Gemäß Van den Bosch et al. (1997) scheint die Diskrepanz zwischen Selbstbericht und
66
Testleistung aber eine Regel statt einer Ausnahme zu sein. Verschiedene Autoren fanden keine
bedeutsame Beziehung zwischen subjektivem Selbstbericht über kognitive Störungen und
kognitive Informationsverarbeitungsleistungen wie Distraktibilität (Austin & Hemsley, 1978),
Aufmerksamkeitsstörungen (Martin, 1983) und Gedächtnistests (Herrmann, 1982; Williams et
al., 1984) heraus. Elementare kognitive Basisstörungen können komplexes Alltagsverhalten der
Patienten beeinflussen. Wiedl et al. (1989) fanden heraus, dass basisgestörte schizophrene
Patienten signifikant mehr Fehler bei einem Training in Textverarbeitung als andere schizophrene
Patienten machten und häufiger Cursorbewegung aufwiesen.
In der vorliegenden Studie werden zusätzlich die subjektiven Erfahrungen von kognitiven
Funktionen bei schizophrenen Patienten und unipolar endogen Depressiven mit Hilfe von zwei
Selbstberichtfragebögen, einschließlich „the Test of Attentional Style“ (TAS; Rombouts et al.,
1993) und „Frankfurter Beschwerde Fragebogen“ (FBF; Süllwold, 1977), verglichen. Ebenfalls
wird die Beziehung zwischen den subjektiven kognitiven Störungen und Minus- und
Plussymptomatik untersucht.
Der Test für Aufmerksamkeitsstile (TAS) ist ein Fragenbogen, der subjektive
Aufmerksamkeitsstile misst und umfasst fünf Subskalen: Ablenkbarkeit, Überlastung,
Verarbeitungskapazität, Aufmerksamkeitskontrolle und Vorstellungskontrolle. Van den Bosch et
al. (1993) fanden heraus, dass die schizophrenen Patienten einen bedeutend höheren Grad an
Ablenkbarkeit (P<.000) und Überlastung (P<.000) und schwächerem Score in der
Verarbeitungskapazität (P<.001) als die Gesunden zeigten, aber in allen drei Faktoren war der
Unterschied zwischen schizophrenen und depressiven Patienten statistisch nicht bedeutsam. Die
Schizophrenen unterschieden sich in den ersten drei Faktoren sogar von den Patientenkontrollgruppen nicht signifikant. In der Subskala Aufmerksamkeitskontrolle waren die
Schizophrenen und die gesunden Kontrollpersonen bedeutend besser als die Patientenkontrollgruppen (P<0.0002). In der Subskala Vorstellungskontrolle waren die Unterschiede
zwischen den vier Gruppen statistisch nicht bedeutsam. Bezüglich der Minus- und
Plussymptomatik wurde festgestellt, dass subjektive kognitive Überlastung besonders mit
positiven psychotischen Erfahrungen korrelierte, während die negativen Symptome nicht mit
allen subjektiven kognitiven Maßen in Beziehung standen, sondern nur mit objektiven
Aufmerksamkeitsdysfunktionen korrelierten. Van den Bosch et al. (1992) berichteten die
gleichen Ergebnisse. Nach van den Bosch et al. (1997) waren Schizophrene und Depressive bei
dem objektiven kognitiven Test (Continuous Performance Test, CPT) bedeutend schlechter als
die anderen Gruppen (P<.0001); der Unterschied zwischen Schizophrenen und Depressiven war
aber statistisch nicht signifikant. Hinsichtlich der Beziehung zwischen subjektiven und objektiven
kognitiven Leistungen befand sich nur eine signifikante Korrelation. CPT korrelierte bei den
Gesunden bedeutend mit der Verarbeitungskapazität (P<0.01). Die Autoren kamen zu dem
Schluss, dass der Selbstbericht über kognitive Funktionsstörungen bei psychiatrischen Patienten
nicht mit kognitiven Leistungsdefiziten in Beziehung steht. Insgesamt haben die Studien
bezüglich des TAS gezeigt, dass Schizophrene und Depressive einen höheren Grad an
Ablenkbarkeit, kognitiver Überlastung und schwächerem Score als Gesunde in der
Verarbeitungskapazität erzielen, aber in allen drei Faktoren war der Unterschied zwischen
schizophrenen und depressiven Patienten statistisch nicht bedeutsam. Dieser Befund entspricht
nicht der Theorie und den klinischen Erfahrungen, die schwerwiegendere kognitive Probleme bei
Schizophrenen, besonders bei der Typ II-Schizophrenie mit negativen Symptomen, postulieren.
Nur die Subskala Überlastung stand mit der Plussymptomatik in Beziehung. Die anderen
subjektiven kognitiven Funktionsstörungsmaße standen nicht mit positiven oder negativen
67
Symptomen in Beziehung. Andererseits stand die selbstberichtete kognitive Funktionsstörung der
Schizophrenen und Depressiven nicht mit objektiven Defiziten in Beziehung. Van den Bosch et
al. (1997) haben diskutiert, dass verschiedene Patientengruppen, obwohl sie ähnliche subjektive
Scores erreichten, verschiedene kausale Mechanismen besitzen.
FBF wurde von Süllwold (1977) zur Erfassung der Basisstörungen in der Schizophrenie
entwickelt. Damit werden nicht-psychotische subjektive Erfahrungen der Schizophrenen
systematisch beurteilt. Er basiert auf Poljakovs Theorie (1973), die kognitive Funktionsstörungen
als Basis der schizophrenen Störungen postulierte (siehe Süllwold, 1977, S. 13). Mittels des FBF
werden Selbstwahrnehmungen Schizophrener operationalisiert, standardisiert und systematisch
erfasst. Er wird bei der systematischen Untersuchung von nicht psychotischen subjektiven
Erfahrungen der Schizophrenen angewendet. Süllwold (1977) hat diskutiert, dass die subjektiven
Erfahrungen von einer Psychose viele relevante Ergebnisse von experimentellen Studien
bestätigen können. Die Autorin hat erwähnt, dass leichtere psychotische Störungen im Bereich
von subjektiven Beschwerden bleiben und die Patienten sie in den Prodromalstadien, in den
ruhigen Krankheitsintervallen und den Residuen, mehr als gewöhnlich angenommen wird,
erkennen. Sie hat die wörtlichen Klagen schizophren Erkrankter mehr als 10 Jahre gesammelt
und konstruierte einen Symptom-Fragebogen, der auf die eingeschränkten kognitiven Fähigkeiten
dieser klinischen Gruppe Rücksicht nimmt.
Peralta & Cuesto (1992) untersuchten die Beziehung zwischen den selbstwahrnehmenden
kognitiven Störungen und den verschiedenen Definitionen der Schizophrenie mittels FBF. Sie
fanden heraus, dass diese Störungen mehr mit den Kriterien Schneiders als mit den Chronisch oder Defizitmodellen der Schizophrenie in Beziehung stehen; Süllwold (1977) fand aber keine
Korrelation zwischen dem FBF-Gesamtscore und den Kriterien Schneiders. Die Befunde
bezüglich der Assoziation zwischen der Minus- und Plussymptomatik und den Basissymptomen,
die sich aus dem FBF ergeben, sind widersprüchlich. Peralta et al. (1992a) untersuchten die
Beziehung zwischen positiver bzw. negativer Schizophrenie und Basissymptomen mit Hilfe des
SANS und SAPS (Andreasen & Olsen, 1982) und FBF. Sie stellten fest, dass die Basissymptome
bei schizophrenen Patienten mit positiven Symptomen, besonders mit formalen Denkstörungen,
häufiger beobachtet wurden. Aber mit einer neuen Studie fanden Maß et al. (1997) heraus, dass
FBF höher mit den Minusitems der PANSS (Positive and Negative Syndrome Scale, Kay et al.,
1989) als mit den Plusitems korrelierte. „Denken“ war die einzige Subskala von FBF, die mit
formalen Denkstörungen und Halluzinationen korrelierte. Mundt & Kasper (1990) fanden heraus,
dass die Korrelationen zwischen FBF und InSka (r=0.35) und SANS (r=.45) statistisch
signifikant waren.
Die Basissymptome, die mit FBF erfasst werden, sind für die Schizophrenie nicht typisch
oder charakteristisch. FBF kann nicht schizophrene Patienten von anderen Patientengruppen wie
Depressive, Neurotiker oder Alkoholiker unterscheiden (Mundt & Kasper 1990). Nach Teusch
(1985) können Basissymptome bei unterschiedlichen klinischen Gruppen wie Strafgefangenen,
Neurotikern, Hirnorganikern und Schizophrenen im gleichen Ausmaß erfasst werden. Mundt &
Kasper (1987) beschrieben, dass Basissymptome im Sinne des FBF am häufigsten von
neurotischen Patienten angegeben wurden. Die FBF Dimensionen und der Gesamtwert des FBF
liegen bei den Neurotikern durchgängig deutlich am höchsten. Die Unterschiede im Gesamtscore
waren nur zwischen Neurotikern und Diabetikern signifikant. Maß et al. (1995) fanden keinen
Unterschied zwischen den Schizophrenen und Alkoholikern. Rösler et al. (1985) haben berichtet,
dass Basisstörungen von schizophrenen und neurotischen Patienten im FBF in gleicher Weise
68
auftreten, während sich beide Patientengruppen psychopathologisch eindeutig unterscheiden.
Maß et al. (1997a) untersuchten dimensionale und diagnostische Spezifität des FBF bei 505
Schizophrenen und 187 Alkoholikern. Sie konstatierten, dass nur eine Gruppe von FBF Items auf
die Schizophrenie beschränkt ist.
Die Beziehung zwischen objektiven Maßen der kognitiven Funktionsstörungen und
Basisstörungen bei Schizophrenen sind nicht eindeutig. Einige Studien (Hasse et al., 1982;
Cuesta et al., 1996) fanden eine Assoziation zwischen neuropsychologischen Störungen und
anormalen subjektiven Erfahrungen heraus. Hasse et al. (1982) verglichen drei Gruppen
Schizophrener, bestehend aus Patienten in reversiblen postpsychotischen Basisstadien,
Schizophrenen, in Residuen Erkrankten, mit kurzer durchschnittlicher Krankheitsdauer und
Patienten mit längerer durchschnittlicher Krankheitsdauer mittels Hamburg-WechslerIntelligenztest für Erwachsene (HAWIE), Konzentrationsverlaufstest (KVT), Benton-Test und
Reaktionsversuchtest. Schwächere Leistungen in der Reaktionsprüfung (Reaction Test), im KVT
und im Handlungsteil des HAWIE korrelierten mit den Ergebnissen von FBF, besonders für die
Gruppe der reversiblen Basisstadien. Cuesta et al. (1996) fanden eine Assoziation zwischen
neuropsychologischen („Wechsler Adult Intelligence Test“ und dem „Trail Making Test“) und
anormalen subjektiven Erfahrungen heraus. Böning et al. (1990) berichteten, dass zwei FBFSubskalen „Schwäche der selektiven Aufmerksamkeit“ und „Verlust automatischer Fertigkeit“
mit schlechteren Wahlreaktionszeiten (Reaction Time) bei Schizophrenen korrelierten. Aber
weitere Studien erwähnten unterschiedliche Ergebnisse. Brenner et al. (1987) fanden keine
Korrelation zwischen Problemen in der Informationsverarbeitung und subjektiv erfahrenen
Basisstörungen bei den schizophrenen Patienten. Schöttke (1996) fand heraus, dass die gestörten
und nicht gestörten Schizophrenen (Störung in der Nutzung von Kontextinformation) sich in
keiner Subskala und Gesamtsumme des FBF unterscheiden.
7
Zusammenfassung und Fragestellungen
Schizophrene Patienten leiden an neurokognitiven Defiziten und zeigen anormale Leistungen in
vielen neuropsychologischen Tests. Einige Forscher haben eine mögliche Beziehung zwischen
Abnormitäten der Gehirnfunktion und dem Verhalten in der Schizophrenie untersucht. Sie
verglichen die Leistungen von schizophren Erkrankten mit neurologischen Patienten, die klare
neurologische Störungen hatten, mittels verschiedener neuropsychologischer Tests. Ähnliche
kognitive Störungen sind zwischen Patienten mit Hirnschädigung und Patienten mit
Schizophrenie herausgefunden worden (siehe Flor-Henry, 1983, S. 197-199). Neuropsychologische Untersuchungen haben zwei verschiedene Muster von kognitiven Defiziten in der
Schizophrenie dargestellt. Die Patienten können eine generalisierte Funktionsstörung aufzeigen
(Blanchard & Neale, 1994), während andere Forscher eine fokale oder regionale Funktionsstörung in der Schizophrenie festgestellt haben. Die meisten dieser Studien stellten neurofunktionelle Defizite in den Frontal- und Temporallappen der schizophrenen Patienten fest (siehe
Zec & Weinberger, 1986). Neuropsychologische Studien haben herausgefunden, dass
schizophrene Patienten, im Vergleich zu gesunden Kontrollprobanden, in den Tests zur Erfassung
von frontalen und frontotemporalen Funktionen schlechtere Leistungen zeigen (Morrison-Stewart
et al., 1992).
Frontallappentheorie: Es wird vermutet, dass einige Symptome der Schizophrenie durch
strukturelle und funktionelle Veränderungen der Frontallappen verursacht sein könnten
69
(Andreasen et al., 1986). Die Idee, dass Frontallappenfunktionen in der Schizophrenie gestört
sein können, stammt aus mehreren Untersuchungen. Drei Arten von Befunden unterstützen diese
Hypothese: neuropsychologische Befunde, neurophysiologische und neuroanatomische Befunde
und ähnliche Verhaltensmuster (siehe Franke et al., 1993).
Wegen der Heterogenität der Frontallappenareale zeigen die betroffenen Patienten
unterschiedliche kognitive Störungen, die in Beziehung mit den Orten oder den Seiten der
Verletzung stehen. Die Lokalisierung der kognitiven Prozesse innerhalb des Frontalkortex ist
aber nicht klar. Die Aufmerksamkeitsstörung ist eine deutliche kognitive Störung von
Frontallappenläsionen und ist als eine allgemeine Störung bei diesen Patienten bekannt.
Neurologische Patienten mit Frontallappenläsionen zeigten ein Defizit im Stroop Test (Perret,
1974; Helmstädter et al., 1996; Vendrell et al., 1995). Der Stroop Test beurteilt den
Interferenzeffekt bezüglich der selektiven Aufmerksamkeit. Während mehrere Studien die
Beziehung zwischen Frontallappenstörungen und selektiver Aufmerksamkeit bestätigen (Cohen
et al., 1993; Foster et al., 1994; Stuss et al., 1995), ist die Störung der selektiven Aufmerksamkeit
ein wichtiger Aspekt der Schizophrenie. Mehrere Untersuchungen fanden heraus, dass
Schizophrene im Stroop Test eine bedeutend schlechtere Leistung als gesunde Personen zeigen
(Schreiber et al., 1995; Everett et al., 1989; Jost, 1992; Vaitl et el., 1995). Es wird vermutet, dass
Aufmerksamkeitsstörungen die wesentlichen Merkmale der schizophrenen Symptomatik erklären
können (Andres et al., 1990). Die Frontallappen spielen ebenfalls eine wichtige Rolle bei
Sprachprozessen. Die verbale Flüssigkeit, die mit dem „Verbal Association Test“ gemessen wird,
kann durch Frontallappenläsionen beeinträchtigt werden (Damasio & Anderson, 1993; Milner,
1995). Frontalhirngeschädigte Patienten zeigen, hinsichtlich der Seite und des Ortes der
Läsionen, stärkere verbale Flüssigkeitsstörungen als Patienten mit Läsionen in einer anderen
Hirnregion im Vergleich mit Gesunden. Ebenso stellten mehrere Studien fest, dass schizophrene
Patienten im Vergleich zu gesunden Versuchspersonen Störungen in den Tests zum Sprachfluss
aufwiesen (Gruzelier et al., 1988; Kolb & Whishaw, 1983; Franke, et al. 1993; Blanchard &
Neale, 1994). Ein Defizit der Abstraktionsfähigkeit ist bei Schizophrenen und Patienten mit
Frontallappenschädigung häufig ausgeführt worden. Mehrere Untersuchungen stellten fest, dass
die Patienten mit Läsionen des Frontalhirns im WCST schlechtere Leistungen als nicht
frontalhirngeschädigte Patienten zeigten (Milner, 1963,1975; Drewe, 1974; Malmo, 1974;
Nelson, 1976; Robinson et al., 1980; Heaton, 1981; Arnett et al., 1994). Einige Studien
erwähnten, dass die Durchführungen des WCST physiologische Aktivierung des Frontallappens
auslösten (Rezai et al., 1993; Berman et al., 1995; Kirkby et al., 1996). Schizophrene zeigen
häufig ein Defizit der Abstraktionsfähigkeit. Das Auftreten von schwachen Leistungen
schizophrener Patienten im WCST im Vergleich zu gesunden Probanden ist ein einheitlicher
Befund. Neurophysiologische Befunde haben die Beziehung zwischen WCST-Leistung und
Frontallappenaktivierung bei Schizophrenen bestätigt. Die WCST-Leistung scheint mehr mit der
Minussymptomatik in Beziehung zu stehen. Die Frontallappen sind direkt an höheren kognitiven
Funktionen wie Planen und Problemlösen beteiligt. Nach Fuster (1989) sind die Störungen des
Planungsverhaltens spezifisch für die Schädigung des präfrontalen Kortex. Der Turm von Hanoi
(TvH) ist spezifisch empfindlich für die Frontallappenfunktionen. Insgesamt sind verschiedene
Forscher zu dem Schluss gekommen, dass der TvH (oder Turm von London) in den
Planungsprozessen zwischen hirngeschädigten Patienten und nicht hirngeschädigten Probanden
unterscheiden kann (Schöttke, 1988,1990; Schöttke & Oeste, 1993) und diese Aufgabe besonders
Frontallappenstörungen beweisen kann (Funke & Grube-Unglaub, 1993; Owen et al., 1990; Goel
& Grafman , 1995). Verschiedene Theorien (Luria 1973; Fuster, 1989; Shallice, 1982; Pribram,
1973,1987) haben die Rolle der Frontallappen bezüglich des Problemlösens beschrieben.
70
Andererseits wurde von mehreren Studien dargestellt, dass schizophrene Patienten mit
Problemlöseaufgaben im Vergleich zu gesunden Personen Schwierigkeiten haben (Hanes et al.,
1996; Morris et al., 1995a; Goldberg et al., 1990a; von Ulardt et al., 1985).
Es wurden funktionelle und strukturelle Veränderungen des Gehirns bei vielen
schizophrenen Patienten gefunden, obwohl die Ergebnisse nicht einheitlich sind. In mehreren
Studien wurde festgestellt, dass eine Schädigung des Gehirns und physiologische Funktionsstörungen, insbesondere in den Frontal- und Temporallappen der schizophrenen Patienten,
beobachtet werden können. Der Frontallappen ist einer der Gehirnbereiche, der häufig unter
einem neurofunktionellen Gesichtspunkt untersucht worden ist. Mehrere Studien demonstrierten
die Existenz einer frontalen Funktionsstörung (Hypofrontalität), insbesondere in dem
dorsolateralen präfrontalen Kortex. Unter den neurophysiologischen Untersuchungen der
Schizophrenie ist die „Hypofrontalitäthypothese“ der einheitlichste Befund. Mehrere rCBF(Ingvar et al., 1974a), PET- (Farkas et al., 1980) und EEG-Studien (Morihisa et al., 1983) haben
eine reduzierte cerebrale Durchblutung, einen reduzierten Glukosemetabolismus und eine
gesteigerte Delta-Aktivität (langsame Aktivierung) in der Frontalregion der schizophrenen
Patienten festgestellt. Die Untersuchungen mit nicht medikamentös behandelten schizophrenen
Patienten bestätigten die Hypofrontalität bei Schizophrenen (Buchsbaum et al., 1982; Cohen et
al., 1988). Andere Autoren demonstrierten die Hypoaktivität in den Frontallappen der
schizophrenen Patienten während der Durchführung von kognitiven Aufgaben, wie z.B.
Wisconsin Card Sorting Test, Turm von London und verbale Flüssigkeitsaufgabe (Weinberger et
al., 1986,1988 ; Andreasen et al., 1992; Yurgelun et al., 1996). Anatomische Beweise wie ein
kleinerer Frontallappen (Andreasen et al., 1986) und eine regional spezifische Reduktion im
Frontallappengewebe (Nopoulos et al., 1995) stützten die Hypofrontalitäthypothese bei
Schizophrenen. Mehrere CT-Studien (Serban et al., 1990; Doran et al., 1987; Klausner et al.,
1992) wiesen ebenfalls Veränderungen in den Frontallappen der schizophrenen Patienten im
Vergleich mit Gesunden auf. Einige Studien zeigten eine Korrelation zwischen einem
Frontallappendefizit und klinischen Maßen wie Minussymptomatik (Rubin, 1994; Kurachi et al.,
1985; Lewis et al., 1992; Tamminga et al., 1992; Schroeder et al., 1995; Volkow et al., 1987;
Wolkin et al., 1992; Merrin et al., 1992; Gerez et al., 1995) oder neuropsychologischen
Testleistungen (Weinberger et al., 1986,1988; Buchsbaum et al., 1990, Schroeder et al., 1994;
Nakagawa et al., 1991; Morstyn et al., 1983). Die Beziehung zwischen strukturellen
Veränderungen der Frontallappen und kognitiven Störungen wurde ebenfalls dargestellt (Olson et
al., 1985; Bornstein et al., 1992; Seidman et al., 1994). Obwohl ein Großteil der Studien
Frontallappendefizite und besonders Hypofrontalität in der Schizophrenie zeigten und eine
Beziehung zwischen Abnormitäten und klinischen Symptomen herausfanden, konnten diese
Befunde nicht durch alle Studien bestätigt werden (Mathew et al., 1982,1988; Andreasen et al.,
1986; Olson et al., 1985). Eine frontostriatale Funktionsstörung wurde bei schizophrenen
Patienten ebenfalls nachgewiesen (Rubin et al., 1994a).
Schizophrene und Patienten mit einer Frontallappenfunktionsstörung zeigen ähnliche
klinische Symptome. Beide Patientengruppen zeigen negative Symptome (Berman et al., 1986).
Frontallappenpatienten zeigen Symptome wie Apathie, Verlust des Antriebs, unangemessenen
Affekt, sozialen Rückzug und Enthemmung „disinhibition“, schwache Anpassung und
psychomotorische Verlangsamung „Retardation“. Tatsächlich sind die Frontallappen für
verschiedene Funktionen wie Denk- und Sprachflüssigkeit, emotionaler Ausdruck, Willen
„Volition“ und Drive und die Fähigkeit, emotionale Bindung „attachment“ zu formen,
verantwortlich. Die negativen Symptome in der Schizophrenie (Alogie, Affektverflachung,
71
Avolition, Anhedonie und Aufmerksamkeitsstörungen) stellen einen Verlust von solchen
Funktionen dar (siehe Andreasen et al., 1991; Bogerts et al., 1991).
Temporallappentheorie: Die Temporallappenstrukturen sind ebenfalls in der Beziehung mit
kognitiven Störungen in der Schizophrenie hervorgehoben worden. Meistens ist eine Dysfunktion
von einem frontotemporalen Netz in der Schizophrenie postuliert worden (Weinberger et al.,
1992; Parfitt, 1956; Levin, 1984). Kraepelin (1971; zitiert nach Zec & Weinberger, 1986, S. 177)
nahm an, dass Störungen der frontalen und temporalen Bereiche tatsächlich an der Schizophrenie
beteiligt sind. Defizite der höheren kognitiven Funktionen sind Ergebnisse von
Frontallappendefiziten und auditorische-verbale Halluzinationen haben eine Verbindung mit den
Temporallappen.
Ein Großteil der neuen neurophysiologischen und neuroradiologischen Studien haben die
Veränderungen der Frontal- und Temporallappenstrukturen festgestellt. Mehrere Studien haben
anatomische Defizite (Breier et al., 1992; Wible et al., 1995; Tanaka et al., 1981; Stahl et al.,
1988) und/oder funktionelle Veränderungen (Buchsbaum, 1990; Pearlson et al., 1991; Bogerts,
1989) in den Temporal- als auch in den Frontallappen ausgeführt. Diese Befunde stützen
normalerweise die Frontotemporallappenhypothese in der Schizophrenie. Weinberger et al.
(1992) postulierten die Theorie des präfrontal-limbischen Netzwerks. Kognitive Funktionen der
Schizophrenie können mit den klinischen Manifestationen bei Patienten mit Frontallappenschädigung übereinstimmen; und Hypometabolismus des präfrontalen Kortex ist eine
physiologische Wirkung der Pathologie des limbischen Systems. Die Funktionsstörungen des
Präfrontallappens sind für die „exekutiven Funktionen“ verantwortlich. Schwache Leistungen in
exekutiven Aufgaben wie dem WCST stehen direkt mit einer physiologischen Hypofunktion des
präfrontalen Kortex in Beziehung. Eine Funktionsstörung der temporolimbischen Regionen ist
für die Gedächtnisfunktionsstörung verantwortlich. Die schizophrenen Patienten zeigen ebenfalls
eine Störung in den antero-medialen Temporallappenstrukturen, die in Assoziation mit
Gedächtnisstörungen stehen. Manche Studien wiesen eine Korrelation zwischen Temporallappenveränderungen und positiven Symptomen (Gerez et al., 1995; Schroeder et al., 1995) nach.
Hippocampale Strukturen spielen eine wichtige Rolle beim Gedächtnis. Gedächtnisstörungen
sind häufig bei schizophrenen Patienten beobachtbar und werden als Kernsymptom kognitiver
Veränderungen diskutiert, obwohl nicht alle Patienten diese Störung zeigen (Brand et al., 1996).
Während Patienten mit Frontallappenläsionen verbale und nicht verbale Defizite zeigen, sind die
Gedächtnisstörungen des Temporallappens lokalisiert und Material spezifisch. Patienten mit
linksseitigen Läsionen des Temporallappens zeigen verbale Gedächtnisdefizite, während die
Patienten mit Läsionen des rechten Temporallappens nicht verbale Gedächtnisstörungen
aufweisen (Milner, 1968a).
Es wird vermutet, dass schizophrene Patienten an links-hemisphärischen Störungen
leiden. Die Gedächtnisdefizite konnten wahrscheinlich neuropsychologische Defizite reflektieren,
die innerhalb der verschiedenen Gehirnbereiche lokalisiert sein können. Neuropsychologische
Studien haben unklare oder widersprüchliche Ergebnisse in Bezug auf die Lateralisation bei
schizophrenen Patienten gefunden. Einige Studien, die sich auf die linke Hemisphäre beziehen,
haben sich auf die Temporallappenstrukturen konzentriert (Flor-Henry, 1969; Bogerts, 1997).
Aber die Abnormität der rechten Hemisphäre des Gehirns von Schizophrenen ist ebenfalls häufig
aufgeführt worden (Rubin et al., 1991; Phillips et al., 1995; Cutting, 1994; Oepen et al., 1988).
Andere Forscher (Blanchard & Neale, 1994) wiesen dieses neuropsychologische Modell zurück.
Neurophysiologische und neuroradiologische Untersuchungen haben eine bilaterale mediale
72
Temporallappenpathologie im Gehirn von Schizophrenen demonstriert (Beatty et al., 1993;
McCarly et al., 1993). Mehrere neuropsychologische Untersuchungen haben bilaterale oder
generalisierte neuropsychologische Defizite in der Schizophrenie dargestellt (Gruzelier et al.,
1988; Clare et al., 1993; Nestor et al., 1993; Mather et al., 1990; Mizuno et al., 1997; Berman &
Weinberger, 1990). Es wurden frontale, temporale oder frontotemporale Dysfunktionen und
Gedächtnisdefizite in der Schizophrenie herausgefunden. Diese Studien haben eine Bilateralität
oder generalisierte Dysfunktionen bei den Schizophrenen nachgewiesen (Kolb & Whishaw,
1983; Beatty et al., 1993; Harvey et al., 1995; Ganguli et al., 1997; Rubin et al., 1995; Blanchard
& Neale, 1994). Obwohl die Lateralisierung und Lokalisierung häufig in der Schizophrenie
untersucht worden sind, existiert keine klare Übereinstimmung. Die meisten dieser Studien
zeigten Temporallappenveränderungen in der Schizophrenie; es wurden aber ebenfalls
Frontallappendefizite herausgefunden. Delisi et al. (1991) legten aber dar, dass nur die chronisch
schizophrenen Patienten eine reduzierte Temporallappengröße zeigten. Es konnte keine
bedeutende Korrelation zwischen regionalen Gehirnänderungen und kognitiven Funktionen
gefunden werden, obwohl das verbale Gedächtnis mit der Parahippocampusgröße in Beziehung
steht.
Der Parietallappen: Es ist nur selten eine Beziehung zwischen der Schizophrenie und einer
Schädigung der Parietallappen angenommen worden. Nach Zec & Weinberger (1986) können nur
Beschädigungen des inferioren Parietallappens (IPL) Störungen der selektiven Aufmerksamkeit
und des Affekts verursachen, die eine phänomenologische Ähnlichkeit mit einigen klinischen
Merkmalen der Schizophrenie haben. Sie kamen in diesem Überblicksartikel zu dem Schluss,
dass keine direkten Beweise für diese Theorie vorliegen. Sie fanden diese Theorie völlig
spekulativ (siehe Zec & Weinberger 1986, S. 190-192). Die einseitige Vernachlässigung ist eines
der wichtigsten Syndrome nach Parietallappenläsionen. Obwohl der halbseitige Neglect
(räumliche Vernachlässigung) in der klinischen Literatur als ein Symptom nach Läsionen
verschiedener kortikaler und subkortikaler Strukturen wie Frontallappen, Temporallappen,
Basalganglien, Thalamus und mesencephalische reticulare Formation erklärt wurde, wird das
Neglectphänomen normalerweise als ein Symptom nach Läsionen des rechtsseitigen
Parietallappens diskutiert (siehe Kolb & Whishaw, 1996; Kandel et al., 1996; Hyvärinen, 1982;
Walsh, 1987; Luria, 1973). Mehrere Untersuchungen fanden heraus, dass Schizophrene im
Stroop Test (Aufmerksamkeitstest) eine bedeutend schlechtere Leistung als gesunde Personen
zeigen (Schreiber et al., 1995; Everett et al., 1989; Jost, 1992; Vaitl et el., 1995). Andererseits
wurden Aufmerksamkeitsstörungen im Rahmen der räumlichen Vernachlässigung (Neglect)
zumindest mittels LBT bei den Schizophrenen nicht erwartet bzw. sind nicht beschrieben
worden.
Insgesamt zeigen schizophrene Patienten Defizite sowohl in den Tests zur Erfassung der
Frontallappenfunktionen - wie WCST, FAS-Test, Stroop-Test und TvH - als auch in den Tests
zur Erfassung fronto-temporaler Funktionen - wie verbale und nicht verbale Gedächtnistests Defizite, aber nicht in den Tests bezüglich der Parietallappen. Solche Befunde haben eine
Dysfunktion des frontalen oder fronto-temporalen Systems in der Schizophrenie angenommen.
Neurophysiologische (insbesondere Hypofrontalität) und neuroanatomische Abnormitäten sind
andere Befunde, die diese Hypothese unterstützen. In solchen Studien wurden schizophrene
Patienten mit gesunden Kontrollprobanden verglichen; es ist aber nicht klar, ob diese
Abnormitäten auf schizophrene Patienten beschränkt sind. Kolb & Whishaw (1983) untersuchten
schizophrene Patienten mit Tests zur Erfassung von frontalen, temporalen und parietalen
Funktionen. Sie haben auch die Leistung von Alkoholikern, Kindern mit Dyslexie und Patienten
73
mit Gilles de la Tourette mit den gleichen Tests untersucht und verschiedene Muster in jeder
Gruppe von Patienten herausgefunden. Depressive Patienten zeigen in den neuropsychologischen
Tests bezüglich des Frontallappens ebenfalls schlechtere Leistungen (Lesser et al., 1991; Elliott
et al., 1997; Franke et al., 1993). Die Ergebnisse der neuropsychologischen Leistungen sind nicht
so eindeutig wie bei schizophrenen Patienten. Obwohl einige Studien schlechtere WCSTLeistungen von depressiven Patienten im Vergleich mit gesunden Kontrollpersonen berichteten
(Franke et al., 1993; Lesser et al., 1991), fanden Hart et al. (1987) keinen bedeutsamen
Unterschied zwischen Patienten mit Major Depression und gesunden Kontrollprobanden im
WCST. Ebenfalls wurden schlechtere Leistungen von depressiven Patienten im Stroop-Test
bestätigt (Lemelin et al., 1996), während Rush et al. (1983) keinen bedeutsamen Unterschied
zwischen depressiven Patienten (endogen und nicht endogen) und Gesunden im Stroop-Test
herausfand. Wolfe et al. (1987) führten signifikant schlechtere Leistungen von depressiven
Patienten im Vergleich mit gesunden Kontrollpersonen im verbalen Flüssigkeitstest auf, aber
Gruzelier et al. (1988) konstatierten keinen signifikanten Unterschied zwischen depressiven
Patienten und Gesunden in diesem Test. Ein Defizit im Gedächtnis ist eine der einheitlichsten
kognitiven Störungen in der Depression (Wolfe et al., 1987; Lesser et al., 1991; Gruzelier et al.,
1988). Die Patienten zeigen schlechtere nicht räumliche als räumliche Leistungen in den
neuropsychologischen Tests.
Neurophysiologische und neuroradiologische Studien haben verschiedene Gehirnbereiche,
die mit den affektiven und emotionalen Systemen verbunden sind, untersucht. Es scheint, dass
„Hypofrontalität“ nicht auf die Schizophrenie beschränkt ist. Verminderter regionaler kortikaler
Blutfluss (rCBF) oder Hypometabolismus im frontalen Kortex ist einer der einheitlichsten
Befunde bei depressiven Patienten. Anormale Aktivität ist ebenfalls in subkortikalen Bereichen
des Gehirns von depressiven Patienten beschrieben worden. Es wurde ebenfalls postuliert, dass
präfrontale und limbische Bereiche ein anatomisches Netz bilden, das beim Major depressiven
Patienten funktionell gestört sein kann (Bench et al., 1992). CT und MRI Studien haben Defizite
im Kortex, besonders in den Frontallappen und subkortikalen Bereichen, bei depressiven
Patienten gezeigt (Coffey et al., 1993; Lesser et al., 1991). Andererseits haben manche Forscher
(George et al., 1993) Depression als eine Krankheit des Gehirns im allgemeinen und - von den
Frontal- und Temporallappen insbesondere - angenommen.
Hirnaktivitäten und neuropsychologische Defizite sind bei affektiven Störungen im
Vergleich mit der Schizophrenie weniger untersucht worden. Kognitive Störungen und
neurophysiologische Defizite (wie Hypofrontalität) scheinen bei depressiven Patienten weniger
beobachtbar zu sein. Normalerweise vergleichen verschiedene Forscher schizophrene oder
depressive Patienten mit gesunden Kontrollpersonen mit Hilfe der Tests zur Erfassung frontaler
Funktionen, aber manche Studien verglichen neuropsychologische Leistungen von depressiven
Patienten und Schizophrenen. Verschiedene Studien (Gruzelier et al., 1988; Taylor & Abrams,
1984,1986) haben unterschiedliche neurokognitive Muster bei Schizophrenen und Depressiven
festgestellt. Entsprechend Kraepelins dichotomischer Ansicht sollen Patienten mit affektiven
Störungen und Schizophrene nicht das gleiche neuropsychologische Muster zeigen (zitiert nach
Franke et al., 1993, S. 77). Franke et al. (1993) fanden bei beiden Patientengruppen kognitive
Störungen in Tests zur Erfassung von frontalen Funktionen. Sie haben eine alternative Ansicht im
Vergleich zu Kraepelins Gesichtspunkt postuliert. Entsprechend diesem Modell gibt es ein
„continuum of cognitive impairment“, das von „weniger Beeinträchtigung“ (Depression) bis zu
„mehr Beeinträchtigung“ (Manie und Schizophrenie) reicht. Plaum und Duhm (1985) fanden die
Unterscheidung schizophrener und affektiver Psychosen nicht nur hinsichtlich des klinischen
74
Eindrucks, sondern auch in Bezug auf spezifischere kognitive Störungen, problematisch. Sie
haben kognitive Störungen bei Schizophrenen und Patienten mit affektiven Psychosen mit 10
psychologischen Testverfahren untersucht. Zwischen schizophrenen und affektiven Psychosen
war kaum ein Unterschied festzustellen.
Die Ergebnisse der Untersuchungen bezüglich der Tests zur Erfassung von temporalen
oder frontotemporalen Funktionen in der Schizophrenie und Depression sind nicht
übereinstimmend. Die affektiv Erkrankten zeigten insgesamt eine Dysfunktion der nicht
dominierenden fronto-temporalen Hemisphäre (Taylor & Abrams 1984, 1986). Schizophrene
zeigten bilaterale Funktionsstörungen. Wenn zwei Patientengruppen verglichen wurden, zeigten
Schizophrene eine signifikant schlechte Leistung in der dominierenden Hemisphäre (Taylor et al.,
1981). Franke et al.(1993) haben ebenfalls gefunden, dass Depressive in den Tests zur Erfassung
der Parietallappenfunktionen schlechter als Schizophrene waren, aber der Unterschied war nicht
signifikant. Schizophrene Patienten zeigten aber keine Beeinträchtigung in den Tests zur
Erfassung der Parietallappenfunktionen (Kolb & Whishaw, 1983).
Insgesamt haben verschiedene Studien neurophysiologische Funktionsstörungen
(insbesondere Hypofrontalität) und kognitive Defizite in Frontalhirntests in der Schizophrenie
herausgefunden; solche Abnormitäten sind geringer bei depressiven Patienten bestätigt worden.
Die Ergebnisse von verschiedenen Studien sind nicht einheitlich, und es ist notwendig, zwei
Patientengruppen in verschiedenen Tests zur Erfassung von frontalen, frontotemporalen und
parietalen Funktionen zu vergleichen. Keine Studie hat depressive Patienten im Vergleich mit
Typ I- und Typ II-schizophrenen Patienten mittels verschiedener Tests zur Erfassung der frontound fronto-temporalen Funktionen untersucht. Die Unterschiede zwischen den Mustern von
kognitiven Defiziten bei schizophrenen und depressiven Patienten könnten wegen
Aufmerksamkeitsdefiziten von schizophrenen Patienten vorliegen. Die meisten Forscher (Taylor
et al., 1981; Abrams et al., 1981; Taylor & Abrams, 1987; Franke et al., 1993) untersuchten die
schizophrenen Patienten während einer akuten Phase. Flor-Henry et al. (1975, 1976, 1979) haben
ebenfalls schizophrene Patienten in einer akuten Phase wie die Patienten in den Studien von
Taylor et al. untersucht (siehe Flor-Henry, 1983, S. 204). Nur Gruzelier et al. (1988) untersuchten
drei Gruppen von schizophrenen Patienten umfassend: die „Active“ (Typ I), „Withdrawn“ (Typ
II) und „equivocal“ (gemischt) Schizophrenen. In dieser Studie wurde aber nur der verbale
Flüssigkeitstest zur Erfassung der frontalen Funktionen eingesetzt. Räumliche und nicht
räumliche Tests wurden zur Erfassung frontohippocampaler Funktionen genutzt. Franke et al.
(1993) verwendeten Frontalhirntests (WCST, verbaler Flüssigkeitstest und „Trial Making Test“
A & B), wobei die schizophrenen Patienten aber in einer akuten Phase und die Patienten mit
unipolarer Major Depression nicht psychotisch waren.
Die Muster der Lateralität sind in der Schizophrenie und in der Depression
unterschiedlich. Die meisten Studien, die schizophrene und depressive Patienten verglichen
haben, konzentrierten sich auf Tests, die in Bezug auf dominierende und nicht dominierende
Hemisphärenfunktionen empfindlich sind. Solche Studien verglichen neuropsychologische
Leistungen von depressiven Patienten und Schizophrenen. Taylor et al. (1981) fanden bei
schizophrenen Patienten bilaterale neuropsychologische Funktionsstörungsmuster, während
Patienten mit affektiven Störungen eine Beeinträchtigung in den Aufgaben bezüglich der nicht
dominierenden Hemisphärenfunktion zeigten. In den dominierenden Hemisphärentests zeigten
Schizophrene eine bedeutend schlechtere Leistung als Patienten mit affektiven Störungen. Taylor
und Abrams (1987) fanden heraus, dass die Muster von dominierenden Temporo-parietal75
okzipitalfunktionsstörungen spezifischer für die Schizophrenie waren. Das Muster einer
bifrontalen, nicht dominierenden Hemisphärenfunktionsstörung war bei den Schizophrenen und
Patienten mit einer affektiven Störung beobachtbar, hatte aber eine größere Beziehung zu den
Schizophrenen. Gruzelier et al. (1988) fanden ebenfalls zwei verschiedene Muster von
Beeinträchtigungen für schizophrene und depressive Patienten heraus. Bei depressiven Patienten
waren räumliche Defizite schwerwiegender als nicht räumliche Defizite. Die Autoren haben die
Befunde mit der Ansicht von Flor-Henry (1969) interpretiert; nach Flor-Henry (1969) stehen
affektive Störungen der rechten Frontal- und Temporallappen in Beziehung. Insgesamt wurden
verschiedene Muster von hemisphärischen Funktionsstörungen herausgefunden und es wurde
angenommen, dass schizophrene Patienten kognitive Störungen der dominierenden Hemisphäre
zeigten, während depressive Patienten in der nicht-dominierenden Hemisphäre beeinträchtigt
waren. Die vorliegende Studie versucht, die Muster von Beeinträchtigungen durch den Vergleich
der kognitiven Funktionen in einer Stichprobe bei schizophrenen und depressiven Patienten zu
charakterisieren.
Symptomatik: Viele schizophrene Patienten zeigen keine kognitiven Störungen, und die Muster
der Störungen der cerebralen Funktionen sind nicht bei allen schizophrenen Patienten ähnlich.
Andererseits sind anatomische Abnormitäten nicht bei allen Schizophrenen gefunden worden.
Kolb & Whishaw (1983) stellten fest, dass die Leistungen in den Tests zur Erfassung von
frontalen und fronto-temporalen Funktionen bei fünf von 30 schizophrenen Patienten innerhalb
des Bereichs der gesunden Kontrollprobanden lag. Andreasen et al. (1986) fanden heraus, dass
bei 39% der schizophrenen Patienten (nur Männer) eine geringere Frontalgröße als bei der
Kontrollgruppe vorlag. Bei 25% der Schizophrenen war die cerebrale Größe kleiner als bei der
Kontrollgruppe, und bei 18% lag die Schädelgröße außerhalb des Bereichs der Kontrollgruppe.
Crows Modell versucht, die Beziehung zwischen den Symptomen und kognitiven
Störungen oder strukturellen Veränderungen in der Schizophrenie zu erklären. Die Typ ISchizophrenie ist durch vorwiegend positive Symptome charakterisiert und ist in einer akuten
psychotischen Phase beobachtbar, aber Typ II-Schizophrenie ist durch vorwiegend negative
Symptome charakterisiert und bei chronischen Patienten beobachtbar. Diese Patienten zeigen
größere intellektuelle und kognitive Defizite und weisen eine strukturelle Pathologie auf,
während Typ I-Schizophrene an einem neurochemischen Pathologieprozess leiden. Typ ISchizophrene sollen keine intellektuellen oder kognitiven Defizite aufweisen.
Funktionelle und strukturelle Veränderungen unterstützen die Korrelation zwischen
Minussymptomatik und Frontallappenfunktionsstörungen; die Befunde sind aber nicht eindeutig.
Ingvar & Franzén (1974a) fanden heraus, dass Hypofrontalität mit der Minussymptomatik in der
Schizophrenie korreliert. Bogerts (1991) hat ebenfalls betont, dass Frontallappendefizite
bestimmte negative Symptome hervorrufen können, die bei chronisch Schizophrenen beobachtet
werden. Andererseits wurde die Hypofrontalität nicht bei schizophrenen Patienten mit
vorwiegend positiven Symptomen nachgewiesen (siehe Bogerts et al., 1991). Einige Forscher
haben versucht, positive und negative Symptome auf strukturelle Veränderungen im Gehirn zu
beziehen. Die Mehrheit der Studien (CT & MRI) fanden eine Assoziation zwischen vergrößerten
Ventrikeln oder sulci und weniger positiven und/oder mehr negativen Symptomen (siehe Marks
& Luchnis, 1990; Bogerts et al., 1991). Die Vergrößerung kann sich aus verschiedenen Teilen
des Gehirns wie Frontal- oder Temporallappen ergeben. Schöttke (1996b) hat herausgefunden,
dass 17 von 22 CT Studien keine Assoziation zwischen negativen Symptomen und der
Ventrikelgröße zeigten. Vier von sechs MRI Studien bestätigten eine Beziehung zwischen
76
negativen Symptomen und VBR (Ventricle Brain Ratio). Negative Symptome können nicht auf
eine spezielle Gehirnregion beschränkt werden. Verschiedene Studien zeigten eine Korrelation
zwischen negativen Symptomen mit Ventrikelvergrößerung (Andreasen 1982), großen Hörnern
(Klausner et al., 1992), frontalen und parieto-okzipitalen sulci (Bogerts et al., 1991), linken
frontalen Arealen (Besson et al., 1987), Rechts- und Linkstemporalhörnern (Degreef et al., 1992),
dem Temporallappenvolumen (Becker et al., 1996). Es wurde eine Korrelation zwischen
positiven Symptomen und dem Temporallappen (McCarley et al., 1989) oder insbesondere den
linken Temporallappenstrukturen (Besson et al., 1987; Kawasaki et al., 1993; Shenton et al.,
1992; Degreef et al., 1992; Bogerts, 1997) beschrieben.
Zusammengefasst zeigten die meisten der funktionellen Gehirnaktivitätsstudien eine
Beziehung zwischen der Minussymptomatik und den Frontallappenstörungen oder eine
Beziehung zwischen den Temporallappenstörungen und der Plussymptomatik. Andererseits
haben neuroradiologische Studien die Beziehung zwischen positiven Symptomen und
strukturellen Abnormitäten der Temporallappen bewiesen, doch konnten diese Studien die
negativen Symptome nicht auf eine bestimmte Region beschränken. Diese Hypothese ist nur
teilweise bestätigt worden. Die Befunde, die die Korrelation zwischen funktionellen
Gehirnveränderungen und der Minus- und Plussymptomatik betreffen, sind ebenfalls nicht
eindeutig. Diese Befunde konnte die Crows Theorie nicht vollständig unterstützen. Crow (1982)
nahm keine anatomische Abnormität für positive Symptome an; verschiedene CT und MRI
Studien haben aber die Korrelation zwischen positiven Symptomen und strukturellen
Veränderungen der kortikalen und subkortikalen Regionen des Gehirns bei schizophrenen
Menschen nachgewiesen (Besson et al., 1987; Kawasaki et al., 1993; Shenton et al., 1992;
Bogerts et al., 1991). Bogerts (1997) schlugen vor, dass strukturelle und funktionelle Defizite der
limbischen Strukturen (besonders der linken medialen Temporallappen ) die positiven Symptome
der Schizophrenie erklären können. Beide Hypothesen (Assoziation zwischen Hypofrontalität
und negativen Symptomen, Assoziation zwischen Temporallappendefizit und positiven
Symptomen) bedürfen weiterer Untersuchungen, da einige Studien zu unterschiedlichen
Ergebnissen gelangten, die diese Hypothesen nicht unterstützen können (siehe Degreef et al.,
1992; Becker et al., 1996; Turetsky et al., 1995; Flaum et al., 1995a; Andreasen et al., 1986). Es
scheint, dass die Hypothese der Assoziation zwischen negativen Symptomen und Hypofrontalität
weiterer Untersuchungen bedarf, da strukturelle Gehirnstudien die negativen Symptome nicht auf
eine bestimmte Gehirnregion lokalisiert haben und Turetsky et al. (1995) sogar davon ausgehen,
dass negative Symptome mit dem linken Temporallappen statt mit dem linken Frontallappen
korrelieren.
Die Minussymptomatik und die schlechten Leistungen schizophrener Patienten während der
neuropsychologischen Tests sind zwei Phänomene, die als Kernsymptome in der Schizophrenie
bekannt sind. Ebenso sind beide Phänomene bei Patienten mit Frontallappendefiziten
herausgefunden worden (Röhrenbach et al., 1991). Andererseits unterstützen einige Befunde die
Hypothese, dass die negativen Symptome der Schizophrenie mit einer Frontallappendysfunktion,
die mittels Tests gemessen wird, in Beziehung stehen (Capleton, 1996; Verbraak et al., 1993;
Braff 1989; Breier et al., 1991). Die Patienten mit hohen negativen Symptomen zeigten eine
schwache Leistung im WCST (Hammer et al., 1995; Butler et al., 1992; Cuesta et al., 1995) und
die niedrigste Zunahme des rCBF während der Testleistung (Turm von Hanoi) im lateralen
Frontalkortex (Andreasen et al., 1991) oder hatten eine längere Reaktionszeit im TvH (Morris et
al., 1995a). Sie zeigten im Stroop Test und „Trial Making B“ (zwei Frontallappentests) eine
bedeutend schlechtere Leistung als Patienten mit positiven Symptomen (Buchanan et al., 1994).
