Meinen Befund verstehen - Brustkrebs Deutschland eV

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Meinen
Befund
verstehen
Der Weg
zu meiner
Therapie­
entscheidung
Inhalt
Vorwort
4
Befund
6
Lokalisation
8
TNM-Klassifikation
10
Tumorgröße
10
Lymphknotenstatus
12
Wächterlymphknotenbiopsie
14
Metastasierung
16
Grading
18
Hormonrezeptorstatus (ER/PR)
20
HER2/neu-Status
22
Lymphgefäße
24
Venen
26
Resektionsränder/Schnittränder
28
Genomische Signatur
30
Vorwort
Liebe Leserin,
Sie haben vor Kurzem die Diagnose Brustkrebs
erhalten. Die Gefühle fahren Achterbahn mit
­Ihnen und eigentlich sind Sie schon genug damit
beschäftigt, mit sich selbst und Ihren Sorgen klar­
zukommen.
Zusätzlich werden verschiedene Untersuchungen
durchgeführt und Sie wollen bestimmt verstehen
lernen, was die Diagnose genau bedeutet, was
die nächsten Schritte der Behandlung sind und so
weiter. Alles ein bisschen viel für einen Menschen,
nicht wahr?
Mit dieser Broschüre möchten wir Sie ganz zu
Beginn Ihrer Erkrankung dabei unterstützen, Ihre
­Diagnose zu verstehen und Ihnen Möglichkeiten
der detaillierten Befundung aufzeigen, die für
4
Ihre Therapieentscheidung von Bedeutung sein
­können.
Haben Sie Ihren Befund erst einmal verstanden,
wird es Ihnen leichter fallen, auf einer Augenhöhe
mit Ihren Ärzten und anderen an der Behandlung
beteiligten Personen zu sprechen und Entscheidungen bezüglich Ihrer Therapie zu verstehen und
mitzutragen.
schnell als „Spickzettel“ verwenden können, um
sich I­hren Befund vor Augen zu rufen. Auch geben
Ihre ­Eintragungen z. B. Ihren Verwandten oder
­Freunden die Möglichkeit, sich über Ihre Diagnose
zu informieren, weil diese neben der Erklärung
auch gleich Ihren Befund einsehen können.
Wir wünschen Ihnen alles Gute und viel Kraft für
die Zeit der Entscheidungen und Therapien!
Wir erklären Ihnen in der Broschüre Schritt für
Schritt die einzelnen Informationen und üblichen
medizinischen Abkürzungen der klassischen
Befundung von Brustkrebstumoren. Daneben
bieten wir Ihnen die Möglichkeit, in jedem Kapitel
Ihren persönlichen Befund zu notieren, sodass
Sie ­diese Broschüre z. B. in einem Arztgespräch
5
Befund
Sind sämtliche diagnostischen Verfahren abgeschlossen, liegt Ihr endgültiger Befund vor. Dieser
enthält viele Informationen zu Ihrer Diagnose, auf
deren Basis die Therapieentscheidung Ihrer Ärzte
im Rahmen einer Tumorkonferenz beruht.
Es ist wichtig, dass Sie Ihren Befund möglichst umfassend verstehen. Das hilft Ihnen dabei, die Therapievorschläge Ihres Arztes besser nachvollziehen
und mittragen zu können.
Die Informationen Ihres Befundes verbergen sich
hinter einer ganzen Reihe von Abkürzungen. Sie
haben keineswegs den Sinn, Ihnen Wichtiges vorzuenthalten, sondern folgen einem internationalen
Klassifikationssystem für Tumorerkrankungen.
6
Dieses Klassifikationssystem wurde von der International Union Against Cancer bereits in den 40er
Jahren des 20. Jahrhunderts initiiert und hat den
Sinn,
dem Arzt beim Planen der Behandlung zu helfen,
Hinweise auf die Prognose zu geben,
Folgende Parameter bzw. Begriffe spielen
im Befund eine Rolle:
Lokalisation
Das Klassifikationssystem hat den Vorteil, dass wir
Ihnen in dieser Broschüre, eben weil es einheitlich
angewandt wird, Ihren Befund Schritt für Schritt erklären können.
