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C++Trainer-Kurs

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C++ Programmierung Grundlagen
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Lehrseiten zur Programmierung in C++
Inhaltsverzeichnis
Übersicht der Lehrseiten ...............................................................2
1. Grundlagen.....................................................................................3
1.1 Der C++Trainer als IDE..........................................................3
1.2 Das "Hello World"-Programm.................................................4
1.3 Variablen und Bezeichner........................................................5
1.4 Datentypen...............................................................................6
1.5 Einfache Ein-/Ausgabe............................................................7
2. Operatoren und Ausdrücke.............................................................8
2.1 Operatoren und Ausdrücke......................................................8
2.2 Numerische Ausdrücke............................................................9
2.3 Logische Ausdrücke..............................................................10
2.4 Spezielle Ausdrücke...............................................................11
3. Kontrollstrukturen........................................................................12
3.1 Sequenzen (Befehlsfolgen)....................................................12
3.2 Selektion (if-else)..................................................................13
3.3 Mehrfachauswahl (switch)....................................................14
3.4 For-Schleifen.........................................................................15
3.5 Kopfgesteuert (while)............................................................16
3.6 Fußgesteuerte(do-while)........................................................17
4. Funktionen....................................................................................18
4.1 Funktion, Parameter, Prototyp...............................................18
4.2 Die Hauptfunktion.................................................................19
4.3 Rekursionen...........................................................................20
4.4 Funktionsüberladung.............................................................21
5. Arrays, Zeiger und Strings...........................................................22
5.1 Arrays.....................................................................................22
5.2 Zeiger (Pointer)......................................................................23
5.3 Zeichenketten (Strings)..........................................................24
5.4 dynamische Arrays................................................................25
5.5 Sortierung..............................................................................26
6. Referenzen, Strukturen und Unions.............................................27
6.1 Referenzen.............................................................................27
6.2 Strukturen..............................................................................28
6.3 Unions....................................................................................29
7. OOP, Klassen................................................................................30
8. Arbeit mit Dateien........................................................................31
8.1 Textdateien, Filestreams........................................................31
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Lehrseiten zur Programmierung in C++
Übersicht der Lehrseiten
1.
Grundlagen
5.
11_idecp.rtf Der C++Trainer als IDE
12_hewld.rtf Das "Hello World"-Programm
13_varia.rtf Variablen und Bezeichner
14_datyp.rtf Datentypen
15_easea.rtf Einfache Ein-/Ausgabe
Arrays, Zeiger
51_array.rtf
52_point.rtf
53_strng.rtf
54_dynam.rtf
55_sorti.rtf
2.
Operatoren und Ausdrücke
21_opera.rtf Operatoren, Rangfolge
22_numau.rtf Numerische Ausdrücke
23_logau.rtf Logische Ausdrücke
24_spzau.rtf Spezielle Ausdrücke
6.
Referenzen, Strukturen und Unions
61_refer.rtf Referenzen
62_struc.rtf Strukturen
63_union.rtf Unions
7.
3.
Kontrollstrukturen
31_seqnz.rtf Sequenzen(Befehlsfolgen)
32_ifels.rtf Selektion(if-else)
33_switc.rtf Mehrfachauswahl(switch)
34_for__.rtf For-Schleifen
35_while.rtf Kopfgesteuert (while)
36_dowhi.rtf Fussgesteuerte(do-while)
Objektorientierte Programmierung
71_class.rtf Klassen
72_erben.rtf Vererbung
73_ovloa.rtf Operatorüberladung
74_virtu.rtf Virtuelle Klassen, Templates
8.
Arbeit mit Dateien
81_datei.rtf Textdateien,Filestreams
82_pfleg.rtf Dateipflege
83_start.rtf Dateistart
9.
Listen
91_elist.rtf Einfach verkettet
92_dlist.rtf Doppelt verkettet
4.
Funktionen
41_funkt.rtf Funktionen
42_main_.rtf Die Hauptfunktion
43_rekur.rtf Rekursionen
44_uelad.rtf Funktionsüberladung
und Strings
Arrays
Zeiger
Zeichenketten
dynamische Arrays
Sortierung
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1. Grundlagen
1.1 Der C++Trainer als IDE
Der Begriff IDE steht fuer integrated development environment, deutsch: Integrierte SoftwareentwicklungsUmgebung. Eine IDE ist ein Programmsystem, das die für eine effektive Softwareentwicklung notwendigen
Programme der C++ -Sprachumgebung und passende Toolprogramme bequem durch den Programmierer
ansteuerbar macht. Der C++Trainer ist eine Lern-IDE fuer die Programmiersprache C++. Eine Profi-IDE ist z.B.
der Borland C++ Builder.
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1.2 Das "Hello World"-Programm
Das einfachste denkbare C++ Programm wird wie auch in anderen Programmiersprachen mit dem sogenannten
"Hello-world-Programm" vorgeführt. Der Hauptteil des Programms wird mit main( ) eingeleitet. Die zwischen den
geschweiften folgenden Klammern angeordneten Anweisungen werden nach dem Programmstart ausgeführt. Das
Erreichen der zugehörigen schließenden geschweiften Klammer beendet das Programm.
Zur Ausgabe des kurzen Textes auf dem Bildschirm kann die C++ -Ausgabefunktion "cout" benutzt werden. C++ ist
modularisiert, d.h. nicht alle Funktionen sind ohne zusätzliche Modul-Anforderung erreichbar. Die Bibliotheks-Funktion
"cout" erfordert das Einfügen des Headers "iostream.h" mit der Präprozessor-Anweisung #include. Wird diese
Einfügung vergessen, ist "cout" eine dem Compiler unbekannte Zeichenfolge.
// Th.Cassebaum, 13.9.2003, all rights reserved
#include <iostream.h>
// Header für cout
int main()
{ cout << "Hello world!";
getchar();
// Warten auf Tasteneingabe
return 0;
}
Der Präprozessor ist ein Programm, das die Quellzeilen, die mit einer Raute # beginnen, schon vor dem Compiler
auswertet. #include führt zum Einfügen aller Zeilen einer bliebigen Textdatei anstelle der #include-Zeile. Im Beispiel
wird die Textdatei iostream.h eingefügt.
Header ( *.h oder *.hpp) sind spezielle C- oder C++ - Quelltextdateien, die C/C++ -Fragmente enthalten, die vom
Compiler mit übersetzt werden. Der Header iostream.h ermöglicht beispielsweise den Zugriff auf die E/A-StreamBibliothek ( in der neben cout noch andere E/A-Funktionen enthalten sind ) von C++ .
Beispiel: 12_Hewld.cpp
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1.3 Variablen und Bezeichner
Eine Variable in C++ ist ein Datenobjekt mit veränderlichem Wert, das einen Namen und einen Datentyp besitzt und
einen Speicherplatz einer festgelegten Länge belegt. Variablen müssen vor ihrer Verwendung für einen bestimmten
Datentyp deklariert werden:
datentyp Bezeichner [,Bezeichner[,...]];
z.B.: int x, y;
Ein Bezeichner in C++ besteht aus einer Folge von Groß-/ Kleinbuchstaben, Ziffern oder der Unterstreichung '_'. Das
erste Zeichen darf keine Ziffer sein. Der Bezeichner darf beliebig lang sein, nur 250 Zeichen werden zur Erkennung
benutzt (gelten als "signifikant"). Schlüsselwörter der Sprache C++ (z.B. if, int, while, void, ...) dürfen nicht als
Bezeichner genutzt werden. Bezeichner identifizieren C++ -Programmelemente (z.B. Variablen, Strukturen,
Funktionen, ... ). C++ unterscheidet bei Bezeichnern streng zwischen Groß- und Kleinbuchstaben!!
