Raubtiere

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Raubtiere
Für Lehrkräfte
Allgemeines
Raubtiere sind im allgemeinen Sprachgebrauch eine Gruppe von Säugetieren, die
sich von Fleisch ernährt, was auch die wissenschaftliche Bezeichnung Carnivora
(= Fleischfresser) nahe legt. Alle Mitglieder der Ordnung haben einen einfachen
Magen und einen kurzen Darm, was kennzeichnend für Fleischfresser ist.
Allerdings findet man in der Ordnung Raubtiere auch reine Pflanzenfresser wie
Wickelbären und Pandabären, daneben Allesfresser wie die meisten Bärenarten und
Marder. Aber auch in anderen Säugetierordnungen gibt es Mitglieder, die sich von
Fleisch ernähren wie die Insektenfresser, Fledermäuse und Raubbeutler (z.B.
Opossum). Kennzeichnend für die Ordnung Carnivora ist weniger die
Ernährungsweise als vielmehr die Art und Weise, wie sie an ihre Nahrung kommen.
Alle haben besondere Verhaltensweisen entwickelt, mit denen sie ihre Beute
aufspüren, ergreifen, überwältigen und töten. Diese Verhaltensweisen sind auch
noch bei reinen Pflanzenfressern vorhanden, wenn auch in einem anderen
Zusammenhang wie z.B. beim Kampf mit Artgenossen. Allen Vertretern gemeinsam
ist auch eine relativ kurze Tragzeit.
Wie schon der Name vermuten lässt, haben Raubtiere meist ein negatives Image.
Schließlich "rauben" und töten sie unschuldige Pflanzenfresser. In der Natur erfüllen
sie jedoch eine wichtige Funktion bei der Gesunderhaltung und Begrenzung der
Pflanzenfresser. Vom Menschen allerdings wurden sie stets als Konkurrenten um die
Nahrung angesehen und deshalb unerbittlich verfolgt.
Im Gebiss fallen vor allem die langen Eckzähne (Fangzähne) auf, die zum Töten und
Festhalten der Beute dienen. Hinter den Eckzähnen ist eine Lücke (Ausnahme:
Gepard). Bei den Backenzähnen sind der letzte Vorbackenzahn des Oberkiefers und
der erste Backenzahn des Unterkiefers als Reißzähne ausgebildet. Dabei passen die
Spitzen und Zacken in Aussparungen des Gegenkiefers. Dadurch entsteht eine Art
Schere, mit der Fleischbrocken abgebissen werden können. Die übrigen
Backenzähne sind klein und können am vorderen und hinteren Ende der Zahnreihe
ganz verschwinden. Das Kiefergelenk erlaubt nur Auf- und Abwärtsbewegungen, ein
mahlendes Kauen ist nicht möglich.
Die Systematik der Raubtiere ist in der Literatur uneinheitlich, hier folgt sie Grzimeks
Tierleben Säugetiere 3, dtv München, 1979.
Die Ordnung Raubtiere gliedert sich in zwei Unterordnungen, die Unterordnung
Wasserraubtiere (Pinnipedia) und die Unterordnung Landraubtiere (Fissipedia).
Die hier vorgestellten Tierarten Jaguar, Gepard, Serval, Manul, Korsak,
Zebramanguste, Ringelschwanzmungo, Frettchen und Seehund stehen also an
folgenden Stellen der Systematik:
Ordnung Raubtiere (Carnivora)
Unterordnung Landraubtiere (Fissipedia)
Überfamilie Marder- und Bärenartige (Arctoidea)
Familie Marderartige (Mustelidae)
Unterfamilie Wiesel- und Marderartige (Mustelinae)
Gattung Mustela
Europäischer Nerz (Mustela lutreola)
Gattung Echte Marder (Martes)
Buntmarder oder Charsa (Martes flavigula)
Familie Kleinbären (Procyonidae)
Gattung Waschbären (Procyon)
Waschbär (Procyon lotor)
Gattung Wickelbären (Potos)
Wickelbär (Potos flavus)
Familie Großbären (Ursidae)
Gattung Echte Bären (Ursus)
Braunbär (Ursus arctos)
Europäischer Braunbär (Ursus arctos arctos)
Überfamilie Schleichkatzen, Hyänen und Katzenartige (Herpestoidea oder
Aeluroidea)
Familie Schleichkatzen (Viverridae)
Unterfamilie Mangusten (Herpestinae)
Gattung Suricata
Erdmännchen (Suricata suricatta)
Unterfamilie Echte Katzen (Felinae)
Gattung Schneeleoparden (Unica)
Schneeleopard oder Irbis (Unica unica)
Gattung Pantherkatzen (Panthera)
Tiger (Panthera tigris)
Amur-Tiger (Panthera tigris altaica)
Überfamilie Hundeartige (Cynoidea)
Familie Hunde (Canidae)
Gattung Wolfs- und Schakalartige (Canis)
Australischer Dingo (Canis lupus f. dingo)
Gattung Rothunde (Cuon)
Rothund (Cuon alpinus)
Unterordnung Wasserraubtiere (Pinnipedia)
Familie Hundsrobben
Unterfamilie Seehunde (Phocidae)
Seehund (Phoca vitulina)
Einzelbeschreibungen
Familie Marderartige (Mustelidae)
Die Familie Marderartige ist mit über 60 Arten weltweit verbreitet, Ausnahmen sind
Australien, Neuseeland und Madagaskar. Kennzeichnend für so gut wie alle Vertreter
sind die lange, biegsame Wirbelsäule und die relativ kurzen Gliedmaßen. Ein
weiteres Merkmal der Familie sind die Duftdrüsen, die in Aftertaschen münden und
mit denen die Reviere markiert werden. Die meiste Zeit des Jahres sind es
Einzelgänger.
Europäischer Nerz (Mustela lutreola)
Daten und Zahlen:
Männchen: Kopf-Rumpf-Länge: 37 - 43 cm; Schwanzlänge: 15 - 19 cm;
Weibchen: Kopf-Rumpf-Länge: 35 - 40 cm; Schwanzlänge: 13 - 18 cm;
Gewicht: 400 - 1200 g;
Tragzeit: 35 - 72 Tage;
Wurfgröße: 2 - 7, meist 4 - 5 Jungtiere; Geburtsgewicht: ca. 5 g; Entwöhnung mit
etwa 3 Monaten; Geschlechtsreife im 1. Jahr;
Lebensdauer: 7 - 10 Jahre
Nerze gehören zur Familie der Marder. Marder sind die ursprünglichsten, heute noch
lebenden Landraubtiere. Der Körper der Nerze ist lang, die Beine sind dagegen
relativ kurz. Zwischen den Zehen zeigen sich kleine Schwimmhäute. An Land
bewegen sich die Tiere flink und reaktionsschnell. Dabei wird der Rücken nach oben
gebogen, und zwar unabhängig von der Geschwindigkeit. Sie können auch bei der
Jagd schnell in Büsche klettern, haben aber Schwierigkeiten beim Abstieg. Nerze
leben in der Nähe von Gewässern, wobei sie stark gegliederte Ufer von Bächen,
Flüssen, Seen, Sümpfen und Meeren bevorzugen. Hier leben sie als Einzelgänger in
ihren Revieren. Viel Zeit verbringen sie in selbst gegrabenen oder in von anderen
Tieren übernommenen Bauten. Nerze sind zwar stark an das Wasser gebunden,
zeigen aber wenige spezialisierte Anpassungen. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich
aus Wühlmäusen, Fischen, Fröschen und Krebsen.
Der Amerikanische Nerz (Mustela vison), auch Mink oder Vison genannt,
unterscheidet sich kaum vom Europäischen Nerz (Mustela lutreola), auch Sumpfotter
genannt. Schon von den Indianern wurden Minks wegen ihres Felles als Jagdbeute
geschätzt. Durch die Ankunft der Europäer und die vermehrte Nachfrage nach diesen
Pelzen auf dem Weltmarkt gingen die Populationen stark zurück. Das änderte sich
erst, als es gelang, die Minks in Farmen zu züchten, wo sie auf aller engstem Raum
gehalten werden. Durch Selektion wurden verschiedene Farbschläge, die durch
Mutationen entstanden waren, gezüchtet. Somit wurde der Mink domestiziert, also
quasi zum Haustier. Diese domestizierten Minks wurden schon früh gezielt
ausgesetzt oder entkamen aus ihren Gehegen, so dass sich heute in vielen
Gegenden verwilderte Farmnerze angesiedelt haben und zum Teil die Europäischen
Nerze verdrängt haben. Noch vor hundert Jahren waren Europäische Nerze in weiten
Teilen Westeuropas verbreitet, heute existieren sie nur noch in einem kleinen Gebiet
in Westfrankreich. Ihre eigentliche Verbreitung liegt heute weit im Osten in Russland.
