PM - Alles über die Darmkrebs

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PRESSEINFORMATION
Medizin / Vorsorge
Darmkrebs-Vorsorge
Experte aus dem RKH-Kassel klärt auf
Kassel, Februar 2015 – Darmkrebs zählt in Deutschland zu der zweit häufigsten
Krebsart1. Frühzeitig erkannt, sind die Therapie- und Heilungschancen jedoch
sehr gut. Umso wichtiger ist daher eine regelmäßige und vor allem frühzeitige
Vorsorge. Doch genau diese meiden viele Menschen. Gründe sind u.a.
Hemmungen vor der als unangenehm empfundenen Darmspiegelung sowie
befürchtete Schmerzen während der Untersuchung. Prof. Rudolf Hesterberg,
Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Roten Kreuz
Krankenhaus Kassel erklärt, warum eine regelmäßige Darmkrebs-Vorsorge so
wichtig ist und die Sorgen der Patienten meist unbegründet sind. Seine Klinik
ist eines von 74 zertifizierten Kompetenzzentren für Koloprotologie in
Deutschland, also für Darmerkrankungen, und verfügt über eine hervorragende
fachliche Kompetenz auf diesem Gebiet.
Herr Prof. Hesterberg, warum meiden viele Menschen eine regelmäßige
Darmkrebs-Vorsorge?
Prof. Hesterberg: „Viele Menschen stehen einer Darmspiegelung skeptisch
gegenüber, weil sie die Untersuchung als unangenehm empfinden. Hinzu kommen
Ängste vor möglichen Schmerzen während der Untersuchung, die jedoch meist
unbegründet sind. Denn eine Darmspiegelung – auch Koloskopie genannt – ist ein
schmerzfreies und für den Körper schonendes Verfahren.
1.
Robert Koch Institut, Berlin, 2012.
1
Dennoch nehmen mein Team und ich die Bedenken unserer Patienten ernst und
schaffen eine vertrauensvolle Atmosphäre, in der sie sich optimal beraten und
versorgt fühlen.“
Welche Methoden der Darmkrebsvorsorge gibt es?
Prof. Hesterberg: „Die mit Abstand sicherste Methode ist die erwähnte
Darmspiegelung (Koloskopie). Hiermit können wir bereits die noch gutartigen
Vorstufen von Darmkrebs (Polypen) erkennen und in vielen Fällen gleichzeitig
entfernen. Hierdurch kann die spätere Entstehung eines Darmkrebses verhindert
werden.
Bei einer relativ neuen Methode – der virtuellen Koloskopie – werden die nötigen
Aufnahmen des Darminneren mithilfe einer Computertomographie (CT) von außen
gewonnen. Die Nachteile: Der Patient ist einer hohen Strahlenbelastung ausgesetzt
und Polypen unter acht Millimeter werden selten erkannt. Zudem gibt es seit 2008 die
so genannte Kapselendoskopie. Hierbei schluckt der Patient eine mit einer Kamera
versehene Kapsel, die in zwei-Sekunden-Abständen Aufnahmen des Magen-DarmTraktes macht. Die Nachteile dieser Methode sind, dass der Arzt die Aufnahmen
nicht steuern kann und eine evtl. nötige Gewebeentnahme oder Polypenentfernung
in einem zusätzlichen Eingriff vornehmen muss. Eine einfache, aber gleichzeitig sehr
ungenaue Methode ist die Untersuchung des Stuhlgangs. Hierbei können minimale
Blutrückstände nachgewiesen werden. Die gutartigen Polypen oder auch sehr frühen
Formen des Darmkrebses bluten aber nur sehr selten und werden deshalb häufig
nicht erkannt.“
Wie läuft die endoskopische Koloskopie ab?
Prof. Hesterberg: „Wir führen die Darmspiegelung in den meisten Fällen ambulant
durch. Einige Tage vor der Untersuchung besprechen wir mit den Patienten den
Ablauf und die nötigen Vorbereitungen. Auf Wunsch des Patienten verabreichen wir
ein beruhigendes Medikament, so dass die Untersuchung nicht bewusst
wahrgenommen wird und schmerzfrei ist. Das Endoskop, ein fingerdickes,
schlauchartiges Gerät wird dann vorsichtig in den After eingeführt. Hieran befindet
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sich eine winzige Kamera, inklusive Lichtquelle, mit der wir den Darm genau
untersuchen. Zudem sind am Endoskop kleinste Zangen oder Schlingen angebracht,
mit denen wir ggf. bereits während der Untersuchung Gewebeproben entnehmen
oder Darmpolypen entfernen können. Auch in diesen Fällen ist die Koloskopie
schmerzfrei. Nach 20 bis 30 Minuten ist die Darmspiegelung beendet und der
Patienten wird kurz nach dem Eingriff wieder nach Hause entlassen.“
Welche Vorbereitungen sind nötig?
