Weg aus der Erschöpfung

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Diagnose Krebs
Weg aus der
Erschöpfung
Tipps für
Betroffene
Diagnose Krebs
Weg aus der
Erschöpfung
Tipps für Betroffene
Impressum:
© 2012 Amgen GmbH
Prinz-Eugen-Straße 8-10
A-1040 Wien
Redaktion:
Prof. Dr. Heinz Ludwig
UH 15052012
3
Inhaltsverzeichn
Inhaltsverz
Inhaltsverzeichnis
Vorwort6
Warum bin ich so erschöpft?
8
Was ist der Grund für meine Erschöpfung?
10
Fragen an meinen Arzt
16
Wie gehe ich mit meiner Fatigue um?
18
Wie soll ich mich meiner Familie gegenüber verhalten?
19
Wie kann sich ein gesunder Mensch Fatigue vorstellen? 20
Wie gehe ich als Angehöriger/Freund mit der Fatigue um? 21
Was kann mein Arzt gegen Fatigue tun?
22
Was kann ich selbst gegen Fatigue tun?
26
Was kann ich für mein seelisches Wohlbefinden tun? 28
Ist Bewegung gut für mich?
30
Kann Ernährung mein Wohlbefinden verbessern? 32
Wo bekomme ich Unterstützung?
33
So benutzen Sie Ihr Energieprotokoll
36
Der Kürze und Klarheit halber wurden in diesem Text nur die männlichen
Formen (Patient, Arzt, Therapeut etc.) verwendet. Selbstverständlich sind
damit auch alle Patientinnen, Ärztinnen, Therapeutinnen etc. gemeint.
Wir bitten um Ihr Verständnis!
4
5
Vorwort
Vorwort
Liebe(r) PatientIn!
Die Diagnose Krebs ist ein einschneidendes Lebens­
ereignis, das die meisten Menschen gänzlich unvorberei­
tet trifft und ihr Leben und ihre Existenz bedrohen kann.
Nach einer anfänglichen Phase der Unsicherheit werden
im Laufe der Zeit immer mehr Fakten über die Natur
und das Ausmaß der Erkrankung geklärt. Dies stellt
die Voraussetzung für die Wahl der optimalen Behandlungsstrategie
dar. Die meisten Patienten möchten möglichst viel Information über
ihre Erkrankung und über die Behandlungmöglichkeiten erhalten. Dies
erleichtert den Patienten die Entscheidung über schwierige Fragen im
Behandlungsverlauf.
Mit der vorliegenden Broschüre wollen wir Ihnen mehr Information
zum Thema „Erschöpfung“ – im modernen Sprachgebrauch auch
„Fatigue“ genannt – vermitteln. Fatigue kann mannigfache Ursachen
haben, die es herauszufinden gilt, um – wenn möglich – die
Therapie an den Wurzeln ansetzen zu lassen. Fatigue kann die
Lebensqualität beträchtlich einschränken und die Lebensfreude
wesentlich reduzieren. Fatigue führt oft zu einer Einschränkung
körperlicher, geistiger, sozialer, emotionaler und spiritueller
Aktivitäten. Diese Broschüre soll Ihnen helfen, mehr über die
Ursachen und Behandlungsformen zu lernen, und Ihnen Wege zur
Bekämpfung und Überwindung von Fatigue aufzeigen.
Ich wünsche Ihnen alles Gute
bei der Bewältigung Ihrer Erkrankung
Weiters trägt umfangreiche Information zum Abbau unbegründeter
Ängste bei und versetzt Patienten in die Lage, Fragen, die ihnen wichtig
sind, mit ihren Betreuern offener und informierter zu be­sprechen. In
diesem Zusammenhang kann es oft hilfreich sein, sich auf die ent­
Prim. Univ. Prof. Dr. H. Ludwig
sprechenden Gespräche vor­zubereiten und die Fragen aber auch die
Antworten schriftlich festzuhalten.
6
7
Warum binbin
ich soich
erschöpft?
Warum
so ers
Viele Krebspatienten fühlen sich erschöpft und müde. Diese Müdigkeit
wird auch durch Schlaf nicht besser: Oft kann man auch nicht wirklich
gut schlafen und wacht genauso erschöpft wieder auf. Die Ärzte nen­
nen diese Form der besonderen Erschöpfung Fatigue. Im Gegensatz
zu einer normalen Erschöpfung, die durch eine besondere Belastung
auftritt und nach einer entsprechenden Ruhephase wieder verschwin­
det, begleitet die Fatigue Menschen mit Tumorerkrankungen oft mona­
telang. Fatigue ist die häufigste Nebenwirkung der Krebstherapie
und eine häufige Komplikation von Tumorerkrankungen. Je nach
Tumorart und Behandlung können bis zu 100 % der Patienten
davon betroffen sein. Fatigue hat einen stärkeren negativen Einfluss auf
die Lebensqualität als Schmerz. Nach Beendigung der Therapie kann
die Fatigue völlig abklingen oder auch noch jahrelang fortbestehen. Die
Gründe hierfür sind bislang noch nicht restlos geklärt.
Fatigue wird auch bei einigen chronisch entzündlichen Erkrankungen
wie Multiple Sklerose, rheumatoider Arthritis
Oft fürchten Patienten, dass
oder Morbus Crohn beobachtet.
eine verspätet auftretende
oder lang anhaltende
Die Fatigue stellt für die Betroffenen eine
Fatigue ein Zeichen für
sehr große Belastung dar.
die Ver­schlech­terung der
In einem amerikanischen Fachjournal
Krank­heit ist. Es ist wichtig,
be­schreibt ein Krebspatient, der selbst Arzt
diese Ängste mit dem Arzt
ist, seinen Zustand folgendermaßen:
zu besprechen!
