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Jupiter im Teleskop
Schon in einem kleinen Fernrohr zeigt sich die auffällig gestreifte Atmosphäre des Gasriesen.
Schon früh nach Erfindung des Fernrohrs hatten die Astronomen erkannt, dass man bei Jupiter
nicht auf eine feste Oberfläche blickt, sondern auf bunte Wolken, die sich ständig verändern. Das
Wettergeschehen von Jupiter ist sehr dynamisch, aber die Gliederung in helle Zonen und dunkle
Bänder parallel zum Äquator ändert sich auch über lange Zeiträume hinweg nur wenig. Ein
besonderes Merkmal ist der Große Rote Fleck, ein gigantischer Wirbelsturm in der
Südhemisphäre, der seit rund 300 Jahren bekannt ist. Er erreicht etwa die doppelte Breite der
Erde.
© STERNE UND WELTRAUM (AUSSCHNITT)
Zonen und Bänder in der Jupiteratmosphäre | Die dauerhaften Strukturen in der Atmosphäre des
Jupiter werden nach internationalem Brauch mit Kürzeln bezeichnet, die sich aus dem
Englischen entlehnen (links sind die helleren Zonen, rechts die dunkleren Bänder angegeben).
NPR: Nordpolarregion, N3TZ: Nord-Nord-Nord Temperierte Zone, NNTZ: Nord-Nord
Temperierte Zone, NTZ: Nördliche Temperierte Zone, NTrZ: Nördliche Tropische Zone, EZ:
Äquatorialzone. N3TB: Nord-Nord-Nord Temperiertes Band, NNTB: Nord-Nord Temperiertes
Band, NTB: Nördliches Temperiertes Band, NEB: Nördliches Äquatorialband, EB:
Äquatorialband. Die Bezeichnungen für die Südhalbkugel sind entsprechend. Zum
Größenvergleich ist die Erde im gleichen Maßstab eingezeichnet.
© NASA (AUSSCHNITT)
Jupiter: größter Planet des Sonnensystems
© STERNE UND WELTRAUM (AUSSCHNITT)
Steckbrief Jupiter
Der hellste Wandelstern
Jupiter ist eines der auffälligsten Gestirne am Himmel und lässt sich an seinem hellen, leicht
gelblichen Glanz erkennen. Nach der nur am Morgen- oder Abendhimmel sichtbaren Venus ist
er der hellste unter den Wandelsternen und erhielt wegen seiner ruhigen stetigen Bewegung über
den Himmel seinen Namen nach dem Göttervater der griechisch-römischen Mythologie. Seine
Ehrenbezeichnung König des Sonnensystems trägt Jupiter zu Recht, denn er ist der bei weitem
größte und massereichste Planet im Gefolge der Sonne. Im mächtigen Leib des Riesen mit einem
Durchmesser von 143 000 Kilometern am Äquator und 134 000 Kilometern über die Pole ließe
sich das Volumen der Erdkugel mehr als 1000-mal unterbringen und mit 318 Erdmassen vereint
er fast zwei Drittel der Masse aller Planeten des Sonnensystems auf sich. Trotz seiner Größe und
Masse rotiert Jupiter rasend schnell und benötigt nur 9 Stunden und 55 Minuten für eine
Umdrehung, die kürzeste Tagesdauer im Sonnensystem.
Hinweis: Ein Porträt des Riesenplaneten Jupiter im Video finden Sie durch Anklicken des rot
markierten Textes
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Der Aufbau des Jupiter
Fast der gesamte Planet besteht aus Gasen. Rund 75 Prozent der Masse Jupiters entfallen dabei
auf Wasserstoff, 24 Prozent auf das Edelgas Helium. Der kleine Rest entfällt auf schwerere
Elemente oder Verbindungen wie Methan und Ammoniak. Infolge des hohen Drucks geht der
Wasserstoff mit zunehmender Tiefe in einen flüssigen Zustand über. Im Kernbereich ist der
Druck mit mehr als 300 Millionen Erdatmosphären so hoch, dass der Wasserstoff elektrisch
leitfähig wird, er also metallischen Charakter bekommt. Die Temperatur des Kerns könnte
rund 20 000 Kelvin betragen. Die Temperatur der oberen Atmosphäre beträgt hingegen nur
