{0>Guidelines for Using Profiles to Design LCPP Courses

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Leitfaden zum Einsatz von Profilen bei der Planung von LCPP-Kursen (Kurse für
fachsprachliche Sprach- und Kommunikationsfertigkeiten)
Juni 2007
Cor Koster, Marjatta Huhta
1. Einführung
Bei „CEF Professional“ handelt es sich um ein Leonardo-Projekt zu fachsprachlichen
Sprach- und Kommunikationsfertigkeiten. Das Projekt basiert auf vorangegangenen
Studien, in denen der gemeinsame europäische Referenzrahmen für Sprachen (GeR/CEF)
der Vermittlung von fachsprachlichen Sprach- und Kommunikationsfertigkeiten (LCPP)
dient. LCPP bezieht sich hier auf die Sprach- und Kommunikationskompetenzen, die ein
Berufstätiger benötigt, um sich am Arbeitsplatz in einer Zweitsprache (L2) fachlich
angemessen auszudrücken. Diese Kompetenzen beinhalten ein Verständnis des
beruflichen Umfelds sowie das Wissen über die Kommunikationspraktiken der
Diskursgemeinschaft.
Die Verwendung des gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen
(GeR/CEF) diente bis vor kurzem hauptsächlich der Messung und Evaluierung von
Teilfertigkeiten einer Lerners in einer Fremdsprache. Diese Entwicklung trug zu
gegenseitiger Transparenz der Fertigkeitsstufen in den EU-Mitgliedsstaaten bei. Es gab
darüber hinaus einen Nebeneffekt, dass sich die Evaluierung überwiegend an kognitive
Beschreibungen der Skalen orientierte und, zweitens, Kommunikationsfaktoren jenseits
sog. „Kann“ –Beschreibungen geringere Beachtung fanden. Auch ein eher philosophisch
und pädagogisch orientierter Ansatz hinsichtlich einer Begründung, was gute Sprach- und
Kommunikationsfertigkeiten an einem Arbeitsplatz als fachlicher und sozialer Institution
sind, fand geringere Beachtung. Darum gibt es einen guten Grund für die Frage: Was sind
die Inhalte für einen guten, arbeitsplatzgerechten fachsprachlichen Sprach- und
Kommunikationsunterricht?
Ein Arbeitsplatz repräsentiert einen beruflichen Bereich, der „alle Aktivitäten und
Beziehungen einer Person in der Ausübung seines oder ihres Berufs einbezieht“
(CEF/GeR, S. 15). Fachsprachliche Kommunikation findet an Arbeitsplätzen statt, die als
soziale Institutionen, zusammengehalten durch kommunikative Praktiken, verstanden
werden können. Dort werden verschiedene Ressourcen erzeugt und reguliert, Probleme
gelöst und fachliche Expertise geschaffen. (Sarangi und Robert 1999:1). Soziale
Institutionen sind Teile eines Bereichs (Domäne), wie etwa Gesundheitsfürsorge oder
Industrieorganisationen. Diese Faktoren – Lebensbereich (Domäne), Institution und Ort –
setzen einen kontextuellen Rahmen für Kommunikation, wie er in den „CEF
Professional“ –Profilen ausgeführt wird.
Das “CEF Professional” –Projekt zielt auf die Erarbeitung einer Anzahl von
berufsspezifischen Sprachfertigkeitsprofilen, die auf Untersuchungen am Arbeitsplatz im
LCPP-Bereich, auch bekannt als Bedarfsanalysen, beruhen und zwei Hauptziele
verfolgen:
1


Profile ermöglichen Lehrern, die mit einem Bereich oder Berufsfeld nicht
vertraut sind, ein besseres Verständnis über die fachliche Arbeit in einer
spezifischen beruflichen Umgebung zu erhalten;
Profile bieten eine handfeste Grundlage für die Kursplanung.1 Dieser Leitfaden
bietet Vorschläge zum Einsatz der Profile in der Kursplanung.
Die Profile wurden hauptsächlich auf der Grundlage von detaillierten Interviews mit
Fachleuten aus dem entsprechenden Berufsumfeld entwickelt, die berufsspezifische
Informationen und Details im Hinblick auf ihre charakteristischen Erfahrungen mit einer
Fremdsprache bereitstellten, wie etwa den Ort, an dem eine bestimmte Handlung
stattfindet (Kundenbüro, Besprechungsraum, Messe, Restaurant etc.), im Hinblick auf die
beteiligten Personen, Gemeinschaften, Unternehmen oder Institutionen (von direkten
Kollegen bis zu Vertretern von Regulierungsbehörden), die Kommunikationssituationen
(z. B. face-to-face, per E-Mail, als Gastgeber, als Hotline-Mitarbeiter etc.) und
schließlich mit Blick auf die gebrauchten Textsorten (einfache Anfragen,
Produktpräsentationen, Einstellungsinterviews u. a.). Darüber hinaus wurden die
häufigsten Situationen beschrieben, in denen die Fremdsprache benutzt wird, wie auch
deren kommunikativ anspruchsvollsten Situationen herausgearbeitet. Um das
Wesentliche einer Bestandsaufnahme aufzuzeigen, werden Schnappschüsse eines
„typischen Arbeitstages“ eines Vertreters jeder Disziplin oder typische
Handlungsbeispiele von Fachleuten vorgestellt.
2. Organisatorische Prinzipien
Vor einer Kursplanung sind die Lernziele auf der Grundlage der erstellten Profile
festzusetzen. Dabei sind die zur Verfügung stehende Zeit, das Ausgangsniveau zu Beginn
des Kurses, bereitstehende Ressourcen, andere Randbedingungen wie Gruppen- oder
Einzelunterricht, Homogenität bzw. Heterogenität der Gruppe, mögliche obligatorische
„allgemeine Lernziele“ eines Fremdsprachenkurses oder die verpflichtende Teilnahme an
dem Kurs oder einem Examen zu berücksichtigen.
Auf jeden Fall ist ein allgemeines organisatorisches Prinzip zu wählen. Es gibt sechs
verschiedene
traditionelle
curriculare
Herangehensweisen:
strukturelles,
1
2
Wir gebrauchen “Kurs” hier im Sinne von Sprachprogramm, einer organisierten
Ganzheit von instruktiven - und Lernaktivitäten, die sich mit einem spezifischen
Thema oder Gegenstand auseinandersetzen. „Curriculum“ und „Lehrplan“ werden
demnach ähnlich gebraucht. In den USA werden Lehrplan und Curriculum synonym
gebraucht, obwohl woanders der Begriff Lehrplan als engerer Begriff verstanden wird.
Curriculum wird definiert als “die Gesamtheit der Inhalte, die gelehrt werden, und die
Ziele, die innerhalb einer Schule oder eines Bildungssystems angestrebt werden“
(White 1988:4), wobei der Lehrplan als Exposé für die Ziele und Inhalte eines
bestimmten Lehrprogramms verstanden wird.
Wir lassen weniger verbreitete Curriculumtypen wie analytisch/synthetisch,
prozedural oder lexikalisch unberücksichtigt.
2
begrifflich/funktionales,
fertigkeitsorientiertes,
situatives,
aufgabenorientiertes,
2
inhaltsorientiertes Curriculum. Seit Anfang der 70er Jahre sind die ersten drei Curricula
die maßgeblichen gewesen, wobei sich ein Ausschlag des Pendels vom ersten zum dritten
zeigte, das insbesondere Sprach- und Kommunikationskompetenzen hervorhebt. Wie
ausschlaggebend der kompetenzorientierte Ansatz wurde, zeigt mit Blick auf die
gängigen GeR/CEF-Interpretationen der Schwerpunkt der „Kann“ –Beschreibungen auf
Kursplanung und Pädagogik. In der Tat bezieht sich auch „CEF Professional“
ausdrücklich auf das, was die Leute „können“ oder in ihrem Beruf in der Lage sind zu
können. Zugleich ist kaum ein curricularer Ansatz eindimensional; in den meisten Fällen
werden zwei oder drei organisatorische Ansätze genutzt: zum Beispiel
fertigkeitsorientierter und funktionaler und lexikalischer.
Wir präferieren auch einen mehrdimensionalen Ansatz, wobei der Fokus von einem
Aspekt auf einen anderen wechseln kann, abhängig von den Fortschritten des Lerners
oder dem Thema, aber auch hinsichtlich des Berufsbildes, für das die StudentINNen
ausgebildet werden. Somit ist es naheliegend, dass ein Kurs für Krankenpfleger, bei dem
die mündliche Kommunikation von großer Bedeutung ist, ein anderes
Organisationsprinzip erfordert als ein Kurs für Juristen, die juristische Dokumente
anzufertigen haben und deren Arbeit meist schriftlich ausgerichtet ist.
3. Der Einsatz von Profilen zum Maßschneidern von LCPP-Kursen
In diesem Leitfaden stellen wir einige Vorschläge zum Einsatz der Profile bei der
Entwicklung von LCPP-Kursen vor. Zuerst beschreiben wir unter Berücksichtigung eines
mehrdimensionalen Ansatzes kurz die allgemeinen organisatorischen Merkmale eines
Kurses. Danach schauen wir uns im Detail die „Kontextinformationen“ in den Profilen
an, und abschießend geben wir eine Reihe von Annahmen vor, von denen wir ausgehen,
um eine Ausarbeitung separater Richtlinien für jeden einzelnen Kurs zu vermeiden.
Checkliste auf der Basis des gemeinsamen europäischen Referenzrahmens (GeR/CEF)
GeR/CEF präsentiert am Anfang von Kapitel 4 (CEF 2001:44) eine Checkliste in Form
von Fragen zu „Lehrererwartungen hinsichtlich der angenommenen zukünftigen
Verantwortlichkeiten der Lerner, die sie sprachlich zu bewältigen haben, und hinsichtlich
des Wissens, um adäquat handeln zu können.“ Die Liste ist es Wert, auch hier aufgeführt
zu werden:




Kann ich vorhersagen, in welchen Lebensbereichen (Domänen) die Lernenden
agieren werden und welchen Situationen sie gerecht werden müssen? Wenn ja,
welche Rollen müssen sie in diesen Lebensbereichen und Situationen
übernehmen?
Mit welcher Art von Menschen werden sie zu tun haben?
Was werden ihre persönlichen oder beruflichen Beziehungen sein, und in
welchem institutionellen Rahmen werden sie stattfinden?
Auf welche Objekte werden sie sich beziehen müssen?
3











Welche Aufgaben werden sie zu bewältigen haben?
Mit welchen Themen werden sie umgehen müssen?
Werden sie auch sprechen müssen, oder nur verstehend zuhören oder lesen?
Was werden sie hören oder lesen?
Unter welchen Bedingungen werden sie handeln müssen?
Welches Weltwissen oder welches Wissen über eine andere Kultur werden sie
nutzen müssen?
Welche Fertigkeiten müssen dafür entwickelt worden sein? Wie können sie sie
selbst bleiben ohne missverstanden zu werden?
Für welche dieser Aspekte kann ich Verantwortung übernehmen?
Wenn ich die Situationen, in denen die Lernenden die Zielsprache anwenden
werden, nicht vorhersagen kann, wie kann ich sie dann am besten auf eine
kommunikative Sprachverwendung vorbereiten, ohne sie unnötigerweise auf
Situationen vorzubereiten, die sich vielleicht nie einstellen?
Was kann ich ihnen mitgeben, das für sie langfristig wertvoll bleibt, wie
unterschiedlich auch immer sich ihre spätere Entwicklung gestalten mag?
Wie kann Sprachenlernen ihre persönliche und kulturelle Entwicklung als
verantwortungsbewusste Bürger in einer pluralistischen demokratischen
Gesellschaft am besten fördern?
Im Falle von „CEF Professional“ reduzieren und spezifizieren wir die Liste auf sechs
Hauptschritte (Punkt 3.2 bis 3.7), die für die Kursentwicklung auf der Basis der Profile
genutzt werden können. In Übereinstimmung mit der GeR/CEF „Checkliste“ bringen wir
sie ebenfalls in Frageform.
3.2. Was sind die Bedingungen für die Kursplanung?
Bei der Entscheidung, was aus dem weiten Kommunikationsrepertoire des
Referenzrahmens einzubeziehen bzw. auszuschließen ist, helfen drei praktische
Werkzeuge:
 Lehrplanbeschreibungen der Institution
 Bedarfsanalysen zum Verständnis der Bedürfnisse der Zielgruppe und
diagnostische Tests (oder Ad-hoc-Methoden) zum Verständnis des
Fertigkeitsniveaus der Studenten.
 Anforderungen der Institution
Darüber hinaus sollte man sich vergewissern, welche Ressourcen zur Verfügung
stehen:
 Anzahl der Unterrichtsstunden (und Planungsstunden), Studienpunkte oder
Kompetenzziele
 materielle Ressourcen: Klassenraum, Computerklasse, Sprachlabor
 Kursmaterial: Bücher, Artikel, Ton/Videomaterial
 Einzel/Teamunterricht
 Terminierungs- und Planungsbeschränkungen
 die Zusammensetzung der Lernergruppe
4
3.3. Wurden für diesen Fachbereich oder angrenzende Bereiche Profile entwickelt?
Überprüfen Sie den “CEF Professional” –Index [http://www.cefpro.org/] oder
[http://www.artemisland.fi/]. Falls ein Profil für den oder einen angrenzenden Bereich
existiert, prüfen Sie ihn im Detail. Falls nicht, besteht die Möglichkeit, die Studenten
unter Berücksichtigung eines spezifischen Profils und ihrer eigenen Erfahrungen und
Erwartungen anzuhalten nach entsprechenden Kompetenzen in ihrem zukünftigen
Berufsumfeld wie auch nach potenziellen Berufen Ausschau zu halten. Nachfolgend
können die Interviewfragen, die für „CEF Professional“ benutzt wurden, nützlich sein
und als Folie zur Informationsbeschaffung eingesetzt werden (Internetseite von „CEF
Professional“) [Link].
Folgende Fragen können beispielsweise gestellt werden:
 Welchen Beruf werden Sie nach ihrem Abschluss an ihrer Institution ihrer
Ansicht nach wählen? (Falls Studenten nicht über ihre Möglichkeiten nach einem
Abschluss informiert sind, geben Sie eine Liste mit möglichen Berufen in diesem
Bereich. Dafür können Sie eine entsprechende Liste von Berufen aus den
Studiengängen ihrer lokalen Ausbildungsinstitute sowie die Lehrpläne für den
fachsprachlichen Unterricht nutzen.)
 Wie viele von Ihnen denken, dass sie Englisch in ihrem zukünftigen Beruf
brauchen werden?
 Mit was für Situationen werden Sie sich ihrer Meinung nach auseinandersetzen
müssen?
 Mit was für Leuten werden Sie zu tun haben?
 Haben Sie irgendwelche Filme gesehen, die Ihnen einen Eindruck vermittelt
haben?
Alternativ kann ein Lehrer die Studenten bitten, sich die folgenden Links anzuschauen
[Link zu zwei Profilen, A. Zielberufen und B. Beruflichen Informationen]. Dort finden
sich Beschreibungen von Unternehmen und Organisationen, die Stellen im Bereich
Maschinenautomation in Finnland anbieten. Es ist selbstverständlich, dass jedes Land in
Europa seine eigenen speziellen Institutionen hat. Nichtsdestotrotz sind sie ähnlich in
ihrer Arbeitsaufteilung und in ihren Stellenbeschreibungen. Die Studenten könnten in
ihrer Umgebung nach parallelen Beispielen Ausschau halten oder ähnliche
Stellenbeschreibungen, wenn möglich auf Englisch, im Internet suchen.
3.4. Kann ich vorhersagen, in welchen Lebensbereichen (Domänen) die Lernenden
agieren werden und welchen Situationen sie gerecht werden müssen? Wenn ja, welche
Rollen müssen sie unter Mithilfe der Profile in jenem oder einem anderen Lebensbereich
übernehmen?
Die ersten Seiten der Profile geben Hintergrundinformationen über die typischen Berufe
für Fachleute in dem Bereich und welche Aufgaben Teil der täglichen Routine der
Fachleute sind. So gibt uns zum Beispiel das Profil eines Büroangestellten folgende
Informationen:
Der Lebensbereich (Domäne) eines Büroangestellten kann beschrieben werden als
5

Assistent des Managers oder eines mittleren Managers, abhängig von der Größe
des Unternehmens
 Verwaltungsassistent / Angestellter / SekretärIn
unterschiedliche Abteilungen, z. B. Einkauf, Verkauf, Marketing, Personal,
Rechnungswesen, oder Verantwortlichkeit für verschiedene Bereiche, abhängig von der
Erfahrung und / oder zusätzlicher Qualifikationen.
Die Organisation ist
 in verschiedene Abteilungen aufgeteilt, z. B. Einkauf, Verkauf, Marketing,
Personal, Rechnungswesen, oder verantwortlich für verschiedene Bereiche,
abhängig von der Erfahrung und / oder zusätzlicher Qualifikationen
Beispiel für solche Organisationen sind z. B. BASF (Chemie) Ludwigshafen
(http://www.basf.com), Bosch (Automobilzubehör) Karlsruhe
(http://www.bosch.com), DaimlerChrysler (Autoindustrie,
http://www.daimlerchrysler.com), Autohändler, Versandhandel
(http://www.klingel.de), Möbelhändler, Versicherungen (Aachener + Münchner;
http://www.amv.de/internet/amven/amven_inter.nsf/docs/home), etc.
Die Aufgaben eines Büroangestellten umfassen typischerweise verschiedene
administrative und geschäftliche Aktivitäten innerhalb eines Unternehmens, einer
Behörde / eines Gremiums oder einer Vereinigung (NGO). Dazu gehören z. B.