8
„Die Fatigue beeinträchtigt meine Lebensqualität und meine Fähigkeit,
gegen Hoffnungslosigkeit und Depression zu kämpfen. Sie hindert
mich, weiterhin ein sinnvolles, erfülltes Leben zu leben, und daran,
tief genug in mein Innerstes vorzudringen, um meine Ressourcen
und Möglichkeiten zu mobilisieren, die mir helfen könnten, gut für
mich und andere zu sorgen. Die Fatigue versperrt mir den Zugang
zur Unter­stützung durch Religion, Spiritualität und meine Familie, also
zu dem, was mich im Wesent­lichen ausmacht. Fatigue beeinflusst
auch meine Fähigkeit, meine Energie zu mobilisieren, um meine
Krankheit zu bekämpfen. Außerdem verhindert die Fatigue, dass ich
neue, zusätzliche Quellen erschließe – zu einer Zeit, wo ich sie am
dringendsten benötige. Für mich und viele andere schränkt Fatigue die
Möglich­keiten ein, aktiv am Leben mit meiner Familie teilzunehmen,
mehr produktive Zeit für mich zu haben, effizienter zu arbeiten, und
nimmt mir die Freude an Ballsport, Filmen, Museen, Zusammentreffen
mit Freunden, Liebe machen, für die Kinder dazusein, Fotografieren,
Musik hören und Waldspaziergängen.“
(Dr. Robert H. Wharton: The Oncologist, 2002)
Gesunde Personen können kaum nachvoll­
ziehen, wie es einem Menschen mit dieser
ausgeprägten Form der Erschöpfung geht.
Es ist wichtig, Fatigue als Symptom
wahrzunehmen und darüber zu sprechen.
Nur dadurch eröffnet sich die Möglichkeit,
etwas dagegen zu unternehmen.
Fatigue ist eine
scheinbar grundlose
Erschöp­fung, die weder
durch Schlaf noch durch
Ruhe­pausen gelindert
werden kann.
9
Was ist der
für meine
Erschöpfung?
Was
istGrund
der
Grund
für meine
Folgende Symptome können bei Personen, die unter Fatigue
leiden, auftreten:
Müdigkeit trotz ausreichendem Schlaf
ein starkes Ruhebedürfnis
Überforderung – auch durch „alltägliche Kleinigkeiten“
ein generelles Schwächegefühl oder schwere Glieder
Schwierigkeiten, sich zu etwas aufzuraffen
Rückzug vom aktiven Leben und von anderen Menschen
körperliche, seelische und geistige Erschöpfung
Konzentrationsstörungen oder Probleme damit,
sich Dinge zu merken
Angst oder Depressionen
allgemeines Desinteresse oder Mangel an Begeisterungsfähigkeit
Verlust von Lebensfreude oder (Lebens-)Lust
Nehmen Sie Ihre Erschöpfung ernst und sprechen Sie mit
Ihrem Arzt darüber! Nur so ist eine Behandlung möglich!
Das Energie-Protokoll am Ende der Broschüre kann Ihnen
dabei helfen.
10
Fatigue hat viele Ursachen, die abgeklärt werden müssen, damit
eine gezielte Behandlung möglich ist.
Mögliche Gründe für Ihre Erschöpfung sind:
die Krebserkrankung
Nebenwirkungen der Krebsbehandlung
Schmerz
Blutmangel (Anämie)
Infektionen
Medikamente
Hormonmangel
Abmagerung
Depressionen und seelischer Stress
Bewegungsmangel
nächtliche Schlafstörungen
Krebs als Ursache der Fatigue
Wenn eine Erkrankung wie Krebs auftritt, aktiviert
Der Kampf Ihres
Ihr Körper große Kräfte, um das Wachstum des
Körpers gegen
Tumors zu verhindern. Außerdem entstehen
den Krebs braucht
beim Tumorwachstum Substanzen (Cytokine),
viel Energie!
die zu Muskelabbau, Müdigkeit, Schwäche,
Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust und Blutarmut führen. Dies raubt
Ihrem Körper Kräfte, die Ihnen zur Bewältigung Ihres Alltags fehlen.
11
Was ist der
für meine
Erschöpfung?
Was
istGrund
der
Grund
für meine
Die Tumortherapie als Ursache der Fatigue
Therapieformen wie Chemotherapie und Strahlen­behandlung zerstören
die schnell wachsenden Zellen des Körpers – sie richten sich gegen die
Tumorzellen, treffen u. a. aber auch Ihre Haarfollikel
Chemo-, Strahlenund schnell wachsende normale Zellen, wie jene der
und Immunthera­pie
Mund- und Darmschleimhaut und des Knochenmarks.
wirken nicht nur
Die letztgenannten Veränderungen führen zu einer
auf die Krebs­
Abnahme der roten und weißen Blut­körperchen und
zellen, sondern
der Blutplättchen. Auch eine Immun­therapie kann die
auch auf Ihr Blut.
Bildung roter Blutkörperchen beeinträchtigen.
Infektionen als Ursache der Fatigue
Die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) sind
wesentlich an der Immunabwehr beteiligt. Der
Mangel an weißen Blutkörperchen erhöht das
Infektionsrisiko – wenn Infektionen auftreten,
braucht der Körper für den Versuch, diese ab­zu­
wehren, weitere Energie. Infektionen sind eine
häufige Ursache für plötzlichen Leistungsverlust
und Fatigue.
