1. A-Bewertung (LA) Mit der Frequenzbewertung A gemessener Schalldruckpegel. In der Praxis der Lärmbekämpfung wird der Schalldruckpegel in Dezibel verwendet, unter Berücksichtigung der Frequenzabhängigkeit des menschlichen Ohres. Dazu wurde eine „Frequenzbewertung“ eingeführt, die die geringe Empfindlichkeit des menschlichen Ohres für die tiefen Frequenzen nachbildet. Diese Frequenzbewertung wurde international einheitlich festgelegt und mit A-Bewertung bezeichnet (Die weiteren mit B, C, und D bezeichneten Frequenzbewertungen werden nur wenig verwendet). Der mit dieser Frequenzbewertung gemessene Schalldruckpegel wird als „A-bewerteter Schalldruckpegel“ dBA bezeichnet und in Dezibel angegeben. Der A-bewertete Schalldruckpegel hat sich für die Beschreibung von Schallimmissionen als zweckmäßig erwiesen. Alle handelsüblichen Schallmessgeräte „Schallpegelmesser“ messen den Schalldruckpegel und den A-bewerteten Schalldruckpegel. Viele Untersuchungen haben gezeigt, dass der A-bewertete Schalldruckpegel sehr gut geeignet ist, die Wirkung von Lärm auf den Menschen zu beschreiben sowohl im Hinblick auf Lautheitsempfinden als auch im Hinblick auf Lästigkeitsempfinden und Störwirkung als auch im Hinblick auf Gehörschädigung. Allgemein kann man zugrundelegen, dass bei einem gleich bleibenden gleichartigen Geräusch im Bereich über 40 dB ein Schallpegelunterschied von 1 dB kaum wahrnehmbar ist, 3 dB deutlich wahrnehmbar sind und 10 dB etwa doppeltem Lautheitseindruck entspricht. 2. Absorption Die Schwächung der Intensität oder die Verringerung der Energie einer Teilchen- oder Wellenstrahlung beim Durchgang durch Materie. Das Material, durch das die Absorption erfolgt, wird als Absorber bezeichnet. 3. Addition von Schalldruckpegeln Addiert man die Schalldruckpegel zweier gleich lauter Schallquellen, so erhöht sich der Gesamtpegel um 3 dB (wegen logarithmischer Addition)! 80 dB + 80 dB = 83 dB 65 dB + 65 dB = 68 dB 4. Akustik Die Lehre vom Schall. Die Akustik ist ein Teilgebiet der Mechanik; sie befasst sich mit mechanischen Schwingungen im Frequenzbereich zwischen 16 Hz (untere Hörgrenze) und 20 kHz (obere Hörgrenze), die sich in einem elastischen Medium wellenförmig (zumeist als Longitudinalwellen) ausbreiten und im menschlichen Gehör einen Schalleindruck hervorrufen können. Wegen ihres physikalisch ähnlichen Verhaltens werden häufig mechanische Schwingungen und Wellen mit Frequenzen unterhalb von 16 Hz und oberhalb von 20 kHz bis 10 MHz ebenfalls der Akustik zugerechnet. Differenz der beiden zu addierenden Schallpegel dB Erhöhung des höheren der beiden Schallpegel dB 0–13 2–32 4–91 10 0 5. Äquivalente Schallabsorptionsfläche (A) Unter der „äquivalenten“ Absorptionsfläche A versteht man eine gedachte Fläche mit dem Absorptionsgrad 1, die die gleiche Absorption hat, wie die gesamte Oberfläche eines Raumes und die in ihm befindlichen Gegenstände. 6. Basispegel (La,95) Der in 95 % der Messzeit überschrittene A-bewertete Schalldruckpegel der Schallpegelhäufigkeitsverteilung eines beliebigen Geräusches . 7. Beurteilungspegel (Lr) Schallpegel, welcher der Beurteilung einer Schallimmission zugrunde zulegen ist. Er wird berechnet aus dem auf einen festgelegten Zeitabschnitt bezogenen äquivalenten Dauerschallpegel (Tag: die lautesten 8 Stunden in der Zeit von 6 bis 22 Uhr, Nacht: 22 Uhr bis 6 Uhr für den Verkehrslärm, bzw. die ungünstigste halbe Stunde für Betriebslärm), gegebenenfalls mit „Zuschlägen“ für Tonkomponenten, Impulshaftigkeit, (Informationsgehalt) und mit dem „Schienenbonus“ für Schienenverkehrslärm. 