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Pflanzen und Pilze

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Moose


Entstehung: Ordovicium 450 Mio. Jahre
Modellorganismus: Physcomitrella patens
(Laubmoos)
Definition
 Thallophyten: nicht in Sproß, Wurzel & Blatt gegliedert
 vielzellige Gametangien (Archegonien und Antheridien) umgeben von Hülle steriler Zellen
 Gametophyt: beblätterter Sproß → dimorph, ausdauernd & dominiert
 Sporophyt: unselbständig, kurzlebig & kleiner
Generationswechsel
 heterophasisch: Wechsel zwischen Diplo- & Haplophase
 heteromorph: Gametophyt und Sporophyt morphologisch unterscheidbar
Gametophyt (haploid): dominierend
 entwickelt sich aus fädigem Protonema
 Archegonium mit Zentralzelle → Eizelle
 Antheridium mit spermatogenen Zellen → 2 Spermatide → Spermatozoide
 Befruchtung nur in Anwesenheit von Wasser
 Spermatozoide gelangen über den Halskanal zur Eizelle → Zygote (diploid) → Embryo
Sporophyt (diploid): auf Gametophyten; abhängig
 diploider Sporophst wächst auf haploidem Gametophyten
 Sporogon an Spitze produziert meiotisch Meiosporen → Protonema
vegetative Vermehrung (ungeschlechtliche Vermehrung)
 Tochterzellen aus Mitosen (Klone) → Diasporen
 Gemmen (Becher) bei Laubmoos & Lebermoos
Marchantiophyta - Lebermoose
 thallos = keine Sproßachse, gelappt, wenig gegliedert
 Ölkörper (von einer Membran umschlossende Partikel)
 Symbiosen mit Blaualgen (Cyanobakterien)
 zweischneidige Scheitelzelle → dichotome Verzweigung
 Marchantiopsida – thallose Lebermoose
Jungermanniopsida – foliose Lebermoose
 Sporogon: keine Kalyptra; Elateren lockern Sporen; vier Klappen (Anpassung an Windausbreitung)
Bryophyta - Laubmoose
 folios = mit Stämmchen, Blättchen & Würzelchen
 acrocarp (Kissen) & pleurocarp (Teppich)
 keine Ölkörper, keine Elateren
 dreischneidige Scheitelzelle
 Sporogon mit Kalyptra
 Deckel der Kalyptra platzt ab
(Operculum = Deckel, Anulus = Ring)
 Peristom → hygroskopische Bewegung
Anthocerotophyta – Hornmoose
 thalloser Gametophyt
 Symbiose mit Cyanobakterien
 Stomata in Sporo- & Gametophyt
Wasserhaushalt
 Poikilohydrie = können Trockenperioden überstehen
 einfache Wasserleitung teilweise ohne Gefäße
o Hydroide (fehlende Verholzung/ Verdickung) → Wasserleitung
o Lepotide → Assimilatleitung
 Glashaare: Wasseraufnahme über die Luft
Zusammenfassung
 Grüne Landpflanzen mit Chlorophyll a, b, Stärke und Zellulose; kein Lignin
 heterophasischer, heteromorpher Generationswechsel
 haploide Gametophyt = Moospflanze
 Antheridien bilden zweigeißelige (biflagellate) Spermatozoiden (auf freies Wasser angewiesen)
 Archegonien mit steriler Hülle und einer Eizelle
 Zygote → kurzlebige, diploide Sporophyt (durch den Gametophyten ernährt)
→ ein einziges Sporangium hervorbringt
 thallose Lebermoose haben den differenziertesten Gametophyten im gesamten Pflanzenreich
 hohe Austrocknungstoleranz
Farnpflanzen
Vergleich Moose
Leitgewebe → kaum vorhanden
Festigungsgewebe → kaum vorhanden
Epidermis mit Cuticula und Stomata → unzureichend
Schutzmantel um Keimzellen → vorhanden
Unterordnungen
Lycopodiophytina – Bärlappartige
Psilotophytina – Gabelblattartige
Equisetophytina – Schachtelhalmartige
Ophioglasses – Natternzunge
Filicophytina – Leptosporangiate („echte“) Farne
Definition
 Kormophyten: Gliederung in Sproßachse, Blättern & Wurzeln
 Tracheophyten: Gefäßsystem (Solenostele, Diktyostele)
 kein sekundäres Dickenwachstum → Scheinstämme
 Fortpflanzung mit Sporen & Generationswechsel
Generationswechsel
 von Sporophyten dominiert (selbstständige Pflanze)
 Gametophyt = Prothallium → kurzlebig mit Archegonien & Antheridien
o Aussehen wie ein thalloses Lebermoos
 Sporophylle = sporangientragende Blätter mit Sporen im Inneren
 isospor & heterospor
isospor:
 ein Sporentyp bildet Prothallium
 → Prothallium bildet Archegonium & Antheridium
 begeißelte Spermatozoide befruchten Eizelle → Zygote → Sporophyt
 Sporophyt bildet Sorus, beinhaltet Sporangien → isospore Sporen
 Entstehung des Sporopyhten auch ohne Abhängigkeit von Wasser
heterospor:
 zwei Sporentypen (Mikro- & Makrosporen) bilden weibliches & männliches Prothallium
 gametenbildende Generation (Prothallium) bleibt in Sporangium
→ keine eigenständige Pflanze
 Makroprothallium befruchtet durch Spermatozoide des Mikroprothalliums
→ Zygote → Embryo auf Gametophyten
 Embryo → Farnpflanze → Mikro- & Makrosporophyll
→ Mikro- & Makrosporangien produzieren Sporentypen
Systematische Gruppen
eurosporangiat vs leptosporangiat:
 mehrschichtige (eurospangiat) Sporangienwand → Lycopodiophytina, Psilotophytina & Equisetophytina
 einschichtige (leptosporangiat) Sporangienwand → Filicophytina
 erste Blütenbildung (endständige Sporophyllstände)
Lycopodiophytina – Bärlappartige
 gabelig verzweigt
 Symbiose mit Mykorrhiza
Psilotophytina – Gabelblattartige
 sekundär reduzierte Wurzeln
Equisetophytina – Schachtelhalmartige
 Sporen mit Hapteren (Bänder zur Sporenverbreitung)
 endständig mit Sporophyllen
Ophioglasses – Natternzunge
 Symbiose mit Mykorrhiza
 langlebig
Filicophytina – Leptosporangiate („echte“) Farne
 Sporotrophophyll (Blatt mit Sporen und photosynthesefähig)
 circinat: Einrollung durch rasches Wachstum der Unterseite
Zusammenfassung
 Differenzierung gleichwertiger Gabeläste in seitliche Organe mit begrenztem Wachstum
 Kormophyten mit echten Wurzeln & Stomata
 Verholzte Tracheiden (z. T. Tracheen. Lignin) & Cutinisierte Epidermis
 dominierender Sporophyt
 zunehmende Blüten (Bärlappartige & Schachtelhalme)
 Reduktion der Zahl funktionelle Megasporen (4 >1); Verbesserung der Speicherung
 geschützte Megaprothallien innerhalb der Megasporen bzw. der Sori
Defizite
 schnelle Austrocknung des Prothalliums
 Abhängigkeit von tropfbarem Wasser bei der Befruchtung
 Kein sekundäres Dickenwachstum
 oft Weichblättrigkeit der Sporophyten und Austrocknungsempfindlichkeit
Gymnospermen – Nacktsamer
Definition
 Tracheophyt & Kormophyt (holzige Sippen)
 eingeschlechtliche Blüten (Mikro- & Makrosporophyll)
 freie Samenanlagen (ohne Fruchtbildung)
 Vereinzelt noch begeißelte Spermatozoiden (Rekordgröße)
 anemophil & anemochor (windbestäubt & -verbreitet)
 Befruchtung nicht abhängig von Wasser
Abstammung
 Pteridophyten devonische Vorfahren
 Pteridospermen – Samenfarne → Entstehung der Samenanlage
Generationswechsel
 Blüten:
Mikrosporophyllstände → staminat (nur Staubblätter)
Makrosporophyllstände → karpellat (nur Fruchtblätter)
 diözisch (zweihäusig): staminate & karpellate Blüten auf getrennten Individuen