Besteht bei Ihnen
der Verdacht auf
eine Infektion?
Sprechen Sie mit
Ihrem Arzt!
Schmerz als Ursache der Fatigue
Anämie als Ursache der Fatigue
40 % der Krebspatienten leiden an einer Anämie. Die roten
Blutkörperchen (Erythrozyten) sind für die Sauerstoffversorgung des
Körpers zuständig. Sauer­stoff ist ein Energieträger für den Körper. So
wie auch eine Kerzenflamme ohne Sauerstoff keine Energie mehr hat
und langsam erlischt, werden alle Muskeln und Organe müde, wenn
sie zu wenig Sauerstoff bekommen. Das Gehirn benötigt besonders viel
Sauerstoff. Daher ist nicht nur die körper­liche, sondern auch die geistige
Leistungsfähigkeit bei Blutmangel herabgesetzt.
Leiden Sie
unter Anämie?
Fragen Sie
Ihren Arzt!
12
Eine ausreichende Schmerzbehandlung ist heute
Standard. Nicht oder nur ungenügend behandelte
Schmerzen belasten den Körper und die Seele sehr
stark und stellen einen dauernden Stress­faktor dar.
Depressionen und Erschöpfung sind die Folge.
Haben Sie
Schmerzen?
Sprechen Sie mit
Ihrem Arzt!
Ein Mangel an roten
Blut­körper­chen wird
Anämie genannt, die häufig
an der Entstehung von
Fatigue beteiligt ist.
13
Was ist der
für meine
Erschöpfung?
Was
istGrund
der
Grund
für meine
Medikamente als Ursache der Fatigue
Eine schwere Erkrankung wie Krebs wird mit verschiedenen
Medikamenten behandelt, die Erkrankung und deren Auswirkungen
kontrollieren sollen. Daher muss darauf geachtet werden, dass die
Medikamente nicht gegenseitig in unerwünschter Weise interferieren.
Führen Sie daher eine genaue Liste über die Medikamente, die
Sie einnehmen.
Folgende Medikamente können Müdigkeit oder
Konzentrationsstörungen verursachen:
starke Schmerzmittel
Beruhigungsmittel
Schlafmittel
Mittel gegen Erbrechen
blutdrucksenkende Medikamente
Medikamente gegen Allergien
Medikamente gegen Angststörungen
Nehmen Sie Medi­
ka­mente, die müde
machen? Besprechen
Sie die Liste aller
Medikamente, die Sie
zur Zeit einnehmen,
mit Ihrem Arzt!
14
Ihr Arzt kann gemeinsam mit Ihnen die Medi–
kamente durchgehen, die Sie zur Zeit nehmen, und
überprüfen, ob Ihre Fatigue damit zusammenhängt.
Hormonmangel oder Gewichtsverlust als
Ursache der Fatigue
Auch ein Hormonmangel der Hirnanhangsdrüse, Schilddrüse,
Nebennieren oder Bauchspeicheldrüse (z.B. Zuckerkrankheit =
Diabetes) kann zu Müdigkeit führen. Bei Krebserkrankungen kann
es durch den Tumor selbst, aber auch durch die
Leiden Sie unter
verschiedenen Therapien und ihre Neben­wirkungen
Hormonmangel
zu einer starken Gewichtsabnahme und zu Appetit­
oder Mangel­
losigkeit kommen. Wenn Muskelmasse abgebaut
ernährung? Fragen
wird, stehen dem Körper weniger Energiedepots
Sie Ihren Arzt!
zur Verfügung. Auch ein Mangel an Vitaminen,
Mineralstoffen oder Spuren­elementen raubt Ihrem
Körper die nötige Kraft zur Bewältigung Ihres Alltags.
Fatigue kann, wenn auch selten, ein Zeichen von
Flüssigkeitsmangel sein.
Trinken Sie genug? Die richtige Flüssigkeits­
zufuhr pro Tag in Litern erhalten Sie, wenn Sie
Ihr Körpergewicht durch 30 dividieren
(z.B.: 90 Kilogramm – 3 Liter).
15
Fragen an meinen
Fragen
an Arzt
meinen Arzt
Depressionen als Ursache der Fatigue
Nicht nur Ihr Körper, sondern auch Ihre Seele ist durch die
Tumorerkrankung betroffen. Die Diagnose Krebs erfolgt
oft plötzlich und unerwartet. Ihr Leben scheint bedroht
zu sein. Vielleicht haben Sie das Gefühl, Ihrem Schicksal
ausgeliefert zu sein? Oder Sie machen sich Sorgen über
Ihre Zukunft, über Ihren Beruf, Ihre Familie, Ihre finanzielle Situation?
Krebs kann eine große psychische Belastung darstellen und viel Stress
mit sich bringen. Oft kann es zu schweren Depressionen kommen, die
ihrerseits zu Erschöpfung, Mutlosigkeit und Lustlosigkeit führen.
Haben Sie
De­pressionen?
Sprechen Sie
mit Ihrem Arzt!
Bewegungsmangel als Ursache der Fatigue
Welche Bewe­
gung ist für Sie
gut? Fragen Sie
Ihren Arzt!
Die Behandlung von Krebs macht oft längere
Spitalsaufenthalte und Ruhephasen notwendig.
Dadurch wird die körperliche Leistungs­fähigkeit deutlich
gesenkt. Der Stoffwechsel verlangsamt sich, die für die
Bewältigung täglicher Aufgaben zur Verfügung stehende
Energie wird weniger.
Checkliste:
Habe ich eine Anämie?