77
Typ I- Schizophrene haben kognitive Defizite, die sich auf die Temporallappenfunktionen
beziehen, gezeigt. Nichtdefizitpatienten (mit positiven Symptomen) führten den Test zur
Gedächtnisfunktion (Temporallappentest) schlechter aus (Buchanan et al., 1994). Nach Berman
et al. (1997) wiesen die Patienten mit negativen Symptomen schwächere Leistungen im WCST,
TMT und im verbalen Flüssigkeitstest auf, während die Patienten mit positiven Symptomen eine
schlechtere Leistung im Digit Span Test zeigten. Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass
negative Symptome in Beziehung mit Frontallappendysfunktionen standen, positive Symptome
aber mit einer Dysfunktion innerhalb des neuronalen Netzes , dem Aufmerksamkeit zugrunde
liegt, assoziierten.
Obwohl eine Reihe von Untersuchungen die Beziehungen zwischen negativen
Symptomen und kognitiven Störungen, die mittels Tests gemessen werden, die sensibel für
Frontallappenfunktionen sind, bestätigten , belegten andere Studien unterschiedliche Ergebnisse.
Einige Studien beschrieben, dass kognitive Defizite in der Schizophrenie nicht nur mit negativen
Symptomen, sondern auch mit positiven Symptomen in Beziehung standen (Braff et al., 1991);
oder es wurde keine Korrelation zwischen neuropsychologischen Tests, die sensibel für
Frontallappenfunktionen sind, und negativen Symptomen herausgefunden (Andreasen et al.,
1990; Williamson et al., 1989). Andreasen et al. (1986) fanden keine Korrelation zwischen
verminderter Frontallappengröße und überwiegend negativen Symptomen oder Störungen bei
einigen kognitiven Tests (WCST, Stroop-Test, verbale Flüssigkeit).
Die
Korrelation
zwischen
negativen
Symptomen
und
Störungen
bei
neuropsychologischen Frontallappen sensiblen Tests ist nicht die einzige Hypothese. Perlick
(1992) hat gezeigt, dass negative Symptome mit frontalen als auch nicht frontalen
neuropsychologischen Tests in Beziehung stehen. Ingesamt hat diese Studie eine Korrelation
zwischen frontalen (e.g. verbale Flüssigkeit) und nicht frontalen Funktionen und negativen
Symptomen nur bei Frauen dargestellt. Morrison-Stewart et al. (1992) stellten eine signifikante
Korrelation zwischen der Leistung im WCST und den positiven Symptomen fest. Bei den
schizophrenen Patienten waren die Leistungen bei Nichtfrontallappenaufgaben bedeutend
schlechter. Es herrschte keine Korrelation zwischen neuropsychologischen Testleistungen, die die
Frontallappen betreffen, und negativen Symptomen, aber sowohl „The Wechsler Memory Scale“
als auch die WCST Leistungen korrelierten signifikant mit positiven Symptomen (P<0.05). Crow
(1982) hat angenommen, dass schizophrene Patienten mit negativen Symptomen kognitive
Störungen zeigen, die Patienten mit positiver Schizophrenie aber keine Defizite haben. Bogerts
(1997) nahm eine temporolimbische Theorie (besonders in der linken Seite) für positive
schizophrene Symptome an. Entsprechend diesen Befunden wird erwartet, dass die
schizophrenen Patienten mit positiven Symptomen eine Störung in den neuropsychologischen
Tests bezüglich der Temporallappen zeigen. Kognitive Störungen sind bei Typ I- schizophrenen
Patienten ebenfalls festgestellt worden. Kolb & Whishaw (1983) haben eine fronto-temporale
Funktionsstörung bei schizophrenen Patienten in einer akuten Phase mit hauptsächlich positiven
Symptomen herausgefunden. Nach Green & Walker (1985) korrelierten positive Symptome
negativ mit verbalen Gedächtnisleistungen.
Einige Forscher sind sich nicht sicher, ob die kognitiven Defizite der Typ ISchizophrenen von Abnormitäten der Frontal- und Temporallappen verursacht werden oder
durch Aufmerksamkeitsdefizite. Shoqeirat et al. (1988) kamen zu dem Schluss, dass die
kognitiven Störungen der Typ I-schizophrenen Patienten keine Muster von Beeinträchtigungen
der Frontotemporallappenläsionen zeigen, sondern ein Problem in „exerting attentional effort“
78
entsteht. Green & Walker (1986) haben herausgefunden, dass positive Symptome mit Störungen
in der selektiven Aufmerksamkeit assoziierten. Einige Studien fanden keine bedeutsame
Korrelation zwischen kognitiven Störungen und negativ/positiver Symptomatik bei schizophrenen Patienten heraus (Hoff et al., 1992).
Insgesamt benötigt die angenommene Korrelation zwischen negativen Symptomen und
kognitiven Störungen oder funktionellen Störungen in den Frontallappen noch neue
Untersuchungen. Die Ergebnisse von verschiedenen Studien sind widersprüchlich. Typ Ischizophrene Patienten mit positiven Symptomen zeigen auch kognitive Störungen oder
Abnormitäten im Gehirn. Einige Forscher haben die kognitiven Defizite bei Schizophrenen mit
positiven Syndromen in Beziehung mit Aufmerksamkeitsstörungen gesetzt. Die Korrelation
zwischen Aufmerksamkeitsdefiziten und anderen kognitiven Störungen bei Typ I- Schizophrenen
benötigt mehr Untersuchung.
Selbstbericht: In der vorliegenden Studie wird das subjektive Erleben der kognitiven Funktionen
der Patientengruppen untersucht. Ein Großteil von schizophrenen Symptomen ist nicht direkt
beobachtbar und muss aus sprachlichen Mitteilungen der Kranken entnommen werden. Die
Symptome sind uncharakteristisch und auch bei anderen endogenen Psychosen und
Hirnkrankheiten beobachtbar. Andererseits ist die Beziehung zwischen den objektiven Maßen der
kognitiven Funktionsstörungen und dem subjektiven Erleben der kognitiven Funktionen nicht
eindeutig. Ebenso ist die Verbindung zwischen der Minus- und Plussymptomatik und dem
subjektiven Erleben der kognitiven Funktionen bei schizophrenen Patienten, die sich aus den
Selbstberichtsfragebogen ergeben, nicht klar.
Subjektive Aufmerksamkeitsaspekte werden durch den TAS (Test für
Aufmerksamkeitsstil) untersucht. Insgesamt haben die vorherigen Studien bezüglich des TAS
gezeigt, dass sich die Schizophrenen und depressiven Patienten in den Subskalen Ablenkbarkeit,
Überlastung und Verarbeitungskapazität bedeutend von den Gesunden unterschieden (Van den
Bosch et al., 1992, 1993). Die psychiatrischen Patienten (ungeachtet der Diagnose) zeigten einen
höheren Grad an Ablenkbarkeit und Überlastung. Kognitive Überlastungserfahrungen
assoziierten besonders mit psychotischen und psychoseähnlichen Symptomen. Die Unterschiede
zwischen den Patientengruppen waren nicht besonders bedeutsam, obwohl beide Theorien und
klinische Erfahrungen schwerwiegendere kognitive Probleme bei schizophrenen Patienten,
besonders bei Patienten mit Minussymptomatik, angenommen hatten. Außer der Korrelation
zwischen Überlastungserfahrungen und positiven Symptomen standen die anderen subjektiven
kognitiven Funktionsstörungsmaße nicht mit positiven oder negativen Symptomen in Beziehung.
Andererseits stand die selbstberichtete kognitive Funktionsstörung der psychiatrischen Patienten
(Schizophrene, Depressive, Neurotiker) nicht mit objektiven Defiziten in Beziehung (Van den
Bosch et al., 1997).
Der „Frankfurter Beschwerde Fragebogen“ (FBF) wurde zur Erfassung der Basisstörungen in der
Schizophrenie entwickelt. Ein Problem des FBF ist sein Mangel an diagnostischer Spezifität. Die
Basissymptome, die mit dem FBF erfasst werden, sind nicht typisch oder charakteristisch für
Schizophrene. FBF konnte schizophrene Patienten nicht von anderen Patientengruppen wie
Depressive, Neurotiker oder Alkoholiker unterscheiden (Mundt & Kasper, 1990; Maß et al.,
1995). Nach Teusch (1985) können Basissymptome bei unterschiedlichen klinischen Gruppen
wie Strafgefangenen, Neurotikern, Hirnorganikern und Schizophrenen im gleichen Ausmaß
erfasst werden. Kasper & Mundt (1986) fanden heraus, dass die SANS die Schizophrenen besser
79
als andere Instrumente (FBF und InSka) identifizieren konnte. Die gleichen Autoren (1990)
kamen zu dem Schluss, dass nur mit der InSka und der SANS eine klare Trennung von seelisch
Kranken (Schizophrene, Depressive, und Neurotiker) und nicht seelisch Kranken (Diabetiker)
gelingt, aber nicht mit dem FBF. Die Befunde bezüglich der Assoziation zwischen der Minusund Plussymptomatik, die sich aus dem FBF ergeben, sind ebenfalls widersprüchlich. Es wurde
herausgefunden , dass die Basissymptome bei schizophrenen Patienten mit positiven Symptomen,
besonders mit formalen Denkstörungen, häufiger zu beobachten waren (Peralta et al., 1992a).
Maß et al. (1997) stellten fest, dass der FBF höher mit den Minusitems als mit den Plusitems der
PSNSS (Positive and Negative Syndrome Scale) korreliert. Die Autoren (S. 211) haben
diskutiert, „ dass die Basissymptome zwar teilweise mit einigen positiven Symptomen
(hauptsächlich formale Denkstörungen und Halluzinationen), überwiegend aber mit Merkmalen
aus dem Minusspektrum zusammenhängen.“ Nach Mundt & Kasper (1990) waren die
Korrelationen zwischen FBF und InSka (r=0.35) sowie FBF und SANS (r=.45) statistisch
signifikant. Die Beziehung zwischen objektiven Maßen der kognitiven Funktionsstörungen und
der Basisstörungen bei Schizophrenen ist nicht eindeutig. Einige Studien (Hasse et al., 1982;
Cuesta et al., 1996; Boning et al., 1990) fanden eine Verbindung zwischen neuropsychologischen
Störungen und anormalen subjektiven (nur in manchen Subskalen) Erfahrungen heraus. Weitere
Studien erwähnten aber unterschiedliche Ergebnisse. Brenner et al. (1987) fanden keine
Korrelation zwischen einem Problem in der Informationsverarbeitung und subjektiv erfahrenen
Basisstörungen bei schizophrenen Patienten. Schöttke (1996) fand heraus, dass die gestörten und
nicht gestörten Schizophrenen (Störung in der Nutzung von Kontextinformation) sich in keinem
Subtest von der Gesamtsumme des FBF unterscheiden. Insgesamt bedürfen die subjektiv
kognitiven Funktionen und ihre Assoziation mit klinischen und experimentellen Maßen in der
Schizophrenie und im Vergleich mit anderen psychiatrischen Patientengruppen mehr
Untersuchungen.
Fragestellung
Ein Ziel der vorliegenden Studie ist der Vergleich der Leistungen von zwei Gruppen von
endogen psychiatrischen Patienten in einer Serie von neuropsychologischen Tests zur Erfassung
von frontalen, fronto-temporalen und parietalen Funktionen.
H1) Es wurde diskutiert, dass chronisch schizophrene Patienten im Vergleich zu gesunden
Kontrollpersonen ähnliche Symptome und kognitive Störungen wie Patienten mit Frontallappenläsionen zeigen. Einige neurophysiologische und neuroradiologische Studien bestätigten diese
Hypothese. Es ist nicht klar, ob diese Abnormität auf schizophrene Patienten beschränkt ist. Es
wird geprüft, ob chronisch schizophrene Patienten im Vergleich zu Patienten mit unipolar
endogener Depression in neuropsychologischen Tests zur Erfassung frontaler Funktionen
schlechtere Ergebnisse erzielen.
H2) Die Theorien haben eine Dysfunktion von einem fronto-temporalen Netz in der
Schizophrenie angenommen. Es wird geprüft, ob chronisch schizophrene Patienten im Vergleich
mit Patienten mit unipolar endogener Depression in den neuropsychologischen Tests zur
Erfassung fronto-temporaler Funktionen (verbales und nicht verbales Gedächtnis) schlechtere
Ergebnisse erzielen.
H3) Es wurde eine Beziehung zwischen Schizophrenie und linken hemisphärischen Defiziten,
besonders im Temporallappen, angenommen. Es wurde ebenfalls vermutet, dass schizophrene
80
Patienten kognitive Störungen der dominierenden Hemisphäre (links) zeigten, während
depressive Patienten in der nicht dominierenden Hemisphäre (rechts) beeinträchtigt waren, aber
die Ergebnisse verschiedener Untersuchungen waren, widersprüchlich. Diese Studie versucht, die
Muster von kognitiven Funktionen bei chronischen schizophrenen Patienten und unipolar
endogen depressiven Patienten zu charakterisieren. Es wird geprüft, ob chronisch schizophrene
Patienten im Vergleich zu Patienten mit unipolar endogener Depression eine schlechtere Leistung
in Tests zur Erfassung von fronto-temporalen Funktionen bezüglich der linken Hemisphäre
(verbaler Gedächtnistest) zeigen.
H4) Die Parietallappen sind in Beziehung mit der Schizophrenie selten als gestört angenommen
worden. Aufmerksamkeitsstörungen im Rahmen der räumlichen Vernachlässigung (Neglect) sind
zumindest mittels „Line Bisection Test“ (LBT) bei den Schizophrenen nicht erwartet bzw.
beschrieben worden. Es wird vermutet, dass chronisch schizophrene Patienten keine Störung im
LBT zur Erfassung von Parietallappenfunktionen im Vergleich zu depressiven Patienten zeigen.
Obwohl neuropsychologische Studien herausgefunden haben, dass schizophrene Patienten im
Vergleich zu gesunden Kontrollprobanden in den Tests zur Erfassung von frontalen und
temporalen Funktionen schlechtere Leistungen zeigen und einige neurophysiologische und
neuroradiologische Befunde diese Hypothese unterstützen, sind solche Abnormitäten nicht bei
allen schizophrenen Patienten gefunden worden. Diese Diskrepanz kann mit Crows Modell
(1982) beschrieben werden. Die Ergebnisse der neuropsychologischen, neurophysiologischen
und neuro-radiologischen Studien konnten die Crows Theorie nicht vollständig unterstützen. Die
Hypothese dieses Modells ist nur teilweise bestätigt worden.
H5) Es wird geprüft, ob akute schizophrene Patienten, mit klaren psychotischen Symptomen in
einer akuten Phase, überwiegend positive Symptome zeigen, und ob die chronisch schizophrenen
Patienten während einer residualen Phase überwiegend negative Symptome zeigen.
H6) Es wird geprüft, ob schizophrene Patienten mit positiven Symptomen, im Vergleich mit
schizophrenen Patienten mit negativen Symptomen, in neuropsychologischen Tests zur Erfassung
von frontalen Funktionen (WCST, Stroop-Test, FAS-Test) unterschiedliche Ergebnisse erzielen.
H7) Es wird geprüft, ob schizophrene Patienten mit vorwiegend positiven Symptomen, im
Vergleich zu Patienten mit vorwiegend negativen Symptomen, in den Tests zu
Frontotemporalfunktionen (verbale und nicht verbale Gedächtnistests) unterschiedliche
Ergebnisse erzielen.
H8) Es ist anzunehmen, dass schizophrene Patienten mit positiven Symptomen wie auch
Schizophrene mit negativen Symptomen kein Defizit im Test bezüglich der Parietallappendefizite
(LBT) im Vergleich zu depressiven Patienten zeigen.
H9) Obwohl Crow (1982) keine anatomische Abnormität für positive Symptome annahm, stellten
einige Forscher eine Beziehung zwischen positiven Symptomen und Defiziten des linken
Temporallappens dar. Es wird geprüft, ob schizophrene Patienten mit positiven Symptomen eine
Lateralität in den Tests bezüglich der linken Hemisphäre (verbales Gedächtnis) oder rechten
Hemisphäre (nicht verbales Gedächtnis) im Vergleich zu übrigen Gruppen zeigen.
H10) Einige Forscher kamen zu dem Schluss, dass die kognitiven Störungen der Typ ISchizophrenen durch Aufmerksamkeitsdefizite verursacht werden können. Wenn schizophrene
81
Patienten mit positiven Symptomen über ein Aufmerksamkeitsdefizit verfügen, sollen sie bei
allen neuropsychologischen Tests, besonders beim Stroop Test, der die selektive Aufmerksamkeit
untersucht, ein Defizit zeigen.
Während die meisten der neuropsychologischen Studien herausgefunden haben, dass
schizophrene Patienten im Vergleich zu gesunden Kontrollprobanden in den Tests zur Erfassung
von frontalen und frontotemporalen Funktionen schlechtere Leistungen zeigen, stellten einige
Studien eine Korrelation zwischen negativen Symptomen und verschiedenen Bereichen des
Gehirns dar.
H11) Wenn die negativen Symptome nicht einer speziellen Gehirnregion zugeordnet werden
können, zeigen schizophrene Patienten mit negativen Symptomen in allen neuropsychologischen
Aufgaben zur Frontal-, Temporal- und Parietallappenfunktion schlechtere Ergebnisse.
H12) Es ist anzunehmen, dass SANS und InSka, zwei Instrumente zur Erfassung der negativen
und residualen Symptome bei schizophrenen Patienten, miteinander korrelieren.
H13) Es wird die Korrelation zwischen der Minus und Plussymptomatik (SANS, SAPS, InSka)
und den neuropsychologischen Tests in den unabhängigen Patientengruppen geprüft.
Bezüglich der subjektiv kognitiven Funktionen und ihrer Assoziation mit klinischen und
experimentellen Maßen in der Schizophrenie und im Vergleich mit anderen psychiatrischen
Patientengruppen werden folgende Fälle geprüft:
H14) Es wird geprüft, ob TAS schizophrene und depressive Patienten voneinander
unterscheiden kann.
H15) Es wird geprüft, ob TAS mit neuropsychologischen Instrumenten und Minus- und
Plussymptomatik korreliert.
H16) Wenn schizophrene Patienten mit vorwiegend positiven Symptomen über ein
Aufmerksamkeitsdefizit verfügen, muss sich im TAS ein Defizit im Vergleich zu schizophrenen
Patienten mit vorwiegend negativen Symptomen zeigen.
H17) Es wird geprüft, ob der FBF schizophrene und depressive Patienten voneinander
unterscheiden kann.
H18) Die Beziehung zwischen objektiven Maßen der kognitiven Funktionsstörungen und
Basisstörungen im FBF wird bei Schizophrenen geprüft.
H19) Die Assoziation zwischen der Minus und Plussymptomatik (SANS, InSka, SAPS) und
dem FBF wird geprüft.
82
8
Methode
8.1
Patientenstichproben
An dieser Studie nahmen insgesamt 114 schizophrene und depressive Patienten teil. Davon
wurden die Daten von 19 Patienten nicht ausgewertet. Die Patienten hatten das Programm aus
verschiedenen Gründen (Entlassung, kein Interesse) nicht beendet. Insgesamt wurden die Daten
von 95 Patienten in 3 Gruppen ausgewertet: chronische schizophrene Patienten (n=36: 27
Männer, 9 Frauen); akute schizophrene Patienten (n=32: 26 Männer, 6 Frauen); depressive
Patienten (n=27: 10 Männer, 17 Frauen). Die Patienten befanden sich zum Zeitpunkt der
Untersuchung in stationärer Behandlung. Die Untersuchung wurde am „Niedersächsischen
Landeskrankenhaus“, Osnabrück, und im „Shafa Hospital“ und „Ebne Sina Hospital“, Maschhad
(Iran), durchgeführt. Der Untersuchungszeitraum erstreckte sich von April 1994 bis August 1995.
Alle schizophrenen Patienten wurden neuroleptisch behandelt. Bei den chronischen
schizophrenen Patienten und Depressiven sollten für die Diagnosestellung die Kriterien des ICD9, bestehend aus 295.0 bis 295.5 für „Schizophrenie“ und 296.1 für „endogene Depressionen,
bisher nur monopolar“ (Deckwitz et al., 1980), erfüllt sein. Die akuten Patienten entsprachen den
Kriterien des DSM-III-R der „American Psychiatric Association“ (1987). Chronische
schizophrene Patienten kamen aus den chronischen Bereichen der o.g. Krankenhäuser. Ein
wichtiges Kriterium war die zweifelsfreie Diagnose, die von den Psychiatern und Psychologen im
Krankenhaus festgestellt wurde. Da in deutschen Krankenhäusern normalerweise mit Hilfe des
ICD-9 und in iranischen Krankenhäusern mit Hilfe des DSM-III-R die Diagnose gestellt wird,
kommen in dieser Studie beide Verfahren zur Anwendung.
Tab. 2: Mittelwerte (M) der Gesamtstichprobe in den 3 Variablen (Alter, Schulabschluss,
Dauer der Erkrankung)
Alter
N
Depressive
27
Männer
Frauen
10
17
chronische
Schizophrene
Männer
Frauen
36
akute
Schizophrene
Männer
Frauen
32
Summe
95
27
9
26
6
M
SD
Schuljahre
Dauer der
Erkrankung
M
M
SD
SD
41.37
8.37
(28-64)
43.10 11.67
40.35
5.72
10.77 1.98
(8-16)
11.40 2.46
10.41 1.62
6.37
6.70
(1-22)
6.80
6.46
6.11
7.03
33.35
9.62
(21-58)
35.3
10.24
29.11
5.86
10.47 1.62
(9-14)
10.44 1.65
10.55 1.66
8.44
6.72
(1-24)
8.70
6.83
7.66
6.93
31.03
6.60
(19-44)
31.30
6.41
29.83
7.93
8.56
3.17
(4-14)
8.46
3.20
9.00
3.28
6.43
4.09
(1-17)
6.80
4.09
4.83
4.07
34.92
9.26
(19-64)
9.91
2.52
(4-16)
7.17
6.00
(1-24)
Anmerkung: SD= Standardabweichungen, Streubreite in Klammern
83
Tabelle 2 macht Angaben zum Alter, zu Schuljahren und zur Dauer der bisherigen stationären
Behandlung der Patienten.
Alter: Das Alter der Patienten betrug im Durchschnitt 34.92 Jahre (SD=9.29), und die Streubreite
des Alters reichte von 19 bis 64 Jahre. Die Mittelwerte des Alters der 3 Gruppen waren:
Depressive: M=41.37 Jahre (SD=8.37), chronische Schizophrene: M=33.55 (SD=9.62), akute
Schizophrene: M=31.03 (SD=6.60). Die Streubreite der drei Gruppen erstreckte sich bei den
Depressiven von 28-64 Jahre, den chronischen Schizophrenen von 21-58 Jahre, den akuten
Schizophrenen von 19-44 Jahre. Die Mittelwerte der Patientengruppen wurden durch eine zweifaktorielle Varianzanalyse (Hotellings) mit den Faktoren: Gruppen (Depressive, chronische
Schizophrene, akute Schizophrene), * Geschlecht (männlich, weiblich) hinsichtlich ihres Alters
analysiert. Die varianzanalytischen Ergebnisse werden in der Tabelle 3 beschrieben. Die
Auswertung zeigte, dass sich die Erkrankungsgruppen in ihrem Alter unterschieden
(F(2,89)=12.79, P< 0.000). Der Scheffe-Test (.10) zeigte, dass die Depressiven signifikant älter
waren als die übrigen Gruppenteilnehmer, aber chronische und akute Schizophrene sich
statistisch nicht signifikant voneinander unterschieden. Die akuten Schizophrenen waren jünger
als die übrigen Gruppenteilnehmer.
Tab. 3: Ergebnisse einer univariat zwei-faktoriellen Varianzanalyse des Alters mit
den Gruppenfaktoren „Patienten“ und „Geschlecht"
Faktoren
F-Werte
df
Wahrscheinlichkeit
Grup. 1
Gesch.2
Grup.* Gesch.
12.79
02.93
00.46
2,89
1,89
2,89
0.000
0.090
0.632
1
2
s
ns
ns
Grup.= Gruppen (Depressive, chronische Schizophrene, akute Schizophrene)
Gesch.= Geschlecht (männlich, weiblich)
Tab. 4: Ergebnisse einer univariat zwei-faktoriellen Varianzanalyse mit den Gruppenfaktoren „Patienten“ und „Geschlecht“ und abhängige Variable „Schuljahre“
Faktoren
F-Werte
df
Wahrscheinlichkeit
Grup.1
Gesch. 2
Grup.* Gesch.
5.07
0.04
0.64
2,89
1,89
2,89
0.008
0.842
0.529
1
2
s
ns
ns
Grup.= Gruppen ( Depressive, chronische Schizophrene, akute Schizophrene)
Gesch.= Geschlecht (männlich, weiblich)
Schuljahre: Im Durchschnitt gingen alle Patienten 9.91 Jahre zur Schule (SD= 2.25). Die
Streubreite reichte hier von 4 bis 16 Jahre. Die Mittelwerte und die Streubreiten (SB) der 3
Gruppen waren: Depressive: M=10.77 (SD=1.98, SB=8-16), chronische Schizophrene: M= 10.47
(SD=1.62, SB=9-14), akute Schizophrene: M= 8.56 (SD=3.17, SB=4-14). Die Mittelwerte der
Patientengruppen wurden durch eine zwei faktorielle Varianzanalyse (Hotellings) mit den
Faktoren: Gruppen (Depressive, chronische Schizophrene, akute Schizophrene), * Geschlecht
(männlich, weiblich) hinsichtlich ihrer „Schuljahre“ analysiert. Die varianzanalytischen
Ergebnisse werden in der Tabelle 4 beschrieben. Die Auswertung zeigte, dass sich die Erkrankten
die „Schuljahre“ betreffend, unterschieden (F(2,89)=5.07, P< 0.008). Der Scheffe-Test (.10)
84
zeigte, dass akute Schizophrene weniger Jahre zur Schule gingen als die Patienten der übrigen
Gruppen.
Tabelle 5 gibt die Prozente und die comulativen Prozentangaben von Schuljahren in den
verschiedenen Klassen der Patienten wieder (siehe Tabelle 5 im Anhang 1). Bezüglich der
Schuljahre waren 43% (n=14) der akuten Schizophrenen weniger als 8 Jahre zur Schule
gegangen, während alle chronischen schizophrenen Patienten und Depressiven mindestens 8
Jahre die Schule besuchten. Nur 37.5% (n=12) der akuten Schizophrenen waren mehr als 9 Jahre
zur Schule gegangen, während 61.1% (n=22) der chronischen Schizophrenen und 70.4% (n=19)
der Depressiven mehr als 9 Jahre in der Schule waren. Während nur 18.8% der akuten
Schizophrenen einen Hauptschulabschluss vorzeigen konnten, hatten 25.9% der Depressiven und
38.9% der chronischen Schizophrenen die Hauptschule beendet. Insgesamt lässt sich festhalten,
dass akute Schizophrene einen niedrigeren Schulabschluss hatten als die chronischen Patienten.
Etwa 43.7% dieser Gruppe hatten keinen Hauptschulabschluss, während nur 3.7% der
Depressiven keinen Hauptschulabschluss hatten und alle chronischen Schizophrenen die
Hauptschule erfolgreich beendet hatten. Depressive gingen am längsten zur Schule. Sie hatten
mehr als die übrigen Gruppen nach dem Abitur studiert. Die größte Gruppe bei den akuten
Schizophrenen waren die Patienten mit einem Grundschulabschluss (21.9%), die größte Gruppe
bei den chronischen Schizophrenen die, mit einem Hauptschulabschluss (38.9%), und bei den
Depressiven war die größte Gruppe die, mit einem Realschulabschluss (33.3%; 10 Schuljahre).
Es gab keinen deutlichen Unterschied zwischen Männern und Frauen in den 3 Gruppen.
Die Dauer der Erkrankung: Die Dauer der Erkrankung der Gesamtstichprobe betrug im
Durchschnitt 7.17 Jahre (SD=6.0) und die Streubreite reichte 1-24 Jahre. Die Mittelwerte der drei
Gruppen waren: Depressive M=6.37 Jahre (SD=6.70), chronische Schizophrene M=8.44 Jahre
(SD=6.76), akute Schizophrene M=6.43 Jahre (SD=4.09). Die Streubreite war in der Reihenfolge
wie oben 1-22 Jahre, 1-24 Jahre, 1-17 Jahre. Die Mittelwerte der Patientengruppen wurden durch
eine zwei-faktorielle Varianzanalyse (Hotellings) mit den Faktoren: Gruppen (Depressive,
chronische Schizophrene, akute Schizophrene), * Geschlecht (männlich, weiblich) hinsichtlich
ihrer Dauer der Erkrankung analysiert. Die varianzanalytischen Ergebnisse werden in der Tabelle
6 dargestellt.
Tab. 6: Ergebnisse einer univariat zwei-faktoriellen Varianzanalyse mit den Gruppenfaktoren
„Patienten“ und „Geschlecht“ und abhängige Variable „Dauer der Erkrankung“
Faktoren
F-Wert
df
Wahrscheinlichkeit
Grup.1
Gesch. 2
Grup.* Gesch.
0.98
0.73
0.07
2,89
1,89
2,89
0.378
0.396
0.937
1
2
ns
ns
ns
Grup.= Gruppen (Depressive, chronische Schizophrene, akute Schizophrene)
Gesch.= Geschlecht (männlich, weiblich)
Die Auswertung zeigte keinen signifikanten Unterschied zwischen den Gruppen. Die
chronischen Schizophrenen wiesen die höchste und die Depressiven die niedrigste Dauer der
Erkrankung auf.
85
Bezüglich der wichtigsten soziodemographischen Variablen (Familienstand,
Berufsausbildung und letzte Tätigkeit) waren die Depressiven meistens verheiratet (59.3%), die
chronischen Schizophrenen meistens ledig (80.6%) und die akuten Schizophrenen etwa zu
gleichen Teilen verheiratet (46.9%) und ledig (40.6%). Die Gruppe der akuten Schizophrenen
wiesen ein niedrigeres Berufsausbildungsbild auf als die übrigen Gruppen. 87.5% (n=28) der
akuten Schizophrenen hatten überhaupt keine Berufsausbildung begonnen. Nur 12.5% (n=4)
konnten eine abgeschlossene Lehre vorweisen. In der Gruppe chronischer Schizophrener hatten
36.1% (n=13) keine Berufsausbildung begonnen. 52.8% (n=19) hatten eine abgeschlossene
Lehre. Depressive wiesen ein besseres Berufsausbildungsniveau auf als die beiden Gruppen
schizophrener Patienten. 74.1% (n=20) der Depressiven hatten eine abgeschlossene Lehre. Die
Gruppen wurden mit X2 (Pearson) verglichen. Die 3 Gruppen unterschieden sich voneinander
signifikant (X2=34.89, df=6, P< 0.000). Bezüglich der letzten Tätigkeit war der größte Teil der
Depressiven (81.5%, n=22) berufstätig. Auch bei den chronischen Schizophrenen waren 58.3%
(n=21) berufstätig. Nur 40.6% der akuten schizophrenen Patienten waren berufstätig. Dagegen
waren 11.1% der Depressiven, 22.2% der chronischen Schizophrenen und 56.3% der akuten
Schizophrenen arbeitslos. Die Gruppen wurden mit X2 (Pearson) verglichen. Die 3 Gruppen
unterschieden sich voneinander signifikant (X2=23.84, df=6, P< 0.00056).
Zusammenfassung: Die Depressiven waren signifikant älter als die übrigen Gruppen, aber
chronische und akute Schizophrene unterschieden sich nicht signifikant voneinander. Akute
Schizophrene gingen signifikant weniger Jahre zur Schule als die Patienten der übrigen Gruppen.
Bezüglich der Dauer der Erkrankung gab es keinen signifikanten Unterschied zwischen den
Gruppen. Die chronischen Schizophrenen wiesen die höchste und die Depressiven die niedrigste
Dauer der Erkrankung auf. Bezüglich der Berufsausbildung und letzten Tätigkeit unterschieden
sich die Gruppen voneinander signifikant. Insgesamt zeigten akute Schizophrene ein niedrigeres
Berufsausbildungsbild und waren häufig arbeitslos im Vergleich zu den übrigen Gruppen.
Depressive wiesen ein besseres Berufsausbildungsniveau auf und waren häufig berufstätig im
Vergleich zu den beiden Gruppen schizophrener Patienten.
8.2
Untersuchungsinstrumente
8.2.1 Neuropsychologische Instrumente: Eine Reihe von neuropsychologischen Tests zur
Erfassung von frontalen, fronto-temporalen und parietalen Funktionen wurde in die
Untersuchung eingeführt. Frontallappenfunktionen wurden mittels FAS-Test, Wisconsin Card
Sorting Test, Stroop Test und Turm von Hanoi untersucht.
Verbal Associative Fluency Test (FAS-Test): Sprachflüssigkeit der Patientengruppen wurde
durch FAS-Test gemessen. Der FAS-Test wurde zum Messen der Sprachflüssigkeit von Benton
und Hamsher (1976) entwickelt. In der Literatur hat der Test verschiedene Namen wie „Verbal
Associative Fluency Test“ oder „The Controlled Oral Word Association Test“, aber wegen der
häufigen Nutzung der Buchstaben F, A und S (die erstmals von Benton und Hamsher benutzt
wurden) hat sich die Bezeichnung FAS-Test etabliert (Lezak, 1983). In der vorliegenden
Untersuchung wurden die Buchstaben F, A und S benutzt. Die folgende Instruktion wurde den
Versuchspersonen mitgeteilt: „Nennen Sie bitte so viele Wörter wie möglich, die mit den
gegebenen Buchstaben beginnen. Eigennamen, Zahlen und gleiche Wörter mit unterschiedlichen
Nachsilben dürfen nicht genannt werden. Für jeden Buchstaben haben Sie nur eine Minute Zeit.“
86
Der Test startete mit dem Probedurchlauf „ P „. Die Zeit wurde dabei nicht gestoppt. Der Score
ist die Summe aller geeigneten Wörter in den drei Versuchen.
Wisconsin Card Sorting Test (WCST): Abstraktionsfähigkeit der Patientengruppen wurde durch
WCST gemessen. Die erste Version des WCST wurde von Berg (1948) veröffentlicht. Der Test
wurde ursprünglich zur Bewertung von „abstraktem Verhalten“ bei normalen Versuchspersonen
entwickelt, wird heute aber als ein „klinisches neuropsychologisches Instrument“ (Heaton, 1981)
verwendet. Der Test ist hauptsächlich für Frontallappenstörungen empfänglich (Heaton, 1981). In
der Forschung der Schizophrenie hat sich der WCST als ein sehr wichtiges Instrument erwiesen.
Der WCST besteht aus zwei identischen Sätzen von jeweils 64 Wahlkarten, 4 Zielkarten. Jede
Wahlkarte enthält eine bis vier identische Figuren in der gleichen Farbe. Die Karten variieren in
den drei Dimensionen: Form (Sterne, Kreuze, Dreiecke, Kreise), Farbe (Rot, Gelb, Blau, Grün)
und Anzahl (eins, zwei, drei, vier). Auf jeder Karte erscheint eine Kombination von Form, Farbe
und Anzahl. Keine zwei Karten sind identisch. Der Test wird mit 64 Karten durchgeführt. Der
Proband soll die Wahlkarten den Zielkarten nacheinander zuordnen. Nach jeder Karte bekommt
er eine Rückmeldung („richtig“ oder „falsch“) vom Untersucher. Die Sortierregeln wechseln also
in folgender Reihenfolge: 1. Farbe, 2. Form, 3. Anzahl, 4. Farbe, 5. Form und 6. Anzahl. In dieser
Studie wurden die drei Kriterien „Perseverative Fehler“, „Kategorien“ und „Lernen Lernen
Score“ zum Vergleichen der Patienten herangezogen. Dem Anhang 2 ist die wcstAuswertungsinstruktion zu entnehmen.
Farbe-Wort-Interferenztest (FWIT): Selektive Aufmerksamkeitsfähigkeit der Patientengruppen
wurde durch FWIT beurteilt. Der in dieser Untersuchung verwendete Farbe-Wort-Interferenztest
(FWIT) wurde 1985 von Bäumler vorgestellt. Der klassische Stroop-Test wurde 1935 durch JR
Stroop entwickelt. Der FWIT von Bäumler unterscheidet sich nicht von der klassischen Stroop
Version. Neben der Standardisierung der drei Subtests (Farbwörterlesen, Farbebenennen und
Interferenztest) enthält der FWIT allerdings zwei neue psychologische Konstrukte (Nomination
und Selektivität). FWIT ist ein sensumotorischer Speed-Leistungstest. Mit diesem Test werden
Fähigkeiten der Informationsverarbeitung im optisch-verbalen Funktionsbereich gemessen. Nach
Bäumler (1985) werden folgende kognitive Leistungsfunktionen im Test erfasst:
Lesegeschwindigkeit, Benennungsgeschwindigkeit (Nomination), konzentrativer Widerstand
gegenüber dominierenden Reaktionstendenzen (sog. Selektivität bzw. Interferenzneigung) und
sensumotorische Aktionsgeschwindigkeit (allgemeiner Speedfaktor oder Grundgeschwindigkeit
der Informationsverarbeitung). Der FWIT besteht aus drei Teilen. Im ersten Teil
(Farbwörterlesen, FWL) müssen die schwarz gedruckten Farbwörter gelesen werden. Die Wörter
sind „Gelb“, „Rot“, „Grün“ und „Blau“. Im zweiten Teil (Farbstrichebenennen, FSB) müssen die
Farben der Farbstriche genannt werden. Sie sind entweder gelb, rot, grün oder blau. Im dritten
Teil (Interferenzversuch, INT) müssen die Farben der farbig gedruckten Farbwörter genannt
werden. Allerdings stimmen die Farben nicht mit dem gedruckten Farbwort überein. In diesem
Fall besteht Inkongruenz zwischen inhaltlicher Bedeutung und Druckfarbe; z.B. das Wort „Gelb“
ist mit grüner Farbe gedruckt. Jede Aufgabenart wird mit drei Testtafeln geprüft. Der Test wird
als Einzelversuch durchgeführt und dauert ca. 10 Minuten. Hauptsächliches Kriterium zur
Auswertung des Tests ist die Zeit, die die Testpersonen für die Bearbeitung der neun Tafeln
benötigen. Aus den „Rohwerten“ der Subtests (FWL, FSB, INT) werden die „Medianwerte“
ermittelt und in „T-Werte“ transformiert. Für akute Schizophrene wurde der FWIT vom
Untersucher ins Persische vorbereitet.
87
Turm von Hanoi (TvH): Der TvH ist ein neuropsychologischer Test, der zur Untersuchung des
Problemlösungsprozesses angewendet wird. Die Patienten mit frontalen Läsionen benötigen
verlängerte Lösungszeiten (Funk & Grube, 1993), mehr Züge (Owen et al., 1990) und verletzen
häufiger die Zugregel (Gediga & Schöttke, 1994) als Patienten mit non-frontalen Kortexläsionen
oder Nichthirngeschädigten. In der vorliegenden Untersuchung wurde der „Osnabrücker Turm
von Hanoi“ von G. Gediga und H. Schöttke benutzt. Der Test wird auf einem Rechner (PC)
dargeboten. Auf dem Bildschirm stehen drei Stäbe. Auf einem der Stäbe befinden sich mehrere
Scheiben. Die Anzahl der Scheiben kann unterschiedlich gewählt werden. In dieser Untersuchung
wurde die Anzahl der zu verwendenden Scheiben auf 5 festgesetzt. Alle Scheiben liegen zu
Beginn auf dem linken Stab so aufeinander, dass sich die größte Scheibe unten, die kleinste
Scheibe oben befindet. Die Abbildung sieht wie ein Turm aus. Die Versuchsperson muss diesen
Turm genauso auf einen von zwei möglichen Stäben setzen (in dieser Untersuchung auf den
rechten Stab). Zur Lösung der Aufgabe muss die Versuchsperson zwei Regeln beachten: (1) Es
darf immer nur eine Scheibe bewegt werden, (2) nie darf eine größere auf eine kleinere Scheibe
gelegt werden.
Zum Aufgabenverständnis und Erlernen der Zugregeln werden den Versuchspersonen
beim Üben des 4-er-Turms die Instruktionen mitgeteilt. Dazu sind auf der Tastatur drei Tasten
markiert. Der Buchstabe A mit „L“ (für den linken Stab), der Buchstabe G mit „M“ (für den
mittleren Stab) und der Buchstabe L mit „R“ (für den rechten Stab). Für jeden Zug muss die
Versuchsperson zwei Tasten drücken. Mit dem ersten Tastendruck kann die Versuchsperson die
oberste Scheibe auf einem besonderen Stab wählen (die obere Scheibe geht hoch) und mit dem
zweiten Tastendruck kann sie bestimmen, auf welchem Stab die Scheibe abgelegt werden soll.
Bei falschen Zügen, wenn die Versuchsperson eine größere Scheibe auf einer kleineren Scheibe
ablegen will, erscheint auf dem Bildschirm das Wort „Fehler“ und ein akustisches Warnsignal
ertönt. Die identische Testinstruktion für alle Patienten ist im Anhang 3 aufgeführt. Nachdem die
Versuchspersonen gemeinsam mit dem Testleiter den 4er-Übungsturm erlernt haben, war die
weitere Aufgabenstellung die selbständige Erarbeitung eines 5er-Turmes. Zur Auswertung
können die Leistungsparameter Lösungszeit (in Sekunden), die Anzahl der Züge und die Anzahl
der Regelverstöße (wenn eine Versuchsperson eine größere Scheibe auf eine kleinere Scheibe
ablegen will) analysiert werden. In der vorliegenden Studie wurden die Lösungszeit und die
Anzahl der Züge des ersten 3er-Unterturms, des ersten 4er-Unterturms und des ersten 5erUnterturms ausgewertet. Zusätzlich wurde die Anzahl der Regelverstöße getrennt ausgewertet.
Für die Erfassung fronto-temporaler Funktionen wurden sprachliche und räumliche Lernund Merkfähigkeitstests, bestehend aus „Paare-Assoziations-Test von abstrakten Figuren“,
„Wörterlerntest“ und „assoziativer Wortlerntest“, angewendet. Solche neuropsychologischen
Instrumente untersuchen Gedächtnisstörungen in den Patientengruppen.
Paare-Assoziations-Test von abstrakten Figuren (PAAF): Der PAAF wurde durch Goldstein,
Canavan & Polkey (1988) zur Differenzierung zwischen mnestichen Resultaten von unilateralen
Temporallappen-Operationen (Lobektomie) entwickelt. Der Test überprüft nicht-verbales
Assoziationslernen. Das Testmaterial besteht aus: a) 10 Karten im Format 15cm * 7.5cm: Auf
jeder Karte befinden sich zwei abstrakte Zeichnungen. Diese Paar-Zeichnungen werden in zwei
Gruppen eingeteilt: leichte Paar-Zeichnungen (1-6) und schwierige Paar-Zeichnungen (7-10). b)
Drei große rechteckige Karten im Format 30 cm * 15 cm. Jede große Karte enthält zehn abstrakte
Zeichnungen. Diese entsprechen den abstrakten Zeichnungen, die in Punkt „a“ beschrieben
worden sind (aus den 20 Zeichnungen wurden die 10 rechten abstrakten Zeichnungen
88
ausgewählt). Bei jeder der drei großen rechteckigen Karten bleiben die Zeichnungen gleich,
dennoch ändert sich die Anordnung der Bilder. c) Zehn Karten im Format 15cm *7.5cm. Die
Karten sind identisch mit den unter Punkt „a“ beschriebenen Karten. Allerdings befindet sich auf
jeder Karte nur eine Zeichnung. Diese linksbündige Zeichnung ist auf der linken Seite zu sehen,
während sich auf der rechten Seite ein Fragezeichen befindet. 10 Kärtchen mit je einem
Zeichnungspaar werden nacheinander 3 mal dem Patienten gezeigt. Dann wird von jedem
Zeichnungspaar eine Zeichnung gezeigt und der Patient soll die 2. Zeichnung ergänzen. Die
Karte wird insgesamt 3 mal dem Probanden gezeigt.
Wörterlerntest und assoziativer Wortlerntest: Der Wörterlerntest und der assoziative
Wortlerntest wurden in der „Mnestischen Lerntestbatterie“ von Wolfram et al. (1986)
veröffentlicht. Nach Wolfram (1986) war das Ziel der Testkonstruktion die Entwicklung einer
Testmethode zur Erfassung der Lernfähigkeit im mnestischen Bereich. Grundlage dieser
Testbatterie sind Merkfähigkeitsaufgaben, wobei zwischen 4 Merkfähigkeitsdimensionen
unterschieden wird: visuelle, verbal-sprachliche, topographisch-räumliche und assoziative Merkfähigkeiten. Insgesamt besteht die Lerntestbatterie aus 4 Tests: Bilderlerntest, Wörterlerntest,
Stadtplanlerntest und assoziativer Wortlerntest. In der vorliegenden Arbeit wurden der
Wörterlerntest und der assoziative Wortlerntest angewendet. Sie ermöglichen Aussagen über 2
Leistungsfunktionen: die Merkfähigkeit und die Lernfähigkeit. Zur Berechnung der
Merkfähigkeit wird die Anzahl der richtig reproduzierten Items im 1. Versuch addiert, d.h. die
Merkfähigkeit entspricht der Leistung des Probanden im 1. Versuch. Damit wird die Fähigkeit
des Probanden zur kurzzeitigen Speicherung und Abrufbarkeit einmalig und kurzzeitig
dargebotener Informationen überprüft. Die Lernfähigkeit wird wie folgt von Wolfram (1986, S.
117) definiert: „ Die Lernfähigkeit drückt den Leistungsanstieg des Probanden bei mehrfacher
Informationsdarbietung und gleichzeitiger Rückmeldung aus. Im Gegensatz zur Merkfähigkeit ist
sie nur aus dem Verlauf einer Leistung erschließbar. Der Wörterlerntest misst Aspekte der
verbal-sprachlichen Lernfähigkeit unter vorwiegender Beachtung des mechanischen Einprägens.
Der assoziative Wortlerntest leistet Beiträge zur Quantifizierung der mnestischen Lernfähigkeit
für assoziativ verbundene verbale Inhalte.“ Die Leistungen der Probanden werden beim ersten
Versuch als Maß der Merkfähigkeit, die Leistungen vom ersten bis zum letzten Versuch als Maß
der Lernfähigkeit betrachtet.
Wörterlerntest: Der Wörterlerntest besteht aus drei Blättern. Auf jedem Bogen stehen
untereinander 20 Wörter (Igel, Arm, Blatt, Holunder, Praline, Operette, Teppich, Rose, Lotto,
Traktor, Garten, Buch, Fahrrad, Schornstein, Ente, Decke, Grashalm, Möwe, Keller, See). Bei der
Darbietung der drei Bögen ändert sich jeweils die Reihenfolge der Wörter. Dies geschieht zur
Vermeidung serialer Effekte. Das 1. Testblatt wird dem Probanden eine Minute vorgelegt und er
nennt die behaltenen Wörter. Danach wird das 2. Testblatt 30 Sekunden vorgelegt. Der Proband
wird zur 2. Reproduktion aufgefordert. Abschließend erfolgt die 3. Darbietung von ebenfalls 30
Sekunden und die 3. Reproduktion. Für die Durchführung des Wörterlerntests werden ca. 5
Minuten benötigt.
Assoziativer Wortlerntest: Der Test besteht aus 15 Karten im DIN A7-Format. In der Mitte einer
jeden Karte stehen 2 Wörter. Wolfram (1986) nimmt an, dass die Worte inhaltlich zwar völlig
unabhängig sind, sich aber in ihrer Assoziationsfähigkeit unterscheiden. Die Wortpaare bestehen
aus:
89
1. Blumen - Anfang
2. Eisen - Fußball
3. Wasser - Gemüse
4. Feder - Bleistift
5. Gesicht - Stern
6. Vase - Telegramm
7. Sonne - Winter
8. Frieden - Kalender
9. Kasse - Eimer
10. Tiger – Vogel
11. Ozean - Handwerk
12. Lampe - Dampfer
13. Abend - Otto
14. Dose - Auto
15. Hammer - Leder
Der Untersucher zeigt dem Probanden alle Karten nacheinander, insgesamt dreimal. Beim
ersten Versuchsdurchgang werden die Karten dem Probanden jeweils ca. 5 Sekunden gezeigt.
