Hubert M. Spoerri - Die animalische Dreifaltigkeit transzendieren - Ein kritischer Essay (2010) 1 Hubert M. Spoerri Die animalische Dreifaltigkeit transzendieren Ein kritischer Essay (2010) Die animalische Dreifaltigkeit und die menschliche Existenz Sobald das spirituelle Selbst des Menschen, sein Ich-Bin, in einem physischmateriellen Körper inkarniert, ist es dessen Bedingungen unterworfen, muss es die Struktur des menschlichen Körpers samt seiner irdischen Umwelt akzeptieren. Diese Struktur bringt Verschiedenes mit sich, so die grundlegende Polarität des Wahrnehmens, sich im Außensein Orientierens, die äußeren Eindrücke nach innen Verarbeitens auf der einen und des Manifestierens und sich Ausdrückens durch Mimik, Gestik, Sprache und Handeln im Sinne des Eingreifens in die Umwelt auf der anderen Seite. Dementsprechend ist unser Körper sensomotorisch organisiert, verfügt also einerseits über die Sinnesorgane, deren Reize via Nervensystem im Gehirn zentral verarbeitet werden, sowie anderseits über den Bewegungsapparat besonderes der Gliedmaßen, die ein sich Fortbewegen in der Umwelt und ein differenziertes körperliches Tätigsein und Eingreifen in dieselbe ermöglichen. Außer der soeben beschriebenen Struktur, welche die Grundlage für die bewusste Entfaltung des leibhaftigen Menschseins bietet, wirkt in allen körperlichen Vorgängen eine biologische Eigendynamik, deren Wirkungen wir Menschen sehr wohl zu spüren bekommen, deren Quelle aber zunächst unserem bewussten Zugriff verborgen ist. Die Eigendynamik wirkt instinktiv und äußert sich in drei grundlegenden Trieben, welche ich die animalische Dreifaltigkeit nenne. Worin besteht sie? Wir leben in einem gattungshaft biologisch konditionierten Leib, der von dieser dreifachen Eigendynamik beherrscht wird, - erstens vom Trieb, uns durch Essen und Trinken zu ernähren, wodurch wir als Individuen überleben, Hubert M. Spoerri - Die animalische Dreifaltigkeit transzendieren - Ein kritischer Essay (2010) - 2 zweitens vom Trieb, uns sexuell zu betätigen, fortzupflanzen und Kinder großzuziehen, wodurch die menschliche Gattung überlebt, - drittens vom Drang nach Schutz und Sicherheit unserer gefährdeten Existenz durch Bekleidung, Behausung, Wohlstand, Besitz und Macht. Die meisten von uns sind so ziemlich rund um die Uhr beschäftigt, um diese drei im Betriebssystem unserer Biologie veranlagten Grundtriebe zu befriedigen, und es bleibt uns wenig Zeit, um Ziele zu verfolgen, die über diese dreifache Triebbefriedigung hinausweisen, indem wir das unserem spirituellen Wesen eigene kreative Potential kulturschaffend entfalten. Wie sähe eine mögliche Alternative aus? Wie würde sich unser Leben gestalten, wenn wir von der animalischen Dreifaltigkeit frei wären? Ich skizziere ein Idealbild: Wir könnten von außen zwar so aussehen wie bisher, doch unsere inneren leiblichen Organe und unsere seelisch-geistigen Fähigkeiten würden sich fundamental von den heutigen unterscheiden und wären nicht mehr der animalischen Dreifaltigkeit unterworfen. Folgendes wäre uns prinzipiell möglich: − Wir würden uns direkt von kosmischem Prana, von überall verfügbarer kosmischer Lebenskraft, ernähren, bräuchten also nicht zu essen und zu trinken. − Sexualität und Fortpflanzung gäbe es bei uns nicht mehr. Wenn das ewige Individuum eines Menschen unserer Stufe irgendwo eine Verkörperung beabsichtigte, würde es sich direkt aus den variierbaren spirituellen Urbildern einen eigenen Körper nach den Bedingungen des Planeten schaffen, auf dem die Inkarnation erfolgen soll. – Deshalb wären auch Alter, Krankheit und Tod für uns kein Thema mehr. − Wir würden ferner keine Behausung zum Überleben mehr benötigen und uns nach Bedarf mit einer schützenden Energiehülle umgeben. − Wir könnten den eigenen Körper entmaterialisieren und rematerialisieren, zwischen verschiedenen Seinsebenen willentlich wechseln sowie beliebige Distanzen durch bloßen Wunsch und ohne Fahrzeug überwinden. − Außerdem vermöchten wir durch Materialisation alles hervorzubringen, Hubert M. Spoerri - Die animalische Dreifaltigkeit transzendieren - Ein kritischer Essay (2010) 3 was uns für unser jeweiliges Leben wünschenswert erschiene. − Hinzu kommen unglaublich gesteigerte Sinnesleistungen und paranormale Wahrnehmungen wie Hellsehen, kosmisches Hellhören, Lesen im Buch des Lebens u.a. Mit anderen Worten: Wir als menschliche