Pollen = vegetative Zelle + männlichen Gametophyten
Pollenzelle → Prothalliumzelle 1&2 + Antheridienzelle → Pollenschlauchzelle + generative Zelle → Stielzelle + spermatogene
Zelle → 2 Spermatozoide (Cycadopsida & Ginkgopsida)/
2 Spermazellen (Coniferopsida & Gnetales)

von der Samenanlage zum Samen
o
o
o
o

unbefruchtete Samenanlage mit fleischigem Makrosporangium & schützendem Integument
Makrospore → mehrzelliger weiblicher Gametophyt
Befruchtung: über Mikropyle dringt das Pollenkorn ein → Pollenschlauch bringt Spermazelle an Eizelle → Samen
Samen aus Embryo (Sporophyt), Nährgewebe und schützende Samenschale (aus Integument entstanden)
Gametophyten: Pollen & Samenanlage
Sporophyt: Baum
Definition Samen
 Aus Samenanlage entstandenes Ausbreitungsorgan, vorübergehend ruhender Embryo, umschlossen von Samenschale &
besonderem Nährgewebe
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

Die Samenanlagen (Ovula) vergleichbar mit den Sporenkapseln (Sporangien) der Farne
phylogenetisch neue Struktur Integument umhüllt Sporangium → Samenschale (Testa)
Samenanlage wird von einem Blatt gebildet (Makrosporophyll = Karpell).
Samenanlagen der Nacktsamer nicht vom Karpell umschlossen
Generative Entwicklung
 1. Jahr: Frühjahr – Herbst Blütenanlagen
 2. Jahr: Frühjahr → Blüte, Bestäubung; Herbst → Pollenschlauch & Samenschuppe, Zapfen 1cm
 3. Jahr: Frühjahr → Archegonien, Befruchtung; Herbst → Bildung Embryo, Verholzung Zapfen
 4. Jahr: Frühjahr → Zapfen entlassen Samen
Systematische Gruppen
Klasse Ginkgopsida (Jura – Tertiär)
 diözisch
 begeißelte Spermatozoide
 Bestäubungstropfen an Mikropyle
(Pollinationstropfen)
Klasse Cycadopsida - Palmfarne
 diözisch
 dicke unverzweigte Achsen; palmenartig
 „Wedelkrone“; „koralloide“ Wurzelform
 große begeißelte Spermatozoide
 Xerophyten & Pyrophyten
(Anpassung an Trockenheit & Feuer)
Klasse Coniferopsida - Nadelbäume
 Tannen, Zedern & Pinien
 früheste Entwicklung ab Perm (kurze Lebensdauer)
 Langtrieb (normales Wachstum) & Kurztrieb (reduziertes Wachstum)
 männliche Blüten: zapfenähnlich / weibliche Blüten: Zapfen (Wacholder: Beerenzapfen)
Klasse Gnetales
 tropisch; CAM-Pflanzen; doppelte Befruchtung
Zusammenfassung
 vielfach „lebende Fossilien“
 zumeist konkurrenzschwach, aber oft langlebig; oft Extremstandorte besiedelnd
 Unabhängigkeit von Wasser bei der Befruchtung
 Defizit: Entwicklung des nährstoffreichen Nährgewebes auch ohne Befruchtung
Angiospermen – Bedecktsamer
Wdh. - Pteridophyten: Farne & Verwandte (Moosfarne, Schachtelhalme, Bärlappe)

