Vorstellung der propriozeptiven Wahrnehmung

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Vorstellung der propriozeptiven Wahrnehmung
Gruppenarbeit von: Katrin Smiatek, Natalie Ponomarev, Gabriel Manthe
Erklärung zu der propriozeptiven Wahrnehmung, die auch als kinästhetische
Wahrnehmung oder als Tiefensensibilität bezeichnet wird:
Das Wort „Propriozeption“ kommt aus dem Lateinischen (proprius „eigen“ und recipere
„aufnehmen“), übersetzt heißt das Eigenwahrnehmung.
Anders als bei den anderen Sinneswahrnehmungen hat das propriozeptive System kein
eindeutig lokalisierbares Sinnesorgan. Die Rezeptoren der propriozeptiven Wahrnehmung
heißen Propriozeptoren und liegen über den ganzen Körper verteilt z.B. in den Sehnen,
Bändern, Muskeln und Gelenkkapseln.
Das „Grundgerüst“ des menschlichen Körpers sind die Knochen, die zum Skelett
zusammengefügt sind. Dieses ermöglicht es dem Menschen erst zu stehen. Um sich jedoch
bewegen zu können, braucht der Mensch Gelenke, Muskeln, Sehnen und Bänder.
Die Bänder verbinden die Knochen miteinander. Die Sehnen verbinden die Muskeln mit den
Knochen.
An der Gelenken treffen zwei oder mehrere Knochen zusammen. Da Knochen sich nicht
biegen können, machen erst die Gelenke unsere Körperbewegungen möglich.
Es gibt unterschiedliche Gelenke wie z.B. das Kugelgelenk in der Hüfte oder auch das
Scharniergelenk im Ellenbogen. Die unterschiedlichen Gelenke ermöglichen uns verschiedene
Bewegungen, z.B. das Drehen des Kopfes oder das Anwinkeln der Arme und Beine.
Für jede Bewegung brauchen wir Muskeln. Die Muskeln ziehen sich zusammen oder dehnen
sich, damit sich die Körperteile bewegen können. Dabei arbeiten z.B. beim Arm zwei
Muskelarten, nämlich der Beuge- und der Streckmuskel als Gegenspieler, das heißt, wenn
sich der eine Muskel zusammenzieht, wird der andere gedehnt.
Die Skelettmuskulatur setzt sich aus quergestreiften Fasern zusammen. Rund 640 solcher
Muskeln hat der Mensch. Einige sind lang und sehr dünn, andere flach und breit, die meisten
aber spindelförmig. Skelettmuskeln sind über Sehnen mit Knochen oder mit anderen Muskeln
verbunden.
Propriozeptive Reize werden aus dem eigenen Körper und nicht wie bei den meisten anderen
Sinnessystemen aus der Umwelt mitgeteilt. Die propriozeptive Wahrnehmung dient dazu,
dass wir in der Lage sind, die Bewegungen und die Stellung unserer Gelenke bzw.
Gliedmaßen zu bestimmen ohne dass wir dabei auf unsere visuellen Fähigkeiten angewiesen
sind.
Die verschiedenen Bereiche der propriozeptiven Wahrnehmung
Die propriozeptive Wahrnehmung lässt sich in vier Teilbereiche unterteilen.
Stellungssinn:
Durch den Stellungssinn sind wir in der Lage, auch mit geschlossenen Augen oder im
Dunkeln die Lage unserer Körperteile zu erkennen, z.B. können wir mit geschlossenen Augen
die Fingerspitze zur Nase führen.
Bewegungssinn:
Der Bewegungssinn ermöglicht es uns, auch ohne visuelle Kontrolle sowohl die
Geschwindigkeit als auch die Richtung der Bewegung zu bestimmen und wahrzunehmen, z.B.
beim „Hampelmann“spielen.
Kraftsinn:
Der Kraftsinn dient uns zur Abschätzung des Ausmaßes der Muskelkraft, die man aufwenden
muss, um bestimmte Bewegungen ausführen zu können. Ohne den Kraftsinn würden wir ein
Glas einfach mit der Hand zerdrücken, wenn wir es greifen.
Spannungssinn:
Der Spannungssinn gibt uns Informationen über den Grad der Muskelspannung. Gleichzeitig
ist er die Voraussetzung dafür, dass wir den Spannungsgrad unserer Muskulatur willentlich
beeinflussen können, z.B. können wir bei Entspannungsübungen wie Joga selber beeinflussen,
wann wir Körperteile anspannen oder entspannen.
Verbindung der propriozeptiven Wahrnehmung mit anderen Sinnessystemen:
Die propriozeptive Wahrnehmung arbeitet am engsten von allen Sinnessystemen mit der
taktilen und der vestibulären Wahrnehmung zusammen.
Vestibuläre Wahrnehmung:
Die vestibuläre Wahrnehmung dient der Gleichgewichtsregulation. Zusätzlich können wir mit
Hilfe des vestibulären Systems Lageveränderung und Orientierung sowie Beschleunigung des
eigenen Körpers im Raum wahrnehmen. Das hierfür benötigte Sinnesorgan ist das Innenohr,
mit den drei Bogengängen, die einem das Gefühl der Bescheunigung vermitteln und die
Vorhofsäckchen, die die Lage des Körpers wiedergeben.
Taktile Wahrnehmung:
Die taktile Wahrnehmung ist die Oberflächensensibilität. Die Sinnesorgane dafür sind die
Haut, die Hände und der Mund. In Kombination mit der kinästhetischen Wahrnehmung
spricht man vom Tastsinn.
Zusammen mit dem vestibulären und dem taktilen System entwickelt sich das propriozeptive
System bereits im dritten Schwangerschaftsmonat und gehört so zu den ersten
funktionierenden Systemen im Körper.
Quellenangaben:
- Renate Zimmer: Handbuch der Sinneswahrnehmung
- Mündliche Überlieferungen
- www.psychologie-foren.de
- www.medizinfo.de
- Entdecke die Welt: Der menschliche Körper
- Cornelsen Verlag: Biologie 5/6
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