Tumorgröße
Lymphknotenstatus
Metastasierung
ehandlungsergebnisse besser auswerten zu
B
können,
Grading
en Informationsaustausch zwischen den
d
­Ärzten zu vereinfachen,
HER2/neu-Status
ie Erforschung von Krebserkrankungen vorand
zutreiben.
Venen
Hormonrezeptorstatus (ER/PR)
Lymphgefäße
Resektionsränder
Gensignatur
7
Befund
Lokalisation
Die erste Information in Ihrem Befund sagt etwas
über den Ort des Tumors aus. Dazu wird die Brust
in Viertel (Quadranten) aufgeteilt:
äußerer oberer Quadrant (I)
äußerer unterer Quadrant (II)
innerer unterer Quadrant (III)
innerer oberer Quadrant (IV)
Ein Teil der Tumoren kann sich auch in der Brustwarze (Mamille) befinden. Die Lokalisation Ihres
Tumors sagt nichts über weiterführende Therapien
wie z. B. eine Chemotherapie aus. Sie ist später,
bei der Bestrahlung von Bedeutung, damit das
­Bestrahlungsfeld möglichst klein ist.
Notieren Sie sich an dieser Stelle die Lokalisation
Ihres Tumors und, wenn Sie möchten, zeichnen
Sie ihn auch in die Abbildung hinein.
Mein Befund:
Lokalisation
Äußerer oberer Quadrant
Äußerer unterer Quadrant
Innerer unterer Quadrant
Innerer oberer Quadrant
Mamille
8
9
Befund
TNM-Klassifikation
Tumorgröße
Die sogenannte TNM-Klassifikation, die einen
wichtigen Bestandteil Ihres Befunds darstellt,
­erfasst drei Aspekte, die die Therapieentscheidung
maßgeblich beeinflussen:
Aus Ihrem Befund können Sie Informationen über die
Größe Ihres Tumors entnehmen. Die Abkürzung „T“
beschreibt diesen.
T = Größe und örtliche Ausdehnung des Tumors
M = Auftreten von Metastasen in anderen
Organen
Ziffern hinter den Buchstaben lassen Rückschlüsse
auf Größe und Ausdehnung des Tumors (T1-4), Anzahl und Lage der befallenen Lymphknoten (N0-3)
und das Vorhandensein von Metastasen (M0-M1) zu.
10
umliegende Gewebe eingedrungen
(carcinoma in situ)
Tumor
Die Kürzel a (Brustwand), b (Hautödem, Ulzeration,
Satellitenknötchen der Haut), c (a und b) oder d (entzündliches Karzinom) beziehen sich auf die Art der
Ausdehnung des Tumors.
T0 = es gibt keinen Beweis für einen
TX = der Tumor konnte nicht beurteilt werden
T1 = Tumorgröße unter 2 cm
Um sich einen schnellen Überblick über Ihre
­Tumorgröße zu verschaffen, hilft es Ihnen vielleicht, Ihre Tumorgröße hier einzutragen.
primären Tumor
N = Ausmaß des Lymphknotenbefalls
(abgeleitet von „node“, englisch für Knoten)
Tis = Tumorzellen sind noch nicht in das
Die Kürzel mi (0,1 cm oder weniger), a (>0,1 cm bis
0,5 cm), b (>0,5 cm bis 1 cm) oder c (>1cm bis 2 cm)
geben genauere Angaben zur Größe des Tumors.
T2 = Tumorgröße zwischen 2 und 5 cm
T3 = Tumor ist größer als 5 cm
T4 = alle Tumoren, die in die Brustwand oder in
die Haut eingewachsen sind
Mein Befund:
TNM-Klassifikation
T
11
Befund
Lymphknotenstatus
Die Anzahl der Lymphknoten, die Tumorzellen enthalten und das Ausmaß des Befalls dieser Knoten
lassen Rückschlüsse darüber zu, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist. Ihr Befund enthält daher wichtige Informationen zu Ihrem sogenannten
Lymphknotenstatus.
Die englische Bezeichnung für Lymphknoten
lautet „node“ (N).