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
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Sporangien ohne Hülle
Generationswechsel mit zwei voneinander unabhängigen, frei lebenden Generationen
→ Farnpflanze (Sporophyt): diploid, ausdauernd, Wasserleitungsgewebe & Verdunstungsschutz
→ „Vorkeim“, Prothallium(Gametophyt): kurzlebig, haploid
Befruchtung (*) auf Prothallium nur in Gegenwart von Wasser
frei bewegliche, begeißelte männliche Geschlechtszellen (Spermatozoiden)
Evolutionsschritte
 Farngewächse – Samenpflanzen
o Sporangien an Blättern → Generationswechsel verborgen
o Makrosporangium eingehüllt: Befruchtung im Inneren der Samenanlagen
o Reduktionen (Gametophyten, Blattflächen der Sporophylle)
Gymnospermen (Coniferen, Ginkgo, Cycadeen)
 Samenanlagen frei an Blättern
 stark reduziert, nicht mehr frei lebendem Gametophyten
 Befruchtung im Inneren der Samenanlage ohne freies Wasser
 selten noch frei bewegliche Spermatozoiden
Angiospermen
 keine Spermatozoide → Spermazellen (kerne)
 Doppelte Befruchtung: eine Spermazelle mit Eizelle zu diploider Zygote + Spermazelle mit Embryosack zu
triploidem Endosperm
 Samenanlagen umhüllt von Fruchtblatt (Fruchtblättern = Fruchtknoten) = Karpell
 „Neukonstruktion“ zur Pollenaufnahm → Narbe und Griffel
 Samenbildung (schon bei Samenfarnen – Pteridospermen)
 Befruchtung ohne freies Wasser
o Ruhe- und Überdauerungsstadium
o Befruchtung mittels Schlauch
o Embryo mit Reservestoffen → Keimung durch Reservestoffe
 Fruchtbildung
Farnartige
Gymnospermen
Angiospermen
Befruchtung durch Bestäubung
 Pollenkörner (mit männl. Gametophyten) müssen zu den Samenanlagen (mit weibl. Gametophyten) gelangen
und an den richtigen Stellen „abgelegt“ werden: Bestäubung
 Bestäubung mit eigenem Pollen vermieden („Selbststerilität“)
 Männliche Gameten müssen nach der Bestäubung zu den weiblichen Gameten gelangen
 Abiotische Vektoren (Wind = Anemophilie, Wasser = Hydrophilie)
 Biotische Vektoren (Zoophilie) → Insekten (Lepidoteren, Käfer, Hymenopteren, Fliegen), Reptilien, Vögel,
Säugetiere, Fledertiere, Beuteltiere & Primaten → Koevolution
 Erste Blütenbesucher ab Unterkreide: Fliegen
Entwicklung erster Angiospermen
Blütenentstehung
 Euanthientheorie: einachsiger Sporophyllstand mit Mikro- und Makrosporophyllen
 Pseudanthientheorie: Blüte ein mehrachsiges System und in diesem Sinne bereits ein Pseudanthium
(Infloreszenz, die als Einzelblüte erscheint); mehrfach abgewandelt
 Mikrospornagientheorie: Samenanlagen + Hüllblätter an Mikrosporophyll gebildet
 transitional-combination-theory: erst Karpelle, dann doppelte Befruchtung, dann Blüte mit Karpellschluss
Zusammenfassung
 Angiospermie ist komplex → kein Einzelmerkmal
 viele Strukturen deutlich älter als vermutet
 doppelte Befruchtung mehrfach mit verschiedenen Ergebnissen
 verschiedene Lösungen: „Klebenarben“, trockene und feuchte Narben, „Integumentnarben“, Hyperstigmen
 funktionell gleiche Strukturen unterschiedlichen Ursprungs („Endosperm“) → Konvergenzen
Angiospermen - Basale Gruppen (seit Jura oder Trias, ca. 200 Mio. Jahre)
Definition
 stärkste Differenzierung der Organe & Zellen
 Tracheophyten & Kormophyten
 Samenanlage mit zwei Integumenten von Karpellen (Fruchtblättern) umschlossen → Griffel- und Narbenbildung
 Blüten zweigeschlechtlich & zoophil (seltener eingeschlechtlich) + Anemophilie bei abgeleiteten Gruppen
 keine begeißelte Spermatozoide, Befruchtung benötigt einen Pollenschlauchs
 zoophile Sippen: Blumen (Blütenstände, Teilblüten)
 nach Befruchtung (doppelte Befruchtung) → Fruchtbildung
 Hohe Differenzierung von Xylem (Tracheen i. d. R.) & Phloem (Siebröhren und Geleitzellen)
Charakteristika
Blüten
 Spross begrenzten Wachstums (Kurztrieb) mit Sporophyllen (hier: Staub u./o. Fruchtblätter)
 diözisch: ♂ & ♀ auf getrennten Pflanzen
 monözisch: ♂ & ♀ auf gemeinsamer Pflanze
 diklin: ♂ & ♀ auf getrennten Blüten
 monoklin: ♂ & ♀ auf gemeinsamer Blüte
 Symmetrie ursprünglich: radiär → disymmetrich → zygomorph
 Fruchtknoten: oberständig (hypogyn), mittelständig (perigyn),
unterständig (epigyn)
Samen & Früchte
 Verwachsungsrad der Fruchtblätter → ursprünglich: apocarp – verwachsen; abgeleitet: coenocarp – verwachsen
 Frucht = Blüte im Zustand der Samenreifung
 aus Fruchtblattgewebe & verwachsene Blütenregion + Samen
 Fruchtknotenwand → Perikarp (Samen umschließende Hülle) → Oft einbezogen: Blütenachse (Apfel!)
Generationswechsel
 Staubblatt: Mirkosporophyll
Pollensack: Mikrosporangium
 Fruchtblatt(-knoten): Makrosporophyll
Samenanlage (Nucellus): Makrosporangium
 Mikrosporangium:
Mikrosporenmutterzelle → (Meiose) Mikrosporen
 Mikrospore → Pollenkorn mit ♂ Gametophyten
 Samenanlage mit Megasporangium:
Megasporenmutterzelle → (Meiose)
vier haploide Megasporen → ♀ Gametophyt
 Bestäubung & Keimung des Pollenkorns auf Narbe
Pollenschlauchzelle → Pollenschlauch
generative Zelle → 2 Spermazellen
 Doppelte Befruchtung:
Spermazelle + Eizelle → Zygote
Spermazelle + Polkerne → triploides Endosperm
 Zygote → Embryo+Endosperm+Samenschale
= Samen