Meisterwesen wären autonome Selbstversorger, unabhängig und stets mit der göttlichen Quelle verbunden. Wir wären im vollen Wortsinne die Souveräne unserer individuellen Existenzen. Frage: Gibt es einen Weg, um diese gewiss wünschenswerten Fähigkeiten schrittweise zu erreichen? Wenn ja, wie könnte er aussehen? Sich auf den Weg machen Es geht also um das Freiwerden von den genannten drei animalischen Trieben, von der Ernährung durch Essen und Trinken, von der Sexualität sowie vom Bestreben nach Sicherheit durch Bekleidung, Behausung, Schutz, Wohlstand und Macht. Das Wort Freiwerden hat hier eine doppelte Bedeutung. Zunächst geht es um die Befreiung von etwas, dann aber vor allem um das eigentliche Ziel, das Freiwerden für etwas. – Anders gesagt: Was für Gaben warten auf uns, wenn wir die animalische Dreifaltigkeit hinter uns lassen? Diese Gaben müssen attraktiv genug sein, damit die Mühe sich lohnt. Es geht also nicht um einen mehr oder weniger schmerzlichen Verzicht, um einen Kampf gegen die animalischen Triebe wie in der Askese, sondern um das Austauschen der animalischen Triebe gegen etwas Erfreulicheres, Ersprießlicheres, Beglückenderes. Um diesem erhebenden Weg besser nachspüren zu können, betrachte ich die drei Triebe und ihre Umwandlung gesondert. Ich fange mit der Sexualität an, weil sie von den dreien am leichtesten zu transzendieren ist. Ein Mensch kann sehr wohl ohne sexuelle Betätigung existieren, aber in der Regel nicht ohne Essen und Trinken, auch nicht ohne äußeren Schutz wie Bekleidung, Behausung und ein Minimum an Werkzeugen, Geräten u.ä. Hubert M. Spoerri - Die animalische Dreifaltigkeit transzendieren - Ein kritischer Essay (2010) 4 Die Sexualität hinter sich lassen Wir alle haben erlebt, wie unser Geschlechtstrieb im Laufe unserer Kindheit und Jugend erwachte, wie das Sexualorgan in einen faszinierenden Erregungszustand geraten kann, der dazu verführt, ihn auszudehnen und zu genießen. Dabei entdeckten wir früher oder später das Ziel der Erregung: den Orgasmus. Es ist ganz natürlich, dass Jugendliche die Eigendynamik der Sexualität erforschen und auskosten wollen, gehört sie doch zum Betriebssystem unserer Existenz und spielt eine große Rolle im Leben, wie Partnersuche, Beziehungsspiele, Heirat als gesellschaftlicher Anlass, Familienbildung und Kinderbekommen beweisen. Dabei fragt sich, wer wen benützt, der einzelne Mensch die Sexualität oder umgekehrt. Von Natur aus benützt die Sexualität als gattungshafte, überindividuelle biologische Dynamik mit ihrer abenteuerlichen Anziehungskraft uns als Werkzeuge für ihre einzige Absicht: die Fortpflanzung. – Wir können aber den Spieß auch umdrehen und Sex nur zum Vergnügen genießen, indem wir die Natur überlisten und Empfängnisverhütungsmittel einsetzen. Dennoch: In beiden Fällen ist die Sexualität die treibende Kraft, und wir sind die Getriebenen. Wir werden zu Handlungen veranlasst und in Beziehungen verwickelt, die für uns weitreichende, oft unbeabsichtigte Folgen haben können. – Insofern ist ein Dasein ohne Sexualität zweifellos unabhängiger als eines mit, auch wenn sie schön und einvernehmlich gelebt wird. Ist diese Unabhängigkeit, die ja schon lange in allen zölibatären Bestrebungen geübt wird, überhaupt wünschenswert? Jedenfalls geht es hier nicht um Verzicht durch Askese, sondern um das Ersetzen einer unfrei machenden durch eine freie, uns als Menschen erfüllende Befriedigung. Wir sollen für den Verzicht auf sexuelle mit einer noch erfüllenderen Befriedigung entschädigt werden. Was könnte damit gemeint sein? Um das zu klären, fragen wir uns vorab: Worin besteht denn die sexuelle Befriedigung? Die Quelle des sexuellen Verlangens ist biologischen Ursprungs und entzieht sich der Kontrolle des bewussten Individuums. Dieses kann allerdings durch seine Vorstellungen die Stärke des sexuellen Verlangens beeinflussen. Hubert M. Spoerri - Die animalische Dreifaltigkeit transzendieren - Ein kritischer Essay (2010) 5 Unsere Vorstellungen können uns, wie die Erfahrung zeigt, zusätzlich aufgeilen, indem sie ein sexuelles Ziel als besonders attraktiv erscheinen lassen. Doch ein diszipliniertes Vorstellungsleben, das sexuelle Ziele willentlich ausklammert oder gar als überflüssig, langweilig, schwächend und unfrei machend erscheinen lässt, wird den Geschlechtstrieb ohne Zweifel dämpfen, obwohl es ihn nicht ganz ausschalten