8. Dezibel (dB) [nach G. Bell]: Einheitenzeichen dB; das logarithmierte Größenverhältnis zweier gleichartiger Größen G1 und G2 (z.B. zweier Auslenkungen bei Schwingungen). Es ist dB = 1, wenn log (G1 / G2) = 1 / 10 gilt. Das Dezibel ist eine Pseudoeinheit, die vor allem im Zusammenhang mit Schalleinwirkungen auf den Menschen gebräuchlich ist. Dabei wird der Quotient aus dem durch eine Schallquelle (z.B. Motor) hervorgerufenen Schallpegel und einem Normalschallpegel zugrunde gelegt. 9. Echo (Flatterecho) Schallreflexion, bei der der reflektierte Schall getrennt vom Originalschall wahrnehmbar ist. Das menschliche Ohr vermag zwei Schallereignisse (z.B. zwei Pistolenschüsse) nur dann als getrennt voneinander zu erkennen, wenn zwischen beiden ein zeitlicher Unterschied von mindestens 1/10 Sekunde besteht. Da sich der Schall in der Luft mit einer Geschwindigkeit von rund 340 m/s ausbreitet, legt er in dieser Zeit 34 m zurück. Der Abstand zwischen Schallquelle und dem reflektierenden Hindernis muss deshalb mindestens 34:2 = 17 m betragen, damit ein Echo zustande kommt. 10. Eigenfrequenz oder Resonanzfrequenz (fr) Diejenige Frequenz, mit der ein durch einen einmaligen Anstoß zum Schwingen erregtes und dann sich selbst überlassenes schwingungsfähiges System (z.B ein Schwingkreis) schwingt; die Frequenz also, mit der die Eigenschwingungen erfolgen. Resonanz ist die erzwungene Schwingung (meist sehr großer Amplitude), die zustande kommt, wenn auf ein schwingungsfähiges physikalisches System (z.B. ein Federpendel) eine periodisch sich ändernde äußere Kraft oder ein periodisch sich änderndes äußeres Feld einwirkt, deren bzw. dessen Frequenzen gleich oder nahezu gleich einer der Eigenfrequenzen des schwingungsfähigen Systems sind. 11. Energieäquivalenter Dauerschallpegel (Leq) Einzahlangabe, die zur Beschreibung eines Schallereignisses mit schwankendem Schallpegel (z.B. Strassenverkehrslärm) dient. Er wird errechnet als der Schallpegel, der bei dauernder Einwirkung dem unterbrochenen Lärm oder Lärm mit schwankendem Schallpegel energieäquivalent ist. Der äquivalente Dauerschallpegel wird üblich A-bewertet gemessen, bezeichnet mit LA,eq. 12. Frequenz (f) Die Frequenz gibt an, wie viele Schwingungen pro Zeiteinheit (meist pro Sekunde) stattfinden. Eine Schwingung hat die Frequenz 1 Hz, wenn in einer Sekunde eine volle Schwingung erfolgt. SI-Einheit der Frequenz ist das Hertz (Hz). Formelzeichen f; bei einem periodischen Vorgang, z.B. einer Schwingung, der Quotient aus der Anzahl n der Perioden (vollen Schwingungen) und der dazu erforderlichen Zeit f=n/t 13. Grundgeräuschpegel (LA, GG) Der geringste an einem Ort während eines bestimmten Zeitraumes gemessene A-bewertete Schalldruckpegel in dB, der durch entfernte Geräusche verursacht wird und bei dessen Einwirkung Ruhe empfunden wird. Er ist der niedrigste Wert, auf welchen die Anzeige des Schallpegelmessers (Anzeigedynamik „schnell“) wiederholt zurückfällt. Er kann nur dann ermittelt werden, wenn benachbarte Betriebe oder andere Schallquellen, die an der Erzeugung von deutlich erkennbaren Schallereignissen beteiligt sind, abgeschaltet werden können. In diesem Fall kann, wenn eine Schallpegel-Häufigkeitsverteilung vorliegt, in bestimmten Fällen der in 95 % des Messzeitraumes überschrittene Schalldruckpegel L95 als Grundgeräuschpegel eingesetzt werden. 