Buntmarder oder Charsa (Martes flavigula)
Daten und Zahlen:
Kopf-Rumpf-Länge: 57 - 72 cm; Schwanzlänge: 40 - 45 cm; Gewicht: 3 - 6 kg;
Tragzeit: 135 - 152 Tage; Wurfgröße: 2 - 3 Jungtiere; Geburtsgewicht: 50 - 65 g;
Entwöhnung nach 2 - 3 Monaten; Geschlechtsreife im 3. Jahr;
Lebensdauer: 14 Jahre in Menschenobhut
Wie der Name vermuten lässt, sind die Tiere lebhaft bunt gefärbt. Kopf und Rücken
zeigen ein fast schwarzes, glänzendes Fell, während der Rest des Körpers orange
oder gelblich ist. Schwarze und weiße Teile im Fell erhöhen den Kontrast. Auffallend
beim Buntmarder sind außerdem der breite Kopf und die kräftigen Füße. Außerdem
ist er deutlich größer als andere Marder. Es sind Bodenbewohner, man findet sie von
Sumpfgebieten bis in kahle Bergregionen, am häufigsten aber in Misch- und
Nadelwäldern im Gebirge. Sie haben eine sehr weite Verbreitung vom Amur-Gebiet
in Ostsibirien über Ost- und Innerasien (Nepal) bis Südostasien und zu Sundainseln
(Indonesien).
Buntmarder sind flinke Tiere, große Geschicklichkeit zeigen sie beim Einsatz der
Pfoten. Sie besetzen große Reviere, die ihre Größe ständig ändern. Täglich werden
weite Strecken auf Nahrungssuche (bis zu 20 km) zurückgelegt. Ihre Nahrung
besteht hauptsächlich aus Säugetieren (90%), Fröschen, Vögeln, Weichtieren,
Insekten, aber auch aus Nüssen und Früchten. Bei den Säugetieren unter den
Beutetieren findet man hauptsächlich mausgroße Nager, Eichhörnchen, aber auch
andere Raubtiere wie Zobel, Nerz, Marderhund und Dachs. Je nach Jahreszeit
werden sogar Rehe, Elchkälber und junge Wildschweine erbeutet. Besonders beliebt
scheint das Moschustier (Hirschverwandtschaft) zu sein. Wahrscheinlich leben sie in
festen Paaren zusammen, im Winter auch in kleinen Gruppen (5 - 7 Tiere), die
gemeinsam auf die Jagd gehen, in dem sie die Beutetiere umzingeln und sich
gegenseitig zutreiben.
Die Jungtiere (meist 2 - 3) sind schnell selbständig und gehen mit 2 Monaten bereits
auf Nahrungssuche. Wenn die Jungtiere ein Jahr alt sind, kann man sie nicht mehr
von den Eltern unterscheiden. Sie müssen aber drei Jahre alt werden, um
geschlechtsreif zu sein.
Buntmarder sind nicht durch Jagd wegen ihres Pelzes bedroht, da sie nicht in Fallen
oder Fußeisen gehen und sich somit der Aufwand für die Jäger nicht lohnt.
Familie Kleinbären (Procyonidae)
Die Vertreter der Familie Kleinbären erinnern teils an Marder, teils an Bären, sind
jedoch mit beiden nicht näher verwandt. Alle haben etwas verlängerte Hinterbeine,
wodurch der Hinterkörper stärker ausgeprägt ist. Die Hände können meist geschickt
eingesetzt werden. Alle Kleinbären sind Allesfresser. Ihr Verbreitungsgebiet ist auf
Amerika beschränkt. Der bekannteste Vertreter ist der Waschbär.
Waschbär (Procyon lotor)
Daten und Zahlen:
Kopf-Rumpf-Länge: 41 - 60 cm; Schwanzlänge: 19 - 39 cm; Gewicht: 1,8 - 22 kg;
Tragzeit: 60 - 73 Tage; Wurfgröße: 2 - 7 Jungtiere; Geburtsgewicht: 70 g;
Entwöhnung mit 4 Monaten; Geschlechtsreife mit 1 - 2 Jahren; Lebensdauer:
14 Jahre (Höchstalter in Menschenobhut: 20 Jahre)
Verbreitung: Nord- bis Mittelamerika, wird in Mittelamerika vom Krabbenwaschbär
(Protocyon cancrivorus) abgelöst
Kennzeichnend für die etwa dachsgroßen Tiere ist die schwarze Gesichtsmaske
sowie die langen, kurz behaarten Finger. Das Fell besteht aus dichter Unterwolle und
langen Deckhaaren (Grannenhaare), wobei die Deckhaare am Bauch kürzer sind –
als Anpassung an die Futtersuche im Wasser oder im nassen Gras.
Der Name Waschbär geht zurück auf die Vorstellung, dass die Tiere Nahrung vor
dem Fressen waschen, wie man das häufig in Menschenobhut beobachten kann.
Diese Verhaltensweise hat jedoch nichts mit einer Reinigung zu tun, sondern gründet
sich in einem Stau von Instinkten. Dieser kam dadurch auf, dass die Tiere in
Menschenobhut früher nicht die angeborenen Handlungen wie Gründeln und Fangen
der Beute im Wasser ausleben konnten. Die angestaute Erregung löste sich dann im
"Waschen" von Gegenständen wie z.B. Futterstückchen im Wasser.
Waschbären sind eher Einzelgänger, die in ihren Territorien keine anderen
Männchen, wohl aber Weibchen tolerieren. Bei Gefahr können sie erstaunlich schnell
auf Bäume klettern. Obwohl sie in der Natur eher dämmerungs- und nachtaktiv sind,
können sie in Menschenobhut schnell auf tagaktiv umschalten. Da Waschbären
Allesfresser sind, ist ihre Haltung in Menschenobhut einfach. Der warme Pelz der
Tiere wurde schon von den Indianern geschätzt. Deshalb wurden weltweit
Pelztierfarmen errichtet, aus denen immer wieder Tiere entwichen, die sich in der
Natur erfolgreich fortgepflanzt haben. Deshalb gibt es heute in ganz Europa (auch im
Saarland) freilebende Waschbärpopulationen.
Wickelbär (Potos flavus)
Daten und Zahlen:
Kopf-Rumpf-Länge: 41,5 - 57,5 cm; Schwanzlänge: 39,5 - 55,5 cm;
Gewicht: 1,8 - 4,6 kg;
Tragzeit: 112 - 120 Tage; Wurfgröße: 1, selten 2 Jungtiere; Geburtsgewicht: 200 g;
Entwöhnung mit 4 Monaten; Geschlechtsreife: Männchen mit 1,5 Jahren, Weibchen
mit 2,5 Jahren; Lebensdauer: 29 Jahre, Verbreitung: Mexiko bis Brasilien
Wickelbären sind ausschließlich Baumbewohner und nachtaktiv. Kennzeichnend ist wie bereits aus dem Namen hervorgeht - der Wickelschwanz. Wickelbären können
ihn allerdings nur dazu benutzen, sich damit in den Ästen zu verankern. Er ist nicht
geeignet, Gegenstände wie z.B. Nahrung zu greifen. Er hängt sich aber gerne mit
den Hinterbeinen kopfüber an einen Ast und sichert sich mit dem Schwanz. So kann
er mit den freien Vorderbeinen einen tieferen Ast erreichen oder mit den Händen
eine Frucht greifen. Beim normalen Laufen auf Ästen wird der Schwanz wie eine
Balancierstange eingesetzt. Dabei setzt er seine Vorderbeine in einer
Kreisbewegung nach außen und nach vorn auf. Die Hände sind stark einwärts
gebogen. Mit seiner bis zu 12 cm langen, dehnbaren Zunge leckt er gern Honig,
Nektar, Insekten und weiches Fruchtfleisch auf. Er kann sich aber auch über ein
Vogelnest hermachen.
Wickelbären leben meist allein oder in kleinen Trupps ohne strenge Rangordnung.
Obwohl sie keine Reviere besetzen, werden Äste mit Drüsensekreten der
Hautdrüsen an den Mundwinkeln, der Kehle und der Nabelgegend markiert.
Familie Großbären (Ursidae)
Zu den Großbären zählt man sieben Arten, nämlich Braunbär, Kragenbär,
Schwarzbär (Baribal), Eisbär, Lippenbär, Malaienbär und Brillenbär. Zur Gattung
Echte Bären (Ursus) gehören Braunbär, Kragenbär, Schwarzbär und Eisbär. Sie
haben, obwohl sie sich nicht unbedingt sehr ähnlich sehen, einige gemeinsame
Merkmale. Es sind als erwachsene Tiere Einzelgänger, die sich nur zur Paarungszeit
begegnen, sie bringen ihre Jungen in der ungünstigsten Zeit des Jahres in selbst
gegrabenen Höhlen zur Welt und sie verbringen in diesen Höhlen den Winter.