Nehme ich Medikamente, die müde machen?
Habe ich einen Hormonmangel?
Habe ich einen Ernährungsmangel?
Habe ich Depressionen?
Welche Bewegung ist gut für mich?
Wie kann ich wieder gut schlafen?
Schlafmangel als Ursache der Fatigue
Auch Schlafmangel ist eine Ursache für eine tiefe Er­schöpfung. Manch­
mal kommt es zu einem Teufelskreis: Man ist erschöpft, weil man nicht
genug Schlaf bekommt, aber durch die Erschöpfung ist ein richtig
tiefer, erholsamer Schlaf nicht möglich. Auch wenn man
Wie können Sie
sich Sorgen macht und die Gedanken um die Zukunft
wieder gut schlakreisen, liegt man oft nächtelang wach. Wenn Sie nicht
fen? Fragen Sie
schlafen können, sprechen Sie mit Ihrem Arzt um Wege
Ihren Arzt!
zur Linderung zu finden.
16
17
Wie gehe
ich mit ich
meinermit
Fatiguemeiner
um?
Wie
gehe
Fat
Die Erfahrung, plötzlich nicht mehr zu 100 % leistungsfähig zu sein,
ist für viele Krebspatienten sehr schlimm. Manche versuchen, sich die
Er­schöpfung nicht anmerken zu lassen, und machen weiter wie bisher.
Dabei überschreiten sie die eigenen Belastungsgrenzen – so lange es
eben geht. Die Erfahrung, die diese Menschen oft machen müssen,
ist, dass sie rasch zu einem Punkt der völligen Erschö­p­fung gelangen,
zu einer Art energetischem Zusammenbruch. Es ist viel schwieriger,
ein großes Energie­loch wieder aufzufüllen, als mit leichter Erschöpfung
umzugehen.
Bleiben Sie aktiv, aber
Doch nicht nur eine Überforderung wirkt sich
nehmen Sie Ihre Grenzen
ungünstig auf Ihre Fatigue aus. Auch das
ernst! Nur Sie wissen, wie Gegenteil, also eine Unterforderung, ist schlecht.
viel Sie leisten können!
Werden Sie nicht völlig passiv, geben Sie nicht
Finden Sie eine Balance
alles aus der Hand – geben Sie (sich) nicht auf!
zwischen Unter- und
Der häufig gegebene Rat: „Schonen Sie sich
Überforderung!
und bleiben Sie im Bett!“ ist nach neuesten
Erkenntnissen nicht sinnvoll.
Ganz im Gegenteil: Durch Bettruhe und Bewegungsmangel verlangsamt
sich der Stoffwechsel. Muskeln, die nicht trainiert werden, werden vom
Körper abgebaut. Sie verlieren rasch Ihre Energiereserven und damit
auch Ihre Lei­stungsfähigkeit – mit jedem bewegungslosen Tag wird es
schwieriger, wieder aktiv zu werden. Leichte Arbeiten lenken Sie auch
von Ihrer Erkrankung ab und vermitteln Ihnen Erfolgserlebnisse.
Moderate Bewegung erfrischt den Körper und erhöht die Blut­zirkulation
– mehr Sauerstoff kann in Ihre Muskelzellen gelangen. Auch ein
geistiges Training (Lesen, Kreuzworträtsel lösen, Briefe oder E-Mails
schreiben) sorgt für Abwechslung und regt die Hirnfunktionen an.
18
Sie stehen mit Ihrem Krebs meistens nicht alleine da. Ihre Familie
oder Ihr Freundeskreis nimmt Anteil und möchte Sie unterstützen.
Scheuen Sie sich nicht, Unterstützung anzunehmen, wenn Sie sie
brauchen! Das Motto „Ein Indianer kennt keinen Schmerz“ hilft Ihnen
nicht beim Gesundwerden.
Menschen, die selbst keine Erfahrung mit Fatigue gemacht haben,
können Ihre Erschöpfung nicht verstehen oder nachvollziehen.
Sprechen Sie darüber, wie Sie sich fühlen und welche
Bedürfnisse Sie haben. Seien Sie dabei so konkret
Drücken Sie
wie möglich. Sagen Sie z. B.: „Ich brauche nach dem
Ihre Bedürfnisse
Mittagessen 2 Stunden Ruhezeit ganz für mich alleine.
genau und
Ich möchte in dieser Zeit nicht gestört werden.“ Oder:
konkret aus.
„Einkaufen ist mir zur Zeit zu anstrengend, aber ich
schreibe alles auf, was ich benötige. Bitte geh du für
mich zum Supermarkt.“
Es ist oft sehr schwierig, die Rolle, die man in einer Familie innehat,
aufzugeben, und sei es auch nur für eine kurze Zeit. Viele Menschen
definieren sich über ihre Rolle z. B. als „Geldverdiener“, „Mutter“ oder
„Vater“, „Partner“ etc. Sie glauben, dass sie nur durch ihre Funktion
Zuneigung und Anerkennung verdienen und ohne sie ihren Platz
in der Familie oder Gemeinschaft verlieren. Diese Ängste sind weit
verbreitet.
Jetzt ist eine gute Gelegenheit zu erkennen, dass Sie um Ihrer selbst
willen geliebt und geschätzt werden und nicht für das, was Sie lei­
sten. Gerade für sehr aktive Menschen ist es oft schwer Schwächen
einzugestehen.
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Wie kann
sich ein gesunder
vorstellen?