14. Hörschwelle Die Hörschwelle bildet die untere Begrenzung der Hörfläche. Sie gibt an, bei welchem Schalldruck eine Schallwelle eine gerade noch wahrnehmbare Gehörempfindung hervorruft. Der benötigte Schalldruck ist von der Frequenz abhängig. Bei einer Frequenz von 20 Hz ist dazu ein etwa 10.000 mal so großer Schalldruck nötig als im Bereich der größten Empfindlichkeit von 1.000 Hz bis 5.000 Hz. aurale Auswirkungen Es ist gesichert, dass kontinuierliche Schallpegel von LA,eq 80 dB, die 8 Stunden pro Tag über viele Jahre einwirken, eine gerade messbare PTS (dauernde Hörschwellenverschiebung) hervorrufen. Aurale Lärmauswirkungen spielen derzeit hauptsächlich innerbetrieblich eine Rolle, kaum aber bei der umweltmedizinischen Lärmbegutachtung. extraaurale Auswirkungen Darunter versteht man indirekte Gesundheitsauswirkungen durch Stress, verursacht durch Schalleinwirkungen (Lärm). Diese Wirkungen sind eine Verengung der haarfeinen Blutgefäße und eine Erhöhung von Puls und Blutdruck. Neben dem Kreislauf kann sich Lärm auch auf den Verdauungstrakt und auf den Stoffwechsel auswirken. Lärm hat mitunter auch verschiedene psychische Auswirkungen: Reizbarkeit, Nervosität oder im Gegenteil Apathie sind einige mögliche Folgen. 15. Infraschall Darunter versteht man mechanische Schwingungen und Wellen mit Frequenzen unterhalb von 16 Hz, die zwar vom menschlichen Gehör nicht mehr als Schall wahrgenommen werden können, die sich jedoch in ihrem physikalischen Verhalten nicht wesentlich vom hörbaren Schall unterscheiden. 16. Körperschall Neben dem Schall, der sich in der Luft ausbreitet und auf diesem Weg zum Ohr des Menschen gelangt ist auch Schall, der sich in festen Körpern ausbreitet, für Lärmentstehung und Lärmausbreitung wichtig, sowohl bei der Schallentstehung in Maschinen als auch in Musikinstrumenten und bei der Schallausbreitung in Gebäuden durch Wände und Decken. Die Schwingungen der festen Körper regen die an ihrer Oberfläche liegenden Luftteilchen zu Schwingungen an es führt damit Körperschall zu Luftschallanregung. Als kennzeichnende Größe für den Körperschall wird die Schwinggeschwindigkeit, als Schallschnelle bezeichnet (nicht mit der Ausbreitungsgeschwindigkeit zu verwechseln), herangezogen. Sie kann in der Bauteiloberfläche gemessen werden und gibt ein Maß für den abgestrahlten Luftschall (der auch noch von dem für den jeweiligen Bauteil zutreffenden Abstrahlmaß abhängt). Eine Verminderung von Körperschall führt daher immer auch zu einer Verminderung des abgestrahlten Luftschalls. Körperschall kann im Bereich sehr tiefer Frequenzen auch zu unmittelbarer Wahrnehmung als Erschütterung Anlass sein. 17. Lärmtabelle Beispiele für Lärmpegel Alltagsgeräusche und ihre Pegelwerte Waldstille 10 dB Bibliotheksatmosphäre 35 dB Hintergrundmusik im Wohnzimmer 40 dB Angeregte Unterhaltung 60 dB Großraumbüro (PC, Drucker etc.) 65 dB Verkehrsreiche Straße 80 dB Presslufthammer 100 dB Live-Auftritt einer Rockgruppe 140 dB 18. Luftschall Ist der Schall, der sich in der Luft ausbreitet. Dabei werden die einzelnen Teilchen zu Schwingungen um ihre Ruhelage angeregt, regen weiter die benachbarten Luftteilchen an und es treten durch diese Schwingungen der Teilchen Verdichtungen und Verdünnungen auf, die sich wellenartig ausbreiten. Diese Verdichtungen und Verdünnungen sind als Druckschwankungen, die sich dem Luftdruck überlagern, messbar und werden vom menschlichen Ohr wahrgenommen. Je größer die Druckschwankungen – der Schalldruck – sind, desto lauter wird das Schallereignis wahrgenommen. Je schneller die Druckschwankungen aufeinander folgen, d.h. je höher die Anzahl der Schwingungen pro Sekunde – die Frequenz – ist, desto höher wird der Ton wahrgenommen. Der Hörbereich erstreckt sich über eine sehr großen Schalldruckbereich von 20 μPa (Mikro-Pascal) bis zu 20 Pa. Der Schalldruck wird daher nicht in Pascal (der üblich verwendeten Einheit für den Druck 1 Pa = 1N/m²) angegeben, sondern in einem logarithmischen Maß, als Schalldruckpegel in Dezibel. 