165 Kelvin (–108 Grad Celsius).
© NASA (AUSSCHNITT)
Der innere Aufbau der Riesenplaneten | Die vier Riesenplaneten des Sonnensystems, Jupiter,
Saturn, Uranus und Neptun unterteilen sich nach ihrem inneren Aufbau in zwei Gruppen:
Gasriesen und Eisriesen. Die Gasriesen Jupiter und Saturn bestehen überwiegend aus
Wasserstoff, der sowohl in flüssiger als auch metallischer Form vorliegt. Dagegen befinden sich
im Inneren der Eisriesen Uranus und Neptun Hochdruckvarianten von Eis, die auch bei sehr
hohen Temperaturen fest sind und nicht verdampfen. Der Kern aller Riesenplaneten sollte aus
einer Mischung aus Silikatmineralen und metallischem Eisen bestehen.
Die Monde des Jupiter – fast schon Planeten
Ebenfalls im kleinen Fernrohr oder gar in einem Feldstecher zeigen sich die vier großen
Trabanten des Jupiter, nach ihrem Entdecker, dem italienischen Astronomen Galileo Galilei,
Galileische Monde genannt. Er erspähte sie bereits 1610 in einem nach heutigen Vorstellungen
winzigen und unscharfen Fernrohr. Sie wurden nach den Liebschaften des Göttervaters benannt
und heißen von innen nach außen Io, Europa, Ganymed und Kallisto. Drei von ihnen sind größer
als der Erdmond, nur Europa ist etwas kleiner. Alle vier Trabanten weisen sehr unterschiedliche
Oberflächen auf und ähneln einander nicht. Die vier Galileischen Monde sind nur die
prominentesten Begleiter des Riesenplaneten, denn wie es sich für einen König geziemt, verfügt
er über ein stattliches Gefolge von 65 weiteren, aber vergleichsweise winzigen Monden. Die vier
Galileischen Monde würden, umkreisten sie die Sonne auf eigenen Bahnen, wohl als Planeten
gezählt werden.
Io – der brodelnde Vulkanmond
Io, der innerste große Mond, ist der geologisch aktivste Himmelskörper im Sonnensystem. Auf
seiner Oberfläche sind mehr als 100 Vulkane aktiv, die heiße Lava und Schwefeldioxid fördern.
Sie verändern die Oberfläche von Io so rasch, dass sich keine Einschlagkrater finden.
Verantwortlich für die heftige Aktivität sind Gezeitenefffekte mit den Nachbarmonden Europa
und Ganymed.
Leben auf Europa?
Verglichen mit Io wirkt Europa äußerst ruhig. Dieser Mond ist von einer strahlend hellen Kruste
aus Wassereis überzogen, darunter könnte sich nach Ansicht vieler Planetenforscher nach
einigen Kilometern Eis ein Ozean aus flüssigem Wasser befinden. Er könnte möglicherweise
Bedingungen für Leben bieten, so dass Europa ganz oben auf der Forschungsliste der
Astrobiologen steht.
Ganymed – Der größte Mond des Sonnensystems
Ganymed ist sowohl der größte Mond des Jupiter als auch des Sonnensystems. Mit einem
Durchmesser von 5270 Kilometern ist er deutlich größer als der Planet Merkur und nicht viel
kleiner als Mars. Seine Oberfläche besteht ebenfalls aus Eis und weist Regionen mit sehr
unterschiedlicher Zerkraterung auf. Die dunklen Regionen sind von zahlreichen Einschlagkratern
zernarbt, während hellere Gebiete nur wenige Einschlagkrater aufweisen. Als einziger
Planetenmond weist Ganymed ein eigenes Dipolmagnetfeld auf.
Kallisto – Zeuge der Urzeit
Kallisto bildet den Abschluss der Galileischen Monde und ist mit 4800 Kilometer Durchmesser
nur wenig kleiner als Merkur. Ihre dunkle, aus Eis bestehende Oberfläche ist von Tausenden von
Einschlagskratern übersät und offenbar sehr alt. Vermutlich stammt sie aus der Frühzeit des
Sonnensystems vor rund vier Milliarden Jahren. Manche Planetenforscher bezeichnen Kallisto
auch als "gefrorenes Fossil".
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Weitere Steckbriefe:
Merkur
Venus
Erde
Mars
Saturn
Uranus
Neptun
© SUW-GRAFIK / AXEL M. QUETZ; PLANETEN: NASA (AUSSCHNITT)
Die Planeten im Größenvergleich
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