Kinder brauchen sieben Sicherheiten

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Kinder brauchen sieben
Sicherheiten
Immer wieder werde ich gefragt: was ist denn nun die praktische Pädagogik?
Was ist denn der Unterschied zur ‚Pädagogik’ wie sie an den Schulen und in den
Kindergärten angewandt wird?
Die herkömmliche Pädagogik schaut, wie sie das Kind in der Situation wahrnimmt.
Die praktische Pädagogik schaut, wie das Kind selbst die Situation wahrnimmt.
Warum sind die Kinder denn nicht leise, wenn sie von der Lehrerin dazu ermahnt
werden? Vielleicht können sie ja gar nicht leise sein, in diesem Moment, in
diesem Augenblick? Kann das Kind vielleicht der Aufforderung gar nicht folgen,
die wir als Erwachsener an das Kind stellen? Denn nicht was gesprochen oder
aufgefordert wird, sondern was bei dem Kind ankommt, zählt.
Kinder teilen uns mit ihrem Verhalten etwas mit, es sind kindliche Botschaften,
und es liegt an uns ihre Sprache zu verstehen; ja sogar in ihrer Sprache zu
antworten.
Kann ich die Sprache der Kinder durch Beobachten entschlüsseln,
kann ich entdecken:
-
Wie
Kinder wahrnehmen
Wie
Kinder Informationen verarbeiten
Warum sie bestimmte Schlüsse ziehen
Wie
wir sie ansprechen und erreichen können
Welche Informationen sie uns durch ihr Verhalten übermitteln wollen
Wie
Kinder lernen und
Was
was hinter ‚Verhaltensauffälligkeiten’ tatsächlich steckt.
Und, last but not least, wie wir helfen können und Neugierde, Interesse,
Lernfreude und Lernkompetenz bei Kindern wecken können und wie Talente
erkannt und gefördert werden.
Wir Menschen sind von der Evolution her auf stetige Entwicklung, Wachstum und
Lernen hin angelegt. Diese Entwicklung vom Urvertrauen zum Selbstvertrauen,
ein Prozess des stetigen Sich-Aufrichtens, kann dann erfolgreich passieren,
wenn der Mensch über Sicherheiten verfügt, die es ihm ermöglichen, sich seine
Kompetenzen zu erschließen und zu erweitern.
Aus der Evolution leiten sich hier sieben Entwicklungsstadien ab, vom einfachen
„Dasein“
bis
hin
zur
schwierigen
„Kommunikation“,
die
in
der
©
Evolutionspädagogik nach Koneberg in 7 Stufen beschrieben werden.
Welche sieben Sicherheiten brauchen unsere Kinder?
Die Sicherheit des Urvertrauens
Erlebnissicherheit
Körpersicherheit
Gefühlssicherheit
Gruppensicherheit
Sprachsicherheit
Kooperationssicherheit.
So einfach – und scheinbar doch so kompliziert in der Umsetzung!
Ein Beispiel zur Sprachsicherheit:
Ein Kind fängt plötzlich an zu stottern oder zu lispeln – dies kann passieren, weil
plötzlich die Gruppensicherheit fehlt, unzureichend ist oder erschüttert wurde.
D.h., das Kind schafft es nicht, die auf der Gruppensicherheit aufbauende Stufe
der Sprachsicherheit zu erklimmen. Hier ist Handlungsbedarf im Bereich der
Gruppensicherheit, nicht im ‚Beibringen’ vom richtigen Sprechen sondern im
Sicherheit vermitteln innerhalb der Gruppe. Dann entwickelt sich die
Sprachsicherheit wie von selbst.
Die praktische Pädagogik schaut also:
aus welcher Stufe heraus nimmt das Kind in diesem Augenblick eine
Aufforderung wahr: ist das Kind in der Situation sicher, fühlt es sich von der
Lehrerin verstanden und wahrgenommen, hat es einen sicheren Platz in der
Gruppe, kann es sich verbal verständlich machen --- dann hat es auch kein
Problem mit der Kooperation: es kann der Aufforderung leise zu sein folgen --es versteht den Anspruch: sei mal leise --- und setzt es um, indem es jetzt
einfach mal leise ist.
Hier kann man erkennen: das Kind kann kompetent der Situation entsprechend
eine Aufforderung in Handlung umsetzen.
Ganz anders kommt die Aufforderung bei Paul an: er hat einen großen Konflikt
mit seinem Sitznachbarn Tim. Der hat ihn schon mehrfach spüren lassen, dass er
ihn nicht für voll nimmt. Paul ist in Zugzwang. Wenn er Tim beweisen kann, was
für ein toller Hecht er ist, dann nimmt der ihn vielleicht wieder für voll. Also, --die fehlende Gruppen- und Gefühlssicherheit von Paul wird von ihm kompensiert,
indem er gezielt der Aufforderung der Lehrerin nicht folgt – um sich damit zu
brüsten . . . und leider genau das Gegenteil seiner Absicht damit erreicht.
Er wird von der Lehrerin gemaßregelt – und die Sicherheit im Klassenverband
nimmt weiter ab. So wird das tägliche Erleben in der Schule zu einem
Spießrutenlaufen um die notwendigen Sicherheiten.
Können wir es aber schaffen, unseren Kindern diese Sicherheiten von innen
heraus als Erleben zu vermitteln – haben wir eines Tages kompetente und
unabhängige Erwachsene vor uns. Dies soll das Ziel der Pädagogik sein, dass
Kinder sich optimal ihrem eigenen Potential entsprechend entwickeln können.
Dank der Evolutionspädagogik können auch blockierte und verzögerte
Sicherheiten nachtrainiert werden, indem man mit einfachen, aber gezielten
Bewegungsübungen diese ‚Gehirn-Vernetzung’ nacharbeitet.
Haben Sie hierzu Fragen?
Nehmen Sie einfach telefonisch oder per eMail Kontakt auf.
[email protected]
Tel: 02536 – 42 898 49
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