19. Nachhallzeit (T) Die Nachhallzeit ist die für die Raumakustik wichtigste Messgröße. Sie ist definiert als diejenige Zeit in Sekunden, innerhalb der die Schallenergie in einem Raum nach dem Abschalten der Schallerzeugung um 60 dB absinkt. Aus der Nachhallzeit T und dem Raumvolumen V kann über die Sabine’sche Formel die äquivalente Absorptionsfläche A in jedem der 6 relevanten Oktavfrequenzbänder berechnet werden. Ist ein Abfall des Schallpegels um 60dB nicht messbar, weil z B. die Anregungsenergie zu gering ist, wird – wie in ÖNORM EN ISO 3382-2 empfohlen, der Abfall des Schallpegels um 20 dB ermittelt, imd amscjöoeßend mit drei multipliziert. Das Verhältnis zwischen der Summe aller äquivalenten Schallabsorptionsflächen A und aller Raumbegrenzungsflächen S wird als mittlerer Schallabsorptionsgrad α ᵐ bezeichnet. Übliche Nachhallzeiten: Wohnraum: 0,4 – 0,8s Vortragsraum: 1,0s Konzertsaal: 1,5 – 2,2s Kirchen: 2,0 – 3,5s 20. Oktave Der 8. Ton einer diatonischen Tonleiter, Schwingungsverhältnis 2:1 zum Grundton. Hat ein Ton die Frequenz f1, so hat der um eine Oktave höhere Ton die Frequenz f8 = 2 * f1 Oktavband: 10 Oktavbänder 31 – 16.000 Hz 21. Phon Maßeinheit des Lautstärkepegels, die entweder durch subjektiven Vergleich oder durch automatischen Vergleich (was zum sog. DIN-Phon führt) mit einer normierten Schallquelle gewonnen wird. 22. Raumakustik Unter Raumakustik versteht man die Bedämpfung von Räumen. Gute Raumakustik bringt folgende Vorteile: • Geräusche werden nicht als lästig empfunden; • Pegelminderung von 3 – 6 Decibel. Die akustische Situation in einem Raum wird sehr wesesntlich von seiner Lage im Gebäude und der Schalldämmung der Bauteile bestimmt. Wie sich jedoch der im Raum entstehende und der von außen eindringende Schall im Raum verteilt, ist vom Schallabsorptionsvermögen der Begrenzungsflächen und der Einrichtung des Raumes abhängig. Die Bemessung der Absorptions ist ein wesentlicher Einflussfaktor sowohl in Räumen, in denen eine gute örsamkeit erzielt werden soll, als auch in solchen, in denen eine Lärmminderung erforderlich ist. Gute Hörsamkeit wird durch die akustische Ausstattung entsprechend der für die jeweilige Nutzung optimalen Nachhallzeit und durch die Sicherung eines möglichst geringen Grundgeräuschpegels im Raum erzielt. Neben der Nachhallzeit sind auch die Raumgeometrie und die Verteilung der schallabsorbierenden und der schallreflektierenden Flächen und die Diffusität für die Hörsamkeit von großer Bedeutung. 23. Schall Mechanische Schwingungen mit Frequenzen zwischen 16 Hz und 20.000 Hz, die sich in einem elastischen Medium (in der Regel Luft) vorwiegend in Form von Longitudinalwellen fortpflanzen und im menschlichen Gehör einen Sinneseindruck hervorrufen können. In Festkörpern treten auch transversale Schallwellen auf, deren Energiequanten Phononen sind. Alle mechanischen Schwingungen und Wellen mit Frequenzen unterhalb von 16 Hz werden als Infraschall, oberhalb von 20.000 Hz Ultraschall bezeichnet. Die vielgestaltigen Formen eines Schalls lassen sich in vier Gruppen einteilen: Ton, Klang Geräusch, Knall: Der Ton ist das einfachste Schallereignis. Er wird durch eine Sinusschwingung (harmonische Schwingung) verursacht. Die Tonhöhe hängt von der Frequenz ab, die Amplitude steht für die Lautstärke. Der Klang stellt ein Gemisch von Tönen dar, deren Frequenzen ganzzahlige Vielfache der Frequenz des tiefsten im Tongemisch vorhandenen Tones, des so genannten Grundtones, sind. Die Frequenz dieses Grundtones bestimmt dabei die empfindungsmäßige Klanghöhe. Als Geräusch bezeichnet man ein Gemisch zahlreicher Töne rasch wechselnder Frequenzen und rasch wechselnder Stärke. 