kann. Das Ziel des sexuellen Verlangens ist die Befriedigung desselben, die normalerweise mit dem Orgasmus erreicht wird, wobei wir im Orgasmus die Kontrolle über das Geschehen verlieren. Ist er einmal ausgelöst, läuft alles von selbst ab, und der Erregungszustand geht in Erschlaffung über. Merkwürdigerweise liegt demnach sowohl die Quelle als auch das Ziel des sexuellen Verlangens zunächst außerhalb der Kontrolle durch das bewusste Individuum. Und was ist mit der sexuellen Befriedigung – sei es mit Partner oder allein – erreicht? Wenn wir vom Kinderzeugen absehen, verhält es sich wie beim Essen. Ebenso wie der Hunger meldet sich das sexuelle Verlangen. Und wenn wir durch Nahrungsaufnahme oder sexuelle Befriedigung gesättigt sind, lässt uns der Trieb vorerst in Ruhe. Bis zum nächsten Mal ... Wir können sowohl Hunger/Durst als auch sexuelles Verlangen mit kulinarischer Raffinesse stillen und diesen Vorgang gebührend genießen, doch wenn wir gesättigt sind, geraten wir in einen Zustand behaglicher Ernüchterung. Die umtriebige Unruhe und das Drängen sind verschwunden. Wir sind satt. Das war’s dann. Bis zum nächsten Mal ... Selbstverständlich kann die sexuelle Vereinigung bei Partnerschaften zur Intimität und Verbundenheit beitragen, aber ebenso zu Spannungen und Enttäuschungen führen, denn die Uhren des Verlangens ticken bei den Partnern – zumindest auf die Dauer – nicht konform, und die wechselseitige Abhängigkeit, die leicht zwanghafte Formen annimmt, ist auf längere Sicht nicht unbedingt eine Quelle der Freude, denn Frauen und Männer sind verschieden veranlagt. Allein schon die Tatsache, dass nur die Frauen, nicht die Männer schwanger werden können, sagt eigentlich alles. – Vor Jahren las ich in einer Zeitung von einer amerikanischen Studie zum unterschiedlichen Hubert M. Spoerri - Die animalische Dreifaltigkeit transzendieren - Ein kritischer Essay (2010) 6 Sexualverhalten von Frauen und Männern. Das Ergebnis war, vereinfacht ausgedrückt: Eine Frau ist bereit, sich einem Manne hinzugeben, wenn sie vorher sich überzeugen konnte, dass er sie liebt. Ein Mann wiederum ist bereit eine Frau zu lieben, wenn Sie sich ihm vorher hingegeben hat. Dann tut er alles für sie! – Mit anderen Worten: Bei der Frau kommt zuerst die menschliche Liebe, dann der Sex, und beim Mann ist es umgekehrt. – Diese Formel ist gewiss überzogen und braucht im einzelnen Fall nicht zuzutreffen, doch scheint sie mir eine tatsächliche Grundtendenz aufzuzeigen. Ich will auf die mit sexuellen Beziehungen verbundenen Psychospiele mit ihren endlosen Varianten von subjektiven Wehwehchen nicht näher eingehen. Sie sagen wenig über die kreativen Potenziale des Individuums aus. Wer sich damit zufrieden gibt, mag die entsprechenden Erfahrungen machen. In diesem Essay jedenfalls geht es darum nicht, sondern um das Bestreben, die Sexualität zu transzendieren. Dennoch möchte ich erwähnen, dass die Sexualität eine wunderbare Ausdrucksebene in der tiefen Begegnung zwischen zwei Menschen verschiedenen Geschlechtes sein kann, insbesondere dann, wenn die Innigkeit eine spirituelle Dimension enthält, die über die rein gefühlsmäßige Zuneigung hinausreicht. Das kann so intensiv sein, dass dabei die gattungshafte Natur der Göttlichkeit der beteiligten menschlichen Individuen einverwandelt wird. Dieses wohl eher seltene Geschehen macht den physischen Leib zum Tempel der Liebe, in dem die Befriedigung des Naturtriebes keine eigenständige Rolle mehr spielt. Zurück zu meinem Thema: Was könnte an menschlicher Qualität und Erfüllung an die Stelle der sexuellen Befriedigung treten? Sexualität ist eine gattungshafte Eigendynamik des Betriebssystems unserer körperlichen Existenz und hat ihrem Ursprung nach nichts mit der schöpferischen Eigendynamik des bewussten Individuums zu tun, wenngleich sie an demselben hängt. Wie wir leicht beobachten können, bündelt sich die Energie unserer Existenz im Zusammenhang mit Sex im Unterbauch, und dementsprechend funktionieren auch zwischenmenschliche Begegnungen sexueller Art. Ganz anders verhält es sich, wenn wir unseren Mitmenschen mit freier Hubert M. Spoerri - Die animalische Dreifaltigkeit transzendieren - Ein kritischer Essay (2010) 7 Sympathie und Zuneigung und ohne sexuelles Verlangen begegnen. Dann sammelt sich unsere Energie, wie wir ebenfalls leicht beobachten können, in der Herzgegend. Es wird