23Meinung der Wissenschaft - Die Schönheit der Frau aus Sicht der

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10Sonstiges
Attraktive Frauen vertragen sich schlecht untereinander, deshalb kann es nicht zu viele geben.
Ein Frau, die sich in der Steinzeit allein in der Wildnis bewegt, sollte nicht zu sehr attraktiv
sein.
Ab dem Augenblick, wo in der Steinzeit die Kultur das Zusammenleben von Mann und Frau
regelte, wurde die Attraktivität unwichtiger. Auch wenn eine weniger attraktive Frau darunter
leidet, dass sie nicht so attraktiv ist wie manche andere Frauen, so hat sie annähernd genauso
viele Kinder geboren.
Wenn eine weniger attraktive Frau eine attraktivere Frau beneidet, so ist dass günstig, weil ihr
Verhalten der attraktiven Frau gegenüber dadurch so beeinflusst wird ,dass es gut für ihre
Gene ist. In dem Augenblick, wo die Gene sich mehr vermischten und die Merkmale, z.B. bei
den Gesichtszügen, bestimmte Regeln verlassen haben, erschienen die Frauen unattraktiver.
Da sich der Sinn für Schönheit und Attraktivität im Laufe von einigen Tausend Jahren nicht
zu sehr geändert hat, erscheinen hautsächlich diese Frauen attraktiv, die vor Jahrtausenden
attraktiv angesehen wurden.
10Sonstiges
23Meinung der Wissenschaft
Die Aussage von vielen Wissenschaftlern, dass ein Mann in der attraktiven Frau in erster
Linie Fruchtbarkeit und Gesundheit sieht, kann nicht richtig sein. Wie sollte man dann
verstehen können, dass viele Männer bei einer attraktiven Frau Potenzstörungen zeigen
während diese Männer bei weniger attraktiven und vielleicht auch fülligen Frauen ständig
potent sind. Warum wollen viele Männer mit einer att. Frau groß ausgehen, sich bei Freunden
und Bekannten zeigen, manchmal mit mäßigem Interesse mit ihr ein sexuelles Verhältnis zu
pflegen, während derselbe Mann bei einer weniger attr. Frau in erster Linie mit ihr
Geschlechtsverkehr haben will.
1Att weil gefährlich
Attraktive Frauen muss man attraktiv finden, weil diese Frauen in der Steinzeit gefährlich
waren, wenn man sie nicht als attraktiv empfunden hat.
2Att weil wenig fruchtbar
23Meinung der Wissenschaft
Frauen, die weniger fruchtbar sind, erscheinen z.T. auch attraktiv, weil weniger Kinder, die
ein Mann mit ihr zeugt, beim Nachfolger weniger gefährdet waren und weil die Frau mit
weniger Kindern nicht so sehr und nicht so schnell einen zweiten Mann brauchte und
dadurch die Möglichkeit, sich den nächsten Mann sorgfältig auszusuchen, gegeben war. Eine
Frau, die weniger fruchtbar ist, hatte in der Steinzeit ein geringeres Risiko, dass eines oder
einige ihrer Kinder nach der Geburt getötet wurden. Das Töten der Kinder nach der Geburt
war und ist bei Naturvölkern zT sehr gebräuchlich. Ein Frau, die viele Kinder gebar und alle
Kinder bis auf zwei getötet wurden, hat sehr viel investiert in Schwangerschaft, hat bei
knapper Versorgung mit Eiweiß viel Eiweiß verloren, hat wiederholt das
Schwangerschaftsrisiko durchlebt. Diese Frau ist wesentlich schlechter dran als eine Frau, die
nur zwei Kinder hatte und keins der Kinder wurde getötet. Deshalb ist es unwahrscheinlich,
dass sich, wie manche Wissenschaftler glauben, der Sinn für Attraktivität sich in erster Linie
nach der Fruchtbarkeit richtet.
10Sonstiges
23Meinung der Wissenschaft
38Eigene Komentare
Es folgen Links zu deutschsprachigen Forschern und Instituten die sich schwerpunktmäßig
mit Attraktivitätsforschung geschäftigen.
Karl Grammer ( Eibeleibesfeld?)
Das Ludwig Holzmann Institut für Urban Ethologie in Wien befasst sich aus strickt
soziobiologischer Perspektive schwerpunktmäßig mit der Rolle von Attraktivität im
menschlichen Paarungsverhalten. Karl Grammer ist Autor des Buches „Signale der Liebe“
( Buch wahrscheinlich vorhanden).
Ronald Hens.
Ronald Hens ist zusammen mit K. Grammer einer der Pioniere der deutschsprachigen Attraktivitätsforschung. Er ist angeblich der weltweit beste Kenner in Sachen
Urteilerübereinstimmung. Allerdings international wenig bekannt ( s. Ausdruck Internet
vom 19.11.07)
Manfred Hasse-Rauck ist Professor für Sozialpsychologie an der Bergischen Universität
Wuppertal.
Martin Gründl.
Martin Gründl ist Psychologe an der Universität Regensburg und Experte im Morphen von
Gesichtern. Attr. 020
Johannes Hönekopp
J. Hönekopp ist Psychologe an der technischen Universität Kemnitz.
Thomas Jakobsen
Th. Jakobsen ist Psychologe an der Universität Leipzig.
Eckard Volant
E. Volant war ursprünglich Primatenforscher und ist heute Professor für Philosophie der
Grundlagenwissenschaften an der Universität Giessen.
Bernhard Fink
B. Fink ist Humanbiologe und Psychologe und arbeitet heute an der Göttinger SozioBiologie. Er ist ein ehemaliger Mitarbeiter von K. Grammer.
Lars Pänke.
L. Pänke ist Psychologe an der Humboldt- Universität Berlin.
Tobias Greitemeier. Ludwig-Max.-Universität München.
Alexander Passhoss, Anthropologe an der Abteilung für Humanbiologie und
Anthropologie an der freien Universität Berlin.
Att. 1
Attraktivität aus Wikipedia der freien Enzyklopädie s. Ausdruck vom 19.11.2007 Text
beachten wegen Einleitung.
Att. 2
Attraktivitätsstereotype wegen Einleitung beachten. Vielleicht Strategie der unattraktiven
erwähnen. Die meisten Menschen halten attraktive Personen für erfolgreicher, glücklicher
und kompetenter, jedoch nicht unbedingt für ehrlicher und hilfsbereiter. Ausdruck
beachten. Attr. 021
Att.3
Morphing. Eine Reihe von Fotographien von Personen wird bei Morphing zu einem
Durchschnittsgesicht zusammengemischt. Diese Durchschnittsgesichter
werden als besonders attraktiv beurteilt, s. Ausdruck.
Welchen Mann Frauen besonders attraktiv beurteilen hängt z.T. von ihrem Zyklus ab.
Tierbeispiele im Ausdruck sind schlechte Beispiele.
Att.4
Als matching bezeichnet man die Ähnlichkeit in der psychischen Attraktivität von Partnern
s. Ausdruck. Bücher zum Thema Schönheit s. Ausdruck vom 19.11.2007 die Liste erhebt
keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Bücher für Fachkundige s. Ausdruck, hierbei
besonders beachtenswert ein Buch von Kilian Rhodes und Lessli Zybrowitsch. Prüfen ob
nur in Englisch oder auch in Deutsch.
Att.5
Schönheitsideal aus Wikipedia der freien Enzyklopädie, Ausdruck beachten.
Obwohl die Schönheitsideale je nach Kultur variieren gibt es durchaus genügend
Gemeinsamkeiten. Eine ethnographische Studie behauptet, dass in den untersuchten 62
Kulturen, dicke Frauen als attraktiv gelten. Bei 1/3 werden mittlere Gewichtsklassen und
nur bei 20 % schlanke oder dünne Menschen bevorzugt. Zur Zeit gibt es einen Trend in
Richtung schlank.
Zitat „Die großen Unterschiede bei der als ideal geltenden Körperfülle werden in der
Regel mit jeweils unterschiedlichem Nahrungsangebot erklärt“ s. Ausdruck. Attr. 022
Att.6
Wandel der abendländischen Schönheitsvorstellungen.
Häufig wird die s.g. Venus von Willendorf als Beleg herangezogen, dass Fettleibigkeit in
der europäischen Frühgeschichte zum Schönheitsideal gehörte. Einige Wissenschaftler
vertreten die Meinung, dass diese altsteinzeitliche Frauenfigur eher nicht eine Schönheit
sondern eine Fruchtbarkeitsfigur darstellen soll. Beide Interpretationen dürften
wahrscheinlich falsch sein. Die Venus von Willendorf dürfte mit einiger
Wahrscheinlichkeit eine Schamanin oder ähnliches darstellen. Die Venus v. Willendorf hat
im Bereich der Taille den größten Körperumfang. Was der Taillenumfang mit
Schamanentum zu tun hat, wird später erklärt.
Att. 7
Antike
Att.8
Mittelalter, Ausdruck beachten
Att 9.
Barock, Rokoko s. Ausdruck
Att 10.
Ausdruck beachten
Att. 11
20. Jahrhundert, Ausdruck beachten
Att. 12
Frauen verändern Gang mit ihrem Zyklus. Ausdruck beachten
Zitat „ Der Gang einer Frau wirkt auf Männer während ihrer fruchtbaren Tage
....“ dieses Zitat endet ...einst vor liebsamen Partnern schützen“ .
Dies dürfte falsch sein. Ausdruck beachten. Der Hüftschwung während der fruchtbaren
Phase ist zu spät. Die Frau muss den Mann näher kennen lernen, dies braucht Zeit. Meist
hat eine Frau bereits einen Partner. Zitat „ Dieses Ergebnis überraschte die
Wissenschaftler...die sie attraktiver machen.“
Zitat „ In dem vermeintlichem Widerspruch ... schützen sich so vor Nachwuchs von
ungewünschten Vätern „ s. Ausdruck. ddp/wissenschaft.de
./. ulrich dewald s. Ausdruck. Weitere Adresse www.wissenschaft.de
Attr. 023
Att.13
Globalisierte Vorliebe Symmetrie Zitat „ Menschen können an Hand von
Gesichtmerkmalen Eigenschaften wie gute Gesundheit, Fruchtbarkeit, körperliche
Dominanz oder auch sozialorientiertes Verhalten erkennen“
Ausdruck beachten. Überlegen Eigener Kommentar, weil unvollständig
Att.14
Ausdruck beachten. Bei Hunger oder Armut finden Männer kräftigre Frauen attraktiv. Ein
Mann, der sozial nieder angesiedelt ist und nach den Gesetzen der Steinzeit vom Hunger
bedroht ist, bzw. das Risiko besteht, dass er seine Frau und seine Kinder nicht oder nicht
ausreichend ernähren kann, sollte eine kräftigere Frau sehr attraktiv finden, denn hier geht
es in erster Line ums Überleben bei einer Hungersnot. Die schlanke Frau ist gut geeignet
um sozial aufzusteigen oder um zu zeigen, dass ihr Mann sozial oben steht. Eine schlanke
Frau demonstriert ihrem Umfeld und den Männern, dass sie von einer guten Jägerfamilie
abstammt, vorausgesetzt ihr Körper zeigt viel Eiweiß und wenig Fett. Deshalb werden
Frauen mit kräftigen Oberschenkeln bei sichtbarer Muskelstruktur als sehr attraktiv
empfunden. Dies war in der Steinzeit nur möglich, wenn diese Frau reichlich mit Fleisch
versorgt wurde.
Dies ließ die Frau hochrangig erscheinen und dies ließ auch ihren Mann hochrangig
erscheinen. Ausdruck beachten. Ein Beitrag von Ilka Lenen-Weyel Attr. 024
Att.15
Ein Bericht von 29.9.2004 Psychologie aus dem Internet.
Was die Stimme über das Liebesleben eines Menschen verrät. Ausdruck beachten. Beitrag
von Cornelia Dickpfaff.
Att.16
Gleich und Gleich ist gesellig, aber nicht begehrenswert. Ausdruck beachten.
Wenn man einen Menschen mit ähnlichen Gesichtszügen mag, dann bedeutet dies, dass
eine Gen-Verwandtschaft wahrscheinlich ist.
...und bei Konflikten ??
Bei einem Lebenspartner ist eher das Gegenteil der Fall, denn Ähnlichkeit und genetische
Verwandtschaft erhöht das Risiko, dass ein Gen-Defekt den Stammbaum aussterben lässt.
Zitat „Diese Bevorzugung habe sich wahrscheinlich.....vor inzestuösen Beziehungen
entwickelt, schreibt die Psychologin“.
Diese Meinung bestätigen. Beitrag von Ilka Lenen-Weyel. Gesellschaft.
Att.17
Warum Ben bei Frauen besser ankommt als Paul?
Ausdruck beachten. Ausdruck wenig wichtig.
Att.18
Kurvenreiche Frauen sind fruchtbarer. Ausdruck beachten.
Zitat „Frauen mit großer Oberweite und einer Wespentaille ....bei Untersuchungen der
Hormonspiegel von 119 Frauen nachgewiesen“
Was war zuerst da ? Henne oder Ei. Mehr sexuelles Begehren. Facharzt fragen bei
welchem Frauentyp kann man wie schnell eine Schwangerschaft erkennen! Verschiedenste
Ursachen beachten.
Att.19
Altes Klischee bestätigt. Wahre Schönheit kommt tatsächlich von Innen.
Ausdruck beachten. Ausdruck wenig wichtig. Ausdruck trotzdem erwähnen und eventuell
ergänzen. Attraktivitätsempfinden wird von Nützlichkeit beeinflusst. Aggression beachten!
Attr. 025
Att.20
Weibliche Geschlechtshormone machen Frauen attraktiv, Ausdruck beachten und
ergänzen. Männer finden bestimmte Frauen attraktiv und sind z.T. zu anderen Frauen nett.
Attraktivitätsempfinden und sexuelles Begehren gehört nicht immer zusammen. Bestimmte
Frauen sehen im jungendlichem Alter sehr attraktiv aus, jedoch die Schönheit verliert sich
sehr schnell mit zunehmendem Alter. Ein anderer Frauentyp behält die Attraktivität
wesentlich länger. Frauen mit hohen weiblichen Hormonwerten sehen in der Jungend und
in jungen Jahren oft sehr attraktiv aus, verlieren aber möglicherweise mit zunehmendem
Alter die Attraktivität etwas schneller, als attraktive Frauen mit einer wenig weiblichen
Hormonstruktur. Wenn die Forscher Fotos von Frauen übereinander legen, um mit
Computertechnik ein Durchschnittsbild zu erzeugen, so nehmen sie wahrscheinlich die
Fotos von jungen Frauen. Beitrag von Ulrich Dewald.
Att.21
Wie die Gesichtszüge den politischen Erfolg beeinflussen.
Ausdruck beachten. Steinzeitgesetze beachten.
Att.22
Niedliche Kinder haben die besseren Karten.
Zitat „ Attraktiver Nachwuchs bekommt von den Eltern mehr Aufmerksamkeit. Einem
attraktiven Kind .... in Supermärkten beobachtet haben“. Ausdruck beachten.
Zitat „ Die Eltern setzten die am wenigsten attraktiven Kinder..... bei der Auswertung ihrer
Daten auf“.
Zitat „ Dieses Verhalten erklärt Studienleiter.....dass sie es doch machen“.
Steinzeitgesetze beachten. Eltern prägen Kinder instinktiv für die spätere Aufgabe, damit
die Kinder die Gene der Eltern möglichst gut erhalten, des- halb gibt es auch eine
Depressionsprägung. Ein Depressionsprägung bekommen häufiger unattraktive Kinder.
Kinder bei denen die Eltern erkennen, dass sie eine Depressionsneigung haben bzw. die
Neigung zur depressiven Persönlichkeit, empfinden die Eltern diese Kinder weniger
attraktiv. Dadurch fällt es den Eltern leichter, eine Prägung zur depressiven Persönlichkeit
mitzugeben. Menschen mit einer depr. Persönlichkeit dienen den Genen der Eltern mehr
als den eigenen Genen. Dadurch wird das Attraktivitätsempfinden deutlich beeinflusst.
Attr. 026
Att.23
Warum Frauen auf dunkle Männerstimmen fliegen.
Zitat „ Frauen bevorzugen tiefe Männerstimmen......gute hormonelle und genetische
Qualitäten besitzt und sich außerdem unter Rivalen gut behaupten kann“. Frage stellen:
Was sind gute genetische Qualitäten? Ist hierbei auch immer die genetische Erhaltungsund Vermehrungsfähigkeit gemeint?
Eine Frau wird eine männliche Stimme für die Ehe häufig anders bewerten als die
männliche Stimme für den Seitensprung.
Att.24
Schwangerschaft macht wählerisch.
Beitrag vielleicht mäßig wichtig. Zitat „ Ebenso erwiesen sich auch Frauen.... die mit der
Pille verhüten“.
Att.25
Attraktive Blicke. Ausdruck beachten, wahrscheinlich weniger wichtig.
Att.26
Lukrative Fruchtbarkeit. Ausdruck beachten. Bemerkung von Karl Grammer beachten,
wahrscheinlich wenig wichtig.
Att.27
Warum Frauen gute Tänzer lieben. Artikel wahrscheinlich wenig wichtig.
Ein guter Tänzer war in der Steinzeit fit. Ein guter Tänzer ist attraktiv für Frauen. Attr.
027
Att.28
Ihr Eisprung steht Frauen ins Gesicht geschrieben. Während der fruchtbaren Tage
erscheinen weiblich Gesichtszüge attraktiver. Artikel eher unwichtig.
Fotos können täuschen.
Att.29
Hormone machen Rivalinnen hässlich.
Während ihrer fruchtbaren Tage finden Frauen andere Frauen unattraktiver.
Artikel beachten.
Att.30
Hormone machen Machos attraktiv.
In bestimmten Zyklusphasen denken Frauen nur an das E i n e.
Artikel beachten.
Att.31
Männer denken doch nur an das E i n e.
Artikel wahrscheinlich nur mäßig wichtig.
Att.32
Kinderreiche Bässe.
Auch die Stimmlage entscheidet über den Fortpflanzungserfolg eines Mannes.
Zitat „ Männer mit einer tieferen Stimme haben mehr Nachkommen.....warum Männer
tiefere Stimmen haben als Frauen“. Überlegen. Dies trifft möglicherweise heute zu, kann
aber in der Steinzeit anders gewesen sein. Männer mit tieferen Stimmen zeugen vielleicht
mehr Nachkommen, aber in der Steinzeit war die Kindersterblichkeit bei den
Nachkommen der Männer mit tieferer Stimme größer. Wenn Männer mit tieferer Stimme
bei den Jäger- und Sammlergesellschaften in Tansanier??? nicht verstanden?? haben, dann
trifft das vielleicht heute zu, war aber in der Steinzeit anders, weil auch Jäger- und
Sammlergesellschaften heute unter anderen Bedingungen leben. Artikel beachten. Attr.
028
Alle Artikel sind ein Ausdruck vom 18.11.2007 und vom 19.11.2007.
Att.33
Eifersucht macht schöne Menschen interessanter.
Artikel mäßig wichtig
Att.34
Brautschau a la Steinzeit. Artikel beachten.
Att.35
Was Männer von jüngeren Frauen haben.
Zitat „ Österreichische Wissenschaftler glauben entdeckt zu haben.....können die Forscher
allerdings nicht sagen“. Wenn eine Frau mit einem etwas älteren Partner mehr Kinder
bekommt als mit einem gleichaltrigen Partner, ist das Risiko, dass die Kinder nicht
überleben bzw. die Kinder in der Steinzeit getötet wurden geringer. Der ältere Partner hatte
in der Sippe mehr Einfluss. Außerdem kann man annehmen, wenn ein älterer Mann eine
mehrere Jahre jüngere Frau hat, dass er dann hochrangig war sonst hätte er sich schwerer
getan, eine merklich jüngere Frau zu bekommen.
Zitat „ Für interessant halten die Wissenschaftler besonders die Daten derjenigen
Probanden, deren Partnerschaft nach dem ersten Kind auseinander ging. Sie entschieden
sich anschließend durchgehend für jüngere Partner, möglicherweise um ihren eigenen
Fruchtbarkeitsverlust durch das zunehmende Alter zu kompensieren. ???
Wenn eine Frau in der Steinzeit sich anschließend einen jüngeren Partner nimmt, so zum
großen Teil deshalb, weil der jüngere Partner ihre bisherigen Kinder besser behandeln
wird. Der jüngere Partner hat noch nicht so viel Einfluss und er hat mehr Zeit um Kinder
mit ihr und anderen Frauen zu zeugen. Der Beitrag war von Martin Fieder und Susanne
Huber, Universität Wien. Er wurde veröffentlicht am 29.8.2007. Attr. 029
Att.36
Ansprechender Hüftschwung.
Zitat „ Sex-Appeal lässt sich nicht auf Körpermasse wie breite Schultern oder eine
Wespentaille reduzieren. Sich mit femininem Hüftschwung bewegende Frauen wirken
attraktiver als solche, die machohaft ihre Arme bewegen“.
Der Hüftschwung sagt auch aus, ob die Frau ein breites Becken hat oder nur durch
Fettansatz an den Hüften ein breites Becken vortäuscht.
Zitat „ Nach den Ergebnissen ist die Wahrnehmung von Attraktivität komplexer als bisher
angenommen“.
Man kann immer wieder beobachten, dass Fachleute ein unkompliziertes Model annehmen
und später dann die Feststellung machen, dass die Sache wesentlich komplexer ist. Viele
Fachleute nehmen an, dass die Wespentaille ein Zeichen von Gesundheit und Fruchtbarkeit
ist. Es sollte berücksichtigt werden, dass wahrscheinlich die Wespentaille etwas aussagt
über die Wahrscheinlichkeit der Schwangerschaft.
Weibliches Interesse macht Männer für andere Frauen attraktiver.
Zitat „ Wenn ein Mann von einer Frau angelächelt wird, erhöht das seine Attraktivität für
andere Frauen. Gleichzeitig setzt dieses Lächeln seinen Wert in den Augen anderer
Männer herab“.
Es spielt auch eine Rolle, ob ein Mann von einer attraktiven Frau oder von einer weniger
attraktiven Frau angelächelt wird. Wenn er von einer attr. Frau angelächelt wird, dann ist
das ein starkes Indiz für den genetischen Wert des Mannes, besonders wenn er....
C. aus. Attr. 030
Attraktivität vom 18.u. 19.11.2007
Informationen über das Internet.
Att.37
Wie ein Lächeln die Konkurrenz verschärft.
Weibliches Interesse macht Männer für andere Frauen attraktiver.
Zitat „Wenn ein Mann von einer Frau angelächelt wird, erhöht das seine Attraktivität für
andere Frauen“. Ende von Seite A beachten. Da eine Frau nicht alles über den Mann, der sie
interessiert, weiß, ist es günstig, wenn sie das Wissen anderer Frauen für sich nutzt bzw. wenn
sie die Meinung anderer Frauen über den Mann berücksichtigt. Wenn man das Wort „
Futterneid“ wörtlich nimmt, so hat das nichts mit Futterneid zu tun. Natürlich spielt es eine
Rolle, ob andere Frauen einen Mann kurz ansehen, um dann den Blick wieder abzuwenden
und ihn anschließend nicht mehr beachten oder ob der Blick der Frauen immer wieder zu dem
betreffenden Mann wandert. Die Frauen versuchen untereinander herauszufinden, welches
Motiv andere Frauen haben wenn sie immer wieder Blickkontakt mit dem Mann suchen.
Männer reagieren häufig mit Stress, wenn sie bemerken, dass ein anderer Mann die Blicke der
Frauen immer wieder auf sich zieht. Für sehr junge Mädchen die z. T. noch in der Pubertät
sind erscheint ein Bühnenstar oft besonders attraktiv. Als sehr junges Mädchen ein Kind von
einem Superstar zu bekommen ist aus Sicht der Steinzeit eine sehr gute Strategie, besonders
dann, wenn die Eltern noch fit sind. Dieses Mädchen kann ihr Kind den Eltern übergeben und
war so wieder frei für einen attraktiven Mann. Auf die Art und Weise konnte sie Kinder von
mindestens zwei Männern bekommen ohne das Risiko eingehen zu müssen, später einen
Seitensprung machen zu müssen um ein Kuckuckskind zu bekommen. Eine junge Frau, die
sehr früh ein Kind bekam das von den Eltern aufgezogen wurde, erscheint vielen Männern
attraktiv. Seine Töchter werden das Erbgut der Mutter mitnehmen und sich ähnlich verhalten
und das nützt somit seinen Genen. Ein Mann, der eine Frau nimmt die in sehr jungen Jahren
ein Kind bekam, das von den Eltern aufgezogen wird, weiß mit großer Wahrscheinlichkeit,
dass diese Frau auch fruchtbar ist und in der Lage, ein gesundes Kind zu bekommen. Es gibt
auch Männer, die eine Frau nehmen, die bereits schwanger ist, möglichst von einem
Supermann. Wenn das ein Sohn wird, wird er wahrscheinlich wieder ein Supermann. Wenn er
dann Kinder mit dieser Frau zeugt, profitieren seine Kinder weil möglicherweise ein Mitglied
der Familie wieder zu sehr hohen Ansehen kommt. Ein Mann, der eine schwangere Frau
nimmt profitiert besonders dann, wenn er sich nicht sehr hochrangig einschätzt. Wenn er die
Möglichkeit sieht, eine hochrangigere Frau zu bekommen, weil diese schwangere Frau
befürchten muss, dass ein Stiefvater ihr Kind schlecht behandelt und sie deshalb dazu neigt,
einen Mann zu nehmen, der weniger hochrangig ist, weil dieser ihre Kinder bzw. ihr Kind
besser behandelt. Ähnliches trifft auch zu, wenn die Frau nicht nur schwanger ist, sondern
wenn sie schon Kinder hat. Wenn eine Frau schwanger ist von einem sehr attr. Mann und
einen weniger attr. Mann heiratet, dann hat dieser Mann gute Aussichten, dass die Umwelt
annimmt, dass dieses Kind vom Supermann sein eigenes Kind ist. Dadurch wird die Frau
attraktiver, so dass der Attraktivitätsverlust oft wieder ausgeglichen wird. Frauen, die sich
mit einem sehr attr. Mann einlassen, selbst auf die Gefahr hin, dass dieser Mann sie nicht
heiraten wird, neigen oft dazu einen anderen braven Familienvater im Auge zu behalten, den
sie sehr schnell nehmen wird, bevor sie für diesen braven Mann unattraktiver wird, weil
dieser Mann das zu erwartende Kind nach einem gewissen Zögern nicht mehr als sein Kind
sehen kann. Attr. 031
Att.38
Was Frauen immer schon begehrenswert machte.
Zitat „Schönheit liegt wohl doch nicht nur im Auge des Betrachters..... Merkmal von
Gesundheit und Fruchtbarkeit beschrieben erklären die Forscher“.
Wichtiges Zitat „ Für Sozialwissenschaftler ist die Beurteilung...... universelle Geltung haben
soll“.
Zitat „ Um diese Theorie zu untermauern......vom Körpergewicht einen niedrigen
Östrogenspiegel“.
Dieses Zitat besonders beachten.
Warum sollte die Natur bei Frauen Fett am Bauch ansiedeln, wenn Fett am Hintern viel
attraktiver ist? Wieso sollte das eine Aussage im Bezug auf Gesundheit sein? Wieso sollte das
eine Aussage im Bezug auf Fruchtbarkeit sein? Warum lässt die Natur zu, dass einige Frauen
viel Fett am Bauch ansetzen? Zitat „ 3 Körperteile wurden in der Literatur....Erwähnung eines
großen Taillenumfangs „. S. Venus von Willendorf.
Zitat „ Um die allgemeine Gültigkeit......ist äußerst klein vermerken sie“.
Att.39
Unterschiede machen treu.
Studie . Je unterschiedlicher das Immunsystem eines Paares ist, umso geringer ist die Neigung
zum Seitensprung. Bericht beachten.
Att.40
Was Väter mit der Pubertät ihrer Töchter zu tun haben?
Dieser Beitrag ist zur Zeit nicht so wichtig und wird vorerst aussortiert.
Att.41
Urteil im Schnellverfahren.
Menschen bewerten fremde Gesichter schon in sec. Bruchteilen. Beitrag beachten. Attr. 032
Att.42
Kurven im Wandel der Jahreszeiten.
Hormonschwankungen verändern die weibliche Körperform im Laufe des Jahres. Überlegen.
Beitrag beachten.
Zitat „ Je ausgeprägter die Kurven....schreiben die Forscher“.
Vielleicht spielt es eine Rolle, dass die Frauen in der Steinzeit im Spätsommer und Herbst
vermehrt in die Natur mussten um z. B. Beeren und Gemüse zu sammeln.
Att.43
Was eine schlechte Kindheit mit Frauengesichtern anstellt.
Studie. Stress in jungen Jahren macht weniger attraktiv und maskuliner. Mädchen, die als
Kinder schon wenig attraktiv sind, werden oft von den Eltern schlechter behandelt. Sie
erhalten weniger Aufmerksamkeit. Sie bekommen eine andere Prägung. Maskuliner
Einschlag erscheint logisch. Überlegen. Eine maskulinere Mutter hat mehr Streit mit dem
Vater. Sie behandelt ihre Kinder möglicherweise weniger positiv. Frauen, die aus einer
geschiedenen Ehe kommen, liegen dazwischen. Zitat „ Auch genetische Faktoren ....tragen
ebenfalls bevorzugt maskuline Züge“. Attr. 033
Att.44
Attraktivitätsforschung.
Wikipedia der freien Enzyklopädie. Die Attraktivitätsforschung beschäftigt sich mit der
Erforschung der Attraktivität des menschlichen Gesichtes und Körpers. Sie ist keinem
bestimmten Fachgebiet zugeordnet sondern wird in einer Vielzahl von
Wissenschaftsdisziplinen betrieben wie der Psychologie, den Neurowissenschaften, der
Verhaltensforschung oder auch den Wirtschaftswissenschaften.
Entwicklung der Attraktivitätsforschung.
Geschichte. Die systematische Erforschung der menschlichen Schönheit nahm ihren Anfang
in den späten 60er Jahren. Artikel beachten.
Zitat“ Während die ersten Attraktivitätsforscher noch davon ausgingen, dass Schönheit im
Auge des Betrachters liege, brachten die in den 1980 Jahren durchgeführten Untersuchungen
zur Urteilerübereinstimmung die Frage ins Blickfeld : Welche Merkmale attr. Gesichter bzw.
Körper auszeichnen. Seit Mitte der 80er Jahre spielen in der Attraktivitätsforschung
zunehmend Evolutionspsychologische Ansätze eine Rolle die nach dem biologischen Sinn
von Attraktivität fragen“. Bericht weiter beachten.
Bewertung von Schönheit.
Zitat „Die Frage nach der Urteilerübereinstimmung bei der Attraktivitätsbewertung von
Gesichtern haben sich vor allem deutschsprachige Attraktivitätsforscher ( z. B. Ronald Hens)
ausgiebig angenommen. Demnach ist unser Attraktivitätsurteil ungefähr zur Hälfte subjektiv,
die andere Hälfte haben wir mit anderen Menschen gemeinsam“. Bericht weiter beachten.
Welche Merkmale werden als attraktiv empfunden?
Zitat „ Eines der für den Laien verblüffendsten Attraktivitätsmerkmale heißt
Durchschnittlichkeit“.
Ob Symmetrie ein Attraktivitätsmerkmal ist, ist noch umstritten. Bericht weiter lesen und z.T.
widersprechen. Beispiel: Volle Lippen wirken nur dann attraktiv, wenn sie mit bestimmten
anderen Merkmalen kombiniert sind. Auch bei männlicher Attraktivität existieren noch
Widersprüche. Attr.034
Att.45
Wie wirkt sich Attraktivität im sozialem Kontext aus?
Bericht beachten.
Zitat „Dieser s.g. Attraktivitätsstereotyp führt dazu, dass schöne Menschen in praktisch allen
Bereichen des gesellschaftlichen Lebens positiver behandelt werden. Hübsche Kinder etwa
bekommen in der Schule bessere Noten. Attraktive Erwachsene können vor Gericht mit
milderen Strafen rechnen, treffen in Notlagen auf mehr Hilfsbereitschaft“.
Attraktive Politiker haben mehr Erfolg bei der Wahl. Attr. Menschen werden meist als
bessere und fähigere Menschen betrachtet. Das Attraktivitätsstereotyp ist bereits im Alter von
6 Monaten nachzuweisen. Die Verbindung von Schönheit und Gut lässt sich in allen
Kulturen nachweisen. Das alles sind Indizien die eher gegen die vorherrschende Meinung
sprechen, dass Attr. in erster Linie mit Gesundheit und Fruchtbarkeit zu tun hätte.
Zitat „ Die Suche nach den biologischen Wurzeln steckt jedoch noch in den Kinderschuhen“.
Att.46
Attraktivität und Partnerwahl.
Bericht beachten. Schöne Menschen suchen und bekommen schöne Partner. Überlegen.
Welchen biologischen Sinn hat die Schönheit?
Zitat „ Evolutionspsychologisch orientierte Attraktivitätsforscher sehen im guten Aussehen
ein biologisches Signal. Schönheit ist demnach ein Zeichen von Partnerqualität insbesondere
von Gesundheit und Fruchtbarkeit“.
Wichtige Frage. Warum gibt es so wenig hochattraktive Menschen?
Warum hat die Natur die weniger attraktiven oder unattraktiven Menschen nicht aussortiert?
Bericht beachten und z. T. widersprechen. Attr. 035
Das experimentieren mit Gesichtern im Computer ist sehr wichtig. Partner suchen. Weiter
Bericht beachten.
Zitat „ Bei den Faktoren Gesundheit und Fruchtbarkeit lassen sich jedoch klare und
eindeutige Zusammenhänge bisher nicht feststellen“.
Zitat „ Was die biologische Erklärung der menschlichen Schönheit angeht, steht die
Attraktivitätsforschung trotz vielversprechender Ansätze erst am Anfang“.
Bericht weiter beachten.
Att.47
Kritik und Ergänzung.
Zitat „ Trotz der Ergebnisse der Experimente ist zu bezweifeln, ob es den Halloeffekt im
Bereich psychische Attraktivität tatsächlich gibt“.
Att.48
Wechselwirkungen zwischen psychischer Attr. und schulischer Sozialisation.
Bericht beachten. Je positiver die Attr. beurteilt wird, umso weniger scheinen soziale
Ängstlichkeit, Nervosität, Erregbarkeit, Gehemmtheit und emotionale Labilität ausgeprägt zu
sein. ??? Prüfen. Literatur beachten. Web-Links beachten.
Att.49 auf C lt. Werner 48
Attraktivitätsforschung im deutschsprachigen Raum. Attr. 036
www.schönheitsformel.de.
Attraktivitätsforschung – deutschsprachig atm
Weiter Anschriften beachten.
Att.50
Für Fachpublikum.
Bücherliste:
Ronald Hens beachten
Att.51
Vaterqualitäten stehen Männern ins Gesicht geschrieben.
Zitat „ Vom Standpunkt der Evolution aus betrachtet spielen für die Wahl des richtigen
Partners zwei Faktoren eine Rolle. Die Qualität der Gene und die Bereitschaft, sich um den
Nachwuchs zu kümmern“.
Frage: Was ist die Qualität der Gene und ist die Bereitschaft, sich um den Nachwuchs zu
kümmern keine genetische Qualität?
10Sonstiges
Mimikry auch beim Menschen beachten.
Mimikry bei attraktiven Frauen beachten.
Mimikry bei Schwebfliegen beachten.
Durch Gentechnik wird es in Zukunft möglich sein, Krankheiten auszumerzen. Durch
Gentechnik wird es aber nicht möglich sein, alle Menschen attraktiv zu machen.
Viele oder die meisten Gehirne passen nicht in den Kopf eines attraktiven Menschen.
Folgendes beachten: Flacher Bauch, wenig Taillenumfang, muskulöse Oberschenkel,
Muskelstruktur ist sichtbar, oft in Verbindung mit kleinem Busen, langem Hals, kleinem
Kopf, ausgeprägtem Kinn, breitem Mund, starke Zähne, kurze Nase, vorgeschobene
Mundpartie, tiefliegende Augen, geringer Abstand zwischen Augen und Augenbrauen,
Augenbrauen nicht sehr gewölbt, die Stirn gerade bis zum Haaransatz, die Stirn relativ
niedrig, Haare kräftig und lang.
Fast alle Menschen streben nach Glück. Sie glauben, Attraktivität macht glücklicher. Dies ist
nicht unbedingt der Fall. Die Natur ist an dem Glück eines Menschen nur unter bestimmten
Bedingungen interessiert. Ein unattraktiver Mensch, der von einem attraktiven Menschen gut
behandelt wird, ist meist glücklicher, zumindest vorübergehend. Ein unattraktiver Mensch,
der von einem attraktiven Menschen abgelehnt oder beleidigt wird, ist deutlich mehr verletzt,
als wenn er von einem unattraktiven Menschen beleidigt wird. Attr. 043
02.11.2005 - Psychologie
23Meinung der Wissenschaftler
Weibliche Geschlechtshormone machen Frauen attraktiv
Frauen mit hohen Werten weiblicher Sexualhormone wirken femininer,
gesünder und attraktiver. Das haben britische Wissenschaftler in Tests mit
Männern und Frauen gezeigt. Benutzt eine Frau jedoch Make-Up, so hat der
Hormonspiegel keinen messbaren Einfluss mehr auf ihre Attraktivität.
Die Forscher hatten für ihre Tests die Gesichter von 56 jungen Frauen fotografiert und deren
Werte der Sexualhormone Progesteron und Östrogen bestimmt. 15 Frauen und 14 Männer
hatten anhand der Bilder zu beurteilen, wie attraktiv, gesund und feminin die Frauen wirkten.
Hierbei erreichten die Frauen mit hohen Östrogenspiegeln deutlich bessere Bewertungen –
unabhängig davon, ob sie von Männern oder Frauen beurteilt wurden. Der Wert des Hormons
Progesteron hatten hingegen nur einen geringen Einfluss.
Bei den Frauen, die beim Fotoshooting ein Make-Up aufgetragen hatten, konnten die Forscher
jedoch keinen Zusammenhang zwischen dem Hormonspiegel und der Attraktivität und
Gesundheit beobachten. Das Erscheinungsbild der Haut wirke sich wohl besonders stark auf
die Einschätzung der Attraktivität und Gesundheit aus, erklären die Wissenschafter.
Für einen weiteren Test setzten die Forscher aus den Bildern der zehn Frauen mit den
höchsten Hormonspiegeln und den zehn mit den niedrigsten Werten jeweils ein Foto
zusammen, das also eine Art Mittelwert dieser Gesichter bildete. Obwohl beide Bilder sich
auf den ersten Blick sehr ähneln, wirkte das aus den Frauengesichtern mit den hohen
Hormonspiegeln zusammengesetzte Bild auf die Probanden deutlich attraktiver als das andere
Bild. Der Mensch habe in seiner Evolutionsgeschichte offenbar gelernt, schon mit einem
Blick ins Gesicht auf den hormonellen Zustand einer Frau und damit auf ihre mögliche
Reproduktionsfähigkeit zu schließen, erklären die Wissenschaftler ihre Ergebnisse.
Law Smith (St. Andrew University) et al.: Proceedings of the Royal Society B, OnlineVorabveröffentlichung, doi 10.1098/rspb.2005.3296.
ddp/wissenschaft.de – Ulrich Dewald Attr. 044
10.06.2005 - Psychologie
Wie die Gesichtszüge den politischen Erfolg beeinflussen
Menschen mit eher kindlichen Gesichtszügen wirken weniger kompetent als
Menschen mit reiferen Gesichtern. Das kann beispielsweise in der Politik den
Erfolg eines Kandidaten maßgeblich beeinflussen, hat ein amerikanisches
Forscherteam gezeigt: Die auf diesen ersten Blick kompetenteren Politiker
hatten auch bei einem Großteil der vergangenen Wahlen zum amerikanischen
Senat die Nase vorn. Je kindlicher die Gesichter der Kandidaten dagegen
wirkten, desto weniger Stimmen bekamen sie.
Es gibt zwei Mechanismen, die zur Entscheidungsfindung bei politischen Wahlen beitragen,
schreiben die Forscher: Zuerst entsteht ein automatischer, nicht von Denkprozessen
beeinflusster Eindruck des Kandidaten, der hauptsächlich von äußerlichen Faktoren wie
beispielsweise den Gesichtszügen geprägt wird. Erst danach fließen in einem zweiten Schritt
auch inhaltliche und parteipolitische Faktoren in den Entwurf ein und modifizieren das zuvor
entstandene Bild.
Der erste, rein äußerliche Eindruck trägt dabei offenbar wesentlich mehr zur tatsächlichen
Wahlentscheidung bei als bisher angenommen, zeigt die Studie der Wissenschaftler. Die
Forscher hatten insgesamt 843 Studenten gebeten, auf Fotos von knapp 100 Kandidatenpaaren
denjenigen eines Paares herauszusuchen, den sie für kompetenter hielten. Die verwendeten
Bilder zeigten jeweils einen Gewinner und einen Unterlegenen aus Wahlen der vergangenen
vier Jahre. Das Ergebnis: Rund 70 Prozent der Kandidaten, die von den Probanden als
kompetenter eingestuft worden waren, hatten tatsächlich ihre Wahl gewonnen. Das änderte
sich auch nicht, wenn die Probanden lediglich eine einzige Sekunde Zeit für ihre Beurteilung
hatten.
Die Entscheidung der Tester hing dabei tatsächlich nur davon ab, wie kompetent der Kandidat
erschien – und nicht davon, wie attraktiv, Vertrauen erweckend oder sympathisch er wirkte,
zeigte eine weitere Untersuchung. Diese ausgestrahlte Kompetenz hängt nach Ansicht der
Psychologin Leslie Zebrowitz von der Brandeis-Universität in Waltham davon ab, wieviel
Kindliches in den Gesichtszügen der Kandidaten zu finden ist. Ein rundes "Baby-Face" mit
großen Augen, einer kleinen Nase, einer hohen Stirn und kleinem Kinn strahlt demnach eher
Naivität, Unterwürfigkeit und Schwäche aus. Reifere Gesichtszüge dagegen werden eher mit
Durchsetzungsfähigkeit und Kompetenz assoziiert, schreibt Zebrowitz in einem begleitenden
Kommentar.
Alexander Todorov et al. (Princeton-Universität): Science, Bd. 308, S. 1623
Leslie Zebrowitz, Joann Montepare: Science, Bd. 308
ddp/wissenschaft.de – Ilka Lehnen-Beyel Attr. 045
14.04.2005 - Psychologie
Niedliche Kinder haben die besseren Karten
Forscher: Attraktiver Nachwuchs bekommt von den Eltern mehr
Aufmerksamkeit
Einem attraktiven Kind schenken die Eltern eher Aufmerksamkeit als weniger
hübschem Nachwuchs und passen auch mehr auf es auf. Das wollen
kanadische Bevölkerungsforscher in Supermärkten beobachtet haben.
Eigentlich untersuchten die Wissenschaftler die Sicherheit von Einkaufswagen und
bespitzelten dazu Eltern und ihre 2- bis 5-jährigen Kinder in 14 Supermärkten. Sie notierten
dabei zum Beispiel, wie oft die Kinder mehr als drei Meter von den Eltern weglaufen konnten
oder ob der Nachwuchs gleich im Einkaufswagensitz platziert wurde. Außerdem schätzten sie
auf einer Skala von eins bis zehn die Attraktivität der Kleinen ein.
Die Eltern setzten die am wenigsten attraktiven Kinder nur in 1,2 Prozent der insgesamt 426
beobachteten Fälle in den Sitz im Wagen. Dagegen wurde einem möglichen Wegrennen der
hübschesten Kinder in 13,3 Prozent der Fälle gleich durch dieses Mittel vorgebeugt. Auch
konnten sich die weniger hübschen deutlich häufiger und weiter ungestraft von den Eltern
entfernen, fiel den Wissenschaftlern bei der Auswertung ihrer Daten auf.
Dieses Verhalten erklärt Studienleiter Andrew Harrell als eine instinktive Reaktion. Demnach
verschwenden Eltern unbewusst mehr Aufmerksamkeit auf attraktiven Nachwuchs. "Die
meisten Eltern werden auf unsere Ergebnisse schockiert und bestürzt reagieren", sagte
Harrell. "Sie werden sagen, dass sie alle ihre Kinder lieben und keines aufgrund von
Äußerlichkeiten benachteiligen – der Punkt unserer Studie ist allerdings, dass sie es doch
machen."
Andrew Harrell (Universität von Alberta, Edmonton): Beitrag auf einer Wissenschaftstagung,
Edmonton
ddp/wissenschaft.de – Cornelia Dick-Pfaff Attraktivität Attr. 046
16.03.2005 - Psychologie
Warum Frauen auf dunkle Männerstimmen fliegen
Psychologin: Tiefere Stimmlage deutet auf mehr männliche Hormone hin
Frauen bevorzugen tiefe Männerstimmen: Sie empfinden sie als attraktiv,
männlich, dominant, durchsetzungsfähig, souverän, zuverlässig und sexuell
anziehend, hat eine britische Psychologin beobachtet. Die dunkle Stimme
signalisiert der Frau, dass der Mann gute hormonelle und genetische
Qualitäten besitzt und sich außerdem unter Rivalen gut behaupten kann. Über
die Studie von Sarah Evans berichtet die Northumbria University
in Newcastle upon Tyne.
In der Tierwelt verwenden viele Männchen Rufe, um Weibchen anzulocken und die
Konkurrenz einzuschüchtern. Evans untersucht in ihren Forschungen, ob die Stimme auch
beim Menschen eine wichtige und bislang unterschätzte Rolle bei der Partnerwahl spielt. Die
Attraktivität der Stimme scheint tatsächlich unmittelbar die der äußeren Erscheinung
widerzuspiegeln, ergaben erste Studien. Wenn Beobachterinnen beispielsweise Stimmen und
Fotos unabhängig voneinander einschätzen sollten, empfanden sie meist die Stimmen als
anziehend, deren Besitzer sie ebenfalls als attraktiv bewerteten.
Eine Erklärung dafür könnte das männliche Testosteron liefern, so die Forscherin: Die
dunklere Tonlage hängt mit der tieferen Lage des Kehlkopfes zusammen, die von der
Testosteronmenge beeinflusst wird. Das Hormon nimmt jedoch auch Einfluss auf bestimmte
Gesichtszüge, die viele Frauen als schön empfinden, wie zum Beispiel ein kantiger Kiefer.
Auch Männer schätzen tiefe männliche Stimmen mehr als höhere, fand die Psychologin
zudem heraus. Sie bewerten sie als dominanter, maskuliner und selbstsicherer.
ddp/wissenschaft.de – Cornelia Dick-Pfaff Attr. 047
16.02.2005 - Gesundheit
Schwangerschaft macht wählerisch
Krank aussehende Gesichter werden von Schwangeren als deutlich
unattraktiver empfunden als von anderen Frauen
Schwangere haben einen empfindlicheren Blick für kränklich wirkende
Gesichter als Frauen, die kein Kind erwarten. Das haben schottische Forscher
bei Studien mit mehr als tausend Probandinnen beobachtet. Die Abneigung
könnte ein natürlicher Schutzmechanismus sein, kranken Menschen während
der Schwangerschaft aus dem Weg zu gehen, vermuten Ben Jones von der
Universität in Aberdeen und seine Kollegen. Ihre Studie schildern die
Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Proceedings of the Royal Society:
Biological Sciences (Online-Vorabveröffentlichung, DOI:
10.1098/rspb.2004.2942).
Jones und seine Kollegen führten eine Reihe von Tests durch, in denen sie untersuchten, wie
attraktiv Frauen Gesichter bewerten. Dabei manipulierten die Forscher die präsentierten
Bilder mithilfe eines Computerprogramms teilweise so, dass die Personen einen kranken
Eindruck machten – zum Beispiel durch Blässe. Schwangere bewerteten dabei kränklich
aussehende Gesichter als deutlich unattraktiver als nicht schwangere Frauen. Ebenso erwiesen
sich auch Frauen, die sich im fruchtbaren Abschnitt ihres Menstruationszyklus befanden, als
besonders empfindlich für kränkliches Aussehen. Gleiches galt für Frauen, die mit der Pille
verhüten.
Das legt nahe, dass die Abwehrreaktion auf hormonelle Ursachen zurückzuführen ist. Der
Schutzmechanismus soll das Risiko minimieren, dass sich eine Frau beim Umgang mit
anderen mit einer Krankheit ansteckt, die dem Ungeborenen schaden könnte, vermuten die
Forscher. Das gleiche die in dieser Zeit geschwächte Immunabwehr aus.
ddp/wissenschaft.de – Cornelia Dick-Pfaff Schwangerschaft Attr. 048
03.01.2005 - Psychologie
Attraktive Blicke
Augenbewegungen verraten Aufmerksamkeit und sind wichtig für soziale
Kontakte
Wer bei einer Begegnung mit einem anderen Menschen zunächst seinen Blick
durch den Raum schweifen lässt und die Augen dann auf sein Gegenüber
richtet, wirkt besonders attraktiv und sympathisch. Das haben amerikanische
Psychologen in Tests mit 68 Studenten nachgewiesen. Wie stark das Urteil des
Gegenübers dabei von der Blickrichtung beeinflusst wird, hängt von der
Beziehung zwischen den beteiligten Personen ab. Das berichten Malia Mason
und ihre Kollegen vom Dartmouth-College in Hanover (USA) in der
Fachzeitschrift Psychological Science (Ausgabe vom März 2005).
Die Psychologen zeigten den Teilnehmern auf einem Bildschirm die Gesichter von Frauen
mit neutralen Gesichtsausdrücken. Diese Bilder waren so verändert, dass die Augen entweder
zuerst zur Seite gewandt waren und sich nach einer gewissen Zeit auf den Betrachter richteten
oder umgekehrt. Anschließend baten die Forscher die Probanden zu beurteilen, wie
sympathisch und wie attraktiv sie die Frauen fanden.
Sowohl die männlichen als auch die weiblichen Teilnehmer bewerteten die dargestellten
Frauen als sympathischer, wenn diese ihnen scheinbar den Blick zuwandten, ergab die
Auswertung. Bei der Beurteilung der Attraktivität gab es jedoch Unterschiede zwischen
Männern und Frauen: Während die männlichen Probanden dabei die gleiche Bevorzugung
zeigten wie vorher, beeinflusste die Blickrichtung das Urteil der Frauen nicht.
Ein schweifender Blick, der plötzlich auf jemandem haften bleibt, zeigt eine erhöhte
Aufmerksamkeit dem Beobachteten gegenüber an, schreiben die Forscher. In einigen Fällen –
wie beim Knüpfen von Freundschaften oder bei einer möglichen Partnersuche – ist diese
Aufmerksamkeit ein wichtiges Signal. Das korrekte Entschlüsseln und Umsetzen solcher
Signale sei daher für das tägliche Zusammenleben und das Bilden sozialer Beziehungen
unverzichtbar. Die Wissenschaftler wollen nun untersuchen, ob auch andere Empfindungen
wie Abneigung oder Wut von der Blickrichtung beeinflusst werden.
ddp/bdw – Ilka Lehnen-Beyel Attraktivität Attr. 049
20.01.2005 - Natur
Warum Mücken nur manche Menschen stechen
Britische Wissenschaftler haben entdeckt, warum einige Menschen von
Stechmücken umlagert werden und andere völlig unbehelligt bleiben: Die für
die Insekten unattraktiven Menschen sondern Duftstoffe ab, die sie für die
Plagegeister praktisch unsichtbar machen. Die Forscher um James Logan und
John Pickett von Rothamsted-Forschungsinstitut im britischen Harpenden
haben bereits mehrere dieser Abwehrstoffe identifiziert und wollen nun ein
natürliches Insektenschutzmittel daraus entwickeln. Das berichtet das Magazin
Business des britischen Forschungsverbands für Biotechnologie und
Biowissenschaften (Januar-Ausgabe).
Den Wissenschaftlern war bereits früher aufgefallen, dass in Rinderherden bei Anwesenheit
bestimmter Tiere die Anzahl der Fliegen geringer ist als ohne diese Schlüsseltiere. Diese
Rinder setzen andere Chemikalienmischungen frei als ihre Artgenossen, zeigte eine genauere
Untersuchung. Während die von den Fliegen umschwärmten Tiere lediglich drei anziehende
Duftstoffe produzierten, fanden die Forscher bei den uninteressanten Rindern zusätzlich drei
Substanzen, die die Fliegen abwehrten. Ihre Schlussfolgerung: Die Abwehrstoffe maskieren
die Lockstoffe, so dass diese von den Insekten nicht mehr wahrgenommen werden.
Ein ähnliches Prinzip scheint auch beim Menschen zu gelten, zeigt die neuere Studie. Dabei
setzten die Wissenschaftler Stechmücken der Art Aedes aegypti, die unter anderem
Gelbfieber übertragen können, in eine Y-förmige Röhre. Durch den einen Kanal ließen sie
den Körpergerüche von Freiwilligen strömen, die sie mithilfe von Kunststoffschlafsäcken
gesammelt hatten. Der andere Kanal enthielt einen neutralen Kontrollgeruch. Die
Geruchsmischungen, die die Mücken am stärksten anzogen und abstießen, wurden
anschließend in ihre Bestandteile zerlegt und getestet, welche davon eine Reaktion bei den
Insekten hervorrief.
Dabei entdeckten sie, dass für Insekten attraktive und nicht so attraktive Menschen tatsächlich
unterschiedliche Mischungen von Geruchststoffen produzieren. Einige dieser Wirkstoffe
konnten die Forscher bereits isolieren. Welche das sind, wollen sie aus patentrechtlichen
Gründen jedoch nicht verraten, da sie aus der Mischung ein für Menschen geruchsloses,
natürliches Insektenschutzmittel entwickeln wollen.
ddp/wissenschaft.de – Ilka Lehnen-Beyel Attr. 050
06.12.2004 - Psychologie
Bei Hunger oder Armut finden Männer kräftigere Frauen attraktiv
Die wirtschaftliche Situation eines Mannes bestimmt, wie seine persönliche
Traumfrau aussieht: Fühlt er sich arm oder hungrig, findet er kräftigere Frauen
attraktiv. Geht es ihm finanziell gut, bevorzugt er dagegen zarte und schlanke
Frauen. Diese individuellen Vorlieben der Männer sind nach Ansicht
amerikanischer Psychologen die Grundlage dafür, dass in Kulturen mit einem
hohen wirtschaftlichen Standard schlanke Frauen als Idealbild gelten, während
bei ärmeren Völkern dickere Frauen bevorzugt werden. Leif Nelson von der
Stanford-Universität und Evan Morrison von der Universität von New York
stellen ihre Studie in der Fachzeitschrift Psychological Science vor (Bd. 16, Nr.
2).
Nelson und Morrison führten mit insgesamt 1170 Studenten beiderlei Geschlechts
verschiedene Tests durch. Im ersten Teil untersuchten die Forscher, wie die persönliche
finanzielle Situation die Vorlieben der Probanden beeinflusste. Dazu weckten sie bei den
Testteilnehmern das Gefühl, im Vergleich zu anderen entweder über viel Geld zu verfügen
oder aber im Verhältnis finanziell sehr schlecht dazustehen. Anschließend überprüften die
Psychologen mithilfe eines Fragebogens, welches Körpergewicht die Befragten bei einem
Partner als ideal empfanden.
Während die eigene finanzielle Situation bei Frauen überhaupt keinen Einfluss auf das
Wunschgewicht des Partners hatte, zeigte sich bei den männlichen Probanden ein deutlicher
Trend: Die Testteilnehmer, die sich eher arm fühlten, gaben als Idealgewicht für ihre
Partnerin höhere Werte an als die Probanden, die sich für sehr zahlungskräftig hielten. Den
gleichen Effekt fanden die Forscher auch in der zweiten Testrunde, in der sie den Einfluss von
Hunger auf das Partnerideal untersuchten. Dazu befragten sie Studenten vor und nach ihrer
Hauptmahlzeit am Tag dazu, wie hungrig sie sich fühlten und wie sie sich ihre Partner
vorstellten. Auch hierbei bevorzugten die hungrigen Probanden schwerere Traumfrauen als
die gesättigten.
Demnach können selbst kurzfristige emotionale Veränderungen die individuellen Vorlieben
beeinflussen, schreiben die Forscher. Wenn jedoch die Verfügbarkeit von Ressourcen in einer
Gesellschaft insgesamt eingeschränkt sei, bildeten sich aus diesen eigentlich flexiblen
persönlichen Vorstellungen dann gesellschaftliche Normen. Diese wiederum beeinflussten in
einer Art Rückkopplung das Idealbild der Frau in der jeweiligen Gesellschaft.
ddp/bdw – Ilka Lehnen-Beyel
Attr. 051
29.09.2004 - Psychologie
Was die Stimme über das Liebesleben eines Menschen verrät
Der Klang der Stimme kann viel über das Sexualleben eines Menschen
verraten: Frauen und Männer, deren Stimmen vom anderen Geschlecht als
attraktiv empfunden werden, haben häufiger Sex, mehr Sexualpartner und
erleben früher den ersten Geschlechtsverkehr als Menschen mit einer weniger
anziehenden Stimme. Das haben amerikanische Psychologen herausgefunden.
Ihre Untersuchungen schildern Gordon Gallup von der Universität Albany und
seine Kollegen in der Fachzeitschrift Evolution and Human Behaviour (Bd. 25,
S. 295).
Die Forscher ließen knapp 150 Frauen und Männer den Stimmen ihnen unbekannter Personen
lauschen. Auf einer Skala mit fünf Punkten – von sehr unattraktiv bis sehr attraktiv – sollten
die Probanden den Klang dieser Stimmen beurteilen. Bei den Teilnehmern, die ihre Stimme
zur Verfügung gestellt hatten, maßen die Psychologen Schultern-, Taillen- und Hüftumfang.
Einige machten zudem Angaben über ihr Sexualleben.
Probanden, deren Stimme beim anderen Geschlecht gut ankam, berichteten von häufigeren
und früheren sexuellen Kontakten und Affären als die, deren Stimme weniger attraktiv war.
Bei Frauen sagte die Stimme sogar mehr über ihre sexuelle Freizügigkeit aus als das
Verhältnis von Taillen- und Hüftumfang. Bei Männern war dagegen das Verhältnis von
Schultern zur Hüfte aussagekräftiger als die Attraktivität der Stimme. Der Klang der Stimme
lässt auch auf die körperliche Statur schließen, fanden die Psychologen: Frauen mit
anziehender Stimme hatten im Verhältnis zur Hüfte schmalere Taillen, Männer mit attraktiver
Stimme breitere Schultern und schmalere Hüften.
Sowohl Stimme als auch Sexualtrieb und Körperbau werden durch bestimmte
Geschlechtshormone beeinflusst. Daher könnte es eine hormonelle Ursache für die
gefundenen Zusammenhänge geben, vermuten Gallup und seine Kollegen. Zudem sei
denkbar, dass der Klang der Stimme im Laufe der Evolution eine Rolle bei der Partnerwahl
gespielt hat und zu einem wichtigen Kennzeichen für andere biologisch wichtige
Informationen wurde – vor allem bei Dunkelheit.
ddp/bdw – Cornelia Dick-Pfaff Attr. 052
Gleich und gleich ist gesellig, aber nicht begehrenswert
Ähnliche Gesichter sind nur bei Menschen gleichen Geschlechts attraktiv,
nicht jedoch bei potenziellen Lebenspartnern
Menschen finden Gesichter von Menschen gleichen Geschlechts besonders
attraktiv, wenn deren Züge den eigenen ähneln. Bei Gesichtern des anderen
Geschlechts legen sie dagegen keinen Wert auf Ähnlichkeit. Das hat die
kanadische Psychologin Lisa DeBruine von der McMaster-Universität in
Hamilton herausgefunden. Sie beschreibt ihre Studie in der Fachzeitschrift
Proceedings of the Royal Society: Biological Sciences (OnlineVorabveröffentlichung, DOI: 10.1098/rspb.2004.2824).
DeBruine ließ bei ihrer Studie 112 Probanden die Attraktivität von Gesichtern bewerten, die
zum Teil so verändert waren, dass sie den eigenen Gesichtern der Testpersonen ähnelten. Eine
solche Veränderung erhöhte deutlich die Attraktivität von Gesichtern des gleichen
Geschlechts, fand die Psychologin heraus. Sie hatte jedoch überhaupt keinen Einfluss darauf,
wie anziehend die Probanden Gesichter des anderen Geschlechts fanden.
Diese Bevorzugung habe sich wahrscheinlich im Lauf der Evolution entwickelt, da
Ähnlichkeit ein Hinweis auf eine potenzielle Verwandtschaft sei, schließt DeBruine. Eine
solche Verwandtschaft sei beim Knüpfen sozialer Kontakte ein sehr positiver Faktor gewesen,
da sie ein harmonisches Zusammenleben garantiert habe. Bei der Partnerwahl war sie dagegen
vollkommen unerwünscht, da der Nachwuchs enger Verwandter schwere Defizite haben
kann. Daher habe sich die fehlende Anziehungskraft eines potenziellen Partners mit ähnlichen
Gesichtszügen wahrscheinlich als Schutzmechanismus vor inzestuösen Beziehungen
entwickelt, schreibt die Psychologin.
ddp/bdw – Ilka Lehnen-Beyel Gesellschaft Attr. 053
12.08.2004 - Psychologie
Warum Ben bei Frauen besser ankommt als Paul
Bestimmte Vornamen machen ihre Träger attraktiver
Nicht Aussehen und Ausstrahlung allein spielen eine Rolle dabei, wie attraktiv
jemand ist. Auch der Name leistet einen entscheidenden Beitrag, hat eine
amerikanische Forscherin festgestellt. Der Klang der Vokale beeinflusst die
Attraktivität des Gegenübers, sagt Amy Perfors vom Massachusetts Institute of
Technology (MIT) in Cambridge. Das berichtet der Online-Dienst des
Wissenschaftsmagazins Nature.
Die Wissenschaftlerin präsentierte 24 Fotos auf der Internetseite www.hotornot.com, auf der
Besucher anhand einer Rangfolge von 1 bis 10 die Attraktivität anderer einschätzen können.
In einer Ecke der Bilder platzierte Perfors einen Namen. Die selben Fotos stellte sie später mit
einem anderen Namen versehen nochmals auf die in den USA sehr populäre Website und
verglich, wie die Versuchspersonen jeweils bei den Usern ankamen.
Mit dem Namen änderte sich auch die Einschätzung der Attraktivität, fand Perfors. Für
Männer erwiesen sich Namen mit kurzen, hellen Vokalen wie "e" oder "i" als vorteilhaft.
Namen mit runderen Vokale wie "u" kamen dagegen weniger gut an. Bei Frauen verhielt es
sich dagegen genau umgekehrt: Mit rund klingenden Vokalen im Namen schnitten sie bei der
Beurteilung besser ab als mit kurzen, hellen Lauten.
Der Klang des Namens wirke auf das Unterbewusstsein, erklärt Perfors. Bei Männernamen
komme der Zusammenhang vermutlich so zustande: Bei der Partnersuche suchen Frauen
weniger einen extrem männlichen Liebhaber als vielmehr einen zuverlässigen Versorger. Die
hellen Vokale, die im vorderen Teil des Mundes gebildet werden, wirken schlanker und damit
sanfter und fürsorglicher. Dunklere Töne dagegen implizieren eher Kraft, Trieb und
Männlichkeit. Demnach weise ein hell klingender Name eher auf einen Mann hin, der sich um
die Familie kümmert, als auf einen, der nur ein Abenteuer sucht, so Perfors.
Nichtsdestotrotz sollte sich jemand mit einem "falschen" Namen keine übermäßigen
Gedanken machen, beruhigt die Forscherin. "Ein gutaussehender Mensch mit einem
ungünstigen Namen ist immer noch attraktiver als ein weniger gutaussehender mit einem
vorteilhaften Namen", sagt die Forscherin.
ddp/bdw – Cornelia Dick-Pfaff Sprache Attr. 054
05.05.2004 - Medizin
Kurvenreiche Frauen sind fruchtbarer
Frauen mit großer Oberweite und einer Wespentaille sehen für viele Männer
nicht nur attraktiver aus, sondern sind auch fruchtbarer als Frauen mit anderen
Körperproportionen. Das hat eine internationale Forschergruppe unter Leitung
von Grazyna Jasienska von der Universität Krakau (Polen) bei Untersuchungen
der Hormonspiegel von 119 Frauen nachgewiesen. Die Ergebnisse
veröffentlichen die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Proceedings of the
Royal Society: Biological Sciences (Online-Vorabveröffentlichung, DOI:
10.1098/rspb.2004.2712).
In westlichen Gesellschaften findet ein Großteil der Männer Gefallen an Frauen, die eine
üppige Oberweite und ein breites Becken im Verhältnis zu einer schlanken Taille besitzen.
Diese Präferenz ist kein Zufall: Der Gehalt des Geschlechtshormons Östradiol im Blut lag bei
Frauen, deren Körper diesem Idealbild entsprachen, im Durchschnitt um 26 Prozent höher als
bei der Vergleichsgruppe, ergab die Studie der Wissenschaftler. Die Unterschiede schwankten
im Laufe des Menstruationszyklus und wichen in der Zyklusmitte sogar um bis zu 37 Prozent
voneinander ab. Der Hormongehalt im Blut lasse direkte Rückschlüsse auf die Fruchtbarkeit
zu, sagen die Forscher. Kurvenreiche Frauen hätten eine zwei- bis dreimal so große Chance,
schwanger zu werden.
Trotz der deutlichen Testergebnisse raten die Forscher, die Studie nicht überzubewerten. Der
Hormongehalt im Blut sei individuell sehr unterschiedlich und hänge von vielen Faktoren ab.
Eine schnelle Gewichtsabnahme könne beispielsweise zu einer verminderten Fruchtbarkeit
führen. Auch geben sie zu bedenken, dass mollige Frauen, die in der westlichen Welt in der
Regel als weniger attraktiv angesehen werden, in anderen Kulturen durchaus begehrte
Partnerinnen sind: In vielen Entwicklungsländern gelten korpulente Frauen als besonders
gesund und begehrenswert.
ddp/bdw – Oliver Schmid Attr. 055
17.04.2004 - Psychologie
Altes Klischee bestätigt: Wahre Schönheit kommt tatsächlich von innen
Ein guter Charakter macht attraktiv – ein schlechter hässlich
Wahre Schönheit kommt von innen. Dieses Klischee ist gar nicht so weit von
der Wirklichkeit entfernt, haben amerikanische Forscher nun gezeigt:
Menschen beziehen in die Bewertung der äußerlichen Attraktivität auch
Charaktereigenschaften der Personen ein, deren Schönheit sie beurteilen
sollen. Über die Experimente berichtet die Universität von Wisconsin in
Madison.
Die meisten Studien über Schönheitsideale untersuchen lediglich die rein äußerliche
Beurteilung anderer. Kevin Kniffin von der Universität von Wisconsin und David Sloan
Wilson von der Binghamton-Universität führten nun drei Studien durch, bei denen die
Probanden zwar auch die äußerliche Attraktivität anderer bewerten sollten. Dabei kannten
einige der Versuchsteilnehmer jedoch die Menschen, die sie zu beurteilen hatten. So konnte
auch der Charakter in die Bewertung mit einfließen.
In einem Experiment sollten die Probanden die Attraktivität anderer anhand von Fotos aus
Schuljahrbüchern beurteilen – dabei kannten sie eine der abgebildeten Personen. In einer
weiteren Studie ließen die Wissenschaftler die Mitglieder eines Sportteams sich gegenseitig
einschätzen und baten auch Außenstehende darum, das Aussehen der Sportler zu bewerten.
Im dritten Versuch fragten die Forscher die Teilnehmer eines archäologischen Sommercamps
zu Beginn und am Ende nach sechs Wochen nach der Attraktivität der Kollegen.
Alle drei Experimente zeigten, dass auch Charaktereigenschaften, die nur vertrauteren
Personen bekannt sind, einen deutlichen Einfluss auf die Bewertung der äußerlichen
Attraktivität haben. So bewerteten etwa die Sommercampteilnehmer ihre Mitstreiter nach
sechs Wochen gemeinsamer Arbeit anders als zu Beginn des Camps. Mitglieder des
Sportteams zum Beispiel beurteilten das Aussehen des Mannschafts-Drückebergers als
weniger attraktiv als das Aussehen des Teamleiters. Für Fremde waren dagegen beide gleich
attraktiv.
Die Ergebnisse zeigen, dass Schönheit weit über äußere Merkmale hinaus geht und dass bei
der Partnerwahl auch innere Werte wie Kooperationsbereitschaft, Verlässlichkeit und
Intelligenz zählen. "Wer seine Attraktivität erhöhen möchte, sollte sich darauf konzentrieren,
ein wertvoller, sozialer Partner zu werden", raten Kniffin und Wilson.
ddp/bdw – Cornelia Pfaff Schönheit Attr. 056
31.03.2004 - Biologie
Ihr Eisprung steht Frauen ins Gesicht geschrieben
Während der fruchtbaren Tage erscheinen weibliche Gesichtszüge attraktiver
Der Eisprung macht Frauen hübscher: Nach den Ergebnissen eines britischtschechischen Forscherteams können zarte Veränderungen im Gesicht
anzeigen, ob sich eine Frau in einer fruchtbaren oder einer unfruchtbaren
Phase ihres Zyklus befindet. Kurz vor dem Eisprung wirkt ihr Gesicht am
anziehendsten, schreiben Craig Roberts von der Universität Newcastle und
seine Kollegen in der Fachzeitschrift Proceedings of the Royal Society: Biology
Letters (Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1098/rsbl.2004.0174).
Menschenfrauen fehlen im Gegensatz zu ihren Verwandten aus dem Tierreich wie
beispielsweise Pavianen oder Schimpansen ausgeprägte optische Signale, die auf ihre
fruchtbaren Tage aufmerksam machen. Bislang glaubten Biologen, ein solcher "verborgener"
Eisprung erleichtere dem Menschen die Monogamie und sichere die väterliche Fürsorge für
den Nachwuchs. Doch so ganz verborgen bleibt der Eisprung aufmerksamen Beobachtern
wohl nicht, entdeckten jetzt Craig Roberts und seine Kollegen.
Die Wissenschaftler fotografierten die Gesichter von 48 Frauen kurz vor deren Eisprung und
etwa eine Woche später während einer unfruchtbaren Zyklusphase. Diese Bilder legten die
Forscher 130 Frauen und 130 Männern vor und baten sie, zu beurteilen, auf welchem Foto sie
das Gesicht attraktiver fanden. Sowohl von den Männern als auch von den Frauen fühlte sich
der größere Teil eher von den Gesichtern angesprochen, die kurz vor dem Eisprung
aufgenommen worden waren.
Was genau sich im Lauf des Zyklus verändert, können die Forscher jedoch noch nicht sagen.
Kandidaten seien jedoch die Farbe und die Größe der Lippen, der Grad der
Pupillenerweiterung und die Hautfarbe. Zusätzlich könne der Beobachter wahrscheinlich auch
der Frisur und der Beschaffenheit der Haare Informationen über den Zyklus entnehmen,
genauso wie dem Duft der Frau. Diese Veränderungen, so fein sie auch sein mögen, reichen
nach Ansicht der Forscher aus, Frauen um den Eisprung herum attraktiver erscheinen zu
lassen und so biologisch gesehen ihren "Marktwert" zu erhöhen.
ddp/bdw – Ilka Lehnen-Beyel Attraktivität Attr. 057
18.02.2004 - Psychologie
Hormone machen Rivalinnen hässlich
Während ihrer fruchtbaren Tage finden Frauen andere Frauen unattraktiver
In ihren fruchtbaren Tagen finden Frauen Geschlechtsgenossinnen weniger
hübsch als sonst. In dieser Zeit mögliche Konkurrentinnen abzuwerten, sei
eine Strategie im Konkurrenzkampf um die Männer, schreiben kanadische
Forscher in der Fachzeitschrift "Proceedings of the Royal Society": Biology
Letters (Online-Vorabveröffentlichung vom 18. Februar).
Die Forscher um Maryanne Fisher von der York-Universität in Toronto baten insgesamt 57
Frauen und 47 Männer, die Attraktivität weiblicher und männlicher Gesichter zu bewerten,
die sie auf einem Computerbildschirm präsentiert bekamen. Versuchsteilnehmerinnen gaben
zudem an, in welcher Phase ihres Zyklus sie sich gerade befanden. Frauen, die beispielsweise
schwanger waren oder in den vergangenen drei Monaten hormonelle Verhütungsmittel
genommen hatten, wurden nicht berücksichtigt.
Die Probandinnen schätzten weibliche Gesichter eindeutig weniger attraktiv ein, wenn sie
sich gerade in der fruchtbaren Zeit ihres Zyklus befanden. Männliche Gesichter fanden sie
dagegen zu jeder Zeit nahezu gleichbleibend anziehend. Forscher nahmen zwar an, dass
Frauen in ihren fruchtbaren Tagen besonders kritisch gegenüber möglichen Rivalinnen sind.
Aber die Theorie eines gleichgeschlechtlichen Konkurrenzkampfs unter Frauen war bislang
umstritten.
Diese Studie zeige nun eindeutig, dass sich die Wahrnehmung der Attraktivität möglicher
Rivalinnen abhängig von der Fruchtbarkeit merkbar ändert, sagt Fisher. Das sei ein
eindeutiges Anzeichen für einen Wettbewerb.
ddp/bdw – Cornelia Pfaff attraktiv Attr. 058
20.12.2003 - Psychologie
Hormone machen Machos attraktiv
In bestimmten Zyklusphasen denken auch Frauen nur an das Eine
Während ihrer fruchtbaren Tage finden Frauen Männer mit Macho-Gehabe
attraktiver als sensible, ruhige Männer. Diese Vorliebe gilt allerdings nur für
kurze Affären oder One-Night-Stands. Für längere Partnerschaften bevorzugen
Frauen eher den zuverlässigen Typ. Diesen Zusammenhang beschreiben
amerikanische Wissenschaftler nach psychologischen Tests mit mehr als 230
jungen Frauen in der Fachzeitschrift Psychological Science (Bd. 15, Nr. 3).
Es gibt schon seit längerer Zeit Hinweise darauf, dass Frauen sowohl einen männlichen
Geruch als auch typisch männliche Gesichtszüge in bestimmten Phasen ihres Zyklus
attraktiver finden als sonst, was häufiger als normalerweise zum Geschlechtsverkehr führt.
Wissenschaftler vermuten, dass Frauen damit instinktiv die Männer für die Fortpflanzung
auswählen, deren Gene die besten Chancen haben. Möglicherweise spielt jedoch typisch
männliches Verhalten in diesem Zusammenhang eine noch größere Rolle als Aussehen oder
Geruch, vermuten Steven Gangestad von der Universität von New Mexico in Albuquerque
und seine Kollegen aus San Diego und Texas aufgrund ihrer Ergebnisse.
Die Psychologen zeigten 237 Frauen mit einem Durchschnittsalter von knapp zwanzig Jahren
Videos von Männern, auf denen diese sich selbst präsentierten und in einem Gespräch mit
einem anderen Mann um eine Verabredung mit einer hübschen Frau konkurrierten. Die
Frauen sollten bei jedem gezeigten Mann angeben, wie attraktiv sie ihn als Partner für eine
kurze, sexuelle Affäre und für eine dauerhafte Partnerschaft fanden. Zusätzlich errechneten
die Forscher bei jeder Frau, in welcher Zyklusphase sie sich am Tag der Befragung befand.
Um die Zeit des Eisprungs, also an ihren fruchtbaren Tagen, bevorzugten fast alle Frauen für
kurze sexuelle Affären Männer, die typisches Machogehabe zeigten. Dazu gehörte unter
anderem fehlende Selbstkritik, ständiger Augenkontakt, ein starkes Betonen der eigenen
körperlichen Vorzüge und die Abwertung männlicher Konkurrenten. Bei der Auswahl
dauerhafter Partner wurden die Frauen dagegen unabhängig vom Zyklus von
Verhaltensweisen angezogen, die Zuverlässigkeit und ein angenehmes Wesen versprachen.
Nach Ansicht der Wissenschaftler könnte sich diese Verschiebung der Attraktivitätskriterien
während der Evolution entwickelt haben, um den Frauen durch außereheliche Affären einen
möglichst hohen genetischen Gewinn einzubringen.
ddp/bdw – Ilka Lehnen-Beyel Zyklus Attr. 059
10.12.2003 - Psychologie
Männer denken doch nur an das Eine
Attraktive Frauen lassen Männer alle Gedanken an die Zukunft vergessen. Was
wie eine Binsenweisheit klingt, haben kanadische Forscher jetzt
wissenschaftlich bewiesen: Schon die Bilder hübscher Frauen brachten
männliche Testpersonen dazu, sich eher für einen kleineren, dafür aber schnell
verfügbaren Geldbetrag zu entscheiden als für einen höheren, der erst in
fernerer Zukunft gezahlt werden sollte. Über ihre Experimente berichten die
Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Proceedings of the Royal Society: B
(Online-Vorabveröffentlichung vom 10. Dezember, DOI: 10.1098/rsbl.2003.0134).
Zu Beginn des Tests, in dem 96 Männer und 113 Frauen im Alter von etwa zwanzig Jahren
zwischen einer kleinen Geldsumme am nächsten Tag oder einer größeren in fernerer Zukunft
wählen sollten, planten sowohl die Männer als auch die Frauen voraus und entschieden sich
für den zukünftigen Geldsegen. Im nächsten Teil zeigten Margo Wilson und Martin Daly von
der McMaster-Universität in Ontario den Probanden Bilder von attraktiven und weniger
attraktiven Frauen und Männern und von schönen und weniger schönen Autos. Anschließend
sollten die Testpersonen erneut zwischen verschiedenen Geldbeträgen wählen.
Dabei stellte sich heraus, dass Männer wohl doch nur an das Eine denken: Nach dem
Betrachten der Bilder schöner Frauen wählten viel mehr Männer das schneller verfügbare
Geld, auch wenn es deutlich weniger war. Weder schnelle Autos noch weniger attraktive
Frauen riefen eine ähnliche Änderung hervor. Die Wissenschaftler vermuten daher, dass die
Aussicht auf einen attraktiven Partner die Männer dazu gebracht hat, sich voll auf die
Gegenwart zu konzentrieren, da hier die größere Belohnung – nämlich der attraktive Partner –
zu erwarten war. Bei Frauen dagegen scheint es nur eine sehr geringe Verschiebung der
Aufmerksamkeit zu geben, egal wie attraktiv die betrachteten Männer waren.
Die Erklärung dieses Unterschiedes bietet nach Ansicht der Forscher – wieder einmal – die
Evolution: Während für Männer der größte Vorteil in einer schnellen und häufigen
Fortpflanzung lag, forderte eine erfolgreiche Fortpflanzung von den Frauen einen
längerfristigen Einsatz bei Schutz und Pflege der Nachkommen. Außerdem mache die kürzere
Lebenserwartung einen zukünftigen Gewinn für Männer unsicherer als für die langlebigeren
Frauen, schreiben die Wissenschaftler.
ddp/bdw – Ilka Lehnen-Beyel Attr. 060
Bücher zum Thema Schönheit
Hier finden Sie eine Auswahl von Büchern, in denen es um die Erforschung der
menschlichen Schönheit geht. Zusätzlich zu den deutschsprachigen Titeln sind auch einige
wenige Werke in englischer Sprache aufgeführt. Wenn nicht anders vermerkt, wenden sich
alle Bücher an ein breites Publikum.
►
Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Kommentare zu den
einzelnen Büchern geben die subjektive Meinung von mir (Ulrich Renz) wieder.
►
Sämtliche im Buch verwendete Fachliteratur finden Sie in der Liste der zitierten
Fachliteratur
Bernd Guggenberger: Einfach schön. Schönheit als soziale Macht. (Rotbuch, 2001, dtv,
2002). Das Buch des vielseitigen Sozialwissenschaftlers, Publizisten und bekennenden
„Schönheits-Tifosi“ Bernd Guggenberger ist eine reine Freude. Nicht nur, weil es dem Leser
überzeugend vor Augen führt, in welchem Maß Schönheit in unser gesellschaftliches und
individuelles Leben hineinregiert – sondern auch deshalb, weil es scharfzüngig und
rhetorisch brillant Stellung gegen den in den 80erJahren kultivierten und heute immer noch
endemischen intellektuellen Selbstbetrug bezieht, demzufolge Schönheit ein „Mythos“ ist
und „wahre Schönheit“ von innen kommt.
Nancy Etcoff: Nur die Schönsten überleben – Die Ästhetik des Menschen (Hugendubel,
2001). Die Autorin ist Hirnforscherin an der Harvard University und selbst an der
Erforschung der menschlichen Schönheit beteiligt. Ihr Buch fasst die Ergebnisse der
Attraktivitätsforschung (Stand 1998) in gut lesbarer Form zusammen. Neben der Tatsache,
dass die Befunde sorgfältig recherchiert und belegt sind, liegt die besondere Qualität des
Buches in den vielfältigen Bezügen zu Kultur- und Zeitgeschichte.
Daniel McNeill: Das Gesicht - Eine Kulturgeschichte (Kremayr & Scherian 2001, btb, 2003).
Entgegen seinem Untertitel geht es in diesem Buch durchaus um biowissenschaftliche
Fragestellungen: Warum sieht das menschliche Gesicht so aus, wie es aussieht? Welche
„Signalsprache“ spricht es? Was empfinden wir daran als „schön“ – und warum? Eine Fülle
von historischen Details, Anekdoten und Geschichten machen das Buch zu einer recht
kurzweiligen Lektüre. Attr. 061
Karl Grammer: Signale der Liebe – Die biologischen Gesetze der Partnerschaft (Hoffmann
& Campe, 1993, dtv, 1995). Das Buch des Wiener Verhaltensforschers Karl Grammer kann
wegen seiner extrem hohen Faktendichte fast als Lehrbuch bezeichnet werden. Es geht darin
nicht nur um Fragen der körperlichen Attraktivität, sondern um das menschliche
Flirtverhalten in einem weiteren Sinne - bei dem neben Schönheit etwa auch Gestik, Mimik
und Gerüche ins Spiel kommen. Der Autor hat der Vollständigkeit und wissenschaftlichen
Sorgfalt mehr Aufmerksamkeit geschenkt als der Didaktik, so dass der rote Faden in dem
dicken Buch stellenweise etwas verloren geht.
Andrea Hauner & Elke Reichart (Hrsg.): Body Talk. Der riskante Kult um Körper und
Schönheit (Reihe Hanser bei dtv, 2004). Eine Sammlung von z. T. sehr lesenswerten
Reportagen, Essais und Erlebnisberichten, in denen die Exzesse des Schönheitskultes
thematisiert werden. Die Autoren sind Ärzte, Wissenschaftler, Psychologen, Künstler und
„betroffene“ Jugendliche. Das Werk wird in manchen Schulen als Unterrichtslektüre
eingesetzt.
Manfred Hassebrauck & Beate Küpper: Warum wir aufeinander fliegen – Die Gesetze der
Partnerwahl (Rowohlt Taschenbuch Verlag, 2002). Eine sehr populär gehaltene, gelungene
Mischung aus Wissenschaftsreport und Ratgeber rund um die Themen Liebe, Lust und
Leidenschaft – und was für eine Rolle Schönheit dabei spielt.
Waltraud Posch: Körper machen Leute - Der Kult um die Schönheit (Campus, 1999). Eine
faktenreiche Analyse des Schönheitskultes aus sozialwissenschaftlicher Sicht, in die die
Ergebnisse der modernen Attraktivitätsforschung jedoch leider noch keinen Eingang
gefunden haben. Das Buch wendet sich an wissenschaftlich Vorgebildete. Attr. 062
Ernst Peter Fischer: Das Schöne und das Biest. Ästhetische Momente in der Wissenschaft
(Piper, 1997). In diesem Buch nähert sich der bekannten Wissenschaftshistoriker dem
Phänomen Schönheit von den unterschiedlichsten Seiten: der Philosophie, der Mathematik
und der Biologie. Die einzelnen Teile gehen zwar stellenweise durchaus in die Tiefe (wie
beispielsweise die sehr lesenswerten Ausführungen zum Goldenen Schnitt oder das im
Untertitel des Werkes anklingende Thema, dass wissenschaftliches Erkennen auch eine
ästhetische Dimension hat), manche Bereiche werden jedoch nur lückenhaft und etwas
lieblos abgehandelt – was sich in der angekündigten erweiterten Neuauflage möglicherweise
geändert hat.
Uly Wörner: Der Salome-Komplex – Vom Zwang schön zu sein und wie man sich davon
befreit (Kreuz, 2002). Ein erstaunlich seriöser Ratgeber über weibliche Schönheitssucht.
Harrison Pope, Katharine Phillips, Roberto Olivardia: Der Adonis-Komplex.
Schönheitswahn und Körperkult bei Männern (dtv, 2001). Das männliche Pendant zum
„Salome-Komplex“. Die Autoren beleuchten das Thema „Muskel- und Trainingssucht“
sowohl aus wissenschaftlicher Sicht als auch im Lichte ihrer eigenen Erfahrungen als
Psychiater und Psychotherapeuten.
Harald Gasper & Regina Gasper: Herrlich hässlich! Warum die Welt nicht den Schönen
gehört (Eichborn, 2005). Das Buch versteht sich als eine Art Manifest gegen die Diktatur der
schönen Menschen, wobei sich die Autoren allerdings wenig Mühe machen, sich mit den
Ursachen des Schönheitskultes auseinanderzusetzen.
Angelika Taschen (Hrsg.): Schönheitschirurgie (Taschen, 2005). Das reich bebilderte Opus
hat sich zum Ziel gesetzt, den State of the Art in Sachen Schönheitschirurgie zu vermitteln.
Während im Vorwort noch durchaus kritische Töne angestimmt werden, entpuppt sich das
Ganze dann aber doch als Verherrlichung von ein paar großmächtigen Stars der Branche.
Julius Wiedemann: Digital Beauties (Taschen 2003). Eine Art Werkschau der weltweit
besten Kreateure digitaler Schönheiten. Attr. 063
Schwerpunkt Evolutionspsychologie / Biologie
Matt Ridley: Eros und Evolution. Die Naturgeschichte der Sexualität (Droemer Knaur 1995
und 1998). Eine spannend geschriebene und trotzdem tiefschürfende Einführung in die
Theorien der sexuellen Selektion. Zusammen mit Helena Cronins „The Aunt and the
Peacock“, das jedoch leider nicht auf deutsch vorliegt, gehört „Eros und Evolution“ zu den
absoluten Klassikern der Evolutionstheorie.
Geoffrey F. Miller: Die sexuelle Evolution - Partnerwahl und die Entstehung des Geistes
(Spektrum Akademischer Verlag, 2001). Streng genommen geht es in diesen Buch nicht um
menschliche Schönheit, sondern um das menschliche Gehirn - genauer um die Frage, wie
sich die rasante Entwicklung unseres Denkorgans mit der Evolutionstheorie erklären lässt.
Millers Antwort führt zum Konzept der sexuellen Selektion, das in diesem Buch auf brillante
und unterhaltsame Weise durchdekliniert wird. Der menschliche Geist dient demnach
demselben Zweck wie der Schwanz des Pfauenmännchens, nämlich der Partnerwerbung.
Dass die Theorie extrem gewagt ist, macht den Charme des Buches aus. Da ich auf Millers
Theorie in meinem Buch nicht eingegangen bin, sei dies für den interessierten Leser hier
nachgeholt.
David Buss: Die Evolution des Begehrens – Geheimnisse der Partnerwahl (Kabel, 1994,
Goldmann, 2000). Buss ist einer der Mitbegründer und Hauptprotagonisten der modernen
Evolutionspsychologie. Hier präsentiert er eine in sich geschlossene Theorie der
Partnerwahl. Buss bewegt sich sehr eng innerhalb des evolutionspsychologischen
Paradigmas, das in unserem Verhalten eine von der Evolution geformte „Adaptation“ sieht,
und nur wenig Spielraum für „kulturelle“ Erklärungen lässt. Manche der präsentierten
Hypothesen erscheinen deshalb etwas weit hergeholt.
Amotz & Avishag Zahavi: Signale der Verständigung. Das Handicap-Prinzip (Insel, 1998).
Dieses Buch vermittelt die Handicap-Theorie aus erster Hand – nämlich aus der ihrer beiden
Erfinder, Amotz und Avishag Zahavi. Die beiden israelischen Zoologen führen ihre Leser
mit spürbarer Lust durch ihr originelles Gedankengebäude – das dabei jedoch größer und
größer wird und am Ende fast seine Konturen verliert, weil die Theorie, die ursprünglich auf
den Signalaustausch zwischen Geschlechtspartnern, innerartlichen Rivalen und Fressfeinden
beschränkt war, nun auf sämtliche soziale Systeme sämtlicher Lebewesen ausgedehnt – und
damit möglicherweise überdehnt – wird.
Matthias Uhl & Eckard Voland: Angeber haben mehr vom Leben (Spektrum
Akademischer Verlag, 2002). Dieses gut geschriebene Buch stellt eine Art Erklärung der
menschlichen Kultur aus dem Geiste des Handicaps dar. Die Übertragung des Zahavi’sche
Handicap-Prinzips auf das menschliche Sozialverhalten ist zwar alles andere als
unproblematisch, aber auch nicht ohne Reiz. Die Wahl des Titels lässt allerdings staunen,
stellt sie doch die Philosophie des Prinzips auf den Kopf – bei dem es ja gerade nicht ums
Angeben (also die Vorspiegelung falscher Tatsachen) geht, sondern um Ehrlichkeit. Attr. 064
Desmond Morris: Die nackte Eva (Heyne, 2004). Zur Klärung der Frage, warum der
weibliche Körper so aussieht wie er aussieht, trägt Desmond Morris noch einmal seine
altbekannten Erklärungen und Hypothesen zusammen. Der ehemalige Popstar der
Anthropologie verzichtet dabei darauf, die spärlichen und meist überalteten Fundstellen, aus
denen er schöpft, zu belegen.
Winfried Menninghaus: Das Versprechen der Schönheit (Suhrkamp, 2003). Der Berliner
Philosophie-Professor sucht in diesem Buch Querverbindungen von der „darwinistischen“
Theorie der sexuellen Selektion sowohl zu Freud’schem Gedankengut als auch zur
griechischen Mythologie. Das Werk ist in vielerlei Hinsicht bemerkenswert: zunächst durch
die Tatsache, dass hier ein Philosoph ein biowissenschaftliches Thema angeht; dann
dadurch, dass dies auf einem Niveau erfolgt, das von den wenigsten auf diesem Gebiet
tätigen Forschern (die meist die Fahnen der Evolutionspsychologie hochhalten), erreicht
wird. Dazu kommt, dass der Autor auch gleich noch deren kanonische Lehrmeinung in
Frage stellt – dass nämlich sexuelle Ornamente Indikatoren für überlegene Gene seien.
Menninghaus bricht eine Lanze für die klassische Darwin‘sche Theorie der sexuellen
Selektion, in der Ornamente nichts als „Mode“ sind. Bemerkenswert auch die selbst für einen
Philosophen extrem hohe Dichte an Fremdwörtern, die das Buch für geisteswissenschaftlich
nicht Vorgebildete zu einer harten Nuss machen. Attr. 065
Karl Eibl: Animal Poeta – Bausteine der biologischen Kultur- und Literaturtheorie
(Mentis, 2004). Genauso wie dem Buch von Menninghaus gebührt auch diesem das
Verdienst, die Berührungsängste der Geisteswissenschaften vor der Evolutionstheorie
abzubauen. Der Autor ist Literaturwissenschaftler aus München und im Gegensatz zu
Menninghaus der modernen Evolutionstheorie gegenüber etwas freundlicher gesonnen. Eibl
geht es allerdings weniger um die visuelle Schönheit des menschlichen Körpers, sondern um
„Ästhetik“ in einem weiteren Sinne. Sein Anliegen ist es, eine „biologische Kultur- und
Literaturtheorie“ zu begründen. Warum macht Kunst LUST? Wofür ist sie gut? Nach der
Überzeugung des Autors ist „Glück“ nicht nur ein „Nebenprodukt der Evolution“ (wie der
Evolutionspsychologe Steven Pinker behauptet, für den Kunst neben der feinen Küche und
der Pornografie die dritte „Lusttechnologie“ darstellt), sondern ein eigenständiger
„Fitnessfaktor“.
Klaus Richter: Die Herkunft des Schönen. Grundzüge der evolutionären Ästhetik (Philipp
von Zabern, 1999). Mit diesem Buch verfolgt der 2001 verstorbenen Jenaer Professor für
Tierphysiologie ein ehrgeiziges Ziel: den „Entwurf einer universellen Grammatik der
Ästhetik“ zu schaffen, „vergleichbar mit dem, was mit der evolutionären Linguistik bereits
gelungen ist“. Beim Scheitern an diesem hohen Anspruch macht er jedoch eine durchaus
gute Figur. Denn im Gegensatz zu anderen Versuchen, das ästhetische Empfinden biologisch
zu erklären, setzt sich der Autor mit einer breiten Palette von ästhetischen Erfahrungen
auseinander, von der Schönheit des menschlichen Körpers über die Schönheit von
Kunstwerken bis zur Schönheit von Zahlen. Er tappt auch nicht in die Falle, um die viele
Evolutionspsychologen partout keinen Bogen machen können - dass sie nämlich vor lauter
evolutionärer „Adaptationen“ die kulturelle Bedingtheit des menschlichen Fühlens und
Verhaltens aus dem Blick verlieren. In vielen Bereichen (einschließlich der Erklärung
menschlicher Attraktivität) bleibt das Buch jedoch sehr an der Oberfläche, manche Themen
werden kaum mehr als angerissen.
Attr. 066
Geschichte (Kulturgeschichte, Kunstgeschichte)
Egon Friedell: Kulturgeschichte der Neuzeit (in zwei Bänden, dtv, 1976). Friedell ist ein
reiner Genuss. Er macht Geschichte sicht-, riech-, hör- und spürbar.
Umberto Eco, Geschichte der Schönheit (Hanser, 2004). Ein wunderbar opulenter Bildband
zur Kultur- und Geistesgeschichte der Schönheit - bei dem sich Eco allerdings mit fremden
Federn schmückt: Die Hälfte des Werkes stammt aus der Feder eines Koautors, der nach
Feudalmanier ins Kleingedruckte verbannt wurde. Das Werk dokumentiert den Wandel des
abendländischen ästhetischen Empfindens durch die Jahrhunderte, der sich in der
künstlerischen Darstellung des menschlichen Körpers genauso niederschlägt wie in
Architektur und Philosophie. Dass der Schönheitssinn der verschiedenen Epochen jedoch
einem „absoluten Polytheismus“ frönt, wie die Autoren behaupten, lässt sich zumindest in
Bezug auf den menschlichen Körper nicht nachvollziehen – gerade die in dem Buch
versammelten Bilder widersprechen diesem Befund vehement.
Umberto Eco: Kunst und Schönheit im Mittelalter (dtv, 1993 und Hanser, 2002). In dieser
Studie über die Kunstauffassung des Mittelalters gelingt es Eco, dem Leser die Lebens- und
Empfindungswelt des mittelalterlichen Menschen zu erschließen, in der das Jenseits schon
im Diesseits den zentralen Platz einnahm. Die daraus folgende bedingungslose Verquickung
des Ästhetischen mit dem Religiösen wird anhand von zeitgenössischen Texten anschaulich
belegt.
Wilhelm Trapp: Der schöne Mann. Zur Ästhetik eines unmöglichen Körpers (Erich
Schmidt Verlag, Berlin, 2003). Der Literaturwissenschaftler Wilhelm Trapp geht in diesem
Buch anhand von Beispielen aus der Literatur der „Feminisierung der Schönheit“ nach, die
mit der Renaissance begonnen hat und mit der Machtübernahme des Bürgertums quasi
institutionalisiert wurde. Die Frau ist seitdem das „schöne Geschlecht“ – der schöne Mann
dagegen eine „unmöglichen Figur“, der etwas Suspektes, Unmännliches anhaftet. Trapps
Analyse ist lesenswert – wenn auch die implizite Schlussfolgerung, dass es sich bei unserem
heutigen Kult der weiblichen Schönheit um eine historische Ausnahmeerscheinung handelt,
nicht belegt (und auch nicht belegbar) ist. Zu (fast) allen Zeiten und in (fast) allen Kulturen
ist es tatsächlich das weibliche Geschlecht, dem das Attribut des „schönen“ zugeschrieben
wird. Attr. 067
Ingrid Loschek, Reclams Mode- und Kostümlexikon (Reclam, 2005). Wer sich für die
Geschichte der Mode interessiert, bekommt hier einen wunderbaren, reich bebilderten
Überblick. Neben dem lexikalischen Teil gibt das Werk einen Schnelldurchgang durch die
Geschichte der Mode.
Otto Penz: Metamorphosen der Schönheit. Eine Kulturgeschichte moderner
Körperlichkeit (Turia & Kant 2001). Das Buch des Soziologen Otto Penz verfolgt den
Wandel der westlichen Schönheitsvorstellungen im 20. Jahrhundert. Dabei werden die
jeweils vorherrschenden Körperbilder in Bezug zum jeweiligen Zeitgeist gesetzt. Das Werk
ist sorgfältig recherchiert, mit Zahlen gespickt und trotzdem recht gut lesbar.
Nathalie Chahine, Catherine Jazdzewski & Marie-Pierre Lannelongue: Schönheit. Eine
Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts (Schirmer/Mosel, 2005). Ein schöner Bildband, in
dem die Entwicklung des Schönheitsideals im 20. Jahrhundert von Jahrzent zu Jahrzehnt
nachgezeichnet wird.
Michèle Didou-Manent, Tran Ky & Hervé Robert: Dick oder dünn? Körperkult im
Wandel der Zeit (Bastei Lübbe, 2000). Ein sehr unterhaltsames Buch, in dem eine
Historikerin und zwei Ärzte den ewigen Wandel der jeweils als wünschenswert erachteten
Körperform von der Prähistorie bis ins Medienzeitalter verfolgen. Attr. 068
Arthur Marwick: Beauty in History. Society, politics and personal appearance c. 1500 to
the present (Thames and Hudson, 1988). Ein sehr gelehrtes, voluminöses Buch, in dem der
große britische Historiker – in seinen eigenen Worten – die „gesellschaftlichen und
politischen Auswirkungen des Aussehens“ aufdecken will. Marwick beschreibt, wie die
Tatsache, ob eine Mensch schön oder weniger schön ist, nicht nur seinen persönlichen
Lebensweg, sondern auch den Gang der Geschichte beeinflussen kann. Das Werk ist leider
nur auf Englisch verfügbar. Mit It: A History of Human Beauty liegt seit 2005 ein – in den
Worten des Autors – "kürzeres und besseres" (aber leider viel spärlicher illustriertes) Werk
zum selben Thema vor (Hamledon & London, 2005).
Julian Robinson: The Quest for Human Beauty. An Illustrated History (WW Norton, 1998).
Dieses Buch des Weltreisenden, Künstlers und Exzentrikers Julian Robinson lebt von seinen
vielen Fotos – die erstaunen, verblüffen und schockieren, manchmal auch erfreuen. Sie
führen vor Augen, dass der Fantasie des Menschen, seinen Körper zu verändern,
buchstäblich keine Grenzen gesetzt sind – von der Praktik eines afrikanischen Stammes, die
Schneidezähne auszuschlagen bis zum Penispiercing unserer Tage.
Feministische Literatur Attr. 069
Betty Friedan: Der Weiblichkeitswahn oder Die Selbstbefreiung der Frau (Rowohlt, 1966).
Betty Friedan, die am 4. Februar 2006 an ihrem 85. Geburtstag gestorben ist, gehört zu den
prägenden Figuren des modernen Feminismus. In diesem ihrem ersten Buch beschreibt und
kritisiert sie die erstaunliche Metamorphose, die amerikanische Frauen in der Nachkriegszeit
massenhaft durchliefen – von der selbstbewussten Berufstätigen zur „desperate housewife“,
deren einziger Sinn und Zweck darin besteht, ihre Weiblichkeit zu kultivieren.
Rita Freedman: Die Opfer der Venus - Vom Zwang, schön zu sein (Kreuz-Verlag, 1992,
Heyne, 1993). In diesem einflussreichen Buch zeigt die Psychotherapeutin Freedman die
vielfältigen Fallen auf, die für das „schöne Geschlecht“ bereitstehen, wenn es sich über sein
Äußeres definiert. Als Abhilfe plädiert sie für ein „System, in dem beide Geschlechter die
Freuden und Belastungen des Schönseins teilen“ – und frönt damit dem in den 80er Jahren
so beliebten Androgynitäts-Mythos, nach dem die Welt zum Paradies würde, wenn sich die
beiden Geschlechter nur aneinander angleichen würden.
Naomi Wolf: Der Mythos Schönheit (Rowohlt, 1991, 2000). Angesichts der Schlichtheit
seiner Botschaft verwundert es ein bisschen, warum Naomi Wolfs Buch so schnell in den
Klassikerhimmel gekommen ist: Schönheit ist nach Wolf nichts anderes als eine Erfindung
der Männer, um die Frauen zu knechten. Offenbar hat die Autorin jedoch den Nerv des
Publikums getroffen, indem sie nicht nur allen am Schönheitswahn Leidenden (und wer
gehört nicht dazu?) einen Schuldigen präsentiert, sondern ihnen auch noch die wohltuende
Möglichkeit eröffnet, sich in Opfergefühlen zu ergehen.
Nancy Friday: Die Macht der Schönheit (Goldmann, 1999, Bertelsmann, 2001). Ob es sich
bei der Autorin um eine Feministin, Ex-Feministin oder Anti-Feministin handelt, wird den
meisten Lesern wohl auch nach der Lektüre des Werkes nicht klar sein. Genausowenig, ob
Nancy Friday nun den Kult um die weibliche Schönheit eher anfeuert (indem sie
beispielsweise von ihrer sexy Unterwäsche und ihren Designerklamotten schwärmt) - oder
ihn kritisch beäugt („Wozu brauche ich eine ausgeflippte Verpackung?“). Vielleicht ist es
aber auch gerade diese Widersprüchlichkeit und Offenheit, die das Werk lesenswert machen.
Im Gegensatz zu Wolfs „Mythos Schönheit“ handelt es sich nicht um ein politisches Manifest
(schon gar nicht gegen „die Männer“, die von Friday als „bevorzugte Müllkippe, auf der
Frauen ihre ganze Wut und Bitterkeit abladen“ bezeichnet werden), sondern eine ganz
persönliche Auseinandersetzung einer alternden Frau mit der zweischneidigen (und
schwindenden) Macht ihrer Schönheit. Attr. 070
Ebba Drolshagen: Des Körpers neue Kleider – Die Herstellung weiblicher Schönheit
(Fischer, 1995). Eine gut geschriebene, leicht spöttische Bestandsaufnahme zum Thema
Schönheitswahn. Ganz im Einklang mit der „freche Mädchen“-Welle der 90er empfiehlt die
Autorin ihren Leserinnen, ihr Selbstbild mehr an Pippi Langstrumpf und weniger an Barbie
auszurichten.
Ursula Nuber (Hrsg.) Spieglein, Spieglein an der Wand. Der Schönheitskult und die
Frauen (Beltz, 1992). Eine Sammlung von Beiträgen weiblicher Autorinnen rund um das
Thema „Tyrannei der Schönheit“. Allen ist gemeinsam, dass sie nach dem schlichten Muster
„arme Frauen werden via Schönheitsmythos von den bösen Männern unterdrückt“ gestrickt
sind. Ob diese radikalfeministische Lebenslüge den Leserinnen wirklich zu mehr
Selbstvertrauen verhilft, darf bezweifelt werden. Sehr lesenswert ist der Beitrag von Dörthe
Binkert über die Ungleichzeitigkeiten des äußeren und inneren Alterns.
Philosophie/Kunst Attr. 071
Michael Hauskeller (Hrsg.): Was das Schöne sei. Klassische Texte von Platon bis Adorno
(dtv, 2002). Das Buch stellt eine sehr gute Einführung in die philosophische Ästhetik dar.
Alle Texte werden mit einer sehr klaren Einführung präsentiert, die sie in den
Zusammenhang zur jeweiligen geschichtlichen Strömung stellt.
George L. Hersey: Verführung nach Maß - Ideal und Tyrannei des perfekten Körpers
(Siedler, 1998). Für den Kunsthistoriker Hersey liegen die Wurzeln unseres heutigen
Schönheitsempfindens in der Antike, deren Vorstellungen von den „idealen Proportionen“
über die Renaissance bis in die Moderne weitergegeben wurden. Nach Hersey hat das
klassische Ideal aber nicht nur das ästhetische Empfinden der Menschen geformt, sondern
sogar ihren Körper selber: Da die dem Ideal entsprechenden Menschen als begehrenswerter
empfunden wurden, hatten sie auch mehr Fortpflanzungschancen – damit hätten sich die
Menschen die jetzt aktuellen Körperformen im Lauf der abendländischen Geschichte durch
sexuelle Selektion selbst „angezüchtet“. Zur Ehrenrettung des Autors sei gesagt, dass er
diese krause These sehr vorsichtig formuliert – und dass das Buch eine sehr schöne
Einführung in die antike Proportionslehre und die Ikonographie der Renaissance darstellt.
Eher an ein Fachpublikum gerichtet Attr. 072
Ronald Henss: Spieglein, Spieglein an der Wand – Geschlecht, Alter und physische
Attraktivität (Beltz Psychologie Verlags Union, 1992). Ronald Henss ist der Weltexperte auf
dem Gebiet der Urteilerübereinstimung (also der Frage, wie „objektiv“ unser
Schönheitsurteil ist). In dem Buch stellt der früher an der Universität des Saarlandes tätige
Psychologe nicht nur seine eigenen Forschungen vor, sondern gibt auch einen sehr
systematischen und klaren Überblick über die weltweite Literatur zu dem Thema.
Ronald Henss: Gesicht und Persönlichkeitseindruck (Hogrefe, 1998). Dieses
persönlichkeitspsychologische Fachbuch dreht sich um Frage: Welche Rolle spielt das
Äußere bei der Beurteilung des Inneren? Dabei werden die verschiedenen Aspekte des
Themas auf die für Henss charakteristische, wohltuend systematische Art abgehandelt:
Zunächst die Frage nach der Struktur des Persönlichkeitseindrucks, also nach der Korrelation
zwischen den einzelnen Persönlichkeitsmerkmalen, die der Beurteiler im Beurteilten zu
erkennen meint. Dann die Frage nach der Urteilerübereinstimmung, und drittens die Frage
nach dem Zusammenhang zwischen Physiognomie und Persönlichkeitseindruck.
Manfred Hassebrauck und Reiner Niketta (Hrsg.): Physische Attraktivität (Hogrefe, 1993).
Dieser Sammelband zieht (für ein Fachpublikum) die Summe der deutschsprachigen
empirisch-psychologischen Attraktivitätsforschung - die international leider nicht im
Geringsten wahrgenommen wurde. Eine Auseinandersetzung mit
evolutionspsychologischen Ansätzen fehlt in diesem Band bedauerlicherweise völlig. Attr.
073
Andreas Hergovich (Hrsg.): Psychologie der Schönheit – Physische Attraktivität aus
wissenschaftlicher Perspektive (WUV-Universitätsverlag, 2002). Die einzelnen Beiträge in
diesem Sammelband decken die wichtigsten Felder der psychologischen
Attraktivitätsforschung ab. Das Werk unterscheidet sich von einem „richtigen“ Lehrbuch
darin, dass die Beiträge von Studenten (am psychologischen Institut der Universität Wien)
verfasst wurden und entsprechend in ihrer Qualität höchst unterschiedlich sind – bis auf
wenige Ausnahmen wirken sie wie (schlecht geschriebene) Hausarbeiten. Immerhin wird
dem Leser ein aktueller Überblick über die Fachliteratur zum jeweiligen Thema gegeben.
Gillian Rhodes & Leslie Zebrowitz: Facial attractiveness. Evolutionary, Cognitive, and
Social Perspectives (Ablex Publishing, 2002). Das Buch kann schon fast als
Standardlehrbuch der Attraktivitätsforschung bezeichnet werden. Es zeigt das ganze
Spektrum des Fachgebietes auf, von der Evolutionspsychologie (die unter anderem von dem
Wiener Verhaltensforscher Karl Grammer vertreten wird) über die Theorie der
Wahrnehmungsvorlieben bis hin zu sozialpsychologischen Ansätzen.
Leslie Zebrowitz: Reading Faces: Window to the Soul? (Westview Press, 1997). In diesem
„Ein-Frau-Lehrbuch“ der amerikanischen Wahrnehmungsforscherin geht es um die Signale,
die unser Gesicht sendet, und wie wir sie empfangen und decodieren. Ein besonderer
Schwerpunkt liegt auf dem Wirken des Kindchenschemas und dessen Erklärung. Das Buch
ist für ein Fachbuch ausgesprochen opulent illustriert und so verständlich geschrieben, dass
es auch manchem Laien eine Freude sein wird.
Eckart Voland & Karl Grammer: Evolutionary Aesthetics (Springer, 2003). Mit diesem Band
machen die Autoren den Versuch, eine Erklärung des menschlichen Schönheitsempfindens
aus soziobiologischer Sicht zu geben. Dabei geht es nicht nur um die Schönheit des
menschlichen Körpers, sondern genauso um die Schönheit von Landschaften oder auch
Kunstgegenständen. Allen Beiträgen liegt das Axiom zugrunde, dass das, was wir als schön
empfinden, mit einem „Fitnessvorteil“ verbunden sein MUSS (einer der Beitragenden spricht
etwa von einer „Tatsache“, dass menschliche Schönheit ein „Gesundheitszeugnis“ darstellt)
– entsprechend dünn ist auch das Eis, auf dem sich die Argumentation streckenweise
bewegt.
Attraktivität Attr. 074
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Unter Attraktivität versteht man die von einem Objekt ausgehende Anziehungskraft. Sie
kann sowohl auf äußerlichen Eigenschaften (Schönheit) als auch auf Wesenseigenschaften
(Charakter, Geist, Charisma, soziale Stellung, materieller Wert) beruhen. Je angenehmer oder
vorteilhafter etwas eingeschätzt wird, desto attraktiver wirkt es.