Die größten Landraubtiere sind Bären. Bären sind kräftig gebaute Tiere mit einem
langen Kopf und kurzen, abgerundeten Ohren. Meist sind die Augen klein, am besten
entwickelt ist der Geruchssinn. Es sind Sohlengänger mit fünf Zehen, bei denen die
Krallen nicht eingezogen werden können und somit vorn stark abgenutzt sind. Im
Gegensatz zu anderen Raubtieren zeigen die Backenzähne abgeflachte Kronen, was
auf einen hohen Anteil an Pflanzenkost hindeutet.
Europäischer Braunbär (Ursus arctos arctos)
Daten und Zahlen:
Kopf-Rumpf-Länge: 200 – 300 cm, Schwanzlänge: 10 – 12 cm,
Schulterhöhe: 90 – 150 cm, Gewicht: 150 – 780 kg,
Tragzeit: 6 – 7 (gelegentlich 9) Monate, Wurfgröße: 1 – 3 Jungtier (meist 2),
Geburtsgewicht: 400 – 500 g,
Entwöhnung: Trennung von Mutter nach 2.5 Jahren,
Geschlechtsreife: mit 4 – 5 Jahren, Lebensdauer: etwa 20 Jahre (in Zoos: 30 Jahre)
Braunbären waren früher in mehreren Unterarten über weite Teile Europas, Asiens,
Nordamerikas und Nordafrikas (heute dort ausgestorben) verbreitet.
Man unterscheidet folgende Unterarten:
Ursus arctos arctos – Europäischer Braunbär
Ursus arctos beringianus – Kamtschatkabär (Halbinsel in Ostasien)
Ursus arctos middendorffi – Kodiakbär (Inseln vor der Küste Alaskas)
Ursus arctos isabellinus – Isabell-Braunbär (Himalaya)
Ursus arctos syriacus – Syrischer Braunbär
Ursus arctos horribilis – Grizzlybär
Ursus arctos yesoensis – Yeso-Braunbär (Japan)
Die Größe der Bären nimmt in Eurasien von West nach Ost immer mehr zu, die
größten sind die Kamtschatkabären und die Kodiakbären, während die europäischen
Tiere deutlich kleiner sind. Die kleinsten Formen findet man in Italien (Abruzzen) und
in den Alpen. Die braune Farbe ist nicht bei allen Bären gleich. So sind der IsabellBraunbär und der Syrische Braunbär auffallend hell, Grizzlybären dagegen
erscheinen eher grau.
Bären haben schon immer auf den Menschen eine große Wirkung gehabt. Seit der
Altsteinzeit sind Bärenkulte bekannt. Bevor Löwen bekannt wurden, galt in
Nordeuropa der Braunbär als der „König der Tiere“. Es gibt zahllose Sagen und
Legenden über ihn, viele Ortsnamen gehen auf Bären zurück, wie Bern oder Berlin.
Bis in die heutige Zeit existierten Bärenkulte in Nordsibirien und in Nordjapan. Von
dieser frühen Verehrung ist heute nicht mehr viel übrig, überall wurden sie gejagt und
vielerorts ausgerottet. Der Grund dürfte darin liegen, dass Menschen und Bären ein
viel zu ähnliches Nahrungsspektrum haben und somit als Konkurrenten angesehen
werden.
Eine häufig gestellte Frage ist die, ob Bären Winterschlaf oder Winterruhe halten.
Beim Winterschlaf werden alle Körperfunktionen (Herzschlag, Atemfrequenz,
Körpertemperatur) abgesenkt. Durch diesen fast todesähnlichen Zustand wird enorm
viel Energie gespart, so dass die Tiere den Winter dank angefressener Fettpolster
gut überstehen können. Bei der Winterruhe dagegen wird nur die Energie eingespart,
die durch Bewegung verbraucht wird. Hier ist also der Wirkungsgrad deutlich
niedriger. Beim Braunbären scheint es so zu sein, dass die Tiere ihren
Energiehaushalt stark absenken, ihre Körpertemperatur aber kaum. So sind sie
jederzeit in der Lage, bei Bedrohungen aufzuwachen und sich in Sicherheit zu
bringen. Im Herbst ziehen sich die Tiere in Höhlen zurück, die meist an Südhängen
liegen und die sie selbst ausgepolstert haben. In Menschenobhut dagegen bleiben
sie aktiv, wenn die Behausungen warm sind und sie regelmäßig gefüttert werden.
Die Jungtiere werden in der gefährlichsten Jahreszeit, also im Winter, geboren.
Paarungen finden aber zwischen Mai und Juni statt. Durch eine Keimruhe ist
gewährleistet, dass die Geburt im Winter in den Höhlen stattfindet, wo die Jungtiere
von ihrer Mutter gewärmt und gesäugt werden. Die Jungtiere verbringen bis zu drei
Jahre bei ihren Müttern. In dieser Zeit lernen sie, wie sie an welche Nahrung
kommen können.
Als Einzelgänger besitzen Bären keine ausgeprägte Mimik, so dass ihr
Gesichtsausdruck immer mehr oder weniger maskenhaft wirkt. Dies macht sie in
Menschenobhut wie z.B. in einem Zirkus deutlich gefährlicher als Großkatzen.
Familie Schleichkatzen
In der Familie Schleichkatzen finden sich etwa 70 Arten, die in 6 Unterfamilien
zusammengefasst sind. Schwerpunkt ihrer Verbreitung ist die Alte Welt mit Afrika
und Asien. Schleichkatzen sind eine sehr alte Tiergruppe, die sich teilweise sehr
urtümliche Merkmale wie im Gebiss erhalten haben. Die Familie ist sehr formenreich.
Meist haben sie einen lang gestreckten Körper und einen oft mehr als körperlangen
Schwanz (Ausnahme: Mangusten). Die Gliedmaßen dagegen sind meist kurz. Das
Gebiss zeigt wenige Spezialisierungen und besteht meist aus 40 Zähnen. In der
Regel finden sich 5 Zehen, es gibt aber auch Arten mit nur 4. Die Krallen können bei
einigen Arten vollständig, bei anderen teilweise oder gar nicht zurückgezogen
werden. Es kommen Sohlengänger, Halbsohlengänger und Zehengänger vor.
Erdmännchen oder Surikate (Suricata suricatta)
Daten und Zahlen:
Kopf-Rumpf-Länge: ca. 30 cm; Schwanzlänge: etwas über 20 cm;
Gewicht: ca. 700 g;
Tragzeit: ca. 11 Wochen; Wurfgröße: 2 - 5 Jungtiere; Geburtsgewicht: 25 - 36 g;
Entwöhnung mit 7 - 9 Wochen; Geschlechtsreife mit etwa 1 Jahr;
Lebensdauer: über 12 Jahre in Menschenobhut
Auffallend an den Erdmännchen ist der kurze, breite Kopf, der in einer spitzen
Schnauze endet. Dunkle Flecken im Fell führen zu einem bänderähnlichen
Aussehen. Schwanzspitze, Ohren und Augenumgebung sind schwarz. Ihr
Lebensraum sind die trockenen Savannen Südafrikas. Als tagaktive Tiere besitzen
sie einen ausgezeichneten Sehsinn. Bekannt ist die Haltung, bei der die Tiere auf
den Hinterbeinen - teilweise sogar auf den Zehen - aufgerichtet das Gelände sichern.
Da ihr Hauptfeind Geier sind, richtet sich der Blick nach oben. Aufgerichtet, aber auf
den Hinterbeinen sitzend, nehmen sie in den kühlen Morgenstunden ein Sonnenbad.
Erdmännchen besitzen nur jeweils vier Zehen an Vorder- und Hinterbeinen. Die
kräftigen Krallen zeigen, dass es sich um am Boden lebende Tiere handelt, bei
denen die Krallen zum Graben eingesetzt werden. Ihre Bauten teilen sie oft mit
Erdhörnchen, die den Hauptanteil am Graben übernehmen, sie können ihre Bauten
aber auch selbst graben. Erdmännchen legen oft neue Baue an, da sie ihre Nahrung
- hauptsächlich Käfer und deren Larven und Schmetterlingslarven - in der Umgebung
suchen. So sind sie gezwungen, sich wegen des knapper werdenden
Nahrungsangebotes neue Baue anzulegen. Die Baue werden bei Sonnenaufgang
zur Nahrungssuche verlassen und erst wieder abends zum Schlafen betreten.
Dazwischen werden sie auch bei Gefahr aufgesucht. Bei der Nahrungssuche orten
sie ihre Beute mit der Nase. Haben sie Lohnendes erschnüffelt, setzt ein intensives
Scharren ein, bis die Beute gefunden ist.