uns buchstäblich warm ums Herz. Die Erfüllung, die wir im triebfreien, von echter Zuneigung getragenen Austausch mit unseren Mitmenschen beiderlei Geschlechts finden, ist das, was an die Stelle der sexuellen Erfüllung treten kann und bei genügender Intensität und Konstanz dieselbe überflüssig macht. Dann ist zum Beispiel eine schöne junge Frau für einen Mann, der Frauen liebt, immer noch schön, liebenswürdig und als Erscheinung bewundernswert, aber nicht mehr ein direktes oder latentes Objekt seiner sexuellen Begierde. Nun wird – von seltenen Ausnahmen abgesehen – der Übergang zu einem Leben ohne Sex nicht abrupt erfolgen. Vielmehr dürfte es zu einem Hin und Her zwischen der Unterbauch- und der Herzebene kommen, wobei die Phasen des Lebens aus der Herzenergie immer länger und jene des Lebens aus der Unterbauchenergie immer kürzer werden, bis das sexuelle Verlangen versiegt. – Wenn jemand die Sexualität hinter sich lassen will, kommt es darauf an, an diesem Ziel mit Freude festzuhalten, ohne etwas zu bekämpfen. Dann geschieht die Umwandlung allmählich und auf sanfte Weise. Wie lange wird vermutlich dieser Prozess dauern? Das wird individuell sehr verschieden sein. Generell dürfen wir sagen, die Menschen sollten in der Jugend die sexuellen Freuden möglichst schön und verspielt genießen, damit sie später nicht glauben, etwas verpasst zu haben. So um die vierzig aber kann der Umwandlungsprozess ohne Probleme einsetzen. Spätestens mit dem Lebensabend sorgt in der Regel die Natur selbst für die Ablösung, wenn der sexuelle Appetit nicht künstlich mit Anti-Aging-Hysterie, Viagra und anderen Stimulantien infolge irreführender mentaler Muster unserer materialistischen Gesellschaft krampfhaft aufrechterhalten wird. (Nüchtern betrachtet, ist all das in erster Linie ein Geschäft!) Was verlieren wir überhaupt, wenn wir die Sexualität ablegen? Gewiss nichts menschlich besonders Wichtiges. Nötig ist sie ohnehin nur zur Fortpflanzung. Alles Andere ist in der Regel ... na ja, bestenfalls Zugabe, eine Zugabe voller Umtriebe und unnötiger Aktivitäten. Wir können die Zeit und Hubert M. Spoerri - Die animalische Dreifaltigkeit transzendieren - Ein kritischer Essay (2010) 8 Kraft, die dabei mit allem Drumherum verloren geht, gewiss erfüllender nutzen. Das opulente Mittagessen oder der geile Sex von gestern sind heute ohne jede Bedeutung, nicht aber eine kreative Idee, ein Freundschaft begründendes Gespräch oder eine liebevolle mitmenschliche Tat von gestern. Nichts gegen Sex, doch was wir in Verbindung mit ihm an Schönem, Erfüllendem erfahren können, ist grundsätzlich auch ohne Sex lebbar! Kurz: Ohne Sexualität sind wir als Individuen unabhängiger, souveräner und freier für alles, was unserer Vergöttlichung dient. Eine höhere Form von Ernährung Die Ernährung ist für jede individuelle Existenz innerhalb der Schöpfung ein notwendiges, universelles Prinzip, denn die Einzelexistenzen sind Teil des Allzusammenhanges, mit dem sie im permanenten Austausch stehen. Aber die Art, wie ein Wesen sich ernährt, kann sehr verschieden sein, wie schon die irdische menschliche Existenz offenlegt, denn wir ernähren uns auf zwei Arten, durch Essen/Trinken und durch Atmen. Um Essen und Trinken zu können, müssen wir einen erheblichen Teil unserer Lebenszeit einsetzen, weshalb diese Form der Ernährung bei aller Freude am Essen und Trinken sehr schwerfällig und mit viel Anstrengung verbunden ist, wenn wir die Erzeugung der Nahrungsmittel, deren Verarbeitung und Vertrieb sowie das Einkaufen derselben bedenken. Dann kommt die aufwändige Küchenarbeit vor und nach dem Essen und schließlich die Verdauung und Ausscheidung mit allem, was dafür erforderlich ist, von den gesundheitlichen Risiken mit ihren Folgen einmal ganz abgesehen. Ganz anders gestaltet sich die Atmung. Welch ein Unterschied zwischen den beiden Ebenen des Essens/Trinkens und des Atmens! Die Luft steht uns rund um den Planeten ohne Anstrengung und weiteren Aufwand kostenlos immer zur Verfügung, und im Atmen nehmen wir nicht nur das Lebenswichtige auf, sondern scheiden zugleich das Unbrauchbare aus, ohne uns damit aufzuhalten, denn wir können während des Atmens jeder beliebigen Beschäftigung nachgehen. Wir können uns zwar auf das Atmen konzentrieren, zum Beispiel beim Meditieren, wir können es indes ebenso gut ver- Hubert M. Spoerri - Die animalische Dreifaltigkeit