Wie
kann
sichMensch
ein Fatigue
gesunder
Seien Sie ehrlich zu sich selbst und anderen. Immer mehr Menschen
verstehen, dass Krebs meist durch zufällige Veränderungen in unseren
Genen entsteht und nicht die Folge von psychischen Veränderungen
ist – Krebs kann jeden von uns treffen. Wir sind alle nur Menschen.
Manchmal werden Krebspatienten von ihren Angehörigen
aus falsch verstandener Fürsorge unter einen „beschüt­
zenden Glassturz“ gestellt. Es werden ihnen alle Wünsche
von den Augen abgelesen und alle Tätigkeiten aus der
Hand genommen. Diese extreme Umsorgung grenzt an
eine Entmündigung und wirkt sich ungünstig auf den
Selbstwert des Betroffenen aus. Es ist gut, ein gewisses Maß an
Selbstständigkeit und Unabhängigkeit zu erhalten.
Vermeiden Sie
Überfürsorge
durch Ihre
Angehörigen!
Ein Mensch aus Ihrer Familie, Ihrem Bekanntenkreis hat Krebs und
leidet nun unter einer besonderen Form der Erschöpfung. Diese
Müdigkeit ist für einen gesunden Menschen nur schwer zu verste­
hen. Denn sie tritt auch dann auf, wenn die erkrankte Person viel
ruht oder zu schlafen versucht.
Stellen Sie sich einfach vor, dass Ihnen ein heimlicher Energieräuber
plötzlich 70 % Ihrer Lebensenergie abgezapft hat, ohne dass Sie es
bemerkt haben.
Überlegen Sie sich nun, wie es wäre, wenn Sie Ihren beruflichen
und privaten Alltag mit den verbleibenden 30 % bewältigen müssten.
Versuchen Sie auch, sich vorzustellen, was für ein Gefühl das ist,
wenn einem plötzlich so viel Lebensenergie „gestohlen“ wird.
Vielleicht bekommen Sie eine Idee davon, wie sich ein Mensch mit
Fatigue fühlt.
Und manchmal hat der Energieräuber auch nur 10 % Lebens­energie
übrig gelassen ...
20
21
Was kann
mein Arztmein
gegen Fatigue
tun? gegen Fat
Was
kann
Arzt
Auch für die Angehörigen und den Freundeskreis bringt eine
Tumorerkrankung eine große Belastung mit sich. Der Patient und seine
Bedürfnisse rücken in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Nicht selten
werden dabei die eigenen Bedürfnisse zurückgesteckt. Auch die nicht
direkt Betroffenen geraten durch die Sorge, Pflege und den körperlichen
und seelischen Stress leicht in eine Überforderungssituation. Es ist für
alle Familienmitglieder sehr wichtig, offen und ehrlich miteinander
über die Sorgen, Wünsche und Bedürfnisse zu sprechen.
Sorgen Sie
rechtzeitig für
(professionelle)
Unterstützung.
Es ist sinnvoll, sich rechtzeitig, also bevor die Grenze
der persönlichen Belastbarkeit erreicht oder gar über­
schritten ist, zusätzliche Hilfe zu organisieren, z. B. im
weiteren Freundeskreis oder durch soziale Dienste (mobile
Krankenpflege, Heimhilfe etc.).
Auch das Gespräch mit einem Psychotherapeuten oder mit Ihrem Arzt
kann hilfreich und entlastend sein!
Ihr Arzt kennt Möglichkeiten, Ihre Fatigue zu behandeln!
Es ist wichtig, dass Sie mit ihm über alle
Symptome sprechen! Die Checkliste auf Seite 15
kann Ihnen dabei helfen. Nur wenn Ihr Arzt sich
ein genaues Bild über die Ursachen Ihrer Erschöp­
fung machen kann, kann er für Sie eine individuelle
Behandlungs- oder Verhaltensstrategie entwickeln.
Die Behandlung
der Fatigue ist ein
wichtiger Schritt zu
mehr Lebens­quali­
tät und Lebens­
freude!
Krebs und seine Behandlung als
Ursache der Fatigue
Die wichtigste und vorrangige Maßnahme ist natürlich die
Be­handlung der Tumorerkrankung. Doch wie Sie bereits wissen,
führen Chemo- und Strahlentherapie zu einer Verringerung der
roten Blutkörperchen (Erythrozyten). In vielen Fällen kommt es
zu einer Blutarmut (Anämie). Anämie ist eine der relativ gut
behandelbaren Ursachen für die tumorbedingte Erschöpfung.
Ihr Arzt kann Ihnen zur so­fortigen Verbesserung Ihres
Blutbildes eine Bluttransfusion verabreichen. Die Risiken von
Bluttransfusionen sind Infektionen (HIV, Hepatitis etc.) und mögliche
Unverträglichkeitsreaktionen. Manchmal kann auch die Gabe von
Eisen- oder Folsäure­präparaten helfen.
Eine weitere Möglichkeit ist die Gabe eines Hormons, das die körper­
eigene Blutbildung anregt. Dieses Hormon heißt Erythropoetin und
wird bei Erwachsenen v. a. in den Nieren gebildet. Es sorgt dafür,
dass im Knochenmark vermehrt rote Blutkörperchen entstehen.