Danach soll der Proband die Worte reproduzieren. Dazu liest der Untersucher von jedem
Wortpaar das 1. Wort vor und der Proband soll das 2. Wort ergänzen. Bei richtigen Antworten
reagiert der Untersucher mit einem „ja“ oder „richtig“. Beim 2. und 3. Versuchsdurchgang
werden die Karten vorher gemischt, um seriale Effekte gering zu halten. Die einzelnen Karten
sind dem Probanden nur noch 2 bis 3 Sekunden vorzulegen. Der assoziative Wortlerntest nimmt
etwa 6 bis 7 Minuten in Anspruch.
Für die Erfassung parietaler Funktionen wurde Line Bisection Test angewendet.
Line Bisection Test (LBT): Der Line Bisection Test wurde zur Erfassung des unilateralen
visuellen Neglects entwickelt. In diesem Test müssen Patienten den Mittelpunkt von Linien mit
Kreuzen markieren. In dieser Arbeit wurde die Version von Schenkenberg et. al. (1980)
angewendet. Der Test besteht aus einem Blatt im Format 21.5 cm * 28 cm. Auf dem Blatt
befinden sich 20 horizontale schwarze Linien, die parallel untereinander in unterschiedlichen
Längen angeordnet sind. Davon sind 18 Linien in drei Gruppen à 6 Linien geordnet. Jeweils 6
Linien sind linksbündig, zentriert und rechtsbündig platziert. In jeder Gruppe variieren die
Längen der Linien zwischen 100 mm, 120 mm, 140 mm, 160 mm, 180 mm und 200 mm. Am
oberen und unteren Ende des Blattes befinden sich in der Mitte zwei 150-mm Linien, die nur zur
Übung und zum Instruktionsverständnis benötigt werden. Diese zwei Linien werden nicht
ausgewertet. Das Umdrehen des Blattes (180 Grad) ermöglicht es, dass der LBT anschließend
auch mit der linken Hand gemacht werden kann. Die Testinstruktion lautet: „Markieren Sie bitte
die Mitte der einzelnen Linien durch Ankreuzen.“ Dann werden die folgenden Anmerkungen dem
Patienten mitgeteilt: „a) Markieren Sie bitte mit Ihrer rechten (oder linken) Hand, b) lassen Sie
bitte nicht Ihre zweite Hand auf dem Tisch, c) machen Sie bitte nicht mehr als ein Kreuz auf jede
Linie, d) keine Linie soll weggelassen werden“. Der Patient darf nicht das Blatt bewegen. In
notwendigen Fällen wird das Blatt direkt vor ihm auf dem Tisch fixiert. Soll der Patient den Test
mit der zweiten Hand markieren, wird der Test umgedreht. Linien, die von dem Patienten nicht
markiert worden sind, werden erst einmal vom Versuchsleiter notiert und anschließend dem
Patienten mitgeteilt, damit dieser die Linien nachträglich markieren kann. LBT kann in zwei
Formen ausgewertet werden: 1) Notierung von nicht-markierten Linien (neglected Linien). In
diesem Fall werden die Anzahl und die Positionen der nicht-markierten Linien notiert, wie z.B.:
2L, 3Z, 5R (zweite linksbündige Linie, dritte zentrierte Linie und fünfte rechtsbündige Linie). 2)
Ausmaß der prozentualen Abweichung vom wahren Mittelpunkt. Die prozentuale Abweichung
vom wahren Mittelpunkt für jede Linie wird nach folgender Formel berechnet (Lezak, 1983):
90
gemessene linke Hälfte - wahre Hälfte
Prozentuale Abweichung =
* 100
wahre Hälfte
Danach werden für linksbündige, zentrierte und rechtsbündige Linien die durchschnittlichen
prozentualen Abweichungen getrennt gerechnet. Zusätzlich kann eine durchschnittliche
prozentuale Abweichung über alle Linien gerechnet werden.
8.2.2 Beurteilung der Plus- und Minussymptomatik: Zur Beurteilung der Minussymptomatik
der Patientengruppen werden „Scale for the Assessment of the Negative Symptoms“ (Andreasen,
1984) und Intentionalitäts-Skala (Mundt et al., 1985) angewendet. Plussymptomatik wird mittels
„Scale for the Assessment of the Positve Symptoms“ (Andreasen, 1984) beurteilt.
Andreasens Plus- und Minussymptomatik-Skalen: Zur Beurteilung der Minussymptomatik
wurde die „Scale for the Assessment of the Negative Symptoms“ (SANS) in der deutschen
Version von Ackenheil und Dieterle („Beurteilung der Minussymptomatik“, Andreasen, 1984)
angewendet. Die Skala besteht aus 5 Subskalen und erfasst 1) Affektverflachung und
Affektstarrheit, 2) Alogie & Paralogie, 3) Abulie-Apathie, 4) Anhedonie-Assozialität und 5)
Aufmerksamkeit. Zur Beurteilung der Plussymptomatik wurde die deutsche Version der „Scale
for the Assessment of the Positve Symptoms“ (SAPS) eingesetzt („Beurteilung der
Plussymptomatik“, Ackenheil und Dieterle-Ebene, 1984 ). Folgende Subskalen werden erhoben:
1) Halluzinationen, 2) Wahnvorstellungen, 3) bizarres Verhalten und 4) positiv formale
Denkstörungen. Abhängig vom Forschungsziel sollte der Untersucher einen angemessenen
Begutachtungszeitraum festlegen. Der Zeitraum in dieser Studie betrug einen Monat vor
Untersuchungsbeginn. Zur Erfassung der Plus- und Minussymptomatik wurde mit den Patienten
ein Interview durchgeführt. Zusätzlich wurde bei fehlenden Angaben Informationen von
Angehörigen oder Pflegepersonal eingeholt. Für die Auswertung der Skalen wurden die
Rohwertsummen für jede Subskala separat berechnet. Zur Erfassung der Gesamtscores der
Minussymptomatik und der Plussymptomatik wurden die Summen der z-transformierten
Rohwertsummen der jeweiligen Subskalen addiert.
Intentionalitäts-Skala (InSka): InSka ist ein psychopathometrisches Instrument zur quantitativen
Erfassung der schizophrenen Residual-Symptomatik. Sie wurde von Mundt et al. (1985)
entwickelt. Die Skala enthält 60 Items, die in 6 Subtests gruppiert sind: 1) Motorischer Antrieb
(Items 1-7), 2) Sprachverhalten (Items 8-13), 3)Affektive Reaktionen (Items 14-25), 4)Wahn und
Autismus (Items 26-33), 5) Initiative und Motivation (Items 34-45) und 6) Sozialverhalten(Items
46-60 ). Die Fragen der InSka beziehen sich auf die letzten zwei Wochen vor der Untersuchung.
Insgesamt beträgt die Bearbeitungsdauer 15 Minuten. Die Antwortstruktur der Items wurde auf
eine ja-nein-Dichotomie festgelegt (Ja= trifft zu; Nein= trifft nicht zu). Die Symptomrichtung
entspricht bei etwa 2/3 der Items (47 Items ) der Ja-Antwort und bei 1/3 (23 Items) der NeinAntwort. Die Symptomrichtung ist bei den Items Nr. 6, 7, 19, 20, 24, 38-43, 45, 47-49, 52-54,
56-60 „Nein“ und bei den übrigen Items „Ja“. Jede Antwort in Symptomrichtung wird als 1
Punkt berechnet. Zur Auswertung kann ein „Gesamtscore“ gerechnet werden, der sich durch
einfache Addition der Antworten in Symptomrichtung ergibt. Zusätzlich kann für jede Subskala
ein Summenscore gerechnet werden.
91
8.2.3 Selbstbericht: Zur Erfassung der subjektiven Erfahrungen der Patientengruppen werden
zwei Fragebogen, bestehend aus „Frankfurter- Beschwerde- Fragebogen“ und „Test für
Aufmerksamkeitsstile“, angewendet.
Frankfurter- Beschwerde- Fragebogen (FBF): Der FBF wurde zur Erfassung schizophrener
Beschwerden bzw. zur Erfassung von Basissymptomen von Süllwold (1977) entwickelt. FBF
erfasst nichtpsychotische subjektive Erlebnisse der Schizophrenen. Für die Bearbeitung des
Fragebogens wird keine Zeitbegrenzung vorgegeben. Zusätzlich muss aus anderen Informationsquellen geschlussfolgert werden, ob die Patienten richtige Antworten angeben. Die Fragebogen
bestehen aus 103 Items und 12 Subskalen: 1) spezifische Ängste, 2) selektive Aufmerksamkeit,
3) Diskriminationsschwäche,4) Motilität und Motorik, 5) Wahrnehmung, 6) kognitives Gleiten,
7) Blockierungen, 8) Sprachstörungen, 9) Automatismenverlust, 10) Coping Behavior, 11)
spezielle sensorische Störungen und 12) Körperbeschwerden. Für die Auswertung werden die
Punktscores separat für jede Subskala addiert. In der vorliegenden Studie wurde die Version FBF
1 mit 103 Items angewendet (Süllwold, 1977). Für die iranischen Schizophrenen wurde eine
persische Form des FBF 1 vorbereitet.
Test für Aufmerksamkeitsstile (TAS): Der Test für Aufmerksamkeitsstile ist ein Fragebogen, der
subjektive Aufmerksamkeitsfunktionen misst. Er wurde von Rombouts et al. im Jahre 1992
entwickelt (siehe van den Bosch et al., 1992). Beim Test für Aufmerksamkeitsstile handelt es sich
um eine nach einer Faktorenanalyse gekürzten Version des „Test of Attentional and Interpersonal
Style“ von Nideffer (1976, 1977). Der für psychiatrische Patienten entwickelte TAS enthält 31
Items, die nach folgenden Faktoren gruppiert sind: Ablenkbarkeit (Items: 1, 2, 3, 10, 18, 19, 22,
30), Überlastung (Items: 7, 8, 11, 25, 25, 28, 29), Vorarbeitungskapazität (Items: 13, 17, 21, 23,
26, 27), Aufmerksamkeitskontrolle (Items: 14, 16, 20, 24, 31), Verstellungskontrolle (Items: 4, 5,
6, 9, 12). Die Faktoren „Ablenkbarkeit“ und „Überlastung“ fassen die negativen Dimensionen
und die Faktoren „Verarbeitungskapazität“, „Aufmerksamkeitskontrolle“ und „Vorstellungskontrolle“ zu positiven Dimensionen von subjektiv kognitiven Funktionen zusammen. Wenn die
Patienten die Fragen beantworten, sollen sie das letzte halbe Jahre berücksichtigen und keine
Frage auslassen. Die Patienten haben für jede Frage eine fünfstufige Rating-Skala (nie 1, selten 2,
manchmal 3, oft 4, immer 5) zur Verfügung. Für die Auswertung wird für jeden Faktor getrennt
die Summe aufaddiert. In der vorliegenden Studie wurde der TAS vom Englischen sowohl ins
Persische als auch ins Deutsche übersetzt.
8.2.4 Untersuchungsablauf
Die Patienten befanden sich zum Zeitpunkt der Untersuchung in stationärer Behandlung. Alle
Patienten nahmen freiwillig an der Untersuchung teil. Die Patienten wurden über Inhalt, Ablauf
und Ziel der Studie informiert. Dann wurden sie gefragt, ob sie sich für eine Forschungsuntersuchung zur Verfügung stellen möchten. Die Untersuchung fand im Einzelversuch statt.
Jeder Patient nahm an 4 Sitzungen (eine Sitzung pro Tag) teil. Die Patienten durften nach jeder
Aufgabe eine kurze Pause machen. Die Untersuchung fand in einem Raum des Krankenhauses
statt. Ein wichtiges Kriterium für die Diagnosestellung der Patienten war eine zweifelsfreie
Diagnose, die von den Psychiatern und Psychologen im Krankenhaus festgestellt wurde. Am
Anfang der Untersuchung (1. Sitzung) wurde zur Bestätigung der Diagnose und ebenso zur
Erfassung der Plus- und Minussymptomatik (SAPS, SANS & InSka) mit den Patienten ein
unstrukturiertes klinisches Interview durchgeführt. Bei fehlenden Angaben wurden Informationen
92
vom Pflegepersonal oder den Angehörigen eingeholt. Bei den chronisch schizophrenen Patienten
und Depressiven sollten die Kriterien des ICD-9, bestehend aus 295.0 bis 295.5 für
„Schizophrenie“ und 296.1 für „endogene Depressionen, bisher nur monopolar“, und bei den akut
schizophrenen Patienten sollten die Kriterien des DSM III-R erfüllt sein. Im Anschluss an die
erste Sitzung wurde nach einer kurzen Pause der Wisconsin Card Sorting Test (WCST) zur
Erfassung von Abstraktionsstörungen der Patienten eingesetzt. In der zweiten Sitzung wurden der
„Farbe-Wort-Interferenztest“ (FWIT) zur Erfassung von Aufmerksamkeitsstörungen, der
„Assoziative Wortlerntest“ (AWLT) zur Erfassung von verbalen Gedächtnisstörungen und der
„Paare-Assoziations-Test von abstrakten Figuren“ (PAAF) zur Erfassung von nicht verbales
Gedächtnisstörungen vorgelegt. In der dritten Sitzung wurden der „Turm von Hanoi“ (TvH) zur
Untersuchung des Problemlösungsprozesses, der Wörterlerntest (WLT) zur Erfassung von
verbalen Gedächtnisstörungen und der Line Bisection Test (LBT) zur Erfassung des unilateralen
visuellen Neglects eingesetzt. In der letzten Sitzung wurde den Patientengruppen zuerst der
„Verbal Associative Fluency Test“ (FAS-Test) zur Erfassung von Sprachflüssigkeitsstörungen
vorgelegt. Zum Schluss wurden der „Test für Aufmerksamkeitsstile“ (TAS) zur Beurteilung der
subjektiven Aufmerksamkeitsfunktionen und der „Frankfurter- Beschwerde- Fragebogen“ (FBF)
zur Erfassung von nichtpsychotischen subjektiven Erlebnissen von Schizophrenen eingesetzt. Für
Bearbeitung des Fragebogens wurde keine Zeitbegrenzung vorgegeben.
93
9
Ergebnisse
9.1
Tests zur Erfassung frontaler Funktionen
Wisconsin Card Sorting Test (WCST): Tabelle 7 im Anhang 1 gibt die Mittelwerte für die
Gesamtstichprobe in den drei Variablen des Wisconsin Card Sorting Test (perseverative Fehler,
Kategorien, Lernen Lernen Score) an. Entsprechende Informationen bezüglich der Variablen
„Perseverative Fehler“ zeigten, dass akute Schizophrene einen deutlich höheren Mittelwert
aufzeigten als depressive und chronische schizophrene Patienten. Interessant war der Vergleich
zwischen chronischen Schizophrenen und depressiven Patienten. Chronische Schizophrene hatten
weniger perseverative Fehler als Depressive. Bezüglich des Geschlechts hatten die Frauen in den
drei Gruppen durchschnittlich mehr perseverative Fehler gemacht als die Männer. Diese
Differenz zwischen weiblichen und männlichen Patienten war bei Depressiven und akuten
Schizophrenen deutlicher. In der Variablen „Kategorien“ wiesen akute Schizophrene einen
deutlich geringeren Mittelwert auf als chronische Schizophrene und Depressive. Die höchsten
Mittelwerte (M= 4.08) hatten chronische Schizophrene. Der Vergleich der männlichen und
weiblichen Patienten in den drei Gruppen zeigte, dass Männer bessere Mittelwerte erzielten, aber
die Differenz nicht erheblich war. In der Variablen „Lernen Lernen Score“ zeigten alle Patienten
keine Verbesserung. Chronische Schizophrene lernten weniger als die übrigen Gruppen.
Depressive und akute schizophrene Patienten erreichten fast gleiche Mittelwerte. Bezüglich des
Geschlechts war sowohl bei chronischen Schizophrenen als auch bei akuten Schizophrenen eine
deutliche Differenz zwischen Männern und Frauen beobachtbar. In beiden Gruppen hatten die
Frauen deutlich geringere Mittelwerte. Bei der Gruppe der Depressiven war die Differenz
zwischen Männern und Frauen nicht erheblich.
Tab. 8: Ergebnisse einer multivariat zwei-faktoriellen Varianzanalyse des Wisconsin Card Sorting Test mit den
Gruppenfaktoren „Patienten“ und „Geschlecht“ und abhängigen Variablen des Tests (Perseverative Fehler,
Kategorien, Lernen Lernen Score)
Faktoren
F-Werte
df
Wahrscheinlichkeit
____________________________________________________________________________________________
Grup. 1
Gesch. 2
Gesch.* Grup
4.12
2.71
0.51
6, 172
3, 87
6, 172
0.001
0.049
0.798
s
s
ns
Gesch.* Pers. Fehler 3
Gesch.* Kategorien
Gesch.* Lern. Score
4.84
0.41
3.30
1, 89
1, 89
1, 89
0.30
0.523
0.072
s
ns
ns
Grup.* Pers. Fehler
11.69
2, 89
0.000
s
Grup.* Kategorien
6.82
2, 89
0.002
s
Grup.* Lern. Score
0.44
2, 89
0.642
ns
____________________________________________________________________________________________
1
2
3
Grup. = Gruppen ( Depressive, chronische Schizophrene, akute Schizophrene)
Gesch.= Geschlecht (männlich, weiblich)
Pers. Fehler = Perseverative Fehler, Lern. Score = Lernen Lernen Score
Analysiert wurden die Wisconsin Card Sorting Test Variablen durch eine multivariat
zwei-faktorielle Varianzanalyse (Hotellings) mit den Faktoren: Gruppen (Depressive, chronische
Schizophrene, akute Schizophrene), * Geschlecht (männlich, weiblich) und abhängigen
Variablen des WCST
(perseverative Fehler, Kategorien, Lernen Lernen Score). Die
94
varianzanalytischen Ergebnisse werden in der Tabelle 8 gezeigt. Alle Haupteffekte der varianzanalytischen Auswertung waren mit Ausnahme der Interaktion zwischen Gruppenkodierung und
Geschlecht statistisch bedeutsam. Der Haupteffekt für das Geschlecht war signifikant
(F(3,78)=2.71, P<0.049). Männer und Frauen unterschieden sich generell bedeutsam. Betrachtet
man die einzelnen Variablen, so zeigte sich, dass nur bei den perseverativen Fehlern ein
signifikantes Ergebnis (F(1,89)=4.84, P< 0.30) besteht. Ein Vergleich der männlichen und
weiblichen Patienten zeigte, dass bei der Variablen „Perseverative Fehler“ sich in keiner
einzelnen Gruppe ein signifikanter Unterschied zwischen Männern und Frauen fand. Aber
männliche und weibliche Patienten unterschieden sich in dieser Variablen generell signifikant.
Bei den anderen Variablen (Kategorien, Lernen Lernen Score) waren die Differenzen statistisch
nicht signifikant. Der Haupteffekt für die Gruppenkodierung mit den drei Variablen des WCSTs
war signifikant (F(6,172)=4.12, P< 0.001 ). Betrachtet man die einzelnen Variablen, so zeigte sich,
dass bei den perseverativen Fehlern (F(2,89)=11.69, P< 0.000) und Kategorien (F(2,89)=6.82,
P<0.002) signifikante Ergebnisse herauskommen (siehe Abbildung 1).
Der Scheffe-Test (0.10) wies auf, dass in der Variablen „Perseverative Fehler“ die akuten
Schizophrenen sich signifikant unterschieden von den übrigen Gruppen. Sie machten statistisch
bedeutsam mehr perseverative Fehler als chronische Schizophrene und Depressive. Obwohl
chronische Schizophrene mehr perseverative Fehler hatten als Depressive, war die Differenz
statistisch nicht bedeutsam. Der Scheffe-Test (0.10) für die Variable "Kategorien" zeigte gleiche
Ergebnisse. Akute Schizophrene unterschieden sich von den übrigen Gruppen signifikant. Sie
machten statistisch bedeutsam weniger „Kategorien“ als chronische Schizophrene und
Depressive.
Abbildung 1: Vergleich der Patientengruppen in den Variablen
Wisconsin Card Sorting Test
„perseverative Fehler“ und „Kategorien“ des
M (Rohwerte)
35
30
25
20
15
10
5
0
prseverative Fehler
Depressive
chronisch Schizophrene
Kategorien
akut Schizophrene
95
Stroop Test: Tabelle 9 (im Anhang 1) gibt die Mittelwerte (M) für die Gesamtstichprobe in den
drei Variablen des Stroop Tests (Farbwörterlesen, Farbstrichebenennen, Interferenzversuch) an.
Entsprechende Informationen bezüglich der Variablen „Farbwörterlesen“ zeigten, dass akute
Schizophrene einen deutlich geringeren Mittelwert aufzeigten als depressive und chronische
schizophrene Patienten. Den höchsten Mittelwert (M= 45.96) hatten chronische Schizophrene.
Bezüglich des Geschlechts hatten die Frauen in den drei Gruppen höhere Mittelwerte erzielt als
die Männer. In der Variablen „Farbstrichebenennen“ wiesen Depressive einen deutlich höheren
Mittelwert auf als chronische und akute Schizophrene. Ein Vergleich chronischer und akuter
Schizophrener zeigte, dass chronische Schizophrene einen besseren Mittelwert erreichten, die
Differenz aber nicht erheblich war. Depressive und chronische schizophrene Frauen hatten
höhere Mittelwerte als die Männer in den entsprechenden Gruppen. Diese Differenz fällt bei den
Depressiven deutlicher aus. Bei den akuten Schizophrenen erlangten Männer und Frauen fast
gleiche Mittelwerte. In der Variablen „Interferenzversuch“ zeigten Depressive einen erheblich
höheren Mittelwert als die übrigen Gruppen auf. Ein Vergleich zwischen chronischen und akuten
Schizophrenen erweist, dass die chronischen Schizophrenen einen höheren Mittelwert erzielten.
Vergleicht man männliche und weibliche Patienten in den drei Gruppen, so zeigte sich, dass
keine erhebliche Differenz zwischen Männern und Frauen zu beobachten war. Analysiert wurden
die Stroop Test Variablen durch eine multivariat zwei-faktorielle Varianzanalyse mit den
Faktoren : Gruppen (Depressive, chronische Schizophrene, akute Schizophrene ), * Geschlecht
(männlich, weiblich) und abhängigen Variablen des Stroop Tests (Farbwörterlesen,
Farbstrichebenennen und Interferenzversuch). Die Ergebnisse werden in der Tabelle 10
dargestellt.
Tab.10: Ergebnisse einer multivariat zwei-faktoriellen Varianzanalyse mit den Gruppenfaktoren „Patienten“
und „Geschlecht“ und abhängigen Variablen des Stroop Tests
Faktoren
F-Werte
df
Wahrscheinlichkeit
__________________________________________________________________________________________
Grup. 1
4.65
6, 172
0.000
s
Gesch. 2
0.70
3, 87
0.554
ns
Gesch.* Grup.
0.25
6, 172
0.958
ns
__________________________________________________________________________________________
1
2
Grup. = Gruppen ( Depressive, chronische Schizophrene, akute Schizophrene)
Gesch.= Geschlecht (männlich, weiblich)
Der Faktor Geschlecht erbrachte keine Signifikanz. Auch die Interaktion zwischen
Gruppenfaktoren * Geschlecht erreichte nicht das Signifikanzniveau 5%. Obwohl Männer und
Frauen in den drei Variablen des Stroop Tests verschiedene Mittelwerte erzielten, unterschieden
sie sich nicht signifikant voneinander. Die Auswertung zeigte, dass sich die Erkrankungsgruppen
in den drei Variablen des Stroop-Test signifikant unterschieden (F(6,172)=4.65, P<.000). Die
Depressiven erzielten den höchsten Mittelwert, akute Schizophrene den niedrigsten Mittelwert
(siehe Abbildung 2). Nach einer Post-hoc (Scheffe-Test (0.10)) Analyse unterschieden sich
depressive Patienten in der Variablen „Farbwörterlesen“ statistisch signifikant von akuten
Schizophrenen. Sie lesen die Farbwörter schneller als akute und chronische Schizophrene.
Bei chronischen Schizophrenen war die Differenz nicht signifikant. Chronische und akute
Schizophrene unterschieden sich statistisch nicht bedeutsam voneinander in der Variablen
Farbwörterlesen, obwohl chronische Schizophrene einen besseren Mittelwert erzielten.
Mittelwerte der Gruppen in der Variablen „Farbstrichebenennen“ wurden durch eine Post-hoc
Analyse ( Scheffe-Test (0.10) ) miteinander verglichen. Depressive Patienten unterschieden sich
96
statistisch signifikant von den übrigen Gruppen. Sie konnten erheblich schneller als die beiden
schizophrenen Gruppen die Farbstrichliste benennen. Die chronischen Schizophrenen benennen
die Farbstrichliste schneller als die akuten Schizophrenen, aber die Differenz war statistisch nicht
bedeutsam. Nach einer Post-hoc Analyse ( Scheffe-Test (0.10) ) unterschieden sich depressive
Patienten statistisch signifikant von den beiden schizophrenen Gruppen in der Variablen
„Interferenzversuch“. Depressive Patienten brauchten weniger Zeit, um die Farbe des Farbwortes
zu benennen. Chronische Schizophrene brauchten weniger Zeit als akute Schizophrene, aber die
Differenz war auch hier statistisch nicht bedeutsam.
Abbildung 2: Vergleich der Patientengruppen in den drei Variablen des Stroop Tests (Farbwörterlesen,
Farbstrichebenennen, und Interferenzversuch)
M (T-Werte)
60
50
40
30
20
10
0
FWL
Depressive
FBS
chronisch Schizophrene
FWL= Farbwörterlesen, FBS= Farbstrichebenennen,
INT
akut Schizophrene
INT= Interferenzversuch
FAS-Test: In der Tabelle 11 werden die Mittelwerte (M) für die Gesamtstichprobe im FAS-Test
dargestellt (Tabelle 11 kann im Anhang 1 entnommen werden). Die depressiven Patienten zeigten
gegenüber den schizophrenen Patienten (chronische und akute) einen deutlich höheren Mittelwert
(siehe Abbildung 3). Akute Schizophrene hatten nicht nur im Vergleich zu den Depressiven,
sondern auch im Vergleich zu den chronischen Schizophrenen, eine schlechtere Leistung
erbracht. Die Differenz der Mittelwerte bei schizophrenen Patienten (chronische und akute) war
erheblich. Bezüglich des Geschlechts hatten die Frauen in den drei Gruppen höhere Mittelwerte
als die Männer erzielt. Diese Differenz war bei chronischen Schizophrenen und besonders bei
den Depressiven deutlich zu sehen. Die Mittelwerte der drei Gruppen wurden durch eine
univariat zwei-faktorielle Varianzanalyse (Hotellings) mit den Faktoren: Gruppen (Depressive,
chronische Schizophrene, akute Schizophrene), * Geschlecht (männlich, weiblich) und abhängige
Variable „FAS-Gesamtscore“ analysiert. Die varianzanalytischen Ergebnisse werden in der
Tabelle 12 dargestellt.
97
Tab. 12: Ergebnisse einer univariat zwei-faktoriellen Varianzanalyse des FAS-Tests mit den Gruppenfaktoren
„Patienten“ und „Geschlecht“ und abhängige Variable „FAS-Gesamtscore“
Faktoren
F-Werte
df
Wahrscheinlichkeit
__________________________________________________________________________________________
Grup.1
13.9
2, 89
0.000
s
Gesch. 2
2.07
1, 89
0.154
ns
Gesch.* Grup.
0.35
2, 89
0.709
ns
__________________________________________________________________________________________
1
2
Grup.= Gruppen (Depressive, chronische Schizophrene, akute Schizophrene)
Gesch.= Geschlecht (männlich, weiblich)
Abbildung 3: Vergleich der Patientengruppen in der Summe des FAS Tests (Verbal Associative Fluency Test)
M (Rohwerte)
35
30
25
20
15
10
5
0
Summe
Depressive
chronisch Schizophrene
akut Schizophrene
Es gab keinen signifikanten Unterschied zwischen Männern und Frauen. Der Haupteffekt
für die Gruppenfaktoren
mit dem FAS-Gesamtscore ergab ein hochsignifikantes Ergebnis
(F(2,89)=13.89, P< 0.000 ). Der Scheffe-Test (0.10) wies auf, dass die drei Gruppen sich
statistisch bedeutsam voneinander unterschieden. Depressive Patienten äußerten mehr Wörter als
die übrigen Gruppenmitglieder. Diese Differenz war signifikant. Chronische schizophrene
Patienten unterschieden sich von akuten schizophrenen Patienten. Sie konnten statistisch
bedeutsam mehr Wörter als akute Patienten äußern.
Turm von Hanoi: Tabelle 13 (im Anhang 1) beinhaltet die Mittelwerte (M) der Depressiven und
chronischen Schizophrenen für die Anzahl der Züge im Turm von Hanoi. Der Vergleich der
Gruppen zeigte, dass chronische schizophrene Patienten bessere Mittelwerte in verschiedenen
Variablen erzielten als die depressiven Patienten. Sie brauchten weniger Züge als Depressive, um
98
den ersten 3er-Unterturm, den 4er-Unterturm und die Lösung (5er-Turm) zu bewältigen. Aber der
Unterschied zwischen den Gruppen war nur für die Züge der Lösung (5er-Turm) erheblich. Ein
Vergleich der männlichen und weiblichen Patienten wies auf, dass die Frauen bessere Mittelwerte
erzielten als die Männer. Jedoch waren nur die Differenzen in der Variablen „Lösung (5erTurm)“ für beide Gruppen der Patienten erheblich, wobei der Unterschied zwischen weiblichen
und männlichen chronischen schizophrenen Patienten deutlicher war. Ein Vergleich der
Mittelwerte der Gesamtstichprobe zeigte, dass die Patienten für den ersten 4er-Unterturm mehr
Züge brauchten als für den 3er-Unterturm. Ebenso lag die Anzahl der Züge für die Lösung (5erTurm) höher als die Anzahl der Züge für die Lösung (4er-Unterturm). Analysiert wurden die
entsprechenden Informationen bezüglich der Anzahl der Züge im Turm von Hanoi durch eine
drei-faktorielle Varianzanalyse mit den Faktoren: Gruppen (Depressive, chronische
Schizophrene), * Geschlecht (weiblich, männlich) und der Messwiederholung auf dritten Faktor
„Turm von Hanoi“ ( 3 Variable: Anzahl der Züge für den ersten 3er-Unterturm, den ersten 4erUnterturm und die Lösung (5er-Turm)). Die Ergebnisse werden in der Tabelle 14 dargestellt.
Tab.14: Ergebnisse einer drei-faktoriellen Varianzanalyse mit den Gruppenfaktoren „Patienten“ und Geschlecht
und der Messwiederholung auf dritten Faktor „Turm von Hanoi“ (3 Variable: Anzahl der Züge für den ersten
3er-Unterturm, den ersten 4er-Unterturm und die Lösung (5er-Turm) )
Faktoren
F-Werte
df
Wahrscheinlichkeit
__________________________________________________________________________________________
Grup.1
Gesch. 2
Gesch.* Grup.
1.22
1.05
0.18
1, 58
1, 58
1, 58
0.275
0.310
0.675
ns
ns
ns
Test 3
101.7
2, 57
0.000
s
Gesch.*Test
1.42
2, 57
0.248
ns
Grup.*Test
2.20
2, 57
0.119
ns
Grup.* Gesch.* Test
0.20
2, 57
0.815
ns
__________________________________________________________________________________________
1
2
3
Grup. = Gruppen (Depressive, chronische Schizophrene)
Gesh.= Geschlecht (männlich, weiblich)
Test= Turm von Hanoi (Anzahl der Züge für den ersten 3er-Unterturm, den ersten 4er-Unterturm und die Lösung (5er-Turm)
Mit Ausnahme des Testfaktors erreichten alle anderen Effekte kein akzeptables
Signifikanzniveau. Der Faktor „Turm von Hanoi“ erbrachte ein hochsignifikantes Ergebnis
(F(2,57)=101.70, P< 0.000 ). Die Differenzen zwischen den Mittelwerten der Gesamtstichprobe für
die Anzahl der Züge des ersten 3er-Unterturms, des ersten 4er-Unterturms und für die Lösung
(5er-Turm) waren statistisch signifikant. Je größer ein Turm war, desto mehr Züge brauchten die
Patienten, um den Turm zu machen.
Tabelle 15 (im Anhang 1) gibt die Mittelwerte der Depressiven und chronischen
Schizophrenen für die Lösungszeiten des ersten 3er-Unterturms, des ersten 4er-Unterturms und
für die Lösung (5er-Turm) im Turm von Hanoi an. Die Depressiven erreichten in allen drei
Versuchen bessere Mittelwerte als chronische Schizophrene. Depressive brauchten weniger Zeit
als chronische Schizophrene, um den Turm aufzubauen. Bezüglich des Geschlechts zeigten die
Frauen sowohl bei den depressiven Patienten als auch bei den chronischen schizophrenen
Patienten bessere Mittelwerte. Die Unterschiede zwischen weiblichen und männlichen Patienten
waren bei den schizophrenen Patienten deutlicher als bei den depressiven Patienten. Die
99
Differenzen zwischen Männern und Frauen waren für den ersten 4er-Unterturm und besonders
für die Lösung (5er-Turm) deutlicher als beim 3er-Unterturm. Entsprechende Informationen
bezüglich der Lösungszeiten wurden durch eine drei-faktorielle Varianzanalyse mit den Faktoren:
Gruppen (Depressive, chronische Schizophrene), * Geschlecht (weiblich, männlich) und
Messwiederholung auf dritten Faktor „Turm von Hanoi“ (Lösungszeiten für den ersten 3erUnterturm, den ersten 4er-Unterturm und für die Lösung (5er-Turm)) analysiert. Die Ergebnisse
werden in der Tabelle 16 dokumentiert.
Tab. 16: Ergebnisse einer drei-faktoriellen Varianzanalyse mit den Gruppenfaktoren "Patienten" und
Geschlecht" und Messwiederholung auf dem Faktor „Turm von Hanoi“ (Lösungszeiten für den ersten 3er und
4er-Unterturm und für die Lösung (5er-Turm))
Faktoren
F-Werte
df
Wahrscheinlichkeit
__________________________________________________________________________________________
Grup.1
Gesch. 2
Gesch.* Grup.
0.21
4.82
0.48
1, 58
1, 58
1, 58
0.647
0.032
0.492
ns
s
ns
Test 3
54.41
2, 57
0.000
s
Gesch.* Test
3.01
2, 57
0.057
ns
Grup.* Test
0.22
2, 57
0.798
ns
Gesch.* Grup.* Test
1.12
2, 57
0.333
ns
__________________________________________________________________________________________
1
2
3
Grup.= Gruppen (Depressive, chronische Schizophrene)
Gesch.= Geschlecht (männlich, weiblich)
Test = Turm von Hanoi (Lösungszeit für den ersten 3er und 4er-Unterturm und für die Lösung (5er-Turm))
Mit Ausnahme des Testfaktors und dem Haupteffekt „Geschlecht“ erreichten alle anderen
Effekte kein akzeptables Signifikanzniveau. Der Haupteffekt für Gruppenfaktoren erbrachte kein
signifikantes Ergebnis, aber der Haupteffekt für das Geschlecht war signifikant ( F(1,58)=4.82, P<
0.032 ). Die Männer benötigten längere Lösungszeiten für die Lösung des TvHs als die Frauen
(siehe Abbildung 4). Obwohl die Interaktion zwischen Geschlecht und Test das Signifikanzniveau 5% nicht erreichte, war das Ergebnis aufschlussreich. Der Faktor „Test“ erbrachte ein
hochsignifikantes Ergebnis (F(2,57)=54.41, P< 0.000). Die Gesamtstichprobe brauchte beim ersten
4er-Unterturm mehr Zeit als beim 3er-Unterturm und bei der Lösung (5er-Turm) mehr Zeit als
beim 4er-Unterturm, um den TvH zu lösen.
Die Mittelwerte (M) der Anzahl der Regelverstöße im Turm von Hanoi werden für
Depressive und chronische Schizophrene im Anhang 17 dargelegt. Im Bereich der Anzahl der
Regelverstöße zeigten depressive Patienten einen höheren Mittelwert als chronische schizophrene
Patienten. Die Differenz zwischen den Gruppen
war nicht
erheblich. Bezüglich des
Geschlechts erzielten die Frauen einen niedrigeren Mittelwert als die Männer, d.h. die Frauen
konnten mit weniger Regelverstößen den TvH lösen. Analysiert wurden die Mittelwerte der
Anzahl der Regelverstöße im Turm von Hanoi durch eine univariat zwei-faktorielle Varianzanalyse mit den Faktoren: Gruppen (Depressive, chronische Schizophrene), * Geschlecht (weiblich,
männlich). Die varianzanalytischen Ergebnisse werden in der Tabelle 18 dargestellt. Obwohl die
chronischen Schizophrenen einen besseren Mittelwert als die Depressiven zeigten und Frauen
weniger Regelverstöße machten als die Männer, waren die Ergebnisse in keinem Fall signifikant.
Chronische Schizophrene und Depressive unterschieden sich in der Anzahl der Regelverstöße
nicht bedeutsam voneinander.
100
Abbildung 4: Vergleich der Patientengruppen für die Lösungszeiten des ersten 3er-Unterturms, des ersten 4erUnterturms und für die Lösung (5er-Turm) im Turm von Hanoi
M (Rohwerte)
800
700
600
500
400
300
200
100
0
Lösungszeiten- 3.Turm
Lösungszeiten- 4.Turm
Depressive-Männer
chronisch Schizophrene-Männer
Lösungszeiten- 5.Turm
Dpressive-Frauen
chronisch Schizophrene-Frauen
Tab. 18: Ergebnisse einer univariat zwei-faktoriellen Varianzanalyse der „Anzahl der Regelverstöße“ im Turm
von Hanoi mit den Gruppenfaktoren „Patienten“ und „Geschlecht"
Faktoren
F-Werte
df
Wahrscheinlichkeit
__________________________________________________________________________________________
Grup.1
2.17
1, 58
0.146
ns
Gesch. 2
1.49
1, 58
0.227
ns
Grup. * Gesch.
0.61
1, 58
0.439
ns
__________________________________________________________________________________________
1
2
9.2
Grup.= Gruppen (Depressive, chronische Schizophrene)
Gesch.= Geschlecht (männlich, weiblich)
Tests zur Erfassung fronto-temporaler Funktionen
Paar-Assoziations-Test von abstrakten Figuren (PAAF): Die Mittelwerte der Gesamtstichprobe
im Paar-Assoziations-Test von abstrakten Figuren sind in der Tabelle 19 (im Anhang 1) zu
entnehmen. Entsprechende Informationen bezüglich der richtigen Reproduktionen für den 1.
Versuch zeigten, dass die drei Gruppen fast identische Mittelwerte erzielten. Die Differenzen
zwischen Männern und Frauen in allen drei Patientengruppen waren nicht erheblich. In der
Variablen „richtige Reproduktionen im 2. Versuch“ hatten depressive Patienten den höchsten und
akute Schizophrene den niedrigsten Mittelwert. Der Unterschied zwischen Depressiven und
chronischen Schizophrenen war nicht erheblich, aber die Differenzen zwischen akuten
Schizophrenen und den übrigen Gruppen waren deutlich. Bezüglich des Geschlechts haben die
101
weiblichen und männlichen chronischen Schizophrenen gleiche Mittelwerte gezeigt, aber bei den
Depressiven und den akuten Schizophrenen erzielten die Frauen bessere Mittelwerte als die
Männer. Dabei war die Differenz in der Gruppe der akuten Schizophrenen deutlicher. Im dritten
Versuch hatten Depressive einen besseren Mittelwert als die schizophrenen Gruppen. Ein
Vergleich der weiblichen und männlichen Patienten in den drei Gruppen zeigte, dass depressive
weibliche Patienten einen niedrigeren Mittelwert erzielten als die männlichen Patienten, dagegen
aber bei den akuten und chronischen schizophrenen Patienten die Frauen höhere Mittelwerte
hatten als die Männer. Insgesamt erschienen die Differenzen zwischen Männern und Frauen im
dritten Versuch nicht erheblich. Ein Vergleich des PAAF-Gesamtscore zeigte, dass akute
Schizophrene einen deutlich geringeren Mittelwert aufzeigten als Depressive und chronische
Schizophrene. Depressive hatten den höchsten Mittelwert. Der Unterschied zwischen
Depressiven und chronischen Schizophrenen war ziemlich erheblich. Die Differenzen zwischen
den Mittelwerten der Gesamtstichprobe in den verschiedenen Versuchen erschienen erheblich.
Die Patienten lernten nach jedem Versuch, sich besser an die Figuren zu erinnern.
Zum Vergleich der Ergebnisse wurden die Mittelwerte der drei Versuche ausgewertet,
ohne dass der Gesamtscore berücksichtigt wurde. Der Gesamtscore wurde getrennt ausgewertet.
Analysiert wurden die entsprechenden Informationen bezüglich der drei Versuche des PAAF
durch eine drei-faktorielle Varianzanalyse mit den Faktoren: Gruppen (Depressive, chronische
Schizophrene, akute Schizophrene) und Geschlecht (weiblich, männlich) und Messwiederholung
auf dritten Faktor „PAAF“ (3 Variable: erster, zweiter und dritter Versuch). Tabelle 20 führt die
Ergebnisse der Varianzanalyse auf.
Tab. 20: Ergebnisse einer drei-faktoriellen Varianzanalyse mit den Gruppenfaktoren „Patienten“ und
„Geschlecht“ und Messwiederholung auf dritten Faktor „Paar-Assoziations-Test von abstrakten Figuren“ (im
1. bis 3. Versuch)
Faktoren
F-Wert
df
Wahrscheinlichkeit
Grup. 1
Gesch. 2
Grup.* Gesch.
5.32
0.99
0.11
2, 89
1, 89
2, 89
0.007
0.322
0.896
s
ns
ns
26.74
3.36
0.66
1.16
2, 88
4, 178
2, 178
4, 178
0.000
0.011
0.577
0.329
s
s
ns
ns
Test 3
Grup.* Test
Gesch.* Test
Grup.* Gesch.* Test
1
2
3
Grup.= Gruppen ( Depressive, chronische Schizophrene, akute Schizophrene)
Gesch.= Geschlecht (männlich, weiblich)
Test = drei Variable des Tests (Richtige Reproduktionen im 1. bis 3. Versuch)
Die Auswertung zeigte, dass sich die Erkrankungsgruppen im PAAF unterschieden (siehe
Abbildung 5). Nach einer Post-hoc Analyse ( Scheffe-Test (0.10) ) unterschieden sich akute
schizophrene Patienten von den übrigen Gruppen im zweiten und dritten Versuch signifikant. Im
ersten Versuch waren die Differenzen zwischen den Gruppen nicht bedeutsam. Akute
schizophrene Patienten zeigten im zweiten und dritten Versuch signifikant schlechtere
Leistungen als Depressive und chronische Schizophrene. Sie gaben weniger richtige Antworten
als die übrigen Gruppen. Obwohl depressive Patienten sich an mehr Figuren erinnerten als die
chronischen Schizophrenen, gab es keinen signifikanten Unterschied zwischen den Gruppen.
Hinsichtlich der Variablen „Geschlecht“ fand sich in keiner Gruppe ein signifikanter Unterschied
102
zwischen Männern und Frauen. Der Faktor Test (PAAF) erbrachte ein hochsignifikantes
Ergebnis (F(2,89)= 26.74, P< 0.000). Die Gesamtstichprobe konnte im zweiten Versuch sich an
mehr Figuren erinnern als im ersten Versuch und im dritten Versuch an mehr Figuren als im
zweiten Versuch ,d.h., dass die Patienten in jedem Versuch besser lernten, sich an die Figuren zu
erinnern. Die Interaktion zwischen Gruppen * Test erbrachte ein signifikantes Ergebnis (F(4,178)=
3,36, P< 0.01), dagegen die Interaktionen zwischen „Test und Geschlecht“ oder „Test *
Geschlecht * Gruppe“ keine.
Abbildung 5: Vergleich der Gruppenpatienten in den 4 Variablen des „Paar-Assoziations-Test von abstrakten
Figuren (richtige Reproduktionen im 1. bis 3. Versuch, und im Gesamtscore)
M (Rohwerte)
25
20
15
10
5
0
1. Versuch
Depressive
2. Versuch
3. Versuch
chronisch Schizophrene
Gesamtscore
akut Schizophrene
Verglichen werden soll nun, ob die Gruppen sich im Gesamtscore voneinander
unterscheiden. Die Mittelwerte der Gesamtscores der drei Gruppen werden getrennt durch eine
univariat zwei-faktorielle Varianzanalyse mit den Faktoren: Gruppen (Depressive, chronische
Schizophrene, akute Schizophrene), * Geschlecht (weiblich, männlich) und abhängige Variable
„PAAF-Gesamtscore“ analysiert. Die varianzanalytischen Ergebnisse werden in der Tabelle 21
beschrieben.
Tab.21: Ergebnisse einer univariat zwei-faktoriellen Varianzanalyse mit den Gruppenfaktoren „Patienten“ und
„Geschlecht“ und abhängige Variable „Paar Assoziations-Test von abstrakten Figuren“ (PAAF-Gesamtscore)
Faktoren
F-Wert
df
Wahrscheinlichkeit
__________________________________________________________________________________________
Grup. 1
5.16
2, 89
0.008
s
Gesch. 2
1.40
1, 89
0.239
ns
Grup.* Gesch.
0.08
2, 89
0.924
ns
__________________________________________________________________________________________
1
2
Grup. = Gruppen ( Depressive, chronische Schizophrene, akute Schizophrene)
Gesch.= Geschlecht (männlich, weiblich)
103
Die Auswertung der Gesamtscores zeigte, dass sich die Erkrankungsgruppen im PAAFTest unterschieden (F(2,89)=5.16, P< 0.008). Die Patientengruppen unterschieden sich voneinander
bedeutsam (siehe Abbildung 5). Nach einer Post-hoc Analyse (Scheffe-Test (0.10)) unterschieden
sich akute Schizophrene statistisch signifikant von den übrigen Gruppen im Gesamtscore. Akute
Schizophrene zeigten schlechtere Leistungen in der Variablen Gesamtscore. Im Vergleich zu
Depressiven und chronischen Schizophrenen wiesen sie die wenigsten richtigen Antworten auf.
Obwohl sich chronische Schizophrene nicht signifikant von depressiven Patienten unterschieden,
erinnerten sie sich an weniger Figuren als die depressiven Patienten. Der Haupteffekt
„Geschlecht“ und die Interaktion zwischen Geschlecht und Gruppen ergaben keine signifikanten
Ergebnisse.
Wörterlerntest: Tabelle 22 (im Anhang 1) gibt die Mittelwerte der Gesamtstichprobe in den 3
Variablen des Wörterlerntests an. Depressive äußerten im ersten Versuch mehr Wörter als die
übrigen Gruppen. Die chronischen Schizophrenen wiesen einen höheren Mittelwert als die akuten
Schizophrenen auf, aber die Differenz war nicht erheblich. Bezüglich des Geschlechts hatten die
Frauen in den Gruppen der Depressiven und der chronischen Schizophrenen höhere Mittelwerte
erzielt als die Männer. Obwohl die Frauen mehr Wörter als die Männer äußerten, war die
Differenz nicht erheblich. In der Gruppe der akuten Schizophrenen dagegen erreichten die
Männer bessere Mittelwerte als die Frauen. In der Variablen „richtige Reproduktionen beim
zweiten Versuch“ wiesen auch diesmal die depressiven Patienten einen höheren Mittelwert als
die übrigen Gruppen auf. Akute Schizophrene äußerten weniger Wörter als chronischen
Patienten, wobei die Differenz nicht erheblich war. Vergleicht man männliche und weibliche
Patienten in den Gruppen der depressiven Patienten und der chronischen schizophrenen
Patienten, so zeigte sich, dass in beiden Gruppen die Frauen höhere Mittelwerte erzielt haben, der
Unterschied in der Gruppe der chronischen Schizophrenen aber deutlicher ausfällt. In der Gruppe
der akuten Schizophrenen hatten dagegen die Männer einen höheren Mittelwert als die Frauen.
Auch in der Variablen „richtige Reproduktionen beim dritten Versuch“ erreichten die depressiven
Patienten einen höheren Mittelwert als die übrigen Gruppen. Ein Vergleich der beiden
schizophrenen Gruppen zeigte fast identische Mittelwerte. Bezüglich des Geschlechts hatten
Frauen in allen drei Gruppen bessere Mittelwerte, aber der Unterschied war nur bei chronischen
schizophrenen Patienten deutlich. Ein Vergleich der Mittelwerte der Gesamtstichprobe in den
drei Versuchen zeigte, dass die Patienten im 2. Versuch einen höheren Mittelwert als im 1.
Versuch und im 3. Versuch einen besseren Mittelwert als im 2. Versuch erzielten ,d.h. sie lernten
bei jedem Versuch besser, die Wörter zu behalten.