transzendieren - Ein kritischer Essay (2010) 9 gessen, und es funktioniert trotzdem. Das Atmen sollte unser großes Vorbild sein, denn wenn wir die Fähigkeit erwerben, uns analog zum physischen Atmen direkt vom überall kostenlos verfügbaren kosmischen Prana zu ernähren, fällt zuerst das Essen und schließlich auch das Trinken weg, und wir sind frei von den zahlreichen Nötigungen dieser schwerfälligen Art von Ernährung. Das klingt zunächst wie eine kühne, unrealistische Behauptung. Doch gibt es historisch gut verbürgte Beispiele wie den Innerschweizer Nikolaus von Flüe (1417-1487) und die Deutsche Therese Neumann von Konnersreuth (1898-1962), die viele Jahre ohne Essen lebten. Das Thema der sogenannten Lichtnahrung hat seit den neunziger Jahren durch die Australierin Jasmuheen eine zeitgemäße Aktualität gewonnen. Jasmuheen nimmt für sich in Anspruch, seit 1993 ausschließlich von Licht (Prana) zu leben, und sie hat im Kontakt mit höheren Ebenen ein Konzept entwickelt, das dazu dienen soll, auch anderen Menschen diese Fähigkeit zu vermitteln, nämlich den sogenannten <21-Tage-Prozess>1. Nur so viel sei hier beschrieben: Wer die Lichtnahrung anstrebt, zieht sich – allein oder in einer Gruppe – an einen stillen Ort zurück, wo er von der Außenwelt abgeschottet ist. Während der ersten sieben Tage darf weder gegessen noch getrunken werden. Ab dem 8. Tag ist Wassertrinken mit Saftzusatz erlaubt. Nach insgesamt drei Wochen müsste die Umstellung erfolgt sein. Ist sie tatsächlich gelungen, dann wird der Wegfall des Essens nicht als Entbehrung erlebt. Vielmehr ist der/die Betreffende voll bei Kräften, gesund und frisch. Der 21-Tage-Prozess ist also kein Fasten, sondern eine Umstellung der Ernährung von festen physischen Nahrungsmitteln auf Prana (reine Lebenskraft). Grundsätzlich könnte auch auf Trinken verzichtet werden. – Jasmuheen beschreibt in ihrem Buch ausführlich die esoterischen Grundlagen, die innere und äußere Vorbereitung und die Durchführung des 21-Tage-Prozesses. Der mit der Lichtnahrung verbundene spirituelle Impuls sprach mich sofort ganz tief an. Nachdem ich in Bremen einen Vortrag Jasmuheens be1 Jasmuheen: Lichtnahrung – Die Nahrungsquelle für das kommende Jahrtausend, Burgrain 1997 (KOHAVerlag) Hubert M. Spoerri - Die animalische Dreifaltigkeit transzendieren - Ein kritischer Essay (2010) 10 sucht hatte, absolvierte ich im Juni 1998 den 21-Tage-Prozess in einem komfortablen Tagungshaus in Schneizelreuth-Mellek unter der Leitung eines Heilpraktikers. Das Haus bietet einen wunderschönen Blick über die österreichische Grenze hinweg auf die Loferer Steinberge, die noch reichlich Schnee trugen. Wir waren eine originelle Gruppe, liebenswürdig vom Kursleiter betreut, der jeden Tag etwa sechs Stunden mit uns meditativ arbeitete. Diese intensive Zeit, umgeben von einer frischen, wunderschönen Bergwelt und fern vom Getriebe des Alltags war für mich eine sehr tiefdringende, einschneidende, wertvolle Erfahrung. Wenn ich etwa zehn Tage nach Ende des 21-Tage-Prozesses dennoch wieder zum Essen zurückkehrte, lag es einfach daran, dass bei mir die Umwandlung offensichtlich nicht vollständig genug war, weshalb es für mich nicht sinnvoll war, länger auf das Essen zu verzichten, denn ich hatte erhebliches Untergewicht. Jasmuheen betont, es dürfe keine Entbehrung sein, man müsse sich im Gegenteil leistungsfähiger fühlen als vorher. Letzteres war offensichtlich beim Antroposophen Michael Werner, einem promovierten Chemiker, der Fall, der Anfang 2001 mehr aus Neugier den 21Tage-Prozess durchmachte und seither keine feste Nahrung mehr zu sich nimmt, nur ein wenig trinkt, und zwar mehr aus gesellschaftlichen Gründen (an den Mahlzeiten der Familie usw. teilnehmen) als aus Notwendigkeit. – Am 29. Oktober 2004 besuchte ich einen von ihm gehaltenen Vortrag mit anschließender Podiumsdiskussion im Rudolf Steiner-Haus in Hamburg und war von seinen Ausführungen nicht zuletzt deshalb so begeistert, weil er nicht als Guru auftrat, keinen Vorzug gegenüber anderen Menschen in Anspruch nahm und sich ausgesprochen locker und unprätentiös verhielt. Seine Erfahrungen sind in Buchform niedergelegt.2 Aus der Fragenbeantwortung greife ich nur zwei Punkte heraus: − Kennen Sie noch andere Menschen, die sich von Licht (Prana) ernähren. – Antwort: Ich kenne etwa 20 – 30 Personen dieser Art, die damit kein Problem haben. 