Mikrosporohylle(Staubblätter) + Mikrosporangium(Pollensack) → Reduktionsteilung → 4 haploide Mikrosporen
→ vegetative Zelle
→ generative Zelle (Mitose) → 2 Spermazellen → Verschmelzung mit Eizelle
(doppelte Befruchtung)
→ Verschmelzung mit sekundärem Embryosackkern
Embryosackmutterzelle (Reduktionsteilung) → 3 Embryosackzellen verkümmern
→ Embryosackzelle (3 Mitosen) → 3 Antipoden
(doppelte Befruchtung)
→ 2 Polkerne → diploider Embryosackkern +Spermazelle→triploides Endosperm
→ 1 Eizelle & 2 Synergiden + Spermazelle → Zygote → Embryo
Vorteile der Angiospermen
 besserer Schutz der Samenanlagen
 doppelte Befruchtung = ökonomischer Einsatz der „Ressource Nährgewebe“
 Zoophilie ökonomischer als Anemophilie
 kurze Generationszeiten; Erhöhung des Genaustauschs
 leistungsfähigeres Gefäßsystem
Systematik: Basale Gruppen
Ursprüngliche Merkmale
 Fruchtblätter apokarp
 Vielzahl an Blütenorganen (z.B. Staubblättern), oft schraubige Stellung
 Kleinblütigkeit, aber häufiger insektenblütig
 Holzpflanzen
 Heterobathmie/Mosaikevolution: unterschiedliche Evolutionsgeschwindigkeit sind bei ein und demselbenTaxon
sowohl ursprüngliche als auch progressive Merkmale zu finden.
Amborellales (erste Angiospermen)
 Blüten diklin; Perigon; Steinfrucht
 ohne Tracheen
Nymphaeales (Wasserpflanzen, Seerosen; Kosmopolit)
 große Blüten; ohne Tracheen
 z.T. nur 1 Keimblatt
Austrobaileyales (Sternanis)
 unbestimmte Anzahl Blütenorgane;
 apokarpes Gynoceum; Sammelbalgfrucht
Ceratophyllales (Wasserpflanzen; Kosmopolit)
Chloranthales
 kleine, 1- od. 2-geschl. Blüten; ohne Perianth (Blütenhülle)
Magnoliden
Magnoliales (Magnoliaceae, Annonaceae, Mysticaceae = Muskatnuss)
 mehrere Samenanlagen
Laurales – Lorbeerartige (Zimt, Avocado)
Cannellales
 Winteraceae: Holz; keine Tracheen; monokline kleine Blüten
Piperales (Pfeffer)(Piperaceae, Aristolochiaceae)
Angiospermen – Monokotyledonen (Einkeimblättrige) (200-160 Mio. Jahre)
Allgemeine Merkmale
 Einkeimblättrig; Blätter parallelnervig
 monosulcate Pollenkörner (eine Keimöffnung)
 krautig & sympodial (verzweigt); einjährig
 sekundäre Homorhizie (alle Wurzeln sproßbürtig; Hauptwurzel stirbt frühzeitig ab)
 Leitbündel zerstreut (Ataktostele) & ohne Kambium: kein „normales“ sekundäres Dickenwachstum
 oftmals Begrenzung Blattzahl etc.; Blattscheiden
 nur ein adossiertes Vorblatt (Blattunterseite lehnt sich an Stammachse)
 Blüten dreizählig & fünfkreisig
Bulb (Zwiebel)
 gestauchte Achse mit einem bis mehreren Blättern (Blätter als Schuppen- oder Schalenblätter); Speicherorgane
Tubers & Corm (Knollen)
 generell: verdickter Achsenabschnitt, zur Speicherung
 corm: aufrechter Achsenabschnitt, unterirdisch, umhüllt von trockenen Blatt(basen)
 tuber: waagerechte Sprossachse = Sprossknolle/ Wurzelknolle
Dickenwachstum
 primär: Erstarkung & Ausbildung eines primären Verdickungsmeristems → massiven Sprossachsen
frühe Verlängerung → Absterben der schlank bleibenden Stammbasis (z.B. Pandanus)
 sekundär: primären Verdickungsmeristem → sekundäres Verdickungsmeristem
Kambium erzeugt Gewebe nach innen → konzentrisches Leitbündel durchzogenes Parenchym
Systematische Gruppen
Alismatales
Alismataceae, Butomaceae (Wasser- & Sumpfpflanzen)
 monoklin & diklin
Araceae, Lemnaceae (Epiphyten, Hemiepiphyten)
 monoklin; Kesselfallen
Zosteraceae (Seegräser)
Discoreales
Dioscoreaceae Kulturpflanzen: Süßkartoffeln
 Steroide in Knollen (Ovulationshemmer)
Liliales
 Nektarien an Perigonbasis; oft Zwiebeln; Mitosehemmer Colchicin
Liliaceae
 Perigonblätter gefleckt
Asparagales
 unterständiger Fruchtknoten bei Iridaceae und Orchidaceae
Iridaceae (Schwertliliengewächse; Zierpflanze)
 Meranthium: mehrere Blüten → Blume
 Septalnektarien ( Fruchtknoten)
Orchidaceae + endotrophe Mykorrhiza (in Rinde)
 Resupination: Drehung der Blüten Organe nach innen → Lippen
 Blüten dreizählig; zygomorph; Gynoeceum unterständig; mono-/di-/triandrisch
 Pollinarium: Verwachsung von Staubblättern mit Narbe & Griffel
Xanthorraceae (Coevolution: Yucca & Yucca-Motte)
Arecales (Palmen: Sago, Ölpalme Elaeis guinensis, Datteln, Kokos u.a)
 Beeren oder Steinfrüchte; flüssiges & festes Endosperm
Poales (Poaceae, Cyperaceae, Juncaceae, Bromeliaceae – Ananas)
 starke Reduktionen → Anpassung an Windbestäubung
 Spelzen + Ährchen = Einzelblüten
 C4/ CAM – Pflanzen
Commelinales
 zygomorphe Blüten
Zingiberales
 zygomorph, G unterständig, Staubblätter kronblattähnlich, Antheren reduziert; Fledermaus-, Vogelbestäubung;
Scheinstämme
Zusammenfassung Monokotyledonen
 z. T. hoch entwickelte Einzelblüten in Anpassung an Tierbestäubung (z.B. Orchideen)
 kein Kambium, kein („normales“) sekundäres Dickenwachstum
 Blüten dreizählig und pentazyklisch
 Pollenkörner monosulcat
 z. T. sekundär (Unter)Wasserpflanzen + Nutzpflanzen (Poaceae)
 Tier- und in großem Stil Windblütigkeit → Tier- oder Windausbreitung
Angiospermen – Eudikotyledonen (Zweikeimblättrige)
allgemeine Merkmale
 tricolpate Pollenkörner
 Blütenorgane: Wirtel, tetra- & pentamer
 choripetal = freie Kronblätter
 zumeist apokarp (Chorikarpie) = freie Fruchtblätter
 teilweise sekundäre Anemophilie
Systematische Gruppen
Ranunculales
Ranunculaceae – Hahnenfußgewächse (Kosmopolit)
 Erfolg durch Vielgestaltigkeit
 Zoophilie, -chorie; Anemophilie
 Perigon mit Nektarblättern; radiärsymmetrisch→ zygomorph
Papaveraceae – Mohngewächse
Fumarioideae: ohne Milchsaft; disymmetrisch/ zygomorph
Papaveroideae: mit Milchsaft; radiärsymmetrisch
 coenokarp; alle Symmetrien
Proteales
Proteaceae
 robuste Infloreszenzen → Tierbestäubung
 hohe Nektarproduktion → sekundäre Pollenpräsentation
Nelumbonaceae (Wasserpflanzen)
 „Schein“- Coenokarpie; Lotus- Effekt
Dikotyle
Kern- Eudikotyledonen
 Zähligkeit der Blütenorgane konstant; Ellagsäure
Saxifragales
Crassulaceae
 Blattsukkulenz (saftreich) → trockene Standorte (C3-Zyklus tagsüber & CAM- Zyklus nachts)
Saxifragaceae
 gehörnter Fruchtknoten mit 2 Griffeln
Grossulariaceae
 unterständiger Fruchtknoten; Beerenbildung
Caryphyllales
 Betalainen → N-haltige Pigmente in der Vakuole (Chenopodiaceae)
Caryophyllaceae (viele Gebirgspflanzen)
 dekussierte Blattstellung (kreuzgegenständig)
 oft Dichasien
 oft lange Kronröhren → Falterbestäubung
