Elektrizitätslehre Elektrische Ladung Ladungstrennung

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Elektrische Ladung
Elektrizitätslehre
griechisch Elektron (ηλεκτρον) heisst
„Bernstein”
Naturereigniss: Blitz
elektrische Aufladung
des Haares
Elektrophysiologische
Experimente
Wenn Bernstein mit einem Tuch gerieben
wird, ververändert der Zustand des
Bernsteines so, dass er kleine Partikel
(z.B. Staub) anzieht – wird er (negativ)
geladen.
Ladung: ist an Materie gebunden,
eine wesentliche Eigenschaft der Materie
(wie die Schwere/Masse)
Makroskopische Objekte sind im allgemeinen elektrisch
neutral.
EEG
EKG
2
Neurone leiten Strom
Ladungstrennung
Elektronen sind negativ geladene Elementarteilchen.
Die elektrische Ladung ist quantisiert und der Betrag der
Ladung des Elektrons (e-) ist die Elementarladung (e).
Einheit der Ladung: 1 C (Coulomb) = 1 A.s
Die elektrische Ladungen können durch Reibung getrennt
werden (statische Elektrizität = Reibungselektrizität).
e – = −1,6 x10 −19 C
e = e – = 1,6 x10 −19 C
Faraday-Konstante:
F = 1,6x10-19 C x 6x1023 1/mol= 96500 C/mol
Durch das Reiben der Schusohlen auf
dem Bodenbelag lädet man sich
elektrostatisch auf.
Ein Wasserstoffatom besteht aus einem Proton und einem
Elektron. Das Proton hat die entgegengesetzte Ladung
(positiv). (Das Vorzeichen der Ladung ist willkürlich.)
Nach der Ladunsgtrennung
kommt die Entladung.
Dufay (1698-1739): zwei Arten von Elektrizität: Glas-Elektrizität und Harz-Elektrizität
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Franklin (1706-1790): Positive-Elektrizität und Negative-Elektrizität
4
Coulomb-Gesetz
Es gibt eine Wechselwirkung zwischen der Ladungen.
Ungleichnamige Ladungen ziehen sich an,
gleichnamige Ladungen stoßen sich ab.
F =k
Für die Charakterisierung der Wechselwirkung:
Kraft, eine Vektorgrösse (Länge und Richtung)
-
F21
F12
+
Q1
Q2
F21
F12
-
-
Q1
F12 = F21 =
Abstossungskraft
F =k
Q1Q2
r2
=
1 Q1Q2
4πε 0
r2
Nm 2
C2
ε0 = 8.85 ·10-12
r
Anziehungskraft
r2
k = 9·109
Q2
r
Q1Q2
= elektrische
C2
Nm 2
Feldkonstante (des Vakuums)
= Dielektrizitätskonstante/Influenzkonstante/Permittivität des Vakuums
Die Kraft zwischen den geladanen Teilchen ist
proportional zum Produkt der Ladungsmengen und
umgekehrt proportional zum Abstandsquadrat der
Ladungen.
5
Prinzip der Superposition
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Elektrische Feldstärke
Resultierende Kraft ist vektorielle Summe der Einzelkräfte.
Probeladung:
Resultierende Kraft:
+q
F
Alle Kräfte sind proportional zur q.
⇒ F/q hängt nur von
der Grösse und Anordnung der
Ladungen an, die auf q
mit Kraft wirken.
elektrische Feldstärke, E:
Quotient aus der Kraft auf eine
elektrische Ladung und dem
Betrag der Ladung.
(ortsabhängige Vektorgrösse):
7
+
+
+q
F
+
r
r F
E=
q
⎡N ⎤
⎢C ⎥
⎣ ⎦
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Charakteristiken der elektrischen Feldstärke
Elektrisches Feld und Feldlinien
Wenn sich der physikalische Zustand eines Objekts im
Raum ändert, ohne das ein direkter Kontakt mit einem
anderen Objekt besteht, spricht man von einem Feld.
Die Richtung der elektrischen Feldstärke ist definiert als
Kraftrichtung auf eine positive Ladung.
Feldstärke ist nicht notwendig an Materie gebunden.
Feldstärken erscheinen in Materie und in Vakuum.
Die Ladung eines Objekts verändert den umgebenden
Raum durch sein elektrisches Feld. Ein anderes
geladenes Objekt erfährt eine Kraft.
Die Ladungsverteilung -- Ursache für die Feldstärke -kann unbekannt sein.
Das Feld wird durch die Feldstärke definiert.