Familie Katzen (Felidae)
Die Familie Katzen wird unterteilt in zwei Unterfamilien, die Unterfamilie Geparde und
die Unterfamilie Echte Katzen. Bei dieser Familie handelt es sich um eine sehr
einheitliche Gruppe trotz enormer Größenunterschiede. Es gibt kaum Unterschiede
zwischen Männchen und Weibchen, meist sind die Männchen etwas größer und
schwerer. Ein echter Geschlechtsdimorphismus existiert nur bei Löwen. Katzen
existieren weltweit mit Ausnahme Australiens, der Polargebiete und einiger Inseln.
Der kräftige und geschmeidige Körper ist bei allen ähnlich. Elle und Wadenbein sind
gut ausgebildet. Schlüsselbeine fehlen oder sind nur in Resten vorhanden, wodurch
die Beweglichkeit der vorderen Gliedmaßen verbessert wird. Es sind Zehengänger,
deren Füße starke Sohlenpolster zeigen, wodurch das Gewicht gleichmäßig auf die
Ballen verteilt wird. Dadurch wird ein lautloser Gang ermöglicht. Die Pfoten haben
vorn fünf, hinten vier Zehen. Die Krallen stellen neben dem Gebiss die wichtigste
Waffe dar. Sie können mit dem Endglied der Zehen in Taschen zurückgezogen
werden, um eine zu starke Abnutzung zu verhindern. In Ruhestellung ziehen zwei
Paar elastische Bänder das vorderste Zehenglied mit der Kralle nach oben und
halten es in dieser Stellung fest. Die eingezogene Kralle ruht in häutigen
Krallenscheiden. Bei Erregung kontrahiert der Beugemuskel zusammen und die
Sehne zieht das letzte Zehenglied nach unten, wodurch die Kralle vorschnellt. Dabei
werden auch die Zehen gespreizt, wodurch eine weit geöffnete Klaue entsteht.
Das Gebiss ist stark auf Fleischnahrung spezialisiert, es zeigt große Eckzähne
(Fangzähne), die Reißzähne (Backenzähne) sind stark ausgeprägt. Katzen
orientieren sich stark über die Augen und die Ohren. Die hohe Lichtempfindlichkeit
der Augen geht auf eine lichtempfindliche Schicht, das Tapetum lucidum, hinter der
Netzhaut zurück. Diese Schicht wirft das eingefallene Licht zurück, so dass es
praktisch zweimal genutzt wird. Zur Orientierung im Dunkeln dienen die Tasthaare,
die über den Augen, an den Armen und vor allem um das Maul verteilt sind.
Schneeleopard oder Irbis (Unica unica)
Daten und Zahlen:
Kopf-Rumpf-Länge: 75 – 130 cm, Schwanzlänge: 70 – 100 cm,
Schulterhöhe: 50 – 65 cm, Gewicht: 35 – 70 kg, meist unter 50 kg,
Tragzeit: 98 – 103 Tage, Wurfgröße: 2 – 3 Jungtier (meist 2),
Geburtsgewicht: wahrscheinlich um 400 g,
Entwöhnung: mit 4 – 5 Monaten, Geschlechtsreife: mit 3 Jahren,
Lebensdauer: etwa 20 Jahre in Menschenobhut
Das Fellmuster des Schneeleoparden ähnelt am Rücken dem eines Leoparden. Die
Beine sind dagegen nur gepunktet. Durch die dunklen Flecken erscheint das übrige
Fell noch heller. Der Schneeleopard stand früher mit Löwe, Jaguar und Leopard in
einer Gattung. Neuere Forschungen konnten aber belegen, dass es sich beim
Schneeleoparden wegen zahlreicher Besonderheiten um eine eigene Gattung
handelt. So brüllen Schneeleoparden nicht wie andere Großkatzen, sondern
schnurren nur.
Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom äußersten Westen Chinas über die
Mongolei, Bhutan, Nepal, das Kaschmirgebiet bis nördlich zum Altaigebirge. Es sind
Tiere des Hochgebirges, die bis in eine Höhe von über 5000 m, also oberhalb der
Baumgrenze leben. Kennzeichnend sind der extrem lange Schwanz, der die Tiere als
gute Springer ausweist und die großen Pfoten, die ein Einsinken in den Schnee
verhindern. Haare an der Unterseite der Pfote dienen als Kälteschutz.
Schneeleoparden scheinen hauptsächlich in der Dämmerung – gelegentlich auch
nachts – unterwegs zu sein. Wenn sie nachtaktiv sind, deutet das aber auf eine
starke Bejagung hin. Die Beute besteht aus großen Huftieren wie Steinböcke,
Blauschafe und Takine, aber auch aus kleineren Beutetieren wie Murmeltiere und
Schneehühner. Auf ihrem Speisezettel stehen aber auch verschiedene Haustiere wie
Schafe oder Ziegen. Dies führt dazu, dass die Schneeleoparden trotz strengem
Schutz häufig gejagt und getötet werden. Da die Beutetiere in diesen unwirtlichen
Hochgebirgen nicht sehr zahlreich sind, haben Schneeleoparden riesige
Jagdgebiete, in denen sie als Einzelgänger unterwegs sind. Die Reviere von
Männchen und Weibchen überlappen sich. Beide Geschlechter markieren bestimmte
Stellen. Ob sie dadurch ihre Reviergrenzen kennzeichnen oder ob sie nur ihre
Anwesenheit kundtun, ist unbekannt. Männchen und Weibchen treffen sich nur zur
Paarungszeit.
Sibirischer Tiger oder Amurtiger (Panthera tigris altaica)
Daten und Zahlen:
Kopf-Rumpf-Länge: 140 – 280 cm, Schwanzlänge: 60 – 110 cm,
Schulterhöhe: 80 – 110 cm,
Gewicht: bei Männchen: 180 – 280 kg, bei Weibchen 115 – 185 kg
Tragzeit: 102 – 112 Tage, Wurfgröße: 2 – 4 Jungtier (meist 2),
Geburtsgewicht: 780 – 1600 g,
Entwöhnung: mit 3 – 6 Monaten, Geschlechtsreife: mit 3 – 4 Jahren,
Lebensdauer: über 25 Jahre in Menschenobhut
Früher bewohnte der Tiger weite Gebiete in Asien. Sein Verbreitungsgebiet reichte
vom Kaukasus bis zum Amur im Osten Rußlands, nach Süden über Vorder- und
Hinterindien und China bis zu den Inseln Sumatra, Java und Bali. Er existierte dort
ursprünglich in acht Unterarten. Es waren:
Panthera tigris sumatrae (Sumatratiger)
Panthera tigris corbetti (Indochinatiger)
Panthera tigris tigris (Bengaltiger oder Königstiger)
Panthera tigris altaica (Sibirischer Tiger oder Amurtiger)
Panthera tigris amoyensis (Chinesischer Tiger)
Panthera tigris virgata (Kaspitiger oder Turantiger)
Panthera tigris balica (Balitiger)
Panthera tigris sondaica (Javatiger)
Kaspi-, Bali-, Java- und wahrscheinlich auch der Chinesische Tiger sind
ausgestorben.
Mit dem Amurtiger sind Tiger die größten Vertreter der Katzen. Der Name
„Sibirischer Tiger“ ist nicht ganz zutreffend, da diese Unterart nicht das eigentliche
Sibirien, sondern die Gebiete um die Flüsse Amur und Ussuri, also die Grenzgebiet
zwischen Nordkorea, China und Russland bewohnt.
Alle Tiger haben einen kräftigen und muskulösen Körper. Das Fell ist an der
Oberseite je nach Unterart rötlich bis gelblich und zeigt die charakteristischen
Streifen, die ebenfalls je nach Unterart dicker oder dünner ausfallen. Die Bauchseite
ist weiß. Der Lebensraum der Tiger ist vielgestaltig, er reicht von heißen
Schilfdickichten und Regenwäldern über Bergwälder und Berghänge bis zur Taiga
mit niederwüchsigen Gehölzen auf bis zu 2000 m Höhe. Im Himalaya wurden Tiger
sogar auf einer Höhe von 4000 m gesichtet. Wichtig ist nur, dass genügend
Großwild, Wasser und ausreichend Deckung vorhanden sind. Tiger bleiben in der
Regel ihren Revieren über Jahre hinweg treu, wobei die Größe sehr unterschiedlich
ist. In wildreichen Gegenden wie z.B. Indien, liegt die Größe bei 45 km 2 (bei
Weibchen) bis 55 km2 (bei Männchen), während im deutlich wildärmeren AmurGebiet die Größe bis zu 3000 km2 (Fläche des Saarlandes: 2568 km2) betragen
kann. Innerhalb ihrer Reviere unternehmen Tiger oft sehr weite Wanderungen. Tiger
gelten zwar als Einzelgänger, die Reviere von Männchen und Weibchen überlappen
sich aber meist. Da sich die Tiere über große Entfernungen miteinander verständigen
können, finden auch nächtliche Treffen statt. Beim Umherwandern wird markiert
durch Spritzharnen und Kratzen an Bäumen. Männchen dulden andere Männchen
nur als Durchzügler, die Reviere der Weibchen werden aber nicht verteidigt, obwohl
sie markiert werden. Bei Weibchen sind es demzufolge nur Jagdgebiete. Tiger sind
gute Springer und lieben Wasser. Sie können sogar Meeresarme durchschwimmen.