allgemeine Verwaltungsarbeiten (z. B. Verteilung eingehender Post / Absenden
ausgehender Post, Sekretariatsarbeiten, Reisearrangements)
Buchhaltung, Gehaltsbuchhaltung, Kostenbuchhaltung
Handelskorrespondenz
Assistenz in Steuer- und Versicherungsfragen
Statistik (aufstellen / aktualisieren), z. B. Verkaufszahlen oder Bestände
Rechnungslegung und Mahnungen
Bestandsverwaltung / Lagerhaltung: Überprüfung eingehender Lieferungen, des
aktuellen Lagerbestands, Überwachung der Lagerkosten
Verkaufs-, Marketing- oder Einkaufsassistenz
Assistent im Projektmanagement
Betreuung von Unternehmensbesuchern.
Mit diesem Beispiel möchten wir demonstrieren, wie ein Profil dem Lehrer oder
Kursplaner behilflich sein kann,
 bestimmte Settings für relevante Kurssimulationen in authentischen Situationen
zu identifizieren und auszuwählen
 das Wissen des Kursplaners über die Teilnehmer mit den Informationen aus dem
Internet über aktuelle und motivierende Unternehmen und Organisationen zu
Kurssimulationen zu verknüpfen.
3.5. Was für Informationen beinhalten die Profile im Hinblick auf die zentralen
Kommunikationssituationen, Kontexte und Texte?
6
Alle Profile geben Informationen zu Texten3 und Genres, denen der Fachmann in seinem
Bereich begegnet. Gefolgt von tiefer gehenden Kontextinformationen zu den Texten und
Genre. Mehr dazu im Abschnitt 4, Kontextinformationen.
Zur detaillierten Beschreibung der Kommunikationsereignisse beschreiben die Profile
sowohl frequente als auch anspruchsvolle Situationen und sie geben „Schnappschüsse“
eines mehr oder weniger typischen Arbeitstages. Frequente Situationen in dem Profil für
graduierte Betriebswirte sind zum Beispiel: (1) Telefonische Kundenkontakte im Rahmen
von spezifischen Ersatzteilnachfragen oder der Instandhaltung von Papiermaschinen.
[link] (2) Kontakte per E-Mail oder Telefon mit den Auslandsniederlassungen des
Unternehmens (= großer multinationaler Nahrungsmittelhersteller). [link]
Eine anspruchsvolle Situation für einen Ing. grad. (Maschinenautomation) ist zum
Beispiel „Verhandlung mit öffentlichen Behörden“. [link] Diese spezifische Situation war
anspruchsvoll, weil:
 der Verhandlungspartner kein Ingenieur sondern ein Hygieniker war; deshalb
musste man mit der Terminologie vorsichtig sein;
 der Verhandlungspartner / Repräsentant des US-Landwirtschaftsministeriums die
Befugnis hatte, die Pläne zu akzeptieren oder zurückzuweisen. Deshalb konnte
man sich nicht das Risiko von Missstimmung oder Irritationen erlauben;
 der Zeitplan eng war; der Beamte hatte eine Woche für die Pläne reserviert;
deshalb stand man unter großem Zeitdruck.
Diese Situationen, Schnappschüsse und die Kontextinformationen sind eine gute
Informationsquelle. Die Situationen sind detailliert beschrieben, auch hinsichtlich Ort
und der beteiligten Personen, und es wurde der Versuch unternommen, die wesentlichen
Erfolgsfaktoren für die Kommunikation zu beschreiben. Diese Daten vermitteln dem
Lehrer ein Verständnis für die kommunikativen Aufgaben, die seine Studenten in ihrem
gewählten Berufsfeld zu gegenwärtigen haben, und verweisen auf Kursmaterialien und
Aktivitäten / Aufgaben (Simulationen, Rollenspiele, Klassenrauminteraktion etc.) in
solcher Weise, dass sowohl Input (Materialien, Instruktionen etc.) als auch Output
(Produkte wie Texte, Tabellen, Präsentationen und Lernergebnisse wie verbesserte
Kompetenzen, Bewusstsein und Strategien) mit den zu erwartenden Praxissituationen
harmonisieren.
3.6. In welchem Maße sind Studenten in der Lage, in den frequenten und
anspruchsvollen sowie Schnappschusssituationen zu bestehen.
Beschreibungen wirklicher Situationen und die Schnappschüsse eines typischen
Arbeitstages sind nicht nur wichtig für eine fachsprachliche Kursplanung, sondern auch
für das Verständnis der Studenten über die Inhalte der Kursmaterialien. Folglich sollte
das Material der Profile, wenn nur irgend möglich, Eingang in die Unterrichtsmaterialien
3
“Ein Fragment natürlich gesprochenen, geschriebenen oder anderen zeichenhaften
Diskurses für die Analyse ist oftmals eine sprachliche Einheit mit einer definierten
kommunikativen Funktion wie eine Konversation, oder ein Poster.“ (Crystal 1992:72)
7
finden (Dialoge, Telefongespräche, E-Mails, Briefe, Berichte, Tabellen, Mitteilungen
etc.). Dies stärkt die Motivation für die Teilnahme an dem Kurs. Der Einsatz dieser
Elemente als Diskussionsgegenstände zeigt dem Lehrer diejenigen Elemente, die sich als
schwierig für die Studenten erweisen.
Dieser Aspekt legt dem Kursplaner nahe, frequente und anspruchsvolle Situationen oder
Schnappschüsse als Einführung in den Kurs einzusetzen, um die Kenntnisse über den
Lebensbereich (Domäne) und die Kommunikationsweisen in ihm zu „testen“. Das kann
z. B. geschehen:
 indem die Studenten einige häufige Situationen simulieren (z. B. am Telefon, auf
der Messe)
 indem man über die Erfahrungen der Teilnehmer in diesen Interaktionen
diskutiert
 indem man die anspruchsvollen Situationen diskutiert und prüft, ob die
Studenten mit den Kontexten dieser Interaktionen vertraut sind.
3.7. Können Teile des Profils für Unterrichtsaufgaben, Prüfungen und Evaluierungen
genutzt werden?
Profile können als Benchmark für Kurs- und Studentenevaluierungen dienen. Sie
beschreiben Leistungskriterien, die zur Bestimmung der Erreichung von Lernzielen
eingesetzt werden können. Idealerweise ist ein Kurs erfolgreich, wenn die Studenten –
abhängig von der Stufe - in der Lage sind, mit den häufigen und/oder anspruchsvollen
Situationen aus den Profilen umgehen können.
Einige Beispiele für Aufgaben der Studenten:
 Gespräch über Lebensstile mit einer Mutter eines Patienten und einem
Sozialarbeiter: Alkohol, Drogen, Sportübungen, Essgewohnheiten, Stress, Schlaf,
Medikamente etc.
 Vermittlung von Informationen über ein aktuelles Impfprogramm
 Informierung der Studenten über Gesundheitsdienstleistungen und mögliche
Unfallgefahren während der Praktika (z. B. Nadelstichunfälle und Kontakte mit
Fremdblut)
Einige Beispiele für Prüfungsfragen:
 Einem Diabetespatienten Anweisungen zur aktiven Teilnahme an der
Selbstversorgung geben
 Patientenbefragung zur Krankenakte
 Durchführung eines Telefongesprächs über die Gesundheitssituation eines
Patienten, Überweisung eines älteren Patienten in ein Krankenhaus der
Gemeinde
4. Kontextinformationen für die Relevanz der Kursinhalte
8
Vier Kontextkategorien zum Verständnis des soziokulturellen Umfelds von Fachleuten in
ihrer Arbeitsumgebung: a) Ort
b)
Teilnehmer
(Personen,
Gemeinschaften,
Unternehmen, Institutionen) c) Kommunikationssituationen und d) Texte.
Die vier Kategorien in den “Kontextinformationen” der Profile beinhalten reichlich
Informationen zum Kontext, in dem die verschiedenen Fachleute ihre Arbeit verrichten,
und sind somit sehr informativ hinsichtlich einer fachlichen Ausrichtung eines Kurses an
die Bedürfnisse von Fachleuten. Danach diskutieren wir einige Aspekte der Inhalte der
„häufigsten / anspruchsvollsten Situationen“ sowie der Erfahrungen aus dem Realleben
und den „Schnappschüssen“. Abschließend untersuchen wir die verschiedenen
Fertigkeiten sowie den Zeitaufwand für ihr Training.
Wenn wir die verschiedenen Orte, Personen, Gemeinschaften, Unternehmen,
Institutionen, Kommunikationssituationen und Texte in einem bestimmten Profil
berücksichtigen, so wird klar, dass nicht alles Eingang in den Kurs finden kann. Folglich
ist es wichtig, einen Kernbereich in jedem Profil zu identifizieren, der die typischsten
berufsbezogenen und häufigsten Aspekte bei der Kursplanung berücksichtigt. Dies hat
einige Folgen für das auszuwählende Material.
 Aspekte die typischerweise zum “Allgemeinenglisch/-deutsch“ gehören, bleiben
außen vor. Wir konzentrieren uns, auf jeden Fall mit fortgeschrittenen Lernern,
auf solche Aspekte, die charakteristisch für den Sprachgebrauch in dem
beschriebenen Profil eines Arbeitsumfelds sind. Außer bei einem niedrigen
Fertigkeitsniveau, sollten grundlegende schriftliche und mündliche
Kommunikation für die Studenten kein Problem mehr sein.
 Der exakte Ort, an dem die Sprache eingesetzt wird, ist wahrscheinlich nicht von
großer Bedeutung. Beispiele sind die Sprachregister in Restaurants, auf der
Straße, auf der Bank oder am Flughafen. Diese Situationen können insbesondere
für berufsbildende Lehrer in der Sekundarstufe relevant sein, deren Lerner
oftmals nur über ein sehr niedriges Fertigkeitsniveau verfügen. Sie werden
hinreichend in „Allgemeinkursen“ abgehandelt.
4.1. Ort
Der Arbeitsplatz ist offensichtlich ein wesentlicher Sinnbereich als Umgebung für eine
Simulation im Sprachunterricht. Eine Datenerhebung am Ort hilft dem Kursplaner bei
 der Entwicklung von Vorgängen, die an einem relevanten Ort oder Orten
stattfinden
 der Verzahnung von Profildaten mit den Erfahrungen der Teilnehmer und der
Auswahl der Orte, die motivierend und herausfordernd – und nicht zu einfach –
für die Gruppe sind.
Die folgenden Details zu einem Ort stammen von Interviewten aus zwei verschiedenen
Bereichen:
Bautechnik
 Betriebsgelände des Unternehmens:
9