Veranschaulichung des Feldes: mit Hilfe der Feldlinien
Feldstärke an eienem beliebigen Raumpunkt erhält
man, wenn eine Probeladung (Sonde) auf diesen Punkt
bringt und die Kraft misst.
Richtung der Feldlinien: Richtung des Feldstärkevektors
Dichte der Feldlinien (Anzahl der Feldlinien pro Fläche):
Betrag des Feldstärkevektors
9
10
Feldlinien eines Dipols und zwei gleicher Ladungen
Feldlinien einer Punktladung
Radialfeld
Dipol (Zweipol):
zwei räumlich getrennt
auftretende Ladungen
gleicher Grösse aber
unterschiedlichen
Vorzeichens
(EKG!)
Im allgemeinen:
Feldlinien beginnen bei der positiven Ladung und
enden bei der negativen Ladung.
Feldlinien überkreuzen sich nicht und haben keine
Wirbel (falls Ladungen sich nicht bewegen).
11
12
Arbeit im elektrischen Feld
Bewegung einer
Ladung gegen
Feldstärke.
Fa
r
r
r
W = Fa ⋅ s = Fel ⋅ s = q E s = qEs
s
Bewegung einer
Ladung senkrecht zu
den Feldlinien.
Fa
Fel
E
Fa
Bewegung einer
Ladung schräg zu
den Feldlinien.
Fel
α
E
s
r
W = Fa ⋅ s ⋅ cos α = qEs ⋅ cos α
Fa
Fel
α
E
s
r
W = Fa ⋅ s ⋅ cos α = 0
Fel
E
s
W ist unabhängig
von dem Weg!
13
14
Elektrisches Potential
Potential Differenz = Spannung
Elektrische Spannung zwischen zwei Punkten P1 und P2:
(Spannung des Punktes P2 gegenüber P1)
Man braucht W0→i Energie um eine Probeladung q
aus einem Bezugspunkt P0 nach Punkt Pi zu bringen.
W0 → i
q
ist unabhängig von der Probeladung und vom Weg!
Elektrisches Potential:
ϕi =
W0 → i
q
Einheit: 1 V =
1J
1C
Das elektrische Potential (φi) gibt an, welche potentielle
Energie eine Probeladung (q) in einem Punkt (i) hat,
nachdem sie in einem vorgegebenen elektrischen Feld vom
Unendlichen (0) zu einem Punkt gebracht wurde.
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U 21 =
W1→2
q
Einheit: Volt [V]
Bemerkungen:
U21=ϕ2-ϕ1
Wenn U21>0 => P2 ist „positiver“ als P1
U21= - U12
r
In homogenem Feld:
U 21 =
W1→2 q E s
=
= Es
q
q
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Potentialfeld, Äquipotentialflächen
Medizinische Anwendung: EKG
Äquipotential = dasgleiche Potential
Äquipotentialflächen
Äquipotentiallinien(-flächen)
(gestrichelte Linien) und Feldlinien
(durchgezogene Linien) stehen
normal aufeinander
Äquipotentialflächen
E
Feldlinien
Bewegung an einer
Äquipotentialfläche: keine Arbeit!
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Kondensator und Kapazität
Dielektrikum zwischen der Kondensatorplatten
Kondensator (dichtgedrängt, bezogen auf die Ladungen):
Bauelement, das die elektrische Ladungen und
Energie speichern kann, Ladungsspeicher
Plattenkondensator
-Q
+Q
Dielektrikum:
~ Isolator
Kapazität des Kondensators
Q= C U
C=
Q
U
A
l
1C
1F =
1V
A
Für PlattenC = ε0
kondensator:
d
ε0 = elektrische Feldkonstante des Vakuums
εr = relative Dielektrizitätszahl
C = ε 0ε r
A
d
mit Dielektrikum
Ladungsspeicherungsfächigkeit
Einheit: farad
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C = ε0
A
d
ohne Dielektrikum
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Die relative Dielektrizitätszahl gibt an, um welchen
Faktor sich die Kapazität
vergrössert, wenn statt Luft
ein anderes Dielektrikum
verwendet. Z.B.
Fettgewebe:
12
Haut:
70
Muskel :
74
Blut:
75,
20
Schaltung von Kondensatoren
Energiespeicherung im Kondensator
Die Energie die für Aufladung eines Kondensators mit Q
Ladung an U Spannung notwendig ist.