2 Michael Werner, Thomas Stöckli: Leben durch Lichtnahrung – Der Erfahrungsbericht eines Wissenschaftlers, Baden und München 2005 (AT Verlag) Hubert M. Spoerri - Die animalische Dreifaltigkeit transzendieren - Ein kritischer Essay (2010) 11 − Verspüren Sie infolge der Umstellung ein gesteigertes Schlafbedürfnis? Wie steht es mit ihrer Konzentrationsfähigkeit? – Antwort: Ich schlafe wesentlich weniger als vorher. Ich fühle mich wach und leistungsfähig. Ich verstehe sehr gut, dass materialistisch eingestellte Wissenschaftler sich mit den hier vorgebrachten Sachverhalten sehr schwer tun, weil sie nicht in die üblichen Erklärungsmodelle passen. Doch das ist das Problem dieser Wissenschaftler und nicht meines. Ich zweifle nicht einen Augenblick, dass Lichtnahrung lebbar ist, und behalte mir vor, einen weiteren Versuch zu machen, um die damit verbundene, tief erfreuliche Unabhängigkeit von der animalischen Dreifaltigkeit doch noch zu erlangen. Inzwischen (2010) ist der Film Im Anfang war das Licht in die Kinos gekommen, womit zum erstenmal ein größeres Publikum mit der Praxis der Lichtnahrung vertraut gemacht wird. Gibt man den Titel bei Google ein, erhält man die nötigen Informationen und kann Probesequenzen einsehen. – Weiter verweise ich auf das deutsche Channel Gaby Teroerde, die seit Jahren Lichtnahrung praktiziert und über ihre diesbezüglichen Erfahrungen einen erfrischenden Vortrag gehalten hat, der unter dem Datum vom 17.10. 2010 bei www.dimensionssprung.at als Radiosendung Nr. 38 kostenlos angehört werden kann. Behausung, Schutz und Sicherheit Die bisherigen Ausführungen legen nahe, dass wir die animalische Dreifaltigkeit auf dem Gebiet der Sexualität relativ leicht hinter uns lassen können und dass die entsprechende Unabhängigkeit im Bereich der Ernährung eine vergleichsweise höhere Anforderung stellt, jedoch erreichbar ist, wie relativ zahlreiche Pioniere beweisen. Aber selbst Individuen, die beides verwirklicht haben, benötigen – besonders in unseren geografischen Breiten und gesellschaftlichen Verhältnissen – eine Behausung und ein Mindestmaß an Wohlstand, Schutz und Sicherheit, um ihr Potenzial zu entfalten, denn sie leben in einem schutz- und pflegebedürftigen Körper, der auf Werkzeuge, Geräte, Maschinen und technische Kommunikationsmittel verschiedenster Art angewiesen ist. Hubert M. Spoerri - Die animalische Dreifaltigkeit transzendieren - Ein kritischer Essay (2010) 12 Will ein Mensch auch in diesem dritten Bereich die Abhängigkeit vom Animalischen transzendieren, dann benötigt er einen neuen, nicht mehr animalisch konditionierten Körper, und das ist nur möglich, wenn er seinen durch sexuelle Fortpflanzung entstandenen animalischen Körper durch einen Lichtkörper zu ersetzen vermag, ein Vorgang, der dem Aufstieg in eine höhere Dimension als die des gewöhnlichen irdischen Lebens gleichkommt. Das bedeutet zugleich den Aufstieg in den Status eines Meisterwesens mit paranormalen Fähigkeiten verschiedener Art, wie sie zu Beginn dieses Essays aufgelistet wurden. Die Umwandlung des animalischen Körpers in einen Lichtkörper Vom Aufstieg der Erde und der Menschheit ist tatsächlich in der zeitgenössischen Esoterik viel die Rede, und dieser Vorgang wird meistens mit dem Anbruch des Wassermann-Zeitalters (New Age) oder mit dem Auslaufen der großen Periode des Maya-Kalenders Ende 2012 in Zusammenhang gebracht. Vor mehr als zehn Jahren las ich begeistert zwei Bücher, die beide zuerst 1990 in den USA herausgekommen waren und 1997 in einer deutschen Übersetzung erschienen.3 Beide sind das Ergebnis von medialen Durchgaben sogenannter Aufgestiegener Meister, und in beiden geht es sowohl um den Aufstieg von uns einzelnen Menschen als auch um den Aufstieg unseres gesamten Planeten. Fangen wir mit dem Aufstieg der Erde an. Dazu führt Stubbs aus: „Planetarischer Aufstieg ist eine Tatsache, an der nicht zu rütteln ist. Ein Zeitrahmen wurde festgelegt, und er lässt nicht viel Zeit für Diskussionen. Bitte behandle dies also mit derselben Dringlichkeit, wie wir auf der nichtphysischen Ebene es tun. Als Lichtarbeiter hast du dich auf diesen Prozess seit deiner ersten Inkarnation auf diesem Planeten vorbereitet. Unsere Aufgabe ist es, dir Anleitung für den letzten großen Schritt zu geben: deinen persönlichen Aufstieg.