Werkstätten und Büros, wenn etwa ein ausländischer Kunde an einer
Projektbesprechung teilnimmt
Auf Geschäftsreisen:
 alle gewöhnlichen Orte und Plätze (Flughafen, Mietwagen, Hotel, Restaurant,
Bank, Post, Geschäfte, Freizeitstätten, Ärzte etc.)
 Orte mit festen Ausrüstungen (Industriegebiete, Häfen, Lagerhallen etc.).
In anderen Profilen ist das Betriebsgelände des Unternehmens unterschiedlich. So gibt es
beispielsweise in einer Rechtsanwaltskanzlei keine Werkstatt, und die Hauptarbeiten
erfolgen in einer Umgebung in der man liest oder schreibt oder mit Klienten spricht.
Darüber hinaus verbringen Rechtsanwälte ihre Zeit bei dem Klienten oder im
Verhandlungssaal und gelegentlich bei einem Arbeitsessen im Restaurant. Manche
Fachleute reisen viel: man besucht Kunden oder demonstriert oder verkauft seine
Produkte auf Messen. In anderen Fällen, wie etwa Berufen im Gesundheitsbereich, wird
wenig gereist; KrankenpflegerInnen arbeiten in der Regel an einem bestimmten Ort.
Der Ort ist Teil der Profile, weil Sprache immer im sozialen Kontext gebraucht wird und
nur mit Bezug auf die Auswirkungen der Situation auf das Sprachverhalten verstanden
werden kann. In dem Ansatz „situatives Curriculum” führt dies oft zu Materialien in
Form von Konversationen und Dialogen, in denen eine Verbindung zwischen Situation
(Ort) und Thema signifikant ist.
In manchen Fällen ist insbesondere der exakte Ort für die Entwicklung von
Kursmaterialien und die Auswahl von Simulationen von besonderer Bedeutung. Zum
Beispiel im Krankenpflegebereich ist der Arbeitsplatz wichtiger als in einem Büro. So
müssen KrankenpflegerInnen, wenn sie in einer fremdsprachlichen Umgebung oder mit
fremdsprachlichen Kollegen zusammenarbeiten, oder bei der Pflege ausländischer
Patienten ihre Hilfsmittel, Krankenhausabteilung, Kleidung des Personals, Medikamente
und ihre Wirkungen vorstellen und erklären, weil diese sehr verschieden von den
Erfahrungen der Patienten sein können. Teilweise trifft dies auch auf den Arbeitsplatz
eines Bauingenieurs zu.
Der Ort, z. B. eine Baustelle, ist eng mit der Sprache verbunden.
Es ist leicht eine Situation vorstellbar, in der ein Ingenieur dem
Vorarbeiter aufträgt, mit einem Kran ein Bündel Rohre näher an
ein Baugerüst heranzuführen, aber vorher zu überprüfen, dass
die Fundamentplatte mit einem großen Betonblock verschraubt
ist. Alles was man vor Ort oder auf Zeichnungen sieht kann Teil
der Kommunikation sein. Aber in vielen Fällen einer normalen
Arbeitsumgebung sind folgende Requisiten von geringerer
Bedeutung: es handelt sich nur um lexikalische Einheiten:
Telefax, Kopierer … In realer Kommunikation spielen sie nur
eine geringe Rolle, insbesondere mit einem fremdsprachlichen
Sprecher.
10
4.2. Personen, Gemeinschaften, Unternehmen, Institutionen
Wir beginnen wieder mit einem Vergleich von drei Profilen, was diese über in der
Sprachsituation beteiligte „Personen, Gemeinschaften, Unternehmen und Institutionen“
aussagen, z. B. mit wem Repräsentative einer bestimmten Disziplin kommunizieren.
Diese soziokulturellen Informationen helfen dem LCPP-Lehrer
 die Gemeinschaften und Organisationen, mit denen er oder sie noch nicht
vertraut ist, näher zu untersuchen
 über Berufe nachzudenken, die dem Kompetenz- und Erfahrungsniveau der
Teilnehmer entsprechen
 bei der Auswahl und Entwicklung von anspruchsvollen und realistischen Rollen
für die Teilnehmer (eine Telefonistin sollte nicht als Vorsitzende agieren)
Ein Beispiel aus dem Sozial- und Pflegebereich kann dies illustrieren. Im Gesundheitsund Sozialbereich kommuniziert man typischerweise mit:
 Patienten/Klienten
 Familienangehörigen und Verwandten
 Mitarbeitern des Gesundheitsbereichs (eine Krankenschwester mit einer anderen
Krankenschwester, Labor- oder Apothekenmitarbeiter, ein Arzt oder Chirurg).
Im Gesundheitsbereich kommt man auch mit Personen unterschiedlicher kultureller
Hintergründe zusammen, sowohl als Kollege als auch als Patient und seiner
Angehörigen.
Im Maschinenbau sind die Beteiligten ganz unterschiedlich: Im Profil für den Bereich
Metallarbeit und Maschinenbau werden genannt
 Kollegen, Vorarbeiter und anderes Projektpersonal.
 manche Behörden (Zoll, Inspektoren, Arbeitssicherheit und Qualitätskontrolle).
 Personen, die mit einem Kunden zu tun haben (Zulieferer etc.).
Obwohl sich die Profile in ihrer Detailliertheit unterscheiden, ist die Kommunikation mit
Kollegen (direkte Kollegen oder Mitarbeiter in höherer oder niedriger Position innerhalb
der Firma), Kunden (bezeichnet sowohl Klienten als auch Zulieferer) und gelegentlich
mit Mitgliedern anderer Organe, gewöhnlich (lokale) Behörden oder zufällige Kontakte
auf Reisen (Außenstehende), offensichtlich. Meistens handelt es sich um Face-to-faceInteraktion, aber ziemlich oft auch per Telefon und manchmal über das Internet (MSN,
Skype).
Im Falle von beteiligten Kunden kann es sich um andere Fachleute aus dem gleichen oder
einem anderen Bereich oder Laien handeln, z. B. Personen aus der Öffentlichkeit. Daraus
folgen zwei Implikationen für die Kursplanung. Zuerst muss die im Kurs gebrauchte
Sprache verschiedene Niveaustufen umfassen, z. B. zur Kommunikation mit Fachleuten
und Laien. Mit anderen Worten reicht es nicht, sich auf die Fachterminologie und – wie
etwa im Falle der Rechtswissenschaften – komplexe Formulierungen in komplexen
Texten zu konzentrieren; es kann vielmehr von Bedeutung sein, Personen, die nicht den
gleichen Beruf haben, berufliche Aspekte alltagssprachlich zu vermitteln. Zweitens
11
haben Fachleute sich der Tatsache zu stellen, dass sie bei ihrer Arbeit mit Menschen
kommunizieren, deren technisches Wissen über das ihrige hinausgeht. Dies wird
besonders klar im Bereich Bautechnik, wo der Jargon eines Elektroingenieurs sich von
dem eines Vermessungsingenieurs unterscheidet und beide Jargons für örtliche Behörden
oder gar den Bauleiter Kauderwelsch sind, ganz zu schweigen vom Eigentümer des
Gebäudes. Das gleiche gilt für den Gesundheitsbereich: Krankenpfleger müssen in der
Lage sein, den Patienten und ihren Angehörigen in einfachen Worten die medizinische
Situation zu erklären, welche Maßnahmen ergriffen wurden und welche Wirkung
bestimmte Behandlungen haben können. Hiobsbotschaften verbreiten sich in allen
Berufen, aber im Gesundheitsbereich mehr als in anderen Bereichen.
Mit Blick auf die Tatsache, dass Studenten im tertiären Ausbildungsbereich nicht damit
vertraut sind, was sich exakt zwischen Fachleuten unterschiedlichen Hintergrunds
abspielt, erscheint es sinnvoll, die Sprache von Fachleuten aus dem gleichen Bereich und
zwischen Fachleuten und Laien anzuwenden. In diesen Fällen werden insbesondere
Diskursfunktionen wie Erklärung und Erläuterung zum Einsatz kommen, denn es ist
oftmals notwendig, eine bestimmte Situation oder ein Phänomen einer Person näher zu
bringen, die nicht damit vertaut ist. In der Tat sind Erklärung und Paraphrasierung
essenziell und bedürfen sorgfältiger Übung.
4.3. Kommunikationssituationen
Dieser Punkt ist ohne Zweifel von großer Bedeutung, weil es um die Situation geht, in
der die Kommunikation am Arbeitsplatz stattfindet.
Es ist selbstverständlich, dass es eine Vielfalt an kommunikativen Bedürfnissen gibt: alle
Fachleute sind in verschiedene Sprachaktivitäten eingebunden: Rezeption, Produktion,
Interaktion oder Mediation; alle diese Aktivitäten stehen in Verbindung zu mündlichen
oder schriftlichen Texten oder beiden. Sie illustrieren (hier im Fettdruck), was im
Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen (s. 24) auf dem B2-Niveau beschrieben
wird:
Kann die Hauptinhalte komplexer Texte zu konkreten und abstrakten
Themen verstehen; versteht im eigenen Spezialgebiet auch
Fachdiskussionen. Kann sich so spontan und fließend verständigen, dass
ein normales Gespräch mit Muttersprachlern ohne größere Anstrengung
auf beiden Seiten gut möglich ist. Kann sich zu einem breiten
Themenspektrum klar und detailliert ausdrücken, einen Standpunkt zu
einer aktuellen Frage erläutern und die Vor- und Nachteile verschiedener
Möglichkeiten angeben.
Für die Kursplanung bedeutet das, dass man sich anstatt auf alle kommunikative
Situationen auf die häufigsten oder – auf einem höheren Niveau – auf die
(kommunikativ) anspruchsvollsten konzentrieren sollte. Das bedeutet nicht, andere
kommunikative Situationen unberücksichtigt zu lassen. Für motivationale – und
Abstufungszwecke kann es sinnvoll sein, Material einzusetzen oder zu entwickeln, das
für andere, einfachere Kommunikationssituationen geeignet ist. Aber unter
12
Berücksichtigung der gewöhnlich begrenzten Zeit ist es am effektivsten, die Studenten in
die häufigsten Situationen (s. unten) einzuüben und später während des Kurses und / oder