 scheinbar obdiplostemon (äußerer Staubblattkreis scheinbar nicht auf Lücke)
 Reduktionen: keine Kronblätter; einsamige Nuss, statt vielsamig
Aizoaceae
 CAM- Pflanzen
 hohe Salzverträglichkeit durch Salzausscheidung aus Papillen
 Blattsukkulenz
Cactaceae
 Stammsukkulenz; Blattdornen
 Vogel/ Fledertier Bestäubung
Amaranthaceae (Kosmopolit)
 z. T. Sukkulenz; C4-Pflanzen; hohe Salzresistenz
 Windblütigkeit (Anemophilie), Windausbreitung (Anemochorie)
Monokotyle
Rosiden
 doppelte Blütenhülle; Flavonoide = Blütenfarbstoffe
 Stickstofffixierung durch Actinomyceten
 freikronblättrig (choripetal)
 Diskusnektarien an Blütenbasis
 coenokarp; zwei Staubblattkreise oder sekundäre Polyandrie
Myrtales
 gegenständige, ganzrandige Blättern
 vierzählige Blüten mit Hypanthium (Blüten- oder Achsenbecher)
 nach innen gebogene Staubblätter, 1 Griffel, ∞ Samenanlagen
Myrtaceae (Eukalyptus) → adaptive Radiation= Auffächerung einer Linie
 ätherische Öle
Malpighiales
 molekulargenetisch definiert; hohe Diversifikation
Euphorbiaceae (Kautschuk)
 Pseudanthien (falsche Blüten): dikline Blüten ohne Blütenhülle + große Hochblätter
 Milchsaft (Polyisoprene)
 konvergent zu sukkulenter Cactaceen
Rhizophoraceae
 Stelzwurzeln, Atemwurzeln
 Viviparie: an Mutterbaum gekeimte Jungpflanze
Salicaceae
 z.T. sekundär windblütig; Blüten diklin, ohne Perianth, G(2)
Fabales – Schmetterlingsblütler
 Luftstickstofffixierend (Rhizobien oder z.T. auch Actinomyceten)
Fabaceae (Soja, Bohne, Erbse, Linse, Erdnuss u.a., Zierpflanzen)
 Hülsen; Stärke-, Fett-, Proteinspeicherung bes. in Keimblättern
 große Embryonen in Samen
 zygomorphe Schmetterlingsblüten (Fahne, Flügel, Schiffchen); verwachsene Filamente (z. T. eines frei)
 Blätter wechselständig, stipulat (Nebenblätter), vielfältig gefiedert, Blattranken, Stipulardornen
Rosales (viele Holzpflanzen)
 radiäre Blüten mit Kelch & Krone → choripetal
 oft sekundäre Polyandrie
 wechselständigen Blättern & Nebenblättern (Stipeln)
Rosaceae
 ätherische Öle
 z.T. Anemophilie; Stacheln = Fraßschutz
 Diskusbildung; Leicht erreichbare Nektarien
 Asexuelle Embryogenese: Apomixis = Agamospermie (Embryo entwickelt sich aus unbefruchteter Eizelle)
Moraceae
 eingeschlechtliche Blüten
Cucurbitales (Gurken, Kürbisse, Melonen, Gemüse)
 unterständiges Gynoeceum; komplexe Androezeen
Cucurbitaceae
 verwachsene Kronblätter = sympetal;
 Frucht: Panzerbeere + Lianen mit Sprossranken
Fagales (bedeutende Waldbäume, Korkproduzent)
 oft sekundär anemophil, anemo- & zoochor
 dikline Blüten, zumeist monözisch
Betulaceae
 Flugorgane an Früchten
Fagaceae & Nothofagaceae
 Kastanien, Eichen → Cupula- Früchte
Brassicales - Kreuzblütler
 Senfölglykoside (Vakuole), Herbivoren Abwehr durch Freisetzung
Brassicaceae (Kohl, Senf, Raps, Rettich)
 disymmetrische Blüten
 falsche Scheidewände, zwei Fruchtblätter = Parakarpie
Schoten, und „Schötchen“
Malvales (Malvaceae – Kakaopflanzen, Hibiskus)
 Blätter mit palmater Nervatur; oft sekundäre Polyandrie
Sapindales (tropische-subtropische Gehölze)
 Triterpenoide, ätherische Öle
Rutaceae (Zitrusfrüchte)
Asteriden
 5-zählige Blüten mit Kelch
 verwachsene Kronblätter sympetal
 nur ein Staubblattkreis
 coenokarp; Reduktion der Fruchtblätter
 Iridoide, Steroidalkaloide, Sesquiterpen-Lactone
 Pseudanthien (mehrere Blüten → Blume) oder attraktive Einzelblüten
 frühe (Solanales, Lamiales, Gentiales) & späte (Asterales, Dipsacales, Apiales) Sympetalie
Ericales (Gehölze)
 Blattzähne mit nicht durchlässiger, abfallender Kappe
Ericaceae
 Mykorrhiza
 Zwei Staubblattkreise; Porizidie (Poren) der Antheren + Anhängsel
Lamiiden (Euasteriden I)
 häufig gegenständige und ganzrandige Blätter
 (späte) Sympetalie; häufig oberständige Fruchtknoten
Boraginales
 Klausenbildung; Blütenfarbe abhängig von pH– Wert
Boraginaceae – Boretschgewächse
Gentianales
 dekussierte (kreuzgegenständig) Blätter, Stipeln
 Iridoide, Indolalkaloide
Gentianaceae
 Krone verwachsen, radiär, oberständiges G
Apocynaceae (Giftpflanzen)
Rubiaceae
 Steinfrüchte mit 2 einsamigen Steinkernen
 Epiphyt Myrmecodia von Ameisen bewohnt
Lamiales
 häufig gegenständige & ganzrandige Blätter,
 Drüsenhaare & ätherische Öle
 A4, (späte) Sympetalie, häufig oberständige Fruchtknoten
Lamiaceae – Lippenblütengewächse
 oberständiger Fruchtknoten, 2 Fruchtblätter, Klausenfrucht
Solanales
 wechselständige, ganzrandige Blätter
 (späte) Sympetalie, häufig oberständige Fruchtknoten
 Alkaloide
Solanaceae – Nachtschattengewächse (Kartoffel, Aubergine, Tabak, Tomate)
 Giftpflanzen, Arzneipflanzen (Atropin)
 stärkereiche Wurzelknollen
 sehr große giftige Einzelblüten
Campanuliden (Euasteriden II)
 wechselständige Blätter; Schließfrüchte
 frühe Sympetalie; unterständigen Fruchtknoten
 Pseudanthien oder auffallende Einzelblüten
Apiales
 ätherische Öle
 Blüten radiär und fünfzählig
 wechselständige Blätter häufig mit palmater Nervatur; scheidige Blattbasen
Apiaceae – Doldenblütler (Gewürz- & Heilpflanzen)
 mit Diskus = Griffelpolster; meist Doppeldolden
 Achänen: Frucht- & Samenschale verwachsen; G unterständig
Dipsacales
 Blätter gegenständig, gezähnt bis drüsig gezähnt
 Pseudanthienbildung; unterständiger Fruchtknoten
 Pollenkörner dreikernig
Asterales
 Inulin (Polyfructose) als Speicherstoff; sekundäre Pollenpräsentation
Campanulaceae – Glockenblumengewächse
 Milchsaft, G(2-5) unterständig; kleine Samen
Asteraceae – Korbblütler
 Zungen- & Röhrenblüten
 Pappusbildung
Rückblick auf die Weiterentwicklungen der Eudikotyledonen
 Sympetalie (Verwachsung der Kronblätter)
 Unterständigkeit der Fruchtknoten
 Coenokarpie (verwachsende Fruchtblätter)
 attraktiver Einzelblüten oder von Pseudanthien & zygomorphe Blüten
 Spezialstrukturen zur Sicherung der Bestäubung
 Verringerung von Staubblättern & Fruchtblättern
 zahlreiche Inhaltsstoffe (z. T. für andere Lebewesen toxisch)
Carnivorie der Pflanzen
Poales, Oxalidales, Caryophyllales (Droseraceae, Nepenthaceae), Ericales (Sarraceniaceae), Lamiales (Lentibulariaceae)
 Exoenzyme (bes.Proteasen): enzymatische Zersetzung
 Klebefallen; Kesselfallen
 Zusammenklappen der Blätter durch Turgoränderung in den Gelenkzellen
 Umfunktionierung & Coevolution → Schlafplatz für Fledermäuse
Parasitismus bei Pflanzen