“4 – Klein beschreibt denselben Vorgang wie folgt: „Es ist die Erde, 3 Tony Stubbs: Handbuch für den Aufstieg – Material gechannelt von Serapis, Waldfeucht 1997 (Hans-NietschVerlag). – Eric Klein: Die Sananda Connection – Ein Führer für den Aufstieg – Gechannelte Botschaften der Aufgestiegenen Meister, Santa Maria Calanca 1997 (Casa Assunta Enterprise). 4 Stubbs, S. 14 Hubert M. Spoerri - Die animalische Dreifaltigkeit transzendieren - Ein kritischer Essay (2010) 13 die selbst in den Anfangsstadien ihrer Transformation und ihres Aufstiegs ist. Die Erde wird nur noch während kurzer Zeit eine drittdimensionale Manifestation sein. – Es wird eine unvorstellbare Transformation dieses Planeten und dieses Sonnensystems stattfinden. Alle Atome und Moleküle der Erde, des Sonnensystems und jedes einzelnen Wesens transformieren sich in eine höhere Frequenz und werden bald in der fünften Erfahrungs-Dimension sein. ... All dies wird vermutlich in absehbarer Zeit geschehen. ... Die Erde wird ihre Transformation durchlaufen. Sie wird eine fünft-dimensionale Wesenheit werden, und nachher wird sie mit Menschen wiederbevölkert werden, die in einer fünft-dimensionalen Wirklichkeit leben können. Man könnte sagen, niemand werde die Erde bewohnen können, der nicht aufgestiegen ist.“5 Den Aufstieg der einzelnen Menschen schildert Stubbs so: „Aufstieg bezeichnet in erster Linie eine Frequenzveränderung und eine Verlagerung des Bewusstseins. ... Du wirst buchstäblich zu einem Wesen der fünften Dimension, das in der fünften Dimension agiert und mit anderen Wesen der fünften Dimension zusammenarbeitet. Muster niedriger Schwingung, wie zum Beispiel Angst und Begrenzung, werden einfach wegfallen, und du wirst in einem Zustand leben, den du heute als Ekstase bezeichnen würdest. Du wirst eins mit deinem Geist und dem Geist von allen anderen. Das ist Aufstieg. ... Leben in der fünften Dimension ist ganz anders als deine jetzige Erfahrung, die stark von Raum, Zeit, Hindernissen und Begrenzungen geprägt ist. ... Im Lichtkörper weißt du, wer du wirklich bist: ein reines liebendes Wesen, das Teil der Quelle und eins mit allen anderen Wesen ist. Doch du bist immer noch genügend individualisiert ... Du bist ein Entdecker und Erforscher für das ganze Universum. – Du bist ein Meister des Erschaffens. Deine Gedanken werden sofort umgesetzt und erscheinen als Objekte, Musik, Kunst usw., an denen sich die anderen Wesen auf der fünften Dimension erfreuen. ... Du erschaffst dir deinen eigenen <Wohnort> als Treffpunkt für deine Freunde aus der fünften Dimension. Es ist ein Ort, der genauso real ist wie dein Heim auf der physischen Ebene. Der einzige Unterschied ist, 5 Klein, S. 24, 29 Hubert M. Spoerri - Die animalische Dreifaltigkeit transzendieren - Ein kritischer Essay (2010) 14 dass ein Gedanke genügt, um ihm ein ganz neues Aussehen zu verleihen. – Das Ausprobieren von ganz verschiedenen Körpertypen wird dir eine Menge Spaß bereiten. In der fünften Dimension ist dein Körper eine reine Gedankenprojektion und doch ebenso real wie dein physischer Körper jetzt. ... Es ist richtig, dass sich dann die niedrigste Frequenz deines Wesens auf der fünften Dimension befindet und daher für alle auf der physischen Ebene unsichtbar ist. Du kannst jedoch willentlich einen sichtbaren Lichtkörper projizieren.“6 Und bei Klein lesen wir zu diesem Thema: „Ein aufgestiegener Mensch hat ... zumindest die Bewusstseinsstufe der fünften Dimension erreicht. Er hat Geburt und Tod überwunden und den Zustand der Unsterblichkeit erreicht, bei dem das Bewusstsein nicht mehr durch den Schlaf, den ihr Tod nennt, unterbrochen wird. – Es gibt auch kein Altern mehr. ... Ihr werdet nicht etwa eure Körper zurücklassen, um in einen höheren Bewusstseinszustand weiterzugehen, sondern eure physischen Körper werden ebenfalls transformiert werden. Die Moleküle, die Atome, eure subatomaren Teilchen, alles, was ihr seid, wird in die fünfte Dimension transformiert und beschleunigt. ... Ihr werdet darum nicht sterben müssen. ... Selbst wenn ihr euch von Zeit zu Zeit als Aufgestiegene Meister in der dritten Dimension manifestieren werdet ..., wird es nicht mehr dasselbe sein. Ihr seid dann in euren Lichtkörpern, und wenn ihr einmal in die fünfte Dimension gelangt, werdet ihr keiner Bindungen mehr bedürfen. Das ist eine Befreiung. ... Der Aufstieg ist einfach eine Erhöhung eurer Schwingungsfrequenz. ... In physischer Hinsicht werden eure Zellen und eure DNS-Codes neu ausgerichtet.