NX = Lymphknoten in direkter Umgebung des
N0 = keine befallenen regionären Lymphknoten
Hier bietet sich Ihnen die Möglichkeit Ihren
individuellen Lymphknotenstatus einzutragen.
N1 = ein oder mehrere Lymphknoten in der
Tumors können nicht beurteilt werden
Achselhöhle sind vom Krebs befallen
N2 = wie N1, die Lymphknoten sind jedoch miteinander oder an benachbartem Gewebe fixiert
Die Kürzel a, b oder c geben Hinweise darauf, welche
Lymphknoten genau betroffen sind.
N3 = Lymphknoten ober- oder unterhalb des
Schlüsselbeins oder entlang der inneren
Brustarterie sind befallen
Die Kürzel a, b oder c geben Hinweise darauf, welche
Lymphknoten genau betroffen sind.
12
Mein Befund:
TNM-Klassifikation
N
13
Befund
Wächterlymphknotenbiopsie
In den letzten Jahren setzte sich eine wichtige
Neuerung durch: Die Wächterlymphknotenbiopsie
(Sentinel Lymph Node Biopsy).
Klinische Studien konnten zeigen, dass die Ausbreitung der Tumorzellen zuerst über die am
nahesten am Tumor liegenden Lymphknoten
­passiert. Also entwickelte man eine Methode, mit
der dieser erste Lymphknoten, der Wächterlymphknoten, identifiziert werden kann. Zeigt dieser bei
Ihnen in der pathologischen Untersuchung keine
Anzeichen von Tumorzellen, kann davon aus­
gegangen werden, dass die Erkrankung alleine auf
den Primärtumor (Ursprungstumor in der Brust)
begrenzt geblieben ist.
14
N0 (sn) = der Wächterlymphknoten (sn) ist frei
Hier bietet sich Ihnen die Möglichkeit Ihren
individuellen Lymphknotenstatus einzutragen.
N1 (sn) = der Wächterlymphknoten (sn) ist
befallen
Ein vorangestelltes kleines „p“ steht für patho­
histologisch (Gewebeuntersuchung). Ohne das „p“
handelt es sich um eine vorläufige Einstufung vor
der Operation.
Mein Befund:
TNM-Klassifikation
N (sn)
15
Befund
Metastasierung
Ihr Befund enthält ebenfalls Angaben zu einer
möglichen Metastasierung der Erkrankung. Von
Fernmetastasen spricht man, wenn Krebszellen
vom ursprünglichen Ort der Erkrankung aus in
­andere Gewebeteile und/oder Organe des Körpers
wandern und dort Tochterabsiedlungen des
­Tumors bilden.
M0 = Es wurden keine Fernmetastasen
Sind bei Ihnen Fernmetastasen identifiziert worden,
wird deren Ort ebenfalls im Befund festgehalten.
Brustkrebs bildet am häufigsten Metastasen in:
v erschiedenen Knochen (Wirbelsäule, Rippen,
Becken, Schädel u. a.),
Damit Sie schnell nachsehen können, wie Ihr
­Befund ist, tragen Sie hier die Ergebnisse bezüglich der Metastasierung ein.
in der Leber,
in der Lunge, auf dem Rippenfell (Pleura) und
in dem Gehirn und der Haut.
festgestellt
M1 = Fernmetastasen sind vorhanden
Die genaue Lokalisation wird mit Abkürzungen wie
z. B. OSS (Knochen) oder PUL (Lunge) angegeben
MX =Fernmetastasen können nicht beurteilt
Mein Befund:
TNM-Klassifikation
M
­werden
16
17
Befund
Grading
Beim sogenannten Grading wird das Ausmaß der
Entartung Ihrer Tumorzellen durch den Pathologen
beurteilt. In Gewebeuntersuchungen werden
Krebszellen auf ihre äußere Gestalt, ihre Merk­
male und ihren Reifegrad hin untersucht.
Je nachdem, wie stark die Tumorzellen verändert
sind, werden diese in vier Stufen eingeteilt:
Damit Krebs entstehen kann, müssen viele Prozesse außer Kontrolle geraten, vor allem diejenigen Vorgänge, die mit dem Wachstum und der Teilung von Zellen in Verbindung stehen. Zellen brauchen dann keine Wachstumsimpulse mehr von
­außen, sie teilen sich ungehindert und vermehren
sich ständig.
