Einlieferung im Lager

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AB A Einlieferung in das Lager Lösung
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Arbeitsblatt A (Lösung)
Einlieferung im Lager
Orientierung:
Als Orientierung dienen die großen Bildtafeln mit den Nummern (z.B. 4.1) und die
vierstelligen Nummern für die Tonbandführung (z.B. 1800)
Die Einlieferung des Häftlings ins Lager
1. Das Jourhaus (Torhaus)
1.1 Orientiere dich auf dem Luftbild rechts neben dem Jourhaus über die Lage dieses
Gebäudes!
1.2 Wozu diente es?
Eingangstor
1.2 Notiere die Inschrift im Eisengitter!
Arbeit macht frei
1.3 Warum kann man diesen Spruch nur zynisch (verletzend, bissig) nennen?
(Die möglichen Antworten der Schüler können im Unterricht diskutiert und als Anlass zur
Besprechung der Gründe und Absichten, die mit dem KZ-System verbunden waren,
genommen werden.)
2. Wirtschaftsgebäude (Tafel 12 (vor dem Gebäude))
2.1 Was war im Wirtschaftsgebäude untergebracht?
- Versorgung des Häftlingslagers
- Küche, Kleiderkammer; Bad, Wäscherei; Werkstätten, Schubraum
2.2 Wie lautet der Spruch auf dem Dach?
„Es gibt nur einen Weg zur Freiheit. Seine Meilensteine heißen: Gehorsam, Fleiß,
Ehrlichkeit, Ordnung, Sauberkeit, Nüchternheit, Opfersinn, Disziplin und Liebe zum
Vaterland.“ (Anmerkung: Statt „Disziplin“ heißt es eigentlich auf dem Dach
„Wahrhaftigkeit“.)
2.3 Wie ist er gemeint?
(Mit den Schülerantworten kann der Zynismus der SS, der Machansprucht und die Absichten
des NS-Regimes herausgearbeitet werden, die politischen Gefangenen zu diskreditieren und
ihnen zu unterstellen, alle diese Eigenschaften besäßen sie nicht. Damit wären sie auch keine
„guten“ Deutsche bzw. keine Menschen, die ein Recht haben in der „Volksgemeinschaft“ zu
leben)
3. Der Schubraum (1300)
Gehe in das Museum und dort in den Schubraum! (Achte auf die Glastafel, auf der der Raum
entsprechend benannt wird!)
3.1 Welche Aufgabe hatte der Schubraum? (1300)
(Schub = Gefangenentransport): Abgeben der Kleider und aller Gegenstände, die die
Gefangenen bei sich trugen.
3.2 Wie verlief die Einlieferungs-/Aufnahmeprozedur? (1302)
(Bevor die Gefangenen in den Schubraum kamen: Erfassen der Personalien, „Belehrung“
durch den Schutzhaftlagerführer)
Kleidung ablegen, alles abgeben und dann nackt in das Häftlingsbad gehen.
3.3 Warum hat man die Ausstellungsstücke in den Vitrinen zwischen den Säulen in zwei
verschiedene Richtungen gelegt?
Es soll die unterschiedliche Perspektive gezeigt werden: den Standort der Häftlinge und den
der Unterdrücker, d.h. der SS (Zusatzinfo.: Die Arbeit (Einsammeln der Kleidung /
Gegenstände etc.) mussten Häftlinge für die SS machen).
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3.4 Was geschah mit der Kleidung und den persönlichen Dingen der Häftlinge? (1316)
Der gesamte Besitz der Häftlinge wurde registriert und an die
„Gefangeneneigentumsverwaltung“ übergeben. Kleidung lagerte in Papiersäcken auf dem
Dachboden. Wertsachen, Geld wurde einbehalten. Bei der Entlassung wurde das Eigentum
wieder zurück gegeben. Im Todesfall wurde es der KZ-Verwaltung übergeben. (Zusatz-Info.:
In den Anfangsjahren waren Entlassungen üblich, da die Häftlinge häufig für einen
bestimmten Zeitraum in das KZ gesperrt wurde. Statistisch gesehen war die Verweildauer
durchschnittlich ein Jahr, im Einzelfall zwischen 4 Wochen und 12 Jahren)
3.5 Wozu diente der große Schreibtisch? (1314)
Er beherbergte die Häftlingskartei (von Häftlingen in der Lagerschreinerei gefertigt)
3.6 Suche dir eines der Dokumente (in den Vitrinen), die in dem Schreibtisch aufbewahrt
wurden, und notiere die darauf enthaltenen Angaben! (1318)
Hier sollen die Schüler eine Häftlingskarteikarte aus den Exponaten heraussuchen und
erkennen, dass hinter den Karteikarten Menschen und ihr Schicksal stecken.
4. Das Häftlingsbad (1800 Glastafel))
Nachdem der Häftling alle persönliche Habe im Schubraum abgegeben hatte, wurde er in das
Häftlingsbad geschickt.
4.1 Was musste der neu eingelieferte Häftling hier alles über sich ergehen lassen?
Das Abrasieren der Körperhaare, das Desinfizieren, das Anziehen der Häftlingskleidung
(Darüber hinaus wurde das Häftlingsbad benutzt für: ca. wöchentliches Duschen ;
Pfahlhängen an Balken zwischen den Säulen (= „eine Stunde Baum“; siehe hierzu Tafeln in
der Baracke / dem „Bunker“); Prügelstrafe (siehe den Prügelbock im gleichen Raum);
„Invalidentransporte“: Hier warteten die arbeitsunfähigen Gefangenen auf ihren Abtransport
in die Vernichtungsanlagen auf Schloss Hartheim bei Linz, Österreich; in den letzten
Kriegsjahren: Filmvorführungen, Konzerte für Häftlinge)
4.2 Nach dem Duschen bekam der Häftling die spezielle Kleidung (Häftlingsuniform).
Beschreibe sie! (1803 und 1868)
Sie besteht aus einem blau-beige längs gestreiften Anzug mit Käppi und Schuhen (Holzsohle
mit Stoffkappe). Aufgenäht auf Jacke und Hose sind die Häftlingsnummer und der
entsprechende Winkel (Zusatz-Info.: gegebenenfalls noch Sonderzeichen.) (Siehe hierzu auch
die Arbeitsaufträge Punkt 6 ff)
4.3 Alle Häftlinge waren kahl geschoren (siehe 4.2) (auch Frauen in den später an anderen
Orten eröffneten KZs). Was bezweckte die SS damit?
Neben Gründen der Hygiene: Gleichmachung, Demütigung, Erniedrigung
Abschlussfrage
Wenn du für dein Arbeitsblatt ein Bild aussuchen sollst, welches würdest du wählen?
Erkläre deinen Mitschülern, warum du dieses Bild für besonders beeindruckend,
aussagekräftig oder bemerkenswert findest.
Notiere dir wichtige Stichworte / Beobachtungen :
Die Schüler sollen sich mit einer bildlichen Darstellung intensiver befassen, um die kognitive
Beschäftigung mit der Thematik zu vertiefen und zu ergänzen.
Wenn es möglich ist, können die ausgewählten Bilder mit allen Schülern noch einmal
angeschaut und vor Ort besprochen oder via Digitalaufnahme für die Beschäftigung im
Klassenunterricht festgehalten werden.
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