Variablen erhalten durch eine Zuweisung ("Ergibtanweisung") in der Form: <variable_typ1> = <Ausdruck_typ1>;
einen Wert. Der Wert errechnet sich durch einen Ausdruck, der von gleichem Datentyp wie die Variable ist oder in
diesen automatisch konvertiert werden kann. Die Zuweisung kann schon in der Deklaration erfolgen.
void main(void)
{ int var,VAR,Meine_Lieblingsvariable = 0;
var = -3; VAR = 4;
Meine_Lieblingsvariable = var + VAR;
cout << Meine_Lieblingsvariable;
getchar();
}
Beispiel: 13_Varia.cpp
Im Beispiel werden drei Variablen im ganzzahligen Datentyp (int) deklariert. Die Variable "Meine_Lieblingsvariable"
speichert nach der Addition var + VAR den Wert 1.
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1.4 Datentypen
Typbezeichner in C++ sind z.B.:
Bytes Typbezeichner
geeignet für
10
8
4
4
4
2
4
1
?
1
long double
double
float
int
long
short int
unsigned int
char
string
bool
Wertkonstante
sehr genaue reelle Zahlen (18 Stellen)
reelle Zahlen (15 Stellen)
wenig genaue relle Zahlen (nur 7 Stellen)
ganze Zahlen (-2.147.483.648...2.147.483.647)
ganze Zahlen (-2.147.483.648...2.147.483.647)
ganze Zahlen (-32.768...32.767)
natürliche Zahlen (0...4.294.967.295)
Zeichen (0...255)
Zeichenketten
logische Werte (true oder false)
void main(void)
{
int x,y; bool a; double b; string s;
x = 0xff; y = -34; b = 1.2-02;
s = "\nHallo!"; c = 'v'; a = true;
}
123456.789012345678
-0.123456789012345
0.2E02
-0x25
-0xFFFF
+321
12
'a'
"Zeichen abc"
true
char c;
Zeichenketten werden in Anführungsstrichen eingeschlossen (z.B.: "Kette"). Für Ausgaben können spezielle
Zeichenfolgen eine Steuerung (ESC-Sequenzen) veranlassen.
ESC-Sequenzen sind z.B.:
\n nächste Zeile einstellen
\t Tabulatorabstand setzen
\a Piepsignal ausgeben
\“ Anführungszeichen innerhalb einer Zeichenkette setzen
Beispiel: 14_Datyp.cpp
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1.5 Einfache Ein-/Ausgabe
Tastatureingaben werden mit cin >> eingeleitet und Bildschirmausgaben mit cout << . Mit cout << wird eine für
den Bediener sichtbare Bildschirmdarstellung erzeugt. Als Ziel für Eingaben mit Hilfe von cin >> müssen Variablen
vereinbart werden ( im Beispiel: s und t ). Die Variablen müssen mit einem Typkennzeichner definiert werden ( im
Beispiel: double ).
double s,t;
cout << "\"Programm zur Geschwindigkeitsberechnung\"\n";
cout << "\nWeg s [in m] : "; cin >> s;
cout << "Zeit t [in s] : ";
cin >> t;
cout << "\nGeschwindigkeit : " << s/t << " m/s"
<< " oder " << s/t * 3.6 << " km/h";
Beispiel: 15_easea_1.cpp
Einzelzeichen (character) werden zur Ausgabe in Apostrophen eingeschlossen (z.B.: '$') und bei Eingaben in
Variablen vom Datentyp char gespeichert. Zeichenketten (string) werden zur Ausgabe in Anführungsstrichen
eingeschlossen (z.B.: "Kette") und bei Eingaben in Variablen vom Datentyp string gespeichert.
Für Ausgaben können spezielle Zeichenfolgen innerhalb der Anführungszeichen einer auszugebenden Zeichenkette
eine besondere Steuerung veranlassen. ESC-Sequenzen (Steuerfolgen) sind z.B.:
☞
\n nächste Zeile
\t Tabulatorabstand
\a Piepsignal
\" Anführungsstriche
Aus dem Header "iomanip.h" können Manipulatoren zur Ausgabeformatierung genutzt werden:
5
setw(n)
left | right
fixed
scientific
int x=12;
Feldbreite auf n Zeichen setzen setfill(z)
linksbündig | rechtsbündig
dec | oct | hex
Gleitkommadarstellung
uppercase
Exponentialdarstellung
setprecision(n)
cout<<"x = "<<setfill('.')<<setw(6)<<hex<<right<<x;
Festlegung des Füllzeichens (z.B. setfill('_') )
Umwandlung in dec | oct | hex
Kleinbuchstabendarstellung
Feldbreite auf n Zeichen setzen
// Es wird ausgegeben:
x = .....c
Beispiel: 15_easea_2.cpp
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2. Operatoren und Ausdrücke
2.1 Operatoren und Ausdrücke
Operatoren beziehen sich auf einen oder zwei Operanden und liefern ein operationstypisches Resultat. Größen
(z.B. Variablen, Werte, ...) der Sprache C++, die mit Operanden einfach oder vielfach verknüpft wurden, nennt man
Ausdruck. Die Operanden und das Operationsresultat besitzen einen operationsabhängigen Datentyp. Die Einteilung
der Operatoren in Gruppen geschieht in Abhängig der nutzbaren Datentypen. Wichtige Operatoren:
numerische Operatoren
++ (Inkrement) -- (Dekrement) * (Multiplikation) / (Division) + (Addition) - (Subtraktion)
% (modulo / Rest der Ganzzahldivition)
logische Operatoren
! (Negation) > (größer?) >= (größer gleich?) < (kleiner?) <= (kleiner gleich?)
== (identisch/gleich?)