G2 = bezeichnet Zellen,
G1 = bezeichnet Zellen,
die stark ausdifferenziert sind
Je mehr die Zellen ihrem Ursprungsgewebe ähneln,
desto weniger aggressiv und wachstumsstark sind
sie. Also, je höher die Zahl hinter dem Buchstaben
G ist, desto aggressiver und schneller wächst der
Tumor.
Das Grading Ihres Tumors können Sie ebenfalls
zum besseren Verständnis und zum schnellen
Nachschlagen hier eintragen.
die bereits weniger differenziert sind
G3 = bezeichnet Zellen,
die kaum ausdifferenziert sind
G4 = undifferenzierte Zellen
Mein Befund:
Grading
G
18
19
Befund
Hormonrezeptorstatus (ER/PR)
Zellen stehen in ständigem Austausch mit ihrer Umgebung, denn sie sind Teil eines großen Ganzen,
eines Organismus. Wie in einer Gesellschaft z. B.
einzelnen Menschen unterschiedliche Aufgaben zukommen, übernehmen in einem Organismus einzelnen Zelltypen ebenfalls unterschiedliche Aufgaben.
Damit Zellen mit anderen Zellen in Kontakt stehen
können, tragen sie Rezeptoren (Eiweißmoleküle),
an die z. B. Hormone oder Wachstumsfaktoren
„andocken” können.
Der Östrogenrezeptor (ER) oder der Progesteronrezeptor (PR) sind solche Eiweiße, an die diese
beiden weiblichen Geschlechtshormone (Östrogen
und Progesteron) binden können.
20
Brustzellen besitzen diese Rezeptoren, denn der
Brust kommen im Lebenszyklus einer Frau unterschiedliche Aufgaben zu, die durch diese beiden
Hormone gesteuert werden.
Erkrankt eine Frau an Brustkrebs, kann es sein,
dass diese Rezeptoren auf den Brustkrebszellen
entweder im Übermaß oder aber überhaupt nicht
mehr vorhanden sind. Man spricht von hormon­
rezeptorpositivem oder hormonrezeptornegativem
Brustkrebs. Die Bestimmung des Hormonrezeptorstatus kann auf zwei unterschiedliche Weisen
­erfolgen. In einem Fall wird er in Prozenten, im
­anderen Fall mit Zahlen von 1-12 ausgedrückt.
Halten Sie hierzu Rücksprache mit Ihrem Arzt, um
seine Einschätzung zu Ihrem persönlichen Rezeptorstatus zu erhalten
Wenn Sie an einem hormonrezeptorpositiven
Brustkrebs erkrankt sind, können Sie von einer AntiHormontherapie profitieren. Wenn Sie an einem
hormonrezeptornegativen Brustkrebs erkrankt sind,
profitieren Sie nicht von einer solchen Therapie.
Kreuzen Sie hier an, ob Sie an einem hormon­
rezeptorpositiven Brustkrebs erkrankt sind und
wenn ja, tragen Sie ein, an welchem.
Mein Befund:
Hormonrezeptorstatus (ER/PR)
Ja
Hormonrezeptorpositiver
Brustkrebs?
Nein
21
Befund
HER2/neu-Status
HER2/neu ist wie der Östrogen- oder Progesteronrezeptor ein Eiweiß, das auf manchen Brustkrebszellen vorhanden ist. Bei ca. 15-20 % der Brusttumoren wird dieses verstärkt gebildet, man spricht
von HER2/neu (auch ERB2)-positiven Tumoren.
Der Pathologe kann das Vorhandensein von
HER2/neu mit verschiedenen Tests feststellen. Ihr
vollständiger Befund sollte also eine Aussage wie
HER2/neu 0, HER2/neu neg., HER2/neu 1+,
HER2/neu 2+ oder HER2/neu 3+ enthalten.