1
1
1Q
W = UQ = CU2 =
2
2
2 C
U1
UC p = UC1 + UC2
U1=U2=U
+Q2
C p = C1 + C2
C2
Reihenschaltung
2
(Q=UC)
+Q2
U = U1 + U 2
C2
Q
Q
Q
=
+
Cr C1 C2
1
1
1
=
+
Cr C1 C2
U
C1
U2
I
Elektrische Stromstärke
∆Q
I=
∆t
∆Q: durch einen Leiterquerschnitt während
der Zeitdauer ∆t durchgeflossene Ladung
Einheit: Ampere, 1A = 1C/1s
technische (konventionelle) Stromrichtung:
Bewegungsrichtung der positiven Ladungen.
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R=
U
I
U1
-Q
Cr
U
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Der Spannungsabfall U über
bestimmte metallische Leiter
proportional zu der
hindurchfliessenden elektrischen
Stromstärke I.
elektrische Ladungsträgern = elektrisch geladene Teilchen:
U ~ I
-Q1
Ohmsches Gesetz
kollektive Wanderung
in Elektrolytlösungen und Gasen: Ionen
U2
+Q
Q1-Q2=0
Q1=Q2=Q
Der gerichtete Transport von elektrischen Ladungen.
in Metallen: Elektronen
-Q2
+Q1
-Q2
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Elektrischer Strom
-Q1
C1
Q = Q1 + Q2
Parallelschaltung
Die in einem Kondensator gespeicherte Energie:
+Q1
U = RI
R: elektrischer Widerstand
GU = I
G: elektrische Leitfähigkeit
Einheit : Ohm Ω =
V
A
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Widerstand eines Leiters
I
Parallelschaltung von Widerstände
U1
I ~ v ~ E = U/l
I~Q~A
A
l
Spez. Widerstand
Blut
graue Hirnmasse
weisse Hirnmasse
Haut
Fett
Knochen
Ω.cm
150
300
700
1000
2500
10000
A ⎫
U
l ⎪R ~ l ⇒R = ρ l
U ⎬
A
A
⎪
I=
R ⎭
I~
R1
I1
R2
I2
I1
U2
R1
I2 R2
I
U
Rp
I
U
U
U
U
U
= 1+ 2 =
+
R p R1 R2 R1 R2
U2
1
1
1
=
+
Rp R1 R2
spezifischer Widerstand
SI einheit: Ωm
25
26
Elektrischer Stromkreis
Reihenschaltung von Widerstände
U1
U1=U2=U
I=I1+I2
I1=I2=I
U=U1+U2
elektrische Schaltelemente:
U
I
Rr
IRr = I1R1 + I 2R2 = IR1 + IR2
Batterie
Widerstand
Schalter
Rr = R1 + R2
U
Spannungsquelle
27
Lampe
Kondensator
28
Kirchoffsche Gesetze
I1>0
1. Kirchoffsches
Gesetz:
Knotenregel
I2<0
∑I
I3>0
(Summe der
Spannungen in
einer Masche
ist 0.)
UR
I1+I2+I3+I4=0
I4<0
2. Kirchoffsches
Gesetz:
Maschenregel
Kondensator in einem Stromkreis: RC Kreis
k
I
=0
k
UC
I
UB
UB1
UC
U1
R1
R3
I
R2
UB2
U2
−
⎛
UC = U B ⎜⎜1 − e τ
⎝
t
U3
∑U
k
=0
k
-UB1+U3+U2+UB2+U
29 1=0
UR = UBe
−
⎞
⎟
⎟
⎠
I
UC =
t
τ
Stromarbeit: Wstrom = U I t
Sei der Kondensator
aufgeladen vor dem
Einschalten des
Schalters:
UC(0)=U0
Wärmewirkung
Leistung: P = W/t = U I
+
chemische Wirkung
Elektrolyse
-
CuSO4
--
SO4
UC=UR
UC = U 0 e
−
t
τ
U0
Q
C
Wirkungen des elektrischen Stromes
UR
UC
Aufladungsvorgang
30
RC Kreis, Entladungsvorgang
I
Sei der Kondensator
ungeladen vor dem
Einschalten des
Schalters:
UC=0
Cu++
biologische Wirkung
Entladungsvorgang
magnetische Wirkung
τ = RC
...
31
t
32
t
Charakteristiken der elektrischen Stromimpulse
I
Stromamplitude
Impulsdauer
t
Rheobase:
die Schwellenstromintensität,
bei der ein Nerv/Muskel ein
Aktionspotential/Kontraktion
auslöst.
Chronaxie:
die minimale Zeit, über die
ein Reiz mit doppelter
Rheobasestärke fliessen
muss, um gerade noch
erregend zu wirken
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