Pinales, Laurales, Malpighiales, Malvales, Ericales, Lamiales, Solanales
Hemiparasit: teilweise eigenständige Ernährung
Holoparasit: vollständig fremdernährt
Endoparasit (Malpighiales – Rafflesiaceae): mycelartig im Wirt verwachsen
Exkurs Bestäubung
Fledertierbestäbung: Nachtblüher; Blüte oft nur eine Nacht vorhanden
große, stabile Blüten & große Nektarmengen
Vogelbestäubung:
Tagblüher; grelle Färbung (Ampelfärbung)
Nektar tief verborgen; Blütengewebe dick, duftlos, viel Nektar, lange Röhren
Hummelbestäubung: Vibrationsbestäubung durch Flugmuskulatur
Porizide Antheren: Pollen mittels Porus entlassen (Ericaceae, Solanaceae, Primulaceae)
Pilze
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
Eukaryotische Pflanzen (Actino- und Streptomyceten sind Bakterien)
Zellwände aus Chitin (z.T. auch aus Cellulose)
Reservestoffe: Glykogen, Fette, auch Mannit, nie Stärke
Vegetationskörper (außer bei Schleimpilzen)
o Mycel(ium), aus Hyphen (mit oder ohne Querwände)
o nie Meristeme, nie "echte" Gewebe → "Pseudoparenchyme" = Plectenchyme
Fortpflanzung durch Sporen
Plano- oder Aplanosporen
Mitosporen (Konidien, Oidien oder Chlamydosporen)
Meiosporen (Oosporen, Ascosporen, Basidiosporen)
heterotroph: Saprophyten, Parasiten, Symbionten
höhere Pilze mit Dikaryophase (neben Haplo- und Diplophase); Plasmo- und Karyogamie zeitlich getrennt
Allgemeinbiologisch interessant für Genetik (kurze Generationen, Möglichkeit der Tetradenanalyse)
Praktische Bedeutung u.a.: Alkohol, Bäckerei, Antibiotika etc.; Destruenten
Definition der Pilze über Enährungsstrategie
Gemeinsamkeiten mit Eukaryoten: (Endo- oder) Exoverdauer = Absorber
Zellwand
Reproduktion durch Sporen
plastidenlos
Lebensweise
 saprophytisch: Zersetzer von totem organischem Material
 symbiontisch: Lebensgemeinschaften mit anderen Organismen (Pflanzen, meistens Bäume); Mykorrhiza, mehr
oder weniger auf bestimmte Partner angewiesen
 parasitisch: wachsen auf oder in anderen lebenden Organismen (meist Pflanzen, seltener Tiere oder andere
Pilze) Entziehen dem Wirt lebenswichtige Stoffe; Wirt wird geschwächt oder stirbt ab
Heterotrophe Heterokontobionta (falsche Mehtlaupilze & verwandte Eipilze)
 heterokonte Flagellaten (ungleich begeißelt)
 sexuelle Fortpflanzung als Gametangiogamie (Verschmelzen von Gametangien, keine freien Gameten)
 Hyphen → siphonal (schlauchförmig); coenocytisch (unseptiert); polynukleär (vielkernig)
 Zellwand aus Zellulose → nicht mit Chitinpilzen verwandt
Eipilze (Peronosporomycetes = Oomycota)
 Zellulosepilz
 heterotroph (sekundärer Verlust der Plastiden) → saprob & parasitisch
 marin, Süßwasser, feuchte Böden, auf Gefäßpflanzen
 Wirts- & Organspezifität