HER2/neu 3+ bedeutet, dass Ihr Tumor auf jeden
Fall positiv auf HER2/neu getestet wurde. Ist das
Testergebnis HER2/neu 2+ wird mit einem zweiten
Test (FISH) nochmals überprüft, ob Ihr Tumor wirklich eindeutig HER2/neu positiv ist. Der Zusatz im
Befund heißt dann: FISH pos. oder FISH neg.
22
Sollten Sie einen HER2/neu positiven Befund
(HER2/neu 2+ und FISH pos. oder HER2/neu 3+)
haben, werden Sie eine Therapie erhalten, die
HER2/neu gezielt angreift.
Damit Sie schnell im Blick haben, welchen ­
HER2/neu-Status Sie haben, können Sie diesen
hier eintragen.
Mein Befund:
Es gibt noch weitere Prognosefaktoren. Neben der
Klassifikation des Primärtumors (T), der regionären Lymphknotenmetastasen (N) und der Fernmetastasen (M), können weitere Aussagen getroffen
werden:
Die L-Klassifikation beschreibt das Vorliegen
von Lymphgefäßeinbrüchen.
Die V-Klassifikation beschreibt das Vorliegen
von Blutgefäßeinbrüchen.
HER2/neu-Status
Die R-Klassifikation beschreibt das Vorliegen
von Residualtumor (Resttumorgewebe nach OP).
HER2/neu
Im folgenden stellen wir Ihnen diese drei Klassifikationen vor.
23
Befund
Lymphgefäße
Lymphbahnen transportieren Flüssigkeit vom
Gewebe zurück zu den Blutbahnen. Bevor die
Lymph­flüssigkeit in den Blutstrom mündet, passiert
sie die Lymphknoten, in denen Immunzellen in der
Flüssigkeit enthaltene Infektionserreger, körperfremde Stoffe oder Tumorzellen erkennen und gegebenenfalls unschädlich machen können.
L0 = Lymphgefäße in der Tumorumgebung
Tumore sind in der Lage, Wachstumssignale an
ihre Umgebung abzugeben, die die Bildung von
neuen Lymphgefäßen anregen, um so gut mit
Nährstoffen versorgt zu werden.
LX = Keine Aussage zu Lymphgefäßeinbrüchen
Ihr Befund gibt daher Aufschluss darüber, ob Tumorzellen in die Lymphbahnen eingedrungen sind.
24
sind frei von Krebszellen
Auch hier können Sie wieder eintragen, wie Ihr
Befund lautet.
L1 = Lymphgefäße in der Tumorumgebung
sind befallen
L2 = makroskopische Lymphgefäßeinbrüche
möglich
Mein Befund:
Lymphgefäße
L
25
Befund
Venen
Venen sind die Blutgefäße, die Blut vom Körper
zurück zum Herzen transportieren. Tumore sind
auch in der Lage, die Bildung von neuen Blutgefäßen anzuregen, um sich selbst gut mit Nährstoffen
zu versorgen.
V0 = Venen in der Tumorumgebung
Ein Bestandteil Ihres Befundes gibt deshalb auch
Aufschluss darüber, ob ein sogenannter Einbruch
der Tumorzellen in die Venen erfolgt ist.
V2 = makroskopische Blutgefäßeinbrüche
sind frei von Krebszellen
V1 = Venen in der Tumorumgebung
sind befallen
VX =keine Aussage zu Blutgefäßeinbrüchen
So langsam aber sicher sind die klassischen Bestandteile Ihres Befundes komplett. Hier haben Sie
die Möglichkeit, Ihren persönlichen Befund bezüglich des Einbruchs der Tumorzellen in die Venen
zu komplettieren.
Tragen Sie hier die Angabe für „V“ aus Ihrem
Befund ein:
möglich
Mein Befund:
Zum klassischen Befund gehört jetzt nur noch eine
Aussage über die Resektionsränder.
Weitere, für Ihre individuelle Therapie aber dennoch maßgebliche Informationen zu Ihrem Befund,
können vor der Operation unter anderem noch
durch einen Test, der die genomische Signatur
Ihres Tumors bestimmt, aus dem Tumorgewebe,
das z. B. während der Stanzbiopsie entnommen
wurde, ermittelt werden. Lesen Sie dazu mehr auf
Seite 30.