auf einem relativ hohen Kursniveau an anspruchsvolle Situationen heranzuführen.
Idealerweise sollte es möglich sein, eine Anzahl an sowohl häufigen wie auch
anspruchsvollen Kommunikationssituationen herauszuarbeiten und diese in Simulationen
einzusetzen. Ein Fremdsprachennutzer agiert in zahlreichen Situationen als Berater oder
Coach oder Moderator unter Einsatz seines Expertenwissens und Rats für
Kunden/Klienten, die ein bestimmtes Produkt, Wissen oder Dienstleistung nachfragen.
Zur Illustration einige Befunde aus zwei gänzlich unterschiedlichen Profilen.
Im juristischen Bereich liegen die hauptsächlichen Kommunikationssituationen in:
 der juristischen Beratung von Unternehmenskunden und Einzelpersonen im
Wirtschafts- und Zivilrecht
 dem Aufsetzen juristischer Dokumente nach Kundenvorgaben
 der Vertretung und Begleitung der Kunden bei Geschäftsverhandlungen und
großen Geschäften
 der Vertretung von Klienten vor Gericht und bei Rechtsstreitigkeiten
 der Bürokommunikation
 Fall vorbereitenden Arbeiten
 der Konversation mit Geschäftspartnern oder Klienten außerhalb des Büros
(Geschäftsessen etc.); Small talk
Im Gesundheitsbereich hängen die Kommunikationssituationen sehr vom Ort ab,
wahrscheinlich mehr als in anderen Berufen:
 Gesundheitszentren: Schwangerschaft, Geburt, Kindeswohl und Gesundheit,
Impfung, Schwangerschaftsverhütung
 ambulante Krankenstationen: Gesundheitsförderung, Anweisungen face-toface oder am Telefon, Überwachung des Zustands der Patienten,
Unterstützung der Patienten zu aktiver Teilnahme an der Selbstversorgung, z.
B. Diabetes, Asthma, Cholesterin, Bluthochdruck, Fettleibigkeit,
Herzerkrankungen,
Skelettmuskelkrankheiten,
Krankenpflege,
Krankenberichte an das Pflegeteam und die Familienmitglieder des Patienten,
Diskussion über Veränderungen und Entwicklungen in der Krankenpflege
und –vorsorge in der Gesellschaft
 Gesundheitsvorsorge in der Schule, für Studenten und am Arbeitsplatz:
Gesundheitserziehung, Gesundheitsförderung, Untersuchungen, Impfungen,
Immunisierungen, Diskussion über Lernschwierigkeiten und Probleme in der
Schule, Diskussion über Lebensstile: Rauchen, Alkohol, Drogen, Training,
Essgewohnheiten, Stress, Schlaf, Medikamentengebrauch etc., Diskussion
über Arbeitsbedingungen, Arbeitsfähigkeit, Betreuungsbedarf
 Heimpflege: Pflegemaßnahmen, aktive Teilnahme des zu Pflegenden
 Organisationen und Projektaufgaben: Diskussion mit Akteuren aus
verschiedenen privaten und gemeindlichen Sektoren sowie Regierungs- und
Fachorganisationen, Planung und Einführung von Interventionen zur
13
Zielerreichung, Evaluierung der Wirkungen auf die Volksgesundheit; siehe
Programm „Gesundheit 2015“ [Link].
Eine Liste der kommunikativen Situationen öffnet dem Kursplaner
 eine weite Perspektive auf die Berufe in diesem Bereich und vermeidet einen
stereotypischen Blick auf Fachleute und
 bietet ein weites Spektrum möglicher Kommunikationsereignisse, aus denen sich
der Kursplaner diejenigen herausarbeiten kann, die am besten den Bedürfnissen
und den Bestrebungen der Gruppe dienen
4.4 Texte
Unsere vierte Kategorie zu den „Kontextinformationen“ der Profile sind „Texte“. Der
CEF/GeR hebt die Wichtigkeit dieser Kategorie hervor: “Der Text ist bei jedem Akt
linguistischer Kommunikation von zentraler Bedeutung, die externe, objektive
Verbindung zwischen Produzent und Empfänger, sei ihre Kommunikation face-to-face
oder auf Distanz.“ Er ist auch bei jedem Fremdsprachenkurs von zentraler Bedeutung
(Morrow & Schocker, 1987).
In unseren Profilen umfasst die Kategorie ‘Texte’ Daten über verschiedene Textsorten in
mündlicher und schriftlicher Form. Obwohl nicht in allen Profilen aufgeführt, sind
manche Textsorten für alle (Profile) gültig.
Alle Fachleute benutzen E-Mail und Telefon (Dialoge). Nahezu jeder nimmt während
seiner Arbeit an informellen Besprechungen mit seinen Kollegen über den Stand der
Arbeit oder eines Projekts teil. Einige nehmen während ihrer Arbeit an formellen
Besprechungen teil, so dass sie Tagesordnungen und Zeitpläne zu beachten haben, und
andere führen Verhandlungen. Projektdokumentationen und Prozessbeschreibungen sind
typische Textsorten, und selbst Produktpräsentationen sind ziemlich häufig, obwohl die
Art der Präsentation von einer PowerPoint-Präsentation eines neuen Schweißgeräts bis zu
einer mündlichen Präsentation eines Juristen über die Vor- und Nachteile eines Joint
Ventures reichen kann, oder von einer hoch formalisierten Präsentation auf der
Vorstandsetage bis zu einer sehr informellen Erklärung über die Bedeutung eines
bestimmten Punkts in einer Zeichnung. Insbesondere geschriebene Texte variieren enorm
hinsichtlich Thema, Stil und Komplexität, von einfachen E-Mails bis zu einem Angebot
oder einer Bilanz.
In „CEF Professional“ gehen wir davon aus, dass die Studenten ein hinreichendes Niveau
(B1) erreicht haben und nur geringe Probleme mit Texten über Themen und in
Situationen haben, mit denen die meisten Leute vertraut sind. Das bringt uns wohl zum
wichtigsten Punkt, dass nämlich alle “Texte”, ob mündlich oder schriftlich, in der
betreffenden Domäne handeln sollten und – selbstverständlich – authentisch sein sollten.
Texte in einem Kurs für angehende Bauingenieure sollten immer einen deutlichen Bezug
zur Bautechnik aufweisen. Das gilt auch für alle anderen Disziplinen: Recht, Technologie
und Transport, Maschinenbau, Metallarbeit und Anlagenbau etc. Die Profile bieten
hinreichend Vorschläge, um angemessene Texte auszuwählen. Authentizität heißt, dass
14
die Texte jene Texte repräsentieren, mit denen Fachleute regelmäßig in Kontakt kommen.
Im Internet herrscht kein Mangel an passenden Texten, und es besteht kein Problem
solche Texte zu finden, die im zukünftigen Beruf eines Studenten relevant sind, obwohl
es nicht immer leicht ist, angemessene Beispiele für Geschäftskorrespondenz oder
Transkripte von Besprechungen zu finden. Mithilfe einiger gut gewählter Suchbegriffe
aus einem Profil lassen sich bei Google Texte mit hinreichender Relevanz für die
berufliche Praxis finden, z. B. zur linguistischen Vorbereitung von Studenten auf ihr
zukünftiges Berufsleben. Ein Beispiel: angenommen jemand möchte wissen, was in einer
Besprechung mit Bauingenieuren besprochen wurden, kann man zwei Worten eintippen:
Besprechung Bautechnik. Wenn man eine Reklamation/Beschwerde über eine
Dienstleistung diskutieren möchte, findet man eine Sammlung entsprechender
Reklamationen unter Reklamation, Fragen zur Reklamationsbehandlung unter
„Behandlung von Reklamationen“.
Im Sprachunterricht werden Texte typischerweise auf dreierlei Weise eingesetzt: als (1)
Quelle für linguistische Phänomene, (2) als Informationsmedium und (3) als
Ausgangspunkt für die Sprachproduktion.
(1) Texte bieten im Kontext Beispiele für linguistische Aspekte, die geübt werden sollen.
Abhängig von der Bedürfnislage der Studenten kann ein Kursziel die Verbesserung des
Leseverständnisses und kritisches Lesen der Studenten sein, wofür die entsprechenden
Aufgaben zur Interaktion der Studenten mit den Texten entwickelt werden müssen.
Textinduzierte Aktivitäten können solche sein, die auch in allgemeinen Sprachkursen
eingesetzt werden: Identifizierung der Hauptgedanken mithilfe von Vorwissen, und
relativ einfache Übungen auf allen Stufen, wie Textvervollständigung, Arrangierung von
Wörtern, Phrasen oder Abschnitten in eine angemessene Ordnung, Gruppierung
(Zuordnen von Wörtern und Phrasen zu bestimmten Kategorien) etc.
(2) Die Hauptbedeutung von Texten ist natürlich die Übermittlung von Informationen. Im
Kontext von „CEF Professional“ ist das der Fall, weil Studenten noch nicht über
hinreichendes Wissen über ihre zukünftige berufliche Karriere verfügen. Selbst der
Profil-Text bietet Informationen zu Themen, Situationen, Kontext, Kontakte, Texte etc.,
die für den zukünftigen Beruf des Studenten relevant sind. Das heißt: beginnen Sie mit
einem kompletten Profil als Lesetext. Stellen Sie aussagekräftige Fragen (aussagekräftig
in Bezug zum zukünftigen Beruf und dem aktuellen Kurs) zur Diskussion zwischen den
Studenten über einzelne Punkte verschiedener Kategorien.
(3) Insbesondere auf höherem Niveau werden Texte hauptsächlich als Grundlage für die
Sprachproduktion, wie Stellungnahmen oder Analyse und Diskussion eines kontroversen
Texts, genutzt. Ein Beispiel wäre ein Text für Krankenpfleger zu Überlebenschancen von
Patienten auf einer Krebsstation, ein Text über die Schweigepflicht von Rechtsanwälten
und ihre ethischen Implikationen in einem Kurs für Rechtsanwälte, oder ein Text für
Bauingenieure zur Verantwortlichkeit beim Einsturz eines Gebäudes.
Die Kategorien von Texten in den Profilen helfen dem Kursplaner,
 die Vielseitigkeit vorherrschender Gattungen in dem Beruf zu erfassen und eine
15