!= (ungleich/verschieden?) && (logisches "UND") || (logisches "ODER")
bitweise Operatoren
~ (Komplement) >> (Rightshift) << (Leftshift) & (AND) ^ (XOR) | (OR)
Zuweisungsoperatoren
=(zuweisen/ergibt) +=(plus und zuweisen/ x+=3 → x=x+3) -=(minus u. zuweisen)
*=(mal u. Zuweisen)../=(durch u. zuweisen) &=(und u. zuweisen) %=(modulo u. zuweisen)
Operatoren sind in eine Rangfolge geordnet, die bedeutet, dass innerhalb eines Ausdrucks zunächst die vorrangigen
Operatoren durch Operationen realisiert werden. Ausdrücke mit Operatoren können mit Rundklammern geklammert
werden, um die Operatoren in der Klammer im Rang zu bevorzugen. ( z.B. 12/2+4 ergibt 10, aber 12/(2+4) = 2)
Ohne gesetzte Klammern werden gleichrangige Operatoren von links nach rechts abgearbeitet.
int x = 2,y = 11;
x += 3 << 1; cout << x << endl;
if(--y%10) cout << "True";
else cout << "False";
Beispiel: 21_opera.cpp
// Ausgabe: 8
// Ausgabe: False
Rangfolge aller Operatoren ( in [ .. ] sind gleichrangig) von links nach rechts absteigend:
[ ( ) [ ] -> :: . ] [ ! ~ ++ -- sizeof new delete typeid (typumformer)]
[ . * -> * ] [ * / % ] [ + - ] [ << >> ] [ < <= > >= ] [ == != ]
[ & ] [ ^ ] [ | ] [ && ] [ || ] [ ?: ] [ = + = - = *= /= %= >>= <<= &= ^= ]
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2.2 Numerische Ausdrücke
Numerische Ausdrücke sind alle C++ Bestandteile, die einen Zahlenwert besitzen. Wichtige Beispiele für numerische
Ausdrücke sind:
(1)
(2)
(3)
(4)
(5)
Logische Werte ( true besitzt den Wert 1, false besitzt den Wert 0 ),
Zahlenwerte ( Konstanten, Zahlenliterale, ganzzahlig: 2, -4, 0xa, 027,... reell: 0., .23, 3e4, -3.2e-3,... ),
C++ Größen (Variablen, Funktionsrufe, ...) mit numerischem Datentyp ( unsigned int, int, float, double, ... )
Werte, die mit Operatoren verknüpft sind und ein numerisches Resultat liefern.
(z.B.: Verknüpfungen 3>7 0, 2!=3 1, 5/3 1, 7&12 4, ~1 -2, 5%3 2, 5e1/5 10.),
Logische Ausdrücke, die mit logischen Operatoren verknüpft sind.
(z.B.: 0 && true  false, (2>3) || (0!=1) true, !(7==3) && 5  true),
Beispiele für numerische Ausdrücke mit numerischem Ergebniswert:
cout << "3 * 2 = "
<< 3*2;
// 6
Beispiel: 22_numau.cpp
cout << "\n3 / 2 = " << 3/2;
// 1
cout << "\n3 / 2. = " << 3/2.;
// 1.5
cout << "\ntrue = "
<< true;
// 1
cout << "\nfalse = " << false;
// 0
cout << "\n0xa = "
<< 0xa;
// 10
cout << "\n0xa = "
<< hex << 0xa; // a
cout << "\n027 = "
<< dec << 027; // 23
cout << "\n027 = "
<< oct << 027; // 27
int i=7&12;
cout << dec << "\n7&12 = " << i;
// 4
(Bit-Operator logisch UND)
cout << "\n5%3 = "
<< 5%3;
// 2
cout << "\n5e1/5 = " << 5e1/5;
// 10
char s='n';
cout << "(s=='j')= " << (s=='j');
// 0
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2.3 Logische Ausdrücke
Logische Ausdrücke sind alle C++ Bestandteile, die einen Wert True oder False besitzen. Wichtige Beispiele für
logische Ausdrücke sind:
(1)
(2)
(3)
(4)
(5)
Logische Werte (Die Konstanten true (1) oder false (0) ),
Zahlenwerte (Ein Wert = 0 gilt per Definition false, alle Werte ungleich 0 sind true),
C++Größen (Variablen, Funktionsrufe, ...) mit Datentyp bool (besitzen einen logischen Wert),
Werte, die mit Operatoren verknüpft sind und ein logisches Resultat liefern
(z.B.: Verknüpfungen 3>7 -> false, 2!=3 ->true, 7==3 ->false, "Hans">="Lutz" -> false),
Logische Ausdrücke, die mit logischen Operatoren verknüpft sind
(z.B.: 0 && true -> false, (2>3) || (0!=1) ->true, !(7==3) && 5 -> true).
Beispiele für logische Ausdrücke mit logischem Ergebniswert:
int i = 2;
bool a = false;
double x = 0.0;
if (a) cout << "a ist true";
else
cout << "a ist false";
if (i)
cout << "i ist true";
else
cout << "i ist false";
if (x) cout << "x ist true";
else
cout << "x ist false";
if (i-2) cout << "i-2 ist true";
else
cout << "i-1ist false";
if (!a) cout << "!a ist true";
else
cout << "!a ist false";
if ((i==2)||(i==3)) cout << "(i==2)||(i==3) ist true";
else cout << "(i==2)||(i==3) ist false"; cout << endl;
cout << endl;
cout << endl;
cout << endl;
cout << endl;
cout << endl;
// true
Beispiel: 23_logau.cpp
// false
// true
// false
// false
// true
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2.4 Spezielle Ausdrücke
Die Ausdrucksbildung für einige besonders interessante C++ Operatoren wird betrachtet:
(1)
Der Fragezeichenoperator <log.Ausdruck> ? <Wert für true> : <Wert für false>
wird für eine Wertbestimmung abhängig vom Wert eines logischen Ausdrucks verwendet.
int y = 11,x = y>10?1:2;
Beispiel: 24_spzau.cpp
cout << "x = " << x;
// Ausgabe: x = 1
(2)
Der Kommaoperator <Anweisung|Ausdruck> , <Anweisung|Ausdruck> [[, <Anweisung|Ausdruck>]...]
wird für zur Bildung einer Anweisungsfolge verwendet. Der Wert des Kommaausdrucks wird durch den Wert des
Ausdrucks nach dem letzten Komma bestimmt. Die Abarbeitung erfolgt von links nach rechts.
y = 15; x = ( y=y-5, 50/y );
cout << "\nx = " << x;
// Ausgabe: x = 5
(3)
Der Cast-Operator
(<Datentyp>) <Ausdruck>
erzwingt die Umwandlung eines Ausdruckswertes in einen Wert des angegebenen Datentyps.
double z; z = (double) 10/3;
cout << "\nz = " << z;
// Ausgabe: z = 3.3333
(4)
Die Bit-Operatoren (and) &, (or) |, (xor) ^, (Komplement) ~
verknüpfen zwei Ausdrücke Bit für Bit nach der gewählten Logik:
x = 15&19; cout << "\nx = " << x;
// Ausgabe: x = 3
x = ~1;
cout << "\nx = " << x;
// Ausgabe: x = -2
(5)
Der Längen-Operator sizeof <C++ Größe>
bestimmt den Speicherbedarf der Größe (z.B. Variable) in Byte und gibt diese ganzzahlig zurück :
cout << "\nLänge int\t: " << sizeof x << " Bytes";
cout << "\nLänge double\t: " << sizeof z << " Bytes";
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3. Kontrollstrukturen
3.1 Sequenzen (Befehlsfolgen)
Sequenzen sind Programmstrukturen, die eine Folge von ausführbaren C++ Anweisungen enthalten.
In C++ werden die Anweisungen grundsätzlich mit einem Semikolon (nicht mit dem Zeilenende!!) abgeschlossen.
Anweisungen werden in den Reihenfolgen "von links nach rechts " und "von oben nach unten" ( ) abgearbeitet.