Mit Ausnahme der Jungtiere klettern sie wegen ihrer Größe und ihres Gewichtes nur
im Notfall.
Amurtiger lieben Schnee und spielen regelrecht darin. Die tiefen Temperaturen
machen ihnen nichts aus, als Kälteschutz haben sie starke Fettablagerungen an
Bauch und Flanken. Ihre Hauptbeute sind Hirsche, Wildschweine und Hasen, aber
auch Fische, bevorzugt Lachse. Gelegentlich werden sogar Bären erbeutet. Die
geschlagene Beute wird in die Nähe von Wasser geschleppt. Dabei können sie
extrem große Mengen an Futter aufnehmen. Sind die Tiere satt, werden die Reste
mit Zweigen abgedeckt, um später weiter zu fressen. Dazwischen wird ausgiebig
geruht.
Familie Hunde (Canidae)
In dieser Familie werden 14 Gattungen mit über 30 Arten zusammengefasst.
Ursprünglich waren die Mitglieder dieser Familie über alle Erdteile außer Australien
und einiger Inseln verbreitet. Mittlerweile sind sie weltweit durch den Eingriff des
Menschen vertreten. Die Tiere sind Zehengänger und ausdauernde Läufer mit
starken Krallen, die nicht zurückziehbar, also stumpf, sind. An den Vorderfüßen
finden sich fünf, an den Hinterfüßen vier Zehen. Alle zeigen einen schlanken Körper,
der an den Weichen eingezogen ist. Die Backenzähne sind breitkronig, sind also für
Pflanzenkost geeignet. Die Reißzähne ähneln denen reiner Fleischfresser.
Kennzeichnend ist auch das Markieren ihrer Reviere mit Urin und
Drüsenabsonderungen. Dieses Markieren dient auch zum Kennenlernen von
Artgenossen.
Dingo (Canis lupus f. dingo)
Daten und Zahlen:
Kopf-Rumpf-Länge: 117 – 124 cm, Schwanzlänge: 30 – 35 cm,
Schulterhöhe: 50 cm, Gewicht: 10 – 20 kg, Tragzeit: 63 Tage,
Wurfgröße: meist 4 – 5 Jungtier, Geburtsgewicht: wahrscheinlich um 400 g,
Entwöhnung: nach 2 Monaten, Geschlechtsreife: wahrscheinlich mit 3 Jahren,
Lebensdauer: über 15 Jahre in Menschenobhut
Dingos gibt kommen in zwei Arten vor, es gibt den Australischer Dingo (Canis lupus
f. dingo) und den Neuguinea-Dingo (Canis lupus f. hallstromi). Der wissenschaftliche
Name des Dingos, Canis lupus f. (=forma) dingo zeigt bereits, dass es sich bei
diesen Tieren um verwilderte Haushunde handelt. Ob bereits die Aborigines vor
40000 Jahren Haushunde mit nach Australien brachten oder ob, was
wahrscheinlicher ist, spätere Seefahrer die Tiere mitbrachten, ist noch unklar.
Jedenfalls lebten seit vielen tausend Jahren in Australien und auf Neuguinea
Haushunde, die dann dort verwilderten und viele ihrer ursprünglichen wölfischen
Verhaltensweisen wieder annahmen. Dingos sind meist rötlich gefärbt, bei einigen
sieht man weiße Schwanzspitzen, Pfoten oder Flecken an der Kehle. Früher nahm
man an, dass es sich bei diesen gefleckten Tieren um Mischlinge mit Haushunden
handelt, heute weiß man aber, dass es reinrassige gefleckte Dingos gibt. Auch die
Grundfarbe kann variieren, es gibt dunkle, sogar fast schwarze Dingos, sogar solche,
bei denen die Ohren umknicken.
In Australien stand der Dingo einmal kurz vor der Ausrottung, da die dortigen
Schafzüchter unbarmherzig Jagd auf sie machten. Da diese Schafzüchter auch
unbarmherzig Jagd auf die Kängurus machten, blieben den Dingos als
Nahrungsquelle nur die Schafe. Doch durch die Einfuhr von Kaninchen, die sich bald
rasant in Australien ausbreiteten, hatten die Tiere plötzlich eine riesige Menge an
Beutetieren. Während für heutige Australier das Wort ”Dingo” ein Schimpfwort ist,
haben die Aborigines immer schon Dingos als Jungtiere gefangen und gezähmt.
Dingos kennen kein richtiges Bellen, wie übrigens auch einige afrikanische
Haushunde. Als Lautäußerung kennt man vom Dingo ein Knurren, Heulen oder
Winseln. Die meisten Beobachtungen zu Dingos stammen aus Zoos, aus dem
Freiland ist nur wenig bekannt. Man weiß aber, dass die Tiere dort, wo sie nicht
verfolgt werden, auch tagsüber unterwegs sind. Ihre Hauptakivitätszeit scheint die
Dämmerung zu sein. Wie Wölfe auch, hetzen Dingos ihre Beutetiere. In Australien
scheinen sie regelmäßige Wanderungen auf immer wieder seit alters her benutzten
Wegen zu unternehmen. Normalerweise leben sie in Rudeln wie Wölfe auch und
ziehen gemeinsam ihre Jungen groß. Ihre Reviere, die sich kaum überlappen,
werden von den Rüden mit Harn markiert.
Neuguinea-Dingos wurden erst vor gut 60 Jahren als eigene Form beschrieben. Ihr
Lebensraum ist die Bergregion über 2000 m Höhe. Die Tiere haben auffallend kurze
Beine und ihr Fell ist dichter als das der australischen Dingos. In Zoos gibt es heute
reinrassige Neuguinea-Dingos und Mischlinge mit australischen Dingos. Ob die
Neuguinea-Dingos in der Natur heute ausgestorben sind, ist unbekannt.
Rothund (Cuon alpinus)
Daten und Zahlen:
Kopf-Rumpf-Länge: 85 – 110 cm, Schwanzlänge: 40 – 48 cm,
Schulterhöhe: 40 – 50 cm, Gewicht: 15 – 25 kg, Tragzeit: 60 – 63 Tage,
Wurfgröße: 2 – 9 Jungtiere, Geburtsgewicht: 200 – 340 g,
Entwöhnung: nach 2 Monaten, Geschlechtsreife: wahrscheinlich mit 1 Jahr,
Lebensdauer: über 15 Jahre in Menschenobhut
Rothunde sind, wie bereits der Name andeutet, rötlich bis orangefarben. Der Bauch
ist weiß, der Schwanz immer sehr viel dunkler als der Körper. Sie leben in weiten
Teilen Asiens. So erstreckt sich ihr Verbreitungsgebiet vom Altai-Gebirge im Westen
bis zur Mandschurei im Osten südwärts über Indonesien bis Indien. In mehreren
Unterarten sind sie an verschiedene Lebensweisen angepasst. So kommen sie im
tropischen Regenwald Indonesiens vor, aber auch in Bergwäldern in Indien, in
Buschwäldern Chinas und sogar im Hochgebirge des Himalaya und in den Steppen
der Mongolei. Es gibt keinen Vertreter innerhalb der Familie der Hunde, der sich an
noch mehr Lebensräume angepasst hat. Wie andere Caniden jagt auch der Rothund
in Rudeln. Die Größe der Rudel liegt zwischen fünf und zwanzig Einzeltieren und ist
abhängig von der Größe der Beutetiere im jeweiligen Lebensraum. Ebenso vielfältig
sind auch die Beutetiere. In Sibirien jagen sie z.B. Rentiere, in Indien Sambarhirsche.
Dabei gehen sie ähnlich vor wie Wölfe, indem sie einzelne Tiere aus ihrer Gruppe
herauslösen und dann gezielt jagen. Größere Rudel sollen sogar Tiger getötet
haben. Menschen gehen sie allerdings nach Möglichkeit aus dem Weg, so dass die
Haustiere nicht sonderlich gefährdet sind.