Analysiert wurden die entsprechenden Informationen bezüglich der o.g. Variablen des
Wörterlerntests durch eine drei-faktorielle Varianzanalyse mit den Faktoren: Gruppen
(Depressive, chronische Schizophrene, akute Schizophrene), * Geschlecht (männlich, weiblich)
und Messwiederholung auf dritten Faktor Wörterlerntest (3 Variable: erster, zweiter und dritter
Versuch). Die Ergebnisse werden in der Tabelle 23 vorgestellt. Mit Ausnahme des Testfaktors
(F(2,178)=57.26, P< 0.000) erreichten alle anderen Effekte kein akzeptables Signifikanzniveau.
Obwohl die depressiven Patienten in den drei Variablen mehr Wörter als die übrigen Gruppen
genannt haben und chronische schizophrene Patienten bessere Mittelwerte als akute
Schizophrene erzielten, unterschieden sich die Gruppen statistisch nicht signifikant voneinander.
Obwohl der Haupteffekt für die Gruppenfaktoren nicht das Signifikanzniveau 5% erreichte,
waren die Signifikanzgrade ziemlich hoch (F(2,89)=2.53,P< 0.085 ). Die Gruppen verhalten sich
im Wörterlerntest sehr unterschiedlich, dennoch wurden keine statistisch signifikanten
Ergebnisse erzielt. Die Frauen (mit Ausnahme der akuten Frauen in den ersten zwei Versuchen)
104
erreichten überall bessere Mittelwerte als die Männer, allerdings war die Differenz statistisch
nicht signifikant. Der Faktor „Test“ erbrachte ein hoch signifikantes Ergebnis (F(2,178)=57.26,
P<0.000 ). Die Gesamtstichprobe nannte im zweiten Versuch mehr Wörter als im ersten Versuch,
im dritten Versuch mehr Wörter als im zweiten Versuch. Die Differenzen zwischen den
Mittelwerten waren hoch signifikant ,d.h., dass die Patienten in jedem Versuch besser gelernt
haben, sich an die Wörter zu erinnern.
Tab. 23: Ergebnisse einer drei-faktoriellen Varianzanalyse mit den Gruppenfaktoren „Patienten“ und
„Geschlecht“ und Messwiederholung auf dritten Faktor "Wörterlerntest" (im 1. bis 3. Versuch)
Faktoren
F-Wert
df
Wahrscheinlichkeit
__________________________________________________________________________________________
Grup.1
Gesch. 2
Grup.* Gesch.
2.89
1.63
1.43
2, 89
1, 89
2, 89
0.085
0.205
0.264
ns
ns
ns
Test 3
57.26
2, 178
0.000
s
Gesch.* Test
2.14
2, 178
0.120
ns
Grup.* Test
1.24
4, 178
0.295
ns
Grup.* Gesch. * Test
0.55
4, 178
0.700
ns
__________________________________________________________________________________________
1
2
3
Grup. = Gruppen ( Depressive, chronische Schizophrene, akute Schizophrene)
Gesch.= Geschlecht (männlich, weiblich)
Test = drei Variable des Wörterlerntest (Richtige Reproduktionen im 1. bis 3. Versuch)
Entsprechende Informationen bezüglich der Variablen „Merkfähigkeit CA“ und
„Lernfähigkeit CA“ des Wörterlerntests können in der Tabelle 24 (im Anhang 1) nachgelesen
werden. In der Variablen „Merkfähigkeit CA“ wiesen depressive Patienten einen höheren
Mittelwert als die übrigen Gruppen auf. Chronische Schizophrene zeigten einen besseren
Mittelwert als akute Schizophrene, aber der Unterschied war nicht erheblich. Bezüglich des
Geschlechts hatten Frauen in den Gruppen der Depressiven und der chronischen Schizophrenen
einen höheren Mittelwert als Männer. Die Differenz fällt in der Gruppe der chronischen
Schizophrenen deutlicher aus. Dagegen hatten in der Gruppe akuter Schizophrener die Männer
einen besseren Mittelwert als die Frauen. Der Vergleich der Mittelwerte der Gruppen in der
Variablen „Lernfähigkeit CA“ zeigte, dass depressive Patienten einen höheren Mittelwert als die
übrigen Gruppen hatten. Ein Vergleich der beiden schizophrenen Gruppen wies auf, dass akute
Schizophrene einen besseren Mittelwert als chronische Schizophrene hatten. Chronische
Schizophrene hatten den niedrigsten Mittelwert in dieser Variablen erzielt. Der Vergleich der
männlichen und weiblichen Patienten ergab, dass in den Gruppen chronischer Schizophrener und
akuter Schizophrener die Frauen höhere Mittelwerte hatten als die Männer, die Differenz in der
Gruppe der akuten Schizophrenen aber erheblicher war. In der Gruppe der depressiven Patienten
hatten Frauen einen niedrigeren Mittelwert als die Männer. Der Unterschied war nicht
bedeutsam.
Analysiert wurden die entsprechenden Informationen bezüglich der abhängigen Variablen
des „Wörterlerntest“ („Merkfähigkeit CA“ und „Lernfähigkeit CA“) durch eine multivariat zweifaktorielle Varianzanalyse (Hotellings) mit den Faktoren: Gruppen (Depressive, chronische
Schizophrene, akute Schizophrene), * Geschlecht (männlich, weiblich). Die varianzanalytischen
Ergebnisse werden in der Tabelle 25 vorgestellt. Der Faktor „Geschlecht“ hat als Haupteffekt
oder in Interaktion mit dem Gruppenfaktor kein signifikantes Ergebnis erzielt. Der Haupteffekt
105
für Gruppenfaktoren mit den zwei Variablen des Tests („Merkfähigkeit CA“ und „Lernfähigkeit
CA“) war statistisch signifikant (F(4,174)= 4.186, P<0.003 ). Betrachtet man die einzelnen
Variablen, so zeigt sich, dass nur bei der Variablen „Merkfähigkeit CA“ (F(2,89)=7.297, P< 0.001)
ein signifikantes Ergebnis herauskommt (siehe Abbildung 6). Der Scheffe-Test (0.10) weist auf,
dass in der Variablen „Merkfähigkeit CA“ die depressiven Patienten sich signifikant von den
übrigen Gruppen unterschieden. Obwohl chronische Schizophrene einen höheren Mittelwert
hatten als akute Schizophrene, war die Differenz nicht bedeutsam signifikant. In der Variablen
„Lernfähigkeit CA“ haben die Gruppen unterschiedliche Mittelwerte gezeigt, aber die
Differenzen waren statistisch nicht signifikant.
Tab. 25: Ergebnisse einer multivariat zwei-faktoriellen Varianzanalyse mit den Gruppenfaktoren „Patienten“
und „Geschlecht“ und abhängigen Variablen des „Wörterlerntest“ (bestehend aus Merkfähigkeit-CA und
Lernfähigkeit-CA)
Faktoren
F-Wert
df
Wahrscheinlichkeit
__________________________________________________________________________________________
Grup.1
Gesch. 2
Grup.* Gesch.
4.18
2.25
1.65
4, 174
2, 88
4, 174
0.003
0.111
0.163
s
ns
ns
Grup.* Merk. CA 3
7.28
2, 89
0.001
s
Grup.* Lern. CA
0.60
2, 89
0.549
ns
__________________________________________________________________________________________
1
2
3
Grup. = Gruppen ( Depressive, chronische Schizophrene, akute Schizophrene)
Gesch.= Geschlecht (männlich, weiblich)
Merk. CA = Merkfähigkeit-CA, Lern. CA = Lernfähigkeit-CA
Abbildung 6: Vergleich der Patientengruppen in der Variablen „Merkfähigkeit- CA“ des Wörterlerntest
M (Rohwerte)
6
5
4
3
2
1
0
Merkfähigkeit-CA
Depressive
chronisch Schizophrene
akut Schizophrene
106
Assoziativer Wortlerntest: Die Tabelle 26 (im Anhang 1) beinhaltet die Mittelwerte (M) für die
Gesamtstichprobe in den drei Variablen des assoziativen Wortlerntests. Entsprechende
Informationen bezüglich der richtigen Reproduktionen in den drei Versuchen zeigten, dass
depressive Patienten in jedem Versuch bessere Mittelwerte erzielten als die übrigen Gruppen,
aber die Differenzen nicht erheblich waren. Ein Vergleich der schizophrenen Gruppen zeigte,
dass akute Schizophrene im ersten und dritten Versuch höhere Mittelwerte erbrachten als
chronische Schizophrene, dagegen im zweiten Versuch chronische Schizophrene besser waren als
akute Schizophrene. Aber auch hier waren die Unterschiede zwischen chronischen und akuten
schizophrenen Patienten in den drei Variablen nicht bedeutsam. Beide Gruppen erzielten fast die
gleichen Mittelwerte. Im ersten Versuch hatten depressive Frauen niedrigere Mittelwerte als
depressive Männer. In den darauffolgenden zwei Versuchen war es umgekehrt: depressive
Frauen waren besser als depressive Männer. In den schizophrenen Gruppen waren die Frauen in
allen drei Versuchen besser als die Männer. Die Unterschiede waren erheblich. Im zweiten
Versuch waren Frauen aus allen drei Patientengruppen besser als die Männer; die Differenz war
bei den chronischen Patienten deutlicher. Auch im dritten Versuch nannten die Frauen mehr
Wörter als die Männer; diesmal war die Differenz bei den schizophrenen Patienten deutlicher.
Ein Vergleich der drei Mittelwerte zeigte, dass die Patienten der Gesamtstichprobe nach jedem
Versuch besser lernten, sich an die Wörter zu erinnern.
Tab. 27: Ergebnisse einer drei-faktoriellen Varianzanalyse mit den Gruppenfaktoren „Patienten“ und „Geschlecht“
und Messwiederholung auf dritten Faktor „assoziativer Wortlerntest“ (richtige Reproduktionen im 1. bis 3. Versuch)
Faktoren
F-Wert
df
Wahrscheinlichkeit
__________________________________________________________________________________________
Grup.1
Gesch. 2
Gesch. * Grup.
0.01
2.25
0.77
2, 89
1, 89
2, 89
0.992
0.137
0.464
ns
ns
ns
Test 3
72.34
2, 88
0.000
s
Gesch. * Test
0.48
2, 89
0.618
ns
Grup. * Test
0.24
4, 174
0.913
ns
Gesch.* Grup.* Test
0.76
4, 174
0.552
ns
__________________________________________________________________________________________
1
2
3
Grup. = Gruppen ( Depressive, chronische Schizophrene, akute Schizophrene)
Gesch.= Geschlecht (männlich, weiblich)
Test = die drei Variablen des assoziativen Wortlerntests (richtige Reproduktionen im 1. bis 3. Versuch,)
Analysiert wurden die o.g. assoziativen Wortlerntest Variablen durch eine drei-faktorielle
Varianzanalyse mit den Faktoren: Gruppen (Depressive, chronische Schizophrene, akute
Schizophrene), * Geschlecht (männlich, weiblich) und Messwiederholung auf dritten Faktor
„assoziativer Wortlerntest“ (3 Variable: erster, zweiter und dritter Versuch). Die Ergebnisse
werden in der Tabelle 27 dargestellt. Mit Ausnahme des Testfaktors erreichten alle anderen
Effekte kein akzeptables Signifikanzniveau. Die Faktoren „Gruppen“, „Geschlecht“ und
„Gruppen * Geschlecht“ erbrachten keine Signifikanz. Obwohl die Frauen in allen Fällen (mit
Ausnahme der weiblichen depressiven Patienten im ersten Versuch) bessere Mittelwerte erzielten
als die Männer, waren die Differenzen zwischen Männern und Frauen statistisch nicht
signifikant. Der Faktor „assoziativer Wortlerntest“ erbrachte ein hoch signifikantes Ergebnis
(F(2,88)=72,34, P<0.000). Die Differenzen zwischen Mittelwerten der Gesamtstichprobe in
verschiedenen Versuchen waren statistisch signifikant, d.h. in jedem Versuch lernten die
Patienten besser, sich an die Wörter zu erinnern.
107
Die Mittelwerte (M) bezüglich der Variablen „Merkfähigkeit CA“ und „Lernfähigkeit CA“
des assoziativen Wortlerntests sind in der Tabelle 28 (im Anhang 1) für die Gesamtstichprobe
abgebildet. Depressive Patienten hatten in der Variablen „Merkfähigkeit CA“ sowie
„Lernfähigkeit CA“ höhere Mittelwerte als die übrigen Gruppen. Die akuten schizophrenen
Patienten zeigten gegenüber den chronischen schizophrenen Patienten einen höheren Mittelwert.
Die Differenzen zwischen den verschiedenen Gruppen in beiden Variablen waren nicht erheblich.
Der Vergleich der männlichen und weiblichen Patienten zeigte, dass die weiblichen depressiven
Patienten in der Variablen „Merkfähigkeit CA“ einen niedrigeren Mittelwert erzielten als die
depressiven Männer. Dagegen hatten in beiden Gruppen der schizophrenen Patienten die Frauen
höhere Mittelwerte erreicht. In der Variablen „Lernfähigkeit CA“ hatten die Frauen in den drei
Gruppen der Patienten bessere Mittelwerte erzielt als die Männer. Die Differenzen zwischen
Frauen und Männern in allen drei Patientengruppen bezüglich der beiden Variablen waren nicht
erheblich.
Die entsprechenden Informationen bezüglich der abhängigen Variablen „assoziativer
Wortlerntest“ („Merkfähigkeit-CA“ und „Lernfähigkeit-CA“) wurden durch eine multivariat
zwei-faktorielle Varianzanalyse (Hotellings) mit den Faktoren: Gruppen (Depressive, chronische
Schizophrene, akute Schizophrene), * Geschlecht (männlich, weiblich) analysiert. Die varianzanalytischen Ergebnisse werden in der Tabelle 29 aufgezeigt. Obwohl die Gruppen verschiedene
Mittelwerte aufgezeigt haben, erbrachte die Auswertung keine signifikante Differenz zwischen
den Patienten. Ebenso, trotz der verschiedenen Mittelwerte für Frauen und Männer, hat der
Faktor „Geschlecht“ als Haupteffekt oder in Interaktion mit Gruppenfaktoren kein signifikantes
Ergebnis erzielt.
Tab. 29: Ergebnisse einer multivariat zwei-faktoriellen Varianzanalyse mit den Gruppenfaktoren „Patienten“
und „Geschlecht“ und
abhängigen Variablen
„assoziativer Wortlerntest“ („Merkfähigkeit-CA“ und
„Lernfähigkeit-CA“)
Faktoren
F-Wert
df
Wahrscheinlichkeit
__________________________________________________________________________________________
Grup.1
0.161
4, 174
0.955
ns
Gesch. 2
1.141
2, 88
0.324
ns
Grup.* Gesch.
0.406
4, 174
0.406
ns
__________________________________________________________________________________________
1
2
9.3
Grup.= Gruppen ( Depressive, chronische Schizophrene, akute Schizophrene)
Gesch.= Geschlecht (männlich, weiblich)
Test zur Erfassung parietaler Funktionen
Line Bisection Test (LBT): Tabelle 30 (im Anhang 12) gibt die Mittelwerte für die
Gesamtstichprobe in den vier Variablen (linksbündige, zentrierte und rechtsbündige Linien,
Gesamtscore ) des Line Bisection Tests mit der rechten Hand an. Entsprechende Informationen
bezüglich der „linksbündigen Linien“ zeigten, dass akute Schizophrene einen deutlich höheren
Mittelwert erzielten als die übrigen Gruppen, d.h., dass akute Schizophrene mehr Abweichungen
vom Mittelpunkt der Linien nach rechts für die linksbündigen Linien mit der rechten Hand
machten als chronische Schizophrene und depressive Patienten. Obwohl chronische
Schizophrene weniger Abweichungen als depressive Patienten hatten, erschien der Unterschied
nicht erheblich. Bezüglich des Geschlechts machten weibliche depressive Patienten mehr
108
Abweichungen als männliche depressive Patienten ,aber in den Gruppen der schizophrenen
Patienten zeigten dagegen die Frauen weniger Abweichungen als die Männer. Die Differenz
zwischen weiblichen und männlichen chronischen Schizophrenen war erheblicher. In der
Variablen „zentrierte Linien“ wiesen akute Schizophrene deutlich mehr Abweichungen auf als
die übrigen Gruppen. Depressive Patienten zeigten erheblich weniger Abweichungen als die
beiden schizophrenen Gruppen. Die Differenz zwischen Depressiven und chronischen
Schizophrenen war deutlich. Ein Vergleich der weiblichen und männlichen Patienten zeigte, dass
in zwei Gruppen (Depressive, akute Schizophrene) die Frauen weniger Abweichungen vom
Mittelpunkt der Linien nach rechts für die zentrierten Linien machten als die Männer. Am
deutlichsten war dies bei akuten schizophrenen Frauen. Dagegen wiesen weibliche chronische
Schizophrene mehr Abweichungen auf als männliche chronische Schizophrene. In der Variablen
„rechtsbündige Linien“ zeigten akute Schizophrene weniger Abweichungen vom Mittelpunkt der
Linien nach rechts als die übrigen Gruppen. Chronische Schizophrene hatten mehr
Abweichungen als die anderen Gruppen, aber die Differenzen zwischen den Gruppen waren nicht
deutlich. Bezüglich des Geschlechts zeigten weibliche Depressive und weibliche akute
Schizophrene mehr Abweichungen als männliche Patienten in diesen Gruppen. Dagegen zeigten
weibliche chronische Schizophrene weniger Abweichungen als männliche chronische
Schizophrene. Ein Vergleich des Gesamtscores der Gruppen vom Mittelpunkt der Linien nach
rechts für alle Linien mit der rechten Hand erbrachte mehr Abweichungen bei den akuten
Schizophrenen als bei Depressiven und chronischen Schizophrenen. Chronische Schizophrene
zeigten weniger Abweichungen als die übrigen Gruppen. Der Unterschied zwischen Männern
und Frauen in den drei Gruppen war nicht erheblich. In der Gruppe der Depressiven und in der
Gruppe der chronischen Schizophrenen zeigten die Frauen mehr Abweichungen als die Männer,
aber in der Gruppe der akuten Schizophrenen wiesen die Frauen weniger Abweichungen auf als
die Männer. Zum Vergleich der Mittelwerte wurden zwei Analysen gerechnet. Analysiert wurden
die abhängigen Variablen „linksbündige Linien“, „zentrierte Linien“ und „rechtsbündige Linien“
durch eine multivariat zwei-faktorielle Varianzanalyse mit den Faktoren: Gruppen (Depressive,
chronische Schizophrene, akute Schizophrene), * Geschlecht (weiblich, männlich). Die
Ergebnisse werden in der Tabelle 31 dargestellt.
Tab.31: Ergebnisse einer multivariat zwei-faktoriellen Varianzanalyse mit den Gruppenfaktoren "Patienten"
und "Geschlecht" und abhängigen Variablen des "Line Bisection Test" (linksbündige, zentrierte und
rechtsbündige Linien)
Faktoren
F-Wert
df
Wahrscheinlichkeit
__________________________________________________________________________________________
Grup.1
2.73
6, 172
0.011
s
Gesch. 2
0.71
3, 87
0.546
ns
Grup.* Gesch.
0.78
6, 172
0.579
ns
__________________________________________________________________________________________
1
2
Grup.= Gruppen (Depressive, chronische Schizophrene, akute Schizophrene)
Gesch.= Geschlecht (männlich, weiblich)
Statistisch bedeutsam war lediglich der Gruppenfaktor. Alle anderen Effekte erreichten
kein akzeptables Signifikanzniveau. Die Patienten unterschieden sich bedeutsam voneinander
(F(6,172)= 2.85, P< 0.011; siehe Abbildung 7). Nach einer Post-hoc Analyse (Scheffe-Test (0.10) )
unterschieden sich akute Schizophrene in den Variablen „linksbündige Linien“ und „zentrierte
Linien“ statistisch signifikant von den übrigen Gruppen. In der Variablen „rechtsbündige
Linien“ erreichten die Depressiven den höchsten und chronische Schizophrene den niedrigsten
109
Mittelwert. Die Differenz zwischen den Gruppen war deutlich, aber nicht signifikant. In keinem
Fall war der Faktor „Geschlecht“ als Haupteffekt oder in Interaktion mit anderen Faktoren
signifikant. Ebenso erbrachte der Faktor „Test“ kein signifikantes Ergebnis.
Abbildung 7: Vergleich der Patientengruppen in den Variablen „linksbündige Linien“, „zentrierte Linien“,
„rechtsbündige Linien" und „Summe“ des Line Bisection Test
M (Rohwerte)
4
3,5
3
2,5
2
1,5
1
0,5
0
-0,5
-1
-1,5
Linksbündig
Depressive
Zentriert
Rechtsbündig
chronisch Schizophrene
Summe
akut Schizophrene
Getrennt gerechnet wurde für den „Gesamtscore“ des „Line Bisection Test“ eine univariat
zwei-faktorielle Varianzanalyse mit den Faktoren Gruppen (Depressive, chronische
Schizophrene, akute Schizophrene), * Geschlecht (weiblich, männlich). Tabelle 32 führt die
Ergebnisse auf. Die Auswertung zeigte, dass sich die Erkrankungsgruppen im „Gesamtscore“
unterscheiden (F(2,89)= 5.28, P< 0.007 ; siehe Anhang 13). Nach einer Post-hoc Analyse (ScheffeTest (0.10)) unterschieden sich akute Schizophrene von den übrigen Gruppen. Sie zeigten mehr
Abweichungen vom Mittelpunkt der Linien nach rechts für alle Linien mit der rechten Hand. Das
Geschlecht als Haupteffekt oder in Interaktion mit dem Gruppenfaktor erbrachte kein
signifikantes Ergebnis.
Tab. 32: Ergebnisse einer univariat zwei-faktoriellen Varianzanalyse des Line Bisection Tests mit den Faktoren
„Patienten“ und „Geschlecht“ und abhängige Variable „Gesamtscore“
Faktoren
F-Wert
df
Wahrscheinlichkeit
__________________________________________________________________________________________
Grup.1
5.28
2, 89
0.007
s
Gesch. 2
0.10
1, 89
0.749
ns
Grup.* Gesch.
0.06
2, 89
0.943
ns
__________________________________________________________________________________________
1
Grup.= Gruppen ( Depressive, chronische Schizophrene, akute Schizophrene)
Gesch.= Geschlecht (männlich, weiblich)
110
9.4
Symptomatik
Beurteilung der Minussymptomatik: Die Summe des SANS (Scale for the Assessment of the
Negative Symptoms) wurde einer z-Transformation unterzogen. Tabelle 33 (im Anhang 1)
beinhaltet die Mittelwerte (M) der z-Werte der Gesamtstichprobe für den Gesamtscore des
SANS. In der Variablen Gesamtscore zeigten die chronischen Schizophrenen einen höheren
Mittelwert als die übrigen Gruppen und die Depressiven den niedrigsten Mittelwert. Ein
Vergleich der weiblichen und männlichen Patienten zeigte, dass bei den depressiven Patienten die
Frauen einen höheren Mittelwert erreichten als die Männer. Die Differenz war erheblich. In der
Gruppe der chronischen Schizophrenen erzielten die Frauen einen geringeren Mittelwert. Bei den
akuten Patienten erreichten die Frauen deutlich einen niedrigeren Mittelwert. Die Mittelwerte
wurden durch eine univariat zwei-faktorielle Varianzanalyse (Hotellings) mit den Faktoren:
Gruppen (Depressive, chronische Schizophrene, akute Schizophrene), * Geschlecht (männlich,
weiblich) und abhängige Variable „Gesamtscore des SANS“ analysiert. Die Ergebnisse sind in
der Tabelle 34 aufgeführt. Kein Ergebnis der varianzanalytischen Auswertung erreichte das
Signifikanzniveau 5%. Es gab keinen signifikanten Gruppenunterschied im Gesamtscore des
SANS zwischen den Patienten.
Tab. 34: Ergebnisse einer univariat zwei-faktoriellen Varianzanalyse des SANS mit den Faktoren: Gruppen
(Depressive, chronische Schizophrene, akute Schizophrene ),* Geschlecht (männlich, weiblich) und abhängige
Variable „Gesamtscore“ des SANS (z-Werte)
Faktoren
F-Wert
df
Wahrscheinlichkeit
__________________________________________________________________________________________
Grup.1
1.57
2, 89
0.215
ns
Gesch. 2
0.00
1, 89
0.968
ns
Grup.* Gesch.
2.17
2, 89
0.120
ns
__________________________________________________________________________________________
1
2
Grup. = Gruppen ( Depressive, chronische Schizophrene, akute Schizophrene)
Gesch.= Geschlecht (männlich, weiblich)
Tabelle 35 (im Anhang 1) beinhaltet die Mittelwerte (M) der Gesamtstichprobe für die
fünf Subskalen des SANS. In der Variablen „Affektverflachung und Affektstarrheit“ zeigten die
chronischen Schizophrenen den höchsten und akute Schizophrene den niedrigsten Mittelwert. Die
Differenz zwischen akuten Schizophrenen und den übrigen Gruppen war deutlicher. Bezüglich
des Geschlechts erreichten bei den Depressiven die Frauen einen höheren Mittelwert als die
Männer. Bei den chronischen und akuten Schizophrenen waren die Differenzen zwischen
Männern und Frauen nicht erheblich. In der Variablen „Alogie und Paralogie“ hatten die
Depressiven und die akuten Schizophrenen fast identische Mittelwerte. Chronische Schizophrene
erzielten in diesen Variablen die höchsten Mittelwerte. Weibliche depressive Patienten hatten
höhere Mittelwerte als männliche depressive Patienten, weibliche akute Schizophrene niedrigere
Mittelwerte als männliche akute Schizophrene und bei den chronischen Schizophrenen gab es
keine nennenswerten Unterschiede zwischen Männern und Frauen. In der Subskala „AbulieApathie“ erzielten chronische und akute Schizophrene fast die gleichen Mittelwerte. Depressive
Patienten zeigten einen niedrigeren Mittelwert als die übrigen Gruppen. Die Frauen wiesen
sowohl bei den akuten Schizophrenen als auch bei den chronischen Schizophrenen einen
niedrigeren Mittelwert auf als die Männer. Dagegen zeigten weibliche depressive Patienten einen
höheren Mittelwert als die männlichen Patienten. In der Subskala „Anhedonie-Assozialität“
erzielten chronische und akute Schizophrene fast identische Mittelwerte, aber Depressive
111
erreichten einen niedrigeren Mittelwert als die übrigen Gruppen. Ein Vergleich der Männer und
Frauen zeigte, dass die Frauen bei den Depressiven und bei den chronischen Schizophrenen
höhere Mittelwerte erreichten als die Männer, aber weibliche akute Schizophrene geringere
Mittelwerte aufwiesen als die männlichen akuten Schizophrenen. In der Subskala
„Aufmerksamkeit“ erreichten akute Schizophrene den höchsten Mittelwert. Die Depressiven und
die chronischen Schizophrenen haben fast gleiche Mittelwerte. Die Differenzen zwischen den
Gruppen schienen nicht deutlich. Die Frauen zeigten bei den Depressiven und den chronischen
Schizophrenen höhere Mittelwerte als die Männer, aber bei den psychotischen Schizophrenen
erzielten die Frauen einen niedrigeren Mittelwert als die Männer.
Abbildung 9: Vergleich der Patientengruppen in den Subskalen des SANS (Scale for the Assessment of the Negative
Symptoms)
M(Rohwerte)
14
12
10
8
6
4
2
0
Affek.
Depressive
Alogie-
Apathie-
chronisch Schizophrene
Anhed.
Aufmerk.
akut Schizophrene
Affekt.= Affektverflachung & Affektstarrheit,
Alogie-= Alogie & Paralogie,
Apathie-= Abulie und Apathie, Anhed.= Anhedonie-Assozialität, Aufmerk.= Aufmerksamkeit
Die Mittelwerte der Subskalen im SANS wurden durch eine multivariat zwei-faktorielle
Varianzanalyse (Hotellings) mit den Faktoren: Gruppen (Depressive, chronische Schizophrene,
akute Schizophrene), * Geschlecht (weiblich, männlich) analysiert. Die Ergebnisse werden in der
Tabelle 36 dargestellt. Die Gruppen unterschieden sich signifikant voneinander (siehe Abbildung
9). Betrachtet man die einzelnen Variablen, so zeigte sich , dass Depressive und Schizophrene
sich in keinem Subskala signifikant unterschieden. Nur beim Subskala „Alogie-Paralogie“ ist die
Differenz erheblich (F(2,89)=2.76, P<0.062), aber auch hier erreichte sie nicht das Signifikanzniveau 5%. In dieser Variablen zeigten die chronischen Schizophrenen einen höheren Mittelwert
als die übrigen Gruppen. Depressive und akute Schizophrene dagegen erbrachten fast identische
Mittelwerte. Der Faktor „Geschlecht“ als Haupteffekt oder in Interaktion mit dem Gruppenfaktor
zeigte keine signifikanten Differenzen.
112
Tab. 36: Ergebnisse einer multivariat zwei-faktoriellen Varianzanalyse der Subskalen des SANS mit den
Gruppenfaktoren „Patienten“ und „Geschlecht“ und abhängigen Variablen „SANS-Subskalen“ (Affektverflachung
& Affektstarrheit, Alogie & Paralogie, Abulie & Apathie, Anhedonie-Assozialität ,Aufmerksamkeit)
Faktoren
F-Wert
df
Wahrscheinlichkeit
__________________________________________________________________________________________
Grup.1
1.98
10, 168
0.038
s
Gesch. 2
0.86
5, 85
0.506
ns
Grup.* Gesch.
1.19
10, 168
0.300
ns
__________________________________________________________________________________________
Grup. = Gruppen ( Depressive, chronische Schizophrene, akute Schizophrene)
Gesch.= Geschlecht (männlich, weiblich)
Beurteilung der Plussymptomatik: Die Summe des SAPS (Scale for the Assessment of the Positive
Symptoms) wurde einer z-Transformation unterzogen. Tabelle 37 (im Anhang 1) führt die
Mittelwerte (M) der z-Werte für die Gesamtstichprobe in dem Gesamtscore der Beurteilung der
Plussymptomatik (SAPS) auf. Die entsprechenden Informationen bezüglich des Gesamtscores
des SAPS zeigten, dass akute Schizophrene einen erheblich höheren Mittelwert erreichten als die
übrigen Gruppen. Den niedrigsten Mittelwert erzielten die Depressiven. Vergleicht man
chronische und akute schizophrene Männer und Frauen, so zeigte sich, dass akute Frauen höhere
Mittelwerte erzielten als akute Männer und chronische schizophrene Patienten sich bezüglich des
Geschlechts nicht unterschieden. Sie erreichten fast identische Mittelwerte. Die Tabelle 38 (im
Anhang 1) führt die Mittelwerte für die Gesamtstichprobe in den vier Subskalen
(Halluzinationen, Wahnvorstellungen, bizarres Verhalten und positiv formale Denkstörungen) in
der Beurteilung der Plussymptomatik (SAPS) auf. In der Variablen „Halluzinationen“ hatten die
akuten Schizophrenen erheblich mehr Halluzinationen als die übrigen Gruppen. Den niedrigsten
Mittelwert erzielten depressive Patienten, aber die Differenz zwischen Depressiven und
chronischen Schizophrenen war nicht erheblich. Bei den akuten Schizophrenen gaben die Frauen
mehr Halluzinationen an als die Männer. Bei den depressiven und chronischen schizophrenen
Patienten erzielten Männer und Frauen fast identische Mittelwerte. Ebenfalls gaben akute
Schizophrene deutlich mehr „Wahnvorstellungen“ an als die übrigen Gruppen, wobei die
Depressiven den niedrigsten Mittelwert zeigten. Bei den akuten Schizophrenen wiesen die Frauen
durchschnittlich mehr Wahnvorstellungen auf als die Männer. Dagegen hatten depressive Frauen
einen niedrigeren Mittelwert als depressive Männer. Weibliche und männliche chronische
Schizophrene zeigten fast die gleichen Mittelwerte. In der Variablen „bizarres Verhalten“
erzielten die akuten Schizophrenen den höchsten und Depressive den niedrigsten Mittelwert. Die
Differenzen zwischen den drei Gruppen waren deutlich. Weibliche Patienten zeigten in allen drei
Gruppen weniger bizarres Verhalten als die männlichen Patienten. Die Differenzen waren
allerdings nicht eindeutig. In der Variablen „positiv formale Denkstörungen“ hatten die akuten
Schizophrenen den höchsten Mittelwert. Depressive Patienten hatten keine „positiven formalen
Denkstörungen“ (M= 0). Die Differenz zwischen den akuten und chronischen Schizophrenen war
sehr bedeutsam. Die chronischen Schizophrenen zeigten erheblich weniger positiv formale
Denkstörungen als die akuten Schizophrenen. Sowohl akute Schizophrene als auch chronische
schizophrene Frauen hatten mehr positive formale Denkstörungen als die Männer. Zum
Vergleichen der Mittelwerte wurden insgesamt drei Varianzanalysen gerechnet. Die Subskalen
Halluzinationen, Wahnvorstellungen und bizarres Verhalten wurden mit einer multivariat zweifaktoriellen Varianzanalyse ausgewertet. Getrennt wurde für positiv formale Denkstörungen eine
univariat Varianzanalyse gerechnet, weil die depressiven Patienten überhaupt keine
113
Denkstörungen (M= 0) angaben. Die Mittelwerte des Gesamtscores der Gruppen wurden
ebenfalls getrennt ausgewertet.
Abbildung 10: Vergleich der Patientengruppen in den Subskalen des SAPS (Scale for the Assessment of the Positive
Symptoms)
M(Rohwerte)
30
25
20
15
10
5
0
Halluz. 1
Depressive
Wahn.
Bizar.
chronisch Schizophrene
Halluz.= Halluzinationen,
Wahn.= Wahnvorstellungen,
Denk.= positiv formale Denkstörungen
Denk.
akut Schizophrene
Bizar.= bizarres Verhalten,
Durch eine multivariat zwei-faktorielle Varianzanalyse wurden die abhängigen Variablen
des SAPS (Halluzinationen, Wahnvorstellungen und bizarres Verhalten) mit den Faktoren:
Gruppen (Depressive, chronische Schizophrene, akute Schizophrene), * Geschlecht (männlich,
weiblich) analysiert. Die Ergebnisse stellt die Tabelle 39 dar.
Tab. 39: Ergebnisse einer multivariat zwei-faktoriellen Varianzanalyse mit den Gruppenfaktoren „Patienten“
und „Geschlecht“ und abhängigen Variablen „SAPS-Subskalen“ (Halluzinationen, Wahnvorstellungen und
bizzares Verhalten)
Faktoren
F-Wert
df
Wahrscheinlichkeit
__________________________________________________________________________________________
Grup.1
10.17
6, 172
0.000
s
Gesch. 2
0.90
3, 87
0.443
ns
Grup.* Gesch.
0.44
6, 172
0.864
ns
__________________________________________________________________________________________
1
2
Grup. = Gruppen ( Depressive, chronische Schizophrene, akute Schizophrene)
Gesch.= Geschlecht (männlich, weiblich)
Die Auswertung zeigte, dass sich die Erkrankungsgruppen statistisch signifikant
voneinander unterschieden (F(6,172)=10.17, P< 0.000; siehe Abbildung 10). Betrachtet man die
einzelnen Variablen, so zeigte sich, dass bei den Halluzinationen (F(2,89)= 17.74, P< 0.000),
Wahnvorstellungen (F(2,89)= 20.07, P< 0.000) und bizarrem Verhalten (F(2,89)= 17.41, P<0.000)
114
signifikante Ergebnisse herauskamen. Nach einem Post-hoc (Scheffe-Test (0.10) ) wiesen die
akuten Schizophrenen mehr Halluzinationen auf als die übrigen Gruppen. Die Differenz
zwischen chronischen Schizophrenen und Depressiven war nicht bedeutsam. In den Variablen
„Wahnvorstellungen“ und „bizarres Verhalten“ hatten akute Schizophrene signifikant mehr
Störungen als chronische Schizophrene und Depressive. Ebenfalls gaben die chronischen
Schizophrenen statistisch signifikant mehr Wahnvorstellungen und bizarres Verhalten an als die
depressiven Patienten. Der Haupteffekt für das Geschlecht und die Interaktionen zwischen
Geschlecht und Gruppen ergaben keine signifikanten Ergebnisse.
Die Mittelwerte der positiven formalen Denkstörungen wurden durch eine univariat zweifaktorielle Varianzanalyse (Hotellings) mit den Faktoren: Gruppen (Depressive, chronische
Schizophrene, akute Schizophrene), * Geschlecht (männlich, weiblich) analysiert. Die Ergebnisse
werden in der Tabelle 40 dargestellt. Der varianzanalytische Vergleich der akuten und
chronischen Schizophrenen in der Variablen „positiv formale Denkstörungen“ zeigte hochsignifikante Unterschiede (F(1,64)= 48.19, P<0.000). Akute schizophrene Patienten hatten
bedeutsam mehr positiv formale Denkstörungen als chronische Schizophrene (siehe Abbildung
10). Der Faktor „Geschlecht“ und die Interaktionen zwischen Geschlecht und Gruppen ergaben
keine signifikanten Ergebnisse.
Tab. 40: Ergebnisse einer univariat zwei-faktoriellen Varianzanalyse mit den Gruppenfaktoren „Patienten“ und
„Geschlecht“ und abhängige Variable „positv formale Denkstörungen“
Faktoren
F-Wert
df
Wahrscheinlichkeit
__________________________________________________________________________________________
Grup.1
48.19
1, 64
0.000
s
Gesch. 2
1.23
1, 64
0.272
ns
Grup.* Gesch.
0.72
1, 64
0.398
ns
__________________________________________________________________________________________
1
2
Grup. = Gruppen ( Depressive, chronische Schizophrene, akute Schizophrene)
Gesch.= Geschlecht (männlich, weiblich)
Für jede Patientengruppe wurde der Gesamtscore in der Beurteilung der Plussymptomatik
gerechnet. Die Summe des SAPS wurde einer z-Transformation unterzogen. Die Mittelwerte
wurden durch eine univariat zwei-faktorielle Varianzanalyse mit den Faktoren Gruppen
(Depressive, chronische Schizophrene, akute Schizophrene), * Geschlecht (männlich, weiblich)
analysiert. Die Ergebnisse der Analyse werden in der Tabelle 41 vorgestellt.
Tab. 41: Ergebnisse einer univariat zwei-faktoriellen Varianzanalyse mit den Gruppenfaktoren „Patienten“ und
„Geschlecht“ und abhängige Variable „Gesamtscore“ (z-Werte) des SAPS (Scale for the Assessment of the
Positive Symptoms)
Faktoren
F-Wert
d
Wahrscheinlichkeit
__________________________________________________________________________________________
Grup.1
44.40
2, 89
0.000
s
Gesch. 2
0.01
1, 89
0.908
ns
Grup.* Gesch.
0.64
2, 89
0.528
ns
__________________________________________________________________________________________
1
2
Grup. = Gruppen ( Depressive, chronische Schizophrene, akute Schizophrene)
Gesch.= Geschlecht (männlich, weiblich)
115
Der Haupteffekt für Gruppenkodierung mit dem Gesamtscore des SAPS ergab ein
hochsignifikantes Ergebnis (F(2,89)= 44.40, P<0.000). Nach einer Post-hoc Analyse (Scheffe-Test
(0.10) ) wiesen die akuten Schizophrenen mehr positive Symptome auf als die übrigen Gruppen
(siehe Abbildung 11). Sie unterschieden sich von den chronischen Schizophrenen und
Depressiven statistisch signifikant. Ebenfalls zeigten die chronischen Schizophrenen bedeutsam
mehr positive Symptome als die depressiven Patienten. Der Haupteffekt für das Geschlecht war
nicht statistisch signifikant. Auch die Interaktion zwischen Gruppenkodierung und Geschlecht
erreichte keine.
Abbildung 11: Vergleich der Patientengruppen in der Variablen „Gesamtscore“ des SAPS
(Scale for the Assessment of the Positive Symptoms).
-3
-2
-1
0
1
2
3
4
M (z- Werte der Rohwertsummen)
Depressive
chronisch Schizophrene
akut Schizophrene
Intentionalitäts-Skala: Die Summe des InSka wurde einer z-Transformation unterzogen. Tabelle
42 (im Anhang 1) gibt die Mittelwerte der z-Werte der Gesamtstichprobe für den Gesamtscore
der Intentionalitäts-Skala an. Es zeigte sich, dass die akuten Schizophrenen einen deutlich
höheren Mittelwert erbrachten als die chronischen Schizophrenen und die Depressiven.
Chronische Schizophrene hatten einen höheren Mittelwert als depressive Patienten. Ein Vergleich
der männlichen und weiblichen Patienten ergab, dass bei den akuten Schizophrenen und den
depressiven Patienten die Männer geringere Mittelwerte erzielten als die Frauen. Bei den
chronischen schizophrenen Patienten zeigten dagegen die Männer einen höheren Mittelwert als
die Frauen, die Differenz war aber nicht erheblich. Tabelle 43 (im Anhang 1) enthält die
Mittelwerte (M) der einzelnen Subskalen der InSka für die Gesamtstichprobe. Ein Vergleich aller
Patienten in der Subskala „Motorischer Antrieb“ zeigte, dass die chronischen Schizophrenen
einen höheren Mittelwert erzielten als die übrigen Gruppen. Akute Schizophrene und Depressive
erreichten fast identische Mittelwerte. Bezüglich des Geschlechts hatten die Frauen in den
Gruppen der akuten Schizophrenen und der Depressiven höhere Mittelwerte als die Männer.
Umgekehrt galt das für die chronischen schizophrenen Patienten. Hier hatten die Frauen einen
geringeren Mittelwert als die Männer. Die Differenzen zwischen Männern und Frauen waren
116
nicht erheblich. In der Variablen „Sprachverhalten“ zeigten Depressive einen niedrigeren
Mittelwert auf als die akuten und chronischen Schizophrenen. Fast identische Mittelwerte hatten
chronische und akute Schizophrene. Vergleicht man männliche und weibliche Patienten in den
drei Gruppen, so zeigte sich, dass keine erhebliche Differenz zwischen Männern und Frauen
beobachtbar war, obwohl weibliche Depressive und weibliche chronische schizophrene Patienten
höhere Mittelwerte als die männlichen Patienten erzielten, und in der Gruppe akuter
Schizophrener die Männer höhere Mittelwerte als die Frauen aufwiesen. In der Variablen
„affektive Reaktionen“ zeigten depressive Patienten einen niedrigeren Mittelwert als die übrigen
Gruppen. Ein Vergleich chronischer und akuter Schizophrener ergab, dass akute Schizophrene
einen besseren Mittelwert erreichten, die Differenz aber nicht erheblich war. Akute und
chronische schizophrene Männer hatten höhere Mittelwerte als die Frauen. Andersherum sah es
bei den depressiven Patienten aus. Hier erzielten die Männer einen geringeren Mittelwert.
Entsprechende Informationen bezüglich der Variablen „Wahn & Autismus“ erbrachten, dass
akute Schizophrene einen deutlich höheren Mittelwert aufzeigten als depressive und chronische
schizophrene Patienten. Chronische Schizophrene hatten den zweithöchsten Mittelwert. In den
Gruppen der Depressiven und der akuten Schizophrenen erbrachten die Frauen höhere
Mittelwerte als die Männer; in der Gruppe der chronischen Schizophrenen war es genau
umgekehrt. In der Variablen „Initiative und Motivation“ ergaben sich folgende Ergebnisse:
Depressive hatten den niedrigsten und akute Schizophrene den höchsten Mittelwert. Depressive
und akute schizophrene Frauen hatten höhere Mittelwerte als die Männer. Chronische
schizophrene Frauen dagegen erreichten einen niedrigeren Mittelwert als die männlichen
Patienten. Die Variable „Sozialverhalten“ erbrachte, dass akute Schizophrene mehr
entsprechendes Verhalten angaben als die übrigen Gruppen. Chronische Schizophrene hatten
einen höheren Mittelwert als depressive Patienten. Fast identische Mittelwerte hatten chronische
schizophrene Frauen und Männer und depressive Frauen und Männer. Einen höheren Mittelwert
als die Frauen hatten dagegen die akuten schizophrenen Männer.
Zum Vergleich der Mittelwerte wurden insgesamt zwei Varianzanalysen gerechnet. Die
Subskalen wurden mit einer multivariat zwei-faktoriellen Varianzanalyse ausgewertet. Getrennt
wurde für den Gesamtscore (z-Werte der Rohwertsummen) der InSka eine univariat
Varianzanalyse gerechnet. Analysiert wurde der Gesamtscore der InSka (z-Werte) durch eine
univariat zwei-faktorielle Varianzanalyse (Hotellings) mit den Faktoren: Gruppen (Depressive,
chronische Schizophrene, akute Schizophrene), * Geschlecht (männlich, weiblich). Die
Ergebnisse werden in der Tabelle 44 vorgestellt.
Tab. 44: Ergebnisse einer univariat zwei-faktoriellen Varianzanalyse mit den Gruppenfaktoren „Patienten“ und
"Geschlecht" und abhängige Variable „Gesamtscore der Intentionalitäts-Skala“ (z-Werte)
Faktoren
F-Wert
df
Wahrscheinlichkeit
__________________________________________________________________________________________
Grup.1
10.80
2, 89
0.000
s
Gesch. 2
0.10
1, 89
0.758
ns
Grup.* Gesch.
0.95
2, 89
0.390
ns
__________________________________________________________________________________________
1
Grup. = Gruppen ( Depressive, chronische Schizophrene, akute Schizophrene)
Gesch.= Geschlecht (männlich, weiblich)
Der Faktor „Geschlecht“ erbrachte keine Signifikanz. Auch die Interaktion zwischen
Gruppenkodierung und Geschlecht erreichte nicht das Signifikanzniveau 5%. Der Haupteffekt für
117
die Gruppenkodierung mit der „Gesamtscore der InSka“ ergab ein hochsignifikantes Ergebnis
(F(2,89)= 10.80, P< 0.000 ). Die drei Patientengruppen unterschieden sich bedeutsam voneinander
in der Intentionalitäts-Skala (siehe Abbildung 12). Nach einer Post-hoc (Scheffe-Test (0.10))
Analyse unterschieden sich akute schizophrene Patienten statistisch signifikant von den übrigen
Gruppen. Akute Schizophrene hatten bedeutsam höhere Gesamtscores in der IntentionalitätsSkala als chronische Schizophrene und Depressive. Obwohl die chronischen Schizophrenen einen
höheren Mittelwert als depressive Patienten zeigten, war die Differenz zwischen chronischen
Schizophrenen und Depressiven statistisch nicht signifikant.
Abbildung 12: Vergleich der Patientengruppen in der Variablen „Gesamtscore der Intentionalitäts-Skala“ (z-Werte)
-3
-2
-1
0
1
2
3
M (z-Werte der Rohwertsumme)
Depressive
chronisch Schizophrene
akut Schizophrene
Analysiert wurden die entsprechenden Informationen bezüglich der Subskalen der
Intentionalitäts-Skala durch eine multivariat zwei-faktorielle Varianzanalyse mit den Faktoren:
Gruppen (Depressive, akute Schizophrene, chronische Schizophrene), * Geschlecht (männlich,
weiblich) und abhängigen Variablen der „Intentionalitäts-Skala“ (motorischer Antrieb, Sprachverhalten, affektive Reaktionen, Wahn und Autismus, Initiative und Motivation, Sozialverhalten).
Die Ergebnisse der Analyse stehen in der Tabelle 45.
Tab. 45: Ergebnisse einer multivariat zwei-faktoriellen Varianzanalyse mit den Gruppenfaktoren „Patienten“
und „Geschlecht“ und abhängigen Variablen der „Intentionalitäts-Skala“ (Subskalen)
Faktoren
F-Wert
df
Wahrscheinlichkeit
__________________________________________________________________________________________
Grup.1
9.24
12, 166
0.000
s
Gesch. 2
0.82
6, 84
0.553
ns
Grup.* Gesch.
1.08
12, 166
0.376
ns
__________________________________________________________________________________________
1
2
Grup. = Gruppen ( Depressive, chronische Schizophrene, akute Schizophrene)
Gesch.= Geschlecht (männlich, weiblich)
118
Abbildung 13: Vergleich der Patientengruppen in den Subskalen der Intentionalitäts-Skala
M (Rohwerte)
10
9
8
7
6
5
4
3
2
1
0
Motor. 1
Sprach.
Depressive
Motor.= motorischer Antrieb,
Wahn.= Wahn & Autismus,
Affekt.
Wahn
chronisch Schizophrene
Initiat.