Attraktivitätsstereotype [Bearbeiten]
Attr. 075
Viele Märchen liefern Beispiele für stereotype Ansichten über attraktive Menschen:
Hübschen Prinzen, Kriegern und Mädchen werden positive Wesenseigenschaften
zugeschrieben. Die bösen Figuren, wie Hexen oder Räuber werden hingegen die als hässlich
empfundenen Charaktereigenschafen zugewiesen. Auf diese Weise wird bereits in früher
Kindheit das soziale Wertesystem der entsprechenden Gesellschaft sozialisiert und eine erste
Orientierung für die Unterscheidung zwischen gut und böse verankert. Erst später erlaubt die
Entwicklungspsychologie eine etwas differenziertere Wahrnehmung und eine gewaltfreie
Kommunikation gegenüber unattraktiven, angeblich schlechten Individuen.
Umfragen zeigen, dass Menschen attraktive Personen für erfolgreicher, glücklicher und
kompetenter halten – jedoch nicht für ehrlicher oder hilfsbereiter. Andere(?) Untersuchungen
zeigen den Einfluss der Stereotype auf menschliche Werturteile: Bereits Säuglinge widmen
attraktiven Gesichtern mehr Aufmerksamkeit. In einer Studie beobachtete man, wie viele
Personen sich neben eine Frau in der U-Bahn setzten. In der ersten Bedingung war die Frau
eine sehr attraktive Person, in der zweiten Bedingung entstellte man ihr Gesicht durch MakeUp. War die Frau äußerlich weniger anziehend, setzten sich weniger Menschen neben sie.
Personen wurden gefragt, wie sympathisch eine Frau auf sie wirkte. Nach einer
Schönheitsoperation wurde die Frau als sympathischer beurteilt.
Wer ist attraktiv? [Bearbeiten]
Attr. 076
Siehe auch: Attraktivitätsforschung
Attraktive Gesichter werden in Experimenten oft am Computer erstellt. Dazu wird eine Reihe
von Photographien echter Personen per Morphing zu einem Durchschnittsgesicht
zusammengemischt. Derartige Durchschnittsgesichter werden als besonders attraktiv
beurteilt. Nach Meinung einiger Autoren könnte die Attraktivität der Durchschnittsgesichter
aber mehr auf den Nebeneffekt zurückzuführen sein, dass deren Haut durch das Morphen
besonders makellos, glatt, fein und damit jung wirkt als auf die eigentliche
Durchschnittlichkeit der Gesichter.
Die wahrgenommene Attraktivität kann auch durch künstliche geschaffene Symmetrie
zwischen den Gesichtshälften erhöht werden. Auch Säuglinge widmen diesen künstlich
erzeugten Gesichtern mehr Aufmerksamkeit.
Zudem scheinen Gesichter mit weiblicheren Zügen als attraktiver wahrgenommen zu werden,
zum Beispiel wenn sie höhere Wangenknochen aufweisen. Eine Besonderheit lässt sich dabei
bei Frauen beobachten: Ihre Beurteilung von Attraktivität hängt von ihrem Zyklus ab.
Befinden sie sich nahe dem Eisprung, bevorzugen sie eher männliche Gesichtszüge
(ausgeprägtes Kinn etc.). Je weiter entfernt der Eisprung ist, desto attraktiver werden
Gesichter mit weiblicheren Merkmalen beurteilt. Eine mögliche Erklärung ist
evolutionspsychologisch: Attraktive Gesichter sollen Gesundheit, Kraft und reproduktive
Fitness widerspiegeln. Auch im Tierreich gibt es Belege dafür, dass äußerliche Merkmale und
deren Symmetrie bestimmend für die Paarungspräferenzen sind, beispielsweise das
Pfauenrad, das Aufplustern oder Pfeifen von Vögeln bzw. unter höheren Säugetieren die
Statur des ältesten Gorillas oder das Geweih von männlichem Rothirsch.
Ebenso spielt der soziale Vergleich eine wichtige Rolle. Menschen beurteilen ihre eigene und
die Attraktivität anderer entsprechend den Eindrücken, die sie von ihrer sozialen Umwelt
haben. So wurde gezeigt, dass Männer ihre Frauen als weniger attraktiv beurteilen, wenn sie
kurz zuvor Bilder von sehr attraktiven anderen Frauen sahen.
Ein dritter Einfluss besteht in den bereits vorhandenen Gefühlen, die man gegenüber einer
Person hegt: Menschen, die man liebt, findet man attraktiver.
Matching [Bearbeiten]
Attr. 077
Matching bezeichnet die Ähnlichkeit in der physischen Attraktivität von Partnern.
Untersuchungen haben gezeigt, dass im Mittel ein positiver Zusammenhang zwischen der
physischen Attraktivität bei Paaren besteht (das heißt „hübsche Menschen haben meist auch
hübsche Partner“). Ebenso erweist sich das Ausmaß des Matching als Vorhersager für die
Stabilität der Beziehung. In der Realität findet man oft bei ungleicher äußerer Attraktivität
Kompensation durch andere Faktoren, beispielsweise durch wirtschaftlichen Erfolg etc.
Dieser Austausch von (sozialen) Gütern gegen Attraktivität findet sich auch im Vertrieb und
der Modellprostitution.
Das Hauptergebnis empirischer Untersuchungen von Franklin B. Evans für den Vertrieb
lautet beispielsweise: Je ähnlicher Verkäufer und Kunde einander sind, desto größer ist die
Wahrscheinlichkeit, dass ein Kauf zustande kommt. Gemessen wurde dabei die Ähnlichkeit in
den Dimensionen Alter, Körpergröße, Einkommen, Religion, Erziehung, politische
Einstellungen und Rauchgewohnheiten. Bei näherer Betrachtung dieser Dimensionen kann
festgestellt werden, dass nonverbale Merkmale – insbesondere Körpergröße und -geruch – für
den Menschen Signalwirkung für den potenziellen Status und die Akzeptanz des Gegenübers
haben. Dieses Wissen findet beispielsweise über das Streben nach Statussymbolen und
aufmerksamer Körperpflege für Verkäufer seinen Niederschlag oder in der Auswahl sozial
passender Typologien im Recruiting.
Inhaltsverzeichnis
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1 Wandel des Schönheitsideals
2 Schönheitsideale und gesellschaftliche Macht
3 Schönheitsideale und Körpergewicht
4 Wandel der abendländischen Schönheitsvorstellungen
o 4.1 Frühgeschichte
o 4.2 Antike
o 4.3 Mittelalter
o 4.4 Renaissance, Barock und Rokoko
o 4.5 Bürgerliches Zeitalter
o 4.6 20. Jahrhundert
5 Siehe auch
6 Essay
7 Literatur
8 Quellen
Wandel des Schönheitsideals [Bearbeiten]
Attr. 079
Auf den ersten Blick sieht es so aus, als ob Schönheitsideale grenzenlos wandelbar wären.
Während beispielsweise in der Renaissance ein Doppelkinn als sexuell attraktiv galt[1],
begründet es heute nicht selten den Gang zum Schönheitschirurgen. Auch das jeweils als ideal
angesehene Körpergewicht schwankt im Vergleich der Kulturkreise und Epochen enorm. Die
Ansicht, dass sich Schönheitsideale in völlig beliebiger Weise entwickeln, ist deshalb weit
verbreitet.
Demgegenüber verweist die Attraktivitätsforschung darauf, dass die jeweiligen
Schönheitsideale bei aller kulturellen Variabilität durchaus auch Gemeinsamkeiten aufweisen.
Ihren Erkenntnissen zufolge gründet sich menschliche Schönheit zumindest teilweise auf
definierbare Faktoren, die einem relativen Konsens zwischen Individuen und Kulturen
unterliegen und möglicherweise biologisch verankert sind - wie etwa die Makellosigkeit der
Haut oder die Symmetrie des Gesichtes. Schönheitsideale enthalten demnach einen
überindividuellen und überkulturellen „harten Kern“ – aus dem sich etwa die Tatsache
erklären könnte, dass die Schönheitsikonen vergangener Jahrhunderte und Jahrtausende, wie
beispielsweise die Venus von Milo oder Raffaels Madonnen auch von heutigen Menschen als
schön empfunden werden.
Schönheitsideale und gesellschaftliche Macht [Bearbeiten]
Attr. 080
Tellerlippen
Seit je setzen Menschen die unterschiedlichsten Mittel ein, um den jeweils vorherrschenden
Schönheitsvorstellungen zu entsprechen, sei es mit Hilfe von Kleidung und Schmuck oder
auch durch direkte Veränderungen des Körpers.
Von vielen Völkern sind sehr eingreifende Praktiken zur Körpermodifikation bekannt, wie
etwa das Zufeilen von Zähnen, die Verlängerung des Halses durch Messingringe, das
Einlegen von Scheiben in die Lippen (so genannte „Tellerlippen“) oder das Anbringen von
Narben auf der Haut.
Diese Veränderungen dienen allerdings nicht nur der Attraktivitätssteigerung im ästhetischen
oder sexuellen Sinn, sondern transportieren oft eine viel weiter gefasste soziale Botschaft, wie
etwa die Zugehörigkeit zu einer Klasse, einem Clan oder einem bestimmten
Initiationsjahrgang.
Lotosfuß Attr. 081
Beim chinesischen Brauch des Füßebindens (Lotosfuß) wurden die Füße junger Mädchen im
alten China durch extremes Einbinden und Knochenbrechen zu Gunsten eines
Schönheitsideals verkrüppelt.
Der Brauch geht angeblich auf eine Geliebte des Kaisers Li Houzhu zurück, des letzten
Kaisers der Tang-Dynastie (975). Diese Tänzerin bandagierte sich die Füße, um auf der
goldenen, lotosblütenförmigen Bühne, die der Kaiser ihr bauen ließ, besondere Leistungen
vollbringen zu können.
Eine klare Trennung zwischen „sozialen“ und „ästhetischen“ Körperveränderungen ist dabei
meist nicht möglich. Schönheitsideale spiegeln immer auch die in der jeweiligen Gesellschaft
herrschenden Machtverhältnisse wieder. Gebräunte Haut etwa, die von jeher ein Zeichen von
Unterprivilegierung war, wurde in den 1960er Jahren zum Schönheitsattribut, als die besser
verdienenden Kreise das Mittelmeer als Urlaubsziel entdeckten.
Auch die unter vielen Afroamerikanern verbreitete Vorliebe für geglättete Haare, die
Verbreitung operativ „verwestlichter“ Augenlider in vielen asiatischen Ländern oder die
zunehmende Häufigkeit von Nasenoperationen im Iran zeigen, welche gewichtige Rolle
sozioökonomische Faktoren in der Attraktivitätswahrnehmung spielen.
Menschen, die nicht dem jeweils herrschenden Schönheitsideal entsprechen, können
hierdurch Nachteile in Gestalt von Diskriminierungen erleiden, die auch von anderen
Faktoren wie etwa dem Geschlecht abhängen. Für die Diskriminierung aufgrund des äußeren
Erscheinungsbildes wird in jüngster Zeit der Begriff Lookism benutzt. [2]
Schönheitsideale und Körpergewicht [Bearbeiten]
Attr. 082
noch in den 20er Jahren galten auch in Deutschland rundlichere Formen als attraktiver
Werbung um 1922
Das im Westen seit dem Anfang des 20. Jahrhunderts modisch gewordene Schlankheitsideal
hat im historischen und interkulturellen Vergleich eher Seltenheitswert. Insbesondere
weibliche Attraktivität wurde und wird in den meisten Gesellschaften mit einem
wohlgerundeten Körper und insbesondere mit vollen Hüften in Verbindung gebracht. Eine
ethnographische Studie ergab, dass in knapp der Hälfte der untersuchten 62 Kulturen dicke
Frauen als attraktiv gelten, bei einem Drittel werden mittlere Gewichtsklassen und nur bei 20
Prozent dünne Figuren bevorzugt[3]. Mit dem Fortschreiten der Globalisierung breitet sich das
westliche Schlankheitsideal weltweit derzeit immer stärker aus – und mit ihm auch dessen
negativen Begleiterscheinungen.
Die großen Unterschiede bei der als ideal geltenden Körperfülle werden in der Regel mit dem
jeweils unterschiedlichen Nahrungsangebot erklärt: Wo die Versorgungslage unsicher ist,
wird Fett zum Statussymbol. Umgekehrt ist in Zeiten des Überflusses ein schlanker Körper
ein begehrtes Luxusgut. Nach ethnologischen Untersuchungen spielen jedoch auch andere
Faktoren eine Rolle, insbesondere die Stellung der Frau: Je mehr Macht Frauen haben, desto
eher bevorzugen ihre Männer schlanke Partnerinnen. Auch das Klima scheint das Körperideal
zu beeinflussen: Je wärmer die Gegend, desto eher gilt ein schlanker Körperbau als attraktiv.
Über die Hälfte der interkulturellen Unterschiede im Körperideal lassen sich allerdings durch
definierbare Umwelteinflüsse nicht erklären und sind offenbar schlichtweg eine Frage der
Mode [4].
Im historischen Rückblick scheinen die Modeideale der jeweiligen Epochen zwischen den
beiden Polen der weiblichen Attraktivität – „Fraulichkeit“ und „Jugendlichkeit“ – hin und her
zu schwanken. Während bestimmte Epochen (wie etwa das Mittelalter) eher schlanke,
jugendliche Formen bevorzugten, war in anderen (wie in der Renaissance) das „Vollweib“
attraktiv. Auch die auf den männlichen Körper bezogenen Schönheitsvorstellungen scheinen
der Polarität von Reife und Jugendlichkeit – Mann und Jüngling, Herkules und Adonis - zu
unterliegen. Verglichen mit den hohen Schwankungen der weiblichen Figurideale ist das Bild
der idealen Männerfigur jedoch deutlich stabiler. Attr. 083
Wandel der abendländischen Schönheitsvorstellungen [Bearbeiten]
Frühgeschichte [Bearbeiten]
Häufig wird die sogenannte Venus von Willendorf als Beleg herangezogen, dass
Fettleibigkeit in der europäischen Frühgeschichte zum Schönheitsideal gehörte. Bei der
altsteinzeitlichen Frauenfigur dürfte es sich jedoch eher nicht um ein Schönheits- sondern um
ein Fruchtbarkeitsidol handeln[5].
Antike [Bearbeiten]
In der griechischen Klassik sollte der ideale Körper weder zu dick noch zu dünn sein. Ein
fetter Bauch galt als Zeichen der Verweichlichung. Wie an klassischen Statuen wie der Venus
von Milo ersichtlich, hatten ideale Frauenfiguren eher kleine, aber feste Brüste, dazu ein für
heutige Begriffe kräftiges Becken. Die männliche Traumfigur war die des jugendlichen
Athleten. Ausweislich ihrer Statuen und Fresken hatte das Schönheitsideal der römischen
Antike starke Ähnlichkeit mit dem seiner griechischen Vorläuferin. Fettleibigkeit hatte jedoch
keinen negativen Beiklang, sondern galt im Gegenteil als begehrtes Wohlstandszeichen.
Mittelalter [Bearbeiten]
Attr. 084
Die ideale weibliche Schönheit des Mittelalters war mädchenhaft schlank, und besaß kleine,
feste Brüstchen und schmale Hüften. Sie hatte hellblonde Locken, blaue, strahlende Augen,
eine weiße Haut, rosa Wangen und einen eher kleinen, roten Mund. Im 15. Jahrhundert wurde
die Mode der „hohen Stirn“ gepflegt, indem die Haare am Haaransatz ausgerupft wurden.
Mode der "hohen Stirn" im 15. Jahrhundert
Portrait eines jungen Mädchens von Petrus Christus (um 1470)
Blondgelocktes, langes Haar war auch das wichtigste Attribut des schönen Mannes, genauso
wie weiße Haut - als Zeichen der edlen, also müßigen Lebensart. Die ideale männliche Figur
war die des muskulösen Helden mit breitem Oberkörper und schmalen Hüften.
Renaissance, Barock und Rokoko [Bearbeiten]
Attr. 085
Die ideale Frauenfigur der Renaissance ist wohlbeleibt, verfügt über starke Hüften und einen
üppigen Busen. Auch im Gesicht werden Zeichen der Wohlgenährtheit wie etwa ein leichtes
Doppelkinn geschätzt, ansonsten ist wie im Mittelalter blond die Farbe der Schönheit –
allerdings nicht unbedingt hellblond, sondern eher golden. Um dem Ideal zu genügen, greift
die Frau von Stand zu allen möglichen Tinkturen, setzt ihr Haar tagelang der Sonne aus oder
flicht sich weiße und gelbe Seide ins Haar. Die Haut soll schneeweiß sein, die Wangen leicht
gerötet, der Mund weder zu klein noch zu groß, Hauptsache purpurrot. Die Augen hat man am
liebsten dunkelbraun.
Auch im Barock stehen üppige Formen hoch im Kurs. So stelle der Barockmaler Peter Paul
Rubens in seinen Bildern entsprechend des damaligen Schönheitsideals insbesondere Frauen
mit üppigen Rundungen dar. Auf ihn geht die Bezeichnung "Rubensfrau" zurück.
Ab Mitte des 17. Jahrhunderts wird die Leibesfülle in Korsetts gezwungen, für fast drei
Jahrhunderte – mit der Ausnahme eines einzigen Jahrzehnts zu Beginn des 19. Jahrhunderts
(sog. Directoire-Mode) - wird die so erzielte Sanduhrform zum Zeichen für Weiblichkeit. Im
Ausmaß ihres Schönheitsaufwandes unterscheiden sich Männer und Frauen wenig, beide
lassen ihr Gesicht unter einer dicken Schicht weißer Tünche verschwinden und tragen stark
gepuderte und parfümierte Perücken zur Schau.
Im 19. Jahrhundert, nach der französischen Revolution, wurde die Kleidung für eine Weile
bequemer und praktischer - bald aber mussten Frauen sich wieder in enge Korsetts und
aufwendige Kleider zwängen. Für Frisuren und Make-up wurde noch immer viel Zeit
verwendet, allerdings nur bei Frauen. Inzwischen galt es als unmännlich, sich herauszuputzen.
Männer trugen keine Schminke mehr, keine Perücken und hatten vorwiegend kurzes Haar.
Zunehmend galt dann auch bei Frauen starkes Make-up als unmoralisch.
Bürgerliches Zeitalter [Bearbeiten]
Attr. 086
Während in den Kreisen der Romantiker ein Kult der Zerbrechlichkeit und Blässe getrieben
wird und die Frauen bereits Diäten mit Essig und Zitrone betreiben, schätzt das viktorianische
Bürgertum Körperfülle als Ausweis von Wohlstand und Respektabilität. Von nun an gelten
Frauen als das „schöne Geschlecht“, der Mann dagegen geht seit dem Aufkommen des
Anzugs grau in grau. „Schöne“, modebewusste Männer gelten als verweichlicht und
effeminiert. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts setzt mit dem Siegeszug der puritanischen
Leistungsethik ein grundlegender Wandel in der Wahrnehmung des Körpers ein: Fett wird mit
Trägheit in Verbindung gebracht. Schlankheit dagegen steht nun für Erfolg und
Leistungswillen.
20. Jahrhundert [Bearbeiten]
Attr. 087
Zur Jahrhundertwende kam das Korsett langsam außer Gebrauch. Mit der Jugendbewegung
breitete sich das Ideal des schlanken, jugendlichen, durch Sport geformten Körpers aus, das
das gesamte Jahrhundert bestimmen sollte. In den „Roaring Twenties“ gesellte sich zum Ideal
der gesunden „Natürlichkeit“ der großstädtisch-dekadente Gegentyp der „Garçonne“ hinzu,
deren Kennzeichen der durch einen Leibgürtel flachgedrückte Busen, ein blasser Teint,
kurzgeschnittene Haare, schwarz umrandete Augen und ein roter Schmollmund waren.
Die Nationalsozialisten setzten dieser in ihren Augen "entarteten" Schönheitsströmung ein
jähes Ende. Schlanksein war jedoch weiterhin ein absolutes Muss, wenn jetzt auch wieder
etwas mehr Fraulichkeit sein durfte.
Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte eine kurze, für das 20. Jahrhundert einmalige
Renaissance der üppigen weiblichen Formen ein, verkörpert in Filmstars wie Marilyn Monroe
und Brigitte Bardot. In den 60ern schlug das Pendel wieder zurück - mit der Jugendbewegung
der 68er griff ein nie dagewesener Schlankheitskult um sich, dessen Ikone das britische
Lolita-Model Twiggy wurde.
In den 1980er Jahren erfasste die Bodybuilding-Welle Mann und Frau gleichermaßen.
Bis heute gehört ein durchtrainierter Körper zu den als unerlässlich erachteten
Attraktivitätskriterien. In den 1990er Jahren wurde der „Waschbrettbauch“ von den neu
entstandenen Männerzeitschriften mit Erfolg als Synonym für männlichen Sexappeal
propagiert. Dem idealen weiblichen Körper wird heute neben sportlicher Schlankheit
durchaus auch eine „weibliche“ Komponente abverlangt, die sich allerdings mehr auf die
Brüste als die Hüften bezieht. Attr. 088
17.04.2004 - Psychologie
Altes Klischee bestätigt: Wahre Schönheit kommt tatsächlich von innen
Ein guter Charakter macht attraktiv – ein schlechter hässlich
Wahre Schönheit kommt von innen. Dieses Klischee ist gar nicht so weit von
der Wirklichkeit entfernt, haben amerikanische Forscher nun gezeigt:
Menschen beziehen in die Bewertung der äußerlichen Attraktivität auch
Charaktereigenschaften der Personen ein, deren Schönheit sie beurteilen
sollen. Über die Experimente berichtet die Universität von Wisconsin in
Madison.
Die meisten Studien über Schönheitsideale untersuchen lediglich die rein äußerliche
Beurteilung anderer. Kevin Kniffin von der Universität von Wisconsin und David Sloan
Wilson von der Binghamton-Universität führten nun drei Studien durch, bei denen die
Probanden zwar auch die äußerliche Attraktivität anderer bewerten sollten. Dabei kannten
einige der Versuchsteilnehmer jedoch die Menschen, die sie zu beurteilen hatten. So konnte
auch der Charakter in die Bewertung mit einfließen.
In einem Experiment sollten die Probanden die Attraktivität anderer anhand von Fotos aus
Schuljahrbüchern beurteilen – dabei kannten sie eine der abgebildeten Personen. In einer
weiteren Studie ließen die Wissenschaftler die Mitglieder eines Sportteams sich gegenseitig
einschätzen und baten auch Außenstehende darum, das Aussehen der Sportler zu bewerten.
Im dritten Versuch fragten die Forscher die Teilnehmer eines archäologischen Sommercamps
zu Beginn und am Ende nach sechs Wochen nach der Attraktivität der Kollegen.
Alle drei Experimente zeigten, dass auch Charaktereigenschaften, die nur vertrauteren
Personen bekannt sind, einen deutlichen Einfluss auf die Bewertung der äußerlichen
Attraktivität haben. So bewerteten etwa die Sommercampteilnehmer ihre Mitstreiter nach
sechs Wochen gemeinsamer Arbeit anders als zu Beginn des Camps. Mitglieder des
Sportteams zum Beispiel beurteilten das Aussehen des Mannschafts-Drückebergers als
weniger attraktiv als das Aussehen des Teamleiters. Für Fremde waren dagegen beide gleich
attraktiv.
Die Ergebnisse zeigen, dass Schönheit weit über äußere Merkmale hinaus geht und dass bei
der Partnerwahl auch innere Werte wie Kooperationsbereitschaft, Verlässlichkeit und
Intelligenz zählen. "Wer seine Attraktivität erhöhen möchte, sollte sich darauf konzentrieren,
ein wertvoller, sozialer Partner zu werden", raten Kniffin und Wilson.
ddp/bdw – Cornelia Pfaff Schönheit Attr. 089
18.02.2004 – Psychologie
Hormone machen Rivalinnen hässlich
Während ihrer fruchtbaren Tage finden Frauen andere Frauen unattraktiver
In ihren fruchtbaren Tagen finden Frauen Geschlechtsgenossinnen weniger
hübsch als sonst. In dieser Zeit mögliche Konkurrentinnen abzuwerten, sei
eine Strategie im Konkurrenzkampf um die Männer, schreiben kanadische
Forscher in der Fachzeitschrift "Proceedings of the Royal Society": Biology
Letters (Online-Vorabveröffentlichung vom 18. Februar).
Die Forscher um Maryanne Fisher von der York-Universität in Toronto baten insgesamt 57
Frauen und 47 Männer, die Attraktivität weiblicher und männlicher Gesichter zu bewerten,
die sie auf einem Computerbildschirm präsentiert bekamen. Versuchsteilnehmerinnen gaben
zudem an, in welcher Phase ihres Zyklus sie sich gerade befanden. Frauen, die beispielsweise
schwanger waren oder in den vergangenen drei Monaten hormonelle Verhütungsmittel
genommen hatten, wurden nicht berücksichtigt.
Die Probandinnen schätzten weibliche Gesichter eindeutig weniger attraktiv ein, wenn sie
sich gerade in der fruchtbaren Zeit ihres Zyklus befanden. Männliche Gesichter fanden sie
dagegen zu jeder Zeit nahezu gleichbleibend anziehend. Forscher nahmen zwar an, dass
Frauen in ihren fruchtbaren Tagen besonders kritisch gegenüber möglichen Rivalinnen sind.
Aber die Theorie eines gleichgeschlechtlichen Konkurrenzkampfs unter Frauen war bislang
umstritten.
Diese Studie zeige nun eindeutig, dass sich die Wahrnehmung der Attraktivität möglicher
Rivalinnen abhängig von der Fruchtbarkeit merkbar ändert, sagt Fisher. Das sei ein
eindeutiges Anzeichen für einen Wettbewerb.
ddp/bdw – Cornelia Pfaff attraktiv Attr.090
20.12.2003 - Psychologie
Hormone machen Machos attraktiv
In bestimmten Zyklusphasen denken auch Frauen nur an das Eine
Während ihrer fruchtbaren Tage finden Frauen Männer mit Macho-Gehabe
attraktiver als sensible, ruhige Männer. Diese Vorliebe gilt allerdings nur für
kurze Affären oder One-Night-Stands. Für längere Partnerschaften bevorzugen
Frauen eher den zuverlässigen Typ. Diesen Zusammenhang beschreiben
amerikanische Wissenschaftler nach psychologischen Tests mit mehr als 230
jungen Frauen in der Fachzeitschrift Psychological Science (Bd. 15, Nr. 3).
Es gibt schon seit längerer Zeit Hinweise darauf, dass Frauen sowohl einen männlichen
Geruch als auch typisch männliche Gesichtszüge in bestimmten Phasen ihres Zyklus
attraktiver finden als sonst, was häufiger als normalerweise zum Geschlechtsverkehr führt.
Wissenschaftler vermuten, dass Frauen damit instinktiv die Männer für die Fortpflanzung
auswählen, deren Gene die besten Chancen haben. Möglicherweise spielt jedoch typisch
männliches Verhalten in diesem Zusammenhang eine noch größere Rolle als Aussehen oder
Geruch, vermuten Steven Gangestad von der Universität von New Mexico in Albuquerque
und seine Kollegen aus San Diego und Texas aufgrund ihrer Ergebnisse.
Die Psychologen zeigten 237 Frauen mit einem Durchschnittsalter von knapp zwanzig Jahren
Videos von Männern, auf denen diese sich selbst präsentierten und in einem Gespräch mit
einem anderen Mann um eine Verabredung mit einer hübschen Frau konkurrierten. Die
Frauen sollten bei jedem gezeigten Mann angeben, wie attraktiv sie ihn als Partner für eine
kurze, sexuelle Affäre und für eine dauerhafte Partnerschaft fanden. Zusätzlich errechneten
die Forscher bei jeder Frau, in welcher Zyklusphase sie sich am Tag der Befragung befand.
Um die Zeit des Eisprungs, also an ihren fruchtbaren Tagen, bevorzugten fast alle Frauen für
kurze sexuelle Affären Männer, die typisches Machogehabe zeigten. Dazu gehörte unter
anderem fehlende Selbstkritik, ständiger Augenkontakt, ein starkes Betonen der eigenen
körperlichen Vorzüge und die Abwertung männlicher Konkurrenten. Bei der Auswahl
dauerhafter Partner wurden die Frauen dagegen unabhängig vom Zyklus von
Verhaltensweisen angezogen, die Zuverlässigkeit und ein angenehmes Wesen versprachen.
Nach Ansicht der Wissenschaftler könnte sich diese Verschiebung der Attraktivitätskriterien
während der Evolution entwickelt haben, um den Frauen durch außereheliche Affären einen
möglichst hohen genetischen Gewinn einzubringen.
ddp/bdw – Ilka Lehnen-Beyel Zyklus Attr. 091
23.07.2003 - Biologie
Warum Menschen symmetrische Gesichter bevorzugen
Gleichmaß lässt auf genetisch vorteilhaften Partner schließen
Die meisten Menschen finden symmetrische Gesichter attraktiv. Bislang
wurden dafür zwei Erklärungen in Betracht gezogen: Symmetrie könnte
attraktiv wirken, weil sie auf einen vorteilhaften Partner hindeutet, oder weil die
menschliche Wahrnehmung symmetrische Gesichter leichter erfassen kann.
Die zweite Hypothese widerlegten britische Forscher nun in einer Studie. Ihre
Ergebnisse erscheinen im Fachmagazin "Proceedings B" der Königlichen
Gesellschaft in London (Online-Vorabveröffentlichung).
Die Forscher um Anthony Little von der Universität von St. Andrews in Schottland
untersuchten, wann symmetrische Gesichter auf Testpersonen attraktiv wirkten. Sie konnten
zeigen, dass symmetrische Gesichter nicht bevorzugt wurden, wenn sie auf dem Kopf stehen.
Dies widerspricht der Annahme, dass es allein auf die Symmetrie des Gesichts entlang einer
senkrechten Achse ankommt – denn auch auf dem Kopf stehende Gesichter sind
symmetrisch.
Die Ergebnisse sprechen dafür, dass die Bevorzugung symmetrischer Gesichter beim
Menschen im Laufe der Evolution entstanden ist. Nach dieser Hypothese ist ein
symmetrisches Gesicht ein Hinweis auf vorteilhafte Gene seines Trägers. Ungleiche
Gesichtshälften werden mit einer ungleichmäßigen Entwicklung, wie sie beispielsweise durch
Krankheiten ausgelöst werden kann, in Verbindung gebracht. Symmetrie stand daher in der
Evolution für einen gesunden Paarungspartner mit einer guten Immunabwehr. Durch die
natürliche Auslese nahm im Laufe der Entwicklung nicht nur die Symmetrie selbst, sondern
auch die Vorliebe für dieses Merkmal zu.
ddp/bdw – Christine Harbig Partnerwahl Attr. 092
05.10.2002 - Psychologie
Was Frauen attraktiv macht
Body Mass Index zählt mehr als Kurven
Wenn eine Frau das zur ihrer Größe passende Gewicht zu haben scheint, wirkt
sie attraktiv. Eine kurvenreiche Figur ist dagegen weniger wichtig, haben
britische Forscher herausgefunden ("Proceededings of the Royal Society B",
Bd. 269, Artikel Nr. 1506).
Die Wissenschaftler um Martin Tovee ließen in ihren Studien 23 Frauen und 23 Männer
anhand von Bildern die Attraktivität von 60 Frauen bewerten. Dabei wollten sie herausfinden,
was einen größeren Einfluss auf eine positive Beurteilung hat: das Verhältnis von Hüft- zu
Taillenumfang oder der so genannte Body Mass Index (BMI), der das Verhältnis der
Körpergröße zum Gewicht wiedergibt.
Frühere Untersuchungen hatten ergeben, dass die Figur einer Frau die entscheidende Rolle
spielt, nicht ihr Gewicht. Doch Tovee und seine Kollegen konnten in ihren Studien zeigen,
dass der BMI ein besserer Indikator für Attraktivität darstellt. Der BMI einer erwachsenen
Frau sage unmittelbar etwas über ihre Gesundheit und damit über ihre
Fortpflanzungsfähigkeit aus, sagen die Forscher. Somit sei es naheliegend, dass auf der Suche
nach einer geeigneten Partnerin Größe und Gewicht einer Frau als Attraktivitätsmerkmal ein
große Rolle spiele.
ddp/bdw - Cornelia Pfaff Body Mass Index Attr. 092
14.08.2002 - Anthropologie
Große Männer und kleine Frauen haben mehr Erfolg beim anderen
Geschlecht
Größenunterschied zwischen Mann und Frau wird nicht verschwinden
Überdurchschnittlich große Männer haben mit einer höheren
Wahrscheinlichkeit Kinder als ihre normal großen Geschlechtsgenossen. Bei
den Frauen ist es genau umgekehrt: Kleinere haben am ehesten Nachwuchs.
Das berichtet der Brite Daniel Nettle von der Open University in Milton Keynes
in der Fachzeitschrift "Proceedings: Biological Sciences" der Royal Society in
London (DOI: 10.1098/rspb.2002.2111).
Nettle verglich die Daten von 10.000 britischen Männern und Frauen, die zum Zeitpunkt der
Studie alle 42 Jahre alt waren. Seine Ergebnisse bestätigen vorangegangene Untersuchungen,
nach denen überdurchschnittlich große Männer besonders attraktiv auf Frauen wirken.
Für Männer ist die Größe ihrer Partnerin dagegen nur indirekt entscheidend. Sie suchen
bevorzugt nach Signalen für die Fruchtbarkeit einer Frau. Kleine Frauen zeigen diese
normalerweise früher. Da sie nicht so viel Energie in das Längenwachstum stecken, kommen
sie meist sehr jung in die Pubertät, erklärt Nettle. Kleine Frauen haben bei der Suche nach
einem Partner, der sie überragt, zudem eine größere Auswahl als ihre hochgewachsenen
Geschlechtsgenossinnen.
"Es scheint, dass große Männer und kleine Frauen auch in einer modernen Gesellschaft
evolutionär begünstigt sind. Der Größenunterschied zwischen Frauen und Männern wird
daher nicht verschwinden," kommentiert Nettle die Ergebnisse.
ddp/bdw - Barbara Witthuhn Nachwuchs Attr. 093
08.05.2002 - Psychologie
Kinder von "alten" Eltern verlieben sich in reife Gesichter
Bei Männern gilt das aber nur für Langzeitbeziehungen
Bereits Freud spekulierte, dass man sich eher in Personen verliebt, die den
eigenen Eltern ähneln. Bezüglich des Alters konnte das Team um David Perrett
von der School of Psychology an der Universität St. Andrews die These nun
bestätigen. Demnach finde man Personen attraktiv, die etwa so alt aussehen
wie die Eltern zur Zeit der eigenen Kindheit, berichten die Forscher in der
Fachzeitschrift Proceedings of the Royal Society (7. Mai 2002).
In der Studie setzten die Forscher Bilder von Gesichtern ein, an denen Altersmerkmale, wie
etwa Falten und Runzeln am Computer manipuliert werden konnten. Die Probanden wurden
befragt, in welchem (manipuliertem) Alter sie ein Gesicht als attraktiv empfinden. Diese
Daten wurden mit dem Alter der Eltern zur Geburt der Teilnehmer verglichen. Aus der
Auswertung folgerten die Wissenschaftler, dass Frauen, die von "alten" Eltern über dreißig
Jahren geboren werden, weniger von jugendlichem Aussehen beeindruckt sind und sich mehr
von Alterszeichen in männlichen Gesichtern angezogen fühlen als Frauen mit "jungen" Eltern
unter dreißig Jahren.
Bei Männern bestimmt das Alter der Mutter, aber nicht das Alter des Vaters, das
Attraktivitätsempfinden von Altersmerkmalen in einem weiblichen Gesicht. Dies gelte bei
Männern jedoch nur für Langzeit-Beziehungen – bei Kontakten, die von vorneherein nicht
lange währen sollen, empfanden Männer Attraktivität unabhängig von Altersmerkmalen. Die
Wissenschaftler schließen daraus, dass die Beurteilung von Attraktivität teilweise über unsere
Erfahrung in der Kindheit festgelegt wird.
Nicole Waschke Attr. 094
12.11.2001 - Psychologie
Die schönsten Gesichter macht der Computer
Symmetrie spielt jedoch geringere Rolle als bisher angenommen
Wie muss ein Gesicht beschaffen sein, um als "schön" zu gelten? Dieser Frage
sind Psychologie-Studenten der Universität Regensburg im Wettbewerb um
den Deutschen Studienpreis zum Thema "Bodycheck – Wieviel Körper braucht
der Mensch?" nachgegangen. Sie verglichen fotografierte Originalgesichter mit
Gesichtern, die künstlich am Computer hergestellt wurden und legten sie
Versuchspersonen zur Bewertung vor. Es stellte sich heraus, dass die
Gesichter, die als die attraktivsten angesehen wurden, nur in der virtuellen
Welt existieren. Da auch in der Werbung Gesichter computertechnisch
"nachgebessert" werden, sehen die Autoren der Studie die Gefahr, dass der
heutige Mensch einem völlig unrealistischen Schönheitsideal nachjagt. Die
Studenten haben für ihre Arbeit den 2.Preis gewonnen.
Claus Marberger, Martin Gründl, Christoph Braun und Christoph Scherber von der
Universität Regensburg sind für ihre Arbeit von mehreren Hypothesen darüber, was als schön
gilt, ausgegangen: "Durchschnittliche Gesichter sind am attraktivsten", "Symmetrie macht
attraktiv", "Reifezeichen gepaart mit Merkmalen des Kindchenschemas machen attraktiv",
"Was schön ist, ist auch gut". Nach diesen Hypothesen fotografierten sie 64 Frauengesichter
und 32 Männergesichter im Alter von 17 bis 29 Jahren, darunter acht Fotomodelle. Diese
fotografierten Gesichter legten sie etwa 500 Versuchspersonen zur Beurteilung vor.
Danach berechneten die Studenten mithilfe eines Computerprogramms systematisch neue
Gesichter ("Morphing"), in denen unterschiedlich viele Originalgesichter zu immer gleichen
Anteilen enthalten sind. Diese "gemorphten" Gesichter wurden ebenfalls den
Versuchspersonen zur Beurteilung vorgelegt. Außerdem wurden alle Originalgesichter und
alle gemorphten Gesichter Mitarbeitern einer Modelagentur vorgelegt, die beurteilen sollten,
ob sie als Model für die Kategorie "Beauty" geeignet wären.
Bei den Befragungen der Versuchspersonen zeigte sich, dass gemorphte Gesichter im
Durchschnitt als attraktiver bewertet werden als Originalgesichter. Je mehr Originalgesichter
in den gemorphten Gesichtern enthalten sind und je attraktiver die in einem gemorphten
Gesicht enthaltenen Originalgesichter sind, desto attraktiver wurde das gemorphte Gesicht
von den Versuchspersonen empfunden. Die Befragung in der Modelagentur ergab, dass von
den ausgewählten Gesichtern, die als Model in der Kategorie "Beauty" in Frage kämen, 88
Prozent gemorpht waren. Attr. 095
Die Autoren der Studie überprüften auch die oben genannten Hypothesen über das, was als
schön gilt. Sie konnten unter anderem zeigen, dass Symmetrie zwar ein Faktor für
Attraktivität ist, dieser Faktor aber bei weitem nicht so eine große Rolle spielt wie oft
angenommen. Es gilt: Gesichter, die sehr asymmetrisch sind, sind eher unattraktiv, aber sehr
unattraktive Gesichter sind nicht unbedingt asymmetrisch. Ebenso gilt: Sehr symmetrische
Gesichter sind noch lange nicht attraktiv, und sehr attraktive Gesichter zeigen durchaus
Abweichungen von der Symmetrie. Dagegen spielt ein hoher Kindchenschema-Anteil bei der
Beurteilung von Frauengesichtern eine große Rolle. Kindliche Merkmale wie große, rundliche
Augen, eine große, gewölbte Stirn und kurze Ausprägungen von Nase und Kinn erhöhen die
Attraktivität von Frauengesichtern deutlich.
Lediglich etwa 10 Prozent der Versuchspersonen gaben den reifen Originalgesichtern den
Vorzug. Die meisten anderen bevorzugten Frauengesichter, denen ein Kindchenanteil von 1050 Prozent beigemischt war. Dies bedeutet aber auch, dass die Frauen, die als die attraktivsten
galten, in der Realität gar nicht existieren.
Für die jungen Forscher sind diese Erkenntnisse nicht nur verblüffend, sondern auch
erschreckend. "Diese virtuellen Gesichter zeichnen sich durch Merkmale aus, die für uns
normale Menschen völlig unerreichbar sind. Indem uns aber die Medien solche perfekten
Gesichter täglich vor Augen führen - man denke nur an die bis ins letzte Detail
computertechnisch nachbearbeiteten Gesichter für Kosmetikwerbung -, besteht die Gefahr,
dass wir selbst zu Opfern unseres eigenen, völlig unrealistischen Schönheitsideals werden",
schreiben die Autoren.
Doris Marszk Gesichter Attr. 096
27.06.2001 - Medizin
Vergewaltigte Frauen werden häufiger schwanger
Eine Vergewaltigung zieht ungewöhnlich oft eine Schwangerschaft nach sich,
stellten jetzt amerikanische Forscher fest. Demnach führt etwa jede 16ste
Vergewaltigung zu einer Schwangerschaft, während Frauen ansonsten nur bei
etwa jedem 32sten gewollten Geschlechtsverkehr schwanger werden, berichtet
das Wissenschaftsmagazin New Scientist.
Der Grund für diesen Unterschied ist den Forschern, Jon und Tiffany Gottschall von der St.
Lawrence Universität im Staate New York, ein Rätsel. Vielleicht suchen sich Vergewaltiger
vorzugsweise junge und gesund aussehende Frauen aus, oder die Frauen unterstreichen
während des Eisprunges ihre Attraktivität, vermuten sie.
27.06.2001 - Medizin
Vergewaltigte Frauen werden häufiger schwanger
Eine Vergewaltigung zieht ungewöhnlich oft eine Schwangerschaft nach sich,
stellten jetzt amerikanische Forscher fest. Demnach führt etwa jede 16ste
Vergewaltigung zu einer Schwangerschaft, während Frauen ansonsten nur bei
etwa jedem 32sten gewollten Geschlechtsverkehr schwanger werden, berichtet
das Wissenschaftsmagazin New Scientist.
Der Grund für diesen Unterschied ist den Forschern, Jon und Tiffany Gottschall von der St.
Lawrence Universität im Staate New York, ein Rätsel. Vielleicht suchen sich Vergewaltiger
vorzugsweise junge und gesund aussehende Frauen aus, oder die Frauen unterstreichen
während des Eisprunges ihre Attraktivität, vermuten sie.
10Sonstiges
23Meinung der Wissenschaftler
38Eigener Komentar
Wenn Frauen bei Vergewaltigung nicht schwanger werden, dann
selektieren sie frauentötende Männer positiv !!!
Die Wissenschaftler haben das Schicksal von 405 vergewaltigten Frauen im Alter zwischen
12 und 45 untersucht. Die Ergebnisse verglichen sie mit einer Studie, die bei Frauen in einem
ähnlichen Alter die Häufigkeit von Schwangerschaften nach freiwilligem Geschlechtsverkehr
untersuchte.
Andreas Wawrzinek Attr. 097
03.07.2001 - Psychologie
Schönheit geht vor Jugend
Bei der Auswahl ihres Lebenspartners legen Männer mehr Wert auf Schönheit
als auf Jugend. Das behauptet der britische Psychologe George Fieldman,
berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist .
Fieldman und seine Kollegen von der Buckinghamshire Chilterns Universität zeigten jungen
Männern ein Foto einer 36-jährigen, sehr schönen Frau und Bilder von weniger attraktiven
Frauen Anfang zwanzig. Selbst als die Wissenschaftler das Alter der Schönen mit 45 Jahren
angaben, zogen die Männer sie als mögliche Lebenspartnerin vor.
Die Männer könnten von jüngeren Frauen zwar mehr Nachwuchs erwarten, doch erhofften sie
sich von schöneren Frauen wohl gesündere und leistungsfähigere Kinder, kommentiert der
Evolutionspsychologe das Ergebnis.
Ulrich Dewald Attr. 098
26.06.2001 - Biologie
Der Eisprung macht an
Frauen fühlen sich zur Zeit ihres Eisprungs besonders attraktiv und sind
sexuell stärker angeregt. Das haben amerikanische Psychologen
herausgefunden, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist.
Für ihre Untersuchungen haben Matthew Davis von der Universität Texas und seine Kollegen
27 Frauen gebeten, über einen Menstruationszyklus hinweg Tagebuch zu führen. Dabei
notierten die Frauen körperliche Werte wie Gewicht und Taillenumfang, Beschwerden wie
Kopfschmerzen und persönliche Empfindungen wie sexuelle Fantasien, erotische Gefühle und
wie attraktiv sie sich fühlten.
In den fruchtbaren Tagen während des Eisprungs machen die Frauen Werbung für sich und
versuchen, die Aufmerksamkeit der Männer auf sich zu ziehen, glaubt Davis.
Cornelia Pfaff Attr. 099
22.06.2001 - Psychologie
Schöne Frauen machen Männer selbstbewusster
Schon der Anblick einer schönen Frau in einer Werbeanzeige kann das
Selbstbewusstsein eines Mannes heben. Das haben Wissenschaftler der
Universität von Chicago beobachtet, meldet das Wissenschaftsmagazin "New
Scientist".
Die Forscher um den Psychologen James Roney zeigten Männern zwischen 18 und 36 Jahren
unter einem Vorwand Anzeigen, auf denen entweder junge Frauen oder Frauen über 50 zu
sehen waren. Dann befragten die Wissenschaftler die Männer zur persönlichen Stimmung,
zum beruflichen Status und zur Karriereplanung. Die Männer, denen junge Frauen gezeigt
worden waren, gaben sich dabei ehrgeiziger und schätzten ihre Position und ihre beruflichen
Leistungen höher ein als die Männer der Vergleichsgruppe.
"Da man ständig Werbeanzeigen ausgesetzt ist, hatte ich die Selbsteinschätzung der Leute für
weniger beeinflussbar gehalten", wundert sich Roney selbst über das Ergebnis seiner Studie.
Attraktiven Frauen sollten sich im Gespräch mit Männern der möglichen Wirkung bewusst
sein und sich auf Übertreibungen gefasst machen, rät der Psychologe.
Ulrich Dewald Attr. 100
14.03.2001 - Psychologie
Schöne Menschen sind erfolgreicher
Schönheit ist weit weniger eine Frage des individuellen Geschmacks als bisher
angenommen. Vielmehr gebe es ein universelles Schönheitsideal, berichtet die
Zeitschrift "Psychologie Heute". Das Magazin beruft sich dabei auf eine
Untersuchung amerikanischer Psychologen, die 1.800 Studien zum Thema
Schönheit aus der Zeit zwischen 1932 und 1999 analysiert haben.
Die Forscher stellten fest, dass Menschen aus verschiedenen Erdteilen und unterschiedlichen
Alters ähnliche Vorstellungen davon haben, wer attraktiv ist und wer nicht. Schön sei, was als
Signal für Gesundheit gilt, zum Beispiel kräftiges, glänzendes Haar. Nach Ansicht der
Psychologen schließt der Betrachter vom Aussehen der Person auf deren Gesundheit und
Persönlichkeit. "Schöne" Menschen gelten als intelligenter und sozial kompetenter.
Das Aussehen hat den Angaben zufolge auch Einfluss auf die Entwicklung der eigenen
Persönlichkeit. Attraktive Personen seien erfolgreicher, hätten ein größeres Einkommen und
mehr Sexualpartner als weniger gut aussehende. Möglicherweise liege das daran, dass
schönere Menschen von Kindheit an bevorzugt behandelt werden.
Attr. 101
dpa
15.02.2001 - Gesellschaft
Frauen verführen fremde Männer, ohne es zu wissen
Frauen verführen fremde Männer in den ersten Minuten ihres Treffens - auch unbewusst.
Nach einer österreichischen Studie geschieht dies selbst dann, wenn die Frau den
Gesprächspartner unattraktiv findet. Nur wenn der Mann zu viel rede, reagiere die Frau sofort
ablehnend, berichtet die britische Fachzeitschrift "New Scientist" (Nr. 2278, S. 16) in ihrer
kommenden Ausgabe. Der Völkerkundler Karl Grammer und seine Kollegen hatten das
Verhalten von 45 jungen Paaren untersucht, die sich zuvor nicht gekannt hatten.
"Frauen plaudern freudig drauf los, senden eindeutige sexuelle Signale und fordern die
männliche Aufmerksamkeit, sogar wenn sie absolut kein Interesse an ihm haben", fanden die
Forscher vom Ludwig-Boltzmann-Institut für Stadtethologie in Wien heraus. Ein solches
Verhalten gebe der Frau Zeit, den Mann einzuschätzen. Ihre wahren Gefühle offenbare sie
erst später.
Frauen kontrollieren zudem möglicherweise ebenfalls unbewusst die Gesprächssituation: So
hätten weibliche Testpersonen mit Nicken den Mann aufgefordert weiterzusprechen. "Man
kann das männliche Verhalten durch das weibliche Verhalten vorhersagen, aber andersherum
geht es nicht", sagte Grammer.
Die Wissenschaftler hatten drei Aspekte der Begegnung analysiert. Die Freiwilligen sollten
die Attraktivität des Gesprächspartners einschätzen und sagen, ob sie mit ihm ausgehen
würden, wenn dieser sie einlade. Auf Videoaufnahmen der Treffen suchten die Forscher nach
eindeutigen "Werbesignalen" wie die Kleidung zurecht streichen oder mit den Fingern durch
die Haare fahren. Schließlich registrierten sie, wie oft die Paare miteinander sprachen.
dpa Attr. 102
31.01.2001 - Psychologie
Parfüm verstärkt den natürlichen Körpergeruch
Parfüm soll den Körpergeruch nicht etwa überdecken, sondern ihn verstärken, um gezielt bei
biologisch gut passenden Partnern die eigene sexuelle Attraktivität zu erhöhen. Das ergab
eine Studie am Plöner Max-Planck-Instituts für Limnologie, über deren Ergebnisse das
Fachmagazin "Behavioural Ecology" in seiner kommenden Ausgabe berichtet.
Die Wissenschaftler Claus Wedekind und Manfred Milinski ließen 137 Berner Studenten
Düfte wie Vanille, Jasmin oder Flieder beurteilen. Dabei stellten die Forscher fest, dass
Vorlieben einer Versuchsperson für bestimmte Gerüche eng damit korrelierte, welche
sogenannten MHC-Gene er besitzt. Diese Gene bestimmen Merkmale des Immunsystems und
gleichzeitig den Körpergeruch eines Menschen.
Es entscheidet also nicht einfach der Duft eines Parfüms darüber, ob man ihn mag, sondern er
muss auch mit dem eigenen Geruch harmonieren. Indem ein Parfüm den natürlichen
Körpergeruch verstärkt, gibt es dem Unterbewusstsein eines möglichen Partners Hinweise auf
das eigene Immunsystem, so die Forscher. Wenn zwei Immunsysteme sich gut ergänzen,
fördert das die Gesundheit des Nachwuchs.
bdw Attr. 103
08.01.2001 - Psychologie
Männer mit tiefer Stimme haben mehr Sex-Appeal
Männer mit tiefer Stimme haben nach einer britischen Studie mehr Sex-Appeal. Frauen
finden sie nicht nur attraktiver, sondern stellen sie sich auch größer und mit haarigerer Brust
vor als Männer mit hoher Stimme. Das ergab eine Studie der Universität Nottingham, die bezeichnenderweise - in der Fachzeitschrift "Animal Behaviour" (Tierverhalten)
veröffentlicht wurde. Wie der "Daily Telegraph" am Donnerstag berichtete, wurden dafür die
Reaktionen von 54 Frauen getestet. Sie beschrieben, wie sie die Stimmen von 34 Männern
empfanden und wie sie sich die Männer vorstellten.
Die Basstöne schnitten dabei wesentlich besser ab. Die Frauen tippten darauf, dass diese
Männer größer, muskulöser, älter und schwergewichtiger waren und mehr Brusthaar hatten.
Bis auf das Gewicht lagen sie damit immer falsch. Die Forscherin Sarah Collins folgert
daraus, dass Frauen bei der Partnerwahl Männer mit tiefen Stimmen bevorzugen.
dpa Attr. 104
27.05.2003 - Gesellschaft
Augenbrauen im Wandel der Zeit
Evolution eines Schönheitsideals: Der Brauengipfel ist mehr zur Schläfe
gerückt
Der höchste Punkt einer Augenbraue sollte bei Frauen nach dem heutigen
Schönheitsideal etwa über dem äußeren Augenwinkel liegen. Diese Vorstellung
hat sich seit den siebziger Jahren allerdings deutlich gewandelt: Damals
befand sich der optimale Punkt für den Brauengipfel noch oberhalb des
äußeren Randes der Iris. Das stellten amerikanische Schönheitschirurgen fest,
als sie Bilder von heutigen Models mit Aufnahmen von damals verglichen,
berichtet die Fachzeitschrift "Nature" in ihrer Online-Ausgabe.
Die plastischen Chirurgen um Stephen Metzinger von der Universität von Louisiana in New
Orleans (USA) analysierten Fotos von hundert Models und hundert anderen Frauen. Der
höchste Punkt einer Modellaugenbraue liegt bei 98 Prozent der Augenbreite, wenn der innere
Augenwinkel den Nullpunkt darstellt. Bei "normalen" Frauen ist der Höhepunkt etwas zur
Nase hin verschoben und befindet sich im Durchschnitt bei 93 Prozent. Doch auch dies
unterscheidet sich noch deutlich von den Idealen der Siebziger, als die perfekte Augenbraue
ihren Gipfel bei einer Position zwischen 70 und 80 Prozent erreichen sollte.
"Wir sehen hier eine Evolution der Schönheitsidee", meint Metzinger. Die Models von heute
bevorzugen möglicherweise einen weiter außen liegenden Brauengipfel, um jeglichem
Alterungsprozess optisch entgegenzuwirken, vermutet der Chirurg.
Andere Frauen versuchen diese Idealform nachzuahmen, indem sie ihre Brauen zupfen und in
Form bringen. Mehr als 75.000 amerikanische Frauen haben sich offenbar vergangenes Jahr
unters Messer gelegt, um ihre Augenbrauen aufzumöbeln.
ddp/bdw – Stefanie Offermann Schönheit Attr. 105
19.07.2001 - Psychologie
Hinter Schönheitsoperationen stehen oft psychische Probleme
Viele Frauen, die zum Schönheitschirurgen gehen, würden besser einen
Psychologen aufsuchen. Das sagte Steve Kisely vom Krankenhaus Fremantle
in Australien gegenüber der britischen Tageszeitung The Times.
Der Forscher hatte 42 Patientinnen in Schönheitskliniken befragt. Beinahe die Hälfte der
Patientinnen litten an Depressionen und waren unglücklich. Sie fanden sich hässlich und
empfanden einen deutlich stärkeren Stress als Patienten anderer Abteilungen.
"Die Frauen suchen beim Schönheitchirurgen eine Lösung ihrer Probleme, die er nicht geben
kann", sagte Kisely. Für ihr Versagen bei der Arbeit und in ihren Beziehungen würden sie
häufig das Aussehen als Vorwand vorschieben.
Marcel Falk Attr. 106
03.05.2001 - Gesundheit
Schönheitsidole prägen bereits bei Kindern das Essverhalten
Wie Eltern mit ihrem Kind über dessen Aussehen sprechen, kann starke
Auswirkungen darauf haben, ob das Kind als Teenager oder junger
Erwachsener Essstörungen entwickelt. Dies hat J. Kevin Thompson,
Psychologie-Professor an der University of South Florida in zahlreichen
Untersuchungen festgestellt. Jetzt ist sein neuestes Buch zu dem Thema
erschienen, ein Sammelband mit Beiträgen von Psychologen, Ärzten und
Ernährungswissenschaftlern unter dem Titel "Body Image, Eating Disorders
and Obesity in Youth" (Körperbild, Essstörungen und Fettsucht in der Jugend).
Kindern beizubringen, wie sie mit negativen Bemerkungen umgehen können und sich von
den Bildern aus den Medien nicht zu sehr leiten lassen, sind Teil einer Prävention gegen
Essstörungen bei Mädchen und Jungen, meint Thompson. Dabei sei es wichtig, das Thema
anzugehen, bevor es zum Problem werden kann. Das kritische Alter ist nach seinen
Erkenntnissen sechs bis acht. In diesem Alter begreifen Kinder schon, dass Übergewicht
"unerwünscht" ist. Wenn zum Beispiel die Mutter Schlankheitskuren macht oder selbst
Essstörungen hat, kann dies ein 5- bis 6-jähriges Mädchen schon berühren. Aber mittlerweile
sind es nicht mehr nur die Mädchen, denen Werbung und Medien das perfekte Aussehen
vorgaukeln wollen. Auch die Jungen sind im Visier der Werbewirtschaft.
In vielen Befragungen hat Thompson erfahren, dass oft nicht einmal Studentinnen und
Studentinnen wissen, dass die Bilder von Models in Zeitschriften nach der Fotoaufnahme mit
Hilfe des Computers nachgebessert werden. Eltern könnten seiner Meinung nach sehr viel
Aufklärungsarbeit leisten.
Doris Marszk Attr. 107
04.04.2001 - Psychologie
Bei der Partnerwahl rangiert Natürlichkeit vor Schönheit
Beim Aussehen ihres Partners legen junge Deutsche mehr Wert auf
Natürlichkeit als auf Schönheit. Das geht aus einer am Dienstag vorgestellten
Umfrage der Forschungsstelle für Sexualwissenschaft der Universität Landau
hervor.
Danach wird ein natürliches Äußeres von 93,8 Prozent der Befragten besonders geschätzt.
Dass der Partner hübsch aussieht, ist 83,1 Prozent wichtig. Für die Studie hatte das
Umfrageinstitut Emnid im Auftrag der Uni fast 1.500 Deutsche zwischen 14 und 19 Jahren
befragt.
dpa
10Sonstiges
Eigene Texte sind einfach geschrieben,
Texte aus dem Internet dagegen sind unterstrichen?????. Attr. 108
Attraktivität Text 2
ab hier Cassette Att3, 10.12.2007
aus Wikipedia aus dem Internet, Ausdruck vom 07.12.2007
Unter Attraktivität versteht man ...
Diesen Absatz aufschreiben, bzw. in den Attraktivitätsordner kopieren. Besser ist es, wenn
alles, was vom Internet kommt, in den Attraktivitätsordner kopiert wird, und das, was man
nicht braucht, so nach und nach rausgeschmissen wird, also nicht umgekehrt, das reinbringen,
was man braucht, sondern alles rein und das , was man nicht braucht, rausschmeißen. Das
erscheint mir sinnvoller.
Attraktivitätsstereotype: Viele Märchen liefern Beispiele, usw. ca. 10 Absätze
Schönheitsideal
Wandel des Schönheitsideals
2. Absatz:
Dem gegenüber verweist die Attraktivitätsforschung auf ...
Die Kriterien für Schönheit sind mit Sicherheit zum Teil biologisch verankert.
Die nächsten Absätze werden kopiert, aber vorerst nicht kommentiert. Hier gibt es kaum
Widersprüche und es gehört in den Einleitungsbereich.
Dieser Ausdruck für den Einleitungsbereich. Attr. 109
23Meinung der Wissenschaftler
33Att und Fettansatz
Absatz:
Die großen Unterschiede bei der als ideal geltenden Körperfülle werden in der Regel
mit dem jeweils unterschiedlichen Nahrungsangebot erklärt. Wo die Versorgungslage
unsicher ist, wird Fett zum Statussymbol.
38Eigene Kommentare
Wenn es schwierig ist, die Frauen so zu ernähren, daß sie aufgrund von Nahrungsmangel
dünn ist, dann ist es logisch, daß eine fette Frau entweder einen besseren Ernährer hat, aus
einer besser versorgten Familie kommt oder sich selbst besser ernähren kann. Wenn die
Zeiten besser sind, dann ist es wieder logisch, wenn man weniger auf Fett achtet, sondern
mehr auf Eiweiß. Eine schlanke Frau, die gut mit Eiweiß versorgt ist, ist leicht zu
unterscheiden von einer schlanken Frau, die unterernährt ist, selbst wenn beide das gleiche
Gewicht haben. Es ist schwieriger, eine Frau mit ausreichend Eiweiß zu versorgen als sie fett
werden zu lassen. Eine Frau, die fett ist, demonstriert vor allen Dingen in guten Zeiten, daß
sie nicht unbedingt ranghoch ist, weil sonst hätte sie es nicht notwendig, für die nächste
Hungersnot vorzusorgen. Inwieweit die Macht der Frauen eine Rolle spielt, ob Männer
schlanke Frauen bevorzugen, hierfür existieren Gedankengänge, aber dies muß noch überprüft
werden. In Gegenden, wo es wärmer ist, bringt Fett weniger Vorteile wie in einer Kalten
Gegend. Fett schützt z.B. vor Kälte. In kalten Gegenden ist das Risiko, das über Monate
hinweg die Ernährung sehr schwierig ist, größer, besonders bei sehr kalten und langen
Wintern.
Attr. 110
23Meinung der Wissenschaft
38Eigene Kommentare
Ein wichtiges Zitat:
Häufig wird die sogenannte Venus von Willendorf als Beleg herangezogen, das
Fettleibigkeit in der europäischen Frühgeschichte zum Schönheitsideal gehörte. Bei
der altsteinzeitlichen Frauenfigur dürfte es sich jedoch eher nicht um ein Schönheits-,
sondern um ein Fruchtbarkeitsidol handeln.
23Meinung der Wissenschaft
Männerideal Attr. 136
Taille schlägt Busen
Männer fliegen auf eine schmale Körpermitte – und zwar seit Jahrtausenden. Der Grund: Sie
signalisiert, dass eine Frau jung, gesund und fruchtbar ist.
Was als schön gilt, verändert sich in wenigen Jahren: Heutzutage würden Filmproduzenten
eine Marilyn Monroe erst einmal auf Diät setzen. Ein Schönheitsideal aber ist seit
Jahrtausenden aktuell: die schlanke Taille.
Um diese These zu untermauern hat ein amerikanisches Forscherteam die 345 000 Werke
britischer und amerikanischer Literaten auf das beschriebene Schönheitsideal hin durchforstet.
Was die Männer im 16. ebenso wie im 18. Jahrhundert schmachten ließ, war einzig eine
schmale Taille.
„Intuitiv würde man die Taille nicht als besonders erotischen Köperteil einstufen“, erklärt
Studienleiter Devendra Singh von Universität Texas. Tatsächlich schlägt sie aber sogar einen
wohlgeformten Busen als Schönheitsindikator.
Nicht nur britische Männer geraten angesichts einer zierlichen Körpermitte in Wallung,
ähnlich entzückt zeigten sich auch indische Autoren aus dem ersten Jahrhundert und
chinesische Poeten aus dem 4. Jahrhundert. Und altägyptische Schriften preisen die schlanke
Taille von Königin Nephertari, der Gemahlin Ramses des II, der vor 4000 Jahren auf dem
pharaonischen Thron saß. Attr. 137
Zeichen für Gesundheit und Fruchtbarkeit
Die dauerhafte Popularität der schmalen Taille lässt die Forscher vermuten, dass mehr hinter
diesem Schönheitsideal steckt als bloße Ästhetik. „Sie weist darauf hin, dass eine Frau gesund
und gebärfähig ist“, erklärt Studienleiter Davinda Singh. Tastsächlich zeigen Studien, dass
viel Fett im Bauchraum ein Gesundheitsrisiko ist. Ein hoher Östrogenspiegel, der mit größerer
Fruchtbarkeit einhergeht, beschert die begehrte Sanduhrform.
Ihre Ergebnisse stellten die Wissenschaftler in den „Proceedings of the Royal Society“ vor.
Das Wissensmagazin
Ist Schönheit relativ?
Symmetrie, Kindchenschema und Proportionen
Wäre Venus, die griechische Göttin der Schönheit heute noch
Model-tauglich, oder müsste auch sie sich erst einer RadikalDiät unterziehen, um Barbie-Maße zu erreichen?
Das Schönheitsideal und die Mode haben sich im Laufe der
Geschichte immer wieder geändert, so dass sich die Frage stellt:
Gibt es überhaupt so etwas wie DIE Schönheit? Egal ob beim
Menschen, in der Musik oder beim Betrachten einer Landschaft.
Oder ist diese Geschmacksfrage immer subjektiv?
Ist Schönheit relativ?
© IMSI MasterClips
Was auch immer als schön gilt - das Streben nach Perfektion
begleitet die Menscheitsgeschichte. Aber warum wollen wir
eigentlich möglichst attraktiv sein?
Kein Wunder, dass sich längst die Wissenschaft mit dem Phänomen der Schönheit befasst...
Wettstreit der Göttinnen
Warum wollen wir überhaupt schön sein? Attr. 138
Da hatte Eris, die griechische Göttin der Zwietracht, dem armen Hirten Paris ja etwas Schönes
eingebrockt. Ausgerechnet er sollte im Wettstreit zwischen den drei Göttinnen Athena,
Helena und Venus entscheiden, welcher von ihnen der Apfel mit der Aufschrift "der
Schönsten" gebühre. Das Rennen schließlich machte Venus - ob sie allerdings wirklich die
Schönste war, darf bezweifelt werden, immerhin hatte sie Paris bestochen und ihm für seine
Entscheidung die schöne Helena versprochen.
Welche Göttin nun auch immer die größte Attraktivität besaß - die
Sage zeigt, dass das Streben nach Schönheit schon sehr, sehr alt ist
und selbst für diejenigen eine Bedeutung hat, die doch eigentlich
schon alles haben. Heute ist es nicht anders, die Kosmetikindustrie
macht Milliardenumsätze mit unseren Versuchen, möglichst schön
zu wirken. Warum aber wollen wir überhaupt gut aussehen?
Schuld daran ist nur die geschlechtliche Fortpflanzung. Würden wir
uns alle parthenogenetisch, also ohne vorhergehende Befruchtung
Venus, die Gewinnerin fortpflanzen, wäre uns allen das Aussehen vermutlich furchtbar
des allerersten
egal. Die sexuelle Reproduktion aber hat einige Vorteile und konnte
Schönheitswettbewerbes sich daher im Laufe der Evolution durchsetzen. Hierbei tragen die
© IMSI MasterClips
Nachkommen nicht die identische genetische Information wie die
Mutter, sondern haben Anteile aus den Genen beider Elternteile. Auf diese Weise wird die
Variabilität der Gene gefördert und der Genpool einer Population ist eher für veränderte
Umweltbedingungen gerüstet - die Wahrscheinlichkeit, dass die Population ausstirbt, ist somit
geringer. Attr. 139
Um nun unsere Gene im Genpool zu erhalten, müssen wir möglichst viele Nachkommen mit
einer hohen Überlebenschance zeugen - zumindest rein biologisch gesehen. Gesunder
Nachwuchs setzt vor allem gutes Genmaterial voraus - und da kommt die Wahl des Partners
ins Spiel. Die Kriterien zur Partnerwahl unterscheiden sich kulturell nicht so stark, wie man
annehmen könnte.
Ein Beispiel: Marilyn Monroe war unter anderem für ihre aufreizende Sanduhr-Figur mit der
schmalen Taille berühmt. Bei weiblichen Models gilt 90-60-90 als Gardemaß und Korsetts,
die die Taille von Frauen eng zusammenschnüren, waren im Laufe der Jahrhunderte immer
mal wieder in Mode. Die Forscher glauben zu wissen, warum das so ist. Ausgerüstet mit
Bildern von zwölf Frauen im Badeanzug - alle mit unterschiedlichem Taille-Hüfte-Verhältnis
- reisten sie um die Welt und befragten die verschiedensten Kulturen nach der schönsten Frau.
Die Ergebnisse sind eindeutig. Eine der Badeanzug-Schönheiten wird weltweit bevorzugt.
Aus ihren Proportionen kann ein Taille-Hüfte-Verhältnis von 0,7 errechnet werden. Je nach
Kultur schwankt das Schönheitideal um diesen Wert. Einige afrikanische Völker bevorzugen
insgesamt größere Proportionen - das ideale Verhältnis von Taille zum Hüftumfang liegt aber
auch hier bei 0,74. Die schmale Taille stellt dabei vermutlich eine Art Schlüsselreiz dar, der
eine erwachsene, zeugungsfähige Frau kennzeichnet. Der in der Kindheit noch eher
zylindrische Körper produziert nun genug weibliche Hormone, zusätzliches Fett wird für die
Schwangerschaft eingelagert. Mit dieser Frau kann also Nachwuchs gezeugt werden - sie gilt
als schön. Attr. 140
Bei Männern hingegen gilt ein Verhältnis von 0,9 als besonders
attraktiv. Dazu breite Schultern, ein kräftiges Kinn, markante Züge
und eine hohe Statur. Dies alles sind Zeichen für einen hohen
Testosteronspiegel. Die durch Testosteron ausgeprägten
Eigenschaften wie eine verstärkte Muskelbildung wiederum
befähigen den Mann besonders gut dazu, die Frau in der (damals)
gefährlichen Zeit der Schwangerschaft zu unterstützen.
Alles passt gut zusammen - bis auf eine Kleinigkeit. Die
Matsigenka, ein kleiner Stamm in Peru, bevorzugt Frauen, bei der
gar keine Taille zu sehen ist. Lange grübelten die Forscher über
diese Ausnahme nach, bis sie schließlich den Grund fanden: Die
Matsigenka bevorzugen männliche Nachkommen - und die ist um Breite Schultern,
schmale Hüften: So
so wahrscheinlicher, je weniger weibliche Hormone die Partnerin
produziert. Und diese Frauen erkennt man an den schmalen Hüften. "muss" ein Mann
aussehen
© IMSI MasterClips
Voll normal
Ist Durchschnitt Trumpf?
Oft werden Sie mit anderen Leuten verwechselt und den Spruch "Sie kommen mir irgendwie
bekannt vor" hören Sie fast täglich? Kurz: Sie sehen vollkommen durchschnittlich aus? Gut
für Sie, denn zahlreiche Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass durchschnittliche
Gesichter von den meisten Menschen als besonders attraktiv bewertet werden. Langsam
allerdings gerät diese Theorie ins Wanken... Attr. 141
Die so genannte Durchschnittshypothese geht davon aus, dass ein
künstliches Gesicht, das Merkmale aus möglichst vielen Gesichtern
enthält, als schöner empfunden wird als die real existierenden
Einzel-Gesichter. Zur Überprüfung dieser These wird der Computer
herangezogen. Mithilfe von spezieller "Morphing-Software" werden
Fotos real existierender Gesichter so miteinander gemischt, dass
daraus ein neues Gesicht als eine Art Mittelwert aus allen
verwendeten Fotos entsteht.
Durchschnitt oder glatte
Haut- was ist
entscheidend?
© IMSI MasterClips
Tatsächlich bewerten die meisten Probanden die gemorphten
Durchschnittsgesichter als schöner als die Gesichter "echter"
Personen. Je mehr wirkliche Gesichter in ein computergeneriertes
Überlagerungsgesicht einfließen, desto attraktiver erscheint dann
das entsprechende künstliche Gesicht.
Aber warum? Eine Rolle spielt vermutlich die Tatsache, dass ein durchschnittliches Gesicht
mit Merkmalen möglichst vieler Gesichter ein biologisches Zeichen für eine hohe genetische
Variabilität ist - beste Voraussetzungen also zum Erzeugen gesunder Nachkommen.
Außerdem werden durch das Morphing-Verfahren kleinere Unebenheiten ausgeglichen - das
überlagerte Gesicht erscheint symmetrischer und damit attraktiver. Attr. 142
So weit so gut, es gibt allerdings auch Fakten, die gegen die Durchschnittshypothese
sprechen. So gibt es in der Regel immer "normale" also nicht veränderte Gesichter, die
schöner wirken als das durch Überlagerungen entstandene Gesicht. Außerdem zeigte sich in
einer psychologischen Studie der Universität Regensburg, dass ein gemorphtes Gesicht, dass
aus vielen attraktiven Gesichtern entstanden ist, als sehr schön empfunden wird. Ein Gesicht
aber, das durch Überlagerung vieler unattraktiver Gesichter gebildet wird, wirkt noch nicht
automatisch schön. Für die Attraktivität der überlagerten Gesichter ist also vor allem die
Attraktivität der Einzelgesichter wichtig, nicht so sehr die Anzahl der verwendeten Gesichter.
Und: Ein gemorphtes Gesicht ist zwar schön, aber noch lange nicht ideal.
Die Regensburger Forscher vermuten vielmehr, dass ein unerwünschter Face-Lifting-Effekt
beim Morphen eine nicht unerhebliche Rolle bei der Bewertung der berechneten Gesichter
spielt. Durch das Überlagern der einzelnen Gesichter verschwinden nämlich Hautunreinheiten
und Falten. Dadurch wirkt das entstandene Gesicht mit der makellosen Haut automatisch
jünger und gesünder.
Zur Überprüfung näherten die Wissenschaftler Gesichter an die Proportionen des
Durchschnittsgesichtes an - ließen die Haut aber unverändert. Das Ergebnis: Nur unattraktive
Gesichter werden nach dieser Prozedur als schöner bewertet. Attraktive Gesichter gewinnen
durch eine Annäherung an den Durchschnitt nicht an Schönheit. Attr. 143
Die Beschaffenheit der Haut spielt also eine bedeutende Rolle. Kein Wunder - makellose
Haut ist schließlich ein untrügliches Zeichen für Gesundheit, während faltige, verfärbte oder
von Pusteln übersäte Haut auf Krankheiten oder ein fortgeschrittenes Alter hindeuten.
Spieglein, Spieglein an der Wand...
Symmetrie und Kindchenschema
Zu der Zeit, in der Pythagoras seinen berühmten Satz zu rechtwinkligen Dreiecken
formulierte, war der Begriff der Symmetrie im alten Griechenland bereits allgemein geläufig.
Symmetrie wurde allerdings nicht allein als geometrische Eigenschaft verstanden, sondern sie
kennzeichnete etwas besonders Harmonisches und Vollkommenes.
Auch heute gilt ein Zusammenhang zwischen Symmetrie und
Schönheit als selbstverständlich. Sowohl im Tierreich als auch bei
uns Menschen ist Symmetrie bei der Partnerwahl gefragt. Warum?
Ganz einfach: Symmetrie gilt als äußerer Anzeiger genetischer
Fitness, denn asymmetrische Proportionen entstehen vor allem
durch Krankheit, Mutation oder andere Störungen während der
Embryonalentwicklung. Kurz: Ist die äußere Gestalt symmetrisch,
ist auch mit den Genen alles in Ordnung und der Zeugung von
überlebensfähigen Nachkommen steht nichts im Wege.
Doch ganz so einfach ist die Gleichung symmetrisches Gesicht =
schönes Gesicht dann doch nicht. Einer Studie der Universität
Regensburg zufolge ist Symmetrie zwar ein Faktor, der die
Mona Lisa - zeitlos
schön durch Symmetrie? Attraktivität beeinflusst - aber nur in relativ geringer Weise. Ein
sehr unsymmetrisches Gesicht wird zwar selten als schön
© IMSI MasterClips
empfunden, schöne Gesichter sind aber nicht immer symmetrisch man denke nur an Cindy Crawfords berühmtes Muttermal am Mund. Ebenso muss ein als
unattraktiv eingeordnetes Gesicht nicht unbedingt asymmetrisch
sein. Attr. 144
Wo also liegt nun das Geheimnis der Schönheit? Die Beschaffenheit
der Haut spielt zwar eine nicht zu unterschätzende Rolle, aber nun
gelten schließlich nicht alle Gesichter mit glatter Haut automatisch
auch als schön.
Eine weitere Rolle - zumindest für die weibliche Schönheit - spielt
sicher eine Annäherung an das Kindchenschema. Große Augen,
eine hohe, runde Stirn, ein kleines Kinn und ein kleines
Stupsnäschen werden bei Frauen als attraktiv bewertet. Viele
Frauen nehmen auf Fotos automatisch eine Kopfhaltung ein, die
diese Merkmale herausstreicht: Kinn nach unten, weit geöffnete
Augen nach oben gerichtet - so erscheinen Stirn und Augen größer,
die untere Gesichtshälfte dagegen kleiner.
Der Grund dafür: mal wieder die Fortpflanzung. Vermutlich stellte
es für Männer im Laufe der Menscheitsgeschichte einen
evolutionären Vorteil dar, ihre Gene mit denen möglichst junger
Frauen zu teilen. Denn diese waren meist gesünder als ältere Frauen
und noch länger fruchtbar. Experimente bestätigen dies: Wird ein
Gesicht per Computer an typische Proportionen des
Kindchenschemas angepasst, so weist es in der Regel eine höhere
Welches Gesicht ist
Attraktivität auf als das Originalgesicht - egal ob es sich dabei um
schöner? Das obere
ein besonders schönes Gesicht handelt oder nicht. Attr. 145
wurde an kindliche
Proportionen angepasst.
© A. Fels/MMCD
Andererseits sind die Models Kate Moss und Nadja Auermann
unter anderem für ihre ausgeprägten Wangenknochen bekannt
und auch Cindy Crawford hat nicht gerade große Kulleraugen.
Trotzdem zählen diese Frauen zu den schönsten der Welt. Und
auch das macht biologisch Sinn: Schließlich bedeutete es für
Männer im Laufe der Evolution mit Sicherheit keinen Vorteil,
Nachkommen mit Frauen zeugen zu wollen, die die
Geschlechtsreife noch nicht erreicht haben. Gewisse Merkmale
Merkmale attraktiiver Frauen
reiferer Frauen - etwa ausgeprägte Wangenknochen statt
und Männer
kindlicher Pausbäckchen oder aber ein gut gepolstertes
©
Dekolletee - zeigen das Erreichen eines erforderlichen
www.beautycheck.de/MMCD
Mindestalters an und werden daher als schön empfunden.
Ein möglichst durchschnittliches, ebenmäßiges und symmetrisches Gesicht mit kindlichen
Merkmalen muss demnach nicht automatisch für eine Karriere als internationales Topmodel
prädestiniert sein. Schönheit wird durch eine Vielzahl von Faktoren bestimmt, die nur schwer
in klare Regeln einzugrenzen sind. Es gibt aber eine Reihe von Merkmalen, die in einer
Vielzahl von Fällen ein schönes Gesicht von einem eher unattraktiven Gesicht unterscheiden.
Mehr Geld, mehr Sex, mehr Freunde
Schöne haben's leichter Attr. 146
Haben Sie einmal Geld in einer Telefonzelle vergessen und sind noch einmal umgekehrt, als
bereits jemand anders dort telefonierte? Wenn dieser Ihnen Ihr Geld zurückgegeben hat,
haben Sie gute Chancen, dass sie auf andere attraktiv wirken. In einer wissenschaftlichen
Untersuchung mit schönen und weniger schönen Frauen zeigte sich, dass eine gutaussehende
Frau ihr Geld in 87 Prozent der Fälle zurück erhielt, eine weniger attraktive dagegen nur zu
64 Prozent.
Das gilt nicht nur beim Telefonieren: Schöne haben es leichter im
Leben. Das ist zwar nicht gerade fair, bestätigt sich aber immer
wieder. Auch bei Autopannen haben hübsche Frauen mehr Chancen
auf Hilfe. Schöne Menschen sind im Allgemeinen beliebter bei
ihren Mitmenschen und ihnen werden automatisch positive
Charaktereigenschaften zugesprochen. So werden gutaussehende
Menschen in der Regel als erfolgreicher, intelligenter,
glaubwürdiger, geselliger, kreativer und fleißiger eingeschätzt,
unattraktive Menschen gelten viel eher als faul, phantasielos und
langweilig.
Doch damit nicht genug: In den USA beurteilen sogar die
Geschworenen vor Gericht gutaussehende Menschen milder. Selbst
in der Schule werden hübsche Abschreiber weniger hart bestraft als
schlechter aussehende Kinder. Schöne Menschen haben mehr und
Barbie hätte bestimmt
früher Sex und attraktive Frauen heiraten häufiger reiche und
ihr Geld zurück
gebildetere Männer. Männliche Beaus haben ein etwa fünf Prozent
gekriegt...
höheres Gehalt als ihre Kollegen mit den Durchschnittsgesichtern,
©
gutaussehende Frauen verdienen immerhin noch vier Prozent mehr,
www.starspacetoys.com haben dafür allerdings weniger Chancen auf Führungspositionen -
vermutlich wird ihnen weniger Härte zugetraut. Um die Chancengleichheit bei der
Bewerbung zu erhöhen, ist es in den USA inzwischen eher unüblich, ein Bewerbungsfoto