Die Jungtiere werden in selbst gegrabenen oder von anderen Tieren hergestellten
Höhlen geboren. Wie bei Wölfen auch werden sie nach der Entwöhnung von allen
Rudelmitgliedern mit hervorgewürgter Nahrung versorgt. Lautäußerungen sind bei
Rothunden eher selten. Statt Bellen oder Heulen existiert eher ein Winseln. Wie groß
ihre Jagdreviere in der Natur sind, hängt sicherlich von der Anzahl der Beutetiere ab.
Über die genaue Größe gibt es jedoch keine Angaben.
Unterordnung Wasserraubtiere (Pinnipedia)
Neben Walen und Seekühen sind die Wasserraubtiere am stärksten an ein Leben im
Wasser angepasst. An erster Stelle stehen dabei Körperform und Umwandlungen
der Gliedmaßen. Die rumpfnahen Teile der Gliedmaßen sind verkürzt, während die
Zehen verlängert sind und Schwimmhäute zwischen den Zehen haben. Ihre
Anpassungen an ihren Lebensraum sind auch Anpassungen an die Kälte im Wasser.
Die Tiere sind relativ groß, da große Körper weniger schnell auskühlen als kleine.
Dabei hilft auch das Unterhautfettgewebe, der sog. Blubber.
Die Überfamilie Ohrenrobbenartige (Otarioidea) wird in drei Familien geteilt, in die
Familie Ohrenrobben (Otariidae), mit den Unterfamilien Seelöwen (Otariinae) und
Seebären (Arctocephalinae), die Familie Walrosse (Odobenidae) und die Familie
Hundsrobben (Phocidae) mit den Unterfamilien Seehunde (Phocinae) und
Mönchsrobben (Monachinae).
Seehund (Phoca vitulina)
Daten und Zahlen:
Kopf-Rumpf-Länge: Männchen: 1,30 – 1,95 m, Weibchen: 1,20 – 1,70 cm,
Gewicht: Männchen: etwa 100 kg (Extremwert bis über 200 kg),
Weibchen: 45 – 80 kg (Extremwert über 100 kg),
Tragzeit: 10,5 – 11 Monate (einschließlich Keimruhe),
Wurfgröße: 1 Jungtier, Zwillinge seltener, Geburtsgewicht: etwa 10 kg,
Entwöhnung: nach 4 – 6 Wochen, Geschlechtsreife: Männchen mit 3 – 6 Jahren,
Weibchen mit 2 – 5 Jahren, Lebensdauer: etwa 40 Jahre
Kennzeichnend für Seehunde sind ihr spindelförmiger Rumpf und der runde Kopf mit
den großen Augen. Die Oberlippe trägt langborstige Schnurrhaare. Ohrmuscheln
fehlen, was ein Kennzeichen der gesamten Familie der Hundsrobben ist. Das kurze
Fell mit weißgrauer bis dunkelgrau-brauner Grundfarbe trägt eine Zeichnung aus
Flecken oder Ringen, die entweder hell auf dunklem Grund oder dunkel auf hellem
Grund sein können. Nasen und Ohröffnungen sind verschließbar. Vorder- und
Hintergliedmaßen sind bekrallt. Die Hinterfüße sind nach hinten gerichtet und zu
Flossen umgebildet. Sie sind auf beiden Seiten behaart und dienen auch als
Wärmeregulatoren. Bei kühleren Außentemperaturen werden die Hinterflossen mit
den Sohlenflächen zusammengelegt, um die Wärme zu halten. Die Gliedmaßen
können nicht unter den Körper gestellt werden, daher ist ein vierfüßiges Laufen, wie
es z.B. Seelöwen können, nicht möglich. Die Fortbewegung der Seehunde an Land
erfolgt über ein schwerfälliges Vorwärtsrobben. Das Schwimmen im Wasser erfolgt
durch die Ruderbewegungen der Hinterflossen. Die Vorderflossen werden nur beim
langsameren Schwimmen zum Steuern eingesetzt. Seehunde können sehr gut
sehen, auch das Gehör ist trotz fehlender Ohrmuscheln gut. Allerdings geben
Seehunde selten Laute von sich. Tast- und Strömungssinn sind hoch entwickelt.
Tasthaare (Vibrissen) am Maul und an anderen Stellen des Kopfes dienen zum
Erspüren von Druck- und Strömungsänderungen. Sie können Wasserbewegungen
von weniger als einem Tausendstel Millimeter wahrnehmen. Es gibt auch Hinweise
darauf, dass die Tasthaare gegenüber niederfrequenten Schwingungen empfindlich
sind, die von Fischen herrühren. Die Nahrung der Seehunde besteht aus Fischen
jeder Art, es werden aber auch Krebse und Tintenfische genommen. Seehunde
haben ein raubtierähnliches Gebiss, es fehlen jedoch die deutlich ausgeprägten
Reißzähne anderer Raubtiere. Die Zähne werden nur benötigt, die glitschigen Fische
festzuhalten, da sie unzerkaut verschluckt werden.
Die Paarung bei Seehunden erfolgt im Wasser, die Geburt aber an Land auf
Sandbänken. Die Paarungszeit liegt im August. Um die Jungtiere in einer günstigen
Jahreszeit zur Welt zu bringen (Ende Juni, Anfang Juli), macht die befruchtete Eizelle
eine Keimruhe durch. Neugeborene Seehunde haben ein weiches, silbrig graues
Jugendkleid, das bald abgestoßen wird. Da die Jungtiere an Land zur Welt kommen,
müssen sie bei Einsetzen der Flut schwimmen können. Die Mutter folgt dann dem
Jungtier. Bei Zwillingsgeburten kann sich die Mutter jedoch nur um ein Junges
kümmern, das andere stirbt oder kommt als „Heuler“ in eine Aufzuchtstation.
Seehunde sind gesellige Meeressäuger, die sich während der Frühjahrs- und
Sommermonate am Strand auf Sand- oder Schlickbänken ansammeln. Eine
Sozialstruktur scheint nicht vorhanden zu sein. Seehunde verbringen auf diesen
Sandbänken einen Großteil des Tages dösend, nachts hingegen sind sie nur
ausnahmsweise an Land zu finden, da sie dann auf Beutefang gehen. Bei kaltem
und windigem Wetter halten sie sich vorzugsweise im Wasser auf. Beim Schlafen im
Wasser schweben die Tiere senkrecht, wobei sich die Nasenlöcher automatisch
öffnen und schließen. Augen, Ohren und Nase ragen beim Auftauchen als erste aus
dem Wasser, so dass eine Orientierung gleich möglich wird. Vor dem Tauchen
werden Nasen- und Ohröffnungen verschlossen.
Lungenatmer haben beim Tauchen grundsätzlich ein Problem mit dem in der
Atemluft vorhandenen Stickstoff. Der Luftstickstoff löst sich beim Tauchen in
Abhängigkeit der Tauchtiefe, also des Druckes, der unter Wasser herrscht, in Blut,
Gewebe und Körperfett. Beim Auftauchen perlt er aus, es bilden sich Bläschen (wie
bei einer aufgedrehten Sprudelflasche). Diese Bläschen führen zu Schädigungen in
den Gelenken, Adern verstopfen und können, wenn die Schädigungen im Gehirn zu
groß sind, zum Tod führen. Seehunde atmen vor dem Tauchgang aus, so dass in
den Lungen kaum Luft vorhanden ist. So kann das Problem mit dem Stickstoff bei
ihnen gar nicht erst auftreten. Seehunde sind in der Lage, Tauchgänge von 40 Min.
bei einer maximalen Tauchtiefe von 100-200 m ohne Probleme zu absolvieren.
Ein weiteres Problem beim Tauchen besteht darin, dass die Lungen in größeren
Tiefen durch den dort herrschenden Druck kollabieren würden. Auch deshalb wird
vor dem Tauchgang ausgeatmet.
Aber auch Seehunde brauchen während der Tauchgänge Sauerstoff. Aus den
Lungen ist er nicht zu beziehen, da sie ja vor dem Tauchen ausatmen. Der benötigte
Sauerstoff wird bei Seehunden „auf Vorrat“ im Blut gebunden. So ist die Anzahl der
roten Blutkörperchen und die Menge des Blutfarbstoffes Hämoglobin bei ihnen
erhöht, wodurch größere Mengen Sauerstoff gespeichert werden können. Eine
weitere Anpassung an das Tauchen liegt darin, dass der Stoffwechsel dann reduziert
wird. So sinkt der Herzschlag auf etwa vier Schläge pro Minute. Der Blutfluss kann so
gesteuert werden, dass nur wichtige Teile des Körpers mit Blut versorgt werden,
andere, wie z.B. die Gliedmaßen, werden abgekoppelt.