24. Schallabsorptionskoeffizient (as) Verhältnis des absorbierten Schallanteiles zur einfallenden Schallenergie. Beispiel: as = 0,8, d.h. 80 % der Schallenergie werden absorbiert, 20 % reflektiert. 25. Schalldämmmaß (R) Definiert wird das Schalldämmmaß durch das 10fache logarithmische Verhältnis der auf einen Bauteil auftreffenden Schallleistung zu der von dem Bauteil abgestrahlten Schallleistung. Nach dem Messengesetz nimmt das Schalldämmmaß bei Frequenzverdoppelung um 6 dB zu. Im Bereich der Koinzidenzfrequenz fg erfährt die Kurve des Schalldämmmaßes aufgrund des Spuranpassungseffektes einen Einbruch. (Koinzidenz = zeitliches Zusammenfallen zweier Ereignisse). 26. Schalldruck (p) (Schallwechseldruck): Formelzeichen p; der bei der Schallwelle durch die schwingenden Teilchen im Ausbreitungsmedium verursachte Wechseldruck, der dem statischen Druck überlagert ist. In der Regel verwendet man die Bezeichnung Schalldruck für die Schalldruckamplitude. Dimension: dim p = M * L-1 * Z-2 Gemessen wird der Schalldruck in Pascal (Pa). Im menschlichen Ohr vermag bereits ein Schalldruck von 0,00002 Pa eine Gehörempfindung hervorrufen. Ein Schalldruck von 10 Pa verursacht dagegen schon eine Schmerzempfindung. 27. Schalldruckpegel (Lp) Zehnfacher dekadischer Logarithmus des Verhältnisses der Quadrate des Effektivwerts des Schalldrucks p und des Bezugsschalldrucks p0: Lp = 10 lg (p²/p0 ²) oder auch Lp = 20 lg (p/p0) in Dezibel (dB) mit p0 = 20 μPa 28. Schallleistung (Lw) Die von einer Schallquelle abgegebene akustische Leistung in Watt (W). Quotient aus der gesamten von einer Schallquelle ausgestrahlten Energie und der Zeit, während der die Ausstrahlung erfolgt. Festlegung: Eine Schallquelle hat die Schallleistung 1 Watt, wenn von ihr in 1 Sekunde eine Energie von 1 Joule abgestrahlt wird. In der folgenden Tabelle sind die Leistungen einiger Schallquellen angegeben. 29. Schallemission Die Geräuschemission von Schallquellen wird durch die abgestrahlte Schallleistung beschrieben. Die menschliche Stimme hat eine Schallleistung von 10-6 bist 10-2 Watt, ein Dieselmotor (600 PS) 10-2 Watt und eine Elektromotor (800 kW) 10-1 Watt. Die Angabe der Schallemission von Schallquellen wie Maschinen, Geräten, Anlagen usw. ist eine wesentliche Unterlage für die Auswahl von Maschinen und Geräten im Hinblick auf Lärmschutz und die rechtzeitige Planung und wirtschaftliche Bemessung von Lärmschutzmaßnahmen. Die geeignete Größe zur Beschreibung der Geräuschemission ist die Schallleistung W einer Maschine, die Schallenergie pro Zeiteinheit, die von der Maschine unter festgelegten Betriebs- und Aufstellungsbedingungen in den gesamten umgebenden Luftraum abgestrahlt wird. Üblich wird sie angegeben als Schalleistungspegel LW (in dB). Unterhaltungssprache 0,000007 W Spitzenleistung der menschlichen Stimme 0,002 W Geige (fortissimo) 0,001 W Flügel (fortissimo) 0,2 W Trompete (fortissimo) 0,3 W Orgel (volles Werk) 1 – 10 W Pauke (fortissimo) 10 W Großlautsprecher >100 W Akustik-Begriffe 30. Schallgeschwindigkeit (c) Die Schallgeschwindigkeit ist diejenige Geschwindigkeit, mit der sich Schallwellen in festen, flüssigen oder gasförmigen