beizulegen - es wird vielmehr als Bestechungsversuch gewertet.
Attr. 147
Anscheinend beurteilen wir instinktiv Schönes als besser oder
wertvoller. Bereits hübsche Babys haben da einen eindeutigen
Vorteil: je ausgeprägter das Kindchenschema (kleine Nase, große
Augen, runder Kopf) ist, desto eher reagieren Erwachsene mit
Zuneigung. Eine Studie in den USA zeigte sogar, dass von
misshandelten Kleinkindern überdurchschnittlich viele unattraktiv
waren.
Das Betrachten eines schönen Menschen wird sogar als Belohnung Baby - der Inbegriff des
Kindchenschemas
empfunden. In einer Studie klickten Männer jeweils dann auf
Tasten, um sich eine Frau länger anzusehen, wenn diese gut aussah. © IMSI MasterClips
Gleichzeitig wird der "Nucleus accumbens", eine bestimmte Region des Gehirns aktiviert, die
ebenfalls auf Drogen und die Aussicht auf einen finanziellen Gewinn reagiert. Dass Frauen
auf ähnliche Weise auf schöne Männer reagieren wurde dagegen bisher noch nicht bestätigt.
Dass Männer so vergleichsweise einfach zu fesseln sind, nutzen die
Medien kräftig für ihre Zwecke. Es findet sich kaum eine Zeitschrift
oder ein Werbespot, in dem keine schönen Frauen präsent sind. In
vielen Illustrierten sind sogar die Models so stark nachbearbeitet,
dass sie in ihrer Perfektion schon wieder unecht wirken. Dennoch:
selbst unnatürlich glatte Haut, auf der keine einzige Pore zu
erkennen ist, strahlend weiße Zähne und künstlich wirkende
intensiv-blaue Augen geben mehr Attraktivitätspunkte als das
natürliche Gesicht. Attr. 148
Dies setzt eine bedenkliche Kettenreaktion in Gang. Vor allem bei
männlichen Singles konnte der sogenannte Farrah-Effekt (benannt
nach Farrah Fawcett-Majors) nachgewiesen werden:
Versuchspersonen wurden in einem Experiment gebeten, die
Attraktivität verschiedener Frauen zu beurteilen. Hatten sie zuvor
eine Fernsehserie mit einer Horde schöner Frauen gesehen,
beurteilten sie die vorgelegten Frauengesichter sehr viel negativer ihr Anspruch war gestiegen, die Chancen auf eine Beziehung
dagegen gesunken. Denn wann trifft man schon mal einen FernsehStar?
Haben früher vor allem Gemälde das Ideal bestimmt, so sind es
heute Fernsehen, Kino, Zeitschriften und, und und... Die stetig
wachsende Flut immer attraktiverer Menschen in den Medien sorgt
dafür, dass sich unser Schönheitsideal immer weiter hochschraubt bis es schließlich kaum noch jemand erfüllen kann. Und dann kann
man sich eigentlich nur noch unters Messer legen - oder selber
Schönheitschirurg werden... Attr. 149
Das untere Gesicht sieht
nicht besonders
natürlich aus - trotzdem
wirkt es attraktiver
© A. Fels/MMCD
Twiggy oder Rubensfrau
Schönheit im Wandel der Zeit
Die Steinzeit
Bereits sehr früh wurden menschliche Proportionen künstlerisch dargestellt. Ein berühmtes
Beispiel ist die Venus von Willendorf. Wenn sie dem damaligen Schönheitsideal entsprach,
hatten die Menschen der Steinzeit eine Vorliebe für voluminöse Bäuche und Hinterteile,
große, hängende Brüste und dicke Beine.
Die Ägypter
Noch immer gilt Kleopatra als Inbegriff für eine schöne Frau. Anscheinend tat sie auch
einiges für ihren Körper, überliefert ist etwa, dass sie täglich in Esels- oder Stutenmilch
badete. Allgemein wurde im Alten Ägypten die Haut sehr sorgfältig gereinigt und gepflegt.
Kosmetik war Schutz gegen die sengende Sonne, Sand und Fliegen, die Krankheiten
übertragen konnten - Körperpflege war daher sowohl Frauen- als auch Männersache.
Vor allem die Augen wurden durch grüne oder schwarze Farbe betont - teils zum Schutz
gegen Augenkrankheiten, teils aus religiösen Gründen. Der Sonnengott Ra wurde durch das
Auge symbolisiert, spezielle Kosmetika hatten daher magische Bedeutung. Make-upHerstellung war somit oft Sache der Priester. Attr. 150
Griechen
"Weißer als Elfenbein" stellte sich Homer die perfekte Frauenhaut vor - bei Männern dagegen
galt dunklere Haut als schön. Schließlich sollten sie - ganz dem Grundsatz 'Mens sana in
corpore sano' entsprechend - ein aktives, sportliches Leben im Freien geführt haben.
Insgesamt waren sowohl männliche als auch weibliche Schönheit sehr wichtig. Vor allem die
Ausgewogenheit der Proportionen galt als wichtigstes Kriterium der Schönheit. Dieses Ideal
hat die abendländische Kultur entscheidend geprägt.
Römer
Die Römer ließen sich genüsslich in Thermen oder Bädern
von Sklaven massieren und ausgiebig duschen. Den Gestank
der Barbaren, die sie besiegt hatten, erschien ihnen
unerträglich, so entstand in den Kolonien schnell eine
Vielzahl von Badehäusern.
Make-up war den Römern auch nicht fremd. Im Grab von
Poppäa, der Frau Neros, fand man Lippenstift aus Zinnober,
grüne Schminke aus Malachit, Bleiglanzpulver und
gebrannten Kork, der als Wimperntusche verwendet wurde.
Nachdem das römische Reich zerfallen war, wurde Make-up
als heidnisch abgelehnt - der natürlich blasse Teint galt nun
als schön.
Mittelalter
Das Christentum gewann immer mehr an Bedeutung dadurch wurde das Schönheitsideal stark beeinflusst. Die
David von Michelangelo:
übermäßige Pflege des Körpers oder das Auftragen von
Ästhetik der Proportionen in Schminke galten als heidnisch. Vor allem schönen Frauen
der Renaissance
wurde mit Misstrauen begegnet, galten sie doch seit der durch
© IMSI MasterClips
Eva verursachten Vertreibung aus dem Paradies als
gefährliche Verführerinnen. Gemälde aus dieser Zeit zeigen eine zunehmend androgyne
Darstellung der Frauen ohne üppige Proportionen.
Natürlich war das Aussehen trotzdem nicht völlig egal. So galt möglichst helle Haut als
Schönheitsideal, wer es sich leisten konnte, mied also die Sonne. Regelmäßige Aderlässe
verstärkten den blassen Teint und Frauen verwendeten sogar giftiges Bleiweiß, um ihr
Gesicht aufzuhellen.
Auf Hygiene legte man allerdings keinen gesteigerten Wert. Sich nicht zu waschen galt als
christlich - Wasser und Seife wurden durch Parfum und Puder ersetzt. In der Tat verdächtigte
man übertriebene Hygiene sogar als Wegbereiter für die Pest. Attr. 151
Renaissance, Barock und Rokoko
In der Renaissance wurden antike Kulturen und deren
Schönheitsideale wiederentdeckt. Ein schöner Körper musste nun
nicht gleich eine Versuchung des Teufels sein - vielmehr galt alles
hässliche nun als diabolisch. Frauenkörper wurden nicht mehr
männlich schmal sondern sehr üppig dargestellt. Die Frauen auf den
Bildern des Malers Peter Paul Rubens stehen noch heute als
stellvertretend für das mollige Ideal der damaligen Zeit.
Männer und Frauen verwenden daher wieder sehr viel Zeit mit der
Pflege ihres Körpers - Wasser und Seife kamen jedoch noch immer
selten zum Einsatz. So gab es in Versailles, dem prächtigen Schloss
des Sonnenkönigs Ludwig XIV, für Hunderte von Menschen nur
zwei Badezimmer und keine einzige Toilette. Stattdessen wurden
Kurvenreich - die
Unmengen an Puder und Parfum verwendet. Ins Gesicht geklebte
Frauengestalten des
Schönheitsflecken sollten zudem die Pockennarben verdecken.
Barock
Die französische Revolution wurde unter anderem auch deshalb
ausgelöst, weil das hungernde Volk Anstoß an der Tatsache nahm, © IMSI MasterClips
dass der Adel verschwenderisch Weizenmehl zum Pudern der weißen Perücken verwendete.
19. Jahrhundert
Nach der französichen Revolution war die Kleidung für eine Weile bequemer und praktischer
geworden - bald aber mussten Frauen sich in enge Korsetts und aufwendige Kleider zwängen.
Für Frisuren und Make-up wurde noch immer viel Zeit verwendet, allerdings nur bei Frauen.
Inzwischen galt es als unmännlich, sich herauszuputzen. Männer trugen keine Schminke
mehr, keine Perücken und hatten vorwiegend kurzes Haar.
Zunehmend galt dann auch bei Frauen starkes Make-up als unmoralisch. Attr. 152
20. Jahrhundert
In den 20er Jahren kam mit beginnender Emanzipation die erste Schlankheitswelle und mit
ihr männliche Kurzhaarschnitte für Frauen auf. Nach dem Zweiten Weltkrieg dagegen waren
gut genährte Körper begehrter - gepolsterte BHs sollten der Statur mehr Fülle verleihen.
Allgemein wurde das Schönheitsideal stark durch das Kino mitgeformt. Marlene Dietrich,
Audrey Hepburn oder Marylin Monroe verkörperten jeweils den Frauentyp einer bestimmten
Zeit - Millionen von Frauen wollten so aussehen wie sie. In den 60er Jahren hätte aber
Marylin Monroe mit Kleidergröße 44 schon als zu mollig gegolten. Das dünne Model Twiggy
bescherte mit ihren 42 Kilo bei 1,70 Metern Körpergröße zahlreichen Frauen eine neue
Krankheit - die Magersucht.
Heute
Erst in den letzten Jahren ist Schönheitspflege auch bei Männern wieder allgemein akzeptiert.
Die natürliche Schönheit reicht einmal wieder nicht, man sollte für den Körper auch etwas
tun. So schlagen sich Männer wie Frauen mit unzähligen Pflegeprodukten herum, formen sich
im Fitness-Center und vor allem bei den Jüngeren wächst die Akzeptanz für plastische
Chirurgie.
Lippenteller gefällig?
Der gemeinsame Nenner der Schönheit Attr. 153
Viele Kleidungsstücke, die wir in den Achtzigern noch mit Begeisterung getragen haben,
würden wir heute nicht mehr anziehen. Ähnlich vergänglich wie die Mode scheint auch
menschliche Schönheit zu sein. Schließlich hätte die typische Rubens-Frau heutzutage nicht
einmal mehr Chancen auf einen Modeljob für einen Katalog mit Mode für Mollige.
Ebenso gelten in unterschiedlichen Kulturen verschiedene Schönheitsideale. Die auf
Tellergröße gedehnten Unterlippen gelten bei äthiopischen Surma-Frauen als schön - bei den
Apa Tani im Nordosten von Indien genießt diejenige Frau das höchste Ansehen, die ihren
Nasenrücken durch eingelegte Scheiben am meisten vergrößert hat. Andererseits gilt
Nofretete, die Gemahlin des ägyptischen Königs Echnaton nach Tausenden von Jahren auch
in unserer Kultur als sehr schön. Ändert sich das Schönheitsideal also fortwährend oder gibt
es eine zeitlose, völkerübergreifende Schönheit?
Es scheint so, zumindest ergaben Tests mit verschiedenen Fotos von
Gesichtern, dass so unterschiedliche kulturelle Gruppen wie USAmerikaner, Lateinamerikaner, Briten, Deutsche, Koreaner, Inder,
Chinesen, Nigerianer, Südafrikaner, Russen und Japaner
übereinstimmende Urteile fällen und mehrheitlich die gleichen
Gesichter auswählen. Aber könnte dieses Ideal in unserer vernetzten
Welt nicht auch durch die Medien anerzogen sein?
Um diese Frage zu klären, beobachtete die texanische Psychologin
Judith Langlois das Verhalten von Babys. Da die drei bis sechs
Monate alten Säuglinge noch nicht durch die Medien gelernt haben
können, was Schönheit bedeutet, war sie gespannt, ob sich bereits
bei Babys eine Präferenz für bestimmte Gesichter abzeichnen
würde. Und wenn ja: für welche? Das Ergebnis: Die jungen
Probanden sehen sich einige Gesichter länger an als andere Zeitlos schön: Nofretete vermutlich weil sie diese gerne sehen, also schön finden. Es waren
© Reinhard Schmid
genau die gleichen Gesichter, die auch von Erwachsenen als
attraktiv bewertet wurden - die Wahrnehmung von Schönheit und das Empfinden, was als
schön gilt, scheint also vererbt zu sein. Attr. 154
Ganz statisch bleibt die Idealvorstellung allerdings nicht. Äußere Einflüsse wie die Medien
spielen dabei eine entscheidende Rolle. So wurde gerade im 20. Jahrhundert das bevorzugte
Ideal stark durch das aufkommende Kino verbreitet. Auch gesellschaftliche Faktoren sind
nicht unbedeutend. Nach dem Krieg galten gut genährte Frauen als anziehend, es waren
gesunde Mütter gefragt, die kräftige Nachkommen zeugen können. Erstaunlich ist auch, dass
sich Schlankheitswellen immer dann durchgesetzt haben, wenn eine feministische Bewegung
aufkam und die Frauen sich emanzipierten.
Ebenso wie sich ein Look im Laufe der Zeit ändert, wird es auch immer Kulturen geben, in
denen sich ein aus unserer Sicht bizarres Schönheitsideal etabliert hat. Dennoch: solange
harmonische Proportionen gewahrt werden, die Maße des Körpers zueinander passen, keine
extremen Abweichungen von der Norm und keine äußerlich erkennbaren Anzeichen einer
Krankheit sichtbar sind, gilt ein Mensch selten als wirklich unattraktiv.
Anscheinend liegt also das Grundverständnis von Schönheit nicht besonders weit auseinander
- viele Attribute, die als schön gelten haben sich schließlich innerhalb der
Menschheitsgeschichte evolutiv entwickelt - und sind somit für alle Menschen ähnlich. Auch
wenn sich Mode und Zeitgeist ändern: Einen wirklich schönen Menschen kann (nahezu)
nichts entstellen. Attr. 155
Es grünt so grün
Welche Landschaft ist schön?
Langsam versinkt die Sonne am Horizont - die letzten Strahlen spiegeln sich im Meer und der
Himmel erstrahlt in vielerlei Rot-Tönen. Wunderschön... aber denkt das auch jemand, der in
der Wüste groß geworden ist?
Ein Bayer wird stets die Schönheit der Berge lieben, der
Norddeutsche dagegen vermisst in dieser Gegend das weite Meer.
In der Regel werden Formen und Farben, die für die eigene
Umgebung charakteristisch sind, von den meisten als besonders
reizvoll bewertet. Verständlicherweise empfinden daher die Inuit
ihre für uns eher feindlich und unwirtlich wirkende Eislandschaft
als schön.
Aussicht im Gebirge
© IMSI MasterClips
Dennoch gibt es zahlreiche Gemeinsamkeiten. Zumindest für die Industrienationen in Europa,
Amerika und Asien konnten anhand von Umfragen und Fotoserien mit Naturaufnahmen
relativ gut übereinstimmende Präferenzen ermittelt werden, die vermutlich genetisch bedingt,
also im Laufe der Evolution entstanden sind. Es gibt also Landschaften, die unabhängig von
der jeweiligen Herkunft der Befragten als schön empfunden werden. Gerade die Werbung
macht sich diesen Effekt zunutze, indem sie Autos, Zigaretten oder Alkohol in ansprechender
Natur präsentiert. Attr. 156
Zunächst wird der Aufenthalt in der Natur ganz allgemein von der Mehrzahl der Befragten als
angenehm empfunden. Vor allem frische Luft, Bewegung und Entspannung sind dabei die
häufigsten Motive für einen Spaziergang oder ähnliches. Wichtig ist dabei vor allem der
Aspekt der "unberührten Natur". Natürlich gibt es solche Regionen kaum noch, eine
Landschaft ohne sichtbare künstliche Elemente wie Gebäude oder Hochspannungsleitungen
wirkt dagegen natürlich genug, um als schön eingestuft zu werden.
Mehr noch: Künstlich angelegte Parks werden oft gegenüber echten, wild wachsenden
Landschaften bevorzugt. Die offene Savanne, in der unsere Vorfahren lebten, ähnelt eher
einer solchen überschaubaren, künstlich geschaffenen Szenerie. Mögliche Nahrungsquellen
oder sich nähernde Feinde werden hier schon früh erkannt.
In einer Umfrage zur Nutzung des Teutoburger Waldes gaben 74 Prozent der Befragten an,
lieber querfeldein oder auf kleinen Pfaden zu gehen, als ausschließlich die angelegten
Wanderwege zu nutzen. Dies spiegelt eine allgemeingültige Entdeckerfreude wieder. Eine
Landschaft wird vor allem dann als schön empfunden, wenn sie möglichst abwechslungsreich
ist. Auch hier meldet sich wieder der Geist unserer Vorfahren - nach evolutionären
Gesichtspunkten haben wir schließlich die Savanne gerade erst verlassen. Eine strukturreiche
Umgebung ermöglichte es den Urmenschen besonders gut, sich bei Gefahr zu verstecken oder
neue, noch unentdeckte Nahrungsquellen aufzutun. Attr. 157
Ungeschlagen zur ästhetischen Aufwertung einer Landschaft ist daher auch jede Form von
Wasser, ohne das kein menschliches Leben möglich wäre. Wasserfälle, Seen, Teiche, Bäche
und das Meer werten eine Landschaft immer auf. Als besondere Favoriten gelten dabei ruhige
Wasserflächen, in denen sich das bewachsene Ufer spiegelt.
Ein weiteres Highlight bildet die Aussicht. Eine beschwerliche Wanderung auf einen Berg
wird durch den Blick von oben gerechtfertigt. Der evolutionäre Grund für diese Vorliebe ist
vermutlich der Überlebensvorteil, der sich dem mit der Übersicht über das Gelände bietet.
Eine sich nähernde Gefahr wird schneller erkannt und auch die Flucht bergab gestaltet sich
weniger mühsam. Trotzdem wirkt die schönste Bergszenerie aus dem letzten Urlaub zuhause
auf dem Erinnerungsfoto weniger prächtig. Der Grund liegt in der fehlenden dritten
Dimension. Auch die räumliche Wahrnehmung stellt einen evolutionären Vorteil dar und wird
als besonders schön empfunden. Landschaften, in denen die Räumlichkeit besonders betont
wird, etwa ein See inmitten von hoch aufragenden Felsen, gelten als sehr reizvoll.
Mozart oder Madonna?
Schöne Musik
Es war bestimmt kein einfaches Konzert, das Johann Sebastian Bach seinen Zuhörern mit der
"Kunst der Fuge" zumutete. Ähnlich irritierend wie ein abstraktes Gemälde gegenüber
realistischen Darstellungen wirkt, mag diese neue Musik gewirkt haben, in der nicht der
Inhalt, sondern vielmehr die Mathematik durch genau definierte Intervalle und geometrische
Ordnungen im Vordergrund stand. Auch Pythagoras hatte bereits den Zusammenhang von
Musik und Geometrie erkannt, als er eine Saite um genau die Hälfte verkürzte und auf diese
Weise einen Ton erzeugte, der eine Oktave höher lag. Attr. 158
Musik bleibt nicht ohne Wirkung - bestimmte Musik lässt Pflanzen
besser wachsen und regt die Milchproduktion bei Kühen an. Im
Vergleich zu visuellen Eindrücken beeinflusst sie beim Menschen
das vegetative Nervensystem stärker und spricht daher viel eher
Emotionen und Erinnerungen an. Tatsächlich werden durch Musik
jene Teile im Emotionssystem des Gehirns stimuliert, die auch von
Sex oder einem guten Essen angeregt werden. Bestimmte Musik,
die bei jedem Menschen verschieden ist, kann also Glücksgefühle
auslösen und einen Schauer über den Rücken laufen lassen.
Während der evolutionäre Sinn eines angenehmen Gefühls bei der
Nahrungsaufnahme oder der Fortpflanzung auf der Hand liegt,
bleibt allerdings noch ungeklärt, welchen Vorteil das Hören von
Musik bietet. Die Musiktherapie geht davon aus, dass bestimmte Musik dabei hilft,
unterdrückte Emotionen freizusetzen und somit positiv auf das psychische Wohlbefinden
wirken.
Partitur
© IMSI MasterClips
Auch wenn jeder einen anderen Musikgeschmack hat - einige Gemeinsamkeiten bei der
Beurteilung der Ästhetik eines Tons gibt es doch. So wird zum Beispiel ein reiner Sinuston
zunächst als schön, dann aber zunehmend als langweilig empfunden. In der Regel erzeugt
sowieso kein Instrument einen reinen Sinuston ohne Oberschwingung. Sobald die Frequenzen
dieser Obertöne ganzzahlige Vielfache der Grundtonfrequenz sind, wird der Ton als
harmonisch, als schön empfunden. Ein Zweiklang gilt dann als schön, wenn das Verhältnis
beider Frequenzen dem zweier nicht zu großer natürlicher Zahlen entspricht.
Bei der Beurteilung der Schönheit eines bestimmten Rhythmus spielt vielleicht eine
embryonale Konditionierung auf den Herzschlag der Mutter eine Rolle, der dann als schön
empfunden wird. So können Säuglinge beruhigt werden, indem man ihnen den Herzrhythmus
der eigenen Mutter vorspielt. Ganz allgemein gibt es Rhythmen, die eher beruhigen und
solche, die anregend wirken - und zwar kulturübergreifend auf der ganzen Welt. In beinahe
allen Völkern wurden Rhythmen zur Koordinierung von Arbeitsleistungen und der Stärkung
des Zusammengehörigkeitsgefühls eingesetzt. Attr. 159
Wenn Techno-Jünger sich mithilfe eintöniger Rhythmen in Trance tanzen, wissen sie
vermutlich nicht, dass die veränderten Bewusstseinszustände auf eine ähnliche Weise
hervorgerufen werden wie epileptische Anfälle. Die einförmige Musik setzt mit wiederholtem
Reiz Neuronen in Schwingung - durch Resonanzwirkung geraten immer mehr
Neuronenkreise in eine gleichförmige Schwingung, wie bei einem Anfall.
Ob ein bestimmtes Geräusch als angenehm oder störend empfunden wird, hängt vor allem mit
seiner Beschaffenheit zusammen. So werden künstlich erzeugte Geräusche in einer
natürlichen Umgebung als störend empfunden, etwa der Motor eines Autos im Wald. Das
Rauschen eines Baches dagegen wirkt - selbst wenn seine Lautstärke die des Autos übertrifft eher angenehm. Ein gewisser Hintergrundlärm ist sogar nötig, damit wir uns wohl fühlen. Der
Aufenthalt in einem schallisolierten Raum, in dem eine unnatürliche Stille herrscht, wird als
erdrückend und beklemmend empfunden.
Starb Napoleon an der Farbe Grün?
Farben und ihre Wirkung
Von 1815 bis 1821 lebte Napoleon in Verbannung auf der Insel St. Helena. In dieser Zeit hielt
er sich - von Depressionen geplagt - oft in seinem grün tapezierten Zimmer auf und schrieb an
seinen Memoiren. Als er dann schließlich an Magenkrebs starb, dachte sich keiner etwas
Außergewöhnliches dabei - zunächst. Einige Haare Napoleons, die aufbewahrt worden waren,
sorgten nämlich in den 60er Jahren für Aufregung: Sie enthielten Spuren von Arsen! War der
ehemalige Kaiser vergiftet worden? Attr. 160
Die Einlagerung von Arsen in die Haare ist jedoch kein typisches
Symptom für einen vorsätzlichen Mord mit einer tödlichen Dosis
Arsen. Viel wahrscheinlicher ist es, dass Napoleon einer geringen
Dosis des Giftes über einen langen Zeitraum ausgesetzt war. Und
hier kommt die grüne Tapete seines Zimmers ins Spiel: Der damals
verwendete Farbstoff war Kupferarsenit. Drang Feuchtigkeit in das
Zimmer ein, entstand Dimethyl- oder Trimethylarsin. Das Einatmen
dieser giftigen Verbindung könnte also für Napoleons Tod
verantwortlich sein, oder doch zumindest seinen
Gesundheitszustand verschlechtert haben.
Napoleon
© IMSI MasterClips
Natürlich geschieht es eher selten, dass eine Vorliebe oder
Abneigung gegen bestimmte Farben eine solch tiefgreifende
Wirkung haben - dennoch beeinflussen Farben unsere
Wahrnehmung nicht unerheblich. Farben rufen bestimmte
Stimmungen oder Empfindungen hervor, beeinflussen sogar unser
Bewusstsein. So vergeht bei grünem Licht die Zeit subjektiv viel
schneller als etwa bei Rotlicht, ein gelbes Bonbon wirkt saurer als
ein rotes und orange regt die Magen-Darm-Funktion an.
Doch woher kommt dieser Einfluss der Farben? Teilweise liegt die Wirkung einer Farbe auf
der Hand. Blau etwa wird von den meisten Menschen als ruhig, weit und kühl empfunden -
nicht weiter verwunderlich, kennen wir Blau ursprünglich doch vor allem als die Farbe von
Wasser oder des Himmels. Grün dagegen ist eine "Wohlfühl-Farbe", in vielen Wüstenländern
gilt sie als Farbe des Lebens und in einer grünen Umgebung wirkt ein Geräusch weniger laut
als in einem andersfarbigen Umfeld. Und tatsächlich bietet uns eine grüne Landschaft die
bestmögliche Lebensgrundlage. Attr. 161
Auf diese Weise lässt sich die Farbwirkung jedoch nicht vollständig
erklären. Rot (wie die Glut am Feuer unserer Vorfahren) zum
Beispiel wirkt auf jeden Menschen warm. Ob dadurch aber eine
Empfindung von Geborgenheit oder eher Beengtheit ausgelöst wird,
ist individuell verschieden, denn Farbwirkung ist auch erlernt.
Während wir zu einer Hochzeit "unschuldiges" Weiß tragen, ist
diese Garderobe in anderen Kulturen zu einer Beerdigung
angebracht. Wir wiederum sind auf Beerdigungen schwarz
Jede Farbe hat ihre
gekleidet, denn diese Farbe steht für alle Zivilisationen für das
eigene Wirkung
"Nichts". Da nach dem christlichen Glauben auf den Tod keine
Wiedergeburt erfolgt, wurde Schwarz zum Symbol für den Tod und © MMCD
erhielt so seine eher negative Besetzung. Die Farbe Rot galt vor allem früher als königlich,
denn die Herstellung des Farbstoffs aus der Purpurschnecke war so kostspielig, dass nur die
höchsten Schichten ihn sich leisten konnten. Im Russischen haben die Worte "Schön" und
"Rot" den selben Wortstamm. Heute wird die Farbe eher mit Revolution und Kommunismus
verbunden.
Die Werbung nutzt unsere Farbempfindungen (so sind zum Beispiel fast alle Hygieneartikel
in frisch und rein wirkendem weiß und blau oder türkis gehalten), schafft sie aber auch selber.
So floppte die geplante Einführung einer kristallklaren Cola, weil der Konsument bereits
gelernt hatte, dass Cola eben Braun zu sein hat. Dass schwarz-gelb Gefahr bedeutet, haben
wir ebenfalls gelernt - anhand der Warntracht von Wespen und Feuersalamandern.
(Kerstin Fels,01.07.2005)
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Attr. 162
Schönheitsideale ändern sich mit der Zeit. Jede Epoche, jedes Jahrzehnt hat ganz eigene
Vorstellungen darüber, was als „schön“ oder als „modern“ bezeichnet werden kann. So galt
früher „dick als chick“ und heute „schlank, schlanker am schlankesten“. Extreme Gegensätze,
die ihren Ursprung in der herrschenden Gesellschaft finden.
Die Venus von Willendorf wurde in der Steinzeit als „Traumfrau“ gewertet. Sie besaß große
hängende Brüste, dicke Beine, einen runden Bauch und üppige Fettreserven als Garant für die
„Aufzucht“ der nächsten Generation, Dickleibigkeit als Schönheitsideal.
In der griechischen Klassik standen ausgewogene Proportionen im Vordergrund – Körper und
Geist waren harmonisch – doch aus heutiger Sicht wirkt dieses Ideal eher stämmig.
Das Schönheitsideal der vollen Körper hielt über die Renaissance bis hin zum Barock stand.
Üppige Formen galten als sinnlich und verlockend.
In der Renaissance stach besonders der wie schwanger erscheinende Bauch heraus, denn
Arme, Beine und Brust zeigten sich eher unscheinbar und mager. Später im Barock zeigte
sich die Frau im Urzustand weiterhin üppig, doch kristallisierte sich das Ideal „schmale
Taille“ heraus. Die Frauen zwangen sich in Korsetts, um dem Ideal zu entsprechen.
Erst im 20. Jahrhundert änderte sich das Schönheitsideal grundlegend. Was bis dahin das
Korsett geleistet hatte, musste nun am Körper selbst abgespeckt werden. Die erste
Schlankheitswelle kam ins Rollen. Attr. 163
Während des Ersten Weltkrieges hatten es die Frauen zu einer neuen Selbstständigkeit
gebracht. Als äußeres Zeichen dafür schnitten sie sich die Haare ab und strebten eine sehr
schlanke, androgyne Figur an.
Dieses neue Bild von der Frau wurde im zweiten Weltkrieg kurzweilig unterbrochen, denn
hier waren wieder weibliche Formen gefragt, Mütterlichkeit wurde propagiert. Die gut
genährten Damen galten auch noch in der Nachkriegszeit als schön, denn die Fülle zeugte von
Reichtum.
In den 60ern setzte sich das Schlanksein aber wieder durch. Anfangs verkörpert durch
Marilyn Monroe und Liz Taylor, die mit langen Beinen, einer schmalen Taille und großem
Busen auftrumpften, später dann durch das Model Twiggy. Die knabenhafte, magersüchtig
erscheinende Frau passte gut in die damalige Zeit der gesellschaftlichen Umwälzung und des
Feminismus – weibliche, mütterliche Formen waren in der Zeit der Studentenbewegung und
der Kinderlosigkeit nicht modern.
Die in den 20ern ausgelöste Schlankheitswelle bleibt uns bis heute erhalten. Schlank,
schlanker am schlankesten ... Ein Startschuss nicht nur für Aerobic, Fitness und Diäten,
sondern auch für die plastische Chirurgie. Attr. 164
Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft drei Mal höher
Kurvenreiche Frauen sind fruchtbarer
veröffentlicht am veröffentlicht: 14.05.04 - 08:32 Uhr
"Es war interessant zu sehen, dass das, was wir in psychologischen Studien beobachteten,
einen biologischen Hintergrund hat."
London (rpo). Das kurvenreiche Frauen auf Männer eine besondere Anziehungskraft ausüben,
hat einen biologischen Hintergrund: Eine polnische Untersuchung hat ergeben, dass Frauen
mit großer Oberweite und Wespentaille besonders fruchtbar sind.
Bei ihnen übertrifft die Menge des für die Fortpflanzung wichtigen Hormons Östradiol den
Wert anderer Frauen um fast ein Drittel. "Eine um 30 Prozent höhere Konzentration bedeutet,
dass die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft etwa drei Mal höher liegt", sagte
Forschungsleiterin Grazyna Jasienska dem Magazin "New Scientist"
Die Forscher um Jasienska untersuchten 119 Polinnen im Alter von 24 bis 37 Jahren. Frauen
mit ausgeprägter Figur hatten um 26 Prozent höhere Östradiol-Werte als die
Vergleichsgruppe, zur Zyklusmitte lag der Wert sogar um 37 Prozent höher. Die Schwäche
für Frauen mit schmaler Hüfte und breitem Becken sei ein universales Merkmal von
Männern, sagte Jasienska: "Es war interessant zu sehen, dass das, was wir in psychologischen
Studien beobachteten, einen biologischen Hintergrund hat." Attr. 165
Frauen mit großem Busen und schmaler Taille werden leichter schwanger als hagere
Geschlechtsgenossinnen, berichtet das Gesundheitsmagazin Apotheken Umschau.
Herausgefunden hat dies ein internationales Forscherteam um die Humanbiologin Grazyna
Jasienska von der Universität Krakau (Polen). Die aufregend gerundeten Frauen haben einen
höheren Östradiol-Gehalt im Blut. Das, so die Wissenschaftler, verschaffe ihnen eine zweibis dreimal höhere Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden.
Quelle: Gesundheitsmagazin Apotheken Umschau
Attraktivität
Dickschrift?
Schriftgröße nicht verändern!
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10sonstiges
Eine gemischte Strategie bei den Nachkommen ist oft sehr sinnvoll. Dies trifft zu bei Herdentieren, auch bei den Jungen der
Einzelgänger. Bei Menschen kann man gemischte Strategien im Bezug auf Wesensstrukturen besonders deutlich beobachten. Es kommt
nicht nur vor, dass ein Mensch eine andere Strategie verfolgt als ein Anderer, sondern dass ein und derselbe Mensch zwei oder mehr
Strategien hat. Menschen mit kleinerem Gehirn sind meist nur an eine Strategie gebunden während großhirnige Menschen die Strategie
leichter ändern können.
Hat also erst die Fähigkeit zu Sympathie und Liebe die Entwicklung des menschlichen
Gehirns ermöglicht?
Entwickeln und entfalten.
Diesen Gedanken formulierte schon im 19.Jahrhundert Charles Darwin, der Urvater der
Evolutionstheorie. „Alles ist indirekt von dem einen oder anderen Geschlecht erlangt
worden“, merkte der Naturforscher in einem seiner Werke an, „ und zwar durch den
Einfluss der Liebe und der Eifersucht, durch die Anerkennung des Schönen im Klang, in
der Farbe oder der Form und durch die Ausübung einer Wahl. Diese Fähigkeiten des
Geistes hängen offenbar von der Entwicklung des Gehirnnervensystems ab“. Hüther
überträgt diese Idee auf den Alltag: Liebe ist ein Prozess des Werdens, ein Prozess der
Entfaltung und Entwicklung von Menschen in der Wechselwirkung ihrer Beziehung“. Die
neuesten Forschungsergebnisse könnten dabei helfen, den Ursprung dieser Fähigkeit zu
erklären. Das Entdecken und Erleben der Liebe sei aber durch nichts zu ersetzen, ist der
Neurobiologe überzeugt. Ende. Attr. 195 Komentar sinnvoll
23Meinung der Wissenschaft
29Att und Tod
Wenn Männer im Computer Frauengesichter ändern, dann produzieren sie volle Lippen und große Augen, den Kiefer schmäler. Die
Wissenschaftler sagen das weibliche Sexualhormon
Östrogen besitze genau den selben Einfluss auf die Gesichtszüge.
Das dies ein Zeichen wäre,
dass die Männer sich mit diesen Frauen viele Nachkommen wünschen, ist sehr vereinfacht.
Männer suchen bei Frauen, natürlich unbewusst, nach vielen anderen Eigenschaften. Wie z.B. die Fähigkeit, dass seine Kinder auch
dann überleben und ranghoch bleiben, selbst wenn er bei einem Jagdunfall stirbt. Die Fähigkeit der Frau mit den Kindern auch ohne ihn
zu leben, erkennt er in Form von Attraktivität.
10Sonstiges
23Meinung der Wissenschaft
Der ideale Mann hat sanfte Züge. Als die Forscher in einer weiteren Testreihe Frauen vor die Bildschirme setzten, erlebten sie eine
Überraschung. Die Teilnehmerinnen verpassten den Männern nicht etwa kantige Züge....wahrscheinlich soll es weiter heißen ...sie
bekamen eher weiche Gesichtszüge.
Hierzu wäre folgendes zu sagen: Frauen suchen einen anderen Mann für die Ehe und das Häuschen usw., als für den Seitensprung. Der
Mann der geheiratet wird soll in der Lage sein die Frau und seine Kinder zu ernähren und soll Eigenschaften und Fähigkeiten haben Frau
und Kinder zu lieben und diese zu behüten und zu versorgen. Dies ist gut für die Frau damit sie und ihre Kinder unter steinzeitlichen
Verhältnissen überlebt, aber das ist nicht der beste Mann um ihre Gene stark zu vermehren. Nachdem die Frau nur eine beschränkte
Anzahl von Kinder zur Welt bringen kann, kann sie ihre Gene viel stärker vermehren über ihre Söhne.
1.12.2007 Evolutionsaufzeichnungen meist Attraktivität
23Meinung der Wissenschaft
Es folgen Links zu deutschsprachigen Forschern und Instituten die sich schwerpunktmäßig
mit Attraktivitätsforschung geschäftigen.
Karl Grammer ( Eibeleibesfeld?)
Das Ludwig Holzmann Institut für Urban Ethologie in Wien befasst sich aus strickt
soziobiologischer Perspektive schwerpunktmäßig mit der Rolle von Attraktivität im
menschlichen Paarungsverhalten. Karl Grammer ist Autor des Buches „Signale der Liebe“
( Buch wahrscheinlich vorhanden).
Ronald Hens.
Ronald Hens ist zusammen mit K. Grammer einer der Pioniere der deutschsprachigen Attraktivitätsforschung. Er ist angeblich der weltweit beste Kenner in Sachen
Urteilerübereinstimmung. Allerdings international wenig bekannt ( s. Ausdruck Internet
vom 19.11.07)
Manfred Hasse-Rauck ist Professor für Sozialpsychologie an der Bergischen Universität
Wuppertal.
Martin Gründl.
Martin Gründl ist Psychologe an der Universität Regensburg und Experte im Morphen von
Gesichtern. Attr. 448
Johannes Hönekopp
J. Hönekopp ist Psychologe an der technischen Universität Kemnitz.
Thomas Jakobsen
Th. Jakobsen ist Psychologe an der Universität Leipzig.
Eckard Volant
E. Volant war ursprünglich Primatenforscher und ist heute Professor für Philosophie der
Grundlagenwissenschaften an der Universität Giessen.
Bernhard Fink
B. Fink ist Humanbiologe und Psychologe und arbeitet heute an der Göttinger SozioBiologie. Er ist ein ehemaliger Mitarbeiter von K. Grammer.
Lars Pänke.
L. Pänke ist Psychologe an der Humboldt- Universität Berlin.
Tobias Greitemeier. Ludwig-Max.-Universität München.
Alexander Passhoss, Anthropologe an der Abteilung für Humanbiologie und
Anthropologie an der freien Universität Berlin.
Att. 1
Attraktivität aus Wikipedia der freien Enzyklopädie s. Ausdruck vom 19.11.2007 Text
beachten wegen Einleitung.
Att. 2
Attraktivitätsstereotype wegen Einleitung beachten. Vielleicht Strategie der unattraktiven
erwähnen. Die meisten Menschen halten attraktive Personen für erfolgreicher, glücklicher
und kompetenter, jedoch nicht unbedingt für ehrlicher und hilfsbereiter. Ausdruck
beachten. Attr. 449
Att.3
Morphing. Eine Reihe von Fotographien von Personen wird bei Morphing zu einem
Durchschnittsgesicht zusammengemischt. Diese Durchschnittsgesichter
werden als besonders attraktiv beurteilt, s. Ausdruck.
Welchen Mann Frauen besonders attraktiv beurteilen hängt z.T. von ihrem Zyklus ab.
Tierbeispiele im Ausdruck sind schlechte Beispiele.
Att.4
Als matching bezeichnet man die Ähnlichkeit in der psychischen Attraktivität von Partnern
s. Ausdruck. Bücher zum Thema Schönheit s. Ausdruck vom 19.11.2007 die Liste erhebt
keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Bücher für Fachkundige s. Ausdruck, hierbei
besonders beachtenswert ein Buch von Kilian Rhodes und Lessli Zybrowitsch. Prüfen ob
nur in Englisch oder auch in Deutsch.
Att.5
Schönheitsideal aus Wikipedia der freien Enzyklopädie, Ausdruck beachten.
Obwohl die Schönheitsideale je nach Kultur variieren gibt es durchaus genügend
Gemeinsamkeiten. Eine ethnographische Studie behauptet, dass in den untersuchten 62
Kulturen, dicke Frauen als attraktiv gelten. Bei 1/3 werden mittlere Gewichtsklassen und
nur bei 20 % schlanke oder dünne Menschen bevorzugt. Zur Zeit gibt es einen Trend in
Richtung schlank.
Zitat „Die großen Unterschiede bei der als ideal geltenden Körperfülle werden in der
Regel mit jeweils unterschiedlichem Nahrungsangebot erklärt“ s. Ausdruck. Attr. 450
Att.6
Wandel der abendländischen Schönheitsvorstellungen.
Häufig wird die s.g. Venus von Willendorf als Beleg herangezogen, dass Fettleibigkeit in
der europäischen Frühgeschichte zum Schönheitsideal gehörte. Einige Wissenschaftler
vertreten die Meinung, dass diese altsteinzeitliche Frauenfigur eher nicht eine Schönheit
sondern eine Fruchtbarkeitsfigur darstellen soll. Beide Interpretationen dürften
wahrscheinlich falsch sein. Die Venus von Willendorf dürfte mit einiger
Wahrscheinlichkeit eine Schamanin oder ähnliches darstellen. Die Venus v. Willendorf hat
im Bereich der Taille den größten Körperumfang. Was der Taillenumfang mit
Schamanentum zu tun hat, wird später erklärt.
Att. 7
Antike
Att.8
Mittelalter, Ausdruck beachten Attr. 451
Att 9.
Barock, Rokoko s. Ausdruck
Att 10.
Ausdruck beachten
Att. 11
20. Jahrhundert, Ausdruck beachten
Att. 12
Frauen verändern Gang mit ihrem Zyklus. Ausdruck beachten
Zitat „ Der Gang einer Frau wirkt auf Männer während ihrer fruchtbaren Tage
....“ dieses Zitat endet ...einst vor liebsamen Partnern schützen“ .
Dies dürfte falsch sein. Ausdruck beachten. Der Hüftschwung während der fruchtbaren
Phase ist zu spät. Die Frau muss den Mann näher kennen lernen, dies braucht Zeit. Meist
hat eine Frau bereits einen Partner. Zitat „ Dieses Ergebnis überraschte die
Wissenschaftler...die sie attraktiver machen.“
Zitat „ In dem vermeintlichem Widerspruch ... schützen sich so vor Nachwuchs von
ungewünschten Vätern „ s. Ausdruck. ddp/wissenschaft.de
./. ulrich dewald s. Ausdruck. Weitere Adresse www.wissenschaft.de
Att.13
Globalisierte Vorliebe Symmetrie Zitat „ Menschen können an Hand von
Gesichtmerkmalen Eigenschaften wie gute Gesundheit, Fruchtbarkeit, körperliche
Dominanz oder auch sozialorientiertes Verhalten erkennen“
Ausdruck beachten. Überlegen Eigener Kommentar, weil unvollständig
Att.14 Attr. 452
Ausdruck beachten. Bei Hunger oder Armut finden Männer kräftigre Frauen attraktiv. Ein
Mann, der sozial nieder angesiedelt ist und nach den Gesetzen der Steinzeit vom Hunger
bedroht ist, bzw. das Risiko besteht, dass er seine Frau und seine Kinder nicht oder nicht
ausreichend ernähren kann, sollte eine kräftigere Frau sehr attraktiv finden, denn hier geht
es in erster Line ums Überleben bei einer Hungersnot. Die schlanke Frau ist gut geeignet
um sozial aufzusteigen oder um zu zeigen, dass ihr Mann sozial oben steht. Eine schlanke
Frau demonstriert ihrem Umfeld und den Männern, dass sie von einer guten Jägerfamilie
abstammt, vorausgesetzt ihr Körper zeigt viel Eiweiß und wenig Fett. Deshalb werden
Frauen mit kräftigen Oberschenkeln bei sichtbarer Muskelstruktur als sehr attraktiv
empfunden. Dies war in der Steinzeit nur möglich, wenn diese Frau reichlich mit Fleisch
versorgt wurde.
Dies ließ die Frau hochrangig erscheinen und dies ließ auch ihren Mann hochrangig
erscheinen. Ausdruck beachten. Ein Beitrag von Ilka Lenen-Weyel
Att.15
Ein Bericht von 29.9.2004 Psychologie aus dem Internet.
Was die Stimme über das Liebesleben eines Menschen verrät. Ausdruck beachten. Beitrag
von Cornelia Dickpfaff.
Att.16
Gleich und Gleich ist gesellig, aber nicht begehrenswert. Ausdruck beachten.
Wenn man einen Menschen mit ähnlichen Gesichtszügen mag, dann bedeutet dies, dass
eine Gen-Verwandtschaft wahrscheinlich ist. Attr. 453
...und bei Konflikten ??
Bei einem Lebenspartner ist eher das Gegenteil der Fall, denn Ähnlichkeit und genetische
Verwandtschaft erhöht das Risiko, dass ein Gen-Defekt den Stammbaum aussterben lässt.
Zitat „Diese Bevorzugung habe sich wahrscheinlich.....vor inzestuösen Beziehungen
entwickelt, schreibt die Psychologin“.
Diese Meinung bestätigen. Beitrag von Ilka Lenen-Weyel. Gesellschaft.
Att.17
Warum Ben bei Frauen besser ankommt als Paul?
Ausdruck beachten. Ausdruck wenig wichtig.
Att.18
Kurvenreiche Frauen sind fruchtbarer. Ausdruck beachten.
Zitat „Frauen mit großer Oberweite und einer Wespentaille ....bei Untersuchungen der
Hormonspiegel von 119 Frauen nachgewiesen“
Was war zuerst da ? Henne oder Ei. Mehr sexuelles Begehren. Facharzt fragen bei
welchem Frauentyp kann man wie schnell eine Schwangerschaft erkennen! Verschiedenste
Ursachen beachten.
Att.19
Altes Klischee bestätigt. Wahre Schönheit kommt tatsächlich von Innen.
Ausdruck beachten. Ausdruck wenig wichtig. Ausdruck trotzdem erwähnen und eventuell
ergänzen. Attraktivitätsempfinden wird von Nützlichkeit beeinflusst. Aggression beachten!
Attr. 454
Att.20
Weibliche Geschlechtshormone machen Frauen attraktiv, Ausdruck beachten und
ergänzen. Männer finden bestimmte Frauen attraktiv und sind z.T. zu anderen Frauen nett.
Attraktivitätsempfinden und sexuelles Begehren gehört nicht immer zusammen. Bestimmte
Frauen sehen im jungendlichem Alter sehr attraktiv aus, jedoch die Schönheit verliert sich
sehr schnell mit zunehmendem Alter. Ein anderer Frauentyp behält die Attraktivität
wesentlich länger. Frauen mit hohen weiblichen Hormonwerten sehen in der Jungend und
in jungen Jahren oft sehr attraktiv aus, verlieren aber möglicherweise mit zunehmendem
Alter die Attraktivität etwas schneller, als attraktive Frauen mit einer wenig weiblichen
Hormonstruktur. Wenn die Forscher Fotos von Frauen übereinander legen, um mit
Computertechnik ein Durchschnittsbild zu erzeugen, so nehmen sie wahrscheinlich die
Fotos von jungen Frauen. Beitrag von Ulrich Dewald.
Att.21
Wie die Gesichtszüge den politischen Erfolg beeinflussen.
Ausdruck beachten. Steinzeitgesetze beachten.
Att.22
Niedliche Kinder haben die besseren Karten.
Zitat „ Attraktiver Nachwuchs bekommt von den Eltern mehr Aufmerksamkeit. Einem
attraktiven Kind .... in Supermärkten beobachtet haben“. Ausdruck beachten.
Zitat „ Die Eltern setzten die am wenigsten attraktiven Kinder..... bei der Auswertung ihrer
Daten auf“. Attr. 455
Zitat „ Dieses Verhalten erklärt Studienleiter.....dass sie es doch machen“.
Steinzeitgesetze beachten. Eltern prägen Kinder instinktiv für die spätere Aufgabe, damit
die Kinder die Gene der Eltern möglichst gut erhalten, des- halb gibt es auch eine
Depressionsprägung. Ein Depressionsprägung bekommen häufiger unattraktive Kinder.
Kinder bei denen die Eltern erkennen, dass sie eine Depressionsneigung haben bzw. die
Neigung zur depressiven Persönlichkeit, empfinden die Eltern diese Kinder weniger
attraktiv. Dadurch fällt es den Eltern leichter, eine Prägung zur depressiven Persönlichkeit
mitzugeben. Menschen mit einer depr. Persönlichkeit dienen den Genen der Eltern mehr
als den eigenen Genen. Dadurch wird das Attraktivitätsempfinden deutlich beeinflusst.
Att.23
Warum Frauen auf dunkle Männerstimmen fliegen.
Zitat „ Frauen bevorzugen tiefe Männerstimmen......gute hormonelle und genetische
Qualitäten besitzt und sich außerdem unter Rivalen gut behaupten kann“. Frage stellen:
Was sind gute genetische Qualitäten? Ist hierbei auch immer die genetische Erhaltungsund Vermehrungsfähigkeit gemeint?
Eine Frau wird eine männliche Stimme für die Ehe häufig anders bewerten als die
männliche Stimme für den Seitensprung. Attr. 456
Att.24
Schwangerschaft macht wählerisch.
Beitrag vielleicht mäßig wichtig. Zitat „ Ebenso erwiesen sich auch Frauen.... die mit der
Pille verhüten“.
Att.25
Attraktive Blicke. Ausdruck beachten, wahrscheinlich weniger wichtig.
Att.26
Lukrative Fruchtbarkeit. Ausdruck beachten. Bemerkung von Karl Grammer beachten,
wahrscheinlich wenig wichtig.
Att.27
Warum Frauen gute Tänzer lieben. Artikel wahrscheinlich wenig wichtig.
Ein guter Tänzer war in der Steinzeit fit. Ein guter Tänzer ist attraktiv für Frauen.
Att.28
Ihr Eisprung steht Frauen ins Gesicht geschrieben. Während der fruchtbaren Tage
erscheinen weiblich Gesichtszüge attraktiver. Artikel eher unwichtig.
Fotos können täuschen.
Att.29
Hormone machen Rivalinnen hässlich.
Während ihrer fruchtbaren Tage finden Frauen andere Frauen unattraktiver.
Artikel beachten. Attr. 457
Att.30
Hormone machen Machos attraktiv.
In bestimmten Zyklusphasen denken Frauen nur an das E i n e.
Artikel beachten.
Att.31
Männer denken doch nur an das E i n e.
Artikel wahrscheinlich nur mäßig wichtig.
Att.32
Kinderreiche Bässe.
Auch die Stimmlage entscheidet über den Fortpflanzungserfolg eines Mannes.
Zitat „ Männer mit einer tieferen Stimme haben mehr Nachkommen.....warum Männer
tiefere Stimmen haben als Frauen“. Überlegen. Dies trifft möglicherweise heute zu, kann
aber in der Steinzeit anders gewesen sein. Männer mit tieferen Stimmen zeugen vielleicht
mehr Nachkommen, aber in der Steinzeit war die Kindersterblichkeit bei den
Nachkommen der Männer mit tieferer Stimme größer. Wenn Männer mit tieferer Stimme
bei den Jäger- und Sammlergesellschaften in Tansanier??? nicht verstanden?? haben, dann
trifft das vielleicht heute zu, war aber in der Steinzeit anders, weil auch Jäger- und
Sammlergesellschaften heute unter anderen Bedingungen leben. Artikel beachten.
Alle Artikel sind ein Ausdruck vom 18.11.2007 und vom 19.11.2007.
Att.33
Eifersucht macht schöne Menschen interessanter.
Artikel mäßig wichtig Attr. 458
Att.34
Brautschau a la Steinzeit. Artikel beachten.
Att.35
Was Männer von jüngeren Frauen haben.
Zitat „ Österreichische Wissenschaftler glauben entdeckt zu haben.....können die Forscher
allerdings nicht sagen“. Wenn eine Frau mit einem etwas älteren Partner mehr Kinder
bekommt als mit einem gleichaltrigen Partner, ist das Risiko, dass die Kinder nicht
überleben bzw. die Kinder in der Steinzeit getötet wurden geringer. Der ältere Partner hatte
in der Sippe mehr Einfluss. Außerdem kann man annehmen, wenn ein älterer Mann eine
mehrere Jahre jüngere Frau hat, dass er dann hochrangig war sonst hätte er sich schwerer
getan, eine merklich jüngere Frau zu bekommen.
Zitat „ Für interessant halten die Wissenschaftler besonders die Daten derjenigen
Probanden, deren Partnerschaft nach dem ersten Kind auseinander ging. Sie entschieden
sich anschließend durchgehend für jüngere Partner, möglicherweise um ihren eigenen
Fruchtbarkeitsverlust durch das zunehmende Alter zu kompensieren. ???
Wenn eine Frau in der Steinzeit sich anschließend einen jüngeren Partner nimmt, so zum
großen Teil deshalb, weil der jüngere Partner ihre bisherigen Kinder besser behandeln
wird. Der jüngere Partner hat noch nicht so viel Einfluss und er hat mehr Zeit um Kinder
mit ihr und anderen Frauen zu zeugen. Der Beitrag war von Martin Fieder und Susanne
Huber, Universität Wien. Er wurde veröffentlicht am 29.8.2007. Attr. 459
Att.36
Ansprechender Hüftschwung.
Zitat „ Sex-Appeal lässt sich nicht auf Körpermasse wie breite Schultern oder eine
Wespentaille reduzieren. Sich mit femininem Hüftschwung bewegende Frauen wirken
attraktiver als solche, die machohaft ihre Arme bewegen“.
Der Hüftschwung sagt auch aus, ob die Frau ein breites Becken hat oder nur durch
Fettansatz an den Hüften ein breites Becken vortäuscht.
Zitat „ Nach den Ergebnissen ist die Wahrnehmung von Attraktivität komplexer als bisher
angenommen“.
Man kann immer wieder beobachten, dass Fachleute ein unkompliziertes Model annehmen
und später dann die Feststellung machen, dass die Sache wesentlich komplexer ist. Viele
Fachleute nehmen an, dass die Wespentaille ein Zeichen von Gesundheit und Fruchtbarkeit
ist. Es sollte berücksichtigt werden, dass wahrscheinlich die Wespentaille etwas aussagt
über die Wahrscheinlichkeit der Schwangerschaft.
Weibliches Interesse macht Männer für andere Frauen attraktiver.
Zitat „ Wenn ein Mann von einer Frau angelächelt wird, erhöht das seine Attraktivität für
andere Frauen. Gleichzeitig setzt dieses Lächeln seinen Wert in den Augen anderer
Männer herab“.
Es spielt auch eine Rolle, ob ein Mann von einer attraktiven Frau oder von einer weniger
attraktiven Frau angelächelt wird. Wenn er von einer attr. Frau angelächelt wird, dann ist
das ein starkes Indiz für den genetischen Wert des Mannes, besonders wenn er....
D. aus. Attr. 460
Attraktivität vom 18.u. 19.11.2007
Informationen über das Internet.
Att.37
Wie ein Lächeln die Konkurrenz verschärft.
Weibliches Interesse macht Männer für andere Frauen attraktiver.
Zitat „Wenn ein Mann von einer Frau angelächelt wird, erhöht das seine Attraktivität für
andere Frauen“. Ende von Seite A beachten. Da eine Frau nicht alles über den Mann, der sie
interessiert, weiß, ist es günstig, wenn sie das Wissen anderer Frauen für sich nutzt bzw. wenn
sie die Meinung anderer Frauen über den Mann berücksichtigt. Wenn man das Wort „
Futterneid“ wörtlich nimmt, so hat das nichts mit Futterneid zu tun. Natürlich spielt es eine
Rolle, ob andere Frauen einen Mann kurz ansehen, um dann den Blick wieder abzuwenden
und ihn anschließend nicht mehr beachten oder ob der Blick der Frauen immer wieder zu dem
betreffenden Mann wandert. Die Frauen versuchen untereinander herauszufinden, welches
Motiv andere Frauen haben wenn sie immer wieder Blickkontakt mit dem Mann suchen.
Männer reagieren häufig mit Stress, wenn sie bemerken, dass ein anderer Mann die Blicke der
Frauen immer wieder auf sich zieht. Für sehr junge Mädchen die z. T. noch in der Pubertät
sind erscheint ein Bühnenstar oft besonders attraktiv. Als sehr junges Mädchen ein Kind von
einem Superstar zu bekommen ist aus Sicht der Steinzeit eine sehr gute Strategie, besonders
dann, wenn die Eltern noch fit sind. Dieses Mädchen kann ihr Kind den Eltern übergeben und
war so wieder frei für einen attraktiven Mann. Auf die Art und Weise konnte sie Kinder von
mindestens zwei Männern bekommen ohne das Risiko eingehen zu müssen, später einen
Seitensprung machen zu müssen um ein Kuckuckskind zu bekommen. Eine junge Frau, die
sehr früh ein Kind bekam das von den Eltern aufgezogen wurde, erscheint vielen Männern
attraktiv. Seine Töchter werden das Erbgut der Mutter mitnehmen und sich ähnlich verhalten
und das nützt somit seinen Genen. Ein Mann, der eine Frau nimmt die in sehr jungen Jahren
ein Kind bekam, das von den Eltern aufgezogen wird, weiß mit großer Attr. 461
Wahrscheinlichkeit, dass diese Frau auch fruchtbar ist und in der Lage, ein gesundes Kind zu
bekommen. Es gibt auch Männer, die eine Frau nehmen, die bereits schwanger ist, möglichst
von einem Supermann. Wenn das ein Sohn wird, wird er wahrscheinlich wieder ein
Supermann. Wenn er dann Kinder mit dieser Frau zeugt, profitieren seine Kinder weil
möglicherweise ein Mitglied der Familie wieder zu sehr hohen Ansehen kommt. Ein Mann,
der eine schwangere Frau nimmt profitiert besonders dann, wenn er sich nicht sehr
hochrangig einschätzt. Wenn er die Möglichkeit sieht, eine hochrangigere Frau zu bekommen,
weil diese schwangere Frau befürchten muss, dass ein Stiefvater ihr Kind schlecht behandelt
und sie deshalb dazu neigt, einen Mann zu nehmen, der weniger hochrangig ist, weil dieser
ihre Kinder bzw. ihr Kind besser behandelt. Ähnliches trifft auch zu, wenn die Frau nicht nur
schwanger ist, sondern wenn sie schon Kinder hat. Wenn eine Frau schwanger ist von einem
sehr attr. Mann und einen weniger attr. Mann heiratet, dann hat dieser Mann gute Aussichten,
dass die Umwelt annimmt, dass dieses Kind vom Supermann sein eigenes Kind ist. Dadurch
wird die Frau attraktiver, so dass der Attraktivitätsverlust oft wieder ausgeglichen wird.
Frauen, die sich mit einem sehr attr. Mann einlassen, selbst auf die Gefahr hin, dass dieser
Mann sie nicht heiraten wird, neigen oft dazu einen anderen braven Familienvater im Auge zu
behalten, den sie sehr schnell nehmen wird, bevor sie für diesen braven Mann unattraktiver
wird, weil dieser Mann das zu erwartende Kind nach einem gewissen Zögern nicht mehr als
sein Kind sehen kann. Attr. 462
Att.38
Was Frauen immer schon begehrenswert machte.
Zitat „Schönheit liegt wohl doch nicht nur im Auge des Betrachters..... Merkmal von
Gesundheit und Fruchtbarkeit beschrieben erklären die Forscher“.
Wichtiges Zitat „ Für Sozialwissenschaftler ist die Beurteilung...... universelle Geltung haben
soll“.
Zitat „ Um diese Theorie zu untermauern......vom Körpergewicht einen niedrigen
Östrogenspiegel“.
Dieses Zitat besonders beachten.
Warum sollte die Natur bei Frauen Fett am Bauch ansiedeln, wenn Fett am Hintern viel
attraktiver ist? Wieso sollte das eine Aussage im Bezug auf Gesundheit sein? Wieso sollte das
eine Aussage im Bezug auf Fruchtbarkeit sein? Warum lässt die Natur zu, dass einige Frauen
viel Fett am Bauch ansetzen? Zitat „ 3 Körperteile wurden in der Literatur....Erwähnung eines
großen Taillenumfangs „. S. Venus von Willendorf.
Zitat „ Um die allgemeine Gültigkeit......ist äußerst klein vermerken sie“.
Att.39
Unterschiede machen treu.
Studie . Je unterschiedlicher das Immunsystem eines Paares ist, umso geringer ist die Neigung
zum Seitensprung. Bericht beachten. Attr. 463
Att.40
Was Väter mit der Pubertät ihrer Töchter zu tun haben?
Dieser Beitrag ist zur Zeit nicht so wichtig und wird vorerst aussortiert.
Att.41
Urteil im Schnellverfahren.
Menschen bewerten fremde Gesichter schon in sec. Bruchteilen. Beitrag beachten.
Att.42
Kurven im Wandel der Jahreszeiten.
Hormonschwankungen verändern die weibliche Körperform im Laufe des Jahres. Überlegen.
Beitrag beachten.
Zitat „ Je ausgeprägter die Kurven....schreiben die Forscher“.
Vielleicht spielt es eine Rolle, dass die Frauen in der Steinzeit im Spätsommer und Herbst
vermehrt in die Natur mussten um z. B. Beeren und Gemüse zu sammeln.
Att.43
Was eine schlechte Kindheit mit Frauengesichtern anstellt.
Studie. Stress in jungen Jahren macht weniger attraktiv und maskuliner. Mädchen, die als
Kinder schon wenig attraktiv sind, werden oft von den Eltern schlechter behandelt. Sie
erhalten weniger Aufmerksamkeit. Sie bekommen eine andere Prägung. Maskuliner
Einschlag erscheint logisch. Überlegen. Eine maskulinere Mutter hat mehr Streit mit dem
Vater. Sie behandelt ihre Kinder möglicherweise weniger positiv. Frauen, die aus einer
geschiedenen Ehe kommen, liegen dazwischen. Zitat „ Auch genetische Faktoren ....tragen
ebenfalls bevorzugt maskuline Züge“. Attr. 464
Att.44
Attraktivitätsforschung.
Wikipedia der freien Enzyklopädie. Die Attraktivitätsforschung beschäftigt sich mit der
Erforschung der Attraktivität des menschlichen Gesichtes und Körpers. Sie ist keinem
bestimmten Fachgebiet zugeordnet sondern wird in einer Vielzahl von
Wissenschaftsdisziplinen betrieben wie der Psychologie, den Neurowissenschaften, der
Verhaltensforschung oder auch den Wirtschaftswissenschaften.
Entwicklung der Attraktivitätsforschung.
Geschichte. Die systematische Erforschung der menschlichen Schönheit nahm ihren Anfang
in den späten 60er Jahren. Artikel beachten.
Zitat“ Während die ersten Attraktivitätsforscher noch davon ausgingen, dass Schönheit im
Auge des Betrachters liege, brachten die in den 1980 Jahren durchgeführten Untersuchungen
zur Urteilerübereinstimmung die Frage ins Blickfeld : Welche Merkmale attr. Gesichter bzw.
Körper auszeichnen. Seit Mitte der 80er Jahre spielen in der Attraktivitätsforschung
zunehmend Evolutionspsychologische Ansätze eine Rolle die nach dem biologischen Sinn
von Attraktivität fragen“. Bericht weiter beachten.
Bewertung von Schönheit. Attr. 465
Zitat „Die Frage nach der Urteilerübereinstimmung bei der Attraktivitätsbewertung von
Gesichtern haben sich vor allem deutschsprachige Attraktivitätsforscher ( z. B. Ronald Hens)
ausgiebig angenommen. Demnach ist unser Attraktivitätsurteil ungefähr zur Hälfte subjektiv,
die andere Hälfte haben wir mit anderen Menschen gemeinsam“. Bericht weiter beachten.
Welche Merkmale werden als attraktiv empfunden?
Zitat „ Eines der für den Laien verblüffendsten Attraktivitätsmerkmale heißt
Durchschnittlichkeit“.
Ob Symmetrie ein Attraktivitätsmerkmal ist, ist noch umstritten. Bericht weiter lesen und z.T.
widersprechen. Beispiel: Volle Lippen wirken nur dann attraktiv, wenn sie mit bestimmten
anderen Merkmalen kombiniert sind. Auch bei männlicher Attraktivität existieren noch
Widersprüche.
Att.45
Wie wirkt sich Attraktivität im sozialem Kontext aus?
Bericht beachten.
Zitat „Dieser s.g. Attraktivitätsstereotyp führt dazu, dass schöne Menschen in praktisch allen
Bereichen des gesellschaftlichen Lebens positiver behandelt werden. Hübsche Kinder etwa
bekommen in der Schule bessere Noten. Attr. 466 Attraktive Erwachsene können vor Gericht
mit milderen Strafen rechnen, treffen in Notlagen auf mehr Hilfsbereitschaft“.
Attraktive Politiker haben mehr Erfolg bei der Wahl. Attr. Menschen werden meist als
bessere und fähigere Menschen betrachtet. Das Attraktivitätsstereotyp ist bereits im Alter von
6 Monaten nachzuweisen. Die Verbindung von Schönheit und Gut lässt sich in allen
Kulturen nachweisen. Das alles sind Indizien die eher gegen die vorherrschende Meinung
sprechen, dass Attr. in erster Linie mit Gesundheit und Fruchtbarkeit zu tun hätte.
Zitat „ Die Suche nach den biologischen Wurzeln steckt jedoch noch in den Kinderschuhen“.
Att.46
Attraktivität und Partnerwahl.
Bericht beachten. Schöne Menschen suchen und bekommen schöne Partner. Überlegen.
Welchen biologischen Sinn hat die Schönheit?
Zitat „ Evolutionspsychologisch orientierte Attraktivitätsforscher sehen im guten Aussehen
ein biologisches Signal. Schönheit ist demnach ein Zeichen von Partnerqualität insbesondere
von Gesundheit und Fruchtbarkeit“.
Wichtige Frage. Warum gibt es so wenig hochattraktive Menschen?
Warum hat die Natur die weniger attraktiven oder unattraktiven Menschen nicht aussortiert?
Bericht beachten und z. T. widersprechen. Attr. 467
Das experimentieren mit Gesichtern im Computer ist sehr wichtig. Partner suchen. Weiter
Bericht beachten.
Zitat „ Bei den Faktoren Gesundheit und Fruchtbarkeit lassen sich jedoch klare und
eindeutige Zusammenhänge bisher nicht feststellen“.
Zitat „ Was die biologische Erklärung der menschlichen Schönheit angeht, steht die
Attraktivitätsforschung trotz vielversprechender Ansätze erst am Anfang“.
Bericht weiter beachten.
Att.47
Kritik und Ergänzung.
Zitat „ Trotz der Ergebnisse der Experimente ist zu bezweifeln, ob es den Halloeffekt im
Bereich psychische Attraktivität tatsächlich gibt“.
Att.48
Wechselwirkungen zwischen psychischer Attr. und schulischer Sozialisation.
Bericht beachten. Je positiver die Attr. beurteilt wird, umso weniger scheinen soziale
Ängstlichkeit, Nervosität, Erregbarkeit, Gehemmtheit und emotionale Labilität ausgeprägt zu
sein. ??? Prüfen. Literatur beachten. Web-Links beachten.
Att.49 auf C lt. Werner 48
Attraktivitätsforschung im deutschsprachigen Raum.
www.schönheitsformel.de.
Attraktivitätsforschung – deutschsprachig atm
Weiter Anschriften beachten. Attr. 468
Att.50
Für Fachpublikum.
Bücherliste:
Ronald Hens beachten
Att.51
Vaterqualitäten stehen Männern ins Gesicht geschrieben.
Zitat „ Vom Standpunkt der Evolution aus betrachtet spielen für die Wahl des richtigen
Partners zwei Faktoren eine Rolle. Die Qualität der Gene und die Bereitschaft, sich um den
Nachwuchs zu kümmern“.
Frage: Was ist die Qualität der Gene und ist die Bereitschaft, sich um den Nachwuchs zu
kümmern keine genetische Qualität?
23Meinung der Wissenschaft
38Eigene Kommentare
Wenn ein Mann dazu neigt, eine Frau die ihn verlassen will zu töten, dann ist das ein Zeichen
von Unattraktivität und Attraktivität gleichzeitig. Da Frauen auf Zeichen von Attraktivität
und Unattraktivität unterschiedlich reagieren, hat ein Mann, der seine Frau aus Eifersucht
getötet hat, in Zukunft wieder Aussichten eine Frau zu finden, die ihn liebt. Das gleiche gilt
für Männer, die dazu neigen Frauen zu vergewaltigen. So ist es leicht verständlich, wenn
einige vergewaltigte Frauen darauf warten, bis ihr Vergewaltiger wieder aus dem Gefängnis
entlassen wird, um mit ihm dann ein intensives, sexuelles Verhältnis einzugehen.
Attr. Frauen mit großen Augen suchen immer wieder das soziale Umfeld, um ihre
Attraktivität immer wieder bestätigt zu bekommen. Diese Frauen sorgen dafür, dass sie
möglichst im Mittelpunkt stehen und vertragen es schlecht, wenn sie übersehen werden. Attr.
469
Frauen mit tiefliegenden, kleineren bzw. mittelgroßen Augen und breitem Mund machen sich
im sozialen Umfeld deutlich weniger bemerkbar. Aber auch diese Frauen vertragen es nicht,
wenn sie kritisiert werden oder wenn die Attraktivität in Frage gestellt wird. Attr. Frauen mit
großen Augen tun meist viel um eine gute schlanke Figur zu behalten. Attr. Frauen mit relativ
kleinen und tiefliegenden Augen bei einem geringen Abstand der Augenbrauen zu den Augen
haben weniger Veranlagung Fett an zusetzten. Dies ist natürlich nur statistisch zu sehen.
Ausnahmen gibt es immer. Aber die Ausnahmen sind erstaunlicherweise relativ selten. Für
die Attr. einer Frau spielt es eine Rolle, ob die Schädeldecke nach hinten ansteigt oder relativ
waagrecht verläuft. Für den Eindruck der Attr. spielt es eine Rolle, wie groß der Abstand von
den Augen zum Mund ist. Besonders, wenn man die Länge des Gesichts berücksichtigt. Es ist
möglich, dass attr. Frauen mit langen, kräftigen Haaren häufiger an einem Fluss oder noch
wahrscheinlicher am Meer gelebt haben. Attr. Frauen mit großen Augen haben häufiger eine
gewölbte hohe Stirn als attr. Frauen mit kleineren Augen. Attr. Frauen mit kleineren Augen
haben im Schnitt stärkere Zähne oder besser mit höherer Wahrscheinlichkeit stärkere Zähne
als attr. Frauen mit großen Augen. Attr. Frauen mit großen Augen sind meist körperlich
weniger belastbar als attr. Frauen mit kleineren Augen. Fachmann fragen ob man bei Frauen
mit Taille bzw. Wespentaille Schwangerschaft früher sieht als Frauen weniger oder ohne
Taille. Frauen mit breitem Becken haben wahrscheinlich einen sichtbar anderen Gang als
Frauen mit schmäleren Becken und Fettansatz an den Hüften, sodass der Hintern der beiden
Frauen den gleichen Unfang hat. Frauen mit breitem Mund sind z. Z. als
Filmschauspielerinnen gefragt, weil bei diesen Frauen die Emotionen deutlich sichtbar sind.
Attr. 470
C. aus
Attraktivität Text 3
Eigene Texte sind einfach geschrieben,
Texte aus dem Internet sind unterstrichen.
Cassette vom 30.12.2007
Ausdruck aus dem Internet
Attraktivität 3, Seite 10
Ganz statistisch bleibt die Idealvorstellung allerdings nicht ...
Kommentar: Teilweise ist die Schönheitsvorstellung auch durch die Zeit veränderbar. Nach
dem Motto „Die Macht des Kollektivs“ neigen Menschen dazu, den eigenen Geschmack zu
ändern, wenn sie glauben, daß die Masse eine bestimmte Vorstellung hat. Sie wollen sich
anpassen. In der Steinzeit-Sippe war dies für die meisten Mitglieder sinnvoll, weil eine
Konfrontation mit den anderen oder eine Konfrontation mit der Mehrheit der anderen
bedeutete Gefahr. Umso interessanter ist es, festzustellen, daß bestimmte
Schönheitsmerkmale scheinbar durch Mode nicht zu sehr formbar sind. Dies spricht für eine
deutliche genetische Verankerung zumindest bestimmter Schönheitsmerkmale, wie z.B. die
schmale Taille.
Ebenso wie sich ein Look im Laufe der Zeit ändert, ...
Kommentar: Richtig.
Anscheinend liegt also ...
Kommentar: Richtig Attr. 471
Es grünt so grün. Welche Landschaft ist schön? Langsam versinkt die Sonne am Horizont.
Das kommt in schräger Kleinschrift.
Attraktivität 3, Seite 11
Ein Bayer wird stets die Schönheit der Berge lieben ...
Die ganze Seite in schräger Kleinschrift.
Diesen Teil zu einem späteren Zeitpunkt beachten. Hier sind Widersprüche und
Fehlinterpretationen zu erkennen und viele Punkte wurden übersehen.
Attraktivität 3, Seite 12
Mozart oder Madonna: Schöne Musik
Es war bestimmt kein einfaches Konzert ...
Ganze Seite in kleiner Schrägschrift.
Kommentar: Evolutionserklärung mager. Wichtige Punkte nicht erkannt.
Attraktivität 3, Seite 13
Starb Napoleon an der Farbe Grün? Farben und ihre Wirkung
Von 1815 bis 1821 lebte Napoleon ....
Diese Seite ganz raus.
Attraktivität 3, Seite 15 Attr. 472
Schönheitsideale im Wandel der Zeit
Hier wird wieder die Venus von Willendorf erwähnt. Dazu habe ich schon einen Kommentar
abgegeben. Der gehört hier auch dazu. Die Venus von Willendorf wurde in der Steinzeit nicht
als Traumfrau gesehen, sondern als Schamanin oder ähnliches.
Weiterer Kommentar: Ob zu einer bestimmten Zeit mehr die fülligen oder mehr die schlanken
Frauen bevorzugt werden, das hängt auch damit zusammen, ob die Frauen mehr im
Berufsleben sind oder ob die begehrte Frau eine Hausfrau ist. Die üppigere Frau gehört ins
Haus, die schlankere Frau in den Beruf. Steinzeit beachten.
Haben nicht viele Männer Probleme mit Frauen, die berufstätig sind, vor allem,
wenn sie nicht einen typisch weiblichen Beruf ausübt? Denn dann müßten sie
immer die fülligeren Frauen bevorzugen, unabhängig davon, ob zu einer
bestimmten Zeit viele oder wenige Frauen berufstätig sind.
Es ist auch zu berücksichtigen, daß nicht allzu wenige Männer bei einer üppigen Frau
potenter sind, bzw. von Potenzstörungen nicht bedroht sind, während dies bei einer schlanken
Frau leichter der Fall sein kann. Außerdem kommt es des öfteren vor, daß ein Mann mit einer
schlanken attraktiven Frau ausgehen will und mit einer fülligeren Frau Sex haben will.
Weiterer Kommentar: Wenn ein Mann eine Frau hat, die er sehr gut kontrollieren konnte oder
kontrollieren wollte, dann durfte die Frau eher einen Bauch haben. Wenn er eine neue Frau
kennenlernt, dann soll sie schlank sein und keinen Bauch haben. Heutzutage treffen Männer
viel häufiger Frauen, die sie noch nicht kennen, bzw. die sie nicht kontrollieren.
Kommentar: Es ist zu berücksichtigen, daß es zu jeder Zeit Männer gab, die fülligere Frauen
bevorzugten, und solche Männer, die schlanke Frauen mit flachem Bauch bevorzugten. Nur
zu bestimmten Zeiten bekamen diese und zu anderen Zeiten jene Männer mehr Recht. Oder
der Geschmack dieser und zu anderen Zeiten der Geschmack jener Männer war gerade
modern. Attr. 473
Ist es dann nicht günstig, wenn man der persönliche Geschmack dem
jeweiligen Zeitgeist entgegensteht? Man hat mehr Auswahl, bzw. weniger
Konkurrenz.
Attraktivität 3, Seite 16
Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft 3mal höher ...
Kommentar: Der biologische Hintergrund könnte zumindest zum Teil falsch oder
unvollständig interpretiert sein. Allerdings kann man annehmen, daß eine Frau ohne Taille
und ohne ausgeprägtes Becken wesentlich unwilliger schwanger wird, weil diese Frauen
haben in der Regel andere Aufgaben oder auch andere Aufgaben als nur Kinder zu
bekommen. Hierüber später mehr.
Frauen mit großem Busen und schmaler Taille werden leichter schwanger als hagere
Geschlechtsgenossinen ...
23Meinung der Wissenschaft
Attraktivitätsforschung
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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Die Attraktivitätsforschung beschäftigt sich mit der Erforschung der Attraktivität des
menschlichen Gesichtes und Körpers. Sie ist keinem bestimmten Fachgebiet zuzuordnen,
sondern wird in einer Vielzahl von Wissenschaftsdisziplinen betrieben, wie der Psychologie,
den Neurowissenschaften, der Verhaltensforschung oder auch den Wirtschaftswissenschaften.
Inhaltsverzeichnis
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1 Entwicklung der Attraktivitätsforschung
o 1.1 Geschichte
o 1.2 Aktuelle Entwicklungen
2 Fragestellungen
o 2.1 Bewertung von Schönheit
o 2.2 Welche Merkmale werden als attraktiv empfunden?
o 2.3 Wie wirkt sich Attraktivität im sozialen Kontext aus?
o 2.4 Attraktivität und Partnerwahl
o 2.5 Welchen biologischen „Sinn“ hat Schönheit?
o 2.6 Der Halo-Effekt bei physischer Attraktivität
 2.6.1 Experimente
 2.6.1.1 Landy & Sigall (1974)
 2.6.1.2 Kaplan (1978)
 2.6.1.2.1 Experiment 1
 2.6.1.2.2 Experiment 2
 2.6.2 Zusammenfassung und Interpretation der Ergebnisse
 2.6.3 Kritik und Ergänzungen
o 2.7 Wechselwirkungen zwischen physischer Attraktivität und schulischer
Sozialisation
 2.7.1 Hinführung zum Thema
 2.7.2 Fragestellung
 2.7.3 Befunde
 2.7.3.1 Schüler-Lehrer-Interaktion
 2.7.3.2 Schüler-Schüler-Interaktion
 2.7.4 Fazit und Kritik
 2.7.5 Literatur
3 Siehe auch
4 Weblinks
5 Literatur
o 5.1 Populärwissenschaftlich
o 5.2 Für Fachpublikum
o 5.3 Weitere Literatur
6 Quellen
Entwicklung der Attraktivitätsforschung [Bearbeiten]
Geschichte [Bearbeiten]
Die systematische Erforschung der menschlichen Schönheit nahm ihren Anfang in den späten
1960-er Jahren. Zunächst waren daran vor allem US-amerikanische Sozialwissenschaftler
beteiligt, die sich hauptsächlich für die Auswirkung von körperlicher Attraktivität auf die
verschiedensten Arten der zwischenmenschlichen Beziehungen interessierten, etwa auf die
Bereitschaft, anderen Menschen zu helfen. Während die ersten Attraktivitätsforscher noch
davon ausgingen, dass Schönheit „im Auge des Betrachters“ liege, brachten die in den 1980er Jahren durchgeführten Untersuchungen zur Urteilerübereinstimmung die Erkenntnis, dass
sich unterschiedliche Menschen in ihrem Schönheitsurteil durchaus ähneln. Damit rückte nun
verstärkt die Frage ins Blickfeld, welche Merkmale attraktive Gesichter bzw. Körper
auszeichnen. Seit Mitte der 80-er Jahre spielen in der Attraktivitätsforschung zunehmend
evolutionspsychologische Ansätze eine Rolle, die nach dem biologischen „Sinn“ von
Attraktivität fragen. Bis heute ist die Evolutionspsychologie das vorherrschende (wenn auch
nicht unangefochtene) theoretische Paradigma der Attraktivitätsforschung geblieben.
Aktuelle Entwicklungen [Bearbeiten]
Mit der Einführung moderner bildgebender Verfahren in die Hirnforschung halten seit Mitte
der 1990-er Jahre die Neurowissenschaften Einzug in die Attraktivitätsforschung. Mit Hilfe
der funktionellen Magnetresonanztomographie werden die am Attraktivitätsurteil beteiligten
Hirnstrukturen und die zugrundeliegenden neuronalen Prozesse erforscht. Die Suche nach den
physiologischen Grundlagen des ästhetischen Empfindens geht dabei z.T. über die
menschliche Schönheit hinaus und bezieht – unter der Flagge der „Neuroesthetics“ – alle
Arten von ästhetischen Objekten und Erfahrungen wie etwa Kunstwerke oder Musik mit ein.
Auch die Wirtschaftswissenschaften beteiligen sich neuerdings an der Erforschung der
menschlichen Attraktivität. Mit Hilfe spieltheoretischer Ansätze gehen sie der Frage nach,
wie soziale Austauschbeziehungen durch das Aussehen beeinflusst werden. Seit einigen
Jahren erweitert sich insbesondere innerhalb der evolutionspsychologisch geprägten
Attraktivitätsforschung das Konzept von „Attraktivität“ zusehends. Neben der visuellen
Attraktivität von Gesicht und Körper sind nun auch der Körpergeruch, die Stimme oder auch
Bewegungen zum Gegenstand der Forschung geworden. Dabei tritt zunehmend die Frage
nach der Natur und Herkunft von interindividuellen Unterschieden in der
Attraktivitätswahrnehmung in den Vordergrund. (Warum etwa können sich die einen
Menschen gegenseitig „riechen“, die anderen nicht?)
Fragestellungen [Bearbeiten]
Die Attraktivitätsforschung beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit folgenden Fragen:





Inwieweit stimmen Menschen in ihrem Schönheitsurteil überein?
Welche Merkmale des Gesichtes bzw. Körpers werden als attraktiv empfunden?
Wie wirkt sich die Attraktivität eines Menschen im sozialen Kontext aus?
Welche Rolle spielt Attraktivität bei der Partnerwahl?
Welchen biologischen „Sinn“ hat Schönheit?
Bewertung von Schönheit [Bearbeiten]
Der Frage nach der Urteilerübereinstimmung bei der Attraktivitätsbewertung von Gesichtern
haben sich vor allem deutschsprachige Attraktivitätsforscher (z.B. Ronald Henss) ausgiebig
angenommen. Demnach ist unser Attraktivitätsurteil ungefähr zur Hälfte subjektiv, die andere
Hälfte haben wir mit anderen Menschen gemeinsam. [1]. Dieser (relative) Konsens scheint
kulturübergreifend zu sein, sofern die jeweiligen Beurteiler mit den in Frage stehenden
Ethnien vertraut sind. Ein weißer Europäer stimmt beispielsweise bei der Bewertung eines
japanischen Gesichtes weitgehend mit japanischen Bewertern überein – unter der
Voraussetzung, dass er bereits „Erfahrung“ mit japanischen Gesichtern gemacht hat (also z.B.
Japaner in seinem Bekanntenkreis hat). Männer und Frauen weisen in ihren
Schönheitsurteilen zwar gewisse Unterschiede auf (Frauen beispielsweise sind mit guten
Noten etwas zurückhaltender als Männer, insbesondere, wenn es um Männergesichter geht),
im großen Ganzen stimmen beide Geschlechter aber recht gut überein (genauso wie das auch
unterschiedliche Altersgruppen oder auch soziale Schichten tun).
Welche Merkmale werden als attraktiv empfunden? [Bearbeiten]
Dante Gabriel Rossetti, The Beloved (1866)
Symmetrie, kindliche Gesichtszüge und makellose Haut werden universell als attraktiv
wahrgenommen.