Literatur
Grzimeks Tierleben, Band 12, Kindler Verlag AG Zürich, 1970
Grzimeks Enzyklodädie, Band 3 und Band 4, Kindler Verlag AG Zürich, 1988
Seidensticker, John, Lumpkin, Susan: Great cats, Merehurst London, 1991
Whitfield, Philip: Le grand livre des animaux, Editions Solare, Paris, 1984
Puschmann, W. : Zootierhaltung Säugetiere, Verlag Harri Deutsch, Thun, 1989
Raubtiere
Schülerinnen und Schüler
Gehe zum Gehege von Waschbär und Nerz!
1. Schau dir das Gehege an und beschreibe es!
........................................................................................................................................
........................................................................................................................................
........................................................................................................................................
2. Beide Tierarten leben hier zusammen. Überlege, warum das funktioniert.
Schreibe deine Beobachtungen auf! Beachte auch die natürlichen Lebensräume!
........................................................................................................................................
........................................................................................................................................
........................................................................................................................................
3. Schau dir die Füße von Waschbär und Nerz an! Schreibe die Nummer des Fußes
auf, die zu dem jeweiligen Tier passt und begründe deine Wahl!
1
2
3
4
Waschbär = Nr ......, Grund:
..........................................................................................................
Nerz = Nr ........, Grund:
...........................................................................................................
Schreibe auf, zu wem die anderen Füße gehören könnten!
Nr ....... = ...........................................,
Nr ....... = ...........................................
4. Waschbären gehören - wie übrigens auch die Nerze - zu den Raubtieren, sind also
mit Hunden und Katzen verwandt. Beschrifte die beiden Gebisse!
Waschbär
1 = ....................................................
Katze
2 = ............................................
3 = ......................................................
5. Die Zähne eines Tieres geben dir immer Auskunft über die Art seiner Nahrung.
Vergleiche die beiden Schädel von Katze und Waschbär miteinander und schreibe
auf, welche Unterschiede du erkennst! Berichte dann über die Nahrung von Katze
und Waschbär (Schau auf das Gehegeschild)!
........................................................................................................................................
........................................................................................................................................
Gehe jetzt gegenüber zu den Erdmännchen!
1. Beschreibe das Gehege der Erdmännchen!
........................................................................................................................................
........................................................................................................................................
2. Berichte über ihre Lebensweise und ihren natürlichen Lebensraum!
........................................................................................................................................
........................................................................................................................................
........................................................................................................................................
3. Die Erdmännchen erinnern etwas an kleine Katzen. Erdmännchen gehören zur
Gruppe der Schleichkatzen und sind nur entfernt mit unserer Katze verwandt. Sie
ernähren sich auch anders. Schreibe auf, was Du über die Nahrung der
Erdmännchen auf dem Gehegeschild findest!
.......................................................................................................................................
........................................................................................................................................
Gehe jetzt zum Gehege der Buntmarder!
1. Schau dir das Gehege an und beschreibe es!
........................................................................................................................................
........................................................................................................................................
........................................................................................................................................
2. Erkläre den Namen des Buntmarders!
........................................................................................................................................
........................................................................................................................................
3. Ein Verwandter des Buntmarders ist der Nerz. Nenne Gemeinsamkeiten und
Unterschiede!
Gemeinsamkeiten: ...................................................................................................
..................................................................................................................................
Unterschiede: ...........................................................................................................
..................................................................................................................................
4. Kreuze den Fuß des Buntmarders an!
Ο
Ο
Ο
Ο
5. Marder können ihre Krallen nicht einziehen. Nenne ein Haustier und Zootiere, die
das können!
Haustier: ...............................................
Zootiere: ...................................................................................................................
6. Beschreibe die Nahrung der Buntmarder! Oft ist im Gehege Futter zu sehen. Falls
nicht, informiere dich anhand der Gehegebeschilderung!
........................................................................................................................................
........................................................................................................................................
........................................................................................................................................
Gehe jetzt zum Gehege der Wickelbären!
1. Schau Dir das Gehege an und beschreibe es! Berichte über den natürlichen
Lebensraum!
........................................................................................................................................
........................................................................................................................................
2. Beim Wickelbär fällt der lange Schwanz auf. Erkläre den Namen des Tieres!
........................................................................................................................................
3. Waschbär und Wickelbär sind nah miteinander verwandt. Sie gehören zu den
Kleinbären. Dennoch lebt der Wickelbär anders als der Waschbär. Schreibe auf, was
der Wickelbär im Unterschied zum Waschbären kann!
........................................................................................................................................
4. Auf der Zeichnung unten siehst Du eine besondere Haltung. Schreibe auf, aus
welchem Grund sie der Wickelbär einnimmt! Übrigens: Der Wickelbär hat keinen
echten Greifschwanz, mit dem er Gegenstände gezielt greifen könnte.
........................................................................................................................................
........................................................................................................................................
........................................................................................................................................
Gehe zum Gehege der Braunbären auf der anderen Seite des Zoos!
1. Schau dir das Gehege an und beschreibe es!
........................................................................................................................................
........................................................................................................................................
........................................................................................................................................
2. Zur Zeit leben zwei Braunbären auf der Anlage. Es ist ein Männchen und ein
Weibchen. Beide kann man gut voneinander unterscheiden. Erkläre!
........................................................................................................................................
3. Informiere dich an der Gehegebeschilderung über das Leben der Braunbären.
Erkläre, warum nicht mehr Bären in dieser großen Anlage leben!
........................................................................................................................................
........................................................................................................................................
4. Kreuze den Fuß eines Bären an!
Ο
Ο
Ο
Ο
Bären berühren wie der Mensch den Boden mit .......................................... .
Es sind .......................... gänger.
5. Braunbären gehören zu den Großbären. Im Zoo Neunkirchen leben zwei Vertreter
der Kleinbären.
Es sind: ................................................................
6. Informiere dich an der Gehegebeschilderung über die Nahrung von Braunbären.
Sie fressen: ..............................................................................................................
..................................................................................................................................
7. Bären gehören zur Ordnung der Raubtiere. Wie alle Raubtiere haben sie ein
typisches Raubtiergebiss. Trotzdem sieht das Gebiss eines Bären anders aus als
das einer Katze. Nenne Gemeinsamkeiten und Unterschiede!
Katze
Bär
Gemeinsamkeiten:
..................................................................................................................................
..................................................................................................................................
Unterschiede:
..................................................................................................................................
..................................................................................................................................
8. Die Menschen hatten immer schon große Achtung und Respekt vor Bären. Seit
Jahrtausenden werden sie verehrt. Deshalb gibt es Städte, die nach Bären benannt
sind.
In Deutschland: ..........................................
In der Schweiz: ....................................... (= Hauptstadt)
Gehe jetzt zu den Schneeleoparden in der Nähe!
1. Beschreibe das Gehege und berichte über den Lebensraum in der Natur!
Notiere auch die ursprüngliche Heimat!
........................................................................................................................................
........................................................................................................................................
Heimat: ....................................
2. Schneeleoparden gehören zur Verwandtschaft der Katzen.
Kreuze die typische Katzenpfote an!
3. Sicher hast du auch die anderen Füße erkannt. Notiere die Namen der Tiere,
zu denen sie gehören.
Fuß 1: .............................., Fuß 2: ............................., Fuß 3: .................................
Katzen sind ............................... gänger.
4. Erkläre, warum die Katzenpfote gerade so gebaut ist! (Denke an die Jagd!)
........................................................................................................................................
........................................................................................................................................
5. Kreuze das Fell des Schneeleoparden an!
Schreibe die Namen der Raubtierarten
auf, zu denen die anderen Fellmuster
gehören!
1 = ...................., 2 = ...........................,
Ο
Ο
Ο
Ο
1
2
3
4
3 = ....................., 4 = ............................
6. Schneeleoparden gehören zu den bedrohten Tierarten. Nenne Gründe!
........................................................................................................................................
........................................................................................................................................
Gehe zum Tigergehege!
1. Beschreibe das Gehege und berichte über den Lebensraum in der Natur!
Notiere auch die ursprüngliche Heimat dieser Unterart!
........................................................................................................................................
........................................................................................................................................
Heimat: ....................................
2. Tiger gehören zur Verwandtschaft der Katzen.
Kreuze die typische Katzenpfote an!
Ο
Ο
Ο
3. Sicher hast du auch die anderen Füße erkannt. Notiere die Namen der Tiere, zu
denen sie gehören.
Fuß 1: .............................., Fuß 2: ............................., Fuß 3: .................................
Katzen sind ............................... gänger.
4. Erkläre, warum die Katzenpfote gerade so gebaut ist! (Denke an die Jagd!)
........................................................................................................................................
........................................................................................................................................
5. Kreuze das Fell des Schneeleoparden an!
Schreibe die Namen der Raubtierarten
auf, zu denen die anderen Fellmuster
gehören!