Sozial.
akut Schizophrene
Sprach.= Sprachverhalten,
Affekt.= affektive Reaktionen,
Initiat.= Initiative und Motivation,
Sozial.= Sozialverhalten
Die Faktoren „Geschlecht“ und „Geschlecht * Gruppen“ erbrachten keine Signifikanz. Der
Haupteffekt für die Gruppenkodierung mit den Subskalen der Intentionalitäts-Skala war
hochsignifikant (F(12,166)=9.24, P<0.000). Betrachtet man die einzelnen Variablen, so zeigte sich ,
dass bei „Wahn und Autismus“ (F(2,89)=43.08, P<0.000), „Initiative & Motivation“ (F(2,89)=9.82,
P<0.000) und „Sozialverhalten“ (F(2,89)=5.78, P<0.004) signifikante Ergebnisse herauskamen
(siehe Abbildung 13). Nach einer Post-hoc (Scheffe-Test (0.10)) Analyse unterschieden sich
akute Schizophrene in der Variablen „Wahn & Autismus“ bedeutsam von den Depressiven und
chronischen Schizophrenen. Ebenfalls statistisch signifikant war die Differenz zwischen
Depressiven und chronischen Schizophrenen. In den Variablen „Initiative & Motivation“ und
„Sozialverhalten“ unterschieden sich akute Schizophrene bedeutsam von den übrigen Gruppen,
allerdings waren die Differenzen zwischen deutschen Schizophrenen und Depressiven statistisch
nicht signifikant. Die Differenzen zwischen den Patientengruppen in der Variablen „Affektive
Reaktionen“ erreichten nicht das Signifikanzniveau 5%, aber die Wahrscheinlichkeit war
ziemlich hoch (F(2,89)=2.88,P< 0.061).
9.5
Selbstbericht
Test für Aufmerksamkeitsstile (TAS): In der Tabelle 46 (im Anhang 1) werden die Mittelwerte
(M) der Gesamtstichprobe für die Subskalen des Tests für Aufmerksamkeitsstile (Ablenkbarkeit,
Überlastung, Verarbeitungskapazität, Aufmerksamkeitskontrolle und Vorstellungskontrolle)
dargestellt. Entsprechende Informationen bezüglich der Variablen „Ablenkbarkeit“ zeigten, dass
119
Depressive einen höheren Mittelwert erreichten als chronische und akute Schizophrene. Akute
Schizophrene hatten den niedrigsten Mittelwert. Die Differenzen zwischen den drei
Patientengruppen waren nicht erheblich. Ein Vergleich männlicher und weiblicher Patienten
ergab, dass in allen drei Gruppen Frauen höhere Mittelwerte erzielten als die Männer, wobei aber
die Differenz nicht deutlich war. In der Variablen „Überlastung“ hatten chronische Schizophrene
den niedrigsten und depressive Patienten den höchsten Mittelwert. Die Differenzen zwischen den
Gruppen waren nicht bedeutsam. Bezüglich des Geschlechts wiesen die Frauen in allen drei
Gruppen höhere Mittelwerte auf als die Männer. Die Differenz zwischen Männern und Frauen
war bei den akuten Schizophrenen erheblicher als bei den übrigen Gruppen. Auch in der
Variablen „Verarbeitungskapazität“ zeigten die depressiven Patienten einen höheren Mittelwert
als die übrigen Gruppen. Den niedrigsten Mittelwert hatten akute Schizophrene. Hier zeigten die
akuten schizophrenen Frauen einen höheren Mittelwert als die männlichen Patienten. Dagegen
zeigten sich bei den Depressiven und den chronischen schizophrenen Männern höhere
Mittelwerte. Die Differenzen zwischen Männern und Frauen waren in keiner Gruppe erheblich.
In der Variablen „Aufmerksamkeitskontrolle“ hatten die akuten Schizophrenen einen niedrigeren
Mittelwert als die übrigen Gruppen. Fast identische Mittelwerte zeigten chronische Schizophrene
und Depressive. Bezüglich des Geschlechts haben Männer in den Gruppen der Depressiven und
der chronischen Schizophrenen einen höheren Mittelwert als Frauen. Die Männer in den Gruppen
der Depressiven und der chronischen Schizophrenen hatten höhere Mittelwerte als die Frauen,
wobei die Differenz in der Gruppe der Depressiven deutlicher ausfällt. Dagegen hatten in der
Gruppe der akuten Schizophrenen die Frauen einen höheren Mittelwert. Ein Vergleich der
Mittelwerte der Gruppen in der Variablen „Vorstellungskontrolle“ zeigte, dass akute
schizophrene Patienten einen deutlich niedrigeren Mittelwert hatten als die übrigen Gruppen.
Depressive Patienten erreichten den höchsten Mittelwert. Allerdings war die Differenz zwischen
Depressiven und chronischen Schizophrenen nicht erheblich. Auch hier erreichten akute
schizophrene Frauen einen höheren Mittelwert als ihre männlichen Patienten. In den anderen
beiden Gruppen war es genau umgekehrt. Die Männer erzielten höhere Mittelwerte.
Analysiert wurden die entsprechenden Informationen bezüglich der Subskalen des Tests
für
Aufmerksamkeitsstile
(Ablenkbarkeit,
Überlastung,
Verarbeitungskapazität,
Aufmerksamkeitskontrolle und Vorstellungskontrolle) durch eine multivariat zwei-faktorielle
Varianzanalyse mit den Faktoren: Gruppen (Depressive, akute Schizophrene, chronische
Schizophrene), * Geschlecht (männlich, weiblich). Die Ergebnisse der Analyse stehen in der
Tabelle 47.
Tab.47 : Ergebnisse einer multivariat zwei-faktoriellen Varianzanalyse mit den Gruppenfaktoren „Patienten“
und „Geschlecht“ und Subskalen des „Test für Aufmerksamkeitsstile“
Faktoren
F-Wert
df
Wahrscheinlichkeit
__________________________________________________________________________________________
Grup.1
2.52
10, 168
0.007
s
Gesch. 2
2.17
5, 85
0.064
ns
Grup.* Gesch.
1.04
10, 168
0.409
ns
__________________________________________________________________________________________
1
2
Grup. = Gruppen ( Depressive, chronische Schizophrene, akute Schizophrene)
Gesch.= Geschlecht (männlich, weiblich)
120
Abbildung 14: Vergleich der Patientengruppen in den Subskalen des „Test für Aufmerksamkeitsstile“
M (Rohwerte)
25
20
15
10
5
0
Ablenk. 1
Überlast.
Depressive
Verarbeit.
chronisch Schizophrene
Aufmerk.
Vorstel.
akut Schizophrene
Ablenk.= Ablenkbarkeit,
Überlast.= Überlastung,
Verarbeit.= Verarbeitungskapazität,
Aufmerk.= Aufmerksamkeitskontrolle,
Vorstel.= Vorstellungskontrolle)
Der Haupteffekt für Gruppenfaktoren war statistisch signifikant (F(10,168)=2.526),
P<0.007). Die Gruppen unterschieden sich bedeutsam voneinander (siehe Abbildung 14).
Insgesamt zeigten akute Schizophrene schlechtere Leistungen als die übrigen Gruppen. Obwohl
der Haupteffekt für das Geschlecht nicht das Signifikanzniveau 5% erreichte, war die Differenz
zwischen den Gruppen erheblich (F(5.85)=2.17, P<0.064). Die Interaktion zwischen Gruppenfaktor
und Geschlecht erbrachte keine Signifikanz.
Frankfurter Beschwerde Fragebogen (FBF): Tabelle 48 (im Anhang 1) gibt die Mittelwerte (M)
der Gesamtstichprobe für den Gesamtscore des FBF an. Während akute Schizophrene den
höchsten Mittelwert aufzeigten, hatten chronische Schizophrene den niedrigsten Mittelwert. Ein
Vergleich männlicher und weiblicher Patienten erbrachte folgende Ergebnisse: In den Gruppen
der Depressiven und der akuten Schizophrenen erzielten die Frauen höhere Mittelwerte als die
Männer, in der Gruppe der chronischen Schizophrenen erzielten dagegen die Männer höhere
Mittelwerte. Die Differenzen zwischen Männern und Frauen waren erheblich. Die Tabellen 49
und 50 (im Anhang 1) geben die Mittelwerte (M) der Gesamtstichprobe für die Subskalen des
FBF wieder. In der Subskala „spezifische Ängste“ zeigte sich, dass depressive Patienten einen
deutlich höheren Mittelwert hatten als chronische und akute Schizophrene. Den niedrigsten
Mittelwert hatten die chronischen Schizophrenen. Ein Vergleich der männlichen und weiblichen
Patienten zeigte, dass bei den Depressiven die Frauen einen erheblich höheren Mittelwert
erzielten als die Männer. Chronische schizophrene Frauen hatten weniger spezifische Ängste als
die Männer. In der Gruppe der akuten Schizophrenen unterschieden sich Männer und Frauen
kaum. Fast identische Mittelwerte erreichten Depressive und akute Schizophrene in der Variablen
„selektive Aufmerksamkeit“. Die chronischen Schizophrenen hatten hier den geringsten
Mittelwert. Depressive und akute schizophrene Frauen hatten höhere Mittelwerte als die Männer.
Bei den chronischen schizophrenen Patienten zeigten die Männer einen höheren Mittelwert als
121
die Frauen. In der Variablen „Diskriminationsschwäche“ gab es in allen drei Gruppen fast
identische Ergebnisse. Vergleicht man männliche und weibliche Patienten, so zeigte sich, dass
bei den akuten Schizophrenen und den Depressiven Frauen höhere Mittelwerte erzielten.
Dagegen erreichten die chronischen schizophrenen Frauen einen niedrigeren Mittelwert als die
männlichen chronischen Schizophrenen. In der Variablen „Motilität & Motorik“ zeigten
Depressive und chronische Schizophrene fast gleiche Mittelwerte. Den höchsten Mittelwert
hatten die akuten Schizophrenen. Bezüglich des Geschlechts hatten depressive und akute
schizophrene Frauen höhere Mittelwerte als depressive und akute schizophrene Männer. Bei den
chronischen Schizophrenen hatten die Frauen einen niedrigeren Mittelwert als die Männer. In der
Variablen „Wahrnehmungen“ zeigten akute Schizophrene einen höheren Mittelwert als die
übrigen Gruppen. Den niedrigsten Mittelwert hatten depressive Patienten. Die Differenz
zwischen den chronischen und den akuten Schizophrenen war nicht erheblich. Vergleicht man
männliche und weibliche Patienten in den Gruppen der depressiven Patienten und der akuten
Schizophrenen, so zeigte sich, dass in beiden Gruppen die Frauen höhere Mittelwerte erzielten. In
der Gruppe der chronischen Schizophrenen hatten dagegen die Männer einen höheren Mittelwert
als die Frauen. In der Variablen „kognitives Gleiten“ zeigten depressive Patienten einen
geringeren Mittelwert als die übrigen Gruppen. Den höchsten Mittelwert hatten die depressiven
Patienten, wobei die Differenz zwischen den Depressiven und den akuten Schizophrenen nicht
erheblich war. Vergleicht man männliche und weibliche Patienten in den drei Gruppen, so ergab
sich, dass die Frauen höhere Mittelwerte erzielten als die Männer. Die Differenzen zwischen
Männern und Frauen waren bei den depressiven Patienten und den akuten Schizophrenen
erheblicher. In der Variablen „Blockierung“ hatten die chronischen Schizophrenen den
niedrigsten Mittelwert. Die Depressiven und die akuten Schizophrenen zeigten fast identische
Mittelwerte. Bezüglich des Geschlechts erreichten die Frauen bei den Depressiven und den
akuten Schizophrenen höhere Mittelwerte als die Männer. Dagegen hatten die weiblichen
chronischen Schizophrenen einen geringeren Mittelwert als die männlichen Schizophrenen. In
der Variablen „Sprachstörungen“ hatten akute Schizophrene den höchsten und die chronischen
Schizophrenen den niedrigsten Mittelwert. Die Differenz zwischen Depressiven und chronischen
Schizophrenen war nicht erheblich. Vergleicht man männliche und weibliche Patienten in den
Gruppen der depressiven Patienten und der akuten Schizophrenen, so zeigte sich , dass in beiden
Gruppen die Frauen höhere Mittelwerte erzielten. In der Gruppe der chronischen Schizophrenen
hatten dagegen die Männer einen höheren Mittelwert als die Frauen. In der Variablen
„Automatismenverlust“ zeigten Depressive und akute Schizophrene fast gleiche Mittelwerte. Die
chronischen Schizophrenen zeigten einen geringeren Mittelwert als die übrigen Gruppen. Die
depressiven und akuten schizophrenen Frauen wiesen höhere Mittelwerte auf als die depressiven
und akuten Männer. Dagegen zeigten chronische schizophrene Frauen einen geringeren
Mittelwert als die chronischen schizophrenen Männer. In der Variablen „Coping Behavior“
wiesen akute Schizophrene einen höheren Mittelwert auf als die übrigen Gruppen. Den
niedrigsten Mittelwert hatten chronische Schizophrene. Bezüglich des Geschlechts hatten die
Frauen in den Gruppen der Depressiven und der akuten Schizophrenen höhere Mittelwerte als die
Männer. In der Gruppe der chronischen Schizophrenen dagegen erreichten die Männer höhere
Mittelwerte als die Frauen. Bei den akuten Schizophrenen war die Differenz zwischen Männern
und Frauen erheblicher als in den anderen Gruppen. In der Variablen „spezielle sensorische
Störungen“ erzielten die chronischen Schizophrenen einen niedrigeren Mittelwert als die übrigen
Gruppen. Den höchsten Mittelwert hatten akute Schizophrene, aber die Differenz zwischen den
Depressiven und den akuten schizophrenen Patienten war nicht erheblich. Vergleicht man
männliche und weibliche Patienten in der Gruppe der akuten Schizophrenen, so zeigte sich, dass
die Frauen einen höheren Mittelwert erreichten. Bei den chronischen Schizophrenen zeigten
122
Frauen einen geringeren Mittelwert als die Männer. Weibliche und männliche depressive
Patienten wiesen fast identische Mittelwerte auf. In der Variablen „Körperbeschwerde“ wiesen
die depressiven Patienten einen höheren Mittelwert auf als die akuten und chronischen
Schizophrenen. Vergleicht man männliche und weibliche Patienten in den Gruppen der
depressiven Patienten und der akuten schizophrenen Patienten, so zeigte sich, dass in beiden
Gruppen die Männer höhere Mittelwerte hatten. Dagegen hatten bei den chronischen
Schizophrenen die Frauen einen höheren Mittelwert.
Zum Vergleich der Mittelwerte wurden insgesamt zwei Varianzanalysen gerechnet. Die
Subskalen wurden mit einer multivariat zwei-faktoriellen Varianzanalyse ausgewertet. Getrennt
wurde für den Gesamtscore des FBF eine univariat Varianzanalyse gerechnet. Analysiert wurde
der Gesamtscore des FBF durch eine univariat zwei-faktorielle Varianzanalyse (Hotellings) mit
den Faktoren: Gruppen (Depressive, chronische Schizophrene, akute Schizophrene), *
Geschlecht (männlich, weiblich). Die Ergebnisse werden in der Tabelle 51 beschrieben.
Tab. 51: Ergebnisse einer univariat zwei-faktoriellen Varianzanalyse mit den Gruppenfaktoren „Patienten“ und
„Geschlecht“ und abhängige Variable „Frankfurter Beschwerde Fragebogen“ (Gesamtscore)
Faktoren
F-Wert
df
Wahrscheinlichkeit
__________________________________________________________________________________________
Grup.1
2.94
2, 89
0.058
ns
Gesch.2
1.39
1, 89
0.240
ns
Grup.* Gesch.
1.71
2, 89
0.187
ns
____________________________ _____________________________________________________________
1
2
Grup. = Gruppen ( Depressive, chronische Schizophrene, akute Schizophrene)
Gesch.= Geschlecht (männlich, weiblich)
Der Haupteffekt „Geschlecht“ und die Interaktion zwischen dem Geschlecht und dem
Gruppenfaktor erbrachten keine signifikanten Ergebnisse. Obwohl der Haupteffekt für
Gruppenfaktoren nicht das Signifikanzniveau 5% erreichte, war die Differenz zwischen den
Gruppen erheblich (F(2,89)=2.94, P< 0.058).
Analysiert wurden die entsprechenden Informationen bezüglich der Subskalen des FBF
durch eine multivariat zwei-faktorielle Varianzanalyse mit den Faktoren: Gruppen (Depressive,
akute Schizophrene, chronische Schizophrene), * Geschlecht (männlich, weiblich). Die
Ergebnisse der Analyse stehen in der Tabelle 52.
Tab. 52: Ergebnisse einer multivariat zwei-faktoriellen Varianzanalyse mit den Gruppenfaktoren "Patienten"
und "Geschlecht" und abhängigen Variablen bestehen aus Subskalen des Frankfurter Beschwerde Fragebogen
Faktoren
F-Wert
df
Wahrscheinlichkeit
__________________________________________________________________________________________
Grup.1
1.64
24, 154
0.039
s
Gesch.
1.99
12, 78
0.034
s
Grup.* Gesch.
0.75
24, 154
0.750
ns
__________________________________________________________________________________________
1
Grup. = Gruppen ( Depressive, chronische Schizophrene, akute Schizophrene)
Gesch.= Geschlecht (männlich, weiblich)
123
Abbildung 15: Vergleich der Patientengruppen in den einigen ausgewählten Subskalen der Frankfurter Beschwerde
Fragebogen (selektive Aufmerksamkeit, Diskriminationsschwäche, kognitives Gleiten, Sprachstörungen,
Automatismenverlust)
M (Rohwerte)
45
40
35
30
25
20
15
10
5
0
sel. Aufmerk. 1
Diskrim.
Depressive
1
kog. Gleiten
Sprach.
chronisch Schizophrene
sel. Aufmerk.= selektive Aufmerksamkeit,
kog. Gleiten=
kognitives Gleiten,
Automatismen.= Automatismenverlust
Automatismen.
Summe
akut Schizophrene
Diskrim.= Diskriminationsschwäche,
Sprach.= Sprachstörungen
Die Auswertung zeigte, dass sich die Erkrankungsgruppen im FBF unterschieden
(F(24,154)=1.640, P<0.039; siehe Abbildung 15). Betrachtet man die einzelnen Variablen, so zeigte
sich, dass die Patientengruppen bei keiner einzigen Variablen signifikante Ergebnisse erbrachten.
Nur bei der Variablen „Motilität & Motorik“ war die Wahrscheinlichkeit erheblich (F(2,89)=4.76,
P<0.01). Der Haupteffekt für das Geschlecht war ebenfalls statistisch signifikant (F(12,78)=1.99,
P<0.034). Männer und Frauen unterschieden sich voneinander bedeutsam. Betrachtet man die
einzelnen Variablen, so zeigte sich, dass nur bei der Variablen „kognitives Gleiten“ (F(1,89)=4.44,
P<0.038) ein signifikantes Ergebnis zustande kam. Die Interaktion zwischen Gruppenfaktoren
und Geschlecht erbrachte kein signifikantes Ergebnis.
9.6
Korrelationen: Alle Korrelationen wurden nach „Pearson“ berechnet. In den Tabellen
wurden nur die wichtigen Korrelationen, die entweder signifikant oder erheblich waren,
beschrieben.
Korrelationen zwischen neuropsychologischen Tests: In beiden schizophrenen Gruppen wurden
Korrelationen zwischen den verschiedenen Tests zur Erfassung von frontalen Funktionen
(Wisconsin Card Sorting Test, Stroop Test, Turm von Hanoi, FAS-Test) berechnet.
124
Bei den chronisch schizophrenen Patienten korrelierte der WCST (perseverative Fehler) positiv
mit den TvH (Regelverstöße:) und FAS-Test (Gesamtscore) signifikant. Die Korrelation
zwischen dem Stroop Test (Interferenzeffekt) und dem FAS-Test war erheblich , aber erreichte
das Signifikanzniveau von 0.05 nicht. Bei den akut schizophrenen Patienten korrelierte der
WCST (richtige Antworten) positiv mit dem FAS-Test (Gesamtscore). Der FAS-Test
(Gesamtscore) korrelierte positiv signifikant mit dem Stroop-Test (Interferenzeffekt). Die
Korrelationen zwischen den Tests zur Erfassung von frontalen Funktionen bei chronisch und akut
schizophrenen Patienten sind den Tabellen 53 und 54 (im Anhang 1) zu entnehmen.
Es wurden ebenfalls die Korrelationen zwischen den Tests zur Erfassung von frontotemporalen Funktionen (Wörterlerntest, assoziativer Wortlerntest und Paare-Assoziations-Test
von abstrakten Figuren) in beiden Patientengruppen von Schizophrenen berechnet. Bei den
chronisch schizophrenen Patienten korrelierte der PAAF (Paare-Assoziations-Test von abstrakten
Figuren) hoch signifikant mit dem „Wörterlerntest“ (Merkfähigkeit und Lernfähigkeit) und mit
dem „assoziativer Wortlerntest“ (Merkfähigkeit: und Lernfähigkeit). Ebenso korrelierte die
Variable „Merkfähigkeit“ des „Wörterlerntest“ positiv mit der Variablen „Merkfähigkeit“ des
„assoziativer Wortlerntest“. Die Korrelation zwischen der Variablen „Merkfähigkeit“ des
„Wörterlerntest“ (WLT) und der Variablen „Lernfähigkeit“ des „assoziativer Wortlerntest“
(AWLT) war erheblich. Die Variable „Lernfähigkeit“ des WLTs korrelierte hoch signifikant mit
dem AWLT (Merkfähigkeit und Lernfähigkeit). Die Korrelationen zwischen den Tests zur
Erfassung von fronto-temporalen Funktionen bei chronisch schizophrenen Patienten sind der
Tabelle 55 (im Anhang 1) zu entnehmen. Bei den akuten schizophrenen Patienten korrelierte nur
die Variable „Merkfähigkeit“ des WLTs mit der Variablen „Merkfähigkeit des AWLTs“
signifikant.
Die Korrelationen zwischen den Tests zur Erfassung von frontalen Funktionen und den
Tests zur Erfassung von frontotemporalen Funktionen wurden berechnet. Chronisch schizophrene
Patienten zeigten eine signifikante negative Korrelation zwischen „perseverativen Fehlern“
(WCST) und der Variablen „Lernfähigkeit“ des WLTs. Die Variable „Lernen Lernen Score“ des
WCSTs korrelierte negativ signifikant mit der Variablen „Lernfähigkeit“ des WLTs und der
Variablen „Merkfähigkeit“ des AWLTs. Der Stroop Test (Interferenzversuch) korrelierte positiv
signifikant mit dem PAAF (3. Versuch) und mit dem WLT (Merkfähigkeit). Die Variable
„Regelverstöße“ des TvHs zeigte erhebliche negative Korrelation mit der Variablen
„Merkfähigkeit“ des WLTs. Die Variable „Lösungszeiten“ des TvHs korrelierte negativ mit dem
PAAF (3. Versuch) und der Variablen „Merkfähigkeit“ des WLTs. Der FAS-Test korrelierte
positiv signifikant mit dem PAAF (3. Versuch), mit der Merkfähigkeit des WLTs, mit der
Merkfähigkeit und Lernfähigkeit des AWLTs. Bei den akut schizophrenen Patienten korrelierte
der „Lernen Lernen Score“ (WCST) negativ signifikant mit dem AWLT (Merkfähigkeit). Der
Stroop Test (Interferenzversuch) korrelierte positiv signifikant mit der „Merkfähigkeit“ des
WLTs und mit der „Merkfähigkeit“ des AWLTs. Der FAS-Test korrelierte mit der
„Lernfähigkeit“ des WLTs und mit der „Merkfähigkeit“ des AWLTs. Die Korrelationen
zwischen den Tests zur Erfassung von frontalen Funktionen und dem Test zur Erfassung von
frontotemporalen Funktionen bei den chronisch und akut schizophrenen Patienten sind der
Tabelle 56 und 57 (im Anhang 1) zu entnehmen.
Korrelationen zwischen neuropsychologischen Testleistungen und Symptomatik: Es wurde die
Korrelation zwischen neuropsychologischen Testleistungen und der Symptomatik bei den
chronisch schizophrenen Patienten berechnet (siehe Tabelle 58 im Anhang 1). SANS und InSka,
125
zwei Instrumente zur Erfassung der negativen Symptome, korrelierten negativ signifikant mit
dem WCST (richtige Antworten und Kategorien), dem Stroop Test (Interferenzversuch, dem
PAAF (3.Versuch) und dem WLT (Merkfähigkeit). SAPS, ein Instrument zur Erfassung der
positiven Symptome, korrelierte nur mit WCST negativ signifikant (richtige Antworten und
Kategorien). Es wurde ebenfalls die Korrelation zwischen neuropsychologischen Testleistungen
und der Symptomatik bei den akut schizophrenen Patienten berechnet (siehe Tabelle 59 im
Anhang 1). Die SANS korrelierte negativ signifikant mit dem WCST (richtige Antworten), dem
Stroop Test (Interferenzversuch), dem FAS-Test (Gesamtscore), dem PAAF (3. Versuch) und
dem AWLT (Merkfähigkeit). Die InSka korrelierte mit dem WCST (richtige Antworten), dem
FAS-Test (Gesamtscore) und dem AWLT (Merkfähigkeit). InSka korrelierte positiv mit der
Variablen „Lernen Lernen Score“ des WCSTs. SAPS korrelierte mit keiner
neuropsychologischen Testleistung bei den akuten Schizophrenen.
Korrelationen zwischen SANS und InSka: Es wurden Korrelationen zwischen SANS und InSka
berechnet. Bei beiden schizophrenen Patientengruppen korrelierten der Gesamtscore der Skalen
hoch signifikant miteinander . Die Korrelationen zwischen den Subskalen der beiden Instrumente
sind für chronisch und akut schizophrene Patienten den Tabellen 60 und 61 (im Anhang 1) zu
entnehmen. Bei den chronisch schizophrenen Patienten korrelierten die Subskalen der beiden
Instrumente hoch signifikant miteinander. Die Subskala „Anhedonie & Assozialität“ der SANS
korrelierte aber nicht signifikant mit den Subskalen „Sprachverhalten“, „affektive Reaktionen“
und „Wahn & Autismus“ der InSka. Bei den akut Schizophrenen war die Anzahl der
signifikanten Korrelationen niedriger. Die Subskalen „Wahn & Autismus“ und „Sozialverhalten“
der InSka korrelierten mit keiner Subskala der SANS. Die Subskala „Sozialverhalten“ der InSka
korrelierte nur mit dem „Gesamtscore“ der SANS. Die Subskala „Initiative & Motivation“ der
InSka korrelierte nur mit der Subskala „Affektverflachung & Starrheit“ und dem „Gesamtscore“
der SANS. Die Subskala „Aufmerksamkeit“ der SANS korrelierte nur mit der Subskala
„Sprachverhalten“ der InSka signifikant.
Korrelationen zwischen SAPS und INSKA: Es wurden ebenso die Korrelationen zwischen SAPS
und InSka berechnet (siehe Tabellen 62 und 63 im Anhang 1). Subskala „Wahn & Autismus“
korrelierte positiv signifikant mit fast allen Subskalen des SAPS (außer positiv formale
Denkstörungen) bei den chronisch Schizophrenen Patienten. Ebenso korrelierte „Initiative &
Verhalten“ positiv signifikant mit „Wahnvorstellungen“, „bizarres Verhalten“ und „Gesamtscore“ des SAPS. „Gesamtscore“ der InSka korrelierte positiv signifikant mit „Halluzinationen“,
„Wahnvorstellungen“ und „Gesamtscore“ des SAPS. In der Gruppe der akuten Schizophrenen
korrelierte „Wahn & Autismus“ positiv signifikant mit „bizarres Verhalten“ und „Gesamtscore“
des SANS. „Affektive Reaktionen“ korrelierte positiv signifikant mit „bizarres Verhalten“.
Korrelationen zwischen FBF & SANS, SAPS, INSKA: Es wurden die Korrelationen zwischen dem
Gesamtscore von FBF und dem Gesamtscore von 3 Instrumenten zur Erfassung der Symptomatik
(SANS, InSka, SAPS) berechnet (siehe Tab. 64). Bei den akut schizophrenen Patienten gab es
keine signifikante Korrelation zwischen den Skalen. Die Korrelationen bei den chronisch
Schizophrenen waren dagegen hoch signifikant. Der FBF korrelierte bedeutsam mit SANS, InSka
und SAPS.
126
Tab. 64: Korrelationen zwischen dem Gesamtscore des FBF mit den z-Werten der SANS, InSka und SAPS bei
chronisch und akut schizophrenen Patienten
SANS
InSka
SAPS
,47**
,56***
,69***
,16
,08
,14
FBFchronische Schizophrene
FBFakute Schizophrene
* = P< 0.05, ** = P< 0.01, *** = P< 0.000
Korrelationen zwischen dem Test für Aufmerksamkeitsstile und neuropsychologischen Tests: Bei
chronisch schizophrenen Patienten korrelierte die Subskala „Ablenkbarkeit“ mit keinem
neuropsychologischen Test. „Kognitive Überlastung“ korreliert nur mit einer Variablen des TvHs
signifikant (Anzahl der Züge für den ersten 5er Unterturm) und hat eine erhebliche Korrelation
(P<0.06) mit „Anzahl der Züge für den ersten 4er Unterturm“. Die Subskala
„Verarbeitungskapazität“ korreliert signifikant mit einer Variablen des TvHs (Anzahl der Züge
für den 3er Unterturm). Die Subskala „Aufmerksamkeitskontrolle“ korrelierte mit dem TvH
(Anzahl der Züge für den ersten 3. Unterturm und Anzahl der Züge für den 5-Unterturm). Die
Subskala „Vorstellungskontrolle“ korrelierte signifikant mit der „Anzahl der Züge für den ersten
3er Unterturm“ und hatte eine erhebliche Korrelation mit der Lösungszeit für den 3-Unterturm.
Zusammengefasst zeigten die Subskalen des TASs nur mit verschiedenen Variablen des TvHs
eine Korrelation (siehe Tabelle 65 im Anhang 1). In der Gruppe der akut schizophrenen Patienten
(siehe Tabelle 66 im Anhang 1) korrelierte die Subskala „Ablenkbarkeit“ positiv signifikant mit
dem Line Bisection Test (Gesamtscore) und negativ signifikant mit dem PAAF (richtige
Reproduktionen für den ersten Versuch). Die Subskala „kognitive Überlastung“ korrelierte
negativ signifikant mit dem PAAF (richtige Reproduktionen für den ersten Versuch). Die
Subskala „Verarbeitungskapazität“ korrelierte positiv signifikant mit dem FAS-Test
(Gesamtscore). In der Gruppe der depressiven Patienten gab es keine signifikanten Korrelationen
zwischen dem TAS und den neuropsychologischen Tests.
Korrelationen zwischen dem Test für Aufmerksamkeitsstile (TAS) und der Minus- und
Plussymptomatik: Es wurden Korrelationen zwischen den Subskalen des TASs und der Minusund Plussymptomatik (SAPS, SANS, InSka) berechnet. Bei den chronisch schizophrenen
Patienten (siehe Tabelle 67 im Anhang 1) korrelierte Subskala „Anhedonie-Assozialität“ des
SANS negativ mit „Verarbeitungskapazität“ und „Aufmerksamkeitskontrolle“. Ebenfalls
korrelierte Subskala „Initiative & Motivation“ der InSka negativ mit „Verarbeitungskapazität“,
„Aufmerksamkeitskontrolle“ und „Vorstellungskontrolle“. Bezüglich der positiven Symptome
korrelierte Subskala „Ablenkbarkeit“ der InSka positiv signifikant mit „Halluzinationen“,
„Wahnvorstellungen“, „bizarres Verhalten“ und „Gesamtscore“ des SAPS. Subskala
„Überlastung“ korrelierte nur positiv signifikant mit „Wahnvorstellungen“. Subskala
„Verarbeitungskapazität“ korrelierte negativ signifikant mit „Halluzinationen“ und
127
„Gesamtscore“ des SAPS. Subskala „Aufmerksamkeitskontrolle“ korrelierte negativ mit
„Wahnvorstellungen“ und „Gesamtscore“ des SAPS.
Bei den akuten Schizophrenen (siehe Tabelle 68 im Anhang 1) korrelierten
„Ablenkbarkeit“, „Überlastung“ und „Aufmerksamkeitskontrolle“ mit keiner Subskala der
negativen Symptome. „Vorstellungskontrolle“ korrelierte negativ mit „Sprachverhalten“,
„Sozialverhalten“ und „Gesamtscore“ der InSka. „Verarbeitungskapazität“ korrelierte negativ mit
den meisten Subskalen der SANS und InSka (Affektverflachung, Abulie-Apathie, AnhedonieAssozialität, SANS-Summe, Motorischer Antrieb, Sprachverhalten, Affektive Reaktionen,
Initiative & Motivation, Sozialverhalten und InSka-Summe). Es gab keine signifikante
Korrelation zwischen Subskalen des TAS und der Plussymptomatik. Es gab ebenfalls bei den
Depressiven keine signifikante Korrelation zwischen Subskalen des TASs und der Minus- und
Plussymptomatik (siehe Tabelle 69 im Anhang 1). Nur korrelierte „Verarbeitungskapazität“
negativ signifikant mit „Alogie-Paralogie“ und „Gesamtscore“ von SANS und ebenfalls mit
allen Subskalen des InSka (außer Wahn & Autismus). Zusammengefasst bei den chronischen
schizophrenen Patienten korrelierte „Ablenkbarkeit“ mit positiven Symptomen, aber
„Überlastung“ korrelierte mit keinem Maß von negativen und positiven Symptomen (nur mit
Halluzinationen). Bei den akut Schizophrenen und Depressiven korrelierten zwei negative
Dimensionen des TAS (Ablenkbarkeit und Überlastung) mit keinem Maß von negativen oder
positiven Symptomen. Aber bei beiden Patientengruppen korrelierte „Verarbeitungskapazität“
negativ mit den meisten der Maße von negativen Symptomen.
Korrelationen zwischen FBF und neuropsychologischen Tests: In der Gruppe der chronisch
schizophrenen Patienten (siehe Tabelle 70 im Anhang 1) korrelierte der Gesamtscore des FBF
negativ signifikant mit einer Variablen des WCST (Kategorien), mit einer Variablen des WLTs
(richtige Reproduktionen) und mit einer Variablen des PAAF (richtige Reproduktionen für 2er
Versuch). „Selektive Aufmerksamkeit“ korrelierte negativ signifikant mit dem WLT (richtige
Reproduktionen für den 1. Versuch) und mit dem PAAF (richtige Reproduktionen für den 2er
Versuch). „Diskriminationsschwäche“ korrelierte positiv mit einer Variablen des Line Bisection
Test (linksbündige Linien). „Automatismenverlust“ korrelierte negativ mit einer Variablen des
WLT (richtige Reproduktionen für den 2er Versuch) und einer Variablen des PAAFs (richtige
Reproduktionen für den 2er Versuch). „Sprachstörungen“ korrelierten negativ signifikant mit
dem WCST (Kategorien), mit dem WLT (richtige Reproduktionen für den 1er Versuch und
richtige Reproduktionen für den 3er Versuch) und mit dem PAAF (richtige Reproduktionen für
den 2er Versuch und richtige Reproduktionen für den 3er Versuch). In der Gruppe der akut
schizophrenen Patienten (siehe Tabelle 71 im Anhang 1) korrelierte der „Gesamtscore“ des FBF
negativ signifikant mit dem WLT (richtige Reproduktionen für den 1. Versuch) und einer
Variablen des PAAF (richtige Reproduktionen für den 1er Versuch). „Selektive
Aufmerksamkeit“ korrelierte negativ signifikant mit dem WLT (richtige Reproduktionen für den
2er Versuch), mit dem PAAF (richtige Reproduktionen für den 1er Versuch und Gesamtscore des
PAAF). „Diskriminationsschwäche“ korrelierte negativ signifikant mit dem PAAF (richtige
Reproduktionen für den 1. Versuch). „Kognitives Gleiten“ korrelierte negativ signifikant mit dem
WLT (richtige Reproduktionen für den 2er Versuch). Automatismenverlust korrelierte negativ
mit einer Variablen des PAAF (richtige Antworten für den 1er Versuch). „Sprachstörungen“
korrelierte negativ signifikant mit einer Variablen des PAAF (richtige Antworten für den 1.
Versuch). In der Gruppe der depressiven Patienten (siehe Tabelle 72 im Anhang 1) gab es keine
signifikanten Korrelationen zwischen der FBF und den neuropsychologischen Tests. Nur die
negative Korrelation zwischen dem Gesamtscore des FBF und einer Variablen des TvH
128
(Lösungszeit für den ersten 3er Unterturm) war erheblich. Ebenso war die negative Korrelation
zwischen „Sprachstörungen“ und einer Variablen des TvHs (Lösungszeit für den ersten 3er
Unterturm) erheblich.
9.7
Zusammenfassung der Ergebnisse
H1) Es wurde geprüft, ob chronisch schizophrene Patienten im Vergleich zu Patienten mit
unipolar endogener Depression in neuropsychologischen Tests zur Erfassung frontaler
Funktionen schlechtere Ergebnisse erzielen. Die Ergebnisse bestätigten zum Teil diese
Hypothese. Der Vergleich der Leistungen von beiden Patientengruppen in neuropsychologischen
Tests zur Erfassung frontaler Funktionen zeigt die folgenden Ergebnisse (S = Signifikant, NS =
Nicht-signifikant):
Wisconsin Card Sorting Test (NS): Chronisch schizophrene Patienten zeigten bessere Leistungen.
Der Unterschied war aber nicht signifikant.
Turm von Hanoi (N): Depressive brauchten mehr Züge und machten Mehr Regelverstöße,
während chronisch schizophrene Patienten längere Lösungszeiten benötigten. Die Unterschiede
waren nicht signifikant.
Stroop Test (S): Chronisch Schizophrene zeigten signifikant schlechtere Leistungen als
Depressive.
FAS-Test (S): Depressive äußerten mehr Wörter als chronisch schizophrene Patienten. Die
Differenz war signifikant.
Zusammenfassend lässt sich somit sagen, dass die chronisch schizophrenen Patienten
insgesamt im Vergleich zu den depressiven Patienten schlechtere Leistungen im Stroop Test und
im FAS-Test aufwiesen, aber bezüglich des TvH (Turm von Hanoi) und WCST (Wisconsin Card
Sorting Test) die Differenzen zwischen den Patientengruppen statistisch nicht signifikant waren.
H2, H3) Es wurde geprüft, ob chronisch schizophrene Patienten im Vergleich zu Patienten mit
unipolar endogener Depression in den neuropsychologischen Tests zur Erfassung frontotemporaler Funktionen (verbales und nichtverbales Gedächtnis) schlechtere Ergebnisse erzielen.
Ebenfalls wurde geprüft, ob chronisch schizophrene Patienten im Vergleich zu Patienten mit
unipolar endogener Depression eine schlechtere Leistung in den Tests zur Erfassung von frontotemporalen Funktionen bezüglich der linken Hemisphäre (verbaler Gedächtnistest) zeigen. Der
Vergleich der Leistungen von beiden Patientengruppen weist die folgenden Ergebnisse auf:
Wörterlerntest (S): Depressive Patienten zeigten im ganzen Test höhere Mittelwerte auf als
chronisch schizophrene Patienten. Aber nur bei der Variablen „Merkfähigkeit CA“ war das
Ergebnis signifikant.
Assoziativer Wortlerntest (NS): Depressive Patienten zeigten im ganzen Test höhere Mittelwerte
als chronische schizophrene Patienten. Die Unterschiede waren aber nicht signifikant.
129
Paare-Assoziations-Test von abstrakten Figuren (NS): Depressive konnten sich besser als
chronisch schizophrene Patienten an die Figuren erinnern. Allerdings war die Differenz zwischen
den Patientengruppen statistisch nicht signifikant.
Die Ergebnisse bestätigten zum Teil diese Hypothesen. Zusammenfassend lässt sich somit
sagen, dass die chronisch schizophrenen Patienten insgesamt im Vergleich zu den depressiven
Patienten schlechtere Leistungen im WLT (Wörterlerntest) aufwiesen, aber bezüglich der AWLT
(assoziativer Wortlerntest) und PAAF (Paare-Assoziations-Test von abstrakten Figuren) waren
die Differenzen zwischen den Patientengruppen statistisch nicht signifikant. Bezüglich der
Lateralisierung wurde im Vergleich zu den depressiven Patienten eine schlechtere Leistung der
chronischen schizophrenen Patienten nur im Wörterlerntest (ein Test zur Erfassung von
Funktionen der linken Hemisphäre) bestätigt. Die Ergebnisse der AWLT- und PAAF-Tests
zeigten aber keinen signifikanten Unterschied zwischen den Patientengruppen.
H4) Es wurde vermutet, dass chronisch schizophrene Patienten keine Störung im Line Bisection
Test (LBT) zur Erfassung von Parietallappenfunktionen im Vergleich zu den depressiven
Patienten zeigen. Der Vergleich der Leistungen von chronischen schizophrenen Patienten und
Depressiven im LBT bestätigte diese Hypothese.
Line Bisection Test (NS): Chronisch schizophrene Patienten zeigten bessere Leistungen, aber der
Unterschied war nicht statistisch signifikant.
Tab. 73: Vergleich der chronisch Schizophrenen und depressiven Patienten in den neuropsychologischen Tests
Neuropsychologische Tests
1. FAS-Test
2. Stroop-Test
3. Wisconsin Card Sorting Test
4. Turm von Hanoi
5. Wörterlerntest
6. Assoziativer Wortlerntest
7. Paare-Assoziations-Test (Figuren)
8. Line Bisection Test
Ergebnisse
Wahrscheinlichkeit
Depressive > Schizophrene
Depressive > Schizophrene
P< 0.000
P< 0.000
NS
NS
P< 0.003
NS
NS
NS
Depressive > Schizophrene
H5)
Es wurde geprüft, ob schizophrene Patienten in einer akuten Phase vorwiegend positive
Symptome zeigen, und ob chronisch schizophrene Patienten während einer residualen Phase
vorwiegend negative Symptome zeigen. Ein Vergleich der Mittelwerte von beiden
Patientengruppen in SANS, SAPS und InSka zeigten die folgenden Ergebnisse:
130
SANS:
A: Gesamtscore (NS): Im Gesamtscore des SANS erzielten die chronisch Schizophrenen einen
höheren Mittelwert als die akut Schizophrenen, aber die Differenz war nicht signifikant.
B: Subskalen (S): In den Subskalen unterschieden sich die Gruppen signifikant voneinander. In
den Variablen „Alogie & Paralogie“ und „Affektverflachung & Affektstarrheit“ hatten chronisch
Schizophrene einen höheren Mittelwert aber in den Variablen „Abulie-Apathie“, „AnhedonieAssozialität“ und „Aufmerksamkeit“ erreichten die Patientengruppen fast identische Mittelwerte.
InSka (S): Im „Gesamtscore“ und in den Subskalen „Wahn & Autismus“, „Initiative und
Motivation“ und „Sozialverhalten“ zeigten akut Schizophrene statistisch signifikant mehr
Störungen als chronisch Schizophrene.
SAPS (S): Im Gesamtscore und in allen Subskalen zeigten akut Schizophrene signifikant mehr
Störungen als chronisch Schizophrene.
Zusammenfassend wurde bestätigt, dass schizophrene Patienten mit klaren positiven
Symptomen in einer akuten Phase, im Vergleich zu den Patienten in einer chronischen Phase,
signifikant mehr positive Symptome zeigten. Aber die akuten schizophrenen Patienten
unterschieden sich im Gesamtscore der SANS nicht signifikant von den chronischen Patienten.
Sie wiesen im Gesamtscore der InSka sogar statistisch mehr Störungen als chronisch
Schizophrene auf. Die chronisch schizophrenen Patienten zeigten in den SANS während einer
residualen Phase mehr negative Symptome als die Schizophrenen in einer akuten Phase, aber die
Differenz war nicht signifikant. In einigen Subskalen waren die Unterschiede erheblich.
H6) Es wurde geprüft, ob schizophrene Patienten mit vorwiegend positiven Symptomen im
Vergleich mit schizophrenen Patienten mit vorwiegend negativen Symptomen in
neuropsychologischen Tests zur Erfassung von frontalen Funktionen (Wisconsin Card Sorting
Test, Stroop-Test, FAS-Test) unterschiedliche Ergebnisse erzielen. Der Vergleich der Leistungen
von den Patientengruppen zeigt die folgenden Ergebnisse:
Wisconsin Card Sorting Test (S): Akut Schizophrene (mit vorwiegend positiven Symptomen)
zeigten im Vergleich zu chronischen Schizophrenen (mit vorwiegend negativen Symptomen)
signifikant schlechtere Leistungen.
FAS-Test
(S): Chronisch Schizophrene
Schizophrene.
äußerten signifikant mehr Wörter als akute
Stroop-Test (NS): Chronisch Schizophrene zeigten bessere Mittelwerte als akut Schizophrene,
aber die Differenzen waren nicht signifikant.
Die Ergebnisse bestätigten nicht die Hypothese. Schizophrene Patienten mit vorwiegend
positiven Symptomen zeigten in allen drei Aufgaben schlechtere Leistungen als Patienten mit
vorwiegend negativen Symptomen. Davon waren die Differenzen zwischen den
Patientengruppen im WCST und FAS-Test statistisch signifikant.
131
H7) Es sollte geprüft werden, ob schizophrene Patienten mit vorwiegend positiven Symptomen
im Vergleich zu den Patienten mit vorwiegend negativen Symptomen in den Tests zu Frontotemporalfunktionen (verbale und nicht verbale Gedächtnistests) unterschiedliche Ergebnisse
erzielen. Der Vergleich der Leistungen von den Patientengruppen zeigt die folgenden Ergebnisse:
Wörterlerntest (NS): Chronisch Schizophrene hatten bessere Mittelwerte als akut Schizophrene,
aber die Differenzen waren nicht signifikant. (S): Depressive Patienten hatten in der Variablen
„Merkfähigkeit CA“ signifikant bessere Mittelwerte als akut Schizophrene.
Assoziativer Wortlerntest (NS):Die Patientengruppen unterschieden sich in keiner Variablen des
Tests signifikant voneinander. Depressive Patienten hatten in allen Variablen bessere Mittelwerte
als schizophrene Patienten mit vorwiegend positiven Symptomen. Ebenso erreichten akut
Schizophrene bessere Mittelwerte als chronisch Schizophrene.
Paare-Assoziations-Test von abstrakten Figuren (S): Chronisch Schizophrene und depressive
Patienten zeigten signifikant bessere Leistungen als akut Schizophrene.
Zusammenfassend lässt sich somit sagen, dass chronisch und akut schizophrene Patienten
sich in den „Wörterlerntest“ und „assoziativer Wortlerntest“ (zwei verbale Gedächtnistests) nicht
signifikant voneinander unterschieden, chronisch Schizophrene zeigten aber im PAAF (nichtverbaler Gedächtnistest) signifikant bessere Leistungen als akute Schizophrene. Ebenso
erreichten depressive Patienten im PAAF signifikant höhere Mittelwerte als akute Schizophrene.
H8) Es war anzunehmen, dass schizophrene Patienten mit positiven Symptomen wie auch
Schizophrene mit negativen Symptomen kein Defizit in dem Test bezüglich der
Parietallappendefizite (Line Bisection Test) zeigen. Der Vergleich der Leistungen von chronisch
und akut schizophrenen Patienten im LBT konnte diese Hypothese nicht bestätigen.
Line Bisection Test (S): Akut Schizophrene
chronisch Schizophrene und Depressive.
zeigten signifikant schlechtere Leistungen als
Tab. 74: Vergleich der akut und chronisch schizophrenen Patienten in den neuropsychologischen Tests
Neuropsychologische
Tests
1. FAS-Test
2. Stroop-Test
3. WCST
5. Wörterlerntest
6. Assoziativer Wortlerntest
7. Paare-Assoziations-Test (Figuren)
8. Line Bisection Test
Ergebnisse
chronisch Schizophrene> akut
chronisch Schizophrene> akut
chronisch Schizophrene> akut
chronisch Schizophrene> akut
Wahrscheinlichkeit
P< 0.000
NS
P> 0,001
NS
NS
P< 0,008
P< 0,007
132
H9) Es wurde ebenfalls geprüft, ob schizophrene Patienten mit vorwiegend positiven Symptomen
eine Lateralität in Tests bezüglich der linken Hemisphäre (verbales Gedächtnis) oder der rechten
Hemisphäre (nichtverbales Gedächtnis) im Vergleich zu übrigen Patientengruppen zeigen. Die
Ergebnisse wiesen auf, dass schizophrene Patienten mit vorwiegend positiven Symptomen im
Vergleich zu depressiven Patienten signifikant schlechtere Leistungen in den Tests bezüglich der
linken Hemisphäre (Wörterlerntest) und rechten Hemisphäre (Paare-Assoziations-Test von
abstrakten Figuren, PAAF) zeigten. Ebenso hatten sie im Vergleich zu den chronisch
schizophrenen Patienten signifikant schlechtere Mittelwerte im PAAF. Insgesamt sieht es so aus,
dass akut Schizophrene bilaterale Störungen in den Tests zur Erfassung der fronto-temporalen
Funktionen zeigen.