Venen
V
26
27
Befund
Resektionsränder/Schnittränder
Unter Resektion versteht man das Herausschneiden von Gewebe während einer Operation. Der
Befund enthält nach erfolgter Operation Informationen darüber, ob der Tumor vollständig entfernt
werden konnte. Das heißt: Konnte der Tumor so
herausgeschnitten werden, dass die Ränder frei
von Tumorzellen waren?
R0 = tumorfreie Ränder (in sano Resektion)
R1 = unter dem Mikroskop können Krebszellen
identifiziert werden, die sich im Resektionsrand befinden
R2 = Tumorzellen im Resektionsrand sind mit
bloßem Auge erkennbar
Ihr Operateur wird immer anstreben, den Tumor
komplett zu entfernen. Es gibt aber Situationen, in
denen das nicht möglich ist, z. B. dann, wenn der
Tumor mit Gewebe verwachsen ist, das man nicht
vollständig entfernen kann.
RX = keine Aussage zu Resttumor möglich
Erfolgt vor der Operation bereits eine Chemo- oder
Strahlentherapie (neoadjuvante Therapie), dient
diese dazu, einen relativ großen Tumor erst einmal
zu verkleinern, um danach z. B. so operieren zu
können, dass möglichst viel Brustgewebe erhalten
werden kann. Um diese Tatsache im Befund zu
vermerken, stellt der Pathologe der eigentlichen
Klassifizierung ein „y“ voran. Somit weiß jeder, der
den Befund liest, dass diese Patientin eine neoadjuvante Therapie erhielt.
Nach der Operation haben Sie die Möglichkeit,
auch dieses Ergebnis, das für Ihren Befund von
Bedeutung ist, hier zu vermerken.
Freie Ränder
Positive Ränder
Mein Befund:
Resektionsränder
R
28
29
Befund
Genomische Signatur
Brustkrebs ist nicht gleich Brustkrebs. Unter der
Diagnose Brustkrebs versteht man eine Vielzahl
von Erkrankungen, die – wie Sie bis jetzt erkennen
konnten – viele Gesichter haben können: hormonrezeptorpositiv oder -negativ, mit befallenen
Lymphknoten oder nicht ...
Seit einigen wenigen Jahren besteht die Möglichkeit, Ihre persönliche Erkrankung noch genauer zu
beleuchten und zu analysieren. Aus diesem, verglichen mit den klassischen Befundparametern,
noch detaillierterem Befund können sich für Sie
wichtige Rückschlüsse ziehen lassen.
Es ist möglich, anhand Ihres Tumorgewebes
­(gewonnen aus der Stanzbiopsie vor der
30
­ peration oder aus dem Tumorgewebe, das bei
O
der Operation entnommen wird) die molekulare
Beschaffenheit Ihres Tumors zu bestimmen. Für
die spätere Wahl der für Sie persönlich richtigen
Therapie ist es entscheidend, die Tumorbiologie
so genau wie möglich zu bestimmen und deren
Charakteristika genau zu beschreiben.
Das ist möglich, weil die molekularbiologische
­Forschung in der Medizin in den letzten 15 Jahren
große Fortschritte erzielt hat. Mittlerweile stehen
verschiedene molekularbiologische Methoden zur
Verfügung, mit denen es möglich ist, einen Tumorsubtypus genauer zu beschreiben. Durch die
­Messung der Aktivität einzelner krebsrelevanter
Gene im Tumorgewebe beispielsweise lässt sich
bei Frauen mit frühem und östrogenrezeptor­
positivem Brustkrebs einschätzen, wie hoch das
individuelle Rückfallrisiko ist und ob eine Chemotherapie ­zusätzlich zu einer Anti-Hormontherapie
einen ­Zusatznutzen für die Patientin vermuten
lässt oder nicht.