Sequenzen in der Struktogrammdarstellung
Mit der dargestellten Zeichnung wird bestimmt, dass der Block A
vor dem Block B bearbeitet werden soll.
Ausgabe der Eingabeaufforderung am Bildschirm
Eingabe von Tastatur in der Variablen s speichern
Ausgabe der Eingabeaufforderung am Bildschirm
Eingabe von Tastatur in der Variablen t speichern
Ausgabe des errechneten Ergebnisses am Bildschirm
dito
double s,t;
cout << "Programm zur Geschwindigkeitsberechnung\n";
cout << "\nWeg s [in m] : "; cin >> s;
cout << "Zeit t [in s] : ";
cin >> t;
cout << "\nGeschwindigkeit : " << s/t << " m/s"
<< " oder " << s/t * 3.6 << " km/h";
Beispiel: 31_Seqnz
Mit cout << wird eine für den Bediener sichtbare Programmführung erzeugt. Als Ziel für Eingaben mit Hilfe von
cin >> müssen Variablen vereinbart werden ( im Beispiel: s und t ). Die Variablen müssen mit einem
Typkennzeichner definiert werden ( im Beispiel: double )
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3.2 Selektion (if-else)
Selektionen sind Programmstrukturen, die eine Verzweigung abhängig von logischen Ausdrücken enthalten. Eine
einfache Selektion wird mit if ( log. Ausdruck ) Anweisung ; konstruiert.
Eine Selektion mit else-Zweig wird mit
if ( log. Ausdruck )
Anweisung im True-Fall;
else
Anweisung im False-Fall;
bool a; char s;
cout << "Ist es hell draussen? [j/n] : ";
cin >> s;
if(s=='j') cout << "\nGuten Tag!";
else cout << "\nGute Nacht!";
a=(s=='j');
if(a)
{ cout << "\nDie Antwort war: Ja!";
cout << "\nWas fuer eine Freude!";
}
konstruiert.
Beispiel: 32_ifels.cpp
Nach "if(...) " oder "else" wird immer nur genau eine Anweisung bedingt realisiert (d.h. abhängig von dem logischen
Ausdruck in der Klammer). Mehrere Anweisungen können durch Schaffung von Mehrfachanweisungen mit { ... }
geklammert und damit gemeinsam bedingt ausgeführt werden. Sollen mehrere logische Ausdrücke geprüft werden
dürfen die logischen Verknüpfungsoperatoren && (and), || (or), ! (not) genutzt werden. Vorrangregeln beachten!
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3.3 Mehrfachauswahl (switch)
Eine Mehrfachauswahl ist eine Programmstruktur, die endlich viele Verzweigungen abhängig vom Wert eines
ganzzahligen Ausdrucks enthalten. Sie wird konstruiert mit:
switch ( <ganzzahliger Ausdruck> )
{
case <ganzzahliger Wert>: Anweisung ;[ break ;]
[ [ case <ganzzahliger Wert>: Anweisung ;[ break ;]] ...]
[ default: Anweisung ;]
}
Die Anweisung nach einem case wird ausgeführt, wenn der in switch geklammerte ganzzahlige Ausdruck identisch
mit dem ganzzahligen Wert des case ist. Danach werden alle folgenden Anweisungen bis zu der den switch-Block
abschließenden geschweiften Klammer ausgeführt. Eine eingefügte break-Anweisung beendet diese Ausführung
schon vorher.
char s = 2;
switch(s)
{ case 0:
case 1:
case 'c'-'a':
case 3:
case 4:
case 'a':
default:
}
Beispiel: 33_switc.cpp
cout
cout
cout
cout
cout
cout
cout
cout
<<
<<
<<
<<
<<
<<
<<
<<
"\n0
"\n1
"\n2
"\n3
"\n3
"\n4
"\n5
"\nd
kommt nicht";
kommt nicht";
kommt";
kommt";
kommt";
kommt"; break;
kommt nicht";
kommt nicht";
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3.4 For-Schleifen
Die For-Anweisung konstruiert mit drei Parametern eine kopfgesteuerte Schleife (abweisende Schleife).
for ( Anweisung 1 ; <log. Ausdruck> ; Anweisung 2 ) Anweisung 3 ;
Zaehlschleife mit for
v - Zaehlvariable (ganzzahlig)
a - Anfangswert
e - Endwert
s - Schrittweite
(1) Anweisung 1 wird zu Beginn genau einmal ausgeführt.
(2) wenn der log. Ausdruck zum Schleifendurchlaufbeginn false ist, endet die Bearbeitung der for-Schleife sofort.
(3) wenn der log. Ausdruck zum Schleifendurchlaufbeginn true ist, wird Anweisung 3 ausgeführt.
(4) Nach dem Benden der Anweisung 3 (ohne break) wird Anweisung 2 ausgeführt.
(5) Wenn auch Anweisung 2 kein break enthält beginnt ein neuer Schleifendurchlauf mit (2).
int i, sum=0;
for( i=1 ; i<=100 ; i++) sum += i;
cout << "1+2+...+100 = " << sum;
// Summe aller Zahlen von 1 bis 100
// v=i, a=1, e=100, s=1
// Ergebnisausgabe: 1+2+...+100 = 5050
Beispiel: 34_for__.cpp
Die Anweisung 3 wird in den meisten Fällen als eine in geschweifte Klammern gesetzte Mehrfachanweisung auf gebaut. So besteht der Schleifenkern aus beliebig vielen Anweisungen, die wiederholt ausgeführt werden. Für die
Anweisung 2 kann zum Einbau mehrerer Anweisungen an das Schleifenende auch mit dem Kommaoperator
gearbeitet werden:
for( i=1 ; i<=100 ; i++, k++, m+=2) sum += i;
// Die Variablen k und m zählen mit ( m doppelt!)
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3.5 Kopfgesteuert (while)
Die while-Anweisung konstruiert mit einem Parameter eine kopfgesteuerte Schleife (abweisende Schleife).
while ( <log. Ausdruck> ) Anweisung ;
(1) wenn der log. Ausdruck zum Schleifendurchlaufbeginn false ist, endet die Bearbeitung der Schleife sofort.
(2) wenn der log. Ausdruck zum Schleifendurchlaufbeginn true ist, wird die Anweisung ausgeführt.
(3) Nach dem Beenden der Anweisung (ohne break) beginnt ein neuer Schleifendurchlauf mit (1).
#include <conio.h>
// conio-Header für kbhit-Funktion
int z=0;
// Zählvariable
Beispiel: 35_while.cpp
while( ! kbhit() ) cout << z++ << " "; // Zählen bis Tastendruck, Ausgabe: 1 2 3...
Die Anweisung wird in den meisten Fällen als eine in geschweifte Klammern gesetzte Mehrfachanweisung aufgebaut.
So besteht der Schleifenkern aus beliebig vielen Anweisungen, die wiederholt ausgeführt werden.