H10) Es wurde postuliert, dass schizophrene Patienten mit vorwiegend positiven Symptomen bei
allen neuropsychologischen Tests, besonders beim Stroop Test, der die selektive Aufmerksamkeit
untersucht, ein Defizit zeigen müssten, wenn sie über ein Aufmerksamkeitsdefizit verfügen. Die
Ergebnisse der neuropsychologischen Tests zeigten, dass schizophrene Patienten mit vorwiegend
positiven Symptomen im Vergleich zu den Schizophrenen mit negativen Symptomen signifikant
schlechtere Leistungen in den Tests zu frontalen Funktionen (Wisconsin Card Sorting Test &
FAS-Test), frontotemporalen Funktionen (Paare-Assoziations-Test von abstrakten Figuren) und
parietalen Funktionen (Line Bisection Test) aufwiesen. Chronisch schizophrene Patienten hatten
im Stroop Test und WLT ebenfalls bessere Mittelwerte als akut schizophrene Patienten, die
Differenzen waren aber nicht signifikant. Ebenso erzielten schizophrene Patienten mit
vorwiegend positiven Symptomen im Vergleich zu depressiven Patienten in allen
neuropsychologischen Tests, außer dem „assoziativer Wortlerntest“ (AWLT), signifikant
schlechtere Mittelwerte.
H11) Es wurde erwartet, dass schizophrene Patienten mit negativen Symptomen in allen
neuropsychologischen Aufgaben der Frontal-, Frontotemporal- und Parietallappenfunktion
schlechtere Ergebnisse zeigten, wenn die negative Symptome nicht einer speziellen Gehirnregion
zugeordnet werden können. Die Ergebnisse der neuropsychologischen Aufgaben zeigten, dass
schizophrene Patienten mit negativen Symptomen nur im Stroop Test und FAS-Test (zwei Tests
zu Erfassung frontaler Funktionen) und im WLT (zur Erfassung fronto-temporaler Funktionen)
schlechtere Leistungen als depressive Patienten zeigten. Die Differenzen zwischen chronisch
Schizophrenen und Depressiven in den übrigen neuropsychologischen Tests (Wisconsin Card
Sorting Test, Turm von Hanoi, assoziativer Wortlerntest, Paare-Assoziations-Test von abstrakten
Figuren, & Line Bisection Test) waren statistisch nicht bedeutsam.
H12) Es ist anzunehmen, dass SANS und InSka, zwei Instrumente zur Erfassung der negativen
und residualen Symptome, bei schizophrenen Patienten miteinander korrelieren. Bei beiden
schizophrenen Patientengruppen korrelierten die Skalen hoch signifikant miteinander. Bei
chronisch Schizophrenen Patienten korrelierten die Subskalen der beiden Instrumente hoch
signifikant miteinander. Die Subskala „Anhedonie & Assozialität“ der SANS korrelierte aber
nicht signifikant mit den Subskalen „Sprachverhalten“, „affektive Reaktionen“ und „Wahn &
Autismus“ der InSka. Bei den akut Schizophrenen waren die Korrelationen niedriger. Die
Subskala „Wahn & Autismus“ der InSka korrelierte mit keiner Subskala der SANS. Ebenso
korrelierte Subskala „Sozialverhalten“ der InSka nur mit dem „Gesamtscore“ der SANS. Die
Subskala „Initiative & Motivation“ der InSka korrelierte nur mit der Subskala
„Affektverflachung & Starrheit“ und dem „Gesamtscore“ der SANS. Die Subskala
„Aufmerksamkeit“ der SANS korrelierte nur mit der Subskala „Sprachverhalten“ der InSka
133
signifikant. Drei Subskalen der InSka, bestehend aus „Wahn & Autismus“, „Initiative &
Motivation“ und „Sozialverhalten“, korrelierten selten mit Subskalen des SANS. Dagegen
korrelierte „Wahn & Autismus“ positiv signifikant mit Subskalen des SAPSs bei Schizophrenen.
H13) Die Assoziation zwischen der Minus und Plussymptomatik (SANS, InSka, SAPS) und den
neuropsychologischen Tests in den unabhängigen Patientengruppen wurde geprüft (siehe
Tabellen 58 und 59 im Anhang 1). Bei den chronisch schizophrenen Patienten korrelierten SANS
und InSka negativ signifikant mit einigen Variablen des Wisconsin Card Sorting Test (WCST),
Stroop-Test , Paare-Assoziations-Test von abstrakten Figuren (PAAF) und Wörterlerntest
(WLT). SAPS korrelierte nur mit WCST negativ. Bei den akut schizophrenen Patienten
korrelierte die SANS negativ mit einigen Variablen des WCST, Stroop-Test, FAS-Test, PAAF
und assoziativer Wortlerntest (AWLT). Die InSka korrelierte negativ mit einigen Variablen des
WCST, FAS-Test und AWLT. InSka korrelierte positiv mit der Variablen „Lernen Lernen Score“
des WCSTs. SAPS korrelierte mit keiner neuropsychologischen Testleistung bei den akuten
Schizophrenen.
H14) Es wurde geprüft, ob der „Test für Aufmerksamkeitsstile“ (TAS) schizophrene und
depressive Patienten voneinander unterscheiden kann. Ein Vergleich der Mittelwerte von drei
Patientengruppen im TAS zeigte das folgende Ergebnis:
Test für Aufmerksamkeitsstile (S): Die Patientengruppen unterschieden sich signifikant
voneinander.
H15) Es wurde geprüft, ob Subskalen des „Test für Aufmerksamkeitsstile“ (TAS) mit
Leistungen der Patienten in den neuropsychologischen Instrumenten korrelieren. Bei chronisch
Schizophrenen korrelierte die Subskala „Ablenkbarkeit“ mit keinem neuropsychologischen Test.
„Überlastung“ korreliert nur mit einer Variablen des „Turm von Hanoi“ (TvH) signifikant. Die
anderen Subskalen des TASs (Verarbeitungskapazität, Aufmerksamkeitskontrolle und
Vorstellungskontrolle) zeigten nur mit verschiedenen Variablen des TvHs eine Korrelation (siehe
Tabelle 65 im Anhang 1). In der Gruppe der akut schizophrenen Patienten (siehe Tabelle 66 im
Anhang 1) korrelierte „Ablenkbarkeit“ positiv signifikant mit dem Line Bisection Test
(Gesamtscore) und negativ signifikant mit dem „Paare-Assoziations-Test von abstrakten Figuren“
(richtige Reproduktionen für den ersten Versuch). Die Subskala „Überlastung“ korrelierte negativ
signifikant mit dem PAAF (richtige Reproduktionen für den ersten Versuch). Die Subskala
„Verarbeitungskapazität“ korrelierte positiv signifikant mit dem FAS-Test (Gesamtscore). In der
Gruppe der depressiven Patienten gab es keine signifikanten Korrelationen zwischen dem TAS
und den neuropsychologischen Tests.
Ebenso wurde geprüft, ob TAS mit Minus- und Plussymptomatik korreliert. Bei den chronisch
Schizophrenen korrelierten Subskalen der SANS und InSka (Minussymptomatik) sehr selten mit
den Subskalen des TASs. Bezüglich der positiven Symptome korrelierte Subskala
„Ablenkbarkeit“ mit Gesamtscore und den meisten der Subskalen des SAPA. Bei akut
Schizophrenen korrelierte Subskala „Verarbeitungskapazität“ mit den meisten der Subskalen von
SANS und InSka. Es gab keine signifikante Korrelation zwischen „Ablenkbarkeit“ und
„Überlastung“ von TAS und SANS und InSka. Bezüglich der positiven Symptome wurde keine
signifikante Korrelation herausgefunden. Bei Depressiven korrelierte „Verarbeitungskapazität“
mit allen Subskalen der InSka (außer Wahn & Autismus) und Gesamtscore der InSka. Ebenso
korrelierte sie mit „Gesamtscore“ und „Alogie-Paralogie“ von SANS.
134
H16) Wenn schizophrene Patienten mit vorwiegend positiven Symptomen über ein
Aufmerksamkeitsdefizit verfügen, müsste sich im Vergleich zu schizophrenen Patienten mit
negativen Symptomen im TAS ein Defizit zeigen. TAS konnte die Gruppen statistisch signifikant
voneinander unterscheiden. Es sah so aus, dass akut Schizophrene mehr subjektive Störungen
bezüglich der Aufmerksamkeitsstile als chronisch Schizophrene aufwiesen.
H17) Es wurde geprüft, ob der Frankfurter- Beschwerde- Fragebogen (FBF) schizophrene und
depressive Patienten voneinander unterscheiden kann. Der Vergleich der Mittelwerte von drei
Patientengruppen im FBF zeigte die folgenden Ergebnisse:
Frankfurter-Beschwerde-Fragebogen:
A. Gesamtscore (NS): Der Gesamtscore des FBF konnte zwischen den Patientengruppen nicht
signifikant unterscheiden, aber das Signifikanzniveau war zwischen den Gruppen erheblich
P<0.059).
B. Subskalen (S): Bezüglich der Subskalen unterschieden sich die Patientengruppen signifikant
voneinander. Betrachtet man die einzelnen Variablen, so zeigte sich, dass die Patientengruppen
bei keiner einzelnen Variablen signifikante Ergebnisse erbrachten. Nur bei der Variablen
„Motalität & Motorik“ war die Wahrscheinlichkeit erheblich (P< 0.01).
Zusammenfassend konnte der Gesamtscore des FBF
Patientengruppen statistisch nicht signifikant unterscheiden.
zwischen
den
verschiedenen
H18) Die Beziehung zwischen objektiven Maßen der kognitiven Funktionsstörungen und der
Basisstörungen im Frankfurter- Beschwerde- Fragebogen (FBF) wurde bei Schizophrenen
geprüft. Bei schizophrenen Patienten korrelierten die Subskalen der FBF sehr selten mit
Leistungen der Patienten in den neuropsychologischen Tests (siehe Tabellen 70 und 71 im
Anhang 1). In der Gruppe der depressiven Patienten (siehe Tabelle 72 im Anhang 1) gab es keine
signifikanten Korrelationen zwischen der FBF und den neuropsychologischen Tests.
H19) Die Assoziation zwischen der Minus und Plussymptomatik (SANS, InSka, SAPS) und
dem FBF wurde geprüft. Bei den akut schizophrenen Patienten gab es keine signifikante
Korrelation zwischen den Skalen. Die Korrelationen bei den chronisch Schizophrenen waren
dagegen hoch signifikant (siehe Tabelle 64). Der FBF korrelierte signifikant mit SANS, InSka
und SAPS.
135
10
Gesamtdiskussion und Zusammenfassung
Schizophrene Patienten leiden an neurokognitiven Defiziten. Mehrere Studien haben
herausgefunden, dass schizophrene Patienten im Vergleich zu gesunden Kontrollprobanden in
den Tests zur Erfassung von frontalen und frontotemporalen Funktionen schlechtere Leistungen
zeigen. In der vorliegenden Arbeit wurde die Spezifität der kognitiven Störungen bezüglich der
Frontal- und Frontotemporallappenfunktionen der schizophrenen Patienten im Vergleich mit
endogen depressiven Patienten untersucht. Auf einer zweiten Ebene wurden die kognitiven
Störungen der schizophrenen Patienten in Beziehung mit der Minus- und Plussymptomatik
betrachtet. In der dritten Ebene wurden die Beziehungen zwischen dem subjektiven Erleben der
kognitiven Funktionen einerseits, und den negativen bzw. positiven Symptomen sowie objektiven
kognitiven Testleistungen der Patientengruppen andererseits, untersucht.
Seit Kraepelins Hypothese über eine Beziehung zwischen der Frontallappenpathologie
und schizophrenen Symptomen gibt es eine wachsende Anzahl von Untersuchungen zu diesem
Thema. Später unterstützten mehrere Studien mittels neuer neuroradiologischer und
neurophysiologischer Methoden diese Hypothese. Es wird vermutet, dass einige Symptome der
Schizophrenie durch strukturelle und funktionelle Veränderungen der Frontallappen verursacht
sein könnten (Andreasen, 1986). Patienten mit Frontallappenläsionen zeigen verschiedene
kognitive Störungen wie z.B. Aufmerksamkeitsstörungen (Perret, 1974; Helmstädter et al., 1996),
ein Defizit des Sprachflusses (Milner, 1964; Butler et al., 1993), Störungen der Abstraktion
(Milner, 1963; Arnett, 1994) und Störungen der Planungsfähigkeit (Luria, 1973; Fuster, 1989). Es
wurde diskutiert, dass chronisch schizophrene Patienten im Vergleich zu gesunden
Kontrollprobanden ähnliche kognitive Störungen wie Patienten mit Frontallappenläsionen zeigten
(siehe Kapitel 1). Mehrere Studien (aber nicht alle) zeigten neurophysiologische und
neuroradiologische Veränderungen im Frontallappen von schizophrenen Patienten. Es ist nicht
klar, ob diese Abnormität auf schizophrene Patienten beschränkt ist. Die gleichen
neuropsychologischen Störungen sind zum Teil bei depressiven Patienten im Vergleich zu
Kontrollprobanden berichtet worden, die Ergebnisse sind aber sehr widersprüchlich und es
werden weitere Untersuchungen benötigt. Im Vergleich mit der Schizophrenie sind
Gehirnbeeinträchtigungen bei affektiven Störungen weniger untersucht worden und unsere
Kenntnis vom Substrat dieser Störungen ist beschränkt. Ebenso wurde diskutiert, dass
schizophrene Patienten in den Tests zur Erfassung von frontotemporalen Funktionen schlechtere
Leistungen im Vergleich zu den normalen Probanden aufwiesen (siehe Kapital 1). Es ist
notwendig, zwei Patientengruppen in verschiedenen Tests zur Erfassung von frontalen und
frontotemporalen Funktionen zu vergleichen. Entsprechend Kraepelins dichotomischer Ansicht
sollen Patienten mit affektiven Störungen und Schizophrene nicht das gleiche
neuropsychologische Muster zeigen (zitiert nach Franke et al., 1993, S. 77).
Die vorliegende Studie untersuchte, ob die schwachen Leistungen der chronisch
schizophrenen Patienten in Tests zur Erfassung der frontalen Funktionen für diese
Patientengruppe spezifisch ist oder andere endogen psychiatrische Patienten, wie z.B. unipolar
endogen depressiv Erkrankte, gleiche Defizite zeigen. Die beiden Patientengruppen wurden
mittels vier neuropsychologischer Tests zur Erfassung der frontalen Funktionen (Wisconsin Card
Sorting Test, Turm von Hanoi, Stroop-Test und FAS-Test) verglichen. Chronisch schizophrene
Patienten äußerten signifikant weniger Wörter im FAS-Test im Vergleich zu den depressiven
Patienten. Die Beziehung zwischen verbalen Flüssigkeitsstörungen und cerebralen Verletzungen,
besonders der Frontallappen, wurde schon von mehreren Forschern beschrieben (Milner, 1964;
136
Benton, 1968; Perret, 1974; Crowe, 1992). Miller (1984) konstatierte Störungen des
Sprachflusses bei verbalen Aufgaben als ein spezifisches Phänomen nach frontalen Läsionen.
Kolb & Whishaw (1983) fanden schlechte Leistungen der schizophrenen Patienten, besonders im
„Chicago Word Fluency Test“, im Vergleich zu gesunden Probanden. Obwohl Gruzelier et al.
(1988) keinen signifikanten Unterschied zwischen Schizophrenen und Kontrollpersonen
herausgefunden haben, schnitten die schizophrenen Patienten schlechter ab als eine vergleichbare
Gruppe im verbalen Flüssigkeitstest (VFT). Insgesamt haben verschiedene Studien (Kolb &
Whishaw, 1983; Franke et al., 1993; Blanchard & Neale, 1994) festgestellt, dass die Leistungen
der schizophrenen Patienten in den Tests zum Sprachfluss im Vergleich zu Gesunden
beeinträchtigt sind. Der Vergleich zu den depressiven Patienten, bestätigen die Ergebnisse dieser
Studie die Befunde von Franke et al. (1993) nicht. Sie verglichen schizophrene und depressive
Patienten und fanden heraus, dass beide Patientengruppen ähnliche Ergebnisse zeigten und eine
niedrigere Anzahl von Wörtern im „Verbal Fluency Test“ reproduzierten als die Kontrollgruppe.
Die widersprüchlichen Ergebnisse können wegen der unterschiedlichen Patientengruppen in
beiden Studien entstehen. Die schizophrenen Patienten dieser Untersuchung waren in einer
chronischen Phase mit vorwiegend negativen Symptomen, während die schizophrenen Patienten
von Franke et al. (1993) in einer akuten Phase waren. Es ist anzumerken, dass die depressiven
Patienten in dieser Studie in einer Psychose-Phase waren und sich alle in stationärer Behandlung
befanden. Nach Lezak (1995) können Alter und Bildung die Leistungen im VFT beeinflussen. In
der vorliegenden Studie waren aber depressive (M=41.37) signifikant (P<0.000) älter als
chronisch schizophrene Patienten (M=33.55). Bezüglich der „Schuljahre“ gab es keinen
signifikanten Unterschied zwischen beiden Patientengruppen. Die Wirkung von Medikamenten
bezüglich der verbalen Flüssigkeitsprozesse ist nicht klar, Testergebnisse korrelieren aber mit den
klinischen Symptomen. Brekke et al. (1997) fanden eine negative Korrelation (P<0.05) zwischen
Leistungen der Patienten im VFT und der Anzahl von Symptomen im BPRS (Brief Psychiatric
Rating Scale) heraus. Sie haben postuliert, dass ein Defizit im VFT bei Schizophrenen durch die
Steigerung der Anzahl der Symptome entstehen kann.
Bezüglich der selektiven Aufmerksamkeit stellten die Patientengruppen ebenfalls
unterschiedliche Ergebnisse dar. Chronisch schizophrene Patienten zeigten im Vergleich zu den
depressiven Patienten eine deutliche Verlangsamung im Stroop-Test. Everett et al. (1989)
untersuchten mit einem Stroop-Test selektive Aufmerksamkeitsdefizite bei schizophrenen (in
einer akuten Phase) und nicht schizophrenen psychiatrischen Patienten (Depressive) im Vergleich
mit gesunden Probanden. Sie fanden zwei separate selektive Aufmerksamkeitsdefizite bei
schizophrenen Patienten heraus. Die Patienten hatten Schwierigkeiten, den salienten „salient“
Aspekt eines komplexen Anreizes zu bearbeiten. Dieses Problem hatten beide Gruppen
schizophrener Patienten und nichtschizophrener Probanden. Schizophrene Patienten hatten
ebenfalls Schwierigkeiten, die selektive Aufmerksamkeit über die Zeit aufrechtzuerhalten. Dieses
Problem schien bei den schizophrenen Patienten spezifischer zu sein. Der Test untersucht die
Interferenz bzw. Hemmungseffekte in den Stichproben. Patienten mit Frontallappendefiziten
zeigen klare Aufmerksamkeitsstörungen. Mehrere Studien bestätigen die Beziehung zwischen
Frontallappenstörungen und selektiver Aufmerksamkeit (siehe Cohen, 1993; Foster et al., 1994;
Stuss et al., 1995). Die Störung der selektiven Aufmerksamkeit ist ebenso ein wichtiger Aspekt
der Schizophrenie. Die Patienten zeigen ein großes Defizit in der selektiven Aufmerksamkeit im
Vergleich zu Gesunden (siehe Schreiber et al., 1995; Everett et al., 1989; Jost, 1992; Vaitl et el.,
1995). Es wird vermutet, dass schwache Leistungen der Schizophrenen in den kognitiven
Aufgaben aufgrund eines Kerndefizits in der Aufmerksamkeit bestehen.
137
Die chronisch schizophrenen Patienten und endogen Depressiven unterschieden sich in
dem Wisconsin Card Sorting Test (WCST) und Turm von Hanoi (TvH) nicht signifikant
voneinander. Ein Defizit der Abstraktionsfähigkeit ist bei Schizophrenen und Patienten mit
Frontallappenschädigung häufig ausgeführt worden. Das Auftreten von schwachen Leistungen
schizophrener Patienten im WCST ist ein einheitlicher Befund. Schizophrene Patienten machen
mehr perseverative Fehler und erreichen weniger Kategorien als gesunde Kontrollprobanden
(siehe Fey, 1951; Seidman et al., 1997). In dieser Studie waren die Unterschiede zwischen
schizophrenen Patienten und Depressiven nicht signifikant. Diese Ergebnisse bestätigten die
Befunde von van der Does et al. (1992), Franke et al. (1993) und Axelrod et al. (1994). Van der
Does et al. (1992) kamen in einem Überblicksartikel zu dem Schluss, dass der WCST zwischen
Schizophrenen und Depressiven nicht unterscheiden kann. Franke et al. (1993) verglichen
Schizophrene, Patienten mit unipolarer, nicht psychotischer Depression und Gesunde mit dem
WCST und anderen neuropsychologischen Tests. Beide Patientengruppen unterschieden sich
bedeutend von den Kontrollpersonen in ihren neuropsychologischen Leistungen. Schizophrene
und depressive Patienten waren aber im WCST nicht sehr unterschiedlich. Axelrod et al. (1994)
verglichen Schizophrene, affektive Patienten, Hirngeschädigte sowie Gesunde mit Hilfe des
WCST. Die Kontrollgruppe zeigte eine bedeutend bessere Leistung als die Patientengruppen,
aber die Unterschiede zwischen den Patientengruppen waren nicht bedeutsam. Sie kamen zu dem
Schluss, dass der WCST wahrscheinlich mit unterschiedlichen kognitiven Prozessen, wie z.B.
Aufmerksamkeit oder exekutive Funktionen, in Beziehung steht. Deswegen kann der WCST
nicht zwischen verschiedenen Patientengruppen unterscheiden. Die schwache Leistung der
verschiedenen Patientengruppen im WCST kann mit unterschiedlichen kognitiven Störungen in
Beziehung stehen. Schlechtere WCST-Leistungen von depressiven Patienten im Vergleich mit
gesunden Kontrollprobanden wurden schon berichtet (Franke et al., 1993; Lesser et al., 1991).
Die schwache Leistung der depressiven Patienten kann in Beziehung mit klinischen Symptomen
interpretiert werden. Nach Martin (1991) kann sogar eine relativ leichte Depression die
Durchführung eines Abstraktionstest, wie den WCST, beeinflussen. Die WCST-Leistung scheint
mehr mit der Minussymptomatik in Beziehung zu stehen. Faktoren wie Medikamente, Affekt,
Motivation und Training können wahrscheinlich die Test-Ergebnisse beeinflussen (siehe
Summerfelt et al., 1991a).
Es gab ebenfalls keinen signifikanten Unterschied im TvH zwischen den chronisch
schizophrenen Patienten und endogen depressiv Erkrankten. Während Goldberg et al. (1990a)
schlechtere Leistungen der schizophrenen Patienten in allen Parametern des TvH im Vergleich zu
den gesunden Probanden gezeigt haben, waren die Differenzen zwischen den Schizophrenen und
Depressiven in dieser Studie nicht signifikant. Depressive Patienten brauchten mehr Züge,
zeigten mehr Regelverstöße und benötigten kürzere Lösungszeiten als chronisch schizophrene
Patienten. Die Störungen des Planungsverhaltens werden insbesondere nach einer
Frontallappenschädigung deutlich. Sie sind spezifisch für Funktionsstörungen des präfrontalen
Kortex (Fuster, 1989). Es wurde in mehreren Studien dargestellt, dass schizophrene Patienten im
Vergleich zu gesunden Personen mit Problemlöseaufgaben Schwierigkeiten haben (Hanes et al.,
1996; Morris et al., 1995a; Goldberg et al., 1990a; von Ulardt et al., 1985). Problemlöseprozesse
werden wahrscheinlich von einigen Variablen wie Alter, Bildung, Komplexität, Intelligenz,
Übung und Lernen beeinflusst. Die Problemlösefähigkeit steht ebenfalls in Beziehung mit
klinischen Symptomen der Krankheit. In Problemlösen zeigen schizophrene Patienten mit
Minussymptomatik und in der akuten Phase schlechtere Leistungen. Zusammengefasst lässt sich
so sagen, dass die chronisch schizophrenen Patienten im Vergleich zu den depressiven Patienten
in den Tests bezüglich der frontalen Funktionen schlechtere Leistungen im Stroop Test und im
138
FAS-Test aufwiesen, aber in den TvH und WCST die Differenzen zwischen den
Patientengruppen statistisch nicht signifikant waren. D.h., die Patienten mit unipolarer endogener
Depression zeigten in Aufmerksamkeits- und verbalen Flüssigkeitsaufgaben eine signifikant
bessere Leistung als Patienten mit einer chronischen Schizophrenie, aber der Unterschied
zwischen Schizophrenen und depressiven Patienten war in den Tests bezüglich der Abstraktionsund Problemlöseaufgaben nicht signifikant.
Es wurde ebenfalls eine Dysfunktion von einem frontotemporalen Netz in der
Schizophrenie postuliert (siehe Weinberger et al., 1992; Parfitt, 1956; Levin, 1984). Eine
Funktionsstörung der frontalen und temporo-limbischen Regionen ist für die Gedächtnisstörungen verantwortlich. Gedächtnisstörungen sind bei schizophrenen Patienten häufig
beobachtbar und werden als Kernsymptom kognitiver Veränderungen diskutiert (siehe Brand et
al., 1996). Ein Defizit im Gedächtnis ist ebenfalls eine der einheitlichsten kognitiven Störungen
der Depression (siehe Wolfe et al., 1987; Lesser et al., 1991; Gruzelier et al., 1988). Es wurde
diskutiert, dass Patienten mit Temporallappenläsionen materialspezifische Lateralität in den
verbalen und nicht verbalen Gedächtnistests (linke Seite - verbale Störung, recht Seite nichtverbale Störung) zeigen. Mehrere Studien haben strukturelle und funktionelle Abnormitäten
innerhalb der linken oder rechten Hemisphäre oder bilaterale Störungen des Gehirns von
schizophrenen Patienten erforscht. Die Befunde sind widersprüchlich. Die meisten der Studien
haben sich auf die linke Hemisphäre bezogen (siehe Flor-Henry et al., 1989; Reynolds, 1983;
Bogerts, 1997; Gur et al., 1994; Goldberg et al., 1994). Die Abnormität der rechten Hemisphäre
des Gehirns von Schizophrenen ist ebenfalls aufgeführt worden (siehe Rubin et al., 1991; Phillips
et al., 1995; Cutting, 1994; Oepen et al., 1988). Einige neuropsychologische Untersuchungen
haben bilaterale oder generalisierte neuropsychologische Defizite in der Schizophrenie dargestellt
(siehe Gruzelier et al., 1988; Clare et al., 1993; Nestor et al., 1993; Mather et al., 1990; Mizuno et
al., 1997; Berman & Weinberger, 1990). Obwohl die Lateralisierung in der Schizophrenie häufig
untersucht worden ist, existiert keine klare Übereinstimmung. Vergleiche der neuropsychologischen Leistungen von schizophrenen und depressiven Patienten bewiesen meistens
eine Lateralisierung bei beiden Patientengruppen. Die Muster der Lateralität sind in der
Schizophrenie und in der Depression unterschiedlich. Insgesamt wurden verschiedene Muster
von hemisphärischen Funktionsstörungen herausgefunden und es wurde angenommen, dass
schizophrene Patienten kognitive Störungen der dominierenden Hemisphäre (linke Seite) zeigen,
während depressive Patienten in der nicht-dominierenden Hemisphäre (rechte Seite) mehr
beeinträchtigt sind. Die vorliegende Studie versucht, die Muster von Beeinträchtigungen durch
den Vergleich der kognitiven Funktionen in einer Stichprobe von chronisch schizophrenen und
endogen depressiven Patienten zu charakterisieren. Es wurde geprüft, ob chronisch schizophrene
Patienten im Vergleich zu Patienten mit unipolar endogener Depression in den
neuropsychologischen Tests zur Erfassung frontotemporaler Funktionen (verbales und nicht
verbales Gedächtnis) schlechtere Ergebnisse erzielten. Die Ergebnisse bestätigten zum Teil diese
Hypothese. Bezüglich der verbalen Gedächtnisaufgaben zeigten depressive Patienten im ganzen
„Wörterlerntest“ (WLT) höhere Mittelwerte auf als chronisch schizophrene Patienten. In der
Variablen „Merkfähigkeit“ war das Ergebnis signifikant. Dieses Ergebnis bestätigt die Befunde
von Taylor et al. (1981). Sie fanden heraus, dass schizophrene Patienten eine Hemisphärenabnormität in der linken Seite im Vergleich zu depressiven Patienten zeigten. Ebenso nannten
depressive Patienten mehr Wörter im „Assoziativen Wortlerntest“ (AWLT) als chronisch
schizophrene Patienten. Allerdings unterschieden sich die Patientengruppen in keiner Variablen
des assoziativen Wortlerntets statistisch signifikant voneinander. Im „Paar-Assoziations-Test von
abstrakten Figuren“ (PAAF, ein nicht verbaler Gedächtnistest) konnten sich Depressive besser an
139
die Figuren erinnern als chronisch schizophrene Patienten, aber die Differenz zwischen den
Patientengruppen war statistisch nicht signifikant. Insgesamt zeigten chronisch schizophrene
Patienten in den Tests zur Erfassung frontotemporaler Funktionen schlechtere Leistungen als
unipolar endogen Depressive, der Unterschied war aber nur im WLT (verbaler Gedächtnistest)
signifikant. Bezüglich der Lateralisierung zeigten schizophrene Patienten im Vergleich zu
depressiven Patienten mehr kognitive Störungen in der dominierenden (Links) Hemisphäre,
während die Patientengruppen in der nicht dominierenden Hemisphäre keinen erheblichen
Unterschied aufwiesen. Dieses Ergebnis bestätigt die Befunde von Taylor et al. (1981), dass
Schizophrene in den Tests der dominierender Hemisphäre eine bedeutend schlechtere Leistung
zeigten als Patienten mit affektiven Störungen, und der Unterschied zwischen den
Patientengruppen im nicht- verbalen Gedächtnistest nicht signifikant war. Nach Abrams et al.
(1981) sind cerebrale Dysfunktionen bei Schizophrenen bilateral; Schizophrene zeigten aber im
Vergleich zu den Patienten mit affektiven Störungen größere Funktionsstörungen in der linken
Hemisphäre. Gruzelier et al. (1988) beschrieben für schizophrene und depressive Patienten
ebenfalls zwei verschiedene Muster von Beeinträchtigungen. Bei depressiven Patienten waren
räumliche Defizite schwerwiegender als bei schizophrenen Patienten. Diese Autoren haben die
Befunde mit der Ansicht von Flor-Henry (1969)- die Beziehung zwischen affektiven Störungen
und rechter frontal- und temporallappen Hemisphäre- interpretiert. Die Ergebnisse vorliegender
Studie fanden zwischen chronisch Schizophrenen und Depressiven keinen Unterschied in der
nicht-dominierenden Hemisphäre. Dieses Ergebnis bestätigt nicht die Befunde von Flor-Henry
(1969) und Gruzelier, et al. (1988).
Es wurde ebenfalls vermutet, dass chronisch schizophrene Patienten keine Störung im
„Line Bisection Test“ (LBT) zur Erfassung von Parietallappenfunktionen im Vergleich zu
depressiven Patienten zeigen. Zumindest in zwei Studien zeigten depressive Patienten
Abnormitäten in den Tests bezüglich des Parietallappens (Taylor et al., 1987; Freedman, 1994).
Chronisch schizophrene Patienten zeigten keine Störung in den Tests zur Erfassung von
Parietallappenfunktionen (Kolb & Whishow, 1983). Die Ergebnisse dieser Untersuchung zeigten,
dass chronisch schizophrene Patienten bessere Leistungen als endogen depressive Patienten
zeigten, der Unterschied war aber statistisch nicht signifikant.
Zusammenfassung der experimentellen kognitiven Testleistungen der chronisch Schizophrenen
und Depressiven: Ein Vergleich der Leistungen von chronisch schizophrenen Patienten und
unipolar endogen Depressiven in den Tests zur Erfassung von Funktionen der Frontal-,
Frontotemporal- und Parietallappen zeigte, dass chronisch Schizophrene insgesamt schlechtere
Leistungen in einigen Tests bezüglich der frontalen und frontotemporalen Funktionen aufwiesen.
Der Unterschied zwischen den Patientengruppen in einem Test bezüglich der
Parietallappenfunktionen war aber nicht signifikant. Bezüglich der frontalen Funktionen zeigten
chronisch schizophrene Patienten signifikant ein größeres Aufmerksamkeitsstörungen und ein
größeres Defizit in der Sprachflüssigkeit als Depressive, aber der Unterschied zwischen den
Patientengruppen in den Tests bezüglich der Abstraktions- und Problemlösefähigkeiten war nicht
signifikant. Die unterschiedlichen Muster von Frontallappenstörungen bezüglich der
verschiedenen neuropsychologischen Tests bei beiden Patientengruppen dieser Untersuchung
können die Heterogenität der Frontallappenfunktionen oder die Beteiligung von anderen
Hirnarealen an kognitiven Prozessen in den Patientengruppen reflektieren. Die Frontallappen des
Menschen sind anatomisch nicht homogen und unterschiedliches Verhalten (Funktionen) steht in
Beziehung mit verschiedenen Regionen des Frontallappens. Wegen der Heterogenität der
Frontallappenareale zeigen die betroffenen Patienten unterschiedliche kognitive Störungen, die in
140
Beziehung mit den Orten oder den Seiten der Verletzung stehen. Während andere
Untersuchungen schlechtere Leistungen der Schizophrenen in den verschiedenen kognitiven
Prozessen bezüglich der Frontallappenfunktionen (Aufmerksamkeit, verbale Flüssigkeit,
Abstraktion und Problemlösung) im Vergleich zu den gesunden Probanden aufwiesen, zeigten
endogen unipolar depressive Patienten im Vergleich zu chronisch schizophrenen Patienten nur in
einigen kognitiven Prozessen (Aufmerksamkeit und verbale Flüssigkeit) signifikant bessere
Leistungen. Andererseits waren die Korrelationen zwischen verschiedenen Tests zur Erfassung
von frontalen Funktionen nicht signifikant. Bei den chronisch schizophrenen Patienten dieser
Untersuchung korrelierte nur der WCST (perseverative Fehler) mit dem TvH (Regelverstöße)
und mit dem FAS-Test (Summe) signifikant. Die niedrigen Korrelationen zwischen den
verschiedenen angewendeten Tests zur Erfassung von frontalen Funktionen in dieser Studie
können bedeuten, dass entweder einige von diesen Tests wahrscheinlich nicht spezifisch zur
Erfassung der Funktionen von frontalen Kortex sind oder in Beziehung mit bestimmten Orten des
Frontallappens stehen. Die kognitiven Defizite depressiver Patienten können eine Verbindung mit
den Symptomen und dem Schweregrad von Symptomen darstellen (Cohen et al., 1982; Burgess,
1991). Nach Clark et al. (1985) zeigen Patienten mit unipolarer Depression und einem größeren
Depressionsschweregrad mehr Probleme in der Abstraktionsfähigkeit. Nach Martin et al. (1991)
kann sogar eine relativ leichte Depression die Durchführung eines Abstraktionstests, wie z.B. des
WCST, beeinflussen. Nach diesem Modell kann postuliert werden, dass die Symptome der
Depression mit bestimmten Arten von kognitiven Dysfunktionen in Beziehung stehen. Burgess
(1991) kam zu dem gleichen Ergebnis. Einige Untersuchungen haben die Beziehung zwischen
Funktionsstörungen der Frontallappen und Symptomen der Depression gezeigt. Dolan et al.
(1992, 1993, 1994) untersuchten die Beziehung zwischen rCBF-Abnormitäten, kognitiven
Störungen und Symptomen der Depression. Sie nahmen an, dass eine Funktionsstörung des
dorsolateralen präfrontalen Kortex (DLPFC) in der Schizophrenie und in der Depression mit
Symptomen, und nicht mit einer bestimmten Diagnose, in Beziehung steht. Sie kategorisierten
die depressiven (n=40) und die schizophrenen Patienten (n=30) in zwei Gruppen: „Mit“ und
„ohne“ Spracharmut und verglichen die Muster des rCBF bei allen Patienten. Patienten „mit“
Spracharmut (unabhängig von der Diagnose) zeigten einen bedeutend niedrigeren rCBF im
linken DLPFC.
Entsprechend Kraepelins dichotomischer Ansicht sollen Patienten mit affektiven
Störungen und Schizophrene nicht das gleiche neuropsychologische Muster zeigen. Franke et al.
(1993) fanden bei beiden Patientengruppen kognitive Störungen in Tests zur Erfassung von
frontalen Funktionen heraus. Sie haben eine alternative Ansicht im Vergleich zu Kraepelins
Gesichtspunkt postuliert. Entsprechend diesem Modell gibt es ein „continuum of cognitive
impairment“, das von „weniger Beeinträchtigung“ (Depression) bis zu „mehr Beeinträchtigung“
(Manie und Schizophrenie) reicht. Die Befunde vorliegender Untersuchung stellten
unterschiedliche Muster von kognitiven Störungen hinsichtlich der neuropsychologischen Tests
bei den chronisch schizophrenen Patienten und endogen unipolar depressiven Erkrankten dar.
Aber das bestätigt nicht die Spezifität der Frontallappendefizite in der Schizophrenie. In zwei
neurokognitiven
Prozessen
bezüglich
der
Frontallappen
(Abstraktions
und
Problemlösefähigkeiten) waren die Unterschiede zwischen Patientengruppen nicht bedeutsam.
Mehrere rCBF-Studien bewiesen kein normales Muster der Frontallappenaktivität während der
Durchführung des WCST bei schizophrenen Patienten bewiesen (siehe Kapital 1). Ebenfalls ist
von schlechteren Leistungen der schizophrenen Patienten in allen Parametern des TvH im
Vergleich zu den gesunden Probanden berichtet worden (Goldberg et al., 1990a), aber es gab
keinen signifikanten Unterschied zwischen Patientengruppen in beiden neuropsychologischen
141
Instrumenten. Andererseits bewiesen chronisch Schizophrene signifikant schlechtere Leistungen
als endogen unipolar Depressive in zwei anderen kognitiven Prozessen in Beziehung mit
Frontallappen (selektive Aufmerksamkeit und verbale Flüssigkeit). Es sieht so aus, dass beide
Patientengruppen an Funktionsstörungen des Frontallappens leiden, aber die Muster der
kognitiven Störungen unterschiedlich sind. Neurophysiologische Studien haben ebenso
Änderungen in den Aktivitäten der Frontallappen von depressiven Patienten aufgezeigt.
Insgesamt leiden chronisch schizophrene Patienten an mehreren Funktionsstörungen des
Frontallappens im Vergleich zu endogen unipolar depressiven Patienten. Bezüglich der
frontotemporalen Funktionen zeigten chronisch schizophrene Patienten im Vergleich zu den
unipolar endogen Depressiven signifikant schlechtere Leistungen im verbalen Gedächtnis
(dominierende Hemisphäre). Dieses Ergebnis zeigte wahrscheinlich eine Beziehung zwischen
linkshemisphärischer Dysfunktion und chronischer Schizophrenie im Vergleich zur unipolar
endogenen Depression. Die Befunde dieser Studie bewiesen, dass chronisch schizophrene
Patienten in beiden sprachlichen Tests (FAS-Test und WLT) im Vergleich zu den Depressiven
bedeutend schlechtere Leistungen hatten. Die Patientengruppen unterschieden sich im räumlichen
Gedächtnistest nicht signifikant voneinander. Zusammengefasst wurden linkshemisphärische
Defizite bei schizophrenen Patienten im Vergleich zu den depressiven Erkrankten bewiesen, aber
Defizite in der rechten Hemisphäre des Gehirns bei Depressiven im Vergleich zu schizophrenen
Patienten wurden nicht bestätigt. Der Unterschied zwischen den Patientengruppen wurde in den
Funktionen der Parietallappen nicht nachgewiesen. Hinsichtlich der Beziehung zwischen den
kognitiven Defiziten depressiver Patienten und dem Schweregrad von Symptomen muss man
anmerken, dass depressive Patienten dieser Untersuchung in einer Psychose-Phase waren.
Deshalb kann nur postuliert werden, dass die Symptome der Depression wahrscheinlich mit
bestimmten Arten von kognitiven Dysfunktionen in Beziehung stehen. Ob die kognitiven
Defizite der depressiv Erkrankten von den Funktionsstörungen der Frontallappen oder von dem
Schweregrad der Symptome entstehen, benötigt neue Untersuchungen. Es ist anzumerken, dass
Faktoren wie „Schuljahre“ und „Dauer der bisherigen stationären Behandlung“ die Unterschiede
zwischen chronisch Schizophrenen und Depressiven nicht interpretieren können, weil die
Differenzen zwischen den Patientengruppen bezüglich dieser Faktoren nicht signifikant waren.
Hinsichtlich des Faktors „Alter“ zeigten depressive Patienten, obwohl sie älter waren, bessere
Leistungen als chronisch Schizophrene.
Symptomatik: Auf einer zweiten Ebene wurden die kognitiven Störungen der schizophrenen
Patienten in Beziehung mit der Minus- und Plussymptomatik betrachtet. Außer ähnlichen
kognitiven Störungen zwischen schizophren Erkrankten und Patienten mit einem
Frontallappendefizit sind die Vergleiche zwischen einigen klinischen Merkmalen der beiden
Patientengruppen –wie z.B. Minussymptomatik- eine andere Möglichkeit zur Überprüfung einer
Frontallappenstörung in der Schizophrenie. Die ähnlichen kognitiven Störungen und die
ähnlichen Symptome bei beiden Patientengruppen wurden jedoch nicht bei allen schizophrenen
Patienten bestätigt. Viele schizophrene Patienten zeigen keine kognitiven Störungen und/oder
negative Symptome wie Patienten mit Frontallappenfunktionsstörungen. Nach Andreasen et al.
(1991) kann die Einteilung der Symptome der Schizophrenie in positive und negative Gruppen
die Komplexität der Symptome vereinfachen und klären. Crows Modell (1982) versucht,
zwischen negativen und positiven Symptomen zu unterscheiden und die Beziehung zwischen
diesen Symptomen und anderen Faktoren zu erklären. Nach diesem Modell sind positive
Symptome vorwiegend in einer akuten psychotischen Phase und negative Symptome vorwiegend
in einer chronischen Phase beobachtbar. „Scale for the Assessment of the Negative Symptoms“
und „Scale for the Assessment of the Positive Symptoms“ (SANS und SAPS; Andreasen &
142
Olson, 1982) sind zwei Skalen zur Erfassung der negativen und positiven Symptome. Die
Intentionalitäts-Skala (InSka) ist ein weiteres Instrument zur Beurteilung der schizophrenen
Residualsymptomatik. In der vorliegenden Studie wurde geprüft, ob schizophrene Patienten in
einer akuten Phase vorwiegend positive Symptome zeigen, und ob chronisch schizophrene
Patienten während einer chronischen und residualen Phase vorwiegend negative Symptome
zeigen. Es wurde bestätigt, dass schizophrene Patienten dieser Untersuchung mit klaren
psychotischen Symptomen in einer akuten Phase, im Vergleich zu den Patienten in einer
chronischen Phase, hochsignifikant mehr positive Symptome (im Gesamtscore und in allen
Subskalen der SAPS) zeigten. D.h., die SAPS kann deutlich im Gesamtscore und für alle
Subskalen (P<.000) akut schizophrene Patienten von chronisch schizophrenen Patienten hoch
signifikant trennen. Die chronisch schizophrenen Patienten zeigten im Gesamtscore der SANS
während einer residualen Phase mehr negative Symptome als die Schizophrenen in einer akuten
Phase, die Differenz war aber nicht signifikant. In den Subskalen unterscheiden sich die Gruppen
signifikant voneinander. In den Variablen „Alogie & Paralogie“ und „Affektverflachung &
Affektstarrheit“ hatten chronisch Schizophrene einen höheren Mittelwert aber in den Variablen
„Abulie-Apathie“, „Anhedonie-Assozialität“ und „Aufmerksamkeit“ erreichten die Patientengruppen fast identische Mittelwerte. In der InSka waren die Ergebnisse unterschiedlich. Im
Gesamtscore der InSka und in den Subskalen „Wahn & Autismus“, „Initiative und Motivation“
und „Sozialverhalten“ zeigten akut Schizophrene statistisch signifikant höhere Mittelwerte als die
chronisch Schizophrenen. Die Ergebnisse können so interpretiert werden, dass die drei o.g.
Subskalen der InSka ebenfalls bei akut Schizophrenen beobachtbar sind. Schizophrene zeigen in
einer akuten Phase Wahnvorstellungen oder abnormales Verhalten. Item 62 lautet z.B.: „äußert
überhaupt Wahninhalte;“ oder Item 33: „hat Derealisations oder Depersonalisationserlebnisse“.
Die beiden Items gehören zur Subskala „Wahn & Autismus“. In der Subskala „Sozialverhalten“
wird gefragt (Item 48), ob der Patient Interesse am ausgeübten Beruf oder an seiner Ausbildung
hat. Oder es wird gefragt (Item 52), ob der Patient in einer festen Partnerbeziehung lebt. Ebenso
können die Symptome unter der Subskala „Initiative und Motivation“ in beiden, akuter und
chronischer Phase, beobachtet werden. Im Item 42 wird gefragt, ob der Patient sich für das
aktuelle Tagesgeschehen (Kultur, Politik) interessiert.
SANS und InSka wurden als zwei Skalen zur quantitativen Beurteilung schizophrener
Minussymptomatik verglichen. Die Korrelationen zwischen SANS und InSka, zwei Instrumente
zur Erfassung der negativen und residualen Symptome bei schizophrenen Patienten, wurden
berechnet. Bei beiden schizophrenen Patientengruppen korrelierten die Gesamtscores der Skalen
hoch signifikant miteinander. Bei chronisch schizophrenen Patienten korrelierten die Subskalen
der beiden Instrumente hoch signifikant miteinander. Die beiden Sprachskalen und die beiden
Sozialverhaltensskalen der SANS und InSka korrelierten hoch signifikant (P<.000) miteinander.
Dieses Ergebnis entspricht der Befunde von Zinner et al. (1990). Ebenso korrelierten „AbulieApathie“ und „motorischer Antrieb“ bei schizophrenen Patienten hoch signifikant (P<.000)
miteinander. Die Korrelation zwischen den beiden Affektivitätsskalen war aber nicht signifikant.
Bei akut schizophrenen Patienten korrelierten die beiden Sprach- und Affektivitätsskalen der
SANS und InSka sowie „Abulie-Apathie“ und „motorischer Antrieb“ hoch signifikant
miteinander, die Korrelation zwischen den beiden Sozialverhaltensskalen war aber nicht
signifikant. In der Gruppe der akut Schizophrenen korrelierten „Wahn & Autismus“, „Initiative
& Motivation“ und „Sozialverhalten“, die bei akut Schizophrenen häufiger als bei chronisch
schizophrenen Patienten beobachtet wurden, selten mit den Subskalen der SANS. Dagegen
korrelierte bei chronisch Schizophrenen „Wahn & Autismus“ positiv signifikant mit fast allen
Subskalen der SAPS (außer positiv formale Denkstörungen). Ebenso korrelierte „Initiative &
143
Motivation“ positiv signifikant mit zwei Subskalen und dem Gesamtscore der SAPS in der
Gruppe der chronisch Schizophrenen. In der Gruppe der akut Schizophrenen korrelierte „Wahn &
Autismus“ positiv signifikant mit „Bizarres Verhalten“ und dem „Gesamtscore“ der SAPS. Der
Gesamtscore der InSka korrelierte positiv signifikant mit „Halluzinationen“, „Wahnvorstellungen“ und dem „Gesamtscore“ der SAPS. Zusammengefasst korrelierte „Wahn &
Autismus“ bei beiden schizophrenen Patientengruppen höher mit positiven Symptomen als mit
negativen Symptomen. Ebenso fanden Zinner et al. (1990) heraus, dass „Wahn & Autismus“ mit
keiner Subskala der SANS korrelierte. Betrachtet man die Items der Subskala „Wahn &
Autismus“ sieht die Korrelation zwischen dieser Skala und den positiven Symptomen logisch
aus. Z.B. lautet Item 31: „hat Halluzinationen (akustische, optische, etc) oder Item 26 lautet:
„äußert überhaupt Wahninhalte“. Die Subskala „Sozialverhalten“ korrelierte bei chronisch
Schizophrenen (mit vorwiegend negativen Symptomen) mit den gesamten Subskalen der SANS,
bei akut Schizophrenen (mit vorwiegend positiven Symptomen) aber mit keiner Subskala der
SANS. Ebenfalls korreliert die Subskala „Aufmerksamkeit“ bei chronisch Schizophrenen mit fast
allen Subskalen der InSka (außer Wahn & Autismus), bei akut Schizophrenen aber fast mit keiner
Subskala der InSka (außer Sprachverhalten).