Prof. Hesterberg: „Damit wir bei der Endoskopie den Darm bestmöglich untersuchen
können, ist eine vollständige Reinigung des Darms notwendig. Drei bis vier Tage vor
der Untersuchung sollten die Patienten keine Eisenpräparate mehr einnehmen, da
diese die Sicht auf die Schleimhäute einschränken können. Das Gleiche gilt für
Lebensmittel, die Körner enthalten und schwer verdaulich sind. Um die Verdauung
anzuregen und den Darm zu reinigen, sollten die Patienten viel trinken, z.B. Wasser
oder Tee. Zusätzlich bekommen die Patienten am Abend vor der Untersuchung eine
abführende Lösung zum Trinken. Am Tag vor der Darmspiegelung empfehlen wir
leichtverdauliche Kost wie Joghurt oder klare Gemüsebrühe.“
Wann sollte man zur Vorsorgeuntersuchung gehen?
Prof. Hesterberg: „Wenn kein erhöhtes Risiko vorliegt, sollte die
Vorsorgeuntersuchung ab dem 55. Lebensjahr erfolgen. Typische Risikofaktoren sind
beispielsweise Übergewicht, Bewegungsmangel, eine fettreiche Ernährung in
Kombination mit einem geringen Verzehr von Gemüse, Obst und Rohkost, Rauchen
sowie regelmäßig starker Alkoholkonsum. Wenn in der Familie bereits Darmkrebs
aufgetreten ist oder der Betroffene unter einer chronisch-entzündlichen
Darmerkrankung leidet, sollte die Vorsorge bereits mit 40 bis 45 Jahren stattfinden.
Findet der Arzt keine Veränderungen, ist die nächste Untersuchung nach ungefähr
zehn Jahren notwendig.“
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Warum ist die Vorsorge so wichtig?
Prof. Hesterberg: „Durch die endoskopische Koloskopie werden im Idealfall die noch
gutartigen Polypen als Vorstufe des Darmkrebses erkannt. Durch die Abtragung
dieser Polypen kann die Entwicklung eines Darmkrebses verhindert werden. Wenn
ein Darmkrebs bereits entstanden ist, wird er durch die Vorsorgespiegelung
in den meisten Fällen frühzeitig – mit guten Heilungsaussichten – entdeckt. Die
Krankenkassen zahlen diese Vorsorgeuntersuchung ab dem 55. Lebensjahr. Bei
Beschwerden wie Blut im Stuhl, chronischen Darmerkrankungen oder anderen
Risikofaktoren, übernehmen die Krankenkassen auch die Kosten einer frühzeitigen
Untersuchung.“
Fünf Tipps für einen gesunden Darm
 Bewegen Sie sich täglich mindestens 30 Minuten
 Trinken Sie wenig Alkohol
 Rauchen Sie nicht
 Vermeiden Sie Übergewicht
 Essen Sie viel Obst, Gemüse und ballaststoffreiche Lebensmittel (z.B.
Vollkornprodukte) und schränken Sie den Verzehr von rotem Fleisch und Fett
ein.
Als neuen Service bietet die Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Roten
Kreuz Krankenhaus (RKH) Kassel eine Sprechstunde für Patienten mit
chronischen Darmerkrankungen an. Geleitet wird das Angebot von Chefarzt und
Ärztlichem Direktor Prof. Rudolf Hesterberg nebst Team. „Im Zuge unserer aktuell
erfolgreichen Re-Zertifizierung als Kompetenzzentrum für Koloproktologie, haben wir
einen enormen Zuwachs an Patienten mit chronischen Darmentzündungen
gewonnen. Eine extra Sprechzeit wird unserem hohen Anspruch an eine
hochqualitative und patientenzugewandte Behandlung gerecht“, so der Experte.
Interessierte melden sich bitte unter Tel.: 0561 – 3086-4201.
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Prof. Dr. med. Rudolf Hesterberg, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie
und Ärztlicher Direktor am RKH Kassel / Foto: Axel Sauerwein / RKH Kassel
Neuer Service am RKH Kassel: Eine Sprechstunde ausschließlich für Patienten mit
chronischen Darmerkrankungen. Buchbar unter T: 0561 – 3086-4201. / Foto: RKH Kassel
Herausgeber:
Rotes Kreuz Krankenhaus Kassel, Gemeinnützige GmbH
Redaktion / Ansprechpartner:
Medical Consulting Group I Mörsenbroicher Weg 200 I D-40470 Düsseldorf
Annette Theis I Tel. +49 (0) 2 11 / 51 60 45-150 I Fax +49 (0) 2 11 / 51 60 45-209 I [email protected]
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