Melanomavorsorge und Auflichtmikroskopie

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Melanomavorsorge und Auflichtmikroskopie
Die Auflichtmikroskopie (ALM, auch Dermoskopie oder Dermatoskopie genannt) ist eine einfache
Untersuchungstechnik die im Vergleich zur Betrachtung mit dem freien Augen das Erscheinungsbild von
Pigmentläsionen um wesentliche morphologische Details bereichert und so die Diagnosestellung
erleichtert oder sogar erst ermöglicht.
Abbildungen: Dermatoskope und dermatoskopische Untersuchung
Mit die ALM wird die obererste Hautschicht durchsichtig und dem Betrachter eröffnen sich beim Blick
durch die Vergrößerungsoptik Details, die mit freiem Auge nicht zugänglich sind.
Abbildungen: Melanozytärer Nävus. Links ist die Ansicht mit dem freien Auge, während rechts das
dermatoskopisches Erscheinungsbild dargestellt ist. In der dermatoskopisches Ansicht erkennt man
zusätzliche strukturelle Details, die mit dem freien Auge nicht sichtbar sind.
Oft wird die Meinung vertreten, dass die meistens Melanome ohnehin mit den freien Augen
diagnostiziert werden können und die dermatoskopisches Untersuchung somit eigentlich völlig unnötig
sei. Dabei wird aber übersehen, dass die Diagnose eines Melanoms mit dem freien Auge in der Regel
nur eindeutig ist, wenn das Melanom eine gewisse Größe erreicht hat und bereits seit längerer Zeit
besteht. Diese Einschränkung gilt in besonderem Maße für die weithin bekannte „ABCD-Regel“.
Melanome, die man mit dem freien Auge erkennen kann, sind in der Regel mehr als 6 mm groß und
bestehen meist seit Jahren. In diesen fortgeschrittenenFällen ist eine Untersuchung mit dem
Dermatoskop gar nicht notwendig.
Abbildungen: fortgeschrittenes Melanom
Bei kleineren Läsionen ist die Untersuchung mit dem freien Auge nicht mehr zuverlässig, die meisten
kleinen Melanome können jedoch mit dem Dermatoskop einwandfrei diagnostiziert werden.
Abbildungen: früh Melanom
Der wesentliche Nutzen der Dermatoskopie liegt also nicht in der Bestätigung einer mit dem freien Auge
offensichtlichen Diagnose, sondern in der Enthüllung morphologischer Kriterien, welche die
ursprüngliche, mit dem freien Auge gestellte Diagnose revidieren.
Die Dermatoskopie verschiebt die Diagnosestellung näher an den Anfang der Entstehung der
Neoplasie und verbessert so die Früherkennung und die Prognose.
Wie jede morphologische Methode hat die Dermatoskopie ihre Grenze, das heißt in einigen Fällen kann
nur durch eine Exzision und eine anschließende histopathologische Untersuchung eine eindeutige
Diagnose gestellt werden. Die Dermatoskopie kann die Histopathologie nicht vollständig ersetzen.
Individuen mit sehr viele Nävi profitieren ganz besonderes von der Möglichkeit der Dermatoskopie, da
diese Maßnahme eine Alternative zu den völlig sinnlosen, wahllosen, multiple Exzisionen darstellt. Die
Zahl der Nävi ist zwar ein Marker für das Melanomarisiko, jedoch entstehen selbst bei Individuen mit
multiplen Nävi die meisten Melanome „de novo“ (80% der Fälle) und nicht in einem präexistenten Nävus.
Die Dermatoskopie ist auch sehr nützlich für die Diagnose von Angiome, Epitheliome (Basalzellkarzinome
und Plattenepithelkarzinome), aktinische Keratose, seborrhoische Keratose, Dermatofibrome.
Abbildungen: links Basaliom, rechts seborrhoische Keratose
Literatur
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Kittler H. Dermatoskopie: Eine algorithmische Methode zur Diagnose pigmentierter Hautläsionen
basierend auf der Musteranalyse. Facultas Verlag, Wien. 2009
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