Die Schleife kann durch eine in eine Mehrfachanweisung eingefügte break, return n oder exit(n) -Anweisung
abgebrochen werden. Im Normalfall wird diese Anweisung selektiv in einer if-Anweisung aufgerufen.
z=1;
while( z%3 )
{ cout << "Gib eine Zahl ein [0 für Exit] : "; cin >> z;
if( !z ) return 1;
// Ende durch Eingabe von 0
}
if (z) cout << z << " ist durch 3 teilbar!\n";
// reguläres Ende bei z>0 und z%3 == 0
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3.6 Fußgesteuerte(do-while)
Die do-while-Anweisung konstruiert mit einem Parameter eine fußgesteuerte Schleife (nicht abweisende Schleife).
do Anweisung ; while ( <log. Ausdruck> );
(1) Ausführung der Anweisung
(2) Nach dem Beenden der Anweisung (ohne break) wird der Wert des log.Ausdrucks ermittelt
(3) wenn der Wert des log. Ausdruck false ist, endet die Bearbeitung der Schleife sofort.
(4) wenn der Wert des log. Ausdruck true ist, beginnt ein neuer Schleifendurchlauf mit (1).
int x;
do {
cout << "x: "; cin >> x;
} while (x<=0);
do {
if (!(x%2)) cout << x << " ";
} while (--x>0);
// Ausgabe aller geraden Zahlen,
// beginnend mit einer eingege// benen Zahl x (rückwärts bis 1)
Beispiel: 36_dowhi.cpp
Die Anweisung wird in den meisten Fällen als eine in geschweifte Klammern gesetzte Mehrfachanweisung aufgebaut.
So besteht der Schleifenkern aus beliebig vielen Anweisungen, die wiederholt ausgeführt werden.
Die Mehrfachanweisung kann durch eine continue-Anweisung abgebrochen werden. Die Schleife wird danach sofort
mit der Überprüfung des logischen Ausdrucks fortgesetzt und beginnt im true-Fall erneut die Anweisung abzuarbeiten.
Die Anwendung der do-while-Schleife sollte in den Fällen angewendet, wenn der erste Schleifendurchlauf in jedem
Fall durchgeführt werden soll.
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4. Funktionen
4.1 Funktion, Parameter, Prototyp
Die wesentlichsten ausführbaren Programmteile in C++ sind Funktionen, die von anderen (rufenden) Funktionen gestartet
werden. Eine Funktion kann mit Hilfe von Parametern Steuerinformation von der rufenden (übergeordeneten) Funktion übernehmen und mit Hilfe eines Rückgabewertes Resultate an diese Funktion zurückgeben. Allgemein wird eine Funktion wie folgt
definiert:
<Datentyp der Funktion> <Funktionsname> ( [formaler Parameter 1[ ,formaler Parameter2[ ,...] ] ] )
{ <Funktionskörper>
[ return <Funktionswert im Datentyp der Funktion>; ]
// nur wenn der Datentyp der Funktion nicht void ist
}
Die "formalen" Parameter in der Funktionsdefinition werden immer mit einem Datentyp und einem Namen definiert. Der
Funktionskörper enthält die beim Funktionsaufruf auszuführenden Anweisungen, die die Parameter nutzen dürfen.
Ist die Funktion nicht vom Datentyp void (steht für den "leer"), so gibt die Funktion mit der return-Anweisung einen
datentypgerechten Funktionswert an die aufrufende Funktion zurück.
Kennt eine Funktion den Namen einer anderen Funktion, so kann sie diese mit einem Funktionsaufruf starten.
Im Funktionsaufruf werden die formalen Parameter durch aktuelle Parameter ersetzt. Die aktuelle Parameterliste des
Funktionsaufrufs muss in Anzahl und Datentypen vollständig mit der formalen Parameterliste übereinstimmen.
<Funktionsname> ( [aktueller Parameter 1[ ,aktueller Parameter2[ ,...] ] ] );
Eine im Quelltext später definierte Funktion ist in vorherigen Zeilen noch nicht bekannt. Ohne den Definitionsstandort im
Quelltext zu ändern, kann man die Funktion schon mit einer Prototypzeile am Quelltextbeginn bekannt machen. Diese Zeile ist
identisch mit der erste Zeile der Funktionsdefinition, die anstelle des Funktionskörpers nur ein Semikolon enthält.
string Multistring(string s, int r);
void main(void)
{
cout << Multistring("Tick",5);
getchar();
}
string Multistring(string s, int r)
{
while(r--) s+=s;
return s;
}
// Prototypzeile
Beispiel: 41_funkt.cpp
// Funktionsaufruf
// Preisfrage: Wie oft tickt es?
// Funktionsdefinition
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4.2 Die Hauptfunktion
Ein C++ Programm wird mit Hilfe von Funktionen konstruiert, d.h. die wesentlichsten ausführbaren Programmteile
sind Funktionen, die von anderen (aufrufenden) Funktionen gestartet werden. Der Start des gesamten Programmes
wird vom Betriebssystem (z.B. in Windows durch Angabe des Namens der EXE-Datei) realisiert. Im C++ Programm
startet danach zunächst die main-Funktion, die Hauptfunktion des Programmes. Wie jede andere Funktion kann sie
Parameter von der startenden Funktion empfangen und einen Ergebniswert zurückgeben.
Da die main-Funktion vom Betriebssystem gestartet wird, empfängt sie Kommandozeilen-Parameter von der Startzeile
und gibt üblicherweise einen ganzzahligen Ergebniscode an das Betriebssystem zurück (z.B. 0 für erfolgreiche und 1
für erfolglose Abarbeitung).
int main( int argc, char* argv[] )
// Argumentanzahl/ Argumente
{
// Programmzeilen
getchar();
// Warten auf Tasteneingabe vor Programmende
return 0;
// Rückgabe des Erfolgscodes 0 und Funktion beenden
}
Angenommen, das gezeigte Programm heißt main1.exe und wird mit der Kommandozeile
"main1.exe Hans Lisa"
gestartet.
Dann gilt argc=3 (3 Parameter) und
argv[0]="C:\TEMP\CPPTRAIN\MAIN1.EXE",
argv[1]="Hans", argv[2]="Lisa".
In einer BAT-Kommandodatei kann der Rückkehrcode 0 (return 0;) z.B. in der Zeile "if errorlevel 1 goto error"
ausgewertet werden.
Sollten weder Rückkehrcodes noch Argumente beim Programmstart verwendet, so könnte die "return 0"-Zeile
weggelassen werden und die erste Zeile der main-Funktion wie folgt aussehen:
void main(void)
Beispiel: 42_main_1
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4.3 Rekursionen
Kennt eine Funktion den Namen einer anderen Funktion, so kann sie diese mit einem Funktionsaufruf starten. Jede
Funktion in C++ kennt sich selbst und kann sich deshalb auch selbst rufen. Gemeint ist, daß die Funktionsdefinition
ihren eigenen Funktionsnamen für einen Funktionsaufruf in einer eigenen Definitionszeile enthält. z.B.:
string Multistring(string s, int r)
{ return r?Multistring(s+s,r-1):s;
}
void main(void)
{ cout << Multistring("Tick",5);
getchar();
}
// Funktionsdefinition
Beispiel: 43_rekur_1.cpp
// Funktionsaufruf
// Preisfrage: Wie oft tickt es?