1 = ...................., 2 = ...........................,
Ο
Ο
Ο
Ο
1
2
3
4
3 = ....................., 4 = ............................
6. Sibirische Tiger gehören zu den bedrohten Tierarten. Nenne Gründe!
........................................................................................................................................
........................................................................................................................................
Gehe zum Gehege der Dingos!
1. Dingos sind verwilderte Haushunde, die in Australien und auf Neuguinea leben.
Obwohl sie von Haushunden abstammen, haben sie wieder viele Verhaltensweisen
der Wölfe, der Vorfahren aller Haushunde, angenommen.
Beschreibe das Gehege!
........................................................................................................................................
........................................................................................................................................
2. Beschreibe die Farbe der Dingos und nenne Unterschiede zum Haushund!
........................................................................................................................................
........................................................................................................................................
3. Kreuze den Fuß des Dingos an!
Ο
Ο
Ο
4. Dingos, Wölfe und Hunde treten nur mit den ......................... auf.
Es sind ............................... gänger.
Menschen und Bären treten mit den ............................ auf.
Es sind ............................ gänger.
5. Dingos können wie Wölfe ihre Krallen nicht einziehen. Sie haben im Gegensatz zu
Katzen ein anderes Jagdverhalten.
Dingos und Wölfe sind ........................ jäger.
Katzen sind ......................... jäger.
6. Dingos werden in Australien gnadenlos gejagt und getötet. Erkläre!
........................................................................................................................................
........................................................................................................................................
Bevor Europäer in Australien ankamen, hatten Dingos eine andere Hauptbeute,
nämlich:
........................................................................................................................................
Gehe zum Seehundbecken!
1. Der Seehund ist an ein Leben im Wasser gut angepasst.
Beschreibe die Körperform und begründe!
........................................................................................................................................
........................................................................................................................................
2. Beschrifte die folgende Zeichnung!
3. Kreuze die Hinterflosse des Seehunds an!
Ο
Ο
Ο
Ο
Die Flossen des Seehunds entsprechen den ...................................... des Menschen.
4. Beobachte den Seehund beim Schwimmen. Schreibe auf, welche Aufgaben die
Flossen haben!
Die Vorderflossen: .....................................................................................................
Die Hinterflossen: ......................................................................................................
5. Vergleiche die Länge der Flossen beim Seehund mit der Länge der Gliedmaßen
(= Arme und Beine) beim Menschen! Nenne den Hauptunterschied und erkläre!
........................................................................................................................................
........................................................................................................................................
6. Der Seehund kann lange unter Wasser bleiben. Beobachte einen Seehund, bevor
er taucht! Achte dabei auf seine Nase! Berichte! Notiere auch, was dir zu den
Ohren auffällt!
........................................................................................................................................
........................................................................................................................................
7. Der Seehund gehört wie all die anderen Tiere, die du bearbeitet hast, zu den
Säugetieren. Kreuze an, welche Körperbedeckung er also haben muss!
Ο Schuppen
Ο schleimige Haut
Ο Federn
Ο Haare
Lösungen
Waschbär und Nerz
1. Bäume, Sträucher, Wasserlauf, Unterstand (Hütten), Versteckmöglichkeiten,
natürlicher Lebensraum beim Waschbär: praktisch überall, beim Nerz: gebunden
an Wasserläufe
2. Waschbären klettern auf Bäume, sind aber auch auf dem Boden, Nerze lieben
Wasser und können nicht klettern.
3. Waschbär = Nr 1, Grund: Krallen zum Klettern
Nerz = Nr. 2, Grund: Schwimmhäute zwischen den Zehen
Nr. 3 = Katze, Nr 4 = Pferd oder Esel
4. 1 = Schneidezahn, 2 = Eckzahn (Fangzahn)
3 = Backenzähne (die größten Backenzähne sind die Reißzähne)
5. Waschbären fressen alles, deshalb sind die Backenzähne breitkroniger, die
Reißzähne zum Abschneiden von Fleischstücken wenig ausgeprägt. Katzen sind
Fleischfresser, deshalb stark ausgebildete Reißzähne zum Abschneiden von
Fleischstücken.
Erdmännchen
1. Sand, Höhlen, wenig Pflanzen
2. Erdmännchen graben Höhlen, in denen sie leben, sie stellen Wächter auf, die
aufgerichtet vor Gefahren warnen. Ihr Lebensraum sind karge Gebiete ohne viel
Pflanzenbewuchs.
3. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Insekten
Buntmarder
1. Bäume, Sträucher, Wasserstelle, Innengehege, Versteckmöglichkeiten,
2. sehr lebhaft gefärbt, Kopf eher dunkel, heller Kehlfleck, orangefarbener
Vorderkörper, Rücken, Hinterkörper und Schwanz fast schwarz
3. Gemeinsamkeiten: typischer Marderkörper, lang, relativ kurze Extremitäten
Unterschiede: Buntmarder viel größer, bunter gefärbt, kann im Unterschied zum
Nerz gut klettern
4. Nr. 3
5. Haustier: Katze, Zootiere: Tiger, Schneeleopard, Jaguar, Leopard, Löwe
6. Kleine, manchmal auch größere Säugetiere, Eier, Insekten, Früchte, Honig
Wickelbär
1. Viele Bäume, dort auch natürlicher Lebensraum
2. Der Schwanz wickelt sich um Äste, daher der Name.
3. Der Wickelbär ist viel deutlicher an das Leben in Bäumen angepasst, mit dem
Schwanz hat er verstärkt Halt an Ästen.
4. In dieser Haltung erreicht der Wickelbär Früchte und kann sie mit den Händen
greifen.
Braunbär
1. großes Gehege, Felsen, Bäume, Büsche, Wasser, Unterstand (kleines Haus)
2. Männchen deutlich größer und schwerer
3. Bären sind Einzelgänger
4. Nr. 4
5. Wickelbär, Waschbär
6. Braunbären sind typische Allesfresser, sie fressen also Fleisch, Fisch, Obst,
Gemüse, im Zoo auch Brot.
7. Gemeinsamkeiten: typische Eckzähne (Fangzähne), kleine Schneidezähne
Unterschiede: bei Katzen typische Reißzähne (Backenzähne), Backenzähne bei
Bären breitkronig und weniger differenziert (viel Pflanzenkost)
8. Berlin, Bern
Schneeleopard
1. Da die Tiere noch nicht da sind, kann hierzu keine Angabe gemacht werden.
2. Nr. 2
3. Nr. 1 = Wolf, Nr. 3 = Bär
4. Schleichjäger, einziehbare Krallen, die spitz bleiben und sich weniger schnell
abnutzen
5. Nr. 4; 1 = Schneeleopard, 2 = Gepard, 3 = Tiger, 4 = Jaguar
6. Zerstörung der Lebensräume; Jagd auf die Tiere, weil sie Haustiere des Menschen
reißen und Menschenleben gefährden
Tiger
1. Da die Tiere noch nicht da sind, kann hierzu keine Angabe gemacht werden.
2. Nr. 2
3. Nr. 1 = Wolf, Nr. 3 = Bär
4. Schleichjäger, einziehbare Krallen, die spitz bleiben und sich weniger schnell
abnutzen
5. Nr. 3; 1 = Schneeleopard, 2 = Gepard, 3 = Tiger, 4 = Jaguar
6. Zerstörung der Lebensräume; Jagd auf die Tiere, weil sie Haustiere des Menschen
reißen und Menschenleben gefährden
Dingo
1. weitläufig, Felsen, Bäume, Büsche, Wiese, Unterstand
2. einheitlich rötlich-braun, Hunde je nach Rasse verschiedene Farben und Muster
3. Nr. 1
4. Dingo, Wolf, Hund = Zehengänger, Mensch, Bär = Sohlengänger
5. Dingos, Wölfe = Hetzjäger, Katzen = Schleichjäger
6. Sie jagen und töten die Haustiere des Menschen; Kängurus und andere
australische Wildtiere
Seehund
1. walzenförmiger, spindelförmiger Körper, kurze Gliedmaßen, dadurch kaum
Widerstand im Wasser
2. Hinter-, Vorderbeine
3. Nr. 2; entsprechen Armen und Beinen beim Menschen
4. Vorderflossen steuern, Hinterflossen geben Antrieb
5. Gliedmaßen beim Seehund kurz, stehen eng am Körper, dadurch Widerstand
gering im Wasser; weil sie so kurz sind, können sie zur Fortbewegung an Land
nicht unter den Körper gebracht werden
6. Nasenöffnungen werden vor Tauchgang geschlossen; äußere Ohrmuscheln nicht
vorhanden, Seehunde können aber gut hören
7. Körperbedeckung = Haare
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