In der vorliegenden Studie wurden ebenfalls die Assoziationen zwischen Minus- und
Plussymptomatik und kognitive Störungen untersucht. Die Minus- und Plussymptomatik und
Störungen in den neuropsychologischen Tests sind zwei Phänomene, die bei schizophrenen
Patienten häufig beschrieben worden sind. Ebenso sind die beiden Phänomene bei Patienten mit
Frontallappenstörungen herausgefunden worden. Die beiden Phänomene sind als Kernsymptome
in der Schizophrenie bekannt. Die Muster der Störungen der cerebralen Funktionen sind nicht bei
allen schizophrenen Patienten ähnlich. Einige Studien haben eine Assoziation zwischen den
neuropsychologischen Defiziten und den negativen Symptomen in der Schizophrenie gezeigt.
Funktionelle und strukturelle Untersuchungen unterstützten die Korrelation zwischen der
Minussymptomatik und Frontallappenfunktionsstörungen oder eine Beziehung zwischen den
Temporallappenstörungen und der Plussymptomatik. Die Befunde sind aber nicht eindeutig.
Crows Modell versucht die Beziehung zwischen den Symptomen und kognitiven Störungen oder
strukturellen Veränderungen in der Schizophrenie zu erklären. Es wird vermutet, dass
unterschiedliche kognitive Störungen in Beziehung mit der Minus- oder der Plussymptomatik
stehen (Green et al., 1986). Es wurde geprüft, ob schizophrene Patienten mit vorwiegend
positiven Symptomen im Vergleich zu schizophrenen Patienten mit vorwiegend negativen
Symptomen in neuropsychologischen Tests zur Erfassung von frontalen Funktionen (WCST,
Stroop, FAS-Test) unterschiedliche Ergebnisse erzielen. Schizophrene Patienten mit vorwiegend
positiven Symptomen zeigten in allen drei Aufgaben schlechtere Leistungen als Patienten mit
vorwiegend negativen Symptomen. Akut Schizophrene äußerten im FAS-Test signifikant
weniger Wörter als chronisch Schizophrene. Diesem Ergebnis stehen andere Befunde entgegen.
Capleton (1996) fand heraus, dass die Patienten mit überwiegend positiven Symptomen in der
verbalen Flüssigkeit einen besseren Mittelwert (M=14.44) erzielten als Patienten mit
überwiegend negativen Symptomen (M=12.36), der Unterschied aber nicht signifikant war.
Berman et al. (1997) fanden aber heraus, dass die schizophrene Patienten mit positiven
Symptomen eine schlechtere Leistung im verbalen Flüssigkeitstest als schizophrene Patienten mit
Minussymptomatik erreichten. Akut Schizophrene zeigten im WCST ebenfalls signifikant
schlechtere Leistungen als chronisch Schizophrene. Die schlechteren Leistungen der
schizophrenen Patienten mit vorwiegend negativen Symptomen im WCST erscheinen als ein
einheitlicher Befund (siehe Hammer et al., 1995; Butler et al., 1992; Breier et al., 1991; Rossi et
al., 1997; Verbraak et al., 1993). Die Ergebnisse dieser Studie stehen den Befunden von anderen
144
Untersuchungen entgegen. Verbraak et al. (1993) fanden heraus, dass die schizophrenen
Patienten mit negativen Symptomen signifikant mehr Defizite als Patienten mit überwiegend
positiven Symptomen (P<.05) zeigten. Capleton (1996) fand ebenfalls heraus, dass schizophrene
Patienten mit überwiegend negativen Symptomen mehr perseverative Fehler machten als jene mit
überwiegend positiven Symptomen (P<.05). Breier et al. (1991) beschrieben, dass
neuropsychologische Tests bezüglich der Frontallappenfunktionen nur mit negativen
Symptomen, aber nicht mit positiven Symptomen signifikant korrelieren. Braff (1989) führt aus,
dass Patienten mit positiven Symptomen weniger Fehler im WCST als Patienten mit negativen
oder gemischten Symptomen zeigten. Ebenso zeigten akut Schizophrene im Stroop-Test
niedrigere Mittelwerte als chronisch Schizophrene, aber die Differenzen waren nicht signifikant.
Dieses Ergebnis bestätigte nicht die Befunde von Buchanan et al. (1994). Sie fanden heraus, dass
Patienten mit Defizitschizophrenie (mit negativen Symptomen) im Stroop-Test eine bedeutend
schlechtere Leistung als Nichtdefizitpatienten (mit positiven Symptomen) zeigten. Akut
schizophrene Patienten zeigten ebenfalls in allen drei o.g. Tests signifikant schlechtere
Leistungen als Depressive. Der Vergleich der beiden schizophrenen Gruppen zeigt, dass
schwache Leistungen in den Tests zur Erfassung von frontalen Funktionen für Schizophrene mit
negativen Symptomen nicht spezifisch sind. Aber beide schizophrenen Patientengruppen stellten
in diesen Tests schlechtere Leistungen als depressive Patienten dar. Diese Ergebnisse, bestätigen
unabhängig von der Symptomatik, Funktionsstörungen des Frontallappens in der Schizophrenie.
Es wurde ebenfalls geprüft, ob schizophrene Patienten mit vorwiegend positiven Symptomen, im
Vergleich zu Patienten mit vorwiegend negativen Symptomen, in den Tests zu Frontotemporalfunktionen (verbale und nicht verbale Gedächtnistests) unterschiedliche Ergebnisse
erzielen. Die Patientengruppen unterschieden sich im WLT und im AWLT (zwei verbale
Gedächtnistests) nicht signifikant voneinander, akut schizophrene Patienten zeigten aber im
PAAF (nicht verbaler Gedächtnistest) signifikant schlechtere Leistungen als chronisch
schizophrene Patienten. Ebenso erreichten depressive Patienten im PAAF signifikant höhere
Mittelwerte als akut Schizophrene. Insgesamt konnten Depressive sich besser als die
Schizophrenen an die Figuren erinnern, der Unterschied zwischen Depressiven und chronischen
Schizophrenen war aber nicht signifikant. Bezüglich der verbalen Gedächtnistests (WLT,
AWLT) hatten depressive Patienten bessere Leistungen als akut Schizophrene, die Differenz war
aber nur im WLT signifikant. Die Befunde bestätigen nicht, dass Störungen der frontotemporalen
Funktionen spezifisch für die chronische Schizophrenie sind, sondern dass beide schizophrenen
Patientengruppen, unabhängig von Symptomatik, schlechtere Leistungen als Depressive
präsentierten. Sogar akut Schizophrene zeigten schwächere Leistungen als chronisch
Schizophrene. Es war anzunehmen, dass schizophrene Patienten mit vorwiegend positiven
Symptomen wie auch Schizophrene mit vorwiegend negativen Symptomen kein Defizit in dem
Test bezüglich der Parietallappenfunktionen (Line Bisection Test, LBT) zeigen. Der Vergleich
der Leistungen der Patientengruppen im LBT konnte diese Hypothese nicht bestätigen. Akut
Schizophrene zeigten im LBST signifikant schlechtere Leistungen als chronisch Schizophrene
und Depressive.
Insgesamt zeigten akut Schizophrene im WCST und im FAS-Test –zwei Tests bezüglich
der frontalen Funktionen-, im PAAF –ein Test bezüglich der rechtsfronto-temporalen
Funktionen- und im LBT –ein Test bezüglich der parietalen Funktionen- signifikant schwächere
Leistungen als chronisch Schizophrene. Sie zeigten ebenfalls in allen neuropsychologischen Tests
(außer AWLT) signifikant schlechtere Leistungen als Depressive. D.h., akut schizophrene
Patienten mit vorwiegend positiven Symptomen zeigten im Vergleich zu den übrigen
Patientengruppen schlechtere Leistungen in den neuropsychologischen Tests zur Erfassung von
145
frontalen, frontotemporalen und parietalen Funktionen. Diese Befunde bestätigen nicht das
Crows Modell, dass Typ I- schizophrene Patienten mit vorwiegend positiven Symptomen keine
kognitiven Störungen haben oder weniger kognitive Störungen im Vergleich zu Typ IISchizophrenen mit vorwiegend negativen Symptomen aufweisen. Einige Studien haben ebenfalls
kognitive Störungen bei akut schizophrenen Patienten festgestellt. Kolb & Whishaw (1983)
untersuchten eine Gruppe von schizophrenen Patienten in einer akuten Phase mit hauptsächlich
positiven Symptomen und eine Gruppe von gesunden Kontrollprobanden mittels neuropsychologischer Tests zur Erfassung der frontalen-, temporalen- und parietalen Funktionen. Die
Patienten zeigten signifikante Defizite in allen Tests bezüglich der linken und rechten Frontalund Temporallappenläsionen. Patienten zeigten aber keine Störung in den Tests zu den
Parietallappen. Die Leistungen bei schizophrenen Patienten waren schlechter in den Tests zu den
Temporallappenfunktionen. Diese Studie hat eine frontotemporale Funktionsstörung bei
schizophrenen Patienten postuliert. Hoff et al. (1992) verglichen 58 schizophrene Patienten (32
erste Episode Schizophrenieform, 26 chronische Patienten) und 25 gesunde Kontrollpersonen
mittels einer neuropsychologischen Testbatterie bestehend aus: FAS, WCST, Stroop Test,
Wechsler Memory Scale, Benton Visual Retention Test. Insgesamt zeigten zwei Patientengruppen bedeutend schlechtere Leistungen als die Kontrollgruppen, der Unterschied zwischen
zwei Patientengruppen war aber nicht signifikant.
Einige Autoren versuchten die kognitiven Störungen der schizophrenen Patienten in
Beziehung mit Aufmerksamkeitsstörungen zu beschreiben. Shoqeirat et al. (1988) untersuchten,
ob bei Typ I- Schizophrenen kognitive Defizite aus Störungen der frontalen und temporalen
Bereiche entstehen oder Aufmerksamkeitsstörungen diese Störungen verursachen. Die Patienten
zeigten Störungen in verschiedenen Tests bezüglich der frontalen, temporalen und parietalen
Funktionen. Es wurde herausgefunden, dass akut schizophrene Patienten in den Tests bezüglich
der frontotemporalen Bereiche, die minimale Aufmerksamkeit brauchen, keine Störung zeigten.
Sie kamen zu dem Schluss, dass kognitive Defizite der akut Schizophrenen in Verbindung mit
dem Problem der Ausübung des „attentional effort“ stehen. Ebenfalls haben Berman et al. (1997)
eine Beziehung zwischen positiven und negativen Symptomen und neuropsychologischen
Defiziten in der Schizophrenie untersucht. Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass negative
Symptome in Beziehung mit Frontallappendysfunktionen standen, aber positive Symptome mit
einer Dysfunktion innerhalb des neuronalen Netzes, dem Aufmerksamkeit zugrunde lag,
assoziieren. Green et al. (1986) untersuchten die Beziehung zwischen Aufmerksamkeit und
Minus- und Plussymptomatik. Sie kamen zu dem Schluss, dass positive Symptome eine
Assoziation mit einem Defizit in der selektiven Aufmerksamkeit aufweisen. In der vorliegenden
Arbeit wurde postuliert, dass schizophrene Patienten mit vorwiegend positiven Symptomen bei
allen neuropsychologischen Tests, besonders beim Stroop Test, der die selektive Aufmerksamkeit
untersucht, ein Defizit zeigen müssten, wenn sie über ein Aufmerksamkeitsdefizit verfügen. Die
Ergebnisse der neuropsychologischen Tests zeigten, dass schizophrene Patienten mit vorwiegend
positiven Symptomen im Vergleich zu den Schizophrenen mit vorwiegend negativen Symptomen
signifikant schlechtere Leistungen in allen neuropsychologischen Tests aufwiesen. Der
Unterschied zwischen beiden schizophrenen Patientengruppen war im Stroop-Test, der die
selektive Aufmerksamkeit untersucht, nicht signifikant. Dieses Ergebnis entspricht nicht den
Befunden von Green et al. (1986). Sie kamen zu dem Schluss, dass positive Symptome in
Assoziation mit einem Defizit in der selektiven Aufmerksamkeit stehen. Es ist anzumerken, dass
Aufmerksamkeitsstörungen ebenfalls bei schizophrenen Patienten mit negativen Symptomen
beobachtbar sind. Sie sind in der SANS als eine Subskala von negativen Symptomen betrachtet.
Der Unterschied zwischen beiden schizophrenen Patientengruppen in der Subskala
146
„Aufmerksamkeit“ war in dieser Arbeit nicht signifikant. Chronisch und akut schizophrene
Patienten stellen wahrscheinlich unterschiedliche Formen von Aufmerksamkeitsstörungen dar.
Bezüglich TAS (Test für Aufmerksamkeitsstile) zeigten chronisch Schizophrene mehr „Ablenkbarkeit“, aber akut Schizophrene zeigten mehr Probleme in Beziehung mit der „Überlastung“.
Andererseits zeigten akut Schizophrene schlechtere Mittelwerte als chronisch Schizophrene in
drei positiven Dimensionen des TAS (Verarbeitungskapazität, Aufmerksamkeitskontrolle und
Vorstellungskapazität).
Es wurde ebenfalls überprüft, ob schizophrene Patienten mit vorwiegend positiven
Symptomen eine Lateralität in Tests bezüglich der linken Hemisphäre (verbales Gedächtnis) oder
der rechten Hemisphäre (nichtverbales Gedächtnis) im Vergleich zu den übrigen Patienten
zeigen. Die Ergebnisse wiesen auf, dass schizophrene Patienten mit positiven Symptomen im
Vergleich zu depressiven Patienten signifikant schlechtere Leistungen in den Tests bezüglich der
linken Hemisphäre ( Wörterlerntest ) und der rechten Hemisphäre ( Paare-Assoziations-Test von
abstrakten Figuren ) zeigten. Ebenso hatten sie im Vergleich zu den chronisch schizophrenen
Patienten signifikant schlechtere Mittelwerte im PAAF. Insgesamt sieht es so aus, dass akut
Schizophrene bilaterale Störungen in den Tests zur Erfassung der frontotemporalen Funktionen
zeigen.
Die neuroradiologischen Studien haben die Beziehung zwischen positiven Symptomen
und temporallappenstrukturellen Abnormitäten gezeigt, doch diese Studien konnten die negativen
Symptome nicht auf eine bestimmte Region beschränken. Es wurde erwartet, dass schizophrene
Patienten mit vorwiegend negativen Symptomen in allen neuropsychologischen Aufgaben der
Frontal-, Temporal- und Parietallappenfunktionen schlechtere Ergebnisse zeigten, wenn die
negativen Symptome nicht einer speziellen Gehirnregion zugeordnet werden können. Die
Ergebnisse der neuropsychologischen Aufgaben zeigten, dass schizophrene Patienten mit
negativen Symptomen nur im Stroop Test und FAS-Test (zwei Tests zur Erfassung frontaler
Funktionen) und im WLT (zur Erfassung fronto-temporaler Funktionen) schlechtere Leistungen
als depressive Patienten zeigten. Es sieht so aus, dass negative Symptome der Schizophrenie in
Beziehung mit frontalen bzw. frontotemporalen Funktionsstörungen (wahrscheinlich linke Seite)
stehen.
Die Ergebnisse der neuropsychologischen Tests und die Minus- und Plussymptomatik
Beurteilungen bezüglich der akut schizophrenen Patienten werden von zwei Faktoren beeinflusst.
Erstens kamen diese Patienten aus den iranischen Krankenhäusern. Zweitens waren akut
schizophrene Patienten statistisch signifikant weniger Jahre zur Schule gegangen als chronisch
Schizophrene und Depressive. Der Einfluss von Kultur und Bildung soll in der Interpretation der
Befunde berücksichtigt werden. Deshalb wurden die Beziehungen zwischen den kognitiven
Störungen und der Symptomatik in den unabhängigen Gruppen untersucht. Zusammengefasst
zeigten einige Studien eine Beziehung zwischen der Minussymptomatik und den
Frontallappenstörungen und eine Beziehung zwischen den Temporallappenstörungen und der
Plussymptomatik. Die Befunde, die die Korrelation zwischen funktionellen Gehirnveränderungen
und der Minus- und Plussymptomatik betreffen, sind ebenfalls nicht eindeutig. In der
vorliegenden Arbeit wurden die Assoziationen zwischen der Minus und Plussymptomatik
(SANS, InSka, SAPS) und den neuropsychologischen Tests in den unabhängigen
Patientengruppen geprüft. Bei den chronisch schizophrenen Patienten korrelierten SANS und
InSka negativ signifikant mit dem WCST (richtige Antworten, Kategorien), dem FAS-Test, dem
PAAF (3. Versuch) und dem WLT (Merkfähigkeit). Die SANS korrelierte negativ mit dem
147
Stroop-Test. Mit anderen Worten es besteht eine signifikante Korrelation zwischen negativen
Symptomen und neuropsychologischen Tests bezüglich der frontalen (WCST, FAS-Test, StroopTest) und frontotemporalen (PAAF, WLT) Tests. Es sieht so aus, dass die Korrelation zwischen
negativen Symptomen und neuropsychologischen Tests bezüglich des Frontallappens nicht die
einzige Hypothese ist. Befunde dieser Untersuchung entsprechen den Befunden von Perlick
(1992). Perlick fand eine Korrelation zwischen frontalen und nicht-frontalen Funktionen und
negativen Symptomen zumindest bei den Frauen. Die Ergebnisse der vorliegenden Studie stehen
einigen Befunden, die keine Korrelation zwischen neuropsychologischen Tests bezüglich des
Frontallappens und negativen Symptomen herausgefunden haben, entgegen (e.g. van den Does et
al., 1993; Williamson et al., 1989). Sogar Hoff et al. (1992) fanden keine signifikante Korrelation
zwischen den klinischer Symptomatik (Minus- und Plussymptomatik) und den neuropsychologischen Testleistungen bei schizophrenen Patienten. SAPS korrelierte nur mit WCST.
Dieses Ergebnis entspricht den Befunden von Braff et al. (1991). Sie fanden heraus, dass die
Korrelation zwischen WCST und den positiven Symptomen signifikant (P<.05) war, die
Korrelation zwischen dem WCST und den negativen Symptomen war aber signifikanter (P<.01).
Ebenso stellten Morrison-Stewart et al. (1992) eine signifikante Korrelation zwischen der
Leistung im WCST und positiven Symptomen bei schizophrenen Patienten fest. Bei den akut
schizophrenen Patienten dieser Studie korrelierte die SANS negativ mit dem WCST, dem StroopTest, dem FAS-Test, dem PAAF (3. Versuch) und dem AWLT (Merkfähigkeit). Die InSka
korrelierte negativ mit dem WCST , dem FAS-Test und dem AWLT (Merkfähigkeit). Die InSka
korrelierte positiv mit der Variablen „Lernen Lernen Score“ des WCSTs. SAPS korrelierte mit
keiner neuropsychologischen Testleistung bei den akuten Schizophrenen. Insgesamt korrelierten
neuropsychologische Testleistungen bei beiden unabhängigen schizophrenen Patientengruppen
(mit Minus- oder Plussymptomatik) negativ mit Minussymptomatik. Andererseits, betrachtet man
die Korrelationen zwischen neuropsychologischen Tests und der Symptomatik, so gibt es keine
signifikante Korrelation zwischen der Plussymptomatik und den neuropsychologischen Faktoren.
Nur bei den chronisch schizophrenen Patienten korrelierte SAPS signifikant mit dem WCST.
Ergebnisse vorliegender Untersuchung entsprechen dem Modell von Green und Nuechterlein
(1999). Nach diesem Modell sind die Assoziationen zwischen kognitiven Funktionen und
psychotischen Symptomen minimal, sogar wenn die Beziehung statistisch signifikant ist. Die
Beziehungen sind zwischen den neurokognitiven Defiziten und negativen Symptomen stärker.
Diesem Modell entgegenstehen die Befunde von Hoff et al. (1992). Die letztgenannten Autoren
fanden keine signifikante Korrelation zwischen neuropsychologischen Testleistungen (z.B. FASTest, WCST, Stroop-Test, verbaler Gedächtnistest, räumlicher Gedächtnistest) und negativen und
positiven Symptomen (SANS und SAPS, Andreasen & Olson, 1982) heraus. Verbraak et al.
(1993) erforschten Informationsverarbeitung in bezug auf negativ-positiv-Symptome in der
Schizophrenie. Sie fanden heraus, dass schizophrene Patienten mit überwiegend negativen
Symptomen ein stärkeres Defizit in der Informationsverarbeitungskapazität als die Patienten mit
überwiegend positiven Symptomen hatten. Ebenso fand Braff (1989) eine Assoziation zwischen
negativen Symptomen und der Informationsverarbeitungskapazität bei Schizophrenen.
Zusammenfassung: Die Ergebnisse dieser Studie bestätigten nicht, dass Störungen der frontalen
oder frontotemporalen Funktionen spezifisch für chronisch Schizophrene mit vorwiegend
negativen Symptomen sind, sondern dass beide schizophrenen Patientengruppen, unabhängig von
der Symptomatik, schlechtere Leistungen als Depressive zeigten. Akut schizophrene Patienten
mit vorwiegend positiven Symptomen zeigten sogar schwächere Leistungen als chronisch
Schizophrene. Dazu ist anzumerken, dass die Patientengruppen sich mindestens bezüglich des
Gesamtscores der SANS nicht voneinander unterschieden. Akut schizophrene Patienten zeigten
148
bedeutend schlechtere Leistungen im WCST und FAS-Test bezüglich der Frontallappen und im
PAAF in bezug auf die Temporallappen (rechte Hemisphäre) als chronisch Schizophrene. Im
Stroop-Test und in den verbalen Gedächtnistests (WLT und AWLT) gab es keinen klaren
Unterschied zwischen den beiden schizophrenen Patientengruppen. Akut Schizophrene zeigten in
einem Test zur Erfassung von Funktionen der Parietallappen (Line Bisection Test) ebenfalls
schlechtere Leistungen als die übrigen Patientengruppen. Mit anderen Worten zeigten akut
Schizophrene mit vorwiegend positiven Symptomen Störungen in verschiedenen Tests bezüglich
der frontalen, fronto-temporalen und parietalen Funktionen im Vergleich zu chronisch
Schizophrenen, obwohl der Unterschied zwischen Patientengruppen bezüglich Minussymptomatik nicht signifikant war. Wenn die kognitiven Störungen der akut schizophrenen
Patienten mit vorwiegend positiven Symptomen nicht aus Funktionsstörungen der verschiedenen
Gehirnareale entstanden, könnten sie entweder in Beziehung zu Aufmerksamkeitsstörungen oder
in Assoziation zu psychotischen Symptomen in einer akuten Phase interpretiert werden.
Bezüglich der Aufmerksamkeitsstörungen (selektive Aufmerksamkeit) wurde in vorliegender
Studie kein signifikanter Unterschied zwischen beiden schizophrenen Patientengruppen
herausgefunden, die beiden Patientengruppen zeigten aber signifikant schwächere Leistungen als
Depressive. Ebenso wurde die Annahme, dass psychotische Symptome der akut schizophrenen
Patienten kognitive Defizite in den neuropsychologischen Tests interpretieren können, nicht
bestätigt. Es gab keine signifikante Korrelation zwischen neuropsychologischen Testleistungen
und positiven Symptomen bei akut schizophrenen Patienten, obwohl diese Patienten hoch
signifikant mehr positive Symptome als chronisch Schizophrene zeigten. Eine weitere Analyse
zeigte, dass neuropsychologische Testleistungen bei beiden unabhängigen schizophrenen
Patientengruppen (mit überwiegend Minus- oder Plussymptomatik) negativ mit der
Minussymptomatik korrelierten.
Selbstbericht: Subjektives Erleben der kognitiven Störungen der Patientengruppen wurde
ebenfalls untersucht. Die Beziehung zwischen den objektiven Maßen der kognitiven Störungen
und dem subjektiven Erleben der Störungen ist nicht eindeutig. Ebenso ist die Verbindung
zwischen der Minus- und Plussymptomatik und dem subjektiven Erleben der kognitiven
Störungen bei schizophrenen Patienten, die sich aus den Selbstberichtsfragebogen ergeben, nicht
klar.
In der vorliegenden Studie wurde geprüft, ob der Test für Aufmerksamkeitsstile (TAS)
schizophrene und depressive Patienten voneinander unterscheiden kann. Die Patientengruppen
unterschieden sich statistisch signifikant voneinander (P<.007). Dieser Befund steht im
Gegensatz zu den Ergebnissen von van den Bosch et al. (1993), die keine signifikanten
Unterschiede zwischen schizophrenen Patienten und Depressiven herausgefunden haben. Nach
van den Bosch et al. (1992) sind die „Ablenkbarkeit“ und „Überlastung“ negative Dimensionen
des TAS. In beiden Subskalen zeigten depressive Patienten höhere Mittelwerte als schizophrene
Patientengruppen. Es ist anzumerken, dass schizophrene Patienten (besonders mit negativen
Symptomen) theoretisch mehr kognitive Störungen als Depressive zeigen sollten. In der Subskala
„Ablenkbarkeit“ hatten akut Schizophrene den niedrigsten Mittelwert und in der Subskala
„Überlastung“ hatten chronisch Schizophrene den niedrigsten Mittelwert. Die Subskalen
„Verarbeitungskapazität“, „Aufmerksamkeitskontrolle“ und „Vorstellungskontrolle“ sind
positive Dimensionen des TAS (van den Bosch et al., 1992). Depressive Patienten waren in
„Verarbeitungskapazität“ und „Vorstellungskontrolle“ besser als die übrigen Gruppen. Van den
Bosch et al. (1993) fanden keine signifikanten Unterschiede zwischen Schizophrenen,
Depressiven und gesunden Probanden in der „Vorstellungskontrolle“ heraus. Chronisch
149
Schizophrene und Depressive zeigten fast identische „Aufmerksamkeitskontrolle“. Akut
Schizophrene waren in allen drei Subskalen (positive Dimensionen), besonders „Vorstellungskontrolle“ schlechter als chronisch Schizophrene und Depressive. Es ist anzumerken, dass die
Unterschiede zwischen den Mittelwerten der Patientengruppen sehr niedrig waren und
andererseits die Dateianalyse nicht zeigte, bei welchen Subskalen die Unterschiede signifikant
waren. Allerdings war die Differenz zwischen Depressiven und chronisch Schizophrenen
signifikant. Insgesamt zeigten Depressive in „Ablenkbarkeit“ und „Überlastung“ schlechtere
Ergebnisse als chronisch Schizophrene und chronisch Schizophrene waren in
„Verarbeitungskapazität“ und „Vorstellungskontrolle“ schlechter als Depressive. Die Patientengruppen stellen unterschiedliche Muster von subjektiven kognitiven Störungen in den Subskalen
des TAS dar.
Van den Bosch et al. (1997) kamen zu dem Schluss, dass der Selbstbericht über kognitive
Störungen bei psychiatrischen Patienten nicht mit kognitiven Leistungsdefiziten in Beziehung
steht. In der vorliegenden Studie wurde die Korrelation zwischen den Leistungen der drei
Patientengruppen in 8 neuropsychologischen Tests (WCST, TvH, Stroop-Test, FAS-Test, WLT,
AWLT, PAAF und LBT) und den Subskalen des TAS berechnet. Bei den chronisch
Schizophrenen korrelierte die Subskala „Ablenkbarkeit“ mit keinem neuropsychologischen Test.
Andere Subskalen des TAS, besonders Aufmerksamkeitskontrolle, korrelierten nur mit der
Anzahl der Züge des TvH (siehe Tabelle 11). In der Gruppe der akut schizophrenen Patienten
korrelierte die Subskala „Ablenkbarkeit“ positiv signifikant mit dem Gesamtscore des Line
Bisection Test (LBT) und negativ signifikant mit einer Veriablen des PAAF. Die Subskala
„Überlastung“ korrelierte negativ signifikant mit einer Variablen des PAAF. Die Subskala
„Verarbeitungskapazität“ korrelierte positiv signifikant mit dem Gesamtscore des FAS-Tests. In
der Gruppe der depressiven Patienten gab es keine signifikanten Korrelationen zwischen den
Subskalen des TAS und den neuropsychologischen Tests. Zusammengefasst standen subjektive
kognitive Funktionsstörungsmaße der Schizophrenen und Depressiven selten mit objektiven
Defiziten in Beziehung. Bei chronisch Schizophrenen war nur die Korrelation zwischen
Aufmerksamkeitskontrolle und Problemlösetest erheblich. Bei den akut Schizophrenen waren die
Korrelationen zwischen nicht-verbalem Gedächtnistest und zwei negativen Dimensionen des
TAS (Ablenkbarkeit und Überlastung) sowie die Korrelation zwischen dem verbalen
Gedächtnistest erheblich. Insgesamt war die Anzahl der signifikanten Korrelationen gegenüber
den gesamten berechneten Korrelationen sehr niedrig.
Die Assoziation zwischen den subjektiven kognitiven Dysfunktionen und der Minus- und
Plussymptomatik ist nicht klar. Van den Bosch et al. (1993) fanden heraus, dass subjektive
kognitive Dysfunktionen bezüglich des TAS mit psychopathologischen Maßen wie Depression
und „Anxiety“ nicht mit negativen Symptomen korrelierten. „Überlastung“ korrelierte aber
besonders mit positiven psychotischen Symptomen. In der vorliegenden Studie wurden
Korrelationen zwischen subjektiven kognitiven Maßen des TAS und Subskalen der SANS und
InSka (Minussymptomatik) und SAPS (Plussymptomatik) berechnet. Bei den chronisch
Schizophrenen korrelierten subjektive kognitive Maße selten mit negativen Symptomen. Diese
Ergebnisse entsprechen den Befunden von van den Bosch et al. (1993), die keine signifikante
Korrelation zwischen negativen Symptomen und subjektiven kognitiven Maßen bei den
Schizophrenen herausgefunden haben. Bezüglich der positiven Symptome bestätigen die Befunde
aber nicht die Ergebnisse von van den Bosch et al. (1993). Während sie herausfanden, dass
„Überlastung“ besonders mit positiven psychotischen Symptomen korrelierte, gab es nur eine
positive Korrelation zwischen „Überlastung“ und „Wahnvorstellungen“. Aber „Ablenkbarkeit“
150
korrelierte positiv mit verschiedenen Subskalen der SAPS. Bei den akut Schizophrenen
korrelierten „Ablenkbarkeit“, „Überlastung“ und „Aufmerksamkeitskontrolle“ mit keiner
Subskala der negativen Symptome. Dieses Ergebnis bestätigt nicht den Befund von van den
Bosch et al. (1993), dass „Überlastung“ mit positiven psychotischen Symptomen korreliert.
„Vorstellungskontrolle“ korrelierte negativ mit „Sprachverhalten“, „Sozialverhalten“ und
„Summe“ der InSka. „Verarbeitungskapazität“ korrelierte negativ mit den meisten Subskalen der
SANS und InSka. Es gab keine signifikante Korrelation zwischen den Subskalen des TAS und
der Plussymptomatik. Es gab bei den Depressiven keine signifikante Korrelation zwischen den
Subskalen des TAS und Minus- und Plussymptomatik. Nur „Verarbeitungskapazität“ korrelierte
negativ mit den meisten Maßen der Minussymptomatik. Zusammengefasst korrelierte bei den
chronisch schizophrenen Patienten „Ablenkbarkeit“ mit positiven Symptomen, aber
„Überlastung“ mit keinem Maß der negativen und positiven Symptome (nur mit
„Halluzinationen). Bei den akut Schizophrenen und Depressiven korrelierten zwei negative
Dimensionen des TAS (Ablenkbarkeit und Überlastung) mit keinem Maß der negativen oder
positiven Symptome, aber bei beiden Patientengruppen korrelierte „Verarbeitungskapazität“
negativ mit den meisten Maßen der negativen Symptome.
Wenn schizophrene Patienten mit vorwiegend positiven Symptomen über ein
Aufmerksamkeitsdefizit verfügen, müsste sich im Vergleich zu schizophrenen Patienten mit
vorwiegend negativen Symptomen im TAS ein Defizit zeigen. Insgesamt zeigten akut
schizophrene Patienten in vier Subskalen des TAS (außer Ablenkbarkeit) schlechtere Leistungen
als chronisch Schizophrene. Akut schizophrene Patienten hatten mehr Probleme mit der
„Verarbeitungskapazität“, aber chronisch Schizophrene zeigen eine Verbindung zwischen
„Ablenkbarkeit“ und positiven Symptomen. Bei den akut schizophrenen Patienten besteht keine
signifikante Korrelation zwischen zwei negativen Dimensionen des TAS (Ablenkbarkeit und
Überlastung) und negativen oder positiven Symptomen, aber „Verarbeitungskapazität“ korreliert
negativ mit den meisten Maßen der negativen Symptome. Bei den chronischen Schizophrenen
korreliert „Ablenkbarkeit“ positiv mit positiven Symptomen. Es sieht so aus, dass akut
Schizophrene mehr subjektive kognitive Störungen bezüglich der Aufmerksamkeitsstile als
chronisch Schizophrene haben, diese Störungen aber unabhängig von der Symptomatik sind.
Wenn die subjektiven kognitiven Maße und die Symptomatik in unabhängigen Gruppen
analysiert wurden, zeigte sich „Verarbeitungskapazität“ eine starke Beziehung zu negativen
Symptomen. Chronisch Schizophrene zeigten mehr „Ablenkbarkeit“ als akut Schizophrene,
wobei eine Verbindung zwischen „Ablenkbarkeit“ und positiven Symptomen besteht.
FBF ist ein anderer Fragebogen, der das subjektive Erleben der kognitiven Funktionen der
Patientengruppen untersucht. In der vorliegenden Arbeit wurde der FBF zur Erfassung der
Basisstörungen in der Schizophrenie angewendet. Die Basissymptome, die mit dem FBF erfasst
werden, sind nicht typisch oder charakteristisch für die Schizophrenie. Ein Problem des FBF ist
sein Mangel an diagnostischer Spezifität. Es wurde geprüft, ob der FBF schizophrene und
depressive Patienten voneinander unterscheiden kann. Der Gesamtscore des FBF konnte
zwischen den Patientengruppen nicht signifikant unterscheiden. Dieser Befund entspricht den
Ergebnissen von anderen Untersuchern (Mundt & Kasper, 1990; Maß et al., 1995). Sie fanden
heraus, dass der FBF schizophrene Patienten nicht von anderen Patientengruppen wie Depressive,
Neurotiker oder Alkoholiker unterscheiden kann. Die Subskalen des FBF stellten insgesamt einen
signifikanten Unterschied zwischen Patientengruppen dar, die Dateienanalyse zeigte aber nicht,
bei welchen Subskalen die Unterschiede signifikant waren. Nur bei der Variablen „Motalität &
Motorik“ war die Wahrscheinlichkeit erheblich (P< 0.01).
151
Die Beziehung zwischen den objektiven Maßen der kognitiven Funktionen und der
Basisstörungen ist bei Schizophrenen nicht eindeutig. Die Beziehung zwischen objektiven Maßen
der kognitiven Funktionsstörungen (neuropsychologische Tests) und den Basisstörungen im FBF
(selektive Aufmerksamkeit, Diskriminationsschwäche, kognitives Gleiten, automatischer Verlust,
Sprachstörungen und Gesamtscore) wurde bei Schizophrenen geprüft. Insgesamt war die Anzahl
der signifikanten Korrelationen bei schizophrenen Patienten sehr niedrig. Bei Depressiven
Patienten gab es keine signifikanten Korrelationen zwischen FBF und objektiven
neuropsychologischen Leistungen. Bei chronisch Schizophrenen korrelierte „Sprachstörungen“
höher als die anderen Subskalen mit den neuropsychologischen Testleistungen. „Sprachstörungen“ korrelierte negativ mit den Tests bezüglich des verbalen und nicht-verbalen
Gedächtnisses, aber diese Beziehung war bei akut Schizophrenen nicht beobachtbar. Die
Subskalen wie selektive Aufmerksamkeit, Diskriminationsschwäche, kognitives Gleiten,
Automatismenverlust und Gesamtscore des FBF korrelierten bei den schizophrenen Patientengruppen selten mit objektiven Testleistungen. Obwohl die Befunde dieser Untersuchung wie
einige andere Studien (Hasse et al., 1982; Cuesta et al., 1996; Böning et al., 1990) eine
Verbindung zwischen neuropsychologischen Testleistungen und subjektiv erfahrenen
Basisstörungen im FBF herausfanden, war die Anzahl der signifikanten Korrelationen insgesamt
gegenüber den gesamten berechneten Korrelationen sehr niedrig.
Ebenfalls sind die Befunde bezüglich der Assoziation zwischen der Minus- und
Plussymptomatik und der Basissymptome, die sich aus dem FBF ergeben, widersprüchlich. Die
Assoziation zwischen der Minus und Plussymptomatik (SANS, InSka, SAPS) und dem FBF
wurde geprüft. Bei den akut schizophrenen Patienten gab es keine signifikante Korrelation
zwischen den Skalen. Die Korrelationen bei den chronisch Schizophrenen waren dagegen hoch
signifikant. Der FBF korrelierte bedeutsam mit SANS, InSka und SAPS. Bezüglich der
Minussymptomatik entsprechen diese Ergebnisse den Befunden von Mundt & Kasper (1990), die
hoch signifikante Korrelationen zwischen FBF mit InSka und SANS herausgefunden haben. Die
Befunde der vorliegenden Untersuchung bestätigen die Befunde von Peralta et al. (1992a) und
Maß et al. (1997) nicht. Peralta et al. (1992a) untersuchten die Assoziation zwischen positiver vs.
negativer Schizophrenie und der Basissymptomatik mit Hilfe der SANS und SAPS (Andreasen &
Olsen 1982) und stellten fest, dass die Basissymptome bei Schizophrenen keine Überlappung mit
negativen Symptomen zeigten, die Basissymptome bei schizophrenen Patienten mit positiven
Symptomen nicht häufiger beobachtbar waren. In dieser Untersuchung war die Korrelation
zwischen FBF und SANS ebenfalls sehr hoch, die Korrelation zwischen FBF und SAPS war
höher. Maß et. al. (1997) hatten herausgefunden, dass der FBF höher mit der Minussymptomatik
der PANSS als mit den Plusitems korreliert.
Zusammenfassung: Außer der psychometrischen Untersuchung der kognitiven Störungen von
Patientengruppen wurde ebenfalls Psychopathologie der Schizophrenie im Rahmen des
subjektiven Erlebens von kognitiven Funktionen untersucht. Experimentelle Untersuchungen
bezüglich der Aufmerksamkeitsstörungen zeigten, dass beide chronisch und akut schizophrenen
Patienten signifikant schlechtere Leistungen als Depressive hatten, die Differenz zwischen
schizophrenen Patientengruppen aber nicht erheblich war. Untersuchung der subjektiven
Aufmerksamkeitsstörungen zeigte, dass chronisch Schizophrene und Depressive unterschiedliche
Muster von Aufmerksamkeitsstörungen im TAS darstellen. Depressive Patienten zeigten mehr
„Ablenkbarkeit“ und „Überlastung“, aber chronisch schizophrene Patienten hatten mehr
152
Probleme in den „Verarbeitungskapazität“ und „Vorstellungskontrolle“. Akut schizophrene
Patienten zeigten mehr subjektive kognitive Störungen bezüglich der Aufmerksamkeitsstile als
chronisch Schizophrene. Obwohl akut Schizophrene weniger „Ablenkbarkeit“ als chronisch
Schizophrene zeigten, hatten sie aber mehr Probleme bezüglich der „Überlastung“,
„Verarbeitungskapazität“, „Aufmerksamkeitskontrolle“ und „Vorstellungskontrolle“. Insgesamt
korrelierten subjektive Aufmerksamkeitsstörungen selten mit objektiven kognitiven Störungen.
Ebenfalls korrelierten subjektive Aufmerksamkeitsstörungen selten mit der Minus- oder
Plussymptomatik. Bei chronisch Schizophrenen korrelierte „Ablenkbarkeit“ mit den positiven
Symptomen. Objektive Aufmerksamkeitsstörungen der Schizophrenen korrelierten bedeutsam
nur mit negativen Symptomen. Bei akut Schizophrenen und Depressiven gab es eine Assoziation
zwischen „Verarbeitungskapazität“ und den negativen Symptomen.
Basissymptome im Sinne des FBF wurden am häufigsten von akut schizophrenen
Patienten und am wenigsten von chronisch Schizophrenen abgegeben. Obwohl die drei
Fremdbeurteilungsinstrumenten (SAPS, SANS und InSka) die Patientengruppen relativ
voneinander trennen könnten, könnte der Gesamtscore der FBF als ein Selbstbeurteilungsinstrument zwischen den Patientengruppen nicht unterscheiden. Dieser Befund bestätigt, dass
Basissymptome im Sinne des FBF (Gesamtscore) nicht für Schizophrenie typisch oder
charakteristisch sind. FBF misst wahrscheinlich unterschiedliche Gruppen von Basissymptomen,
die in Beziehung mit unterschiedlichen Patientengruppen stehen. Eine Analyse der
diagnostischen Diskriminanzfähigkeit der Subskalen von FBF zeigte einen signifikanten
Unterschied zwischen Patientengruppen, die Dateianalyse zeigte aber nicht bei welchen
Subskalen die Unterschiede signifikant waren. Andere Studien können die Spezifität der
verschiedenen Subskalen bezüglich der Schizophrenie weiteruntersuchen. Die Anzahl der
Korrelationen zwischen den subjektiv erfahrenen Basisstörungen im FBF und den
experimentellen neuropsychologischen Testleistungen war sehr niedrig. Sogar die Korrelation
zwischen der „selektive Aufmerksamkeit“, die vom Stroop-Test erfasst wird, und der Subskala
„selektive Aufmerksamkeit“ von FBF war nicht signifikant. Ebenfalls gab es keine signifikante
Korrelation zwischen der Minus- und Plussymptomatik (SAPS, SANS und InSka) und dem
Gesamtscore des FBF bei akut schizophrenen Patienten. Bei den chronisch schizophrenen
Patienten korrelierte der Gesamtscore der FBF hoch signifikant mit negativen Symptomen. Es
sieht so aus, dass subjektive Erleben der Schizophrenen, Basisstörungen betreffend, im Sinne des
FBF in Beziehung mit Psychopathology steht. Die schizophrenen Patienten mit vorwiegend
negativen Symptomen können nicht ihre kognitiven Störungen beachten.
Zusammenfassende Diskussion: Zum Abschluss der Diskussion kann festgestellt werden, dass der
empirische Teil der Untersuchung die Spezifität der Frontallappendefizite bei den chronisch
schizophrenen Patienten nicht bestätigt hat. Obwohl unipolar depressive Erkrankte insgesamt
bessere Leistungen als chronisch schizophrene Patienten hatten, waren die Differenzen zwischen
Patientengruppen nicht in allen Aufgaben bedeutsam unterschiedlich. Es sieht so aus, dass beide
Patientengruppen an Funktionsstörungen des Frontallappens leiden, aber die Muster der
kognitiven Störungen unterschiedlich sind. Die chronisch schizophrenen Patienten leiden an
mehreren Funktionsstörungen des Frontallappens. Die neuropsychologischen Tests zur Erfassung
der Funktionen des Fronto-temporallappens bestätigten eine Dysfunktion der dominanten (links)
Hemisphäre bei chronisch Schizophrenen im Vergleich zu den depressiven Patienten. Es gab
keinen Unterschied zwischen beiden Patientengruppen hinsichtlich der rechten Hemisphäre.
Insgesamt zeigten chronisch Schizophrene und Depressive unterschiedliche kognitive Muster
bezüglich der Tests zur Erfassung der Funktionen von Frontal- und Fronto-temporallappen.
153
Subjektives Erleben von kognitiven Funktionen erbrachte fast gleiche Ergebnisse.
Basissymptome im Sinne des FBF haben nicht zwischen chronisch Schizophrenen und unipolar
endogen Depressiven unterschieden, aber bezüglich der Subskalen von FBF zeigten
Patientengruppen unterschiedliche Muster von Basissymptomen. Ebenso zeigte die Untersuchung
der subjektiven Aufmerksamkeitsstörungen mittels TAS, dass chronisch Schizophrene und
unipolar endogen Depressive unterschiedliche Muster von Aufmerksamkeitsstörungen
darstellten. Die kognitiven Störungen der Patientengruppen können aus unterschiedlichen
Gründen, wie z.B. Funktionsstörungen der verschiedenen Gehirnareale, psychotischen
Symptomen oder Aufmerksamkeitsstörungen entstehen. Weitere Analysen von Daten der
vorliegenden Untersuchung zeigten, dass kognitive Defizite der schizophrenen Patienten in
Beziehung zu negativen Symptomen stehen. Die chronisch schizophrenen Patienten dieser Studie
hatten vorwiegend negative Symptome, aber der Unterschied zwischen chronisch und akut
schizophrenen Patienten bezüglich des Gesamtscores der SANS war nicht signifikant, obwohl
akut Schizophrene weniger negative Symptome hatten. Im Gegenteil zeigten akut Schizophrene
vorwiegend positive Symptome. Akut schizophrene Patienten zeigten schlechtere Leistungen im
Vergleich zu chronisch schizophrenen Patienten in den Tests zur Erfassung der Funktionen von
Frontal-, Frontotemporal- und Parietallappen, aber psychotische Symptome können nicht diesen
Unterschied interpretieren. Es gab keine signifikante Korrelation zwischen neuropsychologischen
Testleistungen und positiven Symptomen, obwohl diese Patienten hoch signifikant mehr positive
Symptome als chronisch Schizophrene hatten. Bei beiden schizophrenen Patientengruppen
korrelierten aber neuropsychologische Testleistungen negativ mit der Minussymptomatik.
Obwohl es bezüglich der Aufmerksamkeitsstörungen keinen signifikanten Unterschied
zwischen schizophrenen Patientengruppen im Stroop-Test gab, zeigten akut Schizophrene mehr
Probleme in Beziehung mit der „Überlastung“ von TAS. Ebenso zeigten akut Schizophrene
schlechtere Mittelwerte als chronisch Schizophrene in drei positiven Dimensionen des TAS
(Verarbeitungskapazität, Aufmerksamkeitskontrolle und Vorstellungskapazität). Bei akut
Schizophrenen korrelierte „Verarbeitungskapazität“ mit den SANS- und InSka-Summen und fast
allen Subskalen der beiden Instrumente. Es sieht so aus, dass Aufmerksamkeitsstörungen
wahrscheinlich die schlechteren Leistungen der akuten Schizophrenen im Vergleich zu den
übrigen Gruppen erklären können. Ein interessantes Ergebnis dieser Studie war das
„Neglectphänomen“ bei den akut schizophrenen Patienten in Beziehung mit „Line Bisection
Test“. Nach meinen Informationen wird dieses Phänomen in meiner Arbeit zum ersten Mal
erwähnt und braucht neue Untersuchungen. Akut schizophrene Patienten sollten mit
neurologischen Neglectpatienten und gesunden Probanden verglichen werden. Ebenfalls wird
empfohlen, dass neue Untersuchungen die Faktoren wie „Bildung“ oder „Kultur“ kontrollieren.
Außerdem sollten schizophrene Patienten und depressive Erkrankte direkt mit den Patienten mit
Frontallappenverletzung verglichen werden.