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




Eines der für den Laien verblüffendsten Attraktivitätsmerkmale heißt
Durchschnittlichkeit: Wenn mehrere Gesichter fotografisch oder computertechnisch
(durch sog. „Morphing“) übereinandergelagert werden, so ist das resultierende
Durchschnittsgesicht attraktiver als die Mehrzahl der Einzelgesichter, aus denen es
hervorgegangen ist.
Als einer der stärksten Attraktivitätsfaktoren ist die Makellosigkeit der Haut
experimentell gut abgesichert – je glatter die Haut, desto attraktiver wird das
entsprechende Gesicht beurteilt.
Die Frage, ob ein Gesicht durch Symmetrie attraktiver wird, ist zwar ausführlich
beforscht, die Ergebnisse sind jedoch nicht ganz eindeutig. In einigen Studien werden
symmetrische Gesichter als attraktiver wahrgenommen, in anderen dagegen schneiden
perfekt symmetrische Gesichter nicht besser – vereinzelt sogar schlechter - ab als
weniger symmetrische. Konsens besteht allerdings darin, dass höhergradige
Asymmetrien der Schönheit eines Gesichtes abträglich sind.
Attraktive weibliche Gesichter weisen Merkmale und Proportionen auf, die auch die
Gesichter von Kindern auszeichnen: große Augen, eine hohe Stirn, eine niedrige
Kieferpartie. Ob die Attraktivität dieser Merkmale mit ihrer wahrgenommenen
Kindlichkeit (sog. „Neotenie-Hypothese“) zusammenhängt oder ob sich in ihr die
besondere Geschlechtstypizität des Gesichtes widerspiegelt (also der Gegensatz zum
männlichen Gesicht, das sich durch eine kräftigen Kiefer, eine flache Stirn und kleiner
wirkenden Augen auszeichnet), ist unter Forschern umstritten.
Sog. „Reifezeichen“ (M. Cunningham) in Form von hohen, betonten Wangenknochen
und schmalen Wangen machen Frauen- und z.T. auch Männergesichter attraktiver.
Beim weiblichen Gesicht wirken volle Lippen attraktiv – möglicherweise, weil sie auf
einen hohen Spiegel an weiblichen Geschlechtshormonen hinweisen (die Lippen
werden in der Pubertät unter dem Einfluss von Östrogen voller).
Die Faktoren, die ein Männergesicht attraktiv machen, sind weniger eindeutig zu
definieren. Die „Männlichkeit“ eines Gesichtes (die sich in einem kräftigen, kantigen
Kinn, hervorstehenden Wangenknochen und schmalen Wangen äußert) führt nicht in
allen Experimenten zu höheren Attraktivitätswerten – möglicherweise, weil allzu viel
Männlichkeit auch mit negativen Charaktereigenschaften wie Machismo,
Aggressivität und Untreue assoziiert wird.
Odalisque von Jules-Joseph Lefebvre
Für die Figur werden folgende Attraktivitätskriterien diskutiert:

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

Das Phänomen der „Durchschnittlichkeit“ (s.o.) scheint auch beim Körper zu greifen
Einer der wichtigsten (und kulturübergreifenden) Attraktivitätsfaktoren beim Mann ist
die Körpergröße. Die Körpergröße einer Frau dagegen ist für ihre Attraktivität
unerheblich.
Das ideale Körpergewicht und die ideale Figur schwanken von Epoche zu Epoche und
Kultur zu Kultur recht stark. Die heutige Bevorzugung sehr schlanker Frauenkörper ist
im historischen und ethnographischen Vergleich eher die Ausnahme.
In den 1990-er Jahren wurde die „Waist-to-Hip-ratio“, also das Verhältnis von
Taillen- zu Hüftumfang von dem US-amerikanischen Evolutionspsychologen
Devendra Singh als Attraktivitätsmaß in die Diskussion eingeführt. Ein Verhältnis von
0,7 galt demnach als optimal. Die Universalität dieser „Konstante“ wird jedoch von
neueren Untersuchungen zunehmend in Frage gestellt.
Sämtliche Schönheitsideale sind dem Wandel von Geschmack und Mode unterworfen – die
den Körper betreffenden Schönheitsnormen offenbar noch stärker als diejenigen, die sich auf
das Gesicht beziehen. Das heißt jedoch nicht, wie oft behauptet, dass Schönheitsideale völlig
beliebig wären – wie der Blick auf herausragende Schönheiten unterschiedlicher Epochen,
wie etwa Nofretete oder Michelangelos David, zeigt.
Wie wirkt sich Attraktivität im sozialen Kontext aus? [Bearbeiten]
Attraktiven Menschen werden in weitaus höherem Maß positive Eigenschaften wie z.B.
Gesundheit, Intelligenz oder gute Charaktereigenschaften zugeschrieben als weniger
attraktiven. Offenbar neigen Menschen dazu, ästhetische („schön“) mit ethischen Kategorien
(„gut“) zu vermischen. Dieses sog. Attraktivitätsstereotyp führt dazu, dass schöne
Menschen in praktisch allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens positiver behandelt
werden. Hübsche Kinder etwa bekommen in der Schule bessere Noten. Attraktive
Erwachsene können vor Gericht mit milderen Strafen rechnen, treffen in Notlagen auf mehr
Hilfsbereitschaft, und erhalten – wenn man das Attraktivste mit dem am wenigsten attraktiven
Drittel der Arbeitnehmer vergleicht - um ca. 10 Prozent höhere Gehälter. Auch ein
Zusammenhang zwischen physischer Attraktivität und Wahlerfolg wird mittlerweile
empirisch erforscht. So gut die Wirkung des Attraktivitätsstereotyps dokumentiert ist, so
wenig sind die Gründe erforscht, die zu der Gleichsetzung des Schönen mit dem Guten
führen. Eine entsprechende Sozialisation – wie sie von vielen Sozialwissenschaftlern als
Erklärung angeführt wird – ist eher unwahrscheinlich, da sich das Attraktivitätsstereotyp
bereits im Alter von sechs Monaten nachweisen lässt. Auch die Tatsache, dass sich die
Vermengung des Schönen mit dem Guten in allen Kulturen, Sprachen und Mythen
nachweisen lässt, spricht gegen eine rein kulturelle Tradierung des Attraktivitätsstereotyps im
Sinne von Sozialisation. Die Suche nach den biologischen Wurzeln steckt jedoch noch in den
Kinderschuhen.
Attraktivität und Partnerwahl [Bearbeiten]
Bei beiden Geschlechtern gehört körperliche Attraktivität zu den wichtigsten
Partnerwahlkriterien. Im Unterschied zu Männern sind Frauen allerdings eher bereit, beim
Faktor „Attraktivität“ zugunsten anderer Qualitäten, insbesondere Status und
Charaktereigenschaften, Abstriche zu machen. Männer dagegen lassen sich bei ihrer
Partnerwahl in viel stärkerem Maß von optischen Kriterien leiten. Dieses Muster scheint sich
im Zuge der stärkeren ökonomischen Gleichstellung der Frau zwar zu relativieren, ist auf dem
aktuellen Partnermarkt jedoch noch weitgehend gültig. Bei Verbindungen zwischen Partnern
mit unterschiedlichen sozialen Hintergründen ist es in aller Regel die Frau, die ihrem Partner
in Sachen Herkunft und Bildung unterlegen ist – dafür kann sie aber ihre höhere Attraktivität
in die Waagschale werfen. Bei den heutzutage häufigeren Partnerschaften zwischen Partnern
ähnlicher Herkunft und Bildung ähneln sich die Partner dagegen auch in ihrer Attraktivität:
Schöne Menschen haben schöne Partner, weniger schöne Menschen dagegen auch weniger
schöne Partner. Die Mechanismen, die zu dieser attraktivitätsmäßigen Schichtung des
Partnermarktes führen, werden derzeit anhand des sog. Speed-Dating intensiv erforscht.
Welchen biologischen „Sinn“ hat Schönheit? [Bearbeiten]
Evolutionspsychologisch orientierte Attraktivitätsforscher sehen in gutem Aussehen ein
biologisches Signal. Schönheit ist demnach ein Zeichen von „Partnerqualität“, insbesondere
von Gesundheit und Fruchtbarkeit. Diese sog. „Gute-Gene-Hypothese“ kann sich auf
verhaltensbiologische Erkenntnisse aus dem Tierreich stützen: In vielen Arten haben die am
reichsten ornamentierten Individuen nicht nur eine höhere phänotypische Qualität sondern
auch eine reichlichere und gesündere Nachkommenschaft. In diesem Zusammenhang wird
insbesondere der Symmetrie des Körperbaus eine besondere Bedeutung zugeschrieben. Sie
wird von vielen Forschern als Zeichen von sog. „Entwicklungsstabilität“ und damit als
Hinweis auf eine gute genetische Ausstattung aufgefasst. Inwieweit auch die menschliche
Schönheit als Indikator für biologische oder psychologische Qualitäten fungiert, lässt sich
derzeit noch nicht abschließend beantworten. Wohl lassen sich gewisse Zusammenhänge
zwischen Attraktivität und anderen „Qualitäten“ feststellen – insbesondere im Bereich
sozialer Fähigkeiten schneiden attraktive Menschen nach einer umfangreichen Meta-Analyse
der bestehenden Literatur aus dem Jahr 2000 besser ab[2]. Bei den Faktoren „Gesundheit“ und
„Fruchtbarkeit“ lassen sich jedoch klare und eindeutige Zusammenhänge bisher nicht
feststellen. Was die biologische „Erklärung“ der menschlichen Schönheit angeht, steht die
Attraktivitätsforschung trotz vielversprechender Ansätze erst am Anfang.
Der Halo-Effekt bei physischer Attraktivität [Bearbeiten]
Der Halo-Effekt (Thorndike, 1920; Wells, 1907) ist ein Urteilsfehler, bei dem Eigenschaften
oder Merkmale einer Person, die de facto unabhängig oder nur leicht zusammenhängend sind,
von der urteilenden Person als miteinander in einem direkten Zusammenhang stehend
wahrgenommen werden.
Experimente [Bearbeiten]
Landy & Sigall (1974) [Bearbeiten]
Landy und Sigall (1974) wollten herausfinden, ob die Beurteilung der Leistung einer Person
abhängig von deren Maß an physischer Attraktivität ist. Sie ließen Studenten Aufsätze
bewerten, von denen die Hälfte „schlecht“ und die andere Hälfte „gut“ waren. Zusätzlich war
an ein Drittel der Aufsätze das Foto einer attraktiven Frau, an das zweite Drittel das Foto
einer unattraktiven Frau und an das letzte Drittel gar kein Foto geheftet. Sowohl die Qualität
der Aufsätze als auch die Attraktivität der Frauen wurden vor dem eigentlichen Experiment
anhand von Voruntersuchungen überprüft. Bei einem guten Aufsatz gab es keinen
signifikanten Unterschied in der Leistungsbewertung der attraktiven und der unattraktiven
Autorinnen. War der Aufsatz jedoch von schlechter Qualität und die Autorin attraktiv, wurde
er besser bewertet als der schlechte Aufsatz einer unattraktiven Autorin. Somit konnte in
diesem Experiment der Halo-Effekt mit Einschränkung nachgewiesen werden. Zu kritisieren
ist an diesem Experiment und der Interpretation der Ergebnisse, dass es ausschließlich
männliche Versuchspersonen und weibliche Stimuluspersonen gab. Damit stellt sich die
Frage, ob der Halo-Effekt im Zusammenhang mit physischer Attraktivität nur dann auftritt,
wenn ein Mann die schlechte Leistung einer attraktiven Frau bewerten soll. Diese Frage
stellte sich auch Kaplan (1978).
Kaplan (1978) [Bearbeiten]
Experiment 1 [Bearbeiten]
Kaplan benutzte die gleiche Versuchsanordnung wie Landy und Sigall (1974) mit dem
Unterschied, dass er sowohl männliche als auch weibliche Versuchspersonen die Aufsätze
bewerten ließ. Damit wollte er herausfinden, ob es eine Interaktion zwischen dem Geschlecht
des Bewertenden und der Attraktivität der Stimulusperson gab. Tatsächlich werteten die
männlichen Versuchspersonen die Aufsätze der attraktiven Autorinnen auf, wohingegen bei
den weiblichen Versuchspersonen eine Tendenz bestand, die Leistungen attraktiver
Autorinnen abzuwerten, die allerdings nicht signifikant war. Im Anschluss an dieses
Experiment stellte sich nun die Frage, ob es einen Unterschied mache, wenn die
Stimuluspersonen, also die Autoren der Texte, männlich wären.
Experiment 2 [Bearbeiten]
Dies überprüfte Kaplan dann in einem zweiten Experiment, das wieder gleich aufgebaut war
wie das von Landy und Sigall (1974), nur das jetzt nicht nur die Versuchspersonen männlich
und weiblich waren, sondern die Autoren der Texte männlich waren. Heraus kam, dass
männliche Attraktivität bei weiblichen Bewertenden nicht den gleichen Effekt erzeugt wie
weibliche Attraktivität bei männlichen Bewertenden. Auch die männlichen
Versuchspersonen, welche die Texte der männlichen Autoren bewerteten, wurden durch das
Maß an Attraktivität der Stimulusperson nicht signifikant beeinflusst.
Zusammenfassung und Interpretation der Ergebnisse [Bearbeiten]
Aufgrund der Ergebnisse dieser Experimente kann man sagen, dass

der Halo-Effekt dann auftritt, wenn Männer schlechte Leistungen von Frauen
bewerten sollen; das bedeutet, dass attraktive Frauen bei schlechter Leistung von den


männlichen Versuchspersonen besser bewertet werden als unattraktive Frauen, also
das Maß an Attraktivität fälschlicherweise die Bewertung einer von der Attraktivität
gänzlich unabhängigen Leistung beeinflusst
sowohl Männer als auch Frauen durch männliche Attraktivität in diesen Experimenten
nicht beeinflusst wurden
weibliche Versuchspersonen in diesen Experimenten durch weibliche Attraktivität
negativ beeinflusst wurden, da sie die Leistungen attraktiver Frauen tendenziell, wenn
auch nicht signifikant, schlechter bewerteten als die von unattraktiven Frauen
Kritik und Ergänzungen [Bearbeiten]
Trotz der Ergebnisse dieser Experimente ist zu bezweifeln, ob es den Halo-Effekt im Bereich
physische Attraktivität tatsächlich gibt. Zum Einen funktioniert er nach Kaplan (1978) nur,
wenn Männer schlechte Leistungen von attraktiven Frauen bewerten, was den
Geltungsbereich einschränkt, wobei die Frage, warum dies so ist, offen bleibt. Des Weiteren
wurde das Experiment von Landy und Sigall (1974) von Schmitt (1992) in Deutschland
repliziert, wobei der Halo-Effekt im Bezug auf die Leistungsbeurteilung der Stimulusperson
nicht zu beobachten war, was die Ergebnisse von Landy und Sigall (1974) und Kaplan (1978)
in Frage stellt. Somit kann man sagen, dass der Halo-Effekt im Bereich physische
Attraktivität, wie unzählige andere Phänomene in der Sozialpsychologie, noch weiterer
Forschung und Erklärung bedarf.
Wechselwirkungen zwischen physischer Attraktivität und schulischer
Sozialisation [Bearbeiten]
Hinführung zum Thema [Bearbeiten]
Auf Grundlage bisheriger Ergebnisse aus dem Bereich der Attraktivitätsforschung lässt sich
eine nicht zu unterschätzende Auswirkung bislang erforschter Phänomene auch im
schulischen Kontext erwarten. Diese können sowohl die Schüler-Lehrer-Interaktion, als auch
die Schüler-Schüler-Interaktion betreffen. Physische Attraktivität gilt nach Elashoff & Adams
et al. als eine der potentiellen Einflussvariablen bzgl. Lehrererwartungen. Außerdem wird von
Determinanten ausgegangen, wie Geschlecht, Herkunft und sozialem Status, die u.a. die
Leistungsbewertung bedingen. Darüber hinaus ist natürlich auch von Interesse, inwieweit der
Wert, der physischer Attraktivität von Kindern und Jugendlichen beigemessen wird, durch
den schulischen Sozialisationsprozess geprägt ist. Bisherige Forschungsergebnisse stammen
überwiegend aus dem anglo-amerikanischen Raum, weshalb die Übertragbarkeit auf die
Zusammenhänge o.g. Phänomene an deutschen Schulen z.T. problematisch ist. Sie belegen
allerdings, dass „subjektive“ und „objektive“ Attraktivität von der Kindheit bis hin zur
Adoleszenz überzufällig mit sozialer Wahrnehmung, mit der Ausbildung von Einstellungen
und Werthaltungen, mit Persönlichkeitsfaktoren und mit Qualität und Quantität sozialer
Interaktion kovariieren (Rost).
Fragestellung [Bearbeiten]
Der sogenannte Halo-Effekt und das damit verbundene Schönheitsstereotyp „Wer schön ist,
ist auch gut.“ lassen vermuten, dass die Bewertungen schulischer Leistungen bzw.
intellektueller Fähigkeiten der Schüler u.a. auch durch den Einfluss der physischen
Attraktivität entstehen könnten. Ebenso könnte dieser Effekt dazu beitragen, dass attraktive
Schüler bei Klassenkameraden ein höheres Ansehen genießen. Die Matching-Hypothese
könnte insofern eine Rolle spielen, als die Notenvergabe durch Lehrer u.a. auch von der
physischen Ähnlichkeit zwischen SchülerIn und LehrerIn geprägt sein kann. Freundschaften
unter Schülern könnten dabei auch mit diesem Prinzip entstehen. Darüber hinaus kann man
sich fragen, ob der Kontrast- und der Radiation-Effekt auch im schulischen Alltag
Auswirkungen haben.
Befunde [Bearbeiten]
Schüler-Lehrer-Interaktion [Bearbeiten]
Untersuchungen aus dem deutschsprachigen Raum zu „subjektiver“ und „objektiver“
Attraktivität liefern folgende Ergebnisse:
a) Einfluss des Geschlechts Kenealy et al. (1978) konnte nachweisen, dass Lehrer Mädchen
signifikant attraktiver wahrnehmen als Jungen. Damit lässt sich die eindeutige systematische
Tendenz erklären, dass Mädchen besser als Jungen beurteilt werden. Broody & Good (1974)
weisen jedoch auf eine Überschätzung des Potentials und der Intelligenz der Mädchen hin.
b)Einfluss des Halo-Effekts Mehrfach konnte die Hypothese bestätigt werden, dass der
Halo-Effekt auch in der Schüler-Lehrer-Interaktion zu beobachten ist. Attraktive Schüler
werden dementsprechend als intelligenter, sozialer und ehrlicher wahrgenommen (Kenealy,
1980; Dion, 1972). Zusätzlich zeigte sich, dass Lehrer von der Attraktivität des Schülers/ der
Schülerin auf das Interesse der Eltern schließen. Sie gehen davon aus, dass attraktive Kinder
Eltern haben, die sich mehr für das Wohlergehen und das Leben ihres Kindes interessieren,
als Eltern von unattraktiveren Kindern. Unattraktive Kinder erfahren signifikant mehr neutrale
bis hin sogar zu negativer Aufmerksamkeit. Aloia (1975) und Clifford (1975) bestätigten mit
ihren Untersuchungen, dass Lehrer an unattraktive Kinder einen geringeren akademischen
Anspruch haben sowie schwächere Leistungen erwarten. Attraktive Fotokinder erhalten i.d.R.
in den Fächern Musik/Kunst und Sachkunde bessere Noten. Rost merkt hierzu an, dass in den
oben aufgeführten Fächern ein Mangel an „harten Beurteilungskriterien“ vorliegt. Mehrfach
bewiesen, beeinflusst Schönheit vor allem dann, wenn weniger konkrete Informationen über
die Person vorliegen (in diesem Fall: leistungsbezogen).
Schüler-Schüler-Interaktion [Bearbeiten]
a) Einfluss der Schulzugehörigkeit Das Attraktivitätskonzept scheint sich bereits im
Kindergartenalter relativ klar gefestigt zu haben. Schulkinder schätzen
Attraktivitätsunterschiede bei anderen Kindern relativ zuverlässig ein; die Kriterien, die dazu
genutzt werden, sind ähnliche wie bei Erwachsenen. Vagt und Mayert konnten 1979 an einer
Stichprobe von 219 Hauptschülern und Gymnasiasten der 9. Jahrgangsstufe feststellen, dass
die Einschätzung der eigenen Attraktivität nicht mit der Attraktivitätseinschätzung durch
Peers korreliert. Es ergaben sich jedoch Beziehungen zu anderen Variablen; abhängig vom
sozio-ökonomischen Status und dem Alter der Eltern wurden die Kinder von ihren Peers als
attraktiver beurteilt. Als attraktiv eingeschätzte Gymnasiasten scheinen darüber hinaus
weniger Probleme mit Gleichaltrigen zu haben.
Betrachtet man nur die subjektive Attraktivtät, so zeigen sich gerade bei Hauptschülern
signifikante Korrelationen zu Variablen aus dem Bereich der Persönlichkeit, Sozial- und
Leistungsverhalten; d.h. je positiver die eigene Attraktivität beurteilt wird, desto weniger
scheinen soziale Ängstlichkeit, Nervosität, Erregbarkeit, Gehemmtheit und emotionale
Labilität ausgeprägt zu sein. Vagt folgert aus diesen Befunden, dass v.a. bei Hauptschülern
das Aussehen ein entscheidendes Wert- und Selbstwertkriterium darstellt, das aber ggfs. mit
steigender Schulbildung durch andere Kriterien z.B. aus dem Leistungsbereich überlagert
werden könnte. In anderen Arbeiten konnte dieser Befund zwar nur z.T. nachvollzogen
werden, aber hypothesenkonform zeigte sich auch hier, dass Hauptschüler zufriedener mit
dem eigenen Aussehen sind und mehr Aufwand (Zeit und Geld etc.) für gutes Aussehen
betreiben als Gymnasiasten.
b) Einfluss des Geschlechts Es zeigten sich in dieser Studie jedoch andere signifikante
Befunde, die gerade auch in Bezug auf einen möglichen Geschlechtseinfluss von beurteiltem
und beurteilendem Kind interessante Hinweise geben. So konnte gezeigt werden, dass
attraktiv eingeschätzte Mädchen tendenziell aus Familien mit höherem sozio-ökonomischen
Status stammen. Die Frage, die sich dabei stellt, ist, ob Eltern mit höherem Status v.a. bei
Töchtern dem Aussehen einen höheren Wert beimessen, als Eltern mit niedrigerem sozioökonomischen Status. Die Alltagserfahrung, dass sich soziale Beziehungen u.a. auch über
Attraktivität vermitteln, konnte von Rost insofern nachgewiesen werden, als attraktive
Kinder, v.a. Mädchen, häufiger von Peers zum Übernachten eingeladen werden. In diesem
Zusammenhang ist auch interessant, dass attraktiv beurteilte Mädchen offenbar häufiger auch
introvertierte Interessen (sammeln, zeichnen etc.) haben. Die Frage, ob schöne Mädchen sich
weniger um Sozialkontakte kümmern müssen, kann durch diesen Befund allerdings nicht
beantwortet werden. Insgesamt weisen verschiedene Befunde darauf hin, dass Mädchen die
Attraktivität Gleichaltriger generell positiver beurteilen als Jungen, und auch, dass Mädchen
selbst bzgl. ihrer Attraktivität positiver beurteilt werden als Jungen.
c) Einfluss des Halo-Effekts Offensichtlich scheint sich auch oder gerade im
Grundschulalter die Sympathie unter Kindern insbesondere durch das Aussehen zu
vermitteln. Rost konnte zwischen verschiedenen Items, die den Kindern der
Beurteilerstichprobe zur Bewertung Gleichaltriger vorgelegt wurden, signifikant positive
Korrelationen feststellen. Ein besonders enger Zusammenhang, der für die Wirksamkeit des
Halo-Effekts spricht, besteht zwischen den Items „Dieses Kind ist hübsch“ und „Ich mag
dieses Kind“. Aber auch die Items, die sich auf die Intelligenz, die Anzahl der Freunde und
die Glücklichkeit des beurteilten Kindes beziehen korrelieren eng untereinander.
Fazit und Kritik [Bearbeiten]
Wie die dargelegten Befunde zeigen, ist die Attraktivitätsforschung bei Kindern und
Jugendlichen v.a. auch im Bereich Schule noch lange nicht am Ende angelangt. Z.T.
widersprüchliche Befundlagen sprechen dafür, dass es keine eindeutigen Ergebnisse für
Zusammenhänge zwischen Attraktivität und Variablen wie Intelligenz, Beliebtheit,
Sozialverhalten etc. gibt. Vermutlich spielen gerade in diesem Forschungsbereich
Interaktionen höherer Ordnung eine entscheidenende Rolle; hier bedarf es also noch weitrer
Forschung. Ebenfalls nicht eindeutig beantwortet bleibt die Frage nach der Richtung bislang
festgestellter Zusammenhänge zwischen Attraktivität und weiteren Variablen. Zuletzt sei
darauf hingewiesen, dass es generell fraglich ist, ob die in den Studien angewendeten
Operationalisierungen – es wurde fast ausschließlich mit Fotos zur Bewertung gearbeitet –
valide Ergebnisse liefern können, da doch vor allem im Schulalltag einem natürlichen Umfeld
eine besondere Bedeutung zufällt.
Literatur [Bearbeiten]
Kenealy, P., Frude, N., & Shaw, W. (1987). Influence of children’s physical attractiveness on
teacher expectations. Journal of Social Psychology, 128, 373-383 Hassebrauck, M. & Niketta,
R. (1993). Physische Attraktivität. Hogrefe, Verlag für Psychologie. Daraus: Kapitel 9 Vagt,
G., Engelstädter, T., Schröder, N. & Veltrup, C. (1985). Einflüsse der Schulzugehörigkeit und
des Geschlechts auf die Einstellung zu Aussehensfragen. Psychologische Beiträge, 27, 277282
Siehe auch [Bearbeiten]






Attraktivität
Schönheit
Ästhetik
Schönheitsideal
Evolutionspsychologie
Lookism
Weblinks [Bearbeiten]

Attraktivitätsforschung im deutschsprachigen Raum

Attraktivitätsforschung international

Neuroesthetics - Mit seinem „Institute of Neuroesthetics“ geht der Großmeister der
Neurobiologie, Semir Zeki, seinem Steckenpferd nach: der Erklärung der Kunst aus
der Biologie.
Online-Experimente:

PSYTESTS (deutsch) - Auf dieser Seite des Instituts für Psychologie der HumboldtUniversität zu Berlin findet sich eine Studie zu den individuellen Vorlieben bei der
Wahrnehmung männlicher Gesichter.

Faceresearch.org (deutsch) - Auf dieser Website von Forschern der Universität
Aberdeen können Sie an kurzen psychologischen Experimenten teilnehmen, bei denen
es um die Attraktivitätswahrnehmung von Gesichtern und Stimmen geht. Die Seite
liegt auch in einer deutschen Version vor.

Bodygenerator und Bodycontest - Zwei Experimente des Regensburger Psychologen
Martin Gründl

Männergesichter - In diesem Experiment von Victor Johnston stehen männliche
Gesichter zur Bewertung.

A Little Lab (engl.) - Auf dieser Seite von Tony Little finden Sie eine Vielzahl von
Experimenten, bei denen es überwiegend um die Attraktivitätsbewertung und den
Persönlichkeitseindruck von Gesichtern geht.

Perception Lab (engl.) - Auf dieser Website von David Perretts Forschergruppe finden
sich verschiedene online-Experimenten zur Attraktivität von Gesichtern. Hier können
Sie auch Ihr Gesicht der Wissenschaft vermachen.

Symmetrie (engl.) - Hier können Sie Ihr Gesicht online symmetrisieren lassen und
Abweichungen von der perfekten Symmetrie in einem einzigen Zahlenwert berechnen
lassen.
Literatur [Bearbeiten]
Populärwissenschaftlich [Bearbeiten]

Ulrich Renz: Schönheit – eine Wissenschaft für sich, Berlin Verlag, 2006, ISBN
3827006244

Nancy Etcoff: Nur die Schönsten überleben, Diederich Verlag, 2001, ISBN
3720522229
Für Fachpublikum [Bearbeiten]

Ronald Henss: Spieglein, Spieglein an der Wand – Geschlecht, Alter und physische
Attraktivität (Beltz Psychologie Verlags Union, 1992). In dem Buch stellt der früher
an der Universität des Saarlandes tätige Psychologe nicht nur seine eigenen
Forschungen vor, sondern gibt auch einen sehr systematischen und klaren Überblick
über die weltweite Literatur zum Thema Urteilerübereinstimmung.

Ronald Henss: Gesicht und Persönlichkeitseindruck (Hogrefe, 1998). Dieses
persönlichkeitspsychologische Fachbuch dreht sich um die Frage: Welche Rolle spielt
das Äußere bei der Beurteilung des Inneren? Zunächst geht es um die Frage nach der
Struktur des Persönlichkeitseindrucks, also nach der Korrelation zwischen den
einzelnen Persönlichkeitsmerkmalen, die der Beurteiler im Beurteilten zu erkennen
meint. Dann die Frage nach der Urteilerübereinstimmung, und drittens die Frage nach
dem Zusammenhang zwischen Physiognomie und Persönlichkeitseindruck.

Manfred Hassebrauck und Reiner Niketta (Hrsg.): Physische Attraktivität (Hogrefe,
1993). Dieser Sammelband zieht die Summe der deutschsprachigen empirischpsychologischen Attraktivitätsforschung - die international leider nicht im Geringsten
wahrgenommen wurde. Eine Auseinandersetzung mit evolutionspsychologischen
Ansätzen fehlt in diesem Band bedauerlicherweise völlig.

Andreas Hergovich (Hrsg.): Psychologie der Schönheit – Physische Attraktivität aus
wissenschaftlicher Perspektive (WUV-Universitätsverlag, 2002). Die einzelnen
Beiträge in diesem Sammelband decken die wichtigsten Felder der psychologischen
Attraktivitätsforschung ab. Das Werk unterscheidet sich von einem „richtigen“
Lehrbuch darin, dass die Beiträge von Studenten (am psychologischen Institut der
Universität Wien) verfasst wurden und entsprechend in ihrer Qualität höchst
unterschiedlich sind.

Gillian Rhodes & Leslie Zebrowitz: Facial attractiveness. Evolutionary, Cognitive,
and Social Perspectives (Ablex Publishing, 2002). Das Buch kann schon fast als
Standardlehrbuch der Attraktivitätsforschung bezeichnet werden. Es zeigt das ganze
Spektrum des Fachgebietes auf, von der Evolutionspsychologie (die unter anderem
von dem Wiener Verhaltensforscher Karl Grammer vertreten wird) über die Theorie
der Wahrnehmungsvorlieben bis hin zu sozialpsychologischen Ansätzen.

Leslie Zebrowitz: Reading Faces: Window to the Soul? (Westview Press, 1997). In
diesem „Ein-Frau-Lehrbuch“ der amerikanischen Wahrnehmungsforscherin geht es
um die Signale, die unser Gesicht sendet, und wie wir sie empfangen und decodieren.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Wirken des Kindchenschemas und dessen
Erklärung. Das Buch ist für ein Fachbuch ausgesprochen opulent illustriert und so
verständlich geschrieben, dass es auch manchem Laien eine Freude sein wird.

Schmitt, M. (1992). Schönheit und Talent: Untersuchungen zum Verschwinden des
Halo-Effekts. Zeitschrift für experimentelle und angewandte Psychologie,475-492

Kaplan, R. M. (1978). Is Beauty talent? Sex interaction in the attractiveness halo
effect. Sex Roles, 4(2), 195-204