Ausbreitungsmedien fortpflanzen. Im Allgemeinen ist sie in Gasen kleiner als in Flüssigkeiten und in Flüssigkeiten kleiner als in festen Körpern. Außer vom Material des Ausbreitungsmediums ist die Schallgeschwindigkeit insbesondere bei flüssigen und gasförmigen Körpern auch von Temperatur und Druck abhängig. Schallgeschwindigkeit in festen Körpern: Schallgeschwindigkeit in flüssigen Körpern: Schallgeschwindigkeit in Gasen: 31. Schallimmission Einwirkung von Schall (Lärm) auf den menschlichen Körper. Wenn eine Immission emotional negativ bewertet wird, kommt es zum Belästigungserleben. Einzuschließen in diese Kategorie wären auch Störungen bestimmter höherer Funktionen und Leistungen – wie etwa der geistigen Arbeit, der Lern- und Konzentrationsfähigkeit, der Sprachkommunikation etc. Solche Funktionsund Leistungsstörungen über einen längeren Zeitraum hinweg können sehr wohl zu einer Gesundheitsgefährdung werden. Stoff Schallgeschwindigkeit (in m/s) Blei 1200 Beton 3100 Messing 3420 Glas 5000 Aluminium 5100 Eisen 5170 Tannenholz 5260 Stoff Schallgeschwindigkeit (in m/s) Alkohol 1170 Petroleum 1326 Quecksilber 1430 Wasser 1464 Kochsalzlösung (20%) 1600 Ammoniak 1663 Stoff Schallgeschwindigkeit (in m/s) Sauerstoff 316 Luft 331 Stickstoff 334 Helium 971 Wasserstoff 1284 32. Schallpegelreduzierung Das menschliche Ohr ist ein komplizierter Mechanismus, der die Empfindungen des Hörens zum Gehirn sendet. Das Ohr beurteilt aber die empfundene Lautstärke nicht im direkten Verhältnis zur physikalischen Intensität. In der nachfolgenden Tabelle ist der Prozentsatz der Lautstärkenreduzierung angezeigt, wie er vom menschlichen Ohr wahrgenommen wird. Diese Tabelle zeigt, dass z.B. eine Schallpegelreduzierung von 5 dB bei einem Schallpegel von 60 dB bereits einer Lautstärkenreduzierung für das menschliche Ohr von 29% entspricht. 33. Schalltoter Raum In einem Raum mit stark absorbierenden Begrenzungsflächen wird nahezu die gesamte Schallenergie von den Begrenzungsflächen absorbiert, d.h. „geschluckt“. Die Schallenergie breitet sich von der Quelle aus, als ob sich die Schallquelle im Freien befände. Man spricht daher auch vom so genannten Freifeld. Einen solchen Raum bezeichnet man als reflexionsarmen Raum. 34. Schmerzgrenze Ein Geräusch wird im Mittel etwa als doppelt so laut empfunden, wenn sein Pegel um 10 dB erhöht wird. Der Lautstärkeumfang des menschlichen Gehörs reicht von ca. 0 dB (Hörschwelle) bis 130 dB (Schmerzgrenze). 35. Trittschall Beim Trittschall handelt es sich um Körperschall, der durch direkte Schwingungseinleitung in das Mauerwerk entsteht. 36. Ultraschall Ist ein für das menschliche Gehör nicht wahrnehmbarer Schall mit Frequenzen oberhalb des Hörbereichs von 20.000 Hz bis 1 GHz. Schall mit Frequenzen die höher sind als 1 GHz heißt Hyperschall. Ultraschall kann mit der Galton-Pfeife (auch Ultraschallpfeife oder Hundepfeife genannt) oder einer Ultraschallsirene erzeugt werden. Von besonderer praktischer Bedeutung ist jedoch die Erzeugung von Ultraschall mit magnetostriktiven und piezzoelektrischen Ultraschallgebern. Ultraschall wird u.a. verwendet zur zerstörungsfreien Prüfung von Werkstücken im Hinblick auf schädliche Hohlräume, zur Entgasung von Metall- und Glasschmelzen und zur Tötung von Bakterien (Sterilisierung). In der medizinischen Diagnostik wird Ultraschall z.B. in der Kardiographie, in der Therapie z.B. zur Zerstörung kranker Zellen an schwer zugänglichen Stellen des menschlichen Körpers eingesetzt. Auch Nierensteine werden seit einiger Zeit mit Ultraschall zerkleinert