Die Funktion Multistring() sieht hier anders aus, als die rekursionsfreie Funktion im Kapitel 4.1. Die Rekursion
arbeitet bei näherem Betrachten wie eine Schleife, deren Abbuch durch einen logischen Ausdruck in der
Funktionsdefinition erklärt wird. Im obigen Beispiel führt r==false zur Rückgabe des Strings s, was die Rekursion
beendet.
int fak(int x)
// Funktionsdefinition
{ return x?fak(x-1)*x:1;
}
Beispiel: 43_rekur_2.cpp
void main(void)
{ cout << fak(5);
// Funktionsaufruf
getchar();
}
Die Funktion fak() errechnet eine bekannte mathematische Funktion in nicht zu überbietenden Einfachheit. Es gibt
insbesondere bei den sogenannten "divide and conqeur"-Verfahren Sortier-, Such- und Ordnungsalgorithmen, die
äußerst effektiv (gemeint ist die Schnelligkeit) gerade wegen der rekursiven Lösung sind.
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4.4 Funktionsüberladung
Wichtige äußere Eigenschaften einer Funktion sind die Anzahl, Reihenfolge und die einzelnen Datentypen der
Parameter. Aus praktischen Gründen stellt man sich die Frage, ob es nicht vernünftig ist, unterschiedliche
Parameterlisten für den gleichen Funktionsnamen zuzulassen. In C++ ist dies mit Hilfe des Overloading möglich.
Der Begriff Overloading bezeichnet die Fähigkeit von C++, anhand der Parameterliste einen von mehreren
existierenden Funktionsdefinitionen auszuwählen.
double kreis(double radius)
{
return M_PI*radius*radius;
}
// Funktionsdefinition 1
double kreis(char* radius)
{
double rad=atof(radius);
return M_PI*rad*rad;
}
// Funktionsdefinition 2
Beispiel 1: 44_uelad_1.cpp
void main(void)
{
double r=3.1; char* rc="3.1";
cout << kreis(r) << endl;
// Funktionsaufruf
cout << kreis(rc);
getchar();
}
Die Funktion kreis() ist im Beispiel zweimal definiert. Die erste Definition benutzt einen double-Parameter und die
zweite Definition eine char*-Parameter. Im den nachfolgenden Aufrufen erkennt C++ automatisch, welche der beiden
Definitionen zur Anwendung kommt.
Im zweiten Beispielprogramm wird die Umwandlung von Groß- in Kleinbuchstaben mit drei unterschiedlichen
Funktionsüberladungen organisiert.
Beispiel 2: 44_uelad_2.cpp
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5. Arrays, Zeiger und Strings
5.1 Arrays
Arrays erlauben es, große Datenmengen gleichen Datentyps zu definieren und zu verwalten. Ein Array a[n] besteht
aus den n Arrayelementen gleichen Datentyps: a[0], a[1], ..., a[n-1]. Statischer Speicherplatz wird durch die Definition:
<Datentyp> <Arrayname> [ <Elementanzahl> ] [ = {<wert_el_0>,<wert_el_1>,...,<wert_el_n-1>} ] ;
Die Arraydefinitionen
int a[5]={2,1,5,3,4};
führen zu folgendem Speicheraufbau:
Das Array a[2][3] wird zweidimensional
genannt.
a[2][3]={{1,5,10},{4,2,3}}
a[2]=5
a[1][2]=3
Die einzelnen Arrayelemente sind im Speicher auch
beimehrdimensionalen Arrays in einer Reihe gespeichert.
Die Vorstellung als Tabelle oder Matrix ist aber zur
theoretischen Vorstellung der Werte recht praktikabel.
Summation der Elemente einer 3,4 Matrix:
int i,k; double m[3][4],s=0;
for(i=0 ; i<3 ; i++)
for(k=0 ; k<4 ; k++)
s += m[i][k];
cout << "Summe: " << s;
Füllung eines LottoTipp-Arrays mit Zufallswerten
int i,k,a[10][6];
randomize();
Beispiel:
for(i=0 ; i<10 ; i++)
51_array.cpp
for(k=0 ; k<6 ; k++)
a[i][k]=random(49)+1;
Zufallswerte lassen sich mit den Funktionen randomize(), random() und rand() automatisch entwickeln.
randomize()
Stellt einen zufälligen Start zum Finden der Werte ein.
random(n)
Liefert einen ganzzahligen Zufallswert x mit 0 <= x < n, d.h. random(2) liefert nur 0 oder 1.
rand()
Liefert einen ganzzahligen Zufallswert x mit 0 <= x < 65536.
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5.2 Zeiger (Pointer)
Zeiger(Pointer) sind C++Größen, die Adressen von Variablen, Arrays,... unter einem eigenen Namen speichern.
Der Adressoperator * kennzeichnet eine zu definierende Größe als Zeiger. Der Operator & ruft die Adresse einer
C++ Größe auf. Adressen werden bei Ausgaben standardmäßig hexadezimal angezeigt.
Beispiel: 52_point_0
int *z_zahl, zahl, *z_a, a[4]={1,2,3,4};
z_zahl = &zahl;
// Lies: z_zahl gleich Adresse von Zahl
*z_zahl = 4;
// Lies: Inhalt von z_zahl gleich 4
cout << z_zahl;
// Ausgabe der Adresse von Zahl
cout << &zahl;
// dito
cout << *z_zahl;
// Ausgabe der Zahl (Inhalt der Adresse)
z_a = &a[0];
// Adresse des 1. Arrayelements
z_a = a;
// dito
cout << z_a[2];
// Ausgabe des 3.Datenelementes von a
cout << *z_a++; cout << ++*z_a;
// Zeigerarithmetik
z_a = a;
cout << z_a++; cout << ++z_a;
Wird ein Pointer auf das Startelement eines Arrays gleichen Typs gesetzt, so kann mit diesem Pointer in der Syntax
von Arrays genutzt werden (z.B. z_a[2] ).
Die Addition oder Subtraktion von Zeigern mit ganzzahligen Größen wird Zeigerarithmetik genannt. Die gespeicherte
Zeigeradresse wird dabei um des n-fache der Länge des Datentyps des Zeigers verändert.
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5.3 Zeichenketten (Strings)
Strings sind Ketten von Zeichen, die gemeinsam verwaltbar sind. Für einzelne Zeichen kommt der Datentyp char zur
Anwendung. (z.B. char z='A';) Die Idee der älteren Sprache C bestand darin, Strings in Arrays vom Typ char zu
speichern. Um die Länge des Strings flexibel zu gestalten, wurde das Byte(0000 0000) als Null-Byte
(Terminatorzeichen) benannt, das im Arrayelement nach dem letzten gültigen Zeichen des Strings gespeichert wird.