Landy, D., & Sigall, H. (1974). Beauty is talent: Task evaluation as a function of the
performer's physical attractiveness. Journal of Personality and Social Psychology,
29(3), 299-304
Weitere Literatur [Bearbeiten]
Kommentierte Bücherliste zum Thema Attraktivitätsforschung
Liste ausgewählter Primärliteratur zum Thema
Quellen [Bearbeiten]
1. ↑ siehe z.B.: Ronald Henss: Spieglein, Spieglein an der Wand – Geschlecht, Alter und
physische Attraktivität (Beltz Psychologie Verlags Union, 1992); Hönekopp, J (im
Druck) Once more: is beauty in the eye of the beholder? Relative contributions of
private and shared taste to judgments of facial attractiveness. Journal of Experimental
Psychology: Human Perception and Performance
2. ↑ Langlois, JH, Kalakanis, L, Rubenstein, AJ, Larson, A, Hallam, M & Smoot, M
(2000). Maxims or myths of beauty? A meta-analytic and theoretical review.
Psychological Bulletin, 126, 390-423
Von „http://de.wikipedia.org/wiki/Attraktivit%C3%A4tsforschung“
Kategorie: Sozialpsychologie
10.05.2006 - Psychologie
Vaterqualitäten stehen Männern ins Gesicht geschrieben
Kinderliebe macht Männer für Frauen zumindest als
Langzeitpartner attraktiv
Frauen erkennen schon bei einem Blick in das Gesicht eines
Mannes, ob er Interesse an Kindern hat oder nicht. Diese
unbewusste Beurteilung der Vaterqualitäten prägt die männliche
Attraktivität stärker als bislang angenommen, haben amerikanische
Psychologen in einer Studie nachgewiesen: Je höher die Frauen
das Interesse an Kindern einschätzten, desto attraktiver erschien
ihnen der Mann als Langzeitpartner. Umgekehrt bevorzugten die
Frauen als Partner für eine kurze Affäre eher Männer, die einen
hohen Testosteronspiegel hatten – und auch den konnten sie den
Männern am Gesicht ablesen.
Vom Standpunkt der Evolution aus betrachtet spielen für die Wahl des richtigen Partners zwei
Faktoren eine Rolle – die Qualität der Gene und die Bereitschaft, sich um den Nachwuchs zu
kümmern. Als Maß für die Qualität der genetischen Ausstattung gilt dabei der
Testosteronspiegel, da er direkt Rückschlüsse auf die Qualität des Immunsystems zulässt. Da
Testosteron außerdem die männlichen Gesichtszüge prägt, kann dieser Faktor relativ leicht
beurteilt werden: Je maskuliner ein männliches Gesicht wirkt, desto höher ist die
Hormonkonzentration. Ob einem Mann jedoch auch die Vaterqualitäten ins Gesicht
geschrieben stehen, war bislang unklar.
Um das zu testen, zeigten die Forscher um James Roney nun 39 Männern Bilder von Kinderund Erwachsenengesichtern und ließen sie entscheiden, welches Bild sie mehr ansprach.
Anschließend nahmen die Wissenschaftler Speichelproben für eine Testosteronmessung und
fertigten Digitalfotos der Teilnehmer an. Diese Bilder legten sie dann 29 Frauen vor und
baten sie, verschiedene Eigenschaften der abgebildeten Männer auf einer Skala von 1 bis 7 zu
beurteilen, darunter "wirkt maskulin", "mag Kinder" und "ist freundlich". In einer zweiten
Runde sollten die Frauen zusätzlich einschätzen, welcher der Männer sie für eine kurze Affäre
interessieren würde und welcher eher für einer langfristige Beziehung.
Die Frauen konnten die Kinderfreundlichkeit der Männer überraschend gut bewerten,
berichten die Forscher. Auch die gemessenen Testosteronspiegel und die Beurteilung, wie
maskulin ein Gesicht wirkt, stimmten sehr gut überein. Beide Faktoren beeinflussten die
Attraktivität der Gesichter, allerdings in entgegengesetzten Richtungen: Kinderliebe machte
eine Mann attraktiv für eine Langzeitbeziehung und ein hoher Testosteronspiegel für eine
kurze Affäre. Hormonstatus und Kinderliebe spiegeln sich also beide im Gesicht eines
Mannes wider und können unabhängig voneinander beurteilt werden, schließen die Forscher.
Sie wollen nun untersuchen, welche Gesichtszüge genau das Interesse an Kindern verraten.
James Roney (Universität von Kalifornien, Santa Barbara) et al.: Proceedings of the Royal
Society B, Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1098/rspb.2006.3569
ddp/wissenschaft.de – Ilka Lehnen-Beyel Attraktivität
08.11.2007 - Gesellschaft
Was der Hüftschwung (nicht) verrät
Frauen verändern Gang mit ihrem Zyklus
Der Gang einer Frau wirkt auf Männer während ihrer fruchtbaren Tage am
unattraktivsten. Das haben kanadische Wissenschaftler in Tests mit Männern
herausgefunden, denen sie Videos gehender Frauen zeigten. Der meist als
sexy empfundene Hüftschwung fiel bei Frauen in der fruchtbaren Phase des
Zyklus überraschenderweise kleiner aus als in der unfruchtbaren, ergab die
Auswertung der Wissenschaftler um Meghan Provost von der Queen's
Universtity in Ontario. Die Forscher vermuten hinter dem Zusammenhang eine
Strategie aus der menschlichen Evolutionsgeschichte, mit der sich Frauen
einst vor unliebsamen Partnern schützten.
Die Forscher statteten für ihre Untersuchung die Probandinnen zunächst mit Anzügen aus, die
mit kleinen leuchtenden Markierungen versehen waren. So konnten sie mit Filmaufnahmen
die Bewegungen beim Gehen genau analysieren. Frauen bewegen während ihrer fruchtbaren
Tage ihre Hüften weniger und halten ihre Knie näher beieinander, beobachteten die Forscher.
Als sie die Aufnahmen mehreren Gruppen von Männern zeigten, bewerteten diese den Gang
während dieser fruchtbaren Tage als weniger attraktiv als den Gang in der unfruchtbaren
Phase, der mit einem größeren Hüftschwung verbunden war.
Dieses Ergebnis überraschte die Wissenschaftler, da sie genau mit dem Gegenteil gerechnet
hatten, berichtet Provost. So hatten frühere Studien ergeben, dass Männer die Gesichter oder
die Gerüche von Frauen in deren fruchtbarer Phase als attraktiver bewerten. Auch
veröffentlichten US-Forscher erst vor wenigen Wochen eine Untersuchung, nach der
Stripteasetänzerinnen in ihren fruchtbaren Tagen mehr verdienen - sie also unbewusst Signale
an die Männer aussenden, die sie attraktiver machen.
In dem vermeintlichen Widerspruch vermuten die Forscher ein Schutzprinzip aus der
Entwicklungsgeschichte des Menschen: Während der Gang auch aus großer Entfernung noch
beobachtet werden kann, wirken die von Gesichtern oder Gerüchen ausgehenden Signale nur
auf kurze Distanzen. Frauen haben daher die Möglichkeit, sich Männern ihrer Wahl gezielt zu
nähern und diesen ihre Fruchtbarkeit zu signalisieren. Weniger interessante Männer halten sie
hingegen auf Distanz. Durch den schwächer ausgeprägten Hüftschwung verbergen die Frauen
ihre fruchtbaren Tage und schützen sich so vor Nachwuchs von ungewünschten Vätern.
New Scientist, 10. November, Seite 14
ddp/wissenschaft.de – Ulrich Dewald
10.10.2007 - Psychologie
Globalisierte Vorliebe: Symmetrie
Menschen bevorzugen überall auf der Welt gleichmäßige Gesichter
Symmetrische Gesichter finden Menschen aus allen Kulturen attraktiver als
asymmetrische. Das haben Wissenschaftler bei Tests mit Menschen einer
afrikanischen Jäger- und Sammlerkultur und mit Westeuropäern gezeigt. Für
das Jäger- und Sammlervolk der Hadza in Tansania hat Symmetrie bei der
Beurteilung der Attraktivität sogar eine größere Bedeutung, fanden die
Forscher um Anthony Little heraus. Für die unter extremen Bedingungen
lebenden Hadza könnte die Symmetrie eines Gesichts besonders wichtig sein,
da sie als Maßstab genetischer Qualität dient, vermuten die Forscher.
Menschen können anhand von Gesichtsmerkmalen Eigenschaften wie gute Gesundheit,
Fruchtbarkeit, körperliche Dominanz oder auch sozialorientiertes Verhalten erkennen.
Frühere Studien hatten bereits einen Zusammenhang zwischen Symmetrie und zum Beispiel
Fruchtbarkeit und Überlebensfähigkeit gezeigt und ergeben, dass Menschen symmetrische
Gesichter meist bevorzugen.
Die Probanden hatten für die Studie Bildpaare von andersgeschlechtlichen Mitmenschen zu
bewerten. Von jedem Bildpaar war ein Bild so verändert worden, dass die Gesichtsmerkmale
symmetrisch erschienen. Sowohl die Hadza als auch die Briten zogen das symmetrische
Gesicht dem asymmetrischen vor. Das eher isoliert lebende Volk der Jäger und Sammler, das
kaum Zugang zu modernen Medien hat, war dabei von symmetrischen Gesichtern noch
stärker angezogen als die Europäer.
Diejenigen Hadza-Männer, die in ihrem Volk als gute Jäger und damit von Hazda-Frauen als
attraktiv angesehen wurden, zeigten am deutlichsten den Hang zur Wahl symmetrischer
Frauengesichter. Bei Frauen waren es schwangere und stillende, die eine sehr starke Neigung
zu symmetrischen Gesichtszügen zeigten. Sie sind in dieser Phase mehr bedacht, Krankheiten
zu meiden und legen besonders Wert auf Gesundheit ausstrahlende, symmetrische Gesichter.
Anthony C. Little (Universität in Stirling) et al.: Proceedings of the Royal Society B, OnlineVorabveröffentlichung, DOI:10.1098/rspb.2007.0895
ddp/wissenschaft.de – Gesa Graser
22.12.2005 - Psychologie
Warum Frauen gute Tänzer lieben
Forscher finden Zusammenhang zwischen Tanzbegabung und symmetrischem
Körperbau
Der Körper von guten Tänzern ist gleichmäßiger gebaut als der von Menschen,
die sich auf der Tanzfläche eher ungelenkig bewegen. Das haben
amerikanische Wissenschaftler gezeigt. Dieser Zusammenhang könnte
erklären, warum Frauen gut tanzende Männer besonders anziehend finden,
sagen die Forscher: Ein gleichmäßiger Körperbau wird häufig mit körperlicher
Fitness in Zusammenhang gebracht.
Die Wissenschaftler hatten zunächst mit einer so genannten Motion-capture-Kamera die
Tanzbewegungen von jeweils zwanzig männlichen und weiblichen Jamaikanern
aufgezeichnet, in deren Kultur Tanzen eine wichtige Rolle bei der Partnerwerbung spielt.
Zuvor hatten Abmessungen verschiedener Körperteile wie Ellenbogen, Finger, Füße oder
Ohren ergeben, dass die Hälfte der Frauen und Männer einen symmetrischen und die andere
Hälfte einen eher unsymmetrischen Körperbau aufwies. Die Forscher legten dann die
Videoaufnahmen, die keine Rückschlüsse auf Geschlecht, Kleidung, Körpergröße oder
Attraktivität der einzelnen Tänzer zuließen, 155 Frauen und Männern zur Beurteilung vor.
Die Ergebnisse: Unabhängig vom Geschlecht des Beurteilers wurden Tänzer mit
gleichmäßigem Körperbau generell besser bewertet als die Tanzkünste ihrer weniger
symmetrischen Mitbewerber. Dasselbe Resultat ergab sich, als die Forscher das Geschlecht
der urteilenden Testpersonen berücksichtigten, allerdings in unterschiedlicher Ausprägung.
Zwar bevorzugten sowohl Männer als auch Frauen Tänzer mit gleichmäßigem Körperbau,
aber besonders deutlich war der Effekt bei den Frauen. Sie achten bei ihrem Urteil viel stärker
auf einen ausgewogenen Körperbau der Tänzer als die Männer.
Warum ein gleichmäßiger Körperbau mit ausgeprägten Tanzkünsten einhergeht, wissen die
Forscher bislang nicht. Möglicherweise hänge die Symmetrie mit der neuromuskulären
Koordination oder dem Gesundheitszustand zusammen, vermuten die Forscher. In weiteren
Studien wollen sie nun klären, ob es auch einen Zusammenhang gibt zwischen der
Tanzbegabung und dem Erfolg beim anderen Geschlecht.
William Brown (Rutgers-Universität, New Brunswick) et al.: Nature, Bd. 438, S. 1148
ddp/wissenschaft.de – Martina Feichter Tanzen
09.10.2007 - Medizin
Lukrative Fruchtbarkeit
Stripteasetänzerinnen verdienen um die Zeit ihres Eisprungs herum mehr
Während ihrer fruchtbaren Tage verdienen Stripteasetänzerinnen am meisten
Geld. Das sagen amerikanische Wissenschaftler, die den Einfluss des
weiblichen Zyklus auf die Verdienste der Tänzerinnen untersucht hatten.
Wahrscheinlich nehmen Männer unbewusst wahr, wann eine Frau am
fruchtbarsten ist, vermuten Geoffrey Miller und seine Kollegen.
Über 60 Tage hinweg sammelten die Forscher Daten von 18 Tänzerinnen und zeichneten ihre
Arbeitszeiten und Einnahmen sowie den Zeitpunkt ihrer Menstruation auf. In den Tagen um
den Eisprung nahmen die Tänzerinnen während einer Fünf-Stunden-Schicht im Schnitt 335
US-Dollar ein, erklären die Wissenschaftler. In der sich daran anschließenden
Gelbkörperphase, in der das Hormon Progesteron die weibliche Gebärmutter auf eine
mögliche Schwangerschaft vorbereitet, verdienten die Tänzerinnen dagegen nur 260 Dollar
pro Schicht. Während der Menstruation selbst waren es nur noch 185 Dollar. Tänzerinnen, die
die Antibabypille einnahmen, verdienten meist weniger als ihre Kolleginnen.
Anders als bei vielen Säugetieren ist bei Frauen die fruchtbare Phase im Monatszyklus nicht
offensichtlich erkennbar. Trotzdem spüren Männer wohl unbewusst, wann eine Frau fruchtbar
ist, erklären die Forscher. Wie Frauen dies jedoch mitteilen, etwa durch bestimmte
Pheromone, wissen auch Miller und seine Kollegen nicht. Karl Grammer, Psychologe an der
Universität Wien, vermutet dagegen, dass der erhöhte Östrogenspiegel während des Eisprungs
die Bewegungen der Frauen beeinflusst. Durch die veränderte Art zu tanzen würden so die
Männer merken, dass die Stripteasetänzerin sich in der fruchtbaren Phase ihres Monatszyklus
befindet.
Science, Onlinedienst
Originalarbeit der Forscher: Geoffrey Miller (Universität von New Mexico in Albuquerque)
et al.: Evolution and Human Behavior, DOI: 10.1016/j.evolhumbehav.2007.06.002
ddp/wissenschaft.de – Anja Basters
26.09.2007 - Biologie
Kinderreiche Bässe
Auch die Stimmlage entscheidet über den Fortpflanzungserfolg eines Mannes
Männer mit einer tiefen Stimme haben mehr Nachkommen. Das haben
Wissenschaftler aus den USA und Kanada in einer Studie an einer Jäger- und
Sammlergesellschaft aus Tansania nachgewiesen. Die Wissenschaftler um
Coren Apicella von der Harvard-Universität in Cambridge sehen in diesem
Zusammenhang die Erklärung dafür, warum Männer tiefere Stimmen haben als
Frauen.
Aus früheren Studien ist bekannt, dass die Menge des Botenstoffes Testosteron die
Stimmhöhe entscheidend beeinflusst. In weiteren Studien fanden Frauen tiefere
Männerstimmen attraktiver und beurteilten diese als dominanter, gesünder und männlicher als
hohe Stimmen. Umgekehrt empfinden Männer höhere Frauenstimmen als attraktiver, jünger,
gesünder und weiblicher. Zudem ist die Vorliebe von Frauen für tiefe Stimmen bei Männern
in ihrer fruchtbaren Phase ausgeprägter. Das könnte darauf hinweisen, dass die Stimmlage
neben anderen männlichen Eigenschaften als Qualitätskriterium bei der Partnerwahl dient.
Bislang gab es jedoch noch keine Untersuchungen an Menschen, die einen direkten
Zusammenhang zwischen Stimmlage und Fortpflanzungserfolg zeigen konnten.
Da in modernen Gesellschaften eine Untersuchung dieses Zusammenhangs wegen der
praktizierten Verhütungsmethoden schwierig ist, haben die Wissenschaftler eine Volksgruppe
von Jägern und Sammlern, die Hadza in Tansania, studiert. Diese leben in monogamen
Beziehungen mit Partnern, die sie frei auswählen können. Es gibt also keine arrangierten
Hochzeiten. Allerdings ist die Scheidungsrate ziemlich hoch, so dass viele Angehörige dieser
Volksgruppe im Laufe ihres Lebens nacheinander mehrere feste Beziehungen haben. Für die
Studie befragten die Forscher 49 Männer im Alter von 19 bis 55 Jahren und 52 Frauen im
Alter von 18 bis 53 Jahren nach der Anzahl ihrer Kinder. Zudem zeichneten sie jeweils eine
Sprachaufnahme des Wortes „hujambo“ auf, was übersetzt etwa „Hallo“ bedeutet.
Bei den weiblichen Versuchsteilnehmern ergab sich kein Zusammenhang zwischen
Stimmlage und Fortpflanzungserfolg. Die männlichen Probanden mit einer tiefen Stimme
hatten hingegen signifikant mehr Kinder. In zukünftigen Studien möchten die Wissenschaftler
untersuchen, ob Frauen bevorzugt Männer mit einer tiefen Stimme heiraten und ob diese
Männer als bessere Jäger wahrgenommen werden. Außerdem interessiert die Forscher, ob es
tatsächlich eine Verbindung zwischen Stimmlage und messbaren Eigenschaften wie
beispielsweise dem Erfolg bei der Jagd gibt.
Coren Apicella (Harvard-Universität in Cambridge) et al.: Biology Letters der britischen
Royal Society, Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1098/rsbl.2007.0410
ddp/wissenschaft.de – Tobias Becker
19.09.2007 - Psychologie
Eifersucht macht schöne Menschen interessanter
Leben Menschen in einer festen Beziehung, so wird deren Aufmerksamkeit von
schönen Individuen ihres eigenen Geschlechts stärker angezogen als von
attraktiven Menschen des jeweils anderen Geschlechts. Wer jedoch noch auf
der Suche nach einem Partner sind, reagiert genau umgekehrt. Das hat ein
Wissenschaftlerteam um Jon Maner von der Staatsuniversität von Florida in
Tallahassee in einer Studie gezeigt.
Für ihre Studie testeten die Psychologen in mehreren Versuchen insgesamt 442 heterosexuelle
Männer und Frauen. Die Versuchsteilnehmer füllten im Vorfeld der Experimente einen
Fragebogen aus, in der die Forscher die Motivation der Probanden abfragten, einen Partner zu
finden. Während der Versuche zeigten die Forscher den Teilnehmern Bilder von sehr schönen
sowie von durchschnittlich aussehenden Männern und Frauen auf einem Computermonitor.
Nachdem ein Foto auf dem Bildschirm erschienen war, wurde die Zeit gemessen, die die
Teilnehmer benötigten, um ihre Aufmerksamkeit auf eine andere Stelle des Monitors zur
richten.
Bereits eine halbe Sekunde, nachdem die Versuchsteilnehmer eine attraktive Person sahen,
fixierten sie ihre Aufmerksamkeit auf diese. Bei Bildern von schönen Menschen benötigten
die Probanden generell mehr Zeit, um ihr Augenmerk auf etwas anderes zu konzentrieren. Die
Wissenschaftler konnten dabei keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern feststellen.
Welchem Geschlecht die Probanden bei den Versuchen mehr Aufmerksamkeit widmeten,
hing jedoch davon ab, ob sie in einer festen Beziehung lebten oder nicht. Während sich
Singles vor allem für das andere Geschlecht interessierten, blieb der Blick bei in einer
Partnerschaft lebenden Probanden vor allem an Gesichtern von Geschlechtsgenossen hängen,
beobachteten die Forscher.
Wer einen Partner finden möchte, richtet seine Aufmerksamkeit sehr schnell und automatisch
zu attraktiven Individuen des anderen Geschlechts, erklärt Maner diesen Zusammenhang.
Sind wir hingegen in einer festen Beziehung, passiert dasselbe bei schönen Menschen unseres
eigenen Geschlechtes, da wir diese als Konkurrenten empfinden. Dies ist verstärkt der Fall,
wenn wir uns Sorgen um die Treue unseres Partners machen, konnten die Forscher zudem in
einem der Versuche zeigen.
Jon Maner (Staatsuniversität von Florida in Tallahassee) et al.: Journal of Personality and
Social Psychology, Band 93, Ausgabe 3, Seite 389
ddp/wissenschaft.de – Tobias Becker
04.09.2007 - Psychologie
Brautschau à la Steinzeit
Forscher: Die Partnerwahl folgt immer noch den gleichen Regeln wie vor
Tausenden von Jahren
Bei der Partnerwahl gelten nach wie vor Regeln aus der Steinzeit – auch wenn
die Selbsteinschätzung der meisten Menschen inzwischen eine völlig andere
ist: Männer interessiert bei Frauen vor allem gutes Aussehen, während Frauen
auf Sicherheit und einen hohen Status Wert legen. Das folgern Wissenschaftler
aus einer Studie an knapp fünfzig Münchnern, die an einem "Speed Dating"
teilgenommen hatten. Vor der Veranstaltung, bei denen sich Dutzende
potenzielle Paare zu Kurzgesprächen von jeweils einigen Minuten treffen,
hatten die Forscher die Teilnehmer zu ihren Kriterien bei der Partnerwahl
befragt. Diese Kriterien bestätigten sich jedoch beim Dating keineswegs,
berichten die Forscher.
Vor dem Dating hatten die Männer angegeben, eine Frau zu suchen, die ihnen vom Status und
vom Aussehen her ebenbürtig ist. Auch die Frauen gaben an, bezüglich Optik und Status eher
ein Spiegelbild ihrer selbst zu suchen als den Traummann, zu dem sie aufschauen können.
Nach den Treffen hatten die Teilnehmer in Fragebögen auszuwählen, welchen Mann oder
welche Frau sie ein zweites Mal treffen wollten.
Das Ergebnis entsprach keineswegs den zuvor angegebenen Kriterien, stellten die Forscher
fest. Vielmehr schien die Partnerwahl nach einem Schema abzulaufen, das nach Ansicht von
Entwicklungspsychologen ähnlich bereits in der Steinzeit galt: Männer legen Wert auf
Attraktivität, da diese auf gute Gene der Frau schließen lässt. Frauen suchen bei Männern
hingegen eine Kombination von gutem Aussehen, hohem Status und großer Fürsorglichkeit.
Das stellte sicher, dass die Frau und ihr potenzieller Nachwuchs später gut versorgt sind.
Frauen berücksichtigen in dieser Auswahl, wie attraktiv sie sich selbst einschätzen, und
versuchen, eine dementsprechend möglichst gute Wahl zu treffen, erklären die Forscher.
Wieviel wählerischer die Frauen bei ihrer Auswahl sind, zeigte sich darin, dass sie nur jeden
dritten Mann nochmals treffen wollten, während die Männer bei jeder zweiten Frau an einem
weiteren Date interessiert waren. Das decke sich mit Ergebnissen früherer Studien, nach
denen sich Männer Frauen oberhalb einer gewissen unbewussten Attraktivitäts-Grenze
generell als potenzielle Partnerinnen vorstellen können, so die Forscher. In weiteren Studien
mit Teilnehmern von Speed Datings wollen sie nun die Kriterien der Partnerwahl noch
genauer untersuchen.
Peter Todd (Universität von Indiana, Bloomington) et al.: PNAS, OnlineVorabveröffentlichung, DOI: 10.1073/pnas.0705290104
ddp/wissenschaft.de – Ulrich Dewald
29.08.2007 - Biologie
Was Männer von jüngeren Frauen haben
Die Zahl der Kinder hängt bei Paaren auch vom Altersunterschied ab
Österreichische Wissenschaftler glauben entdeckt zu haben, warum Männer
jüngere Frauen und Frauen ältere Männer als Partner bevorzugen: Es
verbessert ihre jeweiligen Chancen auf Kinder. Die Wahrscheinlichkeit,
möglichst viel Nachwuchs zu bekommen, ist nämlich bei Frauen dann am
größten, wenn ihr Partner etwa vier Jahre älter ist als sie, zeigt die Auswertung
einer Datensammlung von mehr als 11.000 Männern und Frauen. Für Männer
ist der Fortpflanzungserfolg hingegen mit einer um sechs Jahre jüngeren
Partnerin maximal. Warum gerade Beziehungen mit diesem Altersunterschied
die fruchtbarsten sind, können die Forscher allerdings nicht sagen.
Männer und Frauen wählen ihre Partner nach unterschiedlichen Gesichtpunkten aus, erklären
die Forscher: Frauen suchen bei Männern – mehr oder weniger unbewusst – vor allem ein
gesichertes Einkommen und einen hohen gesellschaftlichen Status, während Männer primär
eine attraktive äußere Erscheinung wollen. Das spiegele sich in der weiblichen Vorliebe für
ältere Männer genauso wider wie in der männlichen Neigung zu jüngeren Frauen, die in
praktisch allen Kulturen zu finden sei. Ob dieses Faible für bestimmte Altersstufen aus Sicht
der Evolution jedoch tatsächlich einen Vorteil bringt, sei bislang nicht bekannt, so die
Wissenschaftler.
Um das zu prüfen, durchforsteten die Forscher die Daten von 5.623 Männern und 5.999
Frauen, die zwischen 1945 und 1955 in Schweden geboren waren, und erfassten jeweils die
Anzahl der Kinder, das Alter zum Geburtszeitpunkt der Kinder sowie das Alter des Partners.
Ausgewertet wurden schließlich die Daten von Männern und Frauen getrennt. Das Ergebnis:
Es gab in beiden Fällen einen direkten Zusammenhang zwischen dem Altersunterschied der
Partner und der Anzahl der Kinder. Männer hatten umso weniger Nachwuchs, je älter ihre
Partnerin im Vergleich zu ihnen selbst war. Optimal war ein Abstand von knapp sechs Jahren.
War die Frau noch jünger, fielen die Chancen auf Kinder wieder. Bei Frauen sah die Kurve
ähnlich aus, wobei der Altersunterschied mit der maximalen Nachwuchswahrscheinlichkeit
hier bei etwa vier Jahren lag.
In der Realität komme ein Altersunterschied von sechs Jahren allerdings eher selten vor,
berichten die Forscher. So wählen Männer nach früheren Erhebungen im Mittel Frauen, die
nur etwa zweieinhalb Jahre jünger sind als sie selbst. Für interessant halten die
Wissenschaftler besonders die Daten derjenigen Probanden, deren Partnerschaft nach dem
ersten Kind auseinander ging: Sie entschieden sich anschließend durchgehend für jüngere
Partner – möglicherweise, um ihren eigenen Fruchtbarkeitsverlust durch das zunehmende
Alter zu kompensieren.
Martin Fieder und Susanne Huber (Universität Wien) et al.: Biology Letters, OnlineVorabveröffentlichung, DOI: 10.1098/rsbl.2007.0324
ddp/wissenschaft.de – Ilka Lehnen-Beyel
13.03.2007 - Psychologie
Ansprechender Hüftschwung
Studie: Bewegungen tragen stark zur Attraktivität eines Menschen bei
Sexappeal lässt sich nicht auf Körpermaße wie breite Schultern oder eine
Wespentaille reduzieren: Sich mit femininem Hüftschwung bewegende Frauen
wirken attraktiver als solche, die machohaft ihre Arme bewegen, haben
amerikanische Forscher in Tests mit geschlechtslosen Trickfilmfiguren
gezeigt. Nach den Ergebnissen ist die Wahrnehmung von Attraktivität
komplexer als bisher angenommen, denn den sozialen Informationen kommt
dabei eine wichtige Rolle zu. Ein Mensch wirkt demnach besonders attraktiv,
wenn seine Bewegungen und sein Verhalten zu seinem Äußeren und zu seinem
biologischen Geschlecht passen.
In einer Studie beurteilten freiwillige Teilnehmer die Attraktivität von computeranimierten
Trickfilmfiguren. Die schlichten, menschenähnlichen Charaktere waren nicht als Frauen oder
Männer zu identifizieren und unterschieden sich lediglich im Verhältnis von Taillen- zu
Hüftumfang und in ihrer Art, sich zu bewegen. Als attraktiv bewerteten die Probanden
einerseits Figuren mit enger Taille und breiter Hüfte, die sie beim Gehen seitlich schwangen,
und andererseits Figuren mit gleichem Taillen- und Hüftumfang, die in stolzem Gang die
Schultern vor- und rückwärts bewegten.
In vielen westlichen Gesellschaften werden Frauen mit Wespentaille von Männern bevorzugt,
wie frühere Forschungsarbeiten zeigten. Dieses Verhalten hat sich einer Hypothese zufolge in
der Evolutionsgeschichte herausgebildet, weil die Körperform auf Gesundheit und
Fruchtbarkeit der Frau hinweise. Das Schönheitsideal gilt jedoch nicht in allen Kulturkreisen,
weshalb die Theorie stets umstritten war. Kerri Johnson und Louis Tassinary zeigen nun, dass
sich Ideale nicht mit einfachen Formeln wie dem Taillen-Hüft-Verhältnis messen lassen. Zur
Attraktivität trage auch bei, sich den kulturellen Vorstellungen von Weiblichkeit und
Männlichkeit entsprechend zu verhalten, sagen die Wissenschaftler.
Kerri Johnson (Universität New York) und Louis Tassinary (A&M-Universität, College
Station): PNAS, Bd. 104, S. 5246
ddp/wissenschaft.de – Fabio Bergamin
17.01.2007 - Psychologie
Wie ein Lächeln die Konkurrenz verschärft
Weibliches Interesse macht Männer für andere Frauen attraktiver
Wenn ein Mann von einer Frau angelächelt wird, erhöht das seine Attraktivität
für andere Frauen. Gleichzeitig setzt dieses Lächeln seinen Wert in den Augen
anderer Männer herab, haben schwedische Psychologen in einer Studie mit 56
Freiwilligen gezeigt. Demnach gibt es auch beim Menschen das, was Forscher
"Kopieren bei der Partnerwahl" nennen – ein Effekt, der bereits aus dem
Tierreich bekannt ist, denn auch bei Zebrafinken, Wachteln und einigen
Fischarten verbessert das Interesse eines Weibchens die Chancen eines
Männchens.
Um zu untersuchen, ob soziale Faktoren einen Einfluss auf die Attraktivität potenzieller
Partner haben, entschieden sich die Forscher für einen Test mit Blicken als Signal für eine
vorhandene Vorliebe – schließlich vermitteln Blicke bei menschlichen Sozialkontakten einen
Großteil der Informationen, so ihre Erklärung. Sie ließen also ihre je 28 weiblichen und
männlichen Probanden Porträtfotos von jungen Männern ansehen und deren Attraktivität
beurteilen. Anschließend bekamen die Testteilnehmer die gleichen Bilder vorgesetzt, wobei
diesmal ein Frauengesicht einem der Gesichter zugewandt war und dabei entweder lächelte
oder eine ernste Miene zeigte. Im letzten Teil der Studie sollten die Probanden dann noch
einmal die Attraktivität der Gesichter einschätzen.
Das Ergebnis: Die Gesichter, die von der Frau angelächelt worden waren, machten auf der
Attraktivitätsskala der weiblichen Probandinnen im Vergleich zu vorher einige Punkte gut,
während sie auf der Skala der männlichen Teilnehmer deutlich verloren. Der ernste Blick der
Frau hatte dagegen genau den umgekehrten Effekt – er machte die Gesichter für die Frauen
weniger anziehend und für die Männer attraktiver.
Frauen werten also das Interesse einer Geschlechtsgenossin als Zeichen dafür, dass der
entsprechende Mann begehrenswert sein muss und übertragen das auf ihre eigene
Einschätzung, erklären die Forscher. Männer nehmen dieses gesteigerte weibliche Interesse
ebenfalls wahr und betrachten das Objekt der Begierde folgerichtig als stärkere Konkurrenz,
was wiederum die Attraktivität eines solchen Mannes in ihren Augen herabsetzt.
Die Wissenschaftler vermuten, dass das Interesse einer anderen Frau die sonst für die
Partnerwahl herangezogenen Signale wie Anzeichen für Gesundheit oder Hinweise auf gute
Gene ergänzt. Das sei besonders dann sinnvoll, wenn die Unterschiede zwischen potenziellen
Partnern nicht sehr ausgeprägt sind oder es sehr viel Zeit und Energie kosten würde, die
jeweiligen Qualitäten genauer unter die Lupe zu nehmen, so die Forscher.
Benedict Jones (University of Aberdeen) et al.: Proceedings of the Royal Society B, OnlineVorabveröffentlichung, DOI: 10.1098/rspb.2006.0205
ddp/wissenschaft.de – Ilka Lehnen-Beyel
10.01.2007 - Psychologie
Was Frauen immer schon begehrenswert machte
Studie: Eine schmale Taille ist ein zeitloses Kennzeichen weiblicher Schönheit
Schönheit liegt wohl doch nicht nur im Auge des Betrachters: Eine schmale
Taille gilt schon seit Jahrhunderten als Zeichen weiblicher Schönheit,
unabhängig von kulturellen Unterschieden. Das sagen amerikanische
Wissenschaftler, die englische, indische und chinesische Literatur aus
mehreren Jahrhunderten analysiert haben. In allen Quellen wurde die schlanke
Taille übereinstimmend als schön bezeichnet, auch wenn sich die
Schilderungen weiblicher Attraktivität sonst nicht immer deckten. Damit haben
die alten Schriftsteller intuitiv ein Merkmal von Gesundheit und Fruchtbarkeit
beschrieben, erklären die Forscher.
Für Sozialwissenschaftler ist die Beurteilung von Schönheit abhängig von subjektiven
Vorlieben und kulturellen Standards. Das sehen Vertreter der so genannten evolutionären
Psychologie anders, die das menschliche Denken und Verhalten mithilfe der
Evolutionsgeschichte des Menschen erklären. Für sie ist Schönheit ein Zeichen für
Gesundheit und Fruchtbarkeit, das dementsprechend universelle Geltung haben sollte.
Um diese Theorie zu untermauern, durchforsteten die Psychologen nun die englische Literatur
des 16. bis 18. Jahrhunderts nach Beschreibungen des weiblichen Körpers und konzentrierten
sich dabei auf die Taille. Der Taillenumfang ist nämlich das einzige sichtbare Merkmal einer
Frau, das nach modernem medizinischen Wissen verlässliche Aussagen über Gesundheit und
Fruchtbarkeit vermittelt: Zuviel Fett am Bauch ist nicht nur ein Risikofaktor für
Herzkrankheiten oder Diabetes, es verrät auch unabhängig vom Körpergewicht einen
niedrigen Östrogenspiegel.
Drei Körperteile wurden in der Literatur besonders oft als schön beschrieben, fanden die
Forscher: die Brüste, die Taille und die Schenkel. Während es bei den Brüsten allerdings
mehr auf die Form als die Größe ankam, priesen die Dichter immer nur schlanke Taillen.
Obwohl auch oft mollige Frauen verehrt wurden, entdeckten die Psychologen keine einzige
Erwähnung eines großen Taillenumfangs.
Um die allgemeine Gültigkeit dieser Präferenzen zu überprüfen, analysierten die
Wissenschaftler auch alte indische und chinesische Literatur aus den ersten Jahrhunderten
nach Christus. Trotz kultureller Unterschiede in der Beurteilung weiblicher Attraktivität
wurden auch in diesen Dichtungen immer nur schmale Taillen als schön beschrieben. Für die
Autoren ist diese Übereinstimmung ein eindeutiger Hinweis auf ein allgemeines Verständnis
von Schönheit. "Die Wahrscheinlichkeit, dass zwei alte Kulturen dasselbe
Schönheitsmerkmal allein durch Zufall hervorheben, ist äußerst klein", vermerken sie.
Devendra Singh (Universität von Texas, Austin) et al.: Proceedings of The Royal Society B,
Online-Vorabveröffentlichung, DOI:10.1098/rspb.2006.0239
13.11.2006 - Psychologie
Unterschiede machen treu
Studie: Je unterschiedlicher das Immunsystem eines Paares, desto geringer ist
die Neigung zum Fremdgehen
Frauen neigen weniger zum Fremdgehen, wenn sich das Immunsystem ihres
Partners deutlich von ihrem eigenen unterscheidet: Je unterschiedlicher die
Gene, die das Immunsystem bestimmen, desto stärker fühlen sie sich vom
eigenen Partner sexuell angezogen und desto seltener gehen sie fremd. Das
hat ein Team aus amerikanischen Psychologen und Biologen jetzt
herausgefunden.
Für ihre Studie untersuchten die Wissenschaftler 48 Paare, die in einer festen Beziehung
lebten. Alle Teilnehmer gaben eine Speichelprobe ab, aus der die genetischen Informationen
über das Immunsystem gewonnen wurden. Außerdem beantworteten sie in Fragebögen, wie
sexuell attraktiv sie ihren derzeitigen Partner fanden und wie zufrieden sie mit dem Sex in der
Beziehung waren. Beide Partner gaben außerdem an, wieviele Seitensprünge sie während der
Beziehung hatten und wie stark sie sich trotz Partnerschaft auch zu anderen hingezogen
fühlten. Diese Fragebögen wurden zu drei Zeitpunkten beantwortet: einmal zu Beginn der
Studie, einmal während der fruchtbaren und einmal während der unfruchtbaren Tage der Frau.
Waren die immunbezogenen Gene der beiden Partner ähnlicher, waren die Frauen weniger
zufrieden mit dem Sex in der Beziehung und gingen öfter fremd, ergab die Untersuchung.
Dieser Zusammenhang galt unabhängig von der Einstellung, die die Frauen generell zu
Seitensprüngen hatten. Frauen mit ähnlichem Immunsystem wie ihr Partner fühlten sich
außerdem mehr zu anderen Männern hingezogen als Frauen in Partnerschaften mit
unähnlichem Immunsystem. Dies war insbesondere während der fruchtbaren Tage der Fall.
Ein ähnliches Phänomen sei bereits aus dem Tierreich bekannt, schreiben die Forscher: Auch
Mäuse, Vögel und Fische suchen sich bevorzugt Partner aus, die genetisch wenig mit ihnen
übereinstimmen. Biologisch gesehen könnte dies dazu dienen, Inzucht zu verhindern und
besonders fitte Nachkommen hervorzubringen, zum Beispiel mit einem besonders guten
Immunsystem. Interessanterweise hatte in der aktuellen Studie die Ähnlichkeit der Gene auf
die männlichen Partner keinerlei Einfluss. Dies könnte eine Folge davon sein, dass Frauen
während der Evolution mehr Zeit damit verbrachten, den Nachwuchs aufzuziehen. Daher
könnten gerade sie besondere Fähigkeiten entwickelt haben, um genetische Vorteile für ihre
Nachkommen zu sichern, vermuten die Forscher.
Christine Garver-Apgar (Universität von New Mexico, Albuquerque) et al.: Psychological
Science, Bd. 17, S. 830
ddp/wissenschaft.de – Christine Amrhein
24.08.2006 - Psychologie
Urteil im Schnellverfahren
Menschen bewerten fremde Gesichter schon in Sekundenbruchteilen
Menschen müssen Fremden nur eine zehntel Sekunde lang ins Gesicht blicken,
um sich ein Bild ihres Charakters zu machen. Das haben amerikanische
Psychologen gezeigt, indem sie Studenten Bilder von fremden Gesichtern
beurteilen ließen. Die für den ersten Eindruck nötige Zeitspanne war dabei so
kurz, dass es sich bei der Bewertung um ein rein intuitives Urteil handeln
muss, schließen die Forscher. Trotzdem war die Einschätzung verblüffend
genau: Selbst nach einer längeren Betrachtung der Gesichter verfeinerten die
Probanden lediglich ihr Urteil, veränderten es aber nicht grundsätzlich.
Die 117 Studienteilnehmer sollten insgesamt 66 Gesichter beurteilen, die für unterschiedlich
lange Zeitspannen auf einem Monitor erschienen. Dazu wurden die Probanden in fünf
Gruppen eingeteilt, von denen jede eine andere Eigenschaft der Gesichter bewerten sollte. So
mussten die Studenten beispielsweise entscheiden, ob die gezeigte Person attraktiv,
sympathisch, vertrauenswürdig, kompetent oder aggressiv war oder nicht. Anschließend
sollten die Probanden angeben, wie überzeugt sie von ihrer Bewertung waren.
Das Ergebnis: Für die grundsätzliche Beurteilung der verschiedenen Eigenschaften spielte es
keine Rolle, ob die Probanden das Bild nur 100 Millisekunden lang gesehen hatten oder eine
ganze Sekunde. Zusätzliche Zeit führte allerdings dazu, dass die Studenten sicherer wurden,
das richtige Urteil getroffen zu haben. Auch konnten sie Nuancen besser erfassen als in den
kürzeren Zeitspannen. Besonders schnell erkannten die Teilnehmer, ob eine Person
vertrauenswürdig war oder nicht, schreiben die Forscher.
Das lässt sich ihrer Ansicht nach auf die frühe Entwicklung des Menschen zurückführen:
Damals sei es für das Überleben extrem wichtig gewesen, Freunde und Feinde möglichst
schnell zu erkennen. Aus diesem Grund entwickelte sich ein System, das die Beurteilung der
Vertrauenswürdigkeit ermöglicht, ohne dass sich das viel langsamere logische Denken
einschalten musste. Welche Strukturen oder Eigenschaften eines Gesichts den schnellen
Urteilen zugrunde liegen, wissen die Forscher bislang noch nicht. Das müsse nun in einer
weiteren Studie geprüft werden, kommentieren sie.
Janine Willis, Alex Todorov (Princeton-University): Psychological Science, Bd. 17, S. 592
ddp/wissenschaft.de – Ilka Lehnen-Beyel
14.06.2006 - Gesundheit
Kurven im Wechsel der Jahreszeiten
Hormonschwankungen verändern die weibliche Körperform im Lauf des Jahres
Wie ausgeprägt die Kurven einer Frau sind, hängt nicht zuletzt von der
Jahreszeit ab: Die Verteilung des Körperfetts im Lauf eines Jahres verändert
sich, haben kanadische Forscher entdeckt. So wandert Fett, das sich im
Frühjahr auf den Hüften befindet, im Lauf des Sommers und des Herbstes in
Richtung Taille und verwischt dabei die typisch weiblichen Konturen.
Verantwortlich dafür sind nach den Ergebnissen der Wissenschaftler
Schwankungen des Testosteronspiegels, der im Herbst deutlich höher liegt als
im Frühjahr. Ob diese Figurveränderungen jedoch ausgeprägt genug sind, um
ins Auge zu fallen, sei eher zweifelhaft, schreiben die Forscher.
Für ihre Studie untersuchten Sari van Anders und ihr Team Speichelproben von 220 Frauen
und 127 Männern auf das männliche Geschlechtshormon Testosteron. Außerdem bestimmten
die Forscher bei den weiblichen Probanden das Verhältnis von Taillen- zu Hüftumfang. Je
größer dieses Verhältnis dabei ist, desto weniger ausgeprägt sind die typisch weiblichen
Rundungen mit schmaler Taille und runden Hüften.
Das Ergebnis: Sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen war der Testosteronspiegel
im Herbst am höchsten und im Frühjahr am niedrigsten. Parallel dazu veränderte sich auch
das Taillen-Hüft-Verhältnis bei den Frauen, entdeckten die Forscher. Im Frühjahr war es am
kleinsten und nahm dann im Lauf des Sommers stetig zu, bis es im Herbst seinen höchsten
Wert erreichte. Demnach erscheinen Frauen mit ihren ausgeprägteren Kurven im Frühling am
weiblichsten und im Herbst am wenigsten weiblich.
Da es bereits in früheren Studien Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Taillen-HüftVerhältnis und der Attraktivität einer Frau gegeben habe, sei es wahrscheinlich, dass die
Frauen daher im Frühjahr attraktiver wirkten als im Herbst, erklären die Forscher. Auch
wurden kurvige Figuren in verschiedenen Untersuchungen mit einem besseren
Gesundheitszustand und einer besseren Fruchtbarkeit in Verbindung gebracht. Ob die
Veränderungen der Figur während der Jahreszeiten jedoch tatsächlich von Männern bewusst
wahrgenommen würden oder ob sie einen unbewussten Einfluss ausüben, können die
Forscher noch nicht sagen. Sie wollen nun untersuchen, ob auch andere Eigenschaften wie
das Verhalten oder die geistige Leistungsfähigkeit von den jahreszeitlichen
Testosteronschwankungen beeinflusst werden.
Sari van Anders (Simon-Fraser-Universität, Burnaby) et al.: Psychoneuroendocrinology
(Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1016/j.psyneuen.2006.03.002)
ddp/wissenschaft.de – Ilka Lehnen-Beyel Körper
24.05.2006 - Psychologie
Was eine schlechte Kindheit mit Frauengesichtern anstellt
Studie: Stress in jungen Jahren macht weniger attraktiv und maskuliner
Frauen aus zerrütteten Elternhäusern ist die schwere Kindheit auch mit Anfang
zwanzig noch ins Gesicht geschrieben: Sie wirken weniger attraktiv, weniger
gesund und maskuliner als Altersgenossinnen, die in einem intakten
Elternhaus aufgewachsen sind. Das haben britische Psychologen in Tests mit
mehr als zweihundert Studentinnen gezeigt. Der Stress durch häufigen Streit in
der Familie präge das Aussehen ebenso wie hormonelle und genetische
Faktoren, erklären die Forscher.
Die Wissenschaftler fotografierten für ihre Untersuchung insgesamt 219
Psychologiestudentinnen und befragten sie nach ihrer Kindheit. Unter anderem wollten die
Forscher wissen, ob und wann die Eltern sich getrennt hatten und ob es häufig Streit oder
andere Schwierigkeiten in der Familie gegeben hatte. Aus den Teilnehmerinnen wählten die
Forscher anschließend die 15 Probandinnen mit dem harmonischsten Elternhaus aus. Die
zweite Gruppe bildeten die 15 Teilnehmerinnen, bei denen es am häufigsten Streit gegeben
hatte. Als dritte Gruppe wählten die Forscher ebenfalls 15 Probandinnen aus, bei denen sich
die Eltern schon vor der Pubertät der Mädchen getrennt hatten. Die 15 Fotos jeder Gruppe
überlagerten die Forscher auf elektronischem Weg zu einem einzigen Portrait und ließen
dieses von knapp fünfzig zufällig ausgewählten Versuchspersonen beurteilen.
Die Betrachter stuften die Attraktivität des Portraits, das aus den Fotos der Frauen aus
glücklichem Elternhaus zusammengesetzt war, als am höchsten ein. Dieses Gesicht wirkte
zudem am gesündesten und am wenigsten maskulin. Hingegen wirkte das Portrait der Frauen,
die in einem Elternhaus mit viel Streit aufgewachsen waren, am wenigsten attraktiv, weniger
gesund und am maskulinsten. Das Bild aus den Fotos der Frauen getrennt lebender Eltern lag
in der Beurteilung in den drei Kategorien etwa dazwischen.
Jahrelanger Stress in der Familie beeinträchtige nicht nur die Gesundheit, sondern auch das
Aussehen, erklären die Wissenschaftler die Ergebnisse. Hier spiele nicht nur das
Stresshormon Cortisol eine Rolle, sondern auch die Tatsache, dass verkrachte Familien häufig
generell einen ungesünderen Lebensstil pflegen. Auch genetische Faktoren könnten hinter den
Ergebnissen stehen, glauben die Forscher: Töchter besonders maskuliner Männer, die häufig
auch schlechtere Familienväter sind, tragen ebenfalls bevorzugt maskuline Züge.
Lynda Boothroyd (Universität von St. Andrews) und David Perrett (Universität von St.
Andrews ): Proceedings of the Royal Society: Biological Sciences, OnlineVorabveröffentlichung, DOI: 10.1098/rspb.2006.3579
ddp/wissenschaft.de – Ulrich Dewald Aussehen
Im Folgenden finden Sie Links zu deutschsprachigen Forschern und Instituten, die
sich schwerpunktmäßig mit Attraktivitätsforschung beschäftigen.
Karl Grammer
Karl Grammer ist wohl der international bekannteste deutschsprachige
Attraktivitätsforscher. Er leitet (zusammen mit Irenäus Eibl-Eibesfeldt) das Ludwig
Boltzmann Institute for Urban Ethology in Wien und befasst sich - aus strikt
soziobiologischer Perspektive - schwerpunktmäßig mit der Rolle von Attraktivität im
menschlichen Paarungsverhalten. Karl Grammer ist der Autor des Buches „Signale
der Liebe“ (siehe Bücherliste).
Ronald Henss
Ronald Henss arbeitete bis 2004 an der Abteilung für Psychologie der Universität des
Saarlandes. Zusammen mit Karl Grammer ist er einer der Pioniere der
deutschsprachigen Attraktivitätsforschung und wohl der weltweit beste Kenner in
Sachen Urteilerübereinstimmung (der jedoch international recht wenig
wahrgenommen wurde, da seine Bücher (siehe Bücherliste) und ein großer Teil
seiner Forschungsarbeiten auf Deutsch publiziert wurden).
Manfred Hasssebrauck
Manfred Hassebrauck ist Professor für Sozialpsychologie an der Bergischen
Universität Wuppertal. Er beschäftigt sich mit Fragen der Urteilerübereinstimmung,
Kontexteffekten und anderen Bedingtheiten des Attraktivitätsurteils sowie mit
Fragen der Partnerwahl (siehe auch Bücherliste)
Martin Gründl
Martin Gründl ist Psychologe an der Universität Regensburg und Experte im
„Morphen“ von Gesichtern. Er ist einer der Autoren der Studie Beautycheck, die sich
mit der Frage nach den „Zutaten“ zur Attraktivität von Gesichtern, insbesondere
Durchschnittlichkeit, Symmetrie und Babyface beschäftigt.
Johannes Hönekopp
Johannes Hönekopp ist Psychologe an der Technischen Universität Chemnitz und beschäftigt sich mit Fragen der
Urteilerübereinstimmung, Symmetrie und der Wirkung pränataler Geschlechtshormone auf Attraktivitätswahrnehmung und
sexuelles Verhalten.
Thomas Jacobsen
Thomas Jacobsen ist Psychologe an der Universität Leipzig und beschäftigt sich mit der Frage, was in unserem Hirn vor sich
geht, wenn wir „Reize“ als schön empfinden. Im Mittelpunkt seines Interesses steht dabei die Ästhetik von Kunst und Musik,
aber auch (zusammen mit seiner Mitarbeiterin Lea Höfel) das menschliche Gesicht.
Eckart Voland
Eckart Voland war ursprünglich Primatenforscher und ist heute Professor für
„Philosophie der Grundlagenwissenschaften“ am Zentrum für Philosophie und
Grundlagen der Wissenschaft an der Universität Gießen. Er beschäftigt sich sehr
intensiv mit dem Handicap-Prinzip („Angeber haben mehr vom Leben“, siehe
Bücherliste), sowie mit der sog. „Großmütter-Hypothese“.
Bernhard Fink
Bernhard Fink ist Humanbiologe und Psychologe und arbeitet heute an der
„Göttinger Soziobiologie“. Der ehemalige Mitarbeiter von Karl Grammer am
Institut für Humanökologie interessiert sich schwerpunktmäßig für Fragen von
Symmetrie, sexuellem Dimorphismus und der Wirkung pränataler Hormone.
Lars Penke
Lars Penke ist Psychologe an der Humboldt Universität Berlin. Schwerpunkt seiner
Forschungen sind evolutionspsychologische Fragen, hauptsächlich zu Partnerwahl
und Partnerschaft.
Tobias Greitemeyer
Tobias Greitemeyer arbeitet am Department Psychologie der Ludwig-MaximiliansUniversität München und beschäftigt sich hauptsächlich mit der Auswirkung von
Attraktivität auf die Partnerwahl.
Alexander Pashos
Alexander Pashos ist Anthropologe an der Abteilung für Humanbiologie und
Anthropologie an der Freien Universität Berlin. Er beschäftigt sich mit
Geschlechtsunterschieden bei den Partnerwahlkriterien.
23.03.2007 - Psychologie
Was Gesichtssilhouetten aussagen
Forscher: Geschlecht und Alter sind in der Seitenansicht zu erkennen
In Schattenbildern von Gesichtern stecken genügend Informationen, um das
Geschlecht oder das Alter eines Menschen zu erkennen. Das haben
amerikanische Psychologen in Tests mit Schattenbildern herausgefunden. Das
Seitenprofil ist laut den Wissenschaftlern auch aussagekräftig genug, um die
Attraktivität des Gegenübers zu bestimmen. Allerdings sind Gesichter von
Männern einfacher zu identifizieren als die von Frauen.
Bei Schattenrissen des Gesichts lassen sich Geschlecht und Alter erkennen. Hier ist das Profil
Goethes zu sehen. Bild: Wikipedia
Die Psychologen legten 260 Probanden Gesichtssilhouetten verschiedener Menschen vor und
baten die Teilnehmer, deren Geschlecht, Alter und Attraktivität zu bestimmen. Die
Seitenprofile waren schwarzweiß und ohne Graustufen abgebildet und reichten jeweils von
der Stirn bis zum Kinn. Silhouetten von Männergesichtern konnten die Probanden in mehr als
vier von fünf Fällen als solche erkennen, die Trefferquote bei Frauengesichtern lag jedoch nur
unwesentlich über der Zufallswahrscheinlichkeit.
Dass es den Teilnehmern leichter fiel, Gesichter von Männern zu erkennen, führen die
Wissenschaftler einerseits darauf zurück, dass die Gesichtsprofile ohne Frisuren abgebildet
waren und ein kahler Kopf viel eher mit einem Mann in Verbindung gebracht wird.
Anderseits konnten die Wissenschaftler aber auch die Vermutung bestätigen, wonach die
Gesichtsunterschiede bei Männern größer sind als bei Frauen und prägnantere Gesichter
einfacher zu erkennen sind.
In fast sieben von zehn Fällen schätzten die Probanden auch das Alter mit einer Genauigkeit
von zehn Jahren richtig. Tendenziell lagen die Schätzungen allerdings vor allem bei Profilen
von jüngeren Menschen zu hoch. Bei der Gesichtserkennung spielten Formen eine wichtige
Rolle, schreibt Davidenko. Menschen nähmen die Silhouette auf ähnliche Weise wahr und
verarbeiteten sie im Gehirn wie andere Gesichtsmerkmale wie etwa Augen, Nase und Mund.
Nicolas Davidenko (Stanford-Universität): Journal of Vision, Bd. 7, Nr. 4, Artikel 6
ddp/wissenschaft.de – Fabio Bergamin
10.05.2006 - Psychologie
Wonach Frauen Männer aussuchen
Frauen erkennen schon bei einem Blick in das Gesicht eines Mannes, ob er
Interesse an Kindern hat oder nicht. Diese unbewusste Beurteilung der
Vaterqualitäten prägt die männliche Attraktivität stärker als bislang
angenommen, haben amerikanische Psychologen in einer Studie
nachgewiesen: Je höher die Frauen das Interesse an Kindern einschätzten,
desto attraktiver erschien ihnen der Mann als Langzeitpartner. Umgekehrt
bevorzugten die Frauen als Partner für eine kurze Affäre eher Männer, die einen
hohen Testosteronspiegel hatten – und auch den konnten sie den Männern am
Gesicht ablesen.
Vom Standpunkt der Evolution aus betrachtet spielen für die Wahl des richtigen Partners zwei
Faktoren eine Rolle – die Qualität der Gene und die Bereitschaft, sich um den Nachwuchs zu
kümmern. Als Maß für die Qualität der genetischen Ausstattung gilt dabei der
Testosteronspiegel, da er direkt Rückschlüsse auf die Qualität des Immunsystems zulässt. Da
Testosteron außerdem die männlichen Gesichtszüge prägt, kann dieser Faktor relativ leicht
beurteilt werden: Je maskuliner ein männliches Gesicht wirkt, desto höher ist die
Hormonkonzentration. Ob einem Mann jedoch auch die Vaterqualitäten ins Gesicht
geschrieben stehen, war bislang unklar.
Um das zu testen, zeigten die Forscher um James Roney nun 39 Männern Bilder von Kinderund Erwachsenengesichtern und ließen sie entscheiden, welches Bild sie mehr ansprach.
Anschließend nahmen die Wissenschaftler Speichelproben für eine Testosteronmessung und
fertigten Digitalfotos der Teilnehmer an. Diese Bilder legten sie dann 29 Frauen vor und
baten sie, verschiedene Eigenschaften der abgebildeten Männer auf einer Skala von 1 bis 7 zu
beurteilen, darunter "wirkt maskulin", "mag Kinder" und "ist freundlich". In einer zweiten
Runde sollten die Frauen zusätzlich einschätzen, welcher der Männer sie für eine kurze Affäre
interessieren würde und welcher eher für einer langfristige Beziehung.
Die Frauen konnten die Kinderfreundlichkeit der Männer überraschend gut bewerten,
berichten die Forscher. Auch die gemessenen Testosteronspiegel und die Beurteilung, wie
maskulin ein Gesicht wirkt, stimmten sehr gut überein. Beide Faktoren beeinflussten die
Attraktivität der Gesichter, allerdings in entgegengesetzten Richtungen: Kinderliebe machte
eine Mann attraktiv für eine Langzeitbeziehung und ein hoher Testosteronspiegel für eine
kurze Affäre. Hormonstatus und Kinderliebe spiegeln sich also beide im Gesicht eines
Mannes wider und können unabhängig voneinander beurteilt werden, schließen die Forscher.
Sie wollen nun untersuchen, welche Gesichtszüge genau das Interesse an Kindern verraten.
James Roney (Universität von Kalifornien, Santa Barbara) et al.: Proceedings of the Royal
Society B, Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1098/rspb.2006.3569
ddp/wissenschaft.de – Ilka Lehnen-Beyel
09.08.2007 - Gesundheit
Dick und dick gesellt sich gern
Auch der Körperfettanteil beeinflusst die Partnerwahl
Neben vielen anderen Faktoren beeinflusst auch das Körperfett die
Partnerwahl: Wie schottische Forscher berichten, neigen übergewichtige
Menschen eher zu dicken Partnern, bei dünnen ist es umgekehrt. Das zeigen
Körperfettmessungen bei 42 Schotten und ihren Ehefrauen. Eine
Anziehungskraft zwischen übergewichtigen Menschen könnte ein Grund dafür
sein, dass sich Übergewicht in der Gesellschaft immer schneller ausbreitet,
schreiben die Wissenschaftler.
Bei ihren Berechnungen berücksichtigen die Forscher eine Reihe möglicher Störfaktoren. So
können sie ausschließen, dass das Alter, die soziale Herkunft oder das gemeinsame Umfeld
der Ehepartner für den beobachteten Zusammenhang zwischen Körperfettmasse und
Partnerwahl verantwortlich ist. Darüber hinaus benutzten Studienleiter John Speakman und
sein Team ein Messverfahren, das im Gegensatz zum sogenannten Body-Mass-Index (BMI)
direkt die Fettmasse im Körper bestimmt.
Auf welchem Wege das Gewicht die Partnerwahl beeinflusst, können die Forscher nicht
erklären. Speakman vermutet, dass Übergewichtige die gleichen Interessen und
Freizeitbeschäftigungen haben und deshalb häufiger Menschen begegnen, die ebenfalls zu
dick sind. Vorangegangene Studien zum Zusammenhang zwischen Gewicht oder BMI und
der Partnerwahl waren bislang zu unterschiedlichen Ergebnissen gekommen. Ebenso
umstritten ist, ob die Bevorzugung gleichgewichtiger Partner zur Ausbreitung von Fettsucht
beigetragen hat. Übergewichtige Menschen vererben häufig auch ihren Kindern die
Veranlagung zum Übergewicht – so die Hypothese der Forscher.
Das erklärt aber noch nicht die sprunghafte Ausbreitung von Fettsucht, wie sie seit wenigen
Jahrzehnten zu beobachten ist. Dabei ist zu beachten, dass die meisten Menschen heutzutage
schon im Teenageralter übergewichtig werden. Erst diese Entwicklung ermöglicht es Singles
überhaupt, bei der Partnerwahl auf das Gewicht zu achten. In den 1940er und 50er Jahren
hingegen heirateten die meisten Paare bereits sehr jung und nahmen typischerweise erst nach
der Hochzeit zu.
John Speakman (Rowett Research Institute in Aberdeen) et al.: American Journal of Clinical
Nutrition, Bd. 86, Nr. 2, S. 316
ddp/wissenschaft.de – Larissa Kessner
30.11.2005 - Biologie
Warum die Anfälligkeit für Geisteskrankheiten sexy macht
Kreativität bei schizotypen Persönlichkeiten macht bei der Partnersuche
erfolgreich
Bei Künstlern liegen Genie und Wahnsinn ungewöhnlich nah bei einander –
und genau das verleiht ihnen einen außergewöhnlichen Sexappeal. Das
schließen zwei britische Psychologen aus einer Studie, in der sie den
Zusammenhang zwischen dem Schizophrenierisiko, der Kreativität und dem
Erfolg bei der Partnersuche analysiert haben. Ihr Fazit: Genau die
Charakterzüge, die einen Menschen anfällig für Schizophrenie machen,
erhöhen auch sein kreatives Potenzial, und das garantiert wiederum einen
größeren Erfolg beim anderen Geschlecht.
Ausgangspunkt der Studie war ein Effekt namens Darwinsches Paradoxon: Eine Krankheit
wie Schizophrenie sollte eigentlich ein evolutionärer Nachteil sein und im Lauf der Zeit
verschwinden – schließlich beeinträchtigt sie das gesamte Leben der Betroffenen, die häufig
völlig den Bezug zur Wirklichkeit verlieren, unter Wahnvorstellungen leiden und sich sozial
zurückziehen. Tatsächlich tritt Schizophrenie jedoch weltweit auf und betrifft nach Schätzung
von Experten etwa ein Prozent der Bevölkerung. Nach der Evolutionstheorie muss demnach
die Veranlagung für diese Krankheit mit einer anderen Eigenschaft gekoppelt sein, die dem
Betroffenen einen deutlichen Vorteil verschafft.