“7 Besonders hervorgehoben sei die schlüsselhafte Bedeutung unseres gegenwärtigen physischen Körpers für den Aufstieg: „Du gibtst deinen Körper nicht auf, sondern entwickelst ihn. Du besitzt weiterhin denselben Körper, aber in weiterentwickelter Form ... Der Aufstieg ist der Abschluss des spirituellen Wachstums auf diesem Planeten ... Es ist unabdingbar, dass du deinen Körper mitnimmst, denn ohne ihn kannst du nicht aufsteigen.“8 Mit an6 Stubbs, S. 15, 143-145 Klein, S. 24, 25, 48, 56 8 Ebd., S. 75 7 Hubert M. Spoerri - Die animalische Dreifaltigkeit transzendieren - Ein kritischer Essay (2010) 15 deren Worten: Nur wem es vergönnt ist, seinen physischen Körper in einen unsterblichen Lichtkörper umzuwandeln, ist ein aufgestiegener Meister. Insofern befinden sich alle Religionen und spirituellen Konzepte, welche den Tod des physischen Körpers als Erlösung preisen, im Irrtum, weil auf diese Weise wahre Meisterschaft nicht erreicht werden kann, denn zu derselben gehört auch die Bemeisterung des physischen Körpers. Nach dem Aufstieg stehen uns verschiedene Möglichkeiten offen: „Ihr könnt als Aufgestiegene Meister in einem Lichtkörper, in einem unsterblichen Körper zurückkehren. Ihr könnt nach Wunsch materialisieren und dematerialisieren, zwischen den Lichtschiffen und dem Planeten hin- und herflitzen, Wunder vollbringen, spontan aus der ätherischen Substanz Dinge erschaffen, heilen und viele wundervolle Dinge tun. ... Ihr könntet etwa als Aufgestiegene Meister weiterhin auf dem Planeten Erde arbeiten oder in eine der spirituellen Regionen, von denen ihr gekommen seid, zurückkehren.“9 Die hier angeführten Zitate mögen genügen, um zu verdeutlichen, wodurch das Transzendieren der animalischen Dreifaltigkeit vollendet werden kann. Ausblick Wir haben gesehen, dass das Transzendieren der animalischen Dreifaltigkeit im Bereich der Sexualität ein durchaus realistisches Projekt ist, welches von vielen Menschen praktiziert wird. Aber auch auf dem Gebiet der Ernährung ist dieses Anliegen realisierbar, wie eine Reihe von Menschen überprüfbar bewiesen haben und beweisen. Nur der dritte Schritt, der sogenannte Aufstieg in ein Lichtkörperdasein, bleibt – zumindest für mich – unüberprüfbar. Ich verfüge über keine persönliche, erinnerbare Erfahrung und auch über keine Erfahrungsberichte von Menschen, die in unserer Dimension samt Körper verschwunden sind, uns aber ab und zu besuchen, indem sie ihren Lichtkörper verdichten, um für uns wahrnehmbar zu sein. Zwar gibt es durchaus ziemlich genaue Beschreibungen des Aufstiegs und des Lebens danach, doch sind das alles wie bei 9 Klein, s. 26, 35 Hubert M. Spoerri - Die animalische Dreifaltigkeit transzendieren - Ein kritischer Essay (2010) 16 Klein (s.o.) mediale Durchgaben von sogenannten aufgestiegenen Meistern, die selbst nicht auf unserer gewöhnlichen Ebene erscheinen. Würden sie sich vor unseren Augen materialisieren und nach einem Austausch mit uns vor unseren Augen wieder entmaterialisieren, dann wäre der Beweis erbracht. Warum tun sie es nicht? Warum benützen sie den mühsameren Weg der medialen Durchgaben, die ihre Botschaften filtern und färben? Vereinzelt gibt es zwar Menschen, die im Nachhinein berichten, Zeugen eines solchen Vorgangs gewesen zu sein.10 Aber das kann jeder behaupten. Nur wenn Gruppen überprüfbar, wiederholbar und dokumentierbar solchen Ereignissen beiwohnen dürften, könnte nach üblichen Maßstäben das Phänomen als gesichert gelten. Ob einzelne Menschen den Aufstieg anstreben, bleibt eine individuelle Entscheidung, die ein radikal vom Massenbewusstsein abweichendes Weltbild und einen Glauben voraussetzt, den man nicht theoretisch herbeireden kann. Man muss diese Kraft und das mit ihr verbundene Vertrauen tief in seinem Inneren erst finden. – Wenn wir allerdings die mit unserer materialistischen Zivilisation verbundenen, ungewöhnlich bedrohlichen Zeichen der Zeit erkennen, dann kann der Aufstieg als einzige ersprießliche Möglichkeit übrigbleiben. Wer sich weiter informieren möchte, findet bei Google unter den Stichwörtern „Aufstieg in die 5. Dimension“ und „Zeugen des Aufstiegs in die 5. Dimension“ zahlreiche Adressen, deren Qualität freilich von Fall zu Fall zu prüfen wäre. 10 Linda Goodman: Star Signs – Sternzeichen – Die geheimen Botschaften des Universums, München 1990 (Knaur 4060), S. 166