22
23
Was kann
mein Arztmein
gegen Fatigue
tun? gegen Fat
Was
kann
Arzt
Erythropoetin ist eine hochwirksame Substanz, die im Labor gentechnisch hergestellt wird. Es kann von Ihnen selbst injiziert werden
– eine gebrauchsfertige Fertigspritze bzw. ein handlicher Pen ermöglicht
eine einfache Anwendung, die wöchentlich oder alle 3 Wochen durchge­
führt wird. Einer der Vorteile von Erythropoetin liegt in der Vermeidung von
Infektionen, die durch eine Blut­transfusion möglich
Mit der Zufuhr oder
sind. Die Wirkung setzt erst nach einigen Wochen
Bildung neuer Ery­thro­
ein. In manchen Fällen (bei Infektionen, raschem
zyten tritt eine sofortige
Tumor­wachstum, Knochen­marks­krebs, Trans­
Besserung des Allgemein­­
zustandes bei Anämie ein. plantationen) kann auch durch Erythropoetin keine
Neubildung von Erythrozyten angeregt werden.
Die durch die Erythropoetintherapie angeregte verstärkte Bildung von
roten Blutkörperchen führt zu einer besseren Sauerstoffversorgung – die
gesamte Muskulatur „atmet auf“, auch das Gehirn wird mit frischem
Sauerstoff versorgt und die grauen Nebelschleier der Depression können
sich verflüchtigen.
Die Behandlung von Infektionen als
Ursache der Fatigue
Chemotherapie und Strahlenbehandlung greifen auch die weißen
Blutkörperchen an, die für die Immunabwehr zuständig sind. Daher
kann es leicht zu Infektionen kommen. Eine genaue Untersuchung und
Befragung durch Ihren Arzt zeigt, ob bei Ihnen eine Infektion vorliegt.
Eine gezielte Gabe von Medi­kamenten gegen bakterielle Infektionen
(Antibiotika), gegen Pilzerkrankungen (Antimykotika) oder Viren
(Virostatika) ist dann nötig und sinnvoll.
24
Die Behandlung von Hormonmangel
als Ursache der Fatigue
Bei Verdacht auf einen Hormonmangel der Hirnanhangsdrüse,
Schilddrüse, Neben­nieren oder Bauchspeicheldrüse (Diabetes)
wird Ihr Arzt Unter­suchungen durchführen oder veranlassen.
Liegt tatsächlich ein Hormonmangel vor, werden entsprechende
Medikamente verordnet.
Die Behandlung von Mangelernährung
als Ursache der Fatigue
Bei Mangelernährung kann eine gezielte Aufbaudiät helfen. Bei
Ernährungsfragen beachten Sie bitte auch die Broschüre „Ernährung
bei Krebs“, die Sie gratis bestellen können. Hinweise dazu auf der
Rückseite dieser Broschüre.
Die Behandlung von Depressionen
als Ursache der Fatigue
Jeder 4. Krebs­
patient entwickelt
im Laufe seiner
Erkran­kung eine
Depression.
Besonders gefährdet sind Patienten mit fortgeschrit­
tenem Er­kran­kungsstadium, mit Schmerzen oder mit
früheren depressiven Verstimmungen. Oft gibt es einen
Teufels­kreis zwischen Depression und Fatigue: Man
ist zu erschöpft, um aktiv zu werden, dadurch kreisen die Ge­danken
immer mehr um die Erkrankung und die Erschöpfung – man wird
immer depressiver, die Resignation steigt – dadurch geht weitere
Energie verloren und es wird noch schwieriger, etwas zu tun.
Ein wichtiger Schritt zur Behandlung von Depressionen ist professio­
nelle Hilfe durch Psychotherapie. Ein Psychotherapeut gibt Ihnen die
Möglichkeit, alles auszusprechen, was Sie sonst für sich behalten, weil
Sie z. B. Ihre Angehörigen damit nicht belasten wollen.
25
Was kann
ich selbstich
gegen Fatigue
tun?
Was
kann
selbst
gegen Fat
Es ist sehr wichtig, Ihre Ängste, Sorgen, Probleme und Ihren Schmerz
nicht zu verharmlosen, sondern auszudrücken und anzunehmen. Eine
Therapie schafft einen sicheren Raum, in dem Sie Ihre Selbstheilungskräfte
stärken können. Auch der Besuch einer Selbsthilfegruppe kann Ihnen
helfen, mit Menschen, die Ähnliches erleben wie Sie, offen zu sprechen.
Bei Depressionen
hilft Psycho­thera­
pie. Manchmal sind
Anti­depressiva, die
bei De­pressionen zu
einer Verbesserung der
Befindlichkeit führen,
sinnvoll.
26
In gewissen Fällen ist es gut, wenn Ihr Arzt Ihnen
ein Antidepres­sivum verordnet. Unter den vielen
Präparaten, die mittlerweile zur Verfügung stehen,
gibt es die Gruppe der so genannten Rezeptor­
antagonisten. Rezeptoren sind Bindungsstellen für
verschiedene Botenstoffe. Antagonisten verhindern
die Aufnahme, dadurch wird die Konzentration an
vom Körper gebildeten Botenstoffen erhöht, was
allgemein anregend wirkt.
Besprechen Sie Ihre Fatigue-Beschwerden mit ihrem
Arzt, nur so kann er Ihnen helfen! Gutes Teamwork ist die
Voraussetzung für eine gute Therapie! Nehmen Sie Ihre
Erschöpfung ernst und erzählen Sie Ihrem Arzt davon.
Das Energieprotokoll am Ende der Broschüre kann Ihnen
dabei helfen!
Sprechen Sie mit
Ihrem Arzt über
Ihre Fatigue:
wann, wodurch,
wie stark?
Doch auch Sie selbst können etwas gegen Erschöpfung tun!
So gehen Sie gut mit Ihren Energiereserven um:
Bestimmen Sie Ihre Tagesaktivitätskurve.
Strukturieren Sie Ihren Tagesablauf.