Nullterminierter String
Beispiel: 53_strng_1.cpp
char s[7]; strcpy(s,"Turm"); cout<<"Text:"<<s;
Die Definition char s[ ] ="Turm"; vereinbart einen String der Länge 4 inklusive Null-Byte in vereinfachter Form. Für die
Einhaltung der Terminierung sind die strxxx-Funktionen zu nutzen. z.B. strcpy(x,"Otto"); anstelle von x="Otto";
Eine modernere Stringnutzung gestattet der Datentyp string. Eine String-Größe kann im Borland C++ Compiler 5.5 bis
zu 4.294.967.281 Zeichen speichern. (Beispiel: 53_strng_3.cpp). Der Speicherplatzbedarf wird dynamisch
angepaßt, d.h. die größte bisherige Verwendung bleibt als Speicherkapazität erhalten.
string s;
s = "Fenster";
s+="kreuz";
cout << s << " " << s.length();
// Ausgabe: Fensterkreuz 12
Es gibt ein große Zahl von interessanten String-Funktionen und -Operatoren. So können die bekannten Operatoren
wie "=" und "+=" zur Zuweisung und "+" zur Verkettung zweier Zeichenketten verwendet werden.
string <stri_a>.substr(s, p)
int
<stri_a>.compare(s2)
string <stri_a>.append(s2)
char* <stri_a>.c_str( )
string <stri_a>.insert( i, s2)
int
<stri_a>.max_size( )
int
<stri_a>.capacity( )
int
<stri_a>.length( )
int
<stri_a>.resize( n [,c] )
int
<stri_a>.reserve(n)
liefert einen Teilstring von stri_a, der in der Länge s ab Position p beginnt.
vergleicht stri_a mit s2, für stri_a<s2 : <0, stri_a==s2 : =0, stri_a>s2 : >0
hängt String s2 an stri_a an
gibt stri_a nullterminiert zurück
fügt ab i-Position s2 in stri_a ein.
Beispiel: 53_strng_2.cpp
liefert die Maximalkapazität
liefert die Längenkapazität
liefert die akt. Länge von stri_a
setzt die Länge des Strings auf n, füllt bei Verlängerung mit dem Zeichen c auf.
setzt die Kapazität des Strings auf n
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5.4 dynamische Arrays
Statische Arrays, deren Größe schon zur Programmentwicklungszeit bestimmt werden muß, erlauben es, große
Datenmengen zu definieren und zu verwalten. Es besteht der Wunsch, die Größe des vereinbarten Speicherplatzes
erst während der Laufzeit zu verändern. Dazu ist es erforderlich, Speicherplatz direkt vom Betriebssystem
abzufordern. Das Betriebssystem gibt die Startadresse des zugeordneten Speicherplatzes im Erfolgsfall zurück. Ein
solcher Bereich wird Heap oder dynamisches Array genannt.
In C++ leistet der Operator new die Auslösung einer Speicherplatzanforderung. Falls die angeforderte Speicherplatzmenge nicht mehr verfügbar ist, wird der Wert 0 zurückgegeben. Der Aufruf benötigt zur Wertrückgabe einen
typgerechten Pointer:
<Pointer im Datentyp> = new <Datentyp> [ n ] ;
Es wird Speicherplatz für n Arrayelemente im angegebenen Datentyp vom Betriebssystem angefordert. Der Pointer
enthält 0 (bei Nichterfolg) oder die Adresse des bereitgestellten Speicherbereichs.
int *ip,i;
// Pointervereinbarung
randomize();
ip = new int[10];
// Speicheranforderung für den Heap
if(!ip)
// Erfolgreich?
{
cout << "\nSpeicherfehler!";
return 1;
}
Beispiel: 54_dynam.cpp
for(i=0 ; i<10 ; i++)
{
ip[i] = random(10) + 1;
cout << "\nElement " << i
<< " = " << ip[i];
}
delete ip;
// Freigabe des Heaps
Der angeforderte Speicherplatz kann mit delete <pointer>; wieder freigegeben werden. Dadurch wird erreicht, daß
der zuvor angeforderte Speicherbereich wieder für andere Zwecke zur Verfügung steht.
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5.5 Sortierung
Eines der Grundprobleme der Algorithmierung ist das der Sortierung von Arrays. Voraussetzung für eine Sortierung ist
das Vorhandensein einer Norm für die Größeneinordnung der Elemente des Arrays. Somit muß die Frage, ob gilt:
Norm(Element_1) > Norm(Element_2) eindeutig entscheidbar sein.
Es gibt viele verschiedene Sortierverfahren, die hinsichtlich ihrer Komplexität unterschiedlich zu bewerten sind. Hier
werden zwei Arten mit sehr verschiedener Qualität dargestellt:
1. Quicksort (divide and conquer)
#define gr 20
unsigned int gr, T[gr];
void main(void)
{ quicksort(0,gr-1);
}
void quicksort(int l,int r)
{ int wert,t,i=l,j=r;
wert=T[(l+r)/2];
do
{ while(T[i]<wert) i++;
while(wert<T[j]) j--;
if(i<=j)
{ t=T[i]; T[i++]=T[j]; T[j--]=t;
}
} while(i<=j);
if(l<j) quicksort(l,j);
if(i<r) quicksort(i,r);
}
2. Insertion Sort
#define gr 20
unsigned int mi,i,j,gr,T[gr];
void main(void)
{ for( i=0;i<=gr;i++);
mi=T[i];
j=i;
while((T[j-1]>mi) && (j>1))
{ T[j]=T[j-1];
j=j-1;
}
T[j]=mi;
}
Beispiel (enthält weitere Verfahren): 55_sorti.cpp
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6. Referenzen, Strukturen und Unions
6.1 Referenzen
An untergeordnete Funktionen können zwei unterschiedliche Parameterübergabetypen übergeben werden:
1. call by value
Der Parameter wird als Wert übergeben. Die Veränderung des Wertes kann vom
rufenden Programm nicht ausgewertet werden. Ergebnisse können nur als
Rückgabewert übergeben werden.
2. call by reference Der Parameter wird als Pointer oder als Referenz übergeben. Die Veränderung des
Parameters ist vom rufenden Programm erkennbar. Ein Rückgabewert braucht nicht
zwingend übergeben werden, wenn der Referenzparameter zur Ergebnisübergabe
genutzt wird.
Referenzen verweisen wie Zeiger(Pointer) auf Objekte, können jedoch nur einmal mit einem Objekt initialisiert
werden und danach nicht mehr auf andere Objekte umgelenkt werden. Weiter entfällt für Referenzen die
Nutzung der typischen Zeigersyntax, sie werden wie die Variable selbst behandelt, die sie referenzieren.
Wegen dieser einfachen Arbeitsweise werden Referenzen auch als Aliase("Spitznamen") genannt.
#include <iostream.h>
double quad_v(double w){return w*w;}
void quad(double& w){w*=w;}
void quad(double* w){*w*=*w;}
void main(void)
{ double x=12, *xp;
x=12; quad(x);
cout << "\n(1) 12*12= " << x;
x=12; xp=&x; quad(xp);
cout << "\n(2) 12*12= " << x;
x=12; x=quad_v(x);
cout << "\n(3) 12*12= " << x;
getchar();
}
// Wert als Parameter
// Referenz als Parameter
// Pointer als Parameter
// call by value
// call by reference
// call by reference
Beispiel: 61_refer.cpp
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6.2 Strukturen
Strukturen fassen C++Speichergrößen, wie Variablen, Arrays,... zu einem unter einem eigenen Namen verwaltbaren
"Datentyp" zusammen. Die mit dem Schlüsselwort struct zusammengefassten Speichergrößen werden Attribute der
Struktur genannt. Beispiel 62_struc_1:
struct Brotsorte
{ string Bez;
double Preis;
//
unsigned int stk;
//
} a[100];
//
Brotsorte b[20];
//
Brotsorte *p;
b[0].Bez = "Roggenbrot";
p = new Brotsorte;
//
p->Bez = "Weizenbrot";//
cout << b[0].Bez << endl
// Attribut Bezeichnung
Attribut Preis
Attribut Stückzahl
100 Instanzen
20 weitere Instanzen
// Zeiger auf die Struktur
dynamische Strukturinstanz
Attributzugriff mit Zeiger
<< p->Bez;
Die Verwendung des Strukturnamens bei Speicherdeklarationen organisiert Speicherplatz, der alle Strukturattribute
aufnehmen kann. Strukturen können auch für dynamischen Speicher instanziiert werden. Dazu werden Zeigern des
Strukturtyps Speicheradressen mit der new-Anweisung zugewiesen.