Begrenzung der Inhalte auf eine begrenzte Auswahl von Genre zu vermeiden;
die relevanten beruflichen Gattungen zu identifizieren und einzubeziehen, welche
die Bedürfnisse und Bestrebungen der Teilnehmer berücksichtigen und
hinreichend anspruchsvoll sind.
5. Profile für sachgerechte Aktivitäten und Materialien
Drei Bereiche in den Profilen geben Aufschluss über die oben genannten
Kommunikationssituationen. Es handelt sich dabei um 1) die häufigsten Situationen, 2)
die anspruchsvollsten Situationen und 3) Schnappschüsse. Darauf aufbauend sollte es
möglich sein,
 motivierende und anspruchsvolle Aktivitäten und Aufgaben zu entwickeln
 Simulationen und Texte für Kursmaterialien anzufertigen
 gute Materialien auszuwählen.
5.1. Die häufigsten Situationen
Wir geben hier zwei Beispiele aus den Profilen, Auszüge aus detaillierteren
Beschreibungen:
Bauingenieur
Das Treffen findet im Büro des Bauingenieurs (BI) oder Architekts statt. Ein Bauingenieur (BI) spricht mit
einem Architekt, um Einvernehmen über eine gute Baukonstruktion zu erreichen und wie diese in das
ästhetische Konzept der Architektur des Gebäudes passt. Sie diskutieren aus der Sicht des BIs, was möglich
und was nicht möglich ist, und sie versuchen einen Kompromiss zu erreichen, der eine elegante und solide
Konstruktion ermöglicht.
Manchmal erfordern architektonische Pläne extrem herausfordernde, wenn nicht gar unmögliche,
bautechnische Lösungen. Letzteres passiert gewöhnlich mit unerfahrenen Architekten. In einer solchen
Situation ist das Kommunikationsziel zu erklären: warum eine Säule oder Scherwand (verstärkte
Betonwand zur Aufnahme von Erdbebenkräften), die der BI für einen bestimmten Platz vorgesehen hat,
nicht verschoben werden kann, wie es der Architekt wünscht; oder durch eine alternative Lösung einen
Kompromiss zu suchen und zu finden, so dass am Ende beide Seiten über die gefundene solide und
ästhetische Lösung vergleichsweise zufrieden sind.
Jurist
Das Treffen findet im Büro des Rechtsanwaltes statt. Die Beteiligten sind der Rechtsanwalt und wenigstens
zwei Vertreter des Mandanten, von denen einer ein Ausländer, ein leitender Angestellter oder
Vorstandsmitglied ist. Die Kommunikationssituation ist eine einführende Besprechung – mit folgenden
Phasen - in den Sachverhalt, um das Mandat abzustecken:

allgemeine Unterrichtung durch den Anwalt über das Procedere und die rechtlichen Grundlagen

Beantwortung der Fragen des Mandanten

Analyse der relevanten juristischen und geschäftlichen Dokumente des Mandanten

Ausarbeitung eines konkreten Ansatzes und Zeitplans für die weitere Zusammenarbeit.
Texttyp ist die Face-to-face-Konversation. Dokumente des Mandanten (z. B. Bescheid, Ausschreibung,
Arbeitsvertrag, Pachtvertrag, Vertriebsvertrag, Handelsvertrag, Unternehmenssatzung, Bilanz, Gewinnund Verlustrechnung, Jahresbericht etc. abhängig vom Fall).
In beiden Fällen, wie auch in vielen anderen in den Profilen beschriebenen Fällen, haben
wir ein ziemlich informelles Treffen mit zwei oder drei Personen, in denen
16
Situationsbeschreibungen, Pläne und ähnliches im Zentrum stehen und in denen das
Gespräch um Pro und Kontra verschiedener Alternativen geht. In diesen Situationen sind
in erster Linie die funktionalen Fähigkeiten in einer bestimmten Domäne und als
Hauptsprachfunktionen Erklärung und Argumentation eines Falls erforderlich. Darüber
hinaus ist hier das Stellen und Beantworten relevanter Fragen entscheidend, was der
Lehrer entsprechend betont, und im Material und den Aktivitäten hebt er die Bedeutung
der Verständnissicherung bei Fragen und Antworten hervor.
Ein Beispiel wäre hier die Einübung der Struktur „Wenn Sie sagen ....., bedeutet das, dass
...?“ Die Auswahl an Texten für den Kurs, sollte Lehrer und Studenten in die Lage
versetzen, diese Struktur zu üben. Wichtig ist hier, dass die Beschreibung helfen kann,
den Diskurs einer häufigen Kommunikationssituation auszuarbeiten, und den Studenten
die Möglichkeit gibt, den Diskurs als Rollenspiel mündlich zu simulieren oder teilweise
schriftlich auszuarbeiten. Das kann für den Kursplaner bedeuten, dass er/sie die
Formalität der Situation analysieren und berücksichtigen muss – möglicherweise stärker
im Fall des Gesprächs in der Anwaltskanzelei als bei der Diskussion zwischen dem
Architekten und dem Ingenieur – und entsprechendes Material entwickelt, was den
Studenten bei der Einübung von Diskussionen unterschiedlichen Formalitätsgrades hilft.
Nicht alle Besprechungen sind informell. Und Argumentation und Erklärung sind nur
zwei Funktionen im multifunktionalen Diskurs von Besprechungen. Die Teilnahme an
Besprechungen, insbesondere an formellen, ist ein hoch entwickeltes Ritual mit klaren
Regeln was man tun oder lassen sollte. Das Ritual variiert abhängig vom Grad der
Formalität und den beteiligten Kulturhintergründen, aber auch im Hinblick auf den
Zweck der Besprechung. Insbesondere während formaler Besprechungen werden Fehler
in der interkulturellen Kommunikation gemacht, die den beteiligten Parteien teuer zu
stehen kommen können. Es ist sinnvoll die Studenten darauf hinzuweisen, dass es im
Internet eine Fülle an Informationen darüber gibt, was man mit Sprechern aus anderen
Ländern
tun
oder
lassen
sollte:
http://www.executiveplanet.com/index.php?title=Main_Page.
5.2. Die anspruchsvollsten Situationen
Wie im CEF/GeR (S. 162) dargestellt wird, kann eine Aufgabe „linguistisch
anspruchsvoll aber kognitiv einfach, oder umgekehrt, sein (...). Bei der Durchführung
einer Aufgabe müssen Lerner beides, Inhalt und Form, beherrschen.“ Die verschiedenen
Interviewten in „CEF Professional“ sagten, welche Situationen sie als anspruchsvoll
einschätzten. Hier zwei Beispiele.
(1) Aus dem Wirtschaftsprofil
Ort: Büro / am Telefon oder per E-Mail
Anwesende Personen: Sachbearbeiter , Kunde (per Telefon oder E-Mail)
Situation: Dem Kunden unerfreuliche Nachrichten mitteilen
Die Situation ist in verschiedener Hinsicht anspruchsvoll. Zuerst muss der Sachbearbeiter versuchen die
schlechte Nachricht, den abzusehenden Ärger und mögliche Kosten für den Kunden abzumildern. Er muss
dafür sorgen, den emotionalen Pegel niedrig zu halten und seine Argumente in professioneller und fester
aber nicht arroganter oder unfreundlicher Art vorzubringen. Er muss sich auch kooperativ zeigen,
alternative Lösungen anbieten, um dem Kunden entgegenzukommen, oder einen Ausgleich anbieten, so
17
dass das Unternehmen in der Zukunft keine Geschäfte verliert. Interkulturelle und soziale Fertigkeiten sind
ebenso wichtig, da der Kunde aus einer anderen Geschäftskultur kommen kann. Er muss überzeugend
klingen und versuchen, den Kunden in dieser unglücklichen Situation für sich einzunehmen.
Eine solche Situation ist nicht untypisch im Geschäftsleben. Wenn sie nicht angemessen
bewältigt wird, kann dies in der Folge zu geschäftlichen Nachteilen führen. Der
Kursplaner sollte für das Material solche Beispiele entwickeln, die als Rollenspiele für
das Training solcher Situationen eingesetzt werden können. Diese umfassen nicht nur
eine entschuldigende Sprache – wobei der Lehrer klar machen muss, dass
unterschiedliche Sprachen Entschuldigungen auf unterschiedliche Weise4 behandeln, aber
ebenso eine beschreibende Sprache: detaillierte Problembeschreibung, Erklären was zu
dem Problem führte und ähnliches. Weiterhin bedarf es einer Sprache, die es erlaubt,
alternative Lösungen zu einem Problem vorzustellen. Ebenso Höflichkeit ist von
Wichtigkeit, wie auch in vielen anderen Sprachsituationen.
(2) Aus dem Bautechnikprofil
Ort: Baustelle
Anwesende Personen: Ein Bauingenieur und Bauleiter
Situation: Ein Bauingenieur (BI) besucht eine Baustelle, wo er/sie die Bauarbeiten hinsichtlich ihrer
Übereinstimmung mit den technischen Zeichnungen inspiziert. Es sind einige ernste Abweichungen von
den technischen Zeichnungen festzustellen, welche die Haltbarkeit der Konstruktion und ihre
Erdbebensicherheit beeinträchtigen. Die Situation erfordert sofortige Maßnahmen: Einstellen der
Bauarbeiten und Festsetzen von Abhilfemaßnahmen und weiteren korrigierenden Maßnahmen.
Die Situation ist hinsichtlich möglicher linguistischer Defizite (z. B. Nichtbeherrschung der bautechnischen
Begriffe/Vokabeln) oder unzureichender Kommunikation (Unfähigkeit klare Aussagen, Erklärungen und
Anordnungen zu geben) anspruchsvoll und kann zu einem Mangel an Kommunikation über die Baufehler
und notwendigen Maßnahmen zwischen dem BI und dem Bauleiter führen. Der Bauleiter ist deshalb nicht
in der Lage, dass Problem und die erforderlichen Maßnahmen zu verstehen. Ebenso wird er nicht in der
Lage sein, diese mit den Bauarbeitern zu kommunizieren, die für die Umsetzung der korrigierenden
Maßnahmen zur Problembeseitigung zuständig sind.
Diese Situation ist ähnlich der vorangegangenen aber gewissermaßen aus der anderen
Perspektive: etwas ist schief gegangen und die Situation muss korrigiert werden. Hier
geht es nicht so sehr um die Frage, wie man sich entschuldigt, sondern wie „Fehler“ anund ausgesprochen werden. Offensichtlich gibt es einen komplizierenden Faktor:
kommunikative Unzulänglichkeit eines der Beteiligten. Studenten müssen Strategien
lernen, um ihr Sprachniveau, falls niedriger als das ihrer Gesprächspartner, anzupassen:
langsamer sprechen, kürzere Sätze benutzen, z. B. längere Abschnitte für den
Gesprächspartner in kleinere, handhabbarere Einheiten teilen, komplexe Begriffe
vermeiden – obwohl dies bei einem Problem der Interpretation technischer Zeichnungen
schwierig sein kann.
In nahezu allen Fällen stellen sich diese Situationen sowohl linguistisch als auch kognitiv
als ziemlich komplex dar. Nahezu ausnahmslos erfordern sie ein Sprachniveau, was man
nicht zu beherrschen glaubt, inklusive der Beherrschung sozio-kultureller Aspekte. Die
zwei beschriebenen Situationen sind typisch für viele: es gibt einen (potenziellen)
4
Siehe zum Beispiel http://www.iles.umn.edu/Apologies/Apologies.html
über Entschuldigungen im Japanischen und andere interessante Beispiele zu
interkulturellen Phänomenen.
18
Konflikt. Deshalb ist es ratsam, vielleicht eine komplette Einheit auf verschiedene
Aspekte des Konfliktmanagements und seine linguistischen Funktionen zu widmen. Mit
Blick auf die Wichtigkeit des Themas könnte man in Erwägung ziehen, die Studenten z.
B. zu einer Untersuchung im Internet über „Konfliktmanagement am Arbeitsplatz“
anzuregen, etwa zur Vorbereitung eines Klassengesprächs über Konfliktlösungen vor der
eigentlichen Simulation in Form eines Rollenspiels.
5.3. Auswahl von Kurseinheiten und Aufgaben
Die Profile umfassen eine große Zahl an spezifischen Beispielen charakteristischer,
häufiger und anspruchsvoller Situationen auf der Grundlage von Interviews, die mit
Personen aus dem entsprechenden Bereich geführt wurden. Sie sollten nicht nur
beispielgebend für Materialien, Aktivitäten und Aufgaben bei der Planung des
kompletten Kurses sein, sondern auch bei der Planung jeder Einheit einfließen.
Es ist wenig sinnvoll, in diesen Richtlinien die große Vielfalt an möglichen Aufgaben für
den Sprachunterricht auszuführen. Es gibt eine große Anzahl an brauchbaren Büchern,
die detaillierte Informationen zu „Wie unterrichte ich eine Fremdsprache“ bereitstellen,
mit zahlreichen Vorschlägen, die auch für den Unterricht von Sprache und
Kommunikation für berufliche Zwecke relevant sind. Aber einige Aspekte, welche die
Auswahl an linguistischen Elementen, Fertigkeiten und Aktivitäten etc. bestimmen,
sollen hier erwähnt werden.
Benutzen Sie Aufgabentypen (konvergierende und Teilinformationsaufgaben, siehe Ellis
(2003)), in denen die Inhalte innerhalb eines bestimmten Rahmens leicht ausgetauscht
werden können. Ein Beispiel wäre eine spielerische Aufgabe, in der ein Student eines
Studentenpaares versucht, ein bestimmtes Fachwort oder einen Fachbegriff zu
erklären/paraphrasieren und der Partner erraten muss, um was für einen Begriff es sich
handelt. Das ist eine sehr nützliche Aufgabe, die den Studenten Übung im Gebrauch einer
„Vermeidungsstrategie“ gibt, die es ihnen wiederum erlaubt, einen Begriff
herüberzubringen, ohne das entsprechende Wort dafür zu kennen. Der Aufgabenrahmen
ist ein Ratespiel, dessen Inhalte (10 Wörter etwa) leicht durch eine Reihe anderer Wörter
ersetzt werden können.
Der spezifische fachsprachliche Wortschatz für LCPP ist zum Teil identisch mit dem aus
den Studiengängen der Studenten und erfordert, abhängig vom Niveau der Studenten,
unter Umständen hohe Aufmerksamkeit in LCPP-Kursen. Dennoch werden Studenten
voraussichtlich erwarten, dass der Vokabelarbeit große Aufmerksamkeit zukommt, was
bedeutet, dass für Auswahl und Unterrichtszwecke die bewährten Strategien eingesetzt
werden können:
 ausdrückliche Hinführung zur Vokabellernstrategie soll Teil der regelmäßigen
Kursaktivitäten sein,
 Studenten sollen einen Überblick über mögliche Vokabellernstrategien erhalten,
so dass sie die ihnen angemessene nutzen können,
 Vermittlung und Lernen von kontextgebundenen und nicht-kontextgebundenen
Vokabeln sollten ihren Platz haben.
19
Insbesondere bei Bedarf an mündlichen Fertigkeiten sind nützliche Aufgaben Diskussion
/ Simulation (die hier angesprochenen Typen sind: divergierende und geteilte oder
gemeinsame Informationen), wobei die Studenten eine Situation aus dem entsprechenden
Profil simulieren. Ein Beispiel:
Teilnehmer: Ingenieur + Eigentümer / Kollegen / Architekt ...
Themen:
Bauplan für Brücke / Turm / Spielplatz, untersuche mögliche
Ursachen für den Einsturz eines Balkons oder einer Brücke ...
Fertigkeiten
Es war nicht überraschend, dass die meisten Interviewten in den Profilen insbesondere
mündliche Fertigkeiten als Gegenstand von Sprachtrainings hervorhoben und dass Lesen
(und zum Teil Schreiben) weniger zusätzliches Training erfordern, weil das Niveau
hinreichend sei. Hier einige Zitate aus den Schnappschüssen zum Bauingenieur:
Ein anderer wichtiger Kommunikationskanal ist das Telefon. Ismo schätzt, dass er etwa eine Stunde
pro Tag am Telefon mit finnischen, europäischen und asiatischen Kollegen und Kunden kommuniziert. (s.
Schnappschuss 4 (FI))
Karl sagt, dass seine schriftliche Kompetenz im Englischen stärker aber nicht notwendigerweise
wichtiger als seine mündlichen Fertigkeiten ist. Mit dieser Aussage scheint er zu bedauern, dass er
geringere mündliche Fertigkeiten im Englischen hat. Gelegentlich macht er die Erfahrung, dass ihn die
lückenhaften Fertigkeiten frustrieren, z. B. bei Telefongesprächen, wenn er seine Gedanken nicht schnell
genug mit den entsprechenden Ausdrücken oder Paraphrasen erklären und umsetzen kann. (s.
Schnappschuss 5 (FI))
Lesen und Verstehen der Fachliteratur ist ein Leichtes für einen Ingenieur. Doch es führt ziemlich in
die Irre und zu einem ausgeprägten Selbstvertrauen im Hinblick auf Fremdsprachen. (s. Schnappschuss 1
(BG))
Ein näherer Blick in die verschiedenen Profile zeigt selbst bei Leuten, die mehr oder
weniger die gleiche Arbeit haben, unterschiedliche Aufgaben und linguistische
Anforderungen. Einige berichten sogar, dass sie mehr Zeit am Tag mit Lesen und
Schreiben verbringen, wie der folgende Fall zur E-Mail-Korrespondenz:
Da Ismo (ein Finne) nicht oft beruflich verreist, ist E-Mail für ihn sein wichtigstes Werkzeug für seine
Kontakte mit Kollegen und Kunden außerhalb seiner Niederlassung. Die E-Mail-Korrespondenz nimmt
etwa 70 % seiner täglichen Arbeitszeit in Anspruch. (s. Schnappschuss 4 im Profil Bautechnik).
Der Zeitaufwand für die verschiedenen (sprachlichen) Aktivitäten sollte auf den
„normalen“, z. B. häufigen, Aktivitäten und solchen beruhen, welche die größten
Probleme bereiten. Das heißt, dass mündlichen Fertigkeiten relativ mehr Zeit und
Aufmerksamkeit gewidmet werden sollte als schriftlichen Fertigkeiten.
Interkulturelle Kommunikation
Die Bedeutung interkultureller Fertigkeiten wird oftmals von Fachleuten wie auch
Studenten unterschätzt. In den Profilen werden selten von den Interviewten Probleme
aufgrund von Kulturunterschieden erwähnt, wie in dem folgenden Auszug aus einem
Schnappschuss:
20
Der Ingenieur aus Südostasien kann in seinem CV über Erfahrungen und Kompetenzen berichten, die
er selbst nicht hat aber andere Kollegen in der gleichen Abteilung oder Organisation erworben haben.
Es ist sinnvoll darauf hinzuweisen, dass nicht nur Unterschiede zwischen Europäern und
Asiaten bestehen, sondern auch zwischen verschiedenen europäischen Kulturen.
Studenten können Beispiele dazu in einer Sammlung zu „interkulturellen
Zwischenfällen“ finden: http://www.worldenough.net/picture/.
6. Zusammenfassung
Die Profile zeigen uns, was an Themen, Situationen, Kontext, Kontakten, Texten etc.5
gebraucht wird. Es bedarf aber einiger genereller Annahmen, um eine Produktion von
Leitfäden für jedes einzelne Profil oder jede Niveaustufe zu vermeiden. Die wichtigsten
sind:

Die Kursteilnehmer sind Studenten in der sekundaren Oberstufe oder aus dem
tertiären Bereich.
An
zahlreichen
Universitäten,
Fachhochschulen
und
sekundaren
Berufsausbildungsinstitutionen Europas müssen Studenten Fremdsprachenkurse
belegen. Manchmal handelt es sich dabei um allgemeines Englisch / Deutsch,
manchmal bezieht sich ein Kurs auf eine spezifische Domäne wie etwa Englisch
für Handel und Industrie oder Akademisches Englisch. In diesem Leitfaden gehen
wir davon aus, dass der Kurs ein „LCPP-Kurs“ und stark auf den Studiengang
ausgerichtet ist. In zahlreichen Ländern sind in einem Studiengang die
Sprachstudien obligatorisch, insbesondere in Betriebswirtschaft, Technologie und
Jura.
Das bedeutet nicht, dass der Leitfaden nicht in anderen Kontexten relevant ist, so
etwa in kommerziellen Sprachschulen oder Unternehmensschulungen. Ein großer
Unterschied besteht zwischen dem Unterricht in der Sekundarstufe und der
tertiären Ausbildung und Unternehmensschulungen, nämlich dass die Studenten
nur über geringe Erfahrung verfügen und die Grundlagen der Praxis vermittelt
bekommen, etwa eines Bauingenieurs, Juristen oder eines Chemielaboranten.

Relativ homogene Gruppen im Hinblick auf Lernziele
Es wird angenommen, dass beispielsweise Studenten der Bautechnik oder der
Betriebswirtschaft in einem Kurs als homogene Gruppe auftreten. Manchmal ist
5
6
Der Leser wird auch auf die Anhänge im Handbuch verwiesen.
An manchen Ausbildungsinstitutionen werden etwa Studenten im Fachbereich
Informatik von Englischlehrern einer speziellen Einheit für die Lehre der englischen
Sprache, die dem Fachbereich zugeordnet ist, unterrichtet. An anderen gibt es
wiederum einen Fachbereich für Fremdsprachen, der Kurse für alle Studenten der
Universität anbietet.
21
dies nicht der Fall und Studenten unterschiedlicher Disziplin finden sich in einem
Kurs.6 In diesem Fall muss unter den Profilen ein gemeinsamer Nenner gefunden
werden.

Angemessenes Einstiegsniveau
Es wird davon ausgegangen, dass das übergeordnete Kursziel die
lernzielorientierte Aneignung der Fachsprache für berufliche Zwecke ist – mehr
im Sinne eines Weges als eines Endes. Hinsichtlich des Niveaus geht man davon
aus, dass die Kursteilnehmer mehr oder weniger das gleiche Niveau haben. Die
Annahme hinsichtlich der Profile war B1 oder höher, aber in der Praxis kann es
vorkommen, dass sich die Studenten auf dem Niveau A2 oder sogar darunter
befinden. Andererseits müssen in manchen Ländern die Studenten schon im
ersten Jahr der tertiären Ausbildung Bücher und andere fremdsprachliche Texte
(gewöhnlich in Englisch) lesen, was selbst schon ein Einstiegsniveau von
wenigstens B1 erfordert.

Begrenzte Zeit
An europäischen Universitäten und anderen Instituten der tertiären Ausbildung
stehen nur eine begrenzte Anzahl von Stunden (oftmals nicht mehr als 60-120
Unterrichtsstunden) für fachsprachlichen Fremdsprachenunterricht zur
Verfügung. Das ist unabhängig davon, ob ein Fremdsprachenkurs obligatorisch
oder freiwillig ist.

Alle Fertigkeiten werden für LCPP benötigt
Im Rahmen des CEF/GeR zielen die Kursinhalte und Aktivitäten hauptsächlich
auf die kommunikative Kompetenz und umfassen Rezeption, Produktion,
Interaktion und Vermittlung. Am Arbeitsplatz sind oft mehr als eine dieser
Fertigkeiten im gleichen Kommunikationsereignis integriert. Darum eignen sich
integrierte Aufgaben gut für die Übung der Arbeitsplatzkommunikation.

Didaktische Erwägungen
Obwohl die Auswahl der zu unterrichtenden Inhalte auf Anforderungen basieren,
mit denen die Studenten erst später konfrontiert werden, wie in den Profilen
ausgeführt, machen es möglicherweise notwendig, die Aufmerksamkeit auf
Aspekte zu lenken, die von den Studenten als wichtig erachtet werden. Auch
wenn unser Ansatz suggeriert, dass ein profilbasierter Kurs diskurs- und
aufgabenzentriert ist, geht man davon aus, dass die Lehrer die Wichtigkeit eines
studentenorientierten Ansatzes pflegen, z. B. ein Kurs, der sich in Planung und
Unterricht an den Bedürfnissen, Fähigkeiten und Interessen der Studenten
orientiert, deckt sich nicht immer mit den Bedürfnissen, Fähigkeiten und
Interessen der Fachleute, die für die Entwicklung der Profile interviewt wurden.
22
Die Profile liefern solche Daten, die im Rahmen einer Bedarfsanalyse oder TSA (Target
Situation Analysis / Zielsituationsanalyse) gesammelt wurden und beschreiben die
linguistischen Anforderungen des (zukünftigen) Fachmannes aus beruflicher Perspektive.
Das stellt dem Kursplaner einen Rahmen zur Auswahl von Inhalten und Aktivitäten zur
Verfügung, die auf den Erfahrungen von Fachleuten beruhen, die oftmals schon viele
Jahre in ihrem Beruf tätig sind und über entsprechende Erfahrungen verfügen.
Das hat zwei Konsequenzen. Das bedeutet zuerst, dass der „CEF Professional“ –Ansatz
nicht immer den persönlichen Erwartungen, Forderungen und Bedürfnissen der Studenten
gerecht werden kann, die an dem Kurs teilnehmen. Diese Studenten sind relativ jung, mit
wenig oder geringer Erfahrung in ihrem gewählten Berufsfeld und oft ohne realistische
Erwartungen hinsichtlich der Anforderungen ihrer angestrebten Berufskarriere. Ihr
Bedürfnis kann beispielsweise sein, mehr die sozialen Fertigkeiten zu entwickeln als
vorhandene soziale Fertigkeiten im Kontext einer Fremdsprache einzusetzen. Zweitens
sind die Interviewten in den Profilen in zahlreichen Fällen erfahrene Fachleute, manche
in leitender Position. Sie müssen Aufgaben, wie etwa Präsentationen auf Konferenzen,
ausführen, die nicht jungen Mitarbeitern überantwortet würden. Wir müssen die
Tatsache berücksichtigen, dass die Leute ihre Karriere als Nachwuchskräfte und nicht als
Manager beginnen. Deshalb ist es kaum realistisch oder notwendig von unseren
Studenten zu erwarten, dass sie beim Start ins Berufsleben in der Lage sind, Dinge zu
tun, die von leitenden Angestellten erwartet werden.
Profile können aber von großer Hilfe für die Kursplaner sein, die eine Gruppe
Spezialisten oftmals kurzfristig unterrichten sollen. Sie vermitteln Kursplanern und
Studenten ein realistisches Bild über den Arbeitsalltag. Damit können sie Material
auswählen und einen Sprachunterricht mit Aktivitäten praktizieren, der den normalen
Aktivitäten ähnelt, und so nicht nur die Motivation der Studenten, sondern auch die
Authentizität des Sprachunterrichts heben und möglicherweise die Lernzeit verringern.
Literaturhinweise
Common European Framework of Reference for Languages: Learning, teaching, assessment.
(2001). Cambridge: Cambridge University Press.
Crystal, G. (1992). Introducing Linguistics. London: Penguin.
Ellis, R. (2003). Task-Based Language Learning and Teaching. Oxford: Oxford University Press.
Hofstede, G. (1980). Culture's Consequences: International Differences in Work-Related Values.
Thousand Oaks: Sage.
Morrow, K. and Schocker, M. (1987). Using texts in a communicative approach. ELT Journal,
41(4), 248-56.
Sarangi, S and Roberts, C. (eds) (1999). Talk, Work and the Institutional Order: Discourse in
Medical, Mediation and Management Settings. Berlin: Mouton de Gruyter.
White, R. V. (1988). The ELT curriculum: Design, innovation and management. Oxford:
Blackwell.
23
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