Setzen Sie Prioritäten – machen Sie das, was (Ihnen) wichtig ist.
Erledigen Sie Dinge dann, wenn Sie die Energie dafür haben.
Nehmen Sie sich dafür so viel Zeit, wie Sie benötigen!
Eile = Stress!
Eine weitere Möglichkeit zur medikamentösen Behandlung der Fatigue
sind so genannte Psychostimulantien. Das sind Präparate, die direkt auf
das zentrale Nervensystem wirken und dort ebenfalls zu einer generellen
Anregung führen. Damit wurden bei Fatigue, die durch keine körperlichen
Ursachen wie Blutarmut oder Hormon­mangel verursacht wurde, sehr gute
Erfolge erzielt.
Achten Sie auf Ihre Grenzen – vermeiden Sie Überforderung!
Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie in der Broschüre:
„Seelische Unterstützung bei Krebs“, die Sie gratis bestellen können.
Hinweise dazu auf der Rückseite dieser Broschüre.
Achten Sie darauf, Ihren Nachtschlaf nicht zu gefährden
Erledigen Sie immer nur eine Sache und widmen Sie dieser Ihre volle
Aufmerksamkeit.
Verschieben Sie unwichtige Aktivitäten.
Lernen Sie zu delegieren!
Gönnen Sie sich zwischendurch Ruhepausen.
(Nachmittagsschläfchen nicht nach 16.00 Uhr!).
27
Was kann
ich für mein
seelisches
tun?
Was
kann
ich
fürWohlbefinden
mein seelisch
Bleiben oder
werden Sie aktiv –
Nichtstun verstärkt
Ihre Fatigue!
Sorgen Sie nach anstrengenden Tätigkeiten für eine
entsprechende Entspannung. Was tut Ihnen gut?
Was hat Ihnen früher geholfen, sich zu entspannen?
Schreiben Sie eine Liste – z. B. Musik hören, lesen, ein
warmes Fußbad, Handmassage, Telefonat mit einem
lieben Menschen, Waldspaziergänge, Karten spielen,
Zeitung lesen, Kreuzworträtsel lösen, malen, Handarbeit,
Gartenarbeit etc.
Eine häufige, leider kontraproduktive Empfehlung bei Fatigue ist:
„Schonen Sie sich!“
Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass
eine Verringerung der Aktivitäten
die Fatigue verstärkt. Es ist sehr
wichtig, dass Sie im Rahmen Ihrer
Möglichkeiten weiterhin aktiv bleiben
oder nach einer längeren Ruhephase
wieder aktiv werden. Ihr Stoffwechsel
und Ihre Hormone sinken ab, wenn
Sie reglos im Bett verharren, und es
wird immer schwieriger, die Energie
für Tätigkeiten aufzuwenden. Das heißt
aber keineswegs, dass Sie sich stres­
sen und körperlich überfordern sollen!
28
Verschiedene Entspannungstechniken wie geführte
Entspannen Sie
Meditationen oder Autogenes Training stärken
Ihren Körper, Ihre
die Seele. Wenn Sie das Gefühl haben, mit Ihrer
Seele und Ihren
Situation nicht alleine fertig zu werden, dann ist
Geist! Tun Sie etwas
es gut und wichtig, dass Sie darauf achten, pro­
Gutes für sich!
fessionelle Hilfe bei einem Psychotherapeuten zu
bekommen (siehe Depressionen, S. 23). Manchmal
hilft es auch, mit anderen Menschen zu sprechen, die ähnliche
Erfahrungen machen wie Sie. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Arzt nach
einer Selbsthilfegruppe in Ihrer Nähe!
Ihre Seele kann sich auch dann besonders wohl fühlen, wenn Ihrem
Körper etwas Gutes getan wird, wie z. B. sanfte Massagen, Shiatsu,
Reiki etc. oder wenn Sie Körperübungen machen wie z. B. Qigong,
Tai-Chi, Yoga etc.
Geistige Erschöpfung äußert sich z. B. in Konzentrationsmangel oder
Schwierigkeiten, Probleme zu lösen oder Entscheidungen zu treffen.
Es hat sich gezeigt, dass ein Aufenthalt in der Natur sehr beruhigend
und nährend für den Geist und die Seele wirkt. Oft genügt es, einfach
nur auf einer Parkbank zu sitzen und einen Baum oder Vögel zu
beobachten, zusätzliche Entspannung bringt leichte Gartenarbeit.
29
Ist Bewegung
gut für mich?gut für mich?
Ist
Bewegung
Von allen nichtmedikamentösen Maßnahmen gegen Fatigue hat
Bewegung den besten Effekt! Ausgewogene Bewegung fördert
durch die Freisetzung von Endorphinen (Glückshormonen) das Wohl­
befinden, stärkt den Appetit, regt den Stoffwechsel
an und stellt eine Basis für einen guten Nachtschlaf
Beginnen Sie mit
dar. Daher ist es wichtig, dass Patienten ihr tägliches
einem leichten
Pensum an körperlicher Betäti­gung auch während
Ausdauertraining.
der Therapie aufrecht erhalten und evt. sogar mit
Am besten noch
einem leichten Training beginnen. Dieses kurbelt das
heute! 5 Minuten
täglich sind genug! Herz-Kreislauf-System an und schafft die Basis für
Aktivitäten.
Der benötigte Energieaufwand für die gleiche Arbeitsleistung sinkt durch
regelmäßiges Training deutlich ab.