Der Zugriff auf die Attribute statisch gebildeter Strukturinstanzen erfolgt mit dem "Punktoperator ." z.B.: b[0].Bez Im
Beispiel wird auf das Attribut "Bez" des ersten Elementes des Instanzarrays "b" zugegriffen. Mit einem Zeiger, der die
Adresse einer Strukturinstanz enthält, kann mit dem "Pfeiloperator ->" auf ein Attribut zugegriffen werden.
z.B.: p->Bez greift auf das Attribut Bez der Instanz, auf deren Adresse der Zeiger p zeigt.
Beispiel für Substrukturen: 62_struc_2
Beispiel für Teststruktur: 62_struc_3
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6.3 Unions
Unions fassen C++Speichergrößen, wie Variablen, Arrays,... zu einem unter einem eigenen Namen verwaltbaren
"Datentyp" zusammen. Das Besondere ist, dass alle Größen an der gleichen Speicheradresse beginnen.
struct WORDREGS {unsigned short ax;};
struct BYTEREGS {unsigned char al,ah;};
union REGS
{ struct WORDREGS x;
// Wortregister (16 Bit)
struct BYTEREGS h;
// Byteregister ( 8 Bit)
} r;
// Union-Instanz r
r.x.ax = 0x0101;
// Zuweisung zum Register ax
cout << &r.x << " " << &r.h << endl;
cout << (int)r.x.ax << endl;
cout << (int)r.h.ah << " " << (int)r.h.al;
Beispiel: 63_Union_1
Der Vorteil der Nutzung von Unions ist neben möglicher speicherplatzsparender Arbeitsweise der Zugriff auf einen
Speicherplatz mit verschiedenen Größen.
Im Beispiel Union_1.cpp wird eine Union für Prozessorregister beispielhaft am Wort-Register ax und den ByteRegistern al und ah dargestellt. Tatsächlich sind das al- und ah-Register jeweils Teile des ax-Registers eines IntelProzessors. Die Union liefert ein praktikables Hilfsmittel für die Zugriffe auf diese Register.
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7. OOP, Klassen
Klassen fassen C++ Speichergrößen (Attribute), wie Variablen, Arrays, Strukturen,... und C++Funktionen
(Methoden) zu einem unter einem eigenen Namen verwaltbaren "Datentyp" zusammen. Es werden geschützte
(private oder protected) und öffentliche (public) Attribute und Methoden unterschieden.
class bruch
{ public: bruch(long z, long n = 1L);
bruch Mul(bruch x);
void Zeige(void);
private: long zaehl,nenn;
} a(3,4);
int main()
{ bruch *p;
p = new bruch(2,3);
a.Zeige();cout<<" * ";p->Zeige();
cout<<" = "; a.Mul(*p).Zeige();
getchar(); return 0;
}
Beispiel: 71_Class_1
// Konstruktor
// externen Methoden
// private Attribute
// Globalobjekt
//
//
//
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Klassenzeiger
dynamisches Objekt
Ausgabezeile:
3/4 * 2/3 = 6/12
Der Konstruktor ist die Methode, die wie die Klasse selbst benannt ist und zum Zeitpunkt der Objektbildung
automatisch gestartet wird. Der Destruktor ist wie die Klasse selbst mit ~ benannt wird bei der Objektfreigabe
gestartet. Klassen können auch für die Bildung dynamischer Objekte genutzt werden. Dazu werden Zeigern des
Klassentyps Speicheradressen mit der new-Anweisung zugewiesen.
Der Zugriff auf die Attribute oder Methoden statisch gebildeter Objekte (Klasseninstanzen) erfolgt mit dem
"Punktoperator ." z.B.: a.Mul(*p); Im Beispiel wird auf die Methode "Mul()" des Objektes "a" zugegriffen und als
aktueller Parameter das dynamische Objekt *p genutzt. Mit einem Zeiger, der die Adresse eines Objektes enthält,
kann mit dem "Pfeiloperator ->" auf Klassenattribute oder .methoden zugegriffen werden. z.B.: p->Zeige( ) greift auf
die Methode Zeige( ) des Objektes, auf deren Adresse der Zeiger p zeigt.
Konstruktor-Beispiel: 71_Class_2
Assistenten für Automatisierungs- und Computertechnik
IT-Werkstatt
Stand 02.03.12
C++ Programmierung Grundlagen
Seite 31-31
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Lehrseiten zur Programmierung in C++
8. Arbeit mit Dateien
8.1 Textdateien, Filestreams
Textdateien enthalten Folgen von ASCII-Zeichen. Besondere Zeichen sind in diesem Zusammenhang die Zeichen
0x0A (LF) und 0x0D (CR), die einen Zeilenumbruch bewirken. Unter C++ läßt sich die Arbeit mit Textdateien einfach
mit Streams ("Strömen") realisieren.
#include <fstream.h>
// zusätzlicher Header
Beispiel: 81_Datei_0
int main()
{
ofstream OU; char z;
// ofstream für Ausgabeströme
OU.open("\\temp\\cpptrain\\MeinText.txt");
// Öffnen
if(!OU.is_open()){cerr<<"Fehler!";getchar();return 1;}
cout << "Gib Zeichen ein: ";
do
// Eingabeschleife bis *
{ z=getchar();
// Zeichen von Tastatur
if (z!='*') OU.put(z);
// Ausgabe in Datei
} while (z!='*');
OU << "\n<EOF>";
// Textausgabe in Datei
OU.close();
// Schliessen der Datei
return 0;
}
Zunächst muss ein Stream für Ein-(ifstream) oder Ausgabe(ofstream) definiert werden. Im Beispiel wird ein
Ausgabestream OU vereinbart. Mit OU.open(char* File) wird dieser Stream eröffnet. Wenn die open-Methode eine 0
zurückgibt, war der Vorgang erfolgreich, ansonsten ist ein Fehler aufgetreten. Nach dem Öffnen können Zeichen
entweder mit der put-Methode oder mit den Bitstreamoperator << in passende Grössen ausgegeben werden. Mit der
get-Methode oder mit den Bitstreamoperator >> kann aus einem geöffneten ifstream eingegeben eingegeben
werden. Zum Abschluss müssen geöffnete Dateien wieder geschlossen werden: OU.close();
Beispiel: 81_Datei_1 (Dateikopie)
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