Wichtige Gattungen: Saprolegnia, Peronospora (& Pythium, Albugo, Phytophtora, Plasmopara, Bremia)
Ordnung
Saprolegniales
Peronosporales (Falscher Mehltaupilz)
Familie
Saprolegniaceae
Peronosporaceae
Gattung
Saprolegnia (Wasserschimmel)
Phytphora
Organisation & Wachstum der Pilzhyphen




coenocytisch
coenocytisch (unseptiert)
siphonal (schlauchförmig)
polynucleär (vielkernig)
auch zu finden bei: Pollenschlauch, Wurzelhaar,
Protonema/Caulonema der Moose
septiert
Zellwandkomponenten
 Murein (N-Acetyl-Glucosamin & N-Acetyl-Muraminsäure)
 Chitin (N-Acetyl-Glucoyamin)
 Zellulose (Glucose)
 Stickstoff-haltige Zellgerüste (Murein, Chitin) bei heterotrophen Organismen (Stickstoff kein Mangelfaktor)
Ontogenie der Eipilze
Verschmelzung von männlichem
Antheridium + weiblichem Oogonium =
Gametangiogamie (Anisogametogamie)
Übereinstimmung mit siphonalen Gelbgrünalgen (Xanthophyceae)
 heterokonte Flagellaten (Flimmergeißel und Peitschengeißel)
 Gametangiogamie (Verschmelzung von Gametangien)
 diploider Entwicklungsgang
 coenocytische Hyphen (unsepetiert)
 Zellwand aus Zellulose
→ gemeinsamer Ursprung → nicht mit Chitinpilzen verwandt
Falsche Mehtlaupilze
 hauptsächlich an der Blattunterseite bzw. allgemein an Wirtsteilen mit Spaltöffnungen
 Falscher Mehltau des Weins (Plasmopara viticola) → Konidienträger auf der Blattunterseite
 Echte Mehltaupilze (Erysiphales; Ascomycota – Schlauchpilz) → Kleistothecien (Fruchtkörper) auf der
Blattoberseite
 Phytophtora infestans: Erreger der Kraut- und Knollenfäule der Kartoffel + Fruchtfäule der Tomate
 Effizienz durch: strukturelle Anpassung asexueller Vermehrung als Reaktion auf das Wetter (nass oder trocken)
o bei Feuchtigkeit & niedrigen Temperaturen Sporangien → Zoosporen
o bei Trockenheit & hohen Temperaturen → Konidien
→ Zunehmende Komplexität der vegetativen Vermehrung mit steigender Zahl der Verbreitungseinheiten
Schleimpilze (Myxobionta – Echte Schleimpilze; Dictyostelia – Zelluläre Schleimpilze)
Dictyostelia – zelluläre Schleimpilze (Bsp.: Dictyostelium discoideum)
Entwicklungszyklus
 Aggregationsplasmodium (>100 000 Zellen)
 Amöben → keine begeißelten Formen
 Zellulosezellwand (wenn vorhanden)
 geschl. Fortpflanzung umstritten
Myxobionta – Echte Schleimpilze
 weltweit, bevorzugt in Wäldern
 Leitmerkmale: Flagellaten, Amöben, Plasmodium, Phagocytose,
azelluläre Fruchtkörper, geschl. und ungeschl. Fortpflanzung
 Besonderheiten: Nahrungsaufnahme der Plasmodien durch
Phagocytose, pulsierende Zytoplasmabewegung , Zellulosezellwände
 Konsumenten von Mikroorganismen in feuchtem, organischem Substrat
Ontogenie
Lebensräume
Anforderung: ausreichend Feuchtigkeit für
Flagellaten, Amöben & Plasmodien
Beispiele
Fuligo septica – Gerberloher Schleimpilz
 auf Rindensubstrat
 scrambled egg slime
Badhamia utriculosa – Pilzfresser
 phagozytiert Großpilze & Totholz
Ceratiomyxa fructiculosa – Geweihförmiger
Schleimpilz
 Cosmpolit auf Totholz
Vergleich:
Zelluläre Schleimpilze
keine begeißelten Formen → Amöben
Aggregationsplasmodium
Zellulosezellwand (wenn vorhanden)
zelluläre Sporenträger
sexuelle Fortpflanzung umstritten
Echte Schleimpilze
begeißelte Stadien → Amöben und Flagellaten
Fusionsplasmodium (vielkernig, diploid)
z.T. Zellulosezellwände
azelluläre Fruchtkörper
asexuelle und sexuelle Fortpflanzung
Chitinpilze - Mycobionta



opisthokont: Chytridiomycota – Tröpfchen- oder Flagellatenpilze
akont (Verlust der Geißel): Zygomycota – Jochpilze, Glomeromycota – Endomykorrhizapilze
Dikarya: Ascomycota – Schlauchpilze, Basidiomycota – Ständerpilze
Chytridiomycota – Tröpfchen- oder Flagellatenpilze
 Fortpflanzung geschlechtlich und ungeschlechtlich
 begeißelte Gameten
 Zellwände mit Chitin; meist einzellig, kein Mycel
 coenocytisch
 saprobiontisch oder parasitisch (Bsp. Kartoffelkrebs oder Massensterben von Amphibien)
Glomeromycota – Endomykorrhizapilze
 Geosiphon pyriformis → Symbiose mit Cyanobakterien (Endosymbiontentheorie)
 Mykorrhiza: mykes = Pilz & rhiza = Wurzel
Unterreich Dikarya
Zygomycota – Jochpilze
 keine begeißelten Stadien
 sexuelle Fortpflanzung als Gametangiogamie (Verschmelzen von Gametangien, keine freien Gameten)
 Hyphen → coenocytisch (unseptiert) (Ausnahme Kickxellomycotina)
 siphonal (schlauchförmig)
 polynukleär (vielkernig)
 Zellwand aus Chitin
Entwicklungszyklus
Bsp.: Brotschimmel – Rhizopus
stolonifer
wichtige Vertreter (Gattungen)
Mucor, Phycomyces, Pilobolus,
Rhizopus
Vorkommen: weltweit
Nutzen: Symbionten auf Nutzpflanzen
Schaden: Kontaminanten auf feuchten
Nahrungsmittel
Bsp.: Phycomyces blakesleeanus
 Gravitropismus: Möglichkeit
von Erdmittelpunkt weg zu
wachsen
 Phototropismus: Wachstum zum Licht hin
Ascomycota – Schlauchpilze
 Ascus (Schlauch): Endzelle mit K! und R!
 endogen gebildete Meiosporen (sexuell)
 häufig aktive Sporenausschleuderung
 Konidien (asexuelle Sporen)
 Hyphen septiert
 Zellwand Chitin
Entwicklungszyklus
 Ascocarp = Fruchtkörper
 Ascocarp frei, geschlossen, becherförmig
oder mit kleiner Öffnung
 Hymenium = Asci-tragende Schicht
Lebensweise
 Parasiten: Mutterkorn & Schorferreger von Apfel und Birne
 Saprophyten: Becherlinge & Morcheln
 Verbindungen mit Algen Flechten (Doppellebewesen)
 Wenige Speisepilze: Tuber (Trüffel), Morchella (Morchel)
wichtige Gattungen: Saccharomyces, Aspergillus, Penicillium, Morchella, Tuber, Erysiphe, Neurospora, Claviceps
Vorkommen: weltweit, vor allem auf abgestorbenen und lebenden Pflanzen
Nutzen: Zersetzer von organischen Materialien, Symbionten von Pflanzen, Gärer, Antibiotika und Mutterkornalkaloiden
Schaden: Pflanzen-, tier- und humanpathogene Arten, Bildung von Giften (z.B. Aflatoxine)
Wichtige Vertreter
Hefen (Pilze, deren “normale” oder “vorherrschende” Form einzellig)
800 verschiedene Arten
 einzellige, geißellose Pilze
 Vermehrung durch Knospung (Saccharomyces) oder Querwandbildung (Schizosaccharomyces)
 Endosporen = Ascosporen
 Hefephasen = Hyphenphasen
Echte Mehltaupilze – Erysiphales
 sexuelle Vermehrung: Kleistothecien
 asexuelle Vermehrung: Haustorien (parasitisches Saugorgan) oder
Konidienkette mit unendlich teilbarer Basalzelle
Mutterkornpilze – Clavicipitales
 Sklerotium = Überdauerungsorgan Bildung von Sammelfruchtkörper → Perithecien mit Schlauch (Asci)
 Verunreinigung von Getreide → Mutterkornvergiftung = Antoniusfeuer (giftige Alkaloide z.B. Ergotamin)
 Symptome: Hautkribbeln, Krämpfe, Lähmungserscheinungen, langanhaltende Wahnvorstellungen, Durchblutungsstörungen
(Absterben von Fingern, Zehen, Armen oder Beinen) → eventuell tödlich