Sehr gut geeignet sind alle Sportarten, die einen möglichst großen Anteil
der Muskelmasse bewegen, ohne großen Aufwand regelmäßig betrieben
werden können und bei denen eine langsame Steigerung möglich ist:
Wandern
Beginnen Sie Ihr Training langsam, achten Sie darauf, sich nicht
zu überfordern, aber bleiben Sie konsequent! Täglich 10 Minuten
Be­wegung wirken sich günstiger aus als einmal pro Woche 70
Minuten. (Genaue Empfehlungen und Tipps von Experten zum
Thema finden Sie auch in der Broschüre „Sport bei Krebs“, die Sie
gratis bestellen können. Hinweise dazu auf der Rückseite dieser
Broschüre.)
Zahlreiche Studien mit Krebspatienten haben gezeigt, welche
positiven Auswirkungen regelmäßiger Sport hat:
deutlich bessere Lebensqualität
Leistungssteigerung
besserer Schlaf
mehr Appetit
weniger Übelkeit
weniger Depressionen
weniger seelischer Stress
weniger Fatigue
Nordic Walking
Laufen
Tanzen
Radfahren
Schwimmen
Langlaufen etc.
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Wo bekomme
ich Unterstützung?
Wo
bekomme
ich Unterstü
Kann Ernährung mein Wohlbefinden verbessern?
Krebshilfe Österreich
Eine ausgewogene Ernährung ist die Basis für unser Wohlbefinden – bei
gesunden wie auch bei kranken Menschen. Essen Sie nichts, was
Ihnen schon früher Verdauungsprobleme verursacht hat. Vermeiden
Sie Nahrungsmittel, die schwer verdaulich sind, wie z. B. fettes Fleisch.
Wenn Sie keinen Appetit haben: Sorgen Sie dafür, dass die Speisen
hübsch angerichtet und gut gewürzt sind, sodass möglichst viele Sinne
angeregt werden. Achten Sie darauf, regelmäßig zu essen, evt. 5-mal
täglich kleinere Mahlzeiten. Verzichten Sie nach 14 Uhr auf alle anre­
genden Getränke (Tee, Kaffee, Cola etc.), um Ihren Nachtschlaf nicht
zu gefährden.
Beratungsstelle Wien
Theresiengasse 46
1180 Wien
KrebsHotline: 0800/699 900
Tel.: 01-408 70 48
Fax: 01-408 22 41
E-Mail: [email protected]
www.krebshilfe-wien.at
(Viele Tipps und Informationen finden Sie auch in der Broschüre:
„Ernährung bei Krebs“, die Sie gratis bestellen können. Hinweise dazu
auf der Rückseite dieser Broschüre.)
Beratungsstelle St. Pölten
Kremser Landstraße 3
3100 St. Pölten
Tel. + Fax: 02742-774 04
E-Mail: [email protected]
www.krebshilfe-noe.or.at
Beratungsstelle Eisenstadt
Esterhazyplatz 3
7000 Eisenstadt
Tel.: 0650-244 08 21
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Wo bekomme
ich Unterstützung?
Wo
bekomme
ich Unterstü
Beratungsstelle Linz
Harrachstr. 13
4020 Linz
Tel.: 0732-77 77 56
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Beratungsstelle Salzburg
Mertensstr. 13
5020 Salzburg
Tel.: 0662-87 35 35
Fax: 0662-87 35 35-4
E-Mail: [email protected]
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Beratungsstelle Graz
Rudolf-Hans-Bartschstr. 15-17
8042 Graz
Tel.: 0316-47 44 33-0
Fax: 0316-47 44 33-10
E-Mail: [email protected]
www.krebshilfe.at
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Beratungsstelle Klagenfurt
Bahnhofstr. 24/4
9020 Klagenfurt
Tel.+ Fax: 0463-50 70 78
E-Mail: [email protected]
www.krebshilfe-ktn.at
Beratungsstelle Innsbruck
Sonnenburgstr. 9/1
6020 Innsbruck
Tel. + Fax: 0512-57 77 68
E-Mail: [email protected]
www.krebshilfe-tirol.at
Beratungsstelle Bludenz
Grete-Gulbranssonweg 24
6700 Bludenz
Tel.: 05572-20 23 88
E-Mail: [email protected]
www.krebshilfe-vbg.at
Weitere Informationen zum Thema Krebs finden Sie im Internet unter
www.krebshilfe.net (Österreichische Krebshilfe),
www.krebshilfe.de (Deutsche Krebshilfe) und www.amgen.at.
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Bewerten Sie dann Ihren Energielevel vor und nach Ihren Aktivitäten
durch Ankreuzen des passenden Symbols. Nach einigen Tagen werden
Sie sowohl Ihre tägliche Energiekurve erkennen können, als auch,
wodurch Ihnen Energie abgezapft bzw. gespendet wird!
Anmerkungen
Uhrzeit
Was habe ich getan?
Besprechen Sie Ihr Energieprotokoll mit Ihrem Arzt!
Energielevel
danach
Tragen Sie über einen längeren Zeitraum ein, was Sie täglich tun. Dazu
zählen Energieräuber (belastende Tätigkeiten bzw. Situationen etc.) und
Energiespender (Musik hören, Spaziergänge etc.).
Tragen Sie auch etwaige Therapien (Chemo-, Strahlen-, Immun­therapie,
aber auch Physio-, Ergo- oder Psychotherapie) ein!
Energielevel davor
So benutzen Sie Ihr Energieprotokoll:
Energieprotokoll
Energieprotokoll
Energieprotokoll
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Das hat meine Fatigue verbessert: Das hat meine Fatigue verschlechtert: Energieprotokoll
Prinz-Eugen-Straße 8-10
A-1040 Wien
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