154
11
Anhang 1
Tab. 5: Prozente und cummulative Prozente von Schuljahre in verschiedenen Klassen der
Untersuchungspersonen
Schuljahre
Depressive
Häufigkeit
Prozent
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
3.7
25.9
33.3
3.7
11.1
11.1
7.4
---3.7
chronisch
akut
cum.%*
Schizophrene
Häufigkeit
Prozent
cum.%
Schizophrene
Häufigkeit
Prozent
cum.%
3.7
29.6
63.0
66.7
77.8
88.9
96.3
---100.0
38.9
27.8
2.8
11.1
16.7
2.8
-------
38.9
66.7
69.4
80.6
97.2
100.0
-------
6.3
21.9
9.4
3.1
3.1
18.8
3.1
9.4
15.6
3.1
6.3
-------
6.3
28.1
37.5
40.6
43.7
62.5
65.6
75.0
90.6
93.7
100.0
-------
* = Cummulatives Prozent
Tab. 7: Mittelwerte und Standardabweichungen der Probanden im Wisconsin Card Sorting Test
Perseverative Fehler
Kategorien
Lernen Lernen Score
N
M
SD
M
SD
M
SD
Depressive
27
21.37
14.61
3.88
2.25
-2.78
7.76
Männer
Frauen
chronisch
Schizophrene
Männer
Frauen
akut
Schizophrene
Männer
Frauen
10
17
36
14.90
25.18
16.77
12.31
14.84
13.11
4.20
3.70
4.08
2.53
2.14
2.39
-3.01
-2.65
-3.48
9.14
7.14
10.47
27
9
32
15.96
19.22
34.37
11.07
18.57
16.50
4.11
4.00
1.87
2.31
2.78
2.19
-2.27
-7.13
-2.90
8.86
14.32
6.87
26
6
32.61
42.00
13.75
25.62
1.96
1.50
2.37
1.22
-1.66
-8.28
3.77
13.35
Total
95
24.01
16.48
3.28
2.48
-3.08
8.56
155
Tab. 9: Mittelwerte und Standardabweichungen der Probanden im Stroop Test
Farbwörterlesen
Farbstrichebenennen
Interferenzversuch
N
27
M
45.96
SD
10.55
M
51.30
SD
9.91
M
50.33
SD
7.93
Männer
Frauen
chronisch
Schizophrene
Männer
Frauen
akut
Schizophrene
Männer
Frauen
10
17
36
44.10
47.05
42.69
11.58
10.10
9.25
47.40
53.58
41.30
7.56
10.61
8.78
49.90
50.59
42.50
8.97
7.52
8.13
27
9
32
42.22
44.11
38.00
9.85
7.50
6.88
41.00
42.22
38.53
7.48
12.42
11.23
42.37
42.89
38.97
6.20
12.8
8.41
26
6
37.77
39.00
6.45
9.18
38.54
38.50
11.23
12.32
39.20
38.00
9.02
5.55
Total
95
42.04
9.40
43.21
11.18
43.54
9.28
Depressive
Tab. 11: Mittelwerte und Standardabweichungen der Probanden im FAS-Test
FAS-Gesamtscore
SD
Depressive
N
27
M
31.81
11.24
Männer
Frauen
10
17
28.40
33.82
9.98
11.74
chronisch
Schizophrene
Männer
Frauen
36
22.80
8.18
27
9
22.07
25.0
8.15
8.35
akut
Schizophrene
Männer
Frauen
32
16.56
7.76
26
6
16.38
17.33
8.06
6.95
Total
95
23.26
10.77
156
Tab. 13: Mittelwerte und Standardabweichungen der Probanden für die Anzahl der Züge im
Turm von Hanoi
N
Züge des ersten
3er-Unterturms
M
SD
Züge des ersten
4er-Unterturms
M
SD
Züge der Lösung
(5er-Turm)
M
SD
Depressive
27
9.30
4.63
32.68
23.42
70.76
35.66
Männer
Frauen
10
17
10.66
8.59
5.07
4.37
33.09
32.47
32.50
18.14
74.44
68.82
35.47
36.70
chronisch
Schizophrene
Männer
Frauen
36
9.27
2.84
31.61
15.06
62.89
25.24
27
9
9.70
8.0
2.66
3.16
32.48
29.0
15.88
12.73
66.59
51.78
26.72
16.75
Total
62
9.29
3.67
32.06
18.85
66.19
30.03
Tab. 15: Mittelwerte und Standardabweichungen der Probanden für die Lösungszeiten im Turm
von Hanoi
Lösungszeit des
ersten
3er-Unterturms
Lösungszeit des
ersten
4er-Unterturms
Lösungszeit der
Lösung
(5er-Turm)
N
27
M
97.94
SD
56.88
M
345.14
SD
246.34
M
632.03
SD
358.00
Männer
Frauen
chronisch
Schizophrene
Männer
Frauen
10
17
36
99.88
96.92
107.51
63.62
55.02
126.16
427.06
301.77
379.03
349.80
166.94
280.73
744.51
572.49
686.93
419.09
318.67
456.63
27
9
119.11
72.73
142.34
44.46
418.14
261.73
309.17
116.19
780.25
406.98
487.65
147.78
Total
62
103.50
102.38
364.82
265.28
663.91
415.83
Depressive
157
Tab. 17: Mittelwerte und Standardabweichungen der Probanden für die
Anzahl der Regelverstöße im Turm von Hanoi
N
27
Anzahl der Regelverstöße
M
SD
12.34
17.89
Männer
Frauen
chronisch
Schizophrene
Männer
Frauen
10
17
36
19.33
8.65
9.02
27.88
8.34
16.15
27
9
9.85
6.56
17.42
12.09
Total
62
10.42
16.84
Depressive
Tab. 19: Mittelwerte und Standardabweichungen der Probanden im Paar-Assoziations-Test von
abstrakten Figuren (PAAF)
richtige
Reproduktionen
im 1. Versuch
richtige
Reproduktionen
im 2. Versuch
Richtige
Reproduktionen
im 3. Versuch
PAAFGesamtscore
Depressive
N M
27 4.96
SD
2.00
M
6.66
SD
2.15
M
7.70
SD
M
2.31 20.07
SD
7.32
Männer
Frauen
10 4.70
17 5.11
2.90
1.31
6.30
6.88
2.71
1.80
7.90
7.58
2.42 18.90
2.32 20.76
7.66
7.26
chronisch
36 4.94
Schizophrene
Männer
27 4.92
Frauen
9 5.0
1.82
6.0
2.40
6.97
2.11 17.91
4.95
1.54 6.0
2.59 6.0
2.00 6.77
3.50 7.55
1.93 17.70
2.65 18.55
4.22
6.96
akut
32 4.25
Schizophrene
Männer
26 4.27
Frauen
6 4.16
1.64 4.81
1.73 4.81
1.78 13.87
4.19
1.73 4.53
1.32 6.0
1.70 4.69
1.41 5.33
1.83 13.50
1.63 15.50
4.49
6.00
4.71
1.83 5.78
2.31 6.45
2.38 17.16
6.00
Total
95
158
Tab. 22: Mittelwerte und Standardabweichungen der Probanden im Wörterlerntest
N
richtige
Reproduktionen
im 1. Versuch
M
SD
Depressive
27 9.48
3.11
Männer
Frauen
chronisch
Schizophrene
Männer
Frauen
akut
Schizophrene
Männer
Frauen
10 9.30
17 9.58
36 7.75
3.23
3.14
3.00
27
9
32
7.15
9.55
7.21
2.36
4.06
2.40
26 7.35
6 6.67
Total
95
8.06
richtige
Reproduktionen
im 2. Versuch
M
SD
10.18
richtige
Reproduktionen
im 3. Versuch
M
SD
4.10
12.03
4.53
4.40
4.04
3.12
11.60
12.30
10.16
5.31
4.16
3.71
8.59
11.0
8.25
2.87
3.31
3.17
9.40
12.44
10.03
3.01
4.80
3.03
2.46
2.25
8.46
7.33
3.02
3.93
9.84
10.83
2.75
4.26
2.97
9.16
3.49
10.65
3.82
9.90
10.35
9.19
Tab. 24: Mittelwerte und Standardabweichungen der Probanden im Wörterlerntest
(2 Variablen: Merkfähigkeit-CA und Lernfähigkeit-CA)
N
27
Merkfähigkeit CA
M
SD
5.29
2.33
Lernfähigkeit CA
M
SD
2.81
2.96
Männer
Frauen
Chronisch
Schizophrene
Männer
Frauen
akut
Schizophrene
Männer
Frauen
10
17
36
5.10
5.41
3.50
2.13
2.50
2.07
2.90
2.76
1.94
2.88
3.09
2.53
27
9
32
3.14
4.55
3.03
1.83
2.05
2.05
1.59
3.0
2.30
2.02
3.60
2.17
26
6
3.15
2.50
2.07
2.07
1.80
4.33
1.67
3.01
Total
95
3.85
2.32
2.30
2.54
Depressive
159
Tab.26: Mittelwerte und Standardabweichungen der Probanden im Assoziativen Wortlerntest
N
richtige
Reproduktionen im
im 1. Versuch
M
SD
richtige
Reproduktionen
im 2. Versuch
M
SD
richtige
Reproduktionen
im 3. Versuch
M
SD
Depressive
27
4.85
3.25
7.89
4.12
9.74
4.13
Männer
Frauen
chronisch
Schizophrene
Männer
Frauen
akut
Schizophrene
Männer
Frauen
10
17
36
5.40
4.52
4.61
3.89
2.89
3.76
7.80
7.94
7.33
3.73
4.45
4.51
9.40
9.94
9.02
4.03
4.29
4.85
27
9
32
4.0
6.44
4.62
3.25
4.74
2.55
6.59
9.55
7.25
4.06
5.29
3.93
8.51
10.55
9.12
4.59
5.57
4.21
26
6
4.23
6.33
2.38
2.73
6.96
8.50
3.76
4.76
8.92
10.0
4.01
5.29
Total
95
4.68
3.22
7.46
4.18
9.26
4.40
Tab.28: Mittelwerte und Standardabweichungen der Probanden im Assoziativen Wortlerntest
(2 Variablen: Merkfähigkeit-CA und Lernfähigkeit-CA)
Depressive
N
27
Merkfähigkeit CA
M
SD
4.55
2.30
Lernfähigkeit CA
M
SD
4.07
3.05
Männer
Frauen
chronisch
Schizophrene
Männer
Frauen
akut
Schizophrene
Männer
Frauen
10
17
36
4.80
4.41
3.86
2.44
2.29
2.60
3.30
4.52
3.39
3.02
3.06
3.02
27
9
32
3.51
4.88
4.0
2.29
3.33
2.00
3.29
3.66
3.87
2.92
3.50
2.95
26
6
3.73
5.16
1.90
2.13
3.76
4.33
2.90
3.38
Total
95
4.10
2.32
3.74
2.98
160
Tab. 30: Mittelwerte und Standardabweichungen der Probanden im Line Bisection Test
(Mittlere prozentuale Abweichung vom Mittelpunkt der Linien nach rechts)
Depressive
linksbündige
Linien
N
M
SD
27 -1.06
4.00
zentrierte
Linien
M
0.80
SD
3.36
rechtsbündige
Linien
M
SD
-0.94
4.12
Gesamtscore
M
-0.86
SD
3.19
Männer
Frauen
chronisch
Schizophrene
Männer
Frauen
akut
Schizophrene
Männer
Frauen
10 -0.74
17 -1.24
36 -0.67
4.55 0.98
3.77 -0.45
2.96 1.06
3.02 -0.47
3.51 -1.21
3.40 1.07
5.03
3.62
4.03
-0.67
-0.97
0.54
3.68
2.98
2.56
27
9
32
-0.89
-0.002
3.83
3.13
2.41
5.81
0.87
1.60
3.52
3.59 1.35
2.85 0.25
5.82 0.88
4.45
2.40
5.36
0.51
0.61
2.74
2.78
1.85
4.29
26
6
3.83
3.81
6.32
3.17
4.03
1.30
5.78
5.91
0.70
1.69
4.55
8.56
2.86
2.26
4.07
5.58
Total
95
0.73
4.87
1.61
4.54
0.43
4.58
0.88
3.67
Tab. 33: Mittelwerte und Standardabweichungen der Probanden im SANS
(Gesamtscore der z-Werte)
N
27
SANS-Gesamtscore
M
SD
-091
2.99
Männer
Frauen
chronisch
Schizophrene
Männer
Frauen
10
17
36
-2.51
0.03
0.71
2.30
3.01
4.29
27
9
0.89
0.18
4.24
4.65
akut
Schizophrene
Männer
Frauen
32
-020
3.47
26
6
0.29
-1.43
3.56
2.91
Total
95
0.002
3.710
Depressive
161
Tab. 35: Mittelwerte und Standardabweichungen der Probanden im SANS (Subskalen)
N
Affektverflachung
& Starrheit
M
SD
Alogie &
Paralogie
M
Depressive
27
10.74
8.13
2.52
2.77
7.22
3.13
11.0
4.70
4.37
3.51
Männer
Frauen
chronisch
Schizophrene
Männer
Frauen
akut
Schizophrene
Männer
Frauen
10
17
36
6.70
13.11
12.08
5.27
8.70
9.13
1.20
3.29
4.36
1.61
3.05
4.61
6.50
7.64
9.13
3.62
2.82
4.07
9.30
12.0
13.14
4.90
4.43
5.66
3.30
5.00
4.69
2.58
8.89
3.69
27
9
32
12.63
10.44
7.31
9.30
8.93
8.28
4.37
4.33
2.47
4.39
5.52
3.64
9.81
7.11
9.40
4.21
2.93
3.35
12.89
13.89
13.34
6.04
4.56
5.99
4.59
5.0
5.34
3.65
4.03
3.66
26
6
7.57
6.16
8.45
8.11
2.73
1.33
3.94
1.50
9.69
8.16
3.14
4.21
13.69
11.83
5.76
7.30
5.65
4.0
3.59
4.00
Total
95
10.09
8.73
3.20
3.90
8.68
3.66
12.60
5.56
4.82
3.61
SD
AbulieApathie
M
SD
Anhedonie &
Assozialität
AufmerksamKeit
M
M
SD
SD
Tab. 37: Mittelwerte und Standardabweichungen der Probanden im SAPS
(Gesamtscore der z-Werte )
N
27
SAPS-Gesamtscore
M
SD
-2.66
1.13
Männer
Frauen
chronisch
Schizophrene
Männer
Frauen
akut
Schizophrene
Männer
Frauen
10
17
36
-2.32
-2.86
-0.94
1.46
0.88
2.38
27
9
32
-0.89
-1.11
3.33
2.21
2.98
2.68
26
6
3.16
4.10
2.67
2.82
Total
95
0.008
3.32
Depressive
162
Tab. 38: Mittelwerte und Standardabweichungen der Gesamtprobanden im SAPS (Subskalen)
N
Halluzinationen
M
SD
WahnVorstellungen
M
SD
bizarres
Verhalten
M
SD
Positive formale
Denkstörungen
M
SD
Depressive
27
1.70
3.57
5.59
6.10
0.85
2.14
0.0
0.0
Männer
Frauen
10
17
2.0
1.52
4.39
3.12
7.80
4.29
7.74
6.69
1.40
0.53
2.95
1.50
0.0
0.0
0.0
0.0
chronisch
Schizophrene
Männer
Frauen
36
3.55
5.80
12.44
12.82
4.08
4.32
1.05
3.89
27
9
3.66
3.22
6.14
4.97
12.37
12.66
13.17
12.48
4.33
3.33
4.34
4.44
0.96
1.33
3.93
4.00
akut
Schizophrene
Männer
Frauen
32
11.03
7.80
25.21
10.88
7.34
2.86
10.21
5.67
26
6
10.34
14.0
7.90
7.21
24.54
28.16
10.89
11.32
7.58
6.33
3.00
2.06
6.69
12.50
5.75
5.13
Total
95
5.50
7.22
14.80
13.19
4.26
4.18
3.84
6.10
Tab. 42: Mittelwerte und Standardabweichungen der Probanden in der
Intentionalitäts-Skala (Gesamtscore der z-Werte)
N
27
InSka-Gesamtscore
M
SD
-2.71
3.19
Männer
Frauen
chronisch
Schizophrene
Männer
Frauen
akut
Schizophrene
Männer
Frauen
10
17
36
-3.55
-2.22
-0.26
3.34
3.09
4.36
27
9
32
0.12
-1.40
2.60
4.16
5.01
3.45
26
6
2.72
2.09
3.42
3.85
Total
95
0.007
4.28
Depressive
163
Tab. 43: Mittelwerte und Standardabweichungen der Probanden in der Intentionalitäts-Skala
(Subskalen)
N
motorische
Antrieb
M
SD
Sprachverhalten
M
SD
affektive
Reaktionen
M
SD
Wahn &
Autismus
M
SD
Initiative &
Motivation
M
SD
Sozialverhalten
M
SD
Depressive
27 2.22
1.86
1.51
1.15
4.11 1.64
0.77
1.40
5.18
2.43
6.18 2.16
Männer
Frauen
10 1.80 1.81
17 2.47 1.90
1.30
1.64
0.82
1.32
3.90 1.85
4.23 1.56
0.90
0.70
1.19 3.90
1.57 5.94
1.96
2.41
6.19 2.93
6.17 1.66
2.28
2.05
1.70
5.05
2.22
1.94
1.58
6.13
2.84
7.22 3.68
2.26
2.24
2.18 1.64
166 1.93
5.14
4.77
2.31 2.14
2.04 1.33
1.56
1.58
6.26
5.77
2.89
2.81
7.22 3.56
7.22 4.26
4.90 1.37
7.93
1.98
9.65 3.09
1.79
2.81
9.80 3.15
9.0 3.03
chronisch
36 3.44
Schizophrene
Männer
27 3.74
Frauen
9 2.55
akut
32
Schizophrene
Männer
26
Frauen
6
2.96 2.44
2.03
1.23
5.84
2.30
2.80 2.38
3.66 2.80
2.15
1.50
1.25
1.04
6.0
5.16
2.35 4.96
2.13 4.66
1.48 7.80
0.81 8.50
95
2.94 2.64
1.89
1.41
5.05
2.19
2.24
Total
2.61
6.47 2.68
7.74
3.40
Tab. 46 : Mittelwerte und Standardabweichungen der Probanden im Test für Aufmerksamkeitstile (Subskalen)
Ablenkbarkeit
Überlastung
Verarbeitungskapazität
M
M
M
SD
SD
SD
Aufmerksamkeitsko
ntrolle
M
M
SD
5.67
19.22
3.87
17.70
13.88
15.78
8.01
3.22
2.79
19.40 3.50
19.11 4.18
17.97 3.19
5.03
3.58
5.80
16.37
14.0
13.34
2.77
2.06
4.72
18.18
17.33
8.34
3.45
2.29
5.40
15.84
17.50
5.94
5.46
13.15
14.16
4.78
4.79
17.65
21.33
5.48
4.13
17.80
5.46
14.82
4.50
18.45
4.21
N
27
23.18
4.44
17.70
6.10
19.44
5.66
15.30
Männer
Frauen
chronisch
Schizophrene
Männer
Frauen
akut
Schizophrene
Männer
Frauen
10
17
36
21.90
23.94
22.53
4.84
4.16
5.65
16.80
18.23
16.22
6.56
5.95
4.18
21.10
18.47
18.02
4.88
6.00
4.66
27
9
32
22.22
23.44
19.65
6.19
3.71
8.34
15.96
17.0
17.31
4.40
3.57
8.36
18.07
17.89
16.15
26
6
19.27 7.86
21.33 10.85
15.92
23.33
7.73
9.00
Total
95
21.74
17.01
6.35
Depressive
6.53
SD
Vorstellungskontrolle
164
Tab. 48: Mittelwerte und Standardabweichungen der Probanden im Frankfurter
Beschwerde Fragebogen (Gesamtscore der z-Werte)
FBF-Gesamtscore
N
27
M
0.82
SD
7.71
Männer
Frauen
chronisch
Schizophrene
Männer
Frauen
akut
Schizophrene
Männer
Frauen
10
17
36
-1.90
2.43
-1.59
6.19
7.76
9.91
27
9
32
-0.85
-3.83
2.39
10.26
8.94
10.62
26
6
1.15
7.79
10.30
11.21
Total
95
0.43
9.59
Depressive
Tab. 49: Mittelwerte und Standardabweichungen der Probanden im Frankfurter Beschwerde
Fragebogen (Subskalen)
spezifische
Ängste
selektive
Aufmerksamkeit
Diskriminations
-schwäche
Motalität &
Motorik
Wahrnehmungen
kognitive
Gleiten
N
M
SD
M
SD
M
SD
M
SD
M
SD
M
SD
Depressive
27
6.0
9.18
3.18
2.27
2.44
1.37
1.37
1.47
1.56
1.65
3.59
2.54
Männer
Frauen
10
17
3.60 3.16
7.14 11.20
2.80
3.41
2.25
2.32
2.10
2.65
1.45
1.32
1.10
1.52
1.28
1.58
1.0
1.88
1.24
1.79
2.60
4.17
2.45
2.48
chronisch
Schizophrene
36
3.05
2.56
2.33
2.42
2.04
1.89
1.83
2.25
2.19
2.55
2.33
2.65
Männer
Frauen
27
9
3.14
2.77
2.70
2.22
2.48
1.89
2.32
2.80
2.15
1.77
1.94
1.85
2.11
1.0
2.34
1.80
2.44
1.44
2.65
2.18
2.25
2.55
2.58
3.00
akut
Schizophrene
32
4.25
6.27
3.53
2.71
2.78
1.75
2.65
2.30
2.65
2.33
3.37
2.58
Männer
Frauen
26
6
4.19
4.50
6.88
2.74
3.30
4.50
2.71
2.74
2.69
3.15
1.73
1.94
2.38
3.83
2.13
2.78
246
3.50
2.12
2.88
3.0
5.0
2.44
2.75
Total
95
4.29
6.34
2.98
2.51
2.41
1.72
1.98
2.11
2.16
2.72
3.04
2.63
165
Tab. 50: Mittelwerte und Standardabweichungen der Probanden im Frankfurter Beschwerde
Fragebogen (Subskalen)
Blockierung
Sprachstörungen
Automatismenverlust
Coping
Behavior
M
SD
2.40
2.00
3.33
1.73
2.67
3.44
2.40
2.41
2.46
1.77
3.40
3.29
2.32
1.35
3.89
3.55
1.64
2.20
2.58
2.10
3.40
2.55
4.15
3.11
3.57 1.85
3.58 1.0
2.31
1.73
2.48
2.89
2.13
2.08
4.09
3.38
5.72
3.82
3.0
2.89
2.94
2.23
3.19
2.88
3.76
5.50
3.43
3.01
5.19
8.0
3.63
4.09
2.77
4.00
2.84
3.16
2.57
4.50
2.02
2.59
3.06
4.01
3.18
4.76
3.63
2.13
2.45
2.91
2.05
M
SD
M
SD
M
SD
M
SD
Depressive
27
3.63
2.89
3.22
2.70
4.29
2.92
4.81
3.34
Männer
10
17
2.20
4.47
1.75
3.14
2.50
3.64
1.71
3.12
3.70
4.64
2.36
3.22
3.30
5.70
chronisch
36 3.08
Schizophrene
Männer
27 3.29
Frauen
9 2.44
3.03
3.0
3.22
3.72
3.24
3.08 3.37
2.96 1.89
3.38
2.52
4.11
2.56
akut
32 3.96
Schizophrene
Männer
26 361
Frauen
6 5.50
3.03
3.94
3.18
2.98 3.57
3.01 5.50
95 3.53
2.99
Total
3.38
M
Körperbeschwerden
SD
N
Frauen
spezielle
sensorische
Störungen
Tab. 53: Die Korrelationen zwischen Tests zur Erfassung von frontalen Funktionen
bei chronisch Schizophrenen
WCSTPerseverative Fehler
Stroop TestInterferenzeffekt
TvHRegelverstöße
FASGesamtscore
-0.03
0.35 *
0.34 *
0.12
0.30
Stroop TestInterferenzeffekt
TvHRegelverstöße
-0.27
* = P< 0.05 , ** = P< 0.01 , *** = P< 0.001
166
Tab. 54: Die Korrelationen zwischen Tests zur Erfassung von frontalen Funktionen
bei akut Schizophrenen
WCST- richtige
Antworten
WCST- richtige
Antworten
Stroop TestInterferenzeffekt
FASGesamtscore
0,30
0.37 *
Stroop TestInterferenzeffekt
0.45 **
* = P< 0.05 , ** = P< 0.01 , *** = P< 0.001
Tab. 55: Die Korrelationen zwischen Tests zur Erfassung von fronto-temporalen Funktionen bei
chronisch Schizophrenen
PAAF3. Versuch
WLT- Merkfähigkeit
WLT- Lernfähigkeit
AWLT- Merkfähigkeit
AWLT- Lernfähigkeit
0.57 ***
0.48 **
0.56 ***
0.41 *
WLTMerkfähigkeit
0.38 *
0.31
WLTLernfähigkeit
0.56 **
0.53 ***
PAAF3. Versuch
* = P< 0.05 , ** = P< 0.01 , *** = P< 0.001
167
Tab. 56: Die Korrelationen zwischen den Tests zur Erfassung von frontalen Funktionen und den
Tests zur Erfassung von frontotemporalen Funktionen bei den chronisch schizophrenen
Patienten
PAAF3. Versuch
WLTMerkfähigkeit
WLTLernfähigkeit
AWLTMerkfähigkeit
AWLTLernfähigkeit
WCST- perseverative
Fehler
-0.26
-0.18
-0.42 **
-0.15
-0.29
WCST- Lernen
Lernen Score
0.01
-0.21
-0.44 **
-0.32
-0.09
Stroop-Test
Interferenzeffekt
0.36 *
0.46 **
0.15
0.12
0.16
TvHRegelverstöße
-0.29
-0.31
-0.08
-0.27
-0.11
TvHLösungszeit
-0.40 *
-0.31
-0.21
-0.26
-0.09
FAS-Test
Gesamtscore
0.42 **
0.57 ***
0.22
0.33 *
0.53 ***
* = P< 0.05 , ** = P< 0.01 , *** = P< 0.001
Tab. 57: Die Korrelationen zwischen den Tests zur Erfassung von frontalen Funktionen und den
Tests zur Erfassung von frontotemporalen Funktionen bei den akut schizophrenen Patienten
PAAF3. Versuch
WLTMerkfähigkeit
WLTLernfähigkeit
AWLTMerkfähigkeit
AWLTLernfähigkeit
WCST- perseverative
Fehler
0.16
0.08
0.10
0.31
0.02
WCST- Lernen
Lernen Score
0.01
-0.29
-0.001
-0.38 *
0.02
Stroop TestInterferenzversuch
0.23
0.35 *
0.14
0.37 *
-0.04
FAS-Test
Gesamtscore
0.18
0.09
0.38 *
0.36 *
-0.01
* = P< 0.05 , ** = P< 0.01 , *** = P< 0.001
168
Tab. 58: Korrelationen zwischen neuropsychologischen Testleistungen und der Symptomatik bei
den chronisch schizophrenen Patienten
Symptomatik
SANS
InSka
SAPS
WCST- richtige Antworten
-0.44 **
-0.48 **
-0.42 *
WCST- perseverative Fehler
0.01
0.15
-0.04
WCST- Kategorien
-0.34 *
-0.39 *
0.33 **
WCST- Lernen Lernen Score
-0.03
0.24
0.12
Stroop- Interferenzversuch
-0.55 ***
0.47 **
-0.22
PAAF- 3. Versuch
-0.38 **
-0.35 **
-0.002
WLT- Merkfähigkeit
-0.39 **
-0.44 **
-0.18
WLT- Lernfähigkeit
-0.42
-0.18
-0.04
AWLT- Merkfähigkeit
-0.07
-0.21
0.07
AWLT- Lernfähigkeit
0.12
0.02
0.17
Tests
* = P< 0.05 , ** = P< 0.01 , *** = P< 0.001
Tab. 59: Korrelationen zwischen neuropsychologischen Testleistungen und der Symptomatik bei
den akut schizophrenen Patienten
SANS
InSka
SAPS
WCST- richtige Antworten
-0.37 *
-0.39 *
0.26
WCST- Lernen Lernen Score
0.34
0.39 *
-0.08
WCST- Kategorien
-0.23
-0.25
0.23
WCST- perseverative Fehler
-0.13
-0.05
0.01
Stroop Test- Interferenzversuch
-0.37 *
-0.32
0.08
FAS-Test- Gesamtscore
-0.39 *
-0.43 *
0.12
PAAF- 3. Versuch
-0.37 *
-0.25
-0.10
WLT- Merkfähigkeit
-0.27
-0.39 *
0.007
WLT- Lernfähigkeit
-0.28
-0.15
0.13
AWLT- Merkfähigkeit
-0.45 **
-0.51 **
0.12
AWLT- Lernfähigkeit
-0.15
-0.26
-0.14
* = P< 0.05 , ** = P< 0.01 , *** = P< 0.001
169
Tab. 60: Korrelationen der z-Werte der Subskalen der SANS und der InSka bei chronisch
schizophrenen Patienten
InSka motorische SprachAntrieb
Verhalten
affektive
Wahn &
Reaktionen Autismus
Initiative & SozialMotivation Verhalten
Gesamtscore
Affektverflachu
ng & Starrheit
0.86 ***
0.66 ***
0.20
0.34 *
0.33*
0.54 ***
0.67 ***
AlogieParalogie
0.77 ***
0.77 ***
0.40 *
0.38 *
0.49 **
0.69 ***
0.81 ***
AbulieApathie
0.66 ***
0.40 *
0.33 *
0.39 *
0.71 ***
0.67 ***
0.72 ***
Anhedonie &
Assozialität
0.52 ***
0.30
0.16
0.22
0.59 ***
0.60 ***
0.55 ***
Aufmerksamkeit 0.68 ***
0.45 **
0.34 *
0.30
0.40 *
0.57 ***
0.63 ***
Gesamtscore
0.65 ***
0.37 *
0.41 *
0.64 ***
0.77 ***
0.85 ***
SANS
0.88 ***
* = P< 0.05 , ** = P< 0.01 , *** = P< 0.001
Tab. 61: Korrelationen der z-Werte der Subskalen der SANS und der InSka bei akut
schizophrenen Patienten.
SprachVerhalten
affektive
Reaktionen
Wahn &
Autismus
Initiative & SozialMotivation Verhalten
Gesamtscore
Affektverflachung
& Starrheit
0.82 ***
0.57 ***
0.38 *
-0.006
0.52 **
0.29
0.67 ***
AlogieParalogie
0.56 ***
0.71 ***
0.43 *
0.14
0.42 *
0.27
0.65 ***
AbulieApathie
0.63 ***
0.40 *
0.43 *
0.11
0.25
0.22
0.53 **
Anhedonie &
Assozialität
0.74 ***
0.50 **
0.26
-0.10
0.28
0.33
0.53 **
Aufmerksamkeit
0.11
0.40 *
0.21
-0.07
0.20
0.13
0.26
Gesamtscore
0.80 ***
0.72 ***
0.48 **
0.01
0.47 **
0.35 *
0.74 ***
InSka
SANS
motorische
Antrieb
* = P< 0.05 , ** = P< 0.01 , *** = P< 0.001
170
Tab. 62: Korrelationen der z-Werte der Subskalen der SAPS und der InSka bei chronisch
schizophrenen Patienten
InSka motorische SprachAntrieb
Verhalten
affektive
Wahn &
Reaktionen Autismus
Initiative & SozialMotivation Verhalten
Gesamtscore
Halluzinationen
0.26
0.30
0.20
0.47 **
0.28
0.22
0.39 *
Wahnvorstellungen
0.11
0.16
0.22
0.54 ***
0.33*
0.20
0.34 *
Bizarres
Verhalten
-0.03
0.07
0.13
0.38 *
0.35 *
0.07
0.20
Positive formale
Denkstörungen
0.18
0.24
0.20
0.09
0.26
0.07
0.25
Gesamtscore
0.17
0.27
0.27
0.57***
0.45**
0.21
0.42**
SAPS
* = P< 0.05 , ** = P< 0.01 , *** = P< 0.001
Tab. 63: Korrelationen der z-Werte der Subskalen der SAPS und der InSka bei akut
schizophrenen Patienten
InSka motorische SprachAntrieb
Verhalten
affektive
Wahn &
Reaktionen Autismus
Initiative & SozialMotivation Verhalten
Gesamtscore
Halluzinationen
-0.12
0.07
-0.13
0.32
-0.17
0.32
0.05
Wahnvorstellungen
-0.09
-0.15
0.10
0.14
0.00
0.23
0.06
Bizarres
Verhalten
-0.03
0.17
0.40
0.47 **
-0.01
0.08
0.26
Positive formale
Denkstörungen -0.11
0.05
0.33
0.31
0.20
-0.03
0.17
Gesamtscore
0.04
0.20
0.40 *
-0.004
0.21
0.16
SAPS
-0.12
* = P< 0.05 , ** = P< 0.01 , *** = P< 0.001
171
Tab.65: Korrelationen zwischen neuropsychologischen Testleistungen und dem Test für
Aufmerksamkeitsstile bei den chronisch schizophrenen Patienten
Ablenkbarkeit
Überlastung
Verarbeitungskapasität
Aufmerksamkeits- Vorstellungskontrolle
kontrolle
-0.01
-0.10
-0.21
-0.14
0.02
TvH- Anzahl der
Züge, erste 3Turm
-0.14
-0.03
0.41 *
0.35 *
0.35 *
TvH-Anzahl der
Züge, erste 4Turm
0.12
0.31
-0.17
0.40 *
-0.05
TvH-Anzahl der
Züge, erste 5Turm
0.13
0.37 *
-0.14
0.39 *
-0.08
TvHLösungszeit,
erste 3-Turm
-0.32
-0.10
0.18
0.03
0.33
TvHLösungszeit,
erste 3-Turm
-0.15
0.07
-0.18
0.31
0.14
TAS
Tests
WCSTPerseverative
Fehler
* = P< 0.05 , ** = P< 0.01 , *** = P< 0.001
Tab. 66: Korrelationen zwischen neuropsychologischen Testleistungen und dem Test für
Aufmerksamkeitsstile bei den akut schizophrenen Patienten
TAS Ablenkbarkeit
Überlastung
Verarbeitungskapasität
Aufmerksamkeitskontrolle
Vorstellungskontrolle
Tests
LBSTSumme
0.35 *
0.20
-0.18
0.23
-0.009
FAS-Test
Summe
-0.13
-0.20
0.45 **
0.03
0.19
PAAF1. Versuch
-0.47 **
-0.40 *
0.09
-0.08
0.03
* = P< 0.05 , ** = P< 0.01 , *** = P< 0.001
172
Tab. 67: Korrelationen der Subskalen des TASs mit SAPS, SANS und InSka bei chronisch
schizophrenen Patienten
Ablenkbarkeit
Überlastung
Verarbeitungskapazität
Aufmerksamkeitskontrolle
Alogie-Paralogie
0.01
0.12
-0.17
-0.004
-0.13
-0.11
-0.13
-0.11
0.21
0.003
Abulie-Apathie
0.11
0.03
-0.16
-0.30
-0.09
Anhedonie-Assozialität
0.25
0.08
-0.34 *
-0.56 ***
-0.08
Aufmerksamkeit
0.03
-0.14
-0.12
-0.15
0.01
SANS-Summe
0.13
-0.05
-0.21
-0.31
0.01
0.11
-0.06
-0.08
0.03
-0.12
-0.06
-0.08
-0.15
0.17
0.11
Affektive Reaktionen
0.22
0.09
0.06
-0.20
-0.01
Wahn & Autismus
0.13
0.30
-0.05
-0.14
0.01
Initiative & Motivationen
0.28
0.10
-0.36 *
-0.49 **
-0.33 *
Sozialverhalten
0.28
0.05
-0.02
-0.23
-0.06
InSka-Summe
0.21
0.10
-0.13
-0.30
-0.03
Wahnvorstellungen
0.33 *
0.52 ***
0.20
0.36 *
-0.45 **
-0.30
-0.26
-0.35 *
-0.04
-0.07
Bizarres Verhalten
0.39 *
0.11
-0.08
-0.14
-0.28
Positive Formale Denkstörungen
-0.13
0.04
-0.27
-0.20
0.06
SAPS-Summe
0.46 **
0.28
-0.38 *
-0.34 *
-0.15
TAS
Vorstellungskontrolle
SANS:
Affektverflachung
InSka:
Motorischer Antrieb
Sprachverhalten
SAPS:
Halluzinationen
* = P< 0.05 , ** = P< 0.01 , *** = P< 0.001
173
Tab. 68: Korrelationen der Subskalen des TASs mit SAPS, SANS und InSka bei akut
schizophrenen Patienten.
Ablenkbarkeit
Überlastung
Verarbeitungskapazität
Aufmerksamkeitskontrolle
Vorstellungskontrolle
Affektverflachung
0.03
0.11
-0.45 **
-0.18
-0.19
Alogie-Paralogie
-0.12
0.03
-0.24
-0.09
-0.18
Abulie-Apathie
0.23
0.26
-0.45 **
-0.01
-0.29
Anhedonie-Assozialität
0.20
0.20
-0.48 **
-0.04
-0.21
Aufmerksamkeit
-0.03
0.10
-0.04
0.14
-0.08
SANS-Summe
0.09
0.20
-0. 47 **
-0.05
-0.27
Motorischer Antrieb
0.15
0.22
-0.42 **
-0.07
-0.24
Sprachverhalten
0.09
0.16
-0.42 **
-0.23
-0.36 *
Affektive Reaktionen
0.06
0.11
-0.37 *
-0.17
-0.16
Wahn & Autismus
0.006
-0.009
-0.03
-0.02
-0.12
Initiative & Motivationen
0.04
0.15
-0.35 *
-0.10
-0.04
Sozialverhalten
0.03
0.17
-0.37 *
-0.15
-0.46 **
InSka-Summe
0.09
0.21
-0.51 **
-0.19
-0.35 *
-0.11
0.02
0.06
0.18
-0.22
Wahnvorstellungen
0.07
0.20
0.20
0.31
0.02
Bizarres Verhalten
-0.07
-0.18
-0.06
0.08
-0.26
0.02
0.18
0.25
0.33
0.22
-0.03
0.09
0.13
0.30
-0.07
TAS
SANS:
InSka:
SAPS:
Halluzinationen
Positive Formale Denkstörungen
SAPS-Summe
* = P< 0.05 , ** = P< 0.01 , *** = P< 0.001
174
Tab. 69: Korrelationen der Subskalen des TASs mit SAPS, SANS und InSka bei depressiven
Patienten
Überlastung
Verarbeitungskapazität
Aufmerksamkeitskontrolle
Alogie-Paralogie
0.22
0.13
-0.13
-0.10
-0.28
-0.52 **
-0.07
-0.19
0.15
0.04
Abulie-Apathie
0.07
-0.20
-0.34
-0.31
-0.21
Anhedonie-Assozialität
0.28
-0.005
-0.23
-0.07
-0.12
-0.22
-0.20
-0.30
-0.25
0.23
0.12
-0.19
-0.47 *
-0.26
0.03
Sprachverhalten
0.27
0.14
-0.17
-0.22
-0.40 *
-0.54 **
-0.17
-0.25
0.05
0.19
Affektive Reaktionen
0.17
-0.23
-0.54 **
-0.14
-0.12
Wahn & Autismus
0.13
0.17
-0.04
0.06
0.16
-0.03
0.02
-0.44 *
-0.03
0.04
Sozialverhalten
0.12
-0.32
-0.62 ***
-0.35
-0.27
InSka-Summe
0.18
-0.17
-0.61 **
-0.20
0.02
0.49 **
0.14
0.44 *
0.20
-0.07
0.19
-0.28
0.21
-0.05
-0.19
-0.17
0.18
0.23
0.10
0.004
0.19
0.35
0.16
0.009
-0.09
TAS
Ablenkbarkeit
Vorstellungskontrolle
SANS:
Affektverflachung
Aufmerksamkeit
SANS-Summe
InSka:
Motorischer Antrieb
Initiative & Motivationen
SAPS:
Halluzinationen
Wahnvorstellungen
Bizarres Verhalten
SAPS-Summe
* = P< 0.05 , ** = P< 0.01 , *** = P< 0.001
175
Tab. 70: Korrelationen zwischen neuropsychologischen Testleistungen und Frankfurter
Beschwerde Fragebogen (FBF) bei den chronisch schizophrenen Patienten
selektive
Aufmerksamkeit
Diskriminationsschwäche
kognitives
Gleiten
Automatismen Sprach-verlust
störungen
Gesamtscore
-0.28
-0.23
-0.27
-0.18
-0.34 *
-0.37 *
WCSTLernen
Lernen Score
0.17
0.30
0.13
0.24
0.23
0.20
LBSTLinksbündig
0.26
0.33 *
0.30
0.18
0.06
0.20
LBSTZentriert
0.25
0.25
0.30
0.20
0.19
0.28
WLT1.Versuch
-0.41 *
-0.11
-0.12
-0.32
-0.42 **
-0.35 *
WLT2. Versuch
-0.28
-0.09
-0.14
-0.35 *
-0.31
-0.27
WLT3. Versuch
-0.19
-0.09
-0.009
-0.26
-0.38 *
-0.23
PAAF1.Versuch
-0.002
0.12
0.07
0.14
0.02
0.12
PAAF2. Versuch
-0.38 *
-0.19
-0.32
-0.34 *
-0.47 **
-0.37 *
PAAF3. Versuch
-0.21
0.07
-0.08
-0.26
-0.34 *
-0.20
PAAFSumme
-0.28
-0.01
-0.16
-0.2
-0.37 *
-0.22
-0.09
-0.20
-0.13
-0.04
-0.004
-0.10
FBF
Tests
WCSTKategorien
TvHLösungszeit
Erste 3. Turm
* = P< 0.05 , ** = P< 0.01 , *** = P< 0.001
176
Tab. 71: Korrelationen zwischen neuropsychologischen Testleistungen und Frankfurter
Beschwerde Fragebogen (FBF) bei den akut schizophrenen Patienten
FBF selektive
Aufmerksamkeit
Diskriminationsschwäche
kognitives
Gleiten
Automatismen Sprach-verlust
störungen
Gesamtscore
0.,12
0.20
0.27
0.28
0.,08
0.18
-0.08
-0.14
-0.32
-0.18
-0.25
-0.20
LBSTLinksbündig
0.18
0.05
0.02
-0.07
0.20
0.10
LBSTZentriert
0.02
0.,04
-0.02
0.03
0.,08
0.00
WLT1.Versuch
-0.13
-0.01
-0.07
-0.03
0.06
-0.08
WLT2. Versuch
-0.36 *
-0.27
-0.38 *
-0.28
-0.25
-0.40 *
WLT3. Versuch
-0.07
-0.03
-0.07
-0.10
0.,05
-0.09
PAAF1.Versuch
-0.59 ***
-0.50 **
-0.32
-0.46 **
-0.41 *
-0.48 **
PAAF2. Versuch
-0.17
-0.12
-0.09
-0.13
-0.10
-0.15
PAAF3. Versuch
-0.18
-0.15
-0.09
-0.16
-0.16
-0.13
PAAFSumme
-0.38 *
-0.31
-0.20
-0.30
-0.27
-0.30
Tests
WCSTKategorien
WCSTLernen
Lernen Score
* = P< 0.05 , ** = P< 0.01 , *** = P< 0.001
177
Tab. 72: Korrelationen zwischen neuropsychologischen Testleistungen und Frankfurter
Beschwerde Fragebogen (FBF) bei den depressiven Patienten
FBF selektive
Aufmerksamkeit
Diskriminationsschwäche
kognitives
Gleiten
Automatismen Sprach-verlust
störungen
Gesamtscore
0.03
0.20
-0.01
0.,04
0.,21
0.,02
-0.04
0.16
-0.09
-0.11
-0.08
0.01
LBSTLinksbündig
-0.03
-0.08
0.,05
0.,12
0.,25
0.,04
LBSTZentriert
-0.17
0.04
-0.31
-0.16
0.,02
-0.17
WLT1.Versuch
-0.15
-0.06
-0.19
-0.09
0.,005
-0.15
WLT2. Versuch
-0.20
-0.13
0.,22
-0.01
-0.002
-0.14
WLT3. Versuch
-0.16
0.,11
-0.01
-0.08
-0.08
-0.12
PAAF1.Versuch
-0.07
-0.34
-0.06
-0.25
-0.02
-0.12
PAAF2. Versuch
-0.003
-0.12
0.,02
-0.35
-0.15
-0.09
PAAF3. Versuch
-0.11
-0.19
-0.07
-0.25
-0.10
0.19
PAAFSumme
-0.06
-0.14
0.11
-0.06
0.,05
-0.02
-0.27
-0.27
-0.13
-0.18
-0.39
-0.38
Tests
WCSTKategorien
WCSTLernen
Lernen Score
TvHLösungszeit
Erste 3. Turm
* = P< 0.05 , ** = P< 0.01 , *** = P< 0.001
178
12
Anhang 2
Die WCST-Auswertung
- alle falschen Antworten einkreisen
- Gesamtfehleranzahl bestimmen und aufschreiben
- Gesamttrefferanzahl bestimmen und aufschreiben
- Anzahl erfolgreich beendeter Kategorien aufschreiben
- alle perseverativen Antworten mit „ P “ kennzeichnen
Definition „ P “ : Eine perseverative Antwort ist eine, die in der vorherigen Kategorie richtig
gewesen war.
Definition eindeutig-zweideutig: Eindeutige Antworten stimmen nur in einer Dimension mit der
Stimuluskarte überein, zweideutige in mehreren.
Erweiterung 1 zu „ P “ : Perseverative Antworten, noch bevor die erste Kategorie überhaupt
beendet ist: Innerhalb der ersten Kategorie sind alle weiteren nach der ersten eindeutig falschen
Antwort „P “. Hier kann offenbar nur die erste eindeutig falsche Antwort zum P-Prinzip gemacht
werden!
Und: Diese Antworten müssen nicht direkt aufeinander folgen!
BSP. : C,C,C,C,F,F,F
PP
P
F,N,F,C,F
-
F,N,F,N,CN,N
Erweiterung 2 zu „ P “ : Das P-Prinzip kann innerhalb einer Kategorie wechseln, wenn
mindestens 3 eindeutig falsche Antworten hintereinander nach einem anderen P-Prinzip gegeben
werden.( anders = weder richtig noch vorherige Kategorie). Mit „ P “ gekennzeichnet wird ab der
2. Antwort. Aber: Diese Antworten müssen auch hier nicht direkt aufeinander- folgen. Es dürfen
zweideutige Antworten dazwischen stehen, sofern sie demselben P-Prinzip folgen!
Definition „ P “ bei richtiger Antwort: Zweideutige richtige Antwort, die dem momentanen PPrinzip entspricht und innerhalb einer Serie eindeutiger perseverativer Fehler vorkommt (d.h.: die
nächste und die vorherige eindeutige Antwort muss „ P “ sein sowie alle übrigen zweideutigen
Antworten zwischen der fraglichen Antwort und dem nächsten eindeutigen „ P “ müssen in alle
Richtungen ebenfalls diesem P-Prinzip folgen)
Weitere Auswertungsmöglichkeiten:
- Prozentsatz perseverativer Fehler : Gesamtzahl perseverativer Fehler geteilt durch
Gesamtversuche (gelegte Karten)
- Versuchsanzahl, um die erste Kategorie zu beenden.
- Prozentsatz der Antworten auf Konzeptebene:
a) alle richtigen Antworten zählen, die direkt hintereinander in 3er oder längeren Serien
vorkommen (= Antworten auf Konzeptebene)
179
b) Gesamtzahl der Konzeptantworten geteilt durch Gesamtversuche im Test. Dies entspricht dem
Prozentsatz der Antworten auf der Konzeptebene.
- Mißlingen, bei einer Strategie zu bleiben: Es wird gezählt, wie oft fünf oder mehr (5-9) richtige
Antworten hintereinander vorkommen, ohne dass die Kategorie beendet wird.
- Lernen Lernen: Dieser Score kann nur berechnet werden, wenn mindestens 3 Kategorien
beendet werden.
a) Für jede begonnene Kategorie, die mindestens 10 Versuche umfasst und für jede beendete
Kategorie wird einzeln der Prozentfehlersatz berechnet: Gesamtfehleranzahl geteilt durch
Gesamtversuche.
b) Der Veränderungswert für jedes aufeinanderfolgende Kategorien-paar wird gebildet: z.B. :
Kategorie 1 minus Kategorie 2, Kategorie 2 minus Kategorie 3, Kategorie 3 minus Kategorie 4
usw.
c) Der Durchschnittswert aller dieser einzelnen Veränderungswerte ist der „Lernen Lernen ScoreKennwert“ des WCST -Tests.
13
Anhang 3
TvH-Testinstruktion
Instruktion zum Turm von Hanoi: Sie sehen hier auf dem Bildschirm drei Stäbe. Auf einem der
Stäbe befinden sich mehrere Scheiben. Diese Scheiben liegen so aufeinander, dass sich die größte
unten, die kleinste Scheibe oben befindet. Dadurch sieht die Abbildung aus wie ein Turm. Ihre
Aufgabe ist es nun, diesen Turm genauso auf einen der beiden anderen Stäbe zu setzen. Dabei
sind jedoch einige Regeln zu beachten. Es darf immer nur eine Scheibe versetzt werden, und es
darf nie eine größere Scheibe auf einer kleineren liegen.
Sie können die Scheiben versetzen, indem Sie auf diese Taste drücken. Sie sehen, dass sich die
obere Scheibe anhebt. Indem Sie auf eine dieser Tasten drücken, können Sie bestimmen, auf
welchem Stab die Scheibe abgelegt werden soll. Drücken Sie auf „M“ , wandert die Scheibe auf
den mittleren Stab. Drücken Sie auf „R“, wandert die Scheibe auf den rechten Stab. Zurück auf
den linken Stab wandert die Scheibe, indem Sie durch Drücken der Taste „R“ die Scheibe
anheben und dann die Taste „L“ drücken. Ich zeige Ihnen dies noch einmal. Genauso können Sie
auch die große Scheibe versetzen. Wenn ich jetzt die kleine Scheibe auf die große setze, habe ich
einen neuen Turm auf dem rechten Stab. Aber denken Sie daran, dass nie eine größere Scheibe
auf einer kleineren Scheibe liegen darf.
Haben Sie die Aufgabe verstanden ?
Sie fangen mit einer leichten Aufgabe an. Haben Sie diese richtig gelöst, bekommen Sie eine
schwerere.
Dann fangen Sie bitte mit dieser Aufgabe an.
180
13
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