Dieser Vorteil könnte die große Kreativität sein, die häufig bei so genannten schizotypen
Persönlichkeiten zu finden ist, vermuteten die Forscher. Solche Menschen zeigen einige,
jedoch nicht alle Kennzeichen eines schizophrenen Charakters, wie ungewöhnliche
Denkstrukturen und sehr impulsives und rücksichtsloses Verhalten – Eigenschaften, die
Kreativität begünstigen können. Um diese These zu testen, ließen die Psychologen insgesamt
425 professionelle Kunstschaffende, Hobby-Künstler und eher unkreative Freiwillige einen
Fragebogen ausfüllen. Darin wurde nicht nur die Persönlichkeit des Probanden und das
Ausmaß seines kreativen Schaffens, sondern auch sein Erfolg beim anderen Geschlecht
analysiert.
Das Ergebnis: Je kreativer ein Teilnehmer war, desto ausgeprägter waren seine schizotypen
Charaktereigenschaften – und desto reger war sein Liebesleben. So hatten die kreativsten
Künstler beispielsweise im Schnitt bereits deutlich mehr Partner gehabt als ihre unkreativen
Altersgenossen. Das galt sowohl für die befragten Frauen als auch für die Männer, schreiben
die Forscher. Offenbar ist Kreativität demnach ein entscheidender Faktor bei der Partnerwahl
und wiegt die Nachteile, die durch die größere Anfälligkeit für Schizophrenie entstehen, mehr
als auf.
Daniel Nettle (Universität von Newcastle) & Helen Keenoo (Open University, Milton
Keynes): Proceedings of the Royal Society: Biological Sciences (OnlineVorabveröffentlichung, DOI: 10.1098/rspb.2005.3349)
05.09.2007 - Genforschung
Warum Schizophrenie noch nicht ausgestorben ist
Forscher finden Anzeichen einer positiven Selektion bei Genen, die das Risiko
für die Krankheit erhöhen
Die Veranlagung für Schizophrenie ist eine Art Nebenwirkung, die mit der
Entwicklung der geistigen Fähigkeiten des Menschen einhergeht. Das zeigt
eine Studie, in der ein internationales Forscherteam einen direkten Einfluss der
Evolution auf drei Risikogene für Schizophrenie nachweisen konnte. Da die
Krankheit selbst keinen Überlebensvorteil bietet, sondern die Chancen auf
Nachwuchs sogar vermindert, muss die Veranlagung mit anderen Fähigkeiten
oder Eigenschaften gekoppelt sein, die diesen Nachteil mehr als wettmachen.
Nur so lasse sich erklären, dass die Schizophrenie entgegen den Regeln der
Evolutionstheorie weltweit immer noch sehr häufig ist, schreiben die
Wissenschaftler.
Schizophrenie ist eine psychische Krankheit, die weltweit etwa bei einem Prozent der
Bevölkerung auftritt und mit schweren Halluzinationen, Wahnvorstellungen, kognitiven
Problemen und unkontrollierbaren Gefühlszuständen einhergeht. Wie sie genau entsteht,
wissen Mediziner noch nicht. Klar ist nur, dass es eine genetische Komponente gibt, die nicht
auf einem, sondern auf vielen verschiedenen Genen beruht. Vom Standpunkt der
Evolutionstheorie aus betrachtet, ist vor allem die Häufigkeit ein Paradoxon: Eine Krankheit,
die die Betroffenen derartig stark beeinträchtigt, sollte im Lauf der Entwicklung eigentlich
verschwinden – schließlich haben die Kranken im Durchschnitt weniger Nachkommen, so
dass die krankmachenden Gene immer seltener werden.
Das ist jedoch nicht der Fall – im Gegenteil: Zumindest einige der Risikogene scheinen sich
im Lauf der Evolution ausgebreitet und stabilisiert zu haben, konnten die Wissenschaftler
zeigen. Die Forscher hatten die Struktur, die Häufigkeit und die Veränderungsrate von Genen,
die schon in früheren Studien mit Schizophrenie in Verbindung gebracht worden waren, mit
anderen Erbgutabschnitten verglichen. Dabei zeigte sich, dass besonders drei Gene namens
DISC1, Dysbindin und Neuregulin eindeutige Spuren einer Selektion zeigten. Demnach
müssen sie sich nach klassischem Verständnis also entweder selbst positiv für den Träger
ausgewirkt haben, oder sie sind eben mit anderen Genen gekoppelt, die einen Vorteil bieten
und damit den Nachteil der Schizophrenie-Veranlagung ausgleichen.
Alle drei Gene beeinflussen die Struktur des Gehirns, und zwar vor allem die Hirnregionen,
die sich während der menschlichen Evolution am meisten verändert haben, erklären die
Forscher. Vermutlich gibt es also eine Kopplung zwischen ihnen und solchen
Erbgutbereichen, die Kreativität, geistige Flexibilität und Fantasie prägen. Ähnliche
Zusammenhänge waren auch in früheren Arbeiten bereits gezeigt worden. Die
Wissenschaftler wollen diese Verbindung nun genauer untersuchen und damit auch mehr über
die genauen Ursachen und mögliche Therapien der Krankheit herausfinden.
22.05.2006 - Psychologie
Rätselhafte Gestik
Körpersprache ist für schizophrene Menschen unverständlich
Schizophreniepatienten können die Körpersprache von anderen Menschen nur
sehr schlecht interpretieren. Das gilt selbst dann, wenn die
Persönlichkeitsstörung mit Medikamenten behandelt wird, haben
amerikanische Forscher entdeckt. So waren Betroffene beispielsweise nicht in
der Lage, bestimmte Bewegungen einer Emotion zuzuordnen oder ein Gefühl
an der Körperhaltung eines Menschen zu erkennen. Zusammen mit dem
Unvermögen, Gesichtsausdrücke zu deuten, könnte dieser Mangel dafür
verantwortlich sein, dass Menschen mit Schizophrenie so häufig Probleme in
ihrem sozialen Umfeld haben, glauben die Forscher.
Schizophrenie ist eine psychische Störung, die alle Aspekte der Persönlichkeit betrifft. Sie ist
meist durch Halluzinationen, Realitätsverlust und motorische sowie emotionale Störungen
gekennzeichnet. Schizophrene Menschen haben fast immer ein extrem eingeschränktes
Sozialleben, da ihnen häufig die Fähigkeit fehlt, sich in andere Menschen hineinzuversetzen.
Zum Teil lassen sich diese Schwierigkeiten damit erklären, dass die Betroffenen dem
Gesichtsausdruck ihres Gegenübers nicht genug Aufmerksamkeit schenken und ihn deswegen
nicht interpretieren können.
Doch nicht nur die Mimik, auch die Gestik anderer ist für Menschen mit Schizophrenie häufig
ein Rätsel, haben Bigelow und seine Kollegen nun in ihrer Studie nachgewiesen. So zeigten
sie 14 gesunden und 20 an Schizophrenie leidenden Freiwilligen Videos von stilisierten
menschlichen Bewegungen und baten die Probanden zu beurteilen, ob die Bewegung Freude
oder Trauer ausdrückt. Während die gesunden Teilnehmer keine Probleme mit dieser Aufgabe
hatten, konnten die Schizophreniepatienten die Frage nicht korrekt beantworten. Auch bei der
Interpretation komplexerer Szenen gelang es ihnen nicht, aus der Körperhaltung Glück, Ärger
oder Angst herauszulesen.
Die interessanteste Frage, die sich aus diesen Ergebnissen ergebe, sei die, ob Menschen mit
Schizophrenie das Erkennen von Körperhaltungen und anderen sozialen Hinweisen lernen
können, kommentieren die Psychologen. Möglicherweise könnte beispielsweise die Funktion
der bei Schizophrenie nicht korrekt arbeitenden Hirnregionen von anderen Bereichen des
Gehirns übernommen werden, spekuliert Studienleiter Sergio Paradiso. Auch müsse als
nächstes untersucht werden, ob es Medikamente gibt, die dieses Defizit beheben oder
zumindest vermindern könnten. Die bisher verwendeten Wirkstoffe sind dazu nicht in der
Lage.
Sergio Paradiso (University of Iowa, Iowa City) et al.: Schizophrenia Research, Bd. 83, S.
257
ddp/wissenschaft.de – Ilka Lehnen-Beyel Schizophrenie
11.12.2007 - Anthropologie
Warum Pygmäen klein sind
Studie: Ein verkürztes Wachstum entstand als Folge eines insgesamt
beschleunigten Lebens
Bei den oft auch als Pygmäen bezeichneten kleinwüchsigen Menschen in
Afrika, Asien und Neu-Guinea ist die geringe Körpergröße nicht etwa eine
Anpassung an das Leben im dichten Urwald. Es ist für sie vielmehr von Vorteil,
früh ausgewachsen zu sein und Nachkommen hervorbringen zu können, da
ihre Sterblichkeit extrem hoch ist. Das haben britische Wissenschaftler bei
einer Analyse von Körpergröße, Fruchtbarkeit und Lebenserwartung von
Angehörigen verschiedener kleinwüchsiger Stämme herausgefunden.
Die Kleinwüchsigkeit einiger Völker ist nach Ansicht von Forschern eine evolutionäre
Nebenwirkung . Bild: Rodolph Schlaepfer
In der geringen Körpergröße dieser Menschen, bei denen Männer durchschnittlich höchstens
1,55 Meter groß werden, sahen Wissenschaftler bisher eine Anpassung an das Leben im
Dickicht des Urwalds und an die Fähigkeit, Hungerperioden zu überstehen und der feuchten
Hitze zu trotzen. Diese positiven Faktoren seien jedoch nur ein Beiprodukt der Evolution,
erklären die Wissenschaftler nun, denn die wahre Ursache der Kleinwüchsigkeit liege in der
extrem hohen Sterblichkeit. So haben Volksgruppen wie die auf den Philippinen beheimateten
Aeta nur Lebenserwartungen zwischen 16 und 25 Jahren. Die Massai und Turkana in
Ostafrika, die sich durch große Körpergrößen auszeichnen, werden dagegen im Durchschnitt
etwa 40 Jahre alt, argumentieren die Forscher um Migliano.
Dieser Unterschied schlägt sich im Wachstum nieder: Zwar unterscheidet sich das
Größenwachstum in den ersten Jahren bei den Aeta kaum von dem der afrikanischen
Volksgruppen, doch während bei den Aeta das Wachstum mit zwölf Jahren weitgehend
abgeschlossen ist, wachsen die Massai und Turkana drei bis vier Jahre weiter und werden aus
diesem Grund weitaus größer.
Das frühere Ende des Wachstums bringt eine schnellere körperliche Reife mit sich, konnten
die Wissenschaftler zeigen. So waren bei den Aeta die Frauen am fruchtbarsten, die mit 15
Jahren ihr erstes Kind zur Welt brachten – ein im Vergleich zu anderen, ebenfalls sehr
ursprünglich lebenden Volksgruppen extrem niedriges Alter. Laut den Forschern spricht dies
dafür, dass bei der Entwicklung dieses Körpermerkmals nicht die geringe Körpergröße an
sich einen evolutionären Vorteil bot, sondern das frühe Ende des Wachstums. Die
Lebensspanne zwischen Geburt und Tod sei für diese Menschen so kurz, dass sie ein
beschleunigtes Leben führten und daher früher zu wachsen aufhörten, schreiben die
Wissenschaftler.
Andrea Migliano (Universität Cambridge) et al.: PNAS, Online-Vorabveröffentlichung, DOI
10.1073/pnas.0708024105
ddp/wissenschaft.de – Ulrich Dewald
02.11.2005 - Psychologie
Sicherer Blick für Hormone
Weibliche Geschlechtshormone machen Frauen attraktiv
Frauen mit hohen Werten weiblicher Sexualhormone wirken femininer,
gesünder und attraktiver. Das haben britische Wissenschaftler in Tests mit
Männern und Frauen gezeigt. Benutzt eine Frau jedoch Make-Up, so hat der
Hormonspiegel keinen messbaren Einfluss mehr auf ihre Attraktivität.
Die Forscher hatten für ihre Tests die Gesichter von 56 jungen Frauen fotografiert und deren
Werte der Sexualhormone Progesteron und Östrogen bestimmt. 15 Frauen und 14 Männer
hatten anhand der Bilder zu beurteilen, wie attraktiv, gesund und feminin die Frauen wirkten.
Hierbei erreichten die Frauen mit hohen Östrogenspiegeln deutlich bessere Bewertungen –
unabhängig davon, ob sie von Männern oder Frauen beurteilt wurden. Der Wert des Hormons
Progesteron hatten hingegen nur einen geringen Einfluss.
Bei den Frauen, die beim Fotoshooting ein Make-Up aufgetragen hatten, konnten die Forscher
jedoch keinen Zusammenhang zwischen dem Hormonspiegel und der Attraktivität und
Gesundheit beobachten. Das Erscheinungsbild der Haut wirke sich wohl besonders stark auf
die Einschätzung der Attraktivität und Gesundheit aus, erklären die Wissenschafter.
Für einen weiteren Test setzten die Forscher aus den Bildern der zehn Frauen mit den
höchsten Hormonspiegeln und den zehn mit den niedrigsten Werten jeweils ein Foto
zusammen, das also eine Art Mittelwert dieser Gesichter bildete. Obwohl beide Bilder sich
auf den ersten Blick sehr ähneln, wirkte das aus den Frauengesichtern mit den hohen
Hormonspiegeln zusammengesetzte Bild auf die Probanden deutlich attraktiver als das andere
Bild. Der Mensch habe in seiner Evolutionsgeschichte offenbar gelernt, schon mit einem
Blick ins Gesicht auf den hormonellen Zustand einer Frau und damit auf ihre mögliche
Reproduktionsfähigkeit zu schließen, erklären die Wissenschaftler ihre Ergebnisse.
Law Smith (St. Andrew University) et al.: Proceedings of the Royal Society B, OnlineVorabveröffentlichung, doi 10.1098/rspb.2005.3296.
ddp/wissenschaft.de – Ulrich Dewald Hormone
19.01.2001 - Gesundheit
Mit weniger Östrogen sind Frauen besser räumlich orientiert
Auch beim räumlichen Vorstellungsvermögen mischt der weibliche Monatszyklus mit. Das
berichten Forscher der Ruhr-Universität Bochum in "Behavioral Neuroscience".
Zwölf junge Frauen mit regelmäßigem Zyklus haben die Wissenschaftler sechs Wochen lang
untersucht: Dabei mussten die Teilnehmerinnen drei Tests für räumliche Vorstellung lösen.
Begleitend wurde ihnen in dreitägigen Intervallen die Hormone Östrogen, Progesteron,
Testosteron, Gelbkörperhormon und das Follikel stimulierende Hormon im Blut gemessen.
Die Forscher stellten fest, dass Testosteron einen starken positiven Einfluss auf die räumliche
Orientierung hatte, Östrogen dagegen wirkte sich negativ aus. Während der Periode, mit
weniger Östrogen, war die räumliche Einschätzung besser als in der Mitte des Zyklus.
("Behavioral Neuroscience", 2000, Vol.114, No.6, Seite 1245-1250)
Kirsten Lindloff
22.08.2007 - Psychologie
Frauen beherrschen den Markt
Der weibliche Ortssinn für Essbares ist besser ausgeprägt als der männliche
Da Frauen in der Steinzeit für das Sammeln von Wildpflanzen zuständig waren,
können sie Obst und Gemüse auch beim Einkaufen besser wiederfinden. Das
schließen amerikanische Forscher aus Untersuchungen auf einem großen
Wochenmarkt. Obwohl Männer meist einen besseren Orientierungssinn haben,
konnten sich die beobachteten Frauen häufiger an die Position von
bestimmten Lebensmitteln erinnern als die männlichen Versuchsteilnehmer.
Entgegen aller Vorurteile können sich Männer nicht grundsätzlich besser orientieren als
Frauen. Wenn es um den Standort von Obst und Gemüse auf einem großen Wochenmarkt
geht, haben Frauen klare Vorteile. Bild: Dungodung, wikipedia.org
Die Forscher baten 86 Wochenmarktbesucher, sechs Verkaufsstände in einer bestimmten
Reihenfolge aufzusuchen. An jedem Stand durften sie ein bestimmtes pflanzliches
Lebensmittel probieren und bewerten. Erst anschließend erfuhren sie, dass die Forscher bei
den Versuchen das räumliche Orientierungsvermögen testen wollten: Die Freiwilligen sollten
von der Mitte der Markthalle aus bestimmen, wo sie welches Nahrungsmittel probiert hatten.
Die gut vierzig Frauen schnitten dabei besser ab als die Männer – und zwar unabhängig
davon, wie gut sich die einzelnen Teilnehmer bereits auf dem Markt auskannten.
Bei früheren Orientierungsversuchen mit anderen Dingen als Lebensmitteln hatten bislang
meist Männer besser abgeschnitten. Die nun veröffentlichten Ergebnisse lassen deshalb
vermuten, dass das räumliche Gedächtnis auch von der Art der Orientierungspunkte abhängt,
so die Forscher. Obst, Gemüse und andere Saisonware aktivierten bei Frauen das räumliche
Gedächtnis.
Die Unterschiede zwischen Männern und Frauen haben sich vermutlich im Laufe der
Evolution entwickelt. In der Zeit der Jäger und Sammler mussten die Männer in der Lage
sein, einem Tier über weite Strecken zu folgen und anschließend mit der Beute den Weg
zurückzufinden. Für Frauen war es hingegen von Vorteil, wenn sie sich die Lage von
Nahrungsquellen wie Bäumen oder Beerensträuchern merken konnten.
Als weiteren Beleg für diese Hypothese werten die Forscher die Tatsache, dass bei ihrer
Studie die Orientierungsfähigkeit der Teilnehmer auch von der Qualität der Nahrungsmittel
abhing. Je mehr Kalorien ein Lebensmittel enthielt, desto besser konnten sich die Freiwilligen
erinnern, wo sie es probiert hatten. Dieser Effekt zeigte sich sowohl bei Frauen als auch bei
Männern.
Joshua New (Yale-Universität, New Haven) et al.: Proceedings of the Royal Society B,
Online-Veröffentlichung, DOI: 10.1098/rspb.2007.0826
ddp/wissenschaft.de – Larissa Kessner
06.06.2006 - Psychologie
Wie man(n) auffällt
Ärgerliche Männergesichter stechen aus einer Menge am stärksten hervor
Wütende Männer fallen selbst in einer Menschenmenge auf: Von allen
Gesichtsausdrücken ziehen aggressive männliche Gesichter am schnellsten
die Aufmerksamkeit von Beobachtern auf sich, hat ein australischamerikanisches Forscherteam nachgewiesen. Das gilt sowohl für Männer als
auch für Frauen, wobei der Effekt jedoch bei Männern stärker ausgeprägt ist.
Die Wissenschaftler vermuten, dass sich diese Fähigkeit im Lauf der
menschlichen Evolution entwickelt hat, um potenzielle Bedrohungen möglichst
schnell wahrnehmen zu können.
Als soziale Wesen haben Menschen spezielle Mechanismen entwickelt, um Gesichter und
Gesichtsausdrücke zu erkennen. Daraus können sie wichtige Informationen ableiten, die ihnen
im täglichen Umgang mit ihren Mitmenschen helfen. So ist es beispielsweise wichtig, Zorn
und Ärger sehr schnell im Gesicht des Gegenübers zu erkennen, um Konflikte zu vermeiden.
Um zu testen, ob ein ärgerlicher Gesichtsausdruck tatsächlich schneller erkannt wird als
weniger bedrohliche Mienen, zeigten die Forscher um Mark Williams vom Massachusetts
Institute of Technology (MIT) 78 Männern und 78 Frauen Bilder von Gesichtern mit
unterschiedlichen emotionalen Ausdrücken. Darunter waren sowohl Männer- als auch
Frauengesichter, die einen neutralen Ausdruck oder Ärger, Angst, Abscheu, Glück, Trauer
oder Überraschung zeigten.
Sowohl die männlichen als auch die weiblichen Probanden erkannten ärgerliche
Männergesichter von allen gezeigten Gesichtern am schnellsten, wobei die Frauen jedoch
langsamer waren als die Männer, zeigte die Auswertung. Auch spielte es für die Teilnehmer
keine Rolle, wieviele Gesichter insgesamt zu sehen waren – sie erkannten die wütenden
Männergesichter immer gleich schnell. Ärgerliche Frauengesichter wurden dagegen zwar
auch schneller entdeckt als Gesichter mit anderen Ausdrücken, sie stachen jedoch nicht so
stark aus einer größeren Anzahl Bilder hervor wie die Männergesichter.
Vom Standpunkt der Evolution aus betrachtet ist ein solches Aggressions-Frühwarnsystem
durchaus sinnvoll, schreiben die Forscher: Da Männer im Allgemeinen größer sind als Frauen
und auch mehr Körperkraft besitzen, stellen sie eher eine Bedrohung dar, und je schneller
diese Bedrohung erkannt wird, desto größer sind die eigenen Überlebenschancen. Aufgrund
der unterschiedlichen sozialen Aufgaben, die die beiden Geschlechter in der Frühzeit der
Menschheit zu erfüllen hatten, war das Erkennen einer solchen Gefahrensituation für Männer
wichtiger als für Frauen. Daher habe sie bei ihnen auch die Wahrnehmung stärker beeinflusst,
so die Wissenschaftler. Frauen sind hingegen besser darin, andere emotionale
Gesichtsausdrücke zu erkennen, weil diese in ihrem sozialen Leben eine größere Rolle
spielten, erklären die Forscher.
Mark Williams (Massachusetts Institute of Technology (MIT), Cambridge) et al.: Current
Biology (Bd. 16, S. 402)
04.06.2007 - Psychologie
Ärger hilft Logik
Studie: Ärger kann zu rationalerem Denken führen
Ärger führt bei Menschen nicht immer zu irrationalem Verhalten: Sie können
bisweilen sogar klarere Gedanken fassen und rationaler entscheiden, als wenn
sie einer Situation neutral gegenüber stehen, haben amerikanische
Psychologen herausgefunden. Diese überraschende Erkenntnis trifft allerdings
nur dann zu, wenn mit dem Ärger kein überschießender Emotionsausbruch
einhergeht. Das schließen die Forscher aus einem Versuch, in dem sie mehrere
hundert Studenten ihrer Universität ärgerten und anschließend untersuchten,
ob diese für rationale Argumentationen noch zugänglich waren. Ärger erhöhte
eher die analytischen Entscheidungskompetenzen der Studenten, ergab die
Auswertung.
Die Forscher versetzten in mehreren Untersuchungsrunden rund 200 Studenten in einen
Zustand des Ärgerns. Dazu ließen sie die Probanden beispielsweise über ihre Zukunftspläne
schreiben und bewerteten diese etwa als uninteressant oder langweilig. In verschiedenen
Zwischenstadien der Tests mussten die Teilnehmer immer wieder in psychologischen
Fragebögen ihren Gemütszustand benennen. Dabei zeigte sich, dass für die Studenten der
Verriss ihrer Lebenspläne richtig ärgerlich war. Anschließend bekamen sie zur Beurteilung
zwei Texte über den lockeren Umgang von Studenten mit Geld. Ein Text erging sich in
Klischees und war eher oberflächlich, der andere hatte eine stringentere Argumentationskette.
Die verärgerten Studenten konnten die Qualität der Information und Argumentation besser
unterscheiden als Kommilitonen, die nicht mit Ärger "geimpft" wurden. Ärger kann
Menschen demzufolge dazu veranlassen, gründlicher und rationaler eine Situation zu
bewerten, schließen die Forscher. In weiteren Tests zeigten sie, dass das Ergebnis nicht der
Erfahrung widerspricht, Ärger führe zu falscher Risikoeinschätzung oder erhöhe die
Aggressionsbereitschaft. Letzteres treffe immer dann zu, wenn der Ärger stark emotional
aufgeladen sei und als Folge davon Kurzschlussreaktionen verursache, erklären sie. Haben
Verärgerte hingegen ihre Emotionen im Griff, so können ihre Reaktionen zur Versöhnung
oder Rache durchaus auf wohlbedachten, rationalen Überlegungen beruhen.
Wesley Moons & Diane Mackie (Universität von Kalifornien, Santa Barbara): Personality and
Social Psychology Bulletin, Bd. 33, S. 706
ddp/wissenschaft.de – Martin Schäfer
07.09.2006 - Psychologie
Ein scharfer Verstand blickt in die Leere
Forscher: Wer volle Konzentrationsfähigkeit benötigt, sollte sein Gegenüber
nicht anschauen
Ins Leere zu starren, stärkt das Denkvermögen. Wer dagegen beim Lösen von
Denkaufgaben in ein Gesicht schaut, kann sich schlechter konzentrieren. Das
haben britische Forscher in einer Studie an dreißig Probanden nachgewiesen.
Vor allem die emotionalen Informationen in Gesichtern lenkten die
Aufmerksamkeit ab.
Für die Untersuchungen lösten die Probanden mathematische Aufgaben, während sie stets den
Blick von dem Fragenden abwendeten. Den Forschern zufolge erhöhte sich so die Fähigkeit
der Probanden erheblich, die Aufgaben richtig zu lösen, als wenn sie das Gegenüber
betrachteten. In ein Gesicht zu blicken und dabei von 100 in Siebener-Schritten rückwärts zu
zählen, bereitete den Versuchsteinehmern beispielsweise beträchtliche Probleme. Die
Kombination von geistiger Arbeit und emotionalen Eindrücken versetzte einige Probanden so
in Stress, dass sie sogar in Schweiß ausbrachen. Am stärksten schwitzten Männer unter den
Teilnehmern, die in ein weibliches Gesicht blicken sollten, sagt die Leiterin des
Forscherteams Gwyneth Doherty-Sneddon von der Universität in Sterling.
Der Wissenschaftlerin zufolge sollten Sätze wie: "Sehen Sie mich an, wenn ich mit Ihnen
rede" der Vergangenheit angehören. Lehrer müssten ihre Schüler eher dazu auffordern, ihren
Blick ins Leere schweifen zu lassen, wenn sie nachdenken sollen. Doherty-Sneddon sagt:
"Wenn meine Kinder mich anstarren, weiß ich, dass sie sich gerade nicht konzentrieren."
Nature, Onlinedienst
ddp/wissenschaft.de – Martin Vieweg
07.04.2007 - Psychologie
Die Kultur der Gesichtsausdrücke
Menschen fernöstlicher Kulturen achten beim Gegenüber auf die Augen
Welche Emotionen ein Gesicht ausdrückt, beurteilen Menschen aus westlichen
Kulturen vor allem nach dem Mund. Menschen aus Kulturen wie beispielsweise
Japan, in denen Gefühle traditionell kaum gezeigt werden, achten hingegen
mehr auf die Augen. Das hat ein internationales Forscherteam in Tests mit
Probanden aus den USA und Japan herausgefunden.
Die Forscher zeigten den Probanden in ihren Tests Darstellungen von Gesichtern und Fotos
realer Menschen. Sie konnten die Bilder dabei am Computer so manipulieren, dass die
Münder und die Augen unterschiedliche Gefühle ausdrückten. Die japanischen Probanden
achteten viel stärker auf die Augen als ihre amerikanischen Kollegen, ergab die Auswertung.
Bei den Amerikanern war hingegen der Mund das wichtigere Kriterium für den
Gefühlsausdruck.
"In den USA, wo es üblich ist, Emotionen offen zu zeigen, ist dieser Fokus auf den Mund
durchaus sinnvoll", erläutert Studienleiter Takahiko Masuda die Ergebnisse. Schließlich sei
der Mund das ausdrucksvollste Merkmal eines menschlichen Gesichts. Bei den nach außen
hin weniger emotionalen Japanern blieben lediglich die Augen als subtiles Ausdrucksmittel
für Gefühle, erklärt der Wissenschaftler. Die Ergebnisse legten zudem nahe, dass Japaner eher
als Amerikaner in der Lage sind, gespielte Emotionen wie beispielsweise ein falsches Lächeln
zu erkennen, denn der Ausdruck des Mundes lässt sich leichter kontrollieren als der der
Augen.
Der kulturelle Unterschied in der Beurteilung von Gesichtsausdrücken spiegelt sich sogar in
den so genannten Emoticons wieder – jener Smileys und anderen aus Doppelpunkten,
Strichpunkten, Klammern und sonstigen Satzzeichen zusammengesetzten Gesichtern, mit
denen E-Mail-Schreiber Gefühle ausdrücken: Während in den USA wie in der gesamten
westlichen Welt das Smiley-Zeichen :-) für ein fröhliches Gesicht steht, gilt dafür in Japan
das Zeichen ^_^. Traurigkeit wird in Japan mit dem Zeichen ;-; symbolisiert, während dafür
im Westen das Zeichen :-( steht.
Takahiko Masuda (Universität von Alberta, Edmonton) et al.: Journal of Experimental Social
Psychology, Bd. 43, S. 303
ddp/wisschaft.de – Ulrich Dewald
16.08.2007 - Psychologie
Warum für Europäer alle Asiaten so ähnlich aussehen
Der Mensch nimmt Gesichter von Mitgliedern fremder Gruppen ungenauer
wahr
Amerikanische Wissenschaftler haben entdeckt, warum Menschen mit einer
anderen Hautfarbe so schwer auseinanderzuhalten sind: Dahinter steckt eine
grundsätzliche Neigung, die Mitmenschen unbewusst in zwei verschiedene
Kategorien einzuteilen – "eigen" und "fremd". Gesichter von Mitgliedern der
eigenen Gruppe werden dabei prinzipiell genauer wahrgenommen als die von
Angehörigen einer fremden Gruppe. Dieser Effekt zeigt sich unabhängig von
der Art der Gruppe, ob sie nun durch ein gemeinsames Hobby oder die
Zugehörigkeit zu einer Familie zustande kommt, oder eben auf einer
gemeinsamen Hautfarbe basieren.
Für viele Europäer sehen alle Asiaten gleich aus. Das gilt allerdings auch umgekehrt. Bild:
Nordisk familjebok, wikipedia.org
Genauso wie für Europäer alle Asiaten gleich aussehen, haben auch Asiaten Schwierigkeiten,
weiße Menschen voneinander zu unterscheiden. Bisher wurde dieser Effekt auf eine fehlende
Gewöhnung zurückgeführt: Da die meisten im täglichen Leben hauptsächlich Menschen mit
ihrer eigenen Hautfarbe begegnen, sind sie es einfach nicht gewöhnt, fremdartig aussehende
Gesichter zu sehen und zu erkennen, so die These. Immer mehr Forscher glauben mittlerweile
jedoch, dass dem Phänomen noch ein weiterer Mechanismus zugrundeliegen muss. Ihre
Vermutung: Die Schwierigkeiten mit andersartigen Gesichtern sind nur eine
Erscheinungsform eines umfassenderen Prinzips, das Menschen grundsätzlich zwischen
"eigen" und "fremd" unterscheiden lässt.
Um das zu testen, entwarfen Studienleiter Michael Bernstein und seine Kollegen nun ein
Szenario, in der ausschließlich die Gruppenzugehörigkeit und nicht der Grad der Gewöhnung
variierte: Sie zeigten insgesamt 99 Freiwilligen Fotos von fremden Gesichtern, die die gleiche
Hautfarbe hatten wie sie selbst. Von der Hälfte der Abgebildeten behaupteten die Forscher,
sie würden die gleiche Universität besuchen wie die Testteilnehmer, während die anderen
angeblich Angehörige einer fremden Hochschule waren. Tatsächlich konnten sich die
Probanden die Gesichter ihrer vermeintlichen Kommilitonen besser merken als die der
anderen, zeigte die Auswertung. Der Effekt war sogar dann messbar, wenn es sich um
vollkommen künstliche Gruppen auf der Basis eines fingierten Persönlichkeitstest handelte,
so die Forscher.
Auch ohne Gewöhnungseffekt reicht das Gruppengefühl allein also bereits aus, um die
Gesichtserkennung zu beeinflussen, schließen die Forscher. Sie vermuten, dass in dem
Moment, in dem das Gegenüber als Mitglied der eigenen Gruppe identifiziert wird, ein
automatisches Gesichtserkennungsprogramm anläuft, das bei Angehörigen fremder Gruppen
nicht reagiert. Zudem konzentrieren sich Menschen bei fremdartigen Gesichtern
möglicherweise eher auf die Merkmale der fremden Kategorie als auf die individuellen
Kennzeichen. Im täglichen Leben spielen wahrscheinlich beide Effekte, die soziale
Kategorisierung und die Gewöhnung, eine Rolle – zu welchen Anteilen, müsse nun untersucht
werden, so die Forscher.
Michael Bernstein (Miami University, Oxford) et al.: Psychological Science, Bd. 18, Nr. 8, S.
706
ddp/wissenschaft.de – Ilka Lehnen-Beyel
20.10.2004 - Biologie
Weniger Söhne für Alleinerziehende
Forscherin: Partnerschaft der Eltern beeinflusst Geschlechterverhältnis der
Kinder
Zusammenlebende Elternpaare bekommen im Durchschnitt mehr Söhne als
getrennt lebende, bei denen sich nur ein Elternteil um den Nachwuchs
kümmert. Das ist das Ergebnis einer statistischen Studie der amerikanischen
Ökonomin Karen Norberg, die bei mehr als 86.000 Geburten das
Geschlechterverhältnis des Nachwuchses und die Lebenssituation der Eltern
verglich. Damit sei erstmals gezeigt worden, dass familiäre Verhältnisse einen
Einfluss auf das Geschlecht der Nachkommen haben können, schreibt Norberg
in der Fachzeitschrift Proceedings of the Royal Society: Biological Sciences
(Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1098/rspb.2004.2857).
Während der vergangenen Jahre hat sich das Verhältnis der Geburten von Jungen und
Mädchen in den Industrienationen deutlich verändert – es werden immer weniger Jungen
geboren. Einige Faktoren, die das Geschlechterverhältnis zugunsten von Mädchen
beeinflussen, sind eine schlechte Versorgung oder Untergewicht der Mutter, emotionaler oder
physischer Stress und der Einfluss verschiedener Chemikalien.
Doch auch die Beziehung zwischen den Eltern könnte eine Rolle spielen, entdeckte Karen
Norberg vom Nationalen Büro für ökonomische Forschung bei der Auswertung der Daten von
vier großen Studien, in denen insgesamt 86.000 Geburten in mehr als 61.000 Familien
untersucht worden waren. Dabei fand sie einen kleinen, aber deutlichen Unterschied im
Verhältnis von Jungen- und Mädchengeburten zwischen Paaren, bei denen sich beide Eltern
um die Kinder gekümmert hatten und Paaren, bei denen nur ein Elternteil die Betreuung
übernommen hatte. Besonders ausgeprägt war dieser Unterschied bei Elternteilen mit
mehreren Kindern, die bei deren Empfängnis in unterschiedlichen Familienverhältnissen
gelebt hatten: Eine stabile Partnerschaft erhöhte die Wahrscheinlichkeit für einen Sohn um 14
Prozent.
Mögliche Gründe für diesen Unterschied könnten nach Ansicht von Norberg eine
Veränderung im hormonellen Zustand oder auch die im Durchschnitt häufigeren sexuellen
Kontakte in einer Partnerschaft sein. Solche Veränderungen seien möglicherweise ein Signal
dafür, dass zur Betreuung des Nachwuchses ein Vater zur Verfügung stehe und daher
männliche Kinder, deren Aufzucht aus Sicht der Evolution als aufwändiger gilt, mit hoher
Wahrscheinlichkeit erfolgreich großgezogen werden können. Die steigende Anzahl
Alleinerziehender während der vergangenen Jahre könnte demnach die Ursache dafür sein,
dass im gleichen Zeitraum die Zahl der neugeborenen Jungen gesunken sei, schreibt Norberg.
ddp/bdw – Ilka Lehnen-Beyel Geburtenrate
17.12.2005 - Medizin
Was lange währt, wird eher ein Sohn
Viele vergebliche Zeugungsversuche erhöhen die Chance auf männlichen
Nachwuchs
Je später es bei einem Paar mit Kinderwunsch mit der ersehnten
Schwangerschaft klappt, desto eher wird es ein Sohn: Pro Jahr vergeblicher
Zeugungsversuche steigt die Wahrscheinlichkeit für männlichen Nachwuchs
um fast vier Prozentpunkte an, entdeckten niederländische Wissenschaftler.
Die Forscher werteten für ihre Studien Daten von rund 5.300 niederländischen Frauen aus.
500 davon hatten länger als ein Jahr versucht, mit ihrem Partner ein Kind zu zeugen, einige
davon sogar bis zu drei Jahre. Die Frauen, bei denen die Empfängnis schließlich doch auf
natürlichem Weg klappte, bekamen häufiger Söhne als Töchter, entdeckten die Forscher.
Dagegen zeigte das Geschlechterverhältnis bei den Nachkommen der Frauen, die nur mit
medizinischer Hilfe schwanger geworden waren, keine Auffälligkeiten.
Die Ursache dieses unerwarteten Zusammenhanges sehen die Forscher in der Zähigkeit des
Gebärmutterschleims: Je zäher er ist, desto schwieriger ist es für eine Samenzelle, die Eizelle
zu erreichen – und je länger dauert es, bis die Frau schwanger wird. Spermien mit einem
männlichen Y-Chromosom bewegen sich im zähen Schleim jedoch schneller als die, die ein
weibliches X-Chromosom tragen. Aus diesem Grund sind Kinder von Frauen mit Problemen
bei der Empfängnis auch eher Jungen, so die Wissenschaftler.
Wegen der besseren Beweglichkeit der Y-Spermien im Körper der Frau ist auch bei
problemlosen Schwangerschaften die Wahrscheinlichkeit, einen Jungen zu empfangen, etwas
größer als die für ein Mädchen: Auf 49 geborene Mädchen kommen 51 Jungen.
Luc Smits (Universität von Maastricht) et al.: British Medical Journal, Bd. 331, S. 1437
ddp/wissenschaft.de – Martin Schäfer Schwangerschaft
01.09.2004 - Psychologie
Ähnlichkeit macht nicht begehrenswert
Menschen finden Gesichter von Menschen gleichen Geschlechts besonders
attraktiv, wenn deren Züge den eigenen ähneln. Bei Gesichtern des anderen
Geschlechts legen sie dagegen keinen Wert auf Ähnlichkeit. Das hat die
kanadische Psychologin Lisa DeBruine von der McMaster-Universität in
Hamilton herausgefunden. Sie beschreibt ihre Studie in der Fachzeitschrift
Proceedings of the Royal Society: Biological Sciences (OnlineVorabveröffentlichung, DOI: 10.1098/rspb.2004.2824).
DeBruine ließ bei ihrer Studie 112 Probanden die Attraktivität von Gesichtern bewerten, die
zum Teil so verändert waren, dass sie den eigenen Gesichtern der Testpersonen ähnelten. Eine
solche Veränderung erhöhte deutlich die Attraktivität von Gesichtern des gleichen
Geschlechts, fand die Psychologin heraus. Sie hatte jedoch überhaupt keinen Einfluss darauf,
wie anziehend die Probanden Gesichter des anderen Geschlechts fanden.
Diese Bevorzugung habe sich wahrscheinlich im Lauf der Evolution entwickelt, da
Ähnlichkeit ein Hinweis auf eine potenzielle Verwandtschaft sei, schließt DeBruine. Eine
solche Verwandtschaft sei beim Knüpfen sozialer Kontakte ein sehr positiver Faktor gewesen,
da sie ein harmonisches Zusammenleben garantiert habe. Bei der Partnerwahl war sie dagegen
vollkommen unerwünscht, da der Nachwuchs enger Verwandter schwere Defizite haben
kann. Daher habe sich die fehlende Anziehungskraft eines potenziellen Partners mit ähnlichen
Gesichtszügen wahrscheinlich als Schutzmechanismus vor inzestuösen Beziehungen
entwickelt, schreibt die Psychologin.
ddp/bdw – Ilka Lehnen-Beyel
19.09.2007 - Anthropologie
Warum auch Großmütter evolutionär eine Daseinsberechtigung haben
Großmütter kümmerten sich um ihre Enkelkinder und sicherten so deren
überleben
Großmütter trugen in der Frühzeit des Menschen durch ihre Fürsorge für die
Enkel zum Überleben der Gruppe bei. Datenmaterial zu dieser These liefern
nun britische Forscher, die Lebensgeschichten von Familien aus zwei Dörfern
in Gambia verfolgten und schauten, wie die Großmütter dort das Leben ihrer
Enkelkinder beeinflussten. Die Ergebnisse könnten die unter
Evolutionsbiologen häufig gestellte Frage beantworten, warum Frauen auch
nach der Menopause noch weiterleben, obwohl sie sich gar nicht mehr
fortpflanzen können.
Die Forscher werteten Daten von 5.500 Menschen aus Gambia aus den Jahren 1950 bis 1975
aus. Deren Lebensbedingungen entsprachen etwa den Bedingungen zu der Zeit in der
Evolutionsgeschichte des Menschen, als sich das lange Leben von Frauen nach der
Menopause durchsetzte, erklären die Forscher. Da 1975 in einem der Dörfer in Gambia ein
Krankenhaus eingerichtet wurde, was zum Überleben von wesentlich mehr Kindern führte,
wurden spätere Daten nicht mehr in die Auswertung miteinbezogen. Zwar war vor allem die
Mutter wichtig für das Überleben ihrer Kinder, doch auch die Großmutter mütterlicherseits
trug zu deren Überleben bei. Im Gegensatz dazu hatte weder der Vater, andere Geschwister
noch die Großmutter väterlicherseits statistisch merklichen Einfluss auf die Lebenserwartung
der Kinder.
Würden Frauen erst in späteren Jahren in die Wechseljahre kommen, könnten sie zwar länger
Nachwuchs in die Welt setzen. Gleichzeitig verringerte das aber die Wahrscheinlichkeit, dass
ihre Kinder mit einer Großmutter aufwachsen, erklären die Wissenschaftler. Nach ihren
Berechnungen wurden 58 Prozent der Kinder in Gambia von einer Großmutter betreut, nur 16
Prozent aber wären dies gewesen, wenn die Menopause erst mit 65 Jahren einsetzte.
Allerdings war der Einfluss der Großmütter auf das Überleben ihrer Enkelkinder kleiner als
erwartet, so die Forscher. Damit sich das lange Leben nach der Menopause durchsetzen
konnte, müssten noch weitere Faktoren eine Rolle gespielt haben. Ausschlaggebend aber sei,
dass die Enkelkinder von der Betreuung durch die Großmütter profitierten. Außerdem sorge
die Menopause dafür, dass Mütter dann keine Kinder mehr bekommen, wenn die Gefahr zu
groß sei, dass sie kurz nach der Geburt wegen ihres hohen Alters sterben und ihre Kinder
deswegen auf sich allein gestellt sind.
Daryl Shanley (Universität von Newcastle) et al.: Proceedings of the Royal Society B, DOI:
10.1098/rspb.2007.1028
ddp/wissenschaft.de – Anja Basters
27.12.2007 - Psychologie
Wer Omas und Opas liebste Enkel sind
Großeltern ziehen die Kinder ihrer Töchter vor
Großeltern mütterlicherseits bemühen sich stärker um den Kontakt zu ihren
Enkeln als Großeltern väterlicherseits. Das haben Forscher aus Großbritannien
und Belgien herausgefunden, als sie die beim Besuch der Enkel
zurückgelegten Wegstrecken miteinander verglichen. Wichtig für den
Sozialkontakt sei demnach, ob die Verwandtschaft über die Mutter oder den
Vater besteht, schließen die Wissenschaftler aus den Untersuchungen mit
mehr als 800 Großeltern.
Psychologische Gründe spielen bei diesen Unterschieden in der Fürsorge nach Ansicht der
Forscher eine wichtige Rolle. So können Mütter immer davon ausgehen, dass sie mit ihren
Kindern und Enkelkindern verwandt sind, während Väter niemals ganz sicher sein können, ob
sie tatsächlich die biologischen Väter sind. Genauso sicher können sich auch die Großmütter
mütterlicherseits sein, was vermutlich die mit größerer Bereitwilligkeit zurückgelegten Wege
zu den Enkelkindern erklärt.
Von Großeltern, die in bis zu 30 Kilometer Entfernung zu ihren Enkeln lebten, hatten 30
Prozent der mütterlichen Seite pro Woche mindestens mehrmaligen wenn nicht sogar
täglichen Kontakt zu ihren Enkeln. 25 Prozent der Großväter mütterlicherseits besuchten ihre
Enkel in ähnlichen Abständen. Dagegen machten sich die Großeltern väterlicherseits beim
Besuch ihrer Sprösslinge rar: Im Mittel statteten nur etwa 15 Prozent der Großeltern von der
Vaterseite ihren Enkeln pro Woche einen Besuch ab.
Thomas Pollet (Universität in Newcastle) et al.: Evolutionary Psychology, Band 5, S. 832
ddp/wissenschaft.de – Christina Taraschewski
10.05.2005 - Gesundheit
Was die Großmutter mit der Zuckerkrankheit des Enkels zu tun hat
Studie: Schlechte Ernährung während der Schwangerschaft wirkt sich noch in
der übernächsten Generation negativ aus
Das Risiko für Typ-2-Diabetes wird möglicherweise von der Großmutter
mitbestimmt, legen Untersuchungen an Ratten nahe: Hat sich die Großmutter
während der Schwangerschaft oder der Stillzeit nicht ausreichend ernährt,
haben ihre Enkel ungewöhnlich häufig Probleme mit dem Zuckerstoffwechsel.
Besonders der weibliche Nachwuchs der zweiten Generation leidet unter
Stoffwechselstörungen wie der so genannten Insulinresistenz, einem
Risikofaktor und frühen Merkmal für Diabetes vom Typ 2.
Schon aus früheren Studien ist bekannt, dass eine schlechte Versorgung im Mutterleib oder
kurz nach der Geburt sowohl bei Tieren als auch beim Menschen das Risiko erhöht, später im
Leben verschiedene chronische Krankheiten zu entwickeln. Bei den meisten dieser
Erkrankungen, darunter Fettleibigkeit und Diabetes, spielt der Zuckerstoffwechsel eine
zentrale Rolle. Da solche Stoffwechselstörungen auch über mehrere Generationen vererbt
werden können, untersuchten die Forscher um Elena Zambrano aus Mexico-City die Frage,
ob sich eine Mangelernährung während der Schwangerschaft auch über die nächste
Generation hinaus negativ auswirkt.
Dazu reduzierten die Forscher im Futter trächtiger Ratten den Eiweißanteil um die Hälfte.
Wie erwartet war der Nachwuchs dieser Tiere im Vergleich zu dem normal ernährter Mütter
kleiner und leichter. Dieser Effekt zeigte sich jedoch auch in der zweiten Generation: Obwohl
die Nachkommen der Testratten während ihrer eigenen Schwangerschaften mit ausgewogener
Kost ernährt wurden, war auch ihr Nachwuchs untergewichtig, entdeckten die Forscher.
Außerdem reagierten die Enkel der ursprünglichen Generation entweder zu stark oder zu
schwach auf Insulin – ein deutliches Zeichen dafür, dass ihr Zuckerstoffwechsel nicht korrekt
arbeitete.
Auch wenn es beim Menschen bislang keine Hinweise auf einen solchen Zusammenhang
gibt, halten die Forscher einen ähnlichen Generationeneinfluss für wahrscheinlich. Ihrer
Ansicht nach unterstreichen die Ergebnisse außerdem, wie wichtig eine gesunde Ernährung
während der Schwangerschaft ist. Weitere Untersuchungen sollen nun den direkten
Zusammenhang zwischen einer Mangelernährung und dem Stoffwechsel der nächsten
Generationen bestätigen.
Elena Zambrano (Salvador-Zubirán-Forschungsinstitut, Mexiko-City) et al.: Journal of
Physiology, Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1113/jphysiol.2005.086462
ddp/wissenschaft.de – Ilka Lehnen-Beyel
Diabetes
05.01.2006 - Genforschung
Was Väter und Großväter ihren Nachkommen mitgeben
Auch bei Männern können sich Einflüsse des Lebensstils auf Söhne und Enkel
auswirken
Männer beeinflussen durch ihren Lebensstil nicht nur ihre eigene Gesundheit,
sondern auch die ihrer Söhne und sogar die ihrer Enkel. Darauf deuten nach
Ansicht eines schwedisch-britischen Forscherteams die Ergebnisse zweier
großer Studien hin. So haben Väter, die sehr früh mit dem Rauchen begonnen
haben, überdurchschnittlich dicke Söhne, aber normalgewichtige Töchter.
Auch eine Hungerperiode in der Jugend kann den männlichen Nachkommen
einen Stempel aufdrücken: Die Enkel von Männern, die im Alter von etwa 10
Jahren hungerten, haben eine ungewöhnlich hohe Lebenserwartung. Einen
solchen Effekt über mehrere Generationen kannten Wissenschaftler bislang
nur aus der weiblichen Linie, berichtet das Wissenschaftsmagazin "New
Scientist".
Marcus Pembrey vom University College in London und seine schwedischen Kollegen
analysierten für ihre Untersuchung die Daten einer groß angelegten britischen Studie an
Eltern und Kindern aus den 90er Jahren und historische Berichte aus einer abgelegenen
schwedischen Region. In beiden Fällen fanden die Forscher einen Zusammenhang zwischen
der Lebensweise eines Mannes vor seiner Pubertät und der Gesundheit seiner Nachkommen:
Frühes Rauchen beeinflusste das Gewicht der Söhne und frühes Hungern die Lebensspanne
der Enkel.
Dass der Lebensstil von Müttern und Großmüttern einen Einfluss auf ihre weiblichen
Nachkommen haben kann, war bereits aus früheren Studien bekannt. Die neuen Ergebnisse
seien jedoch der erste Hinweis auf eine Vererbung solcher Gesundheitseffekte über die
männliche Linie, kommentieren die Forscher. Verantwortlich dafür sind ihrer Ansicht nach so
genannte epigenetische Veränderungen des Erbguts: Im Lauf des Lebens werden an die
Erbsubstanz verschiedene chemische Schalter und Kontrollmoleküle angelagert, die ganze
Abschnitte dauerhaft aktivieren oder auch stilllegen können. Die Folgen dieser
Veränderungen sind vielfältig und können von einer erhöhten Anfälligkeit für Krankheiten bis
zum Ausbruch einer Krebserkrankung reichen.
Die neuen Ergebnisse legen nun nahe, dass solche Modifikationen entgegen bisheriger
Annahmen von Generation zu Generation weitergegeben werden können, so die Forscher.
Sollte sich diese Annahme bestätigen, hätten epigenetische Faktoren einen weit größeren
Einfluss auf die öffentliche Gesundheit als bislang vermutet. Möglicherweise könne sogar die
extreme Zunahme an Übergewichtigen und Diabetesfällen darauf zurückgeführt werden,
kommentiert der Epigenetiker Rob Waterland die Ergebnisse.
New Scientist, 7. Januar, S. 10
13.12.2007 - Biologie
Warum Schwangere nicht umkippen
US-Forscher haben entdeckt, warum schwangere Frauen nicht vornüberfallen:
Um die Belastungen einer Schwangerschaft besser ausgleichen zu können, hat
sich die Wirbelsäule bei Männern und Frauen unterschiedlich entwickelt. Das
geht aus einer Untersuchung von amerikanischen Anthropologen hervor.
Demnach ist die typische S-Kurvenform namens Lordose im
Lendenwirbelbereich bei Frauen stärker ausgeprägt als bei Männern.
Schwangere Frauen profitieren von dieser stärkeren Krümmung der
Wirbelsäule, weil andernfalls durch das zusätzliche Gewicht des
heranwachsenden Kindes an der Vorderseite verstärkt Belastungen auf die
Rückenmuskeln entstehen würden.
Durch eine Schwangerschaft nimmt das Gewicht des weiblichen Rumpfes um etwa 31
Prozent zu und der Schwerpunkt verlagert sich nach vorne. Dieses Ungleichgewicht kann
zwar durch Muskeln im unteren Rücken ausgeglichen werden, dadurch entstehen jedoch
häufig Müdigkeit und Rückenschmerzen, erklären die Forscher. Um diese Probleme zu
minimieren, verlagern schwangere Frauen ihren Schwerpunkt, in dem sie sich im Stehen nach
hinten lehnen, entdeckten die Wissenschaftler bei Untersuchungen an 19 schwangeren
Frauen. Erleichtert wird diese Haltung dadurch, dass die drei letzten Lendenwirbel der Frau
stärker nach außen gekippt sind und so zu einer stärkeren Biegung der Wirbelsäule führen. Im
männlichen Lendenwirbelbereich sind nur die letzten zwei Wirbel derart gekippt. Gleichzeitig
macht die Form der Wirbel die Wirbelsäule flexibler. So können die Frauen trotz veränderter
Schwerpunktlage eine stabile aufrechte Haltung bewahren, erklären die Forscher.
Fossile Wirbel eines frühen Vorfahren des Menschen, dem Australopithecus, zeigen ähnliche
Anpassungen wie beim heutigen Menschen. Wahrscheinlich halfen die
geschlechtsspezifischen Unterschiede der Wirbel den Frauen schon vor mindestens zwei
Millionen Jahren: "Ohne diese Anpassung wäre eine Schwangerschaft eine schwere Last für
die Wirbelsäule. Neben Schmerzen und Erschöpfung wäre sie wahrscheinlich bei der
Nahrungssuche und bei der Flucht vor Feinden hinderlich gewesen", erklärt die
Anthropologin Liza Shapiro, eine der beteiligten Wissenschaftler. Bei Schimpansen gibt es
keinen solchen Unterschied zwischen weiblichen und männlichen Lendenwirbeln. Die
Anpassung muss daher mit der Entwicklung des aufrechten Gangs einhergegangen sein.
Daniel Lieberman (Harvard-Universität in Cambridge) et al.: Nature, Bd. 450, S. 1075
ddp/wissenschaft.de – Christina Taraschewski
16.01.2007 - Natur
Warum es keine Riesenlöwen gibt
Britische Biologen haben herausgefunden, warum Raubtiere wie Löwen und
Bären nicht so groß werden wie Elefanten: Ab einem Gewicht von etwas mehr
als einer Tonne ist es für die Tiere nicht mehr möglich, die Bilanz zwischen
aufgenommener und benötigter Energie auszugleichen. Sobald die Räuber
nämlich größere Beutetiere jagen, um ihren Kalorienbedarf zu decken,
benötigen sie auch mehr Energie, um ihren Körper für die Jagd in Bewegung
zu setzen. Je größer sie dabei werden, desto schwieriger wird es, dieses
Dilemma zu lösen. Aus diesem Grund sind sehr viel mehr Arten großer
Raubtiere in der Vergangenheit ausgestorben als kleinere.
Ausgangpunkt der neuen Studie war die Beobachtung, dass es unter den Raubtieren zwei
Gruppen gibt: Kleine Vertreter mit einem Gewicht von weniger als fünfzehn bis zwanzig
Kilogramm jagen fast ausschließlich sehr kleine Beutetiere, deren Gewicht weit unter ihrem
eigenen liegt. Größere Räuber mit einem Gewicht von mehr als zwanzig Kilogramm
bevorzugen dagegen Beutetiere mit einem Gewicht, das ihrem eigenen ähnelt.
Um das zu verstehen, stellten die Forscher eine einfache Energiebilanz auf: Die Energie, die
ein Raubtier täglich benötigt, setzt sich aus der in Ruhephasen verbrauchten und der bei der
Jagd aufgewendeten Energie zusammen. Die Größen dieser Werte hängen vom
Körpergewicht, dem Stoffwechsel und der Durchschnittsgeschwindigkeit bei der täglichen
Bewegung ab. Zur Verfügung steht den Räubern dagegen die Energie, die dem Kaloriengehalt
aller erbeuteten Tiere entspricht. Als die Biologen diese Rechnung auswerteten, erhielten sie
eine Kurve, in denen sich die beiden Gruppen widerspiegelten: Bis zu einem Körpergewicht
von 14,5 Kilogramm ist die Energiebilanz günstiger, wenn die Tiere ständig sozusagen im
Vorbeigehen kleine Beutetiere einfangen. Bei größeren Raubtieren kehren sich die
Verhältnisse jedoch um, und der höhere Energiebedarf kann nur noch nur das aufwändige
Jagen großer Beutetiere gedeckt werden.
Tiere wie Luchse oder Schakale, deren Gewicht genau im Übergangsbereich liegt, können
beide Taktiken nutzen, schreiben die Forscher. Doch auch die Grenzen dieser Strategien
zeigten ihre Daten: Oberhalb eines Gewichts von 1.100 Kilogramm wird der für die Jagd
benötigte Energieaufwand so groß, dass die Tiere ihn auch mit großen Beutetieren nicht mehr
decken können. Aus diesem Grund sind große Raubtiere wie Eisbären und Löwen auch
stärker vom Aussterben bedroht als kleine – sie können Veränderungen in der
Zusammensetzung ihrer Beutetiere nur sehr schlecht ausgleichen und reagieren daher
empfindlicher, so die Wissenschaftler.
Die errechneten Werte erklärten auch, warum selbst die größten Raubtiere aller Zeiten – der
Säbelzahntiger, das Urraubtier Megistotherium und der fast eine Tonne wiegende
Kurznasenbär – ein bestimmtes Gewicht nicht überschritten, berichten die Forscher. Doch
auch unterhalb dieses Maximalgewichts müssen große Raubtiere Einschränkungen in Kauf
nehmen: Löwen etwa sparen Energie, indem sie viel Zeit in Ruhe verbringen, und Eisbären
legen immer wieder kurze Schlafphasen ein.
14.01.2004 - Physik
Die Formel der Kurven
Körpervolumen, Beinlänge, Taille und Hüfte bestimmen Attraktivität weiblicher
Körper
Das Geheimnis attraktiver weiblicher Körper lässt sich in einer einzigen
trockenen mathematische Formel fassen. Das Körpervolumen geteilt durch das
Quadrat der Körpergröße vom Boden bis zum Kinn gibt demnach schon beim
ersten Blick Auskunft darüber, wie fruchtbar und gesund - und damit attraktiv eine Frau ist, sagen chinesische Wissenschaftler. Beim zweiten Blick
entscheidet dann das Verhältnis anderer Körperproportionen. Die Forscher
stellen ihre Thesen in der Fachzeitschrift Proceedings of the Royal Society:
Biological Sciences vor (Online-Vorabveröffentlichung vom 14. Januar).
Jintu Fan und Kollegen von der polytechnischen Universität in Hong Kong scannten die
Körper von 31 Frauen mit den unterschiedlichsten Figuren. Anschließend sollten
29 junge Männer und 25 junge Frauen die Attraktivität der Körper auf einer Skala von 1 bis 9
beurteilen. Bei der mathematischen Auswertung der Studie stellten die Wissenschaftler fest,
dass nicht Größe oder Gewicht selbst, sondern die Verhältnisse von beispielsweise Taillen- zu
Hüftumfang oder Gesamtgröße zu Beinlänge die Attraktivität der Frauen bestimmten.
Der eigentlich entscheidende Faktor, so die Forscher, sei der so genannte Body-Mass-Index
(BMI). Zu seiner Ermittlung wird das Gewicht durch das Quadrat der Körpergröße geteilt.
Der attraktivste BMI sei auch der, bei dem Frauen sehr fit und gesund seien, schreiben die
Wissenschaftler. Da jedoch kein Mensch den BMI alleine durch Hinschauen berechnen
könne, müssten offensichtlichere Merkmale und Verhältnisse einen Körper attraktiv
erscheinen lassen.
Wichtigster, aber nicht allein bestimmender Faktor ist demnach das Verhältnis des
Körpervolumens zur Körpergröße. Zusätzlich würden jedoch auch Taillenumfang, Hüftform
und Beinlänge eine Rolle spielen, geben die Forscher zu: Ein röhrenförmiger Körper könne
zwar ein günstiges Volumen-zu-Größe-Verhältnis haben, sei aber niemals so attraktiv wie ein
wohlgerundeter Frauenkörper.
ddp/bdw – Ilka Lehnen-Beyel
14.12.2005 - Biologie
Warum Menschenkinder so langsam wachsen
Das Wachstumsmuster ermöglicht es den Eltern, ihre Nachkommen
ausreichend zu versorgen
Die typische Wachstumskurve eines Kindes mit langsamem Größerwerden in
jungen Jahren und einem Wachstumsschub in der Pubertät hilft den Eltern, die
Kinder optimal mit Nahrung zu versorgen. Das haben zwei amerikanische
Forscher am Beispiel von zwei Jäger- und Sammlerkulturen nachgewiesen. Nur
beim menschlichen Wachstumsmodell stimmt demnach die Kosten-NutzenRechnung auch dann, wenn Eltern von ihnen abhängige Nachkommen
verköstigen müssen.
Das Wachstum des Menschen unterscheidet sich von dem aller anderen Primaten:
Menschenkinder wachsen in der Zeit zwischen dem Abstillen und dem Einsetzen der Pubertät
im Verhältnis sehr langsam und erreichen dann in einem Wachstumsschub relativ schnell ihre
endgültige Größe. Während dieses verzögerten Wachstums müssen die Eltern genügend
Nahrungsenergie besonders für das Gehirnwachstum und das Erlernen verschiedener
Fähigkeiten bereitstellen, die sich später in erhöhter Produktivität auszahlen - was lange
Abhängigkeit des Nachwuchses für die Eltern zu einer Belastung macht.
Das ungewöhnliche Wachstumsmuster hat sich wahrscheinlich im Lauf der Evolution
entwickelt, um diese Kosten zu minimieren, glauben die Forscher. Sie berechneten, wie viele
Kalorien Eltern in ihren Nachwuchs investieren müssen und verglichen dabei die KostenNutzen-Rechnung bei unterschiedlichen Wachstumskurven: der typisch menschlichen, einer
linearen, in der der Nachwuchs immer gleich schnell wächst, und einer schimpansenartigen,
bei der es sehr früh bereits einen Wachstumsschub gibt. Das Ergebnis: Die menschliche
Wachstumskurve ist eindeutig die, bei der die Eltern die meiste Energie sparen. Abhängig von
der Kindersterblichkeit und der Fruchtbarkeit müssten Eltern bei einem linearen Wachstum
mit bis zu 6 Prozent und bei einem schimpansenähnlichen mit bis zu 44 Prozent mehr
Energiebedarf ihrer Kinder rechnen.
Beim Menschen mit seiner aufwändigen und komplexen Jagdstrategie zahlt es sich nicht aus,
sehr früh sehr groß zu sein, schreiben die Forscher. Ein größeres Gehirn und längere Zeit zum
Lernen seien dagegen sehr von Vorteil. Sie vermuten, dass sich die menschliche
Wachstumskurve im Lauf der Evolution als optimal für die Kombination dieser Bedingung
mit einer maximalen Fruchtbarkeit erwiesen hat. Diese Theorie werde beispielsweise dadurch
gestützt, dass sich in Hungerperioden das Wachstum noch länger verzögere und der pubertäre
Schub noch ausgeprägter sei als bei ausreichender Nahrungszufuhr.
Michael Gurven (Universität von Kalifornien, Santa Barbara) & Robert Walker (Universität
von New Mexico, Albuquerque): Proceedings of the Royal Society: Biological Sciences
(Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1098/rspb.2005.3380)
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