Solche molekularen Tests helfen also dabei, die
klassische Diagnose weiter zu individualisieren
und zu spezifizieren. Mit Hilfe der Ergebnisse aus
solchen Tests können die behandelnden Ärzte
­Ihnen noch exakter Empfehlungen über Therapien
geben, von denen Sie vermutlich am meisten
­profitieren werden. Sollten Sie Interesse an einem
solchen Test haben, sprechen Sie noch vor oder
kurz nach der Operation Ihren behandelnden Arzt
darauf an, denn er veranlasst, dass das ent­
sprechende Gewebe bereitgestellt wird.
Es ist sicherlich eine große Herausforderung für
Sie, mit Ihren Gefühlen und Ängsten im Rahmen
Ihrer Krebserkrankung umzugehen. Hinzu kommt,
dass Sie sich der Diagnose, Ihrer Umwelt und
allen Reaktionen, die auch von außen auf Sie einstürmen, stellen müssen.
Und nun bieten Ihnen molekulare Tests weitere
­Informationen, die für Sie von Bedeutung sein
könnten. Wenn Sie einen solchen Test ­durchführen
lassen, bedeutet das neben der Chance auch
gleichzeitig, dass Sie bereit sein müssen, sich mit
dem Testergebnis auseinanderzusetzen.
31
Befund
Ist die Aussage: „Eine Chemotherapie ist nicht
nutzbringend“, steht für Sie zunächst wahrscheinlich eine gewisse Erleichterung im Vordergrund.
Es können aber auch Zweifel aufkommen, ob Sie
damit nicht auf eine wichtige Therapieform gegen
den Krebs verzichten. Lautet die Aussage jedoch:
„Eine Chemotherapie sollte durchgeführt werden,
weil ein erhöhtes Rückfallrisiko besteht“, können
neue Befürchtungen in Bezug auf den Verlauf Ihrer
Erkrankung entstehen. Sie können diese Aussage
aber auch als Unterstützung der Sinnhaftigkeit
­einer Chemotherapie sehen.
32
Vielleicht gehen Ihnen aber auch ganz andere
­Gedanken oder Zweifel durch den Kopf. ­
Be­sprechen Sie diese am besten ausführlich mit
­Ihrem Arzt oder Ihrer Pflegeexpertin für Bruster­
krankungen, die Ihnen jederzeit zur Seite stehen.
Impressum
Herausgeber
klarigo
Verlag für Patientenkommunikation oHG
Bergstraße 106 a
64319 Pfungstadt
www.klarigo.eu
Idee und Konzeption
klarigo Patricia Martin, Kim Zulauf
Text
Stefanie Hornung,
Patricia Martin, Kim Zulauf
Beratung
Sara Marquard
Pflegewissenschaftlerin, MScN,
Pflegeexpertin Onkologie
Renate Haidinger
Brustkrebs Deutschland e. V.
Die klarigo Verlag für Patientenkommunikation oHG ist bestrebt vollständige, aktuelle und ­inhaltlich zutreffende Informationen in dieser Broschüre zusammenzustellen. Gleichwohl kann keinerlei Gewähr für die Vollständigkeit, Aktualität oder
inhaltliche Richtigkeit der dargestellten Informationen übernommen werden. Sollten Sie Fragen zu medizinischen oder gesundheit­lichen Aspekten haben, die in
der vorliegenden Broschüre thematisiert werden, oder auf Basis der in der vorliegenden Broschüre enthaltenen Informationen medizinisch oder gesundheitlich
relevante Entscheidungen treffen wollen, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt
oder eine sonstige hierfür qualifizierte Auskunftsstelle. Sofern über Quellenangaben oder Empfehlungen für weiterführende Informationen auf andere Druckwerke, Internetseiten oder sonstige Informations­quellen verwiesen wird, haftet die
klarigo Verlag für Patientenkommunikation oHG in keiner ­Weise für dortige Darstellungen.
Diese Broschüre oder Auszüge dieser Broschüre dürfen nicht ohne schriftliche Einwilligung des Verlages in irgendeiner Form mit elektronischen oder
mechanischen Mitteln reproduziert, verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet
werden. Alle Rechte vorbehalten.
© klarigo – Verlag für Patientenkommunikation oHG,
Pfungstadt, 2012
Mit inhaltlich nicht einschränkender Unterstützung der
Genomic Health Deutschland GmbH.
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