Wehen-fördernd → im Mittelalter Einsatz als Abtreibungsmittel
Aspergillus spec. – Gießkannenschimmel
 Ochratoxin A → Nierenschäden
Penicillium spec. –Pinselschimmel
 Herstellung von Käse, Wurst, Antibiotika (Penicillin), Enzyme (Cellulasen, Protease), organ. Säuren (Weinsäure,
Zitronensäure)

Produktion von Mykotoxinen (Ochratoxin A, Citrinin)
Speisemorchel (Morchella esculenta)
Trüffel (Tuber spec.)
Basidiomycota – Ständerpilze (die meisten Speisepilze)
 Basidie (Meiosporangien als Keule): Endzelle mit K! und R! exogen gebildete Meiosporen (sexuell)
 selten Konidien (asexuelle Sporen) bei Agaricomycotina (Hutpilze) → meist keine Sexualorgane
 Somatogamie (Verschmelzung einfacher Zellen) außer bei Rostpilzen (Pucciniomycotina)
 Hyphen septiert
 Zellwand Chitin
Rostpilze – Pucciniomycota
 Parasiten in allen Stadien ihrer Ontogenie (Bsp.: Schwarzrost der Süßgräser)
Brandpilze – Ustilagomycota
 bedeutende Schädlinge (Bsp.:Ustilago maydis – Beulenbrand auf Zea mays)
Hutpilze – Agaricomycota
 aus Hut, Blätter= Lamellen, Manschette, Stiel
 Bsp.: Agaricus silvicola – Waldchampignon; Bsp.: Amanita muscaria – Fliegenpilz;
Bsp.: Cantharellus cibarius – Pfifferling; Bsp.: Phallus impudicus – Stinkmorchel



Bsp.: Psilocybe mexicana – mexikanischer Kahlkopf (Psilocybin psychoaktiv (verwandt zu LSD) → religiösen Zeremonien)
Bsp.: Laetiporus sulfureus – Schwefelporling → Baumparasit, Braunfäule (Abbau von Zellulose)
Bsp.: Rusulla ochroleuca – Zitronentäubling → Ektomykorrhiza-Symbiont (Wurzeln verbunden mit Baum)
Entwicklungszyklus
4-5 Meiosporangium &
Sporenabschleuderung
3-6 dikaryotische Hyphen →
Fruchtkörper
2 dikaryotische Hyphen im
Substrat
1 kompatible Hyphen
Die vier Abteilungen der Chitinpilze




Chytridiomycota – Flagellatenpilze
Zygomycota – Jochpilze
Ascomycota – Schlauchpilze
Basidiomycota – Ständerpilze
bewegliche Sporen mit Geißel
widerstandsfähiges Zygosporangium = sexuelles Stadium
sexuelle Sporen im Inneren von Schläuchen (Asci) gebildet
sexuelle Sporen an keulenartigen Strukturen (Basidien) gebildet
Entwicklungszyklus: Mycobionta – Chitinpilze
P! = Plasmogamie
K! = Karyogamie
R! = Meiose (Reduktionsteilung)
Bsp.: Bäckerhefe
Allgemeiner Entwicklungszyklus
heterokaryontisch (zwei
unterschiedliche haploide Kerne)
hier Karyogamie unmittelbar vor
Meiose
Alkaloide in Pflanzen & Pilzen
Flechten – Lichenes




symbiontische Doppellebewesen aus Algen (Mycobiont) und Pilzen (Photobiont)
Mycobiont erhält → C-Verbindungen, z.T. N-Verbindungen (Blaualgen)
Phytobiont erhält → Schutz gegen Austrocknung, Schutz gegen UV-Strahlung
Symbionten: 98% Ascomycota & 2% Basidiomycota + Blaualgen + Farbalgen + Grünalgen
Fachbegriffe: Pilze
Hyphen: fädige Zellreihen von Pilzen
Myzel: Gesamtheit der Hyphen eines Pilzes
Septen: Trennwände innerhalb einer Hyphe, unterteilt die Hyphe in einkernige (haploide oder diploide) oder
zweikernige (dikaryotische) Abschnitte (Zellen) → verschieden gestaltete Poren
Gametangium: Behälter mit Gameten oder mit als Gameten fungierende Kerne
Oogonium (weibl), Antheridium (männl.)
Gametangiogamie: Sexualvorgang durch Verschmelzung von Gametagien; Gameten werden nicht freigesetzt
Isogametangiogamie (gleich gestaltet) – Anisogametangiogamie (verschieden gestaltet)
Gametogamie: Sexualvorgang durch Verschmelzung freier Gameten
Sporen: meist in großen Mengen in Sporangien gebildete, spez. Zellen → Verbreitung → Keimung → neuen Myzel
Konidien: asexuell entstandene, unbegeißelte Sporen (Anemochorie);
an speziellen Traghyphen (Konidiophoren)
Zoosporen: begeißelte Sporen (Verbreitung durch aktive Bewegung im Wasser) → Schleim- und Eipilzen
Mitosporen: nach Mitose gebildete Sporen (z.B. Konidien)
Meiosporen: nach Reifeteilung entstandene haploide Sporen, z.B. Ascosporen und Basidiosporen
Plasmogamie: Verschmelzung des Plasmas von männlichen und weiblichen Geschlechtszellen
Karyogamie: Verschmelzung von geschlechtlich unterschiedlichen, haploiden Kernen
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