03 Mikrobiologie - ergänzt [Kompatibilitätsmodus]

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Der Virus – die Viren
Viren sind keine Zellen!
•sie haben keine Zellwand
•keine Zellmembran
•keinen Zellkern
•kein Enzym, um die DNA oder RNA zu
verdoppeln
•können nicht wachsen
•keinen eigenen Stoffwechsel
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Viren
haben nur einen Eiweißmantel = Kapsid
nur Ribonucleinsäuren (RNA) und DNA
(Desoxyribonucleinsäuren) ohne Verdopplungsenzyme
können sich nur in fremden lebenden Zellen,
in sogenannten
Wirtszellen vermehren.
man unterscheidet DNA-Viren und RNA-Viren
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Die Viren sind nur ca. 8 – 800nm groß
1 nm (Nanometer) = 1/1.000.000 Meter
= 1 Millionstel Meter
Bakterien sind ca. 0,8 – 1,2 Mikrometer groß
1 Mikrometer = 1/ 1.000 Meter
= 1 Tausendstel Meter
Das bedeutet, daß
Bakterien etwa 1000 mal größer sind als
Viren !!
Viren sind nur im Elektronenrastermikroskop sichtbar!
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Die Vermehrung der Viren:
Da den Viren bestimmte Enzyme fehlen, um ihre eigene
Erbinformation zu verdoppeln, müssen sie
die DNA und die Enzyme von anderen lebenden Zellen, sogenannte
Wirtszellen benutzen!!
Viren sind also
Zellparasiten !!
1. Zur Vermehrung lagern sich die Viren zuerst an andere Zellen
an:
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2. Die Viren dringen in die Wirtszelle ein und setzen dort
ihre RNA oder DNA frei:
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3. Das Erbmaterial des Virus dringt in den Zellkern der
Wirtszelle ein und wird dort in das Erbmaterial der
Wirtszelle eingebaut:
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4. Das Erbmaterial der Wirtszelle wird so umprogrammiert, daß das
Erbmaterial des Virus verdoppelt wird und sich ein
neuer Virus bildet:
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5. Die neuen Viren werden freigesetzt und die
Wirtszelle geht zugrunde:
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Bei Viren helfen keine Antibiotika!
denn Antibiotika greifen bei Bakterien in den Stoffwechsel
des Bakteriums ein,
da Viren keinen eigenen Stoffwechsel haben, wirken
Antibiotika bei Viren nicht.
Man kann sich gegen viele Viren impfen lassen.
Durch das Impfen wird der Proteinmantel des Virus
blockiert, sodaß die Viren nicht in andere Zellen eindringen
können!
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Viren sind, da sie keine Zellwand und keine Zellmembran
besitzen, empfindlich gegen:
Hitze (werden im Steri vernichtet)
stärkere Säuren
Alkohol (viele desinfizierende Sprühmittel vernichten
Viren)
viele chemische Substanzen.
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Der Virus hat keine Zellstruktur.
Er besteht lediglich aus einem Proteinmantel (Kapsid).
Der Virus hat seine Erbinformationen in den Nucleinsäuren
(DNA + RNA) gespeichert.
Er besitzt keinen Zellkern und keine Doppelhelix.
Die Nukleinsäuren (RNA+DNA) enthalten die Erbinformation.
Zur Verdopplung der RNA‘s werden die Enzyme eines
Zellkerns benötigt.
Die Viren müssen in eine andere Zelle eindringen, die einen
Zellkern mit DNA besitzen > in eine sogenannte Wirtszelle.
In dieser Zelle verdoppeln sich die Nukleinsäuren mit Hilfe
der DNA der Wirtszelle. Dadurch wird die Original-DNA
zerstört und die Zelle geht zugrunde.
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Allgemein bekanntester Vertreter der Viren ist
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der HI-Virus (die HIV–Infektion)
die Human-Immundefekt-Virus-Infektion
Sie löst die Krankheit AIDS aus:
Das gefährliche ist, dass diese Viren ausgerechnet die
Zellen angreifen, die für die Immunabwehr zuständig
sind: die T-Lymphozyten und die Makrophagen.
Dadurch wird die gesamte Immunität des Körpers
geschwächt und andere Krankheiten, die mit dem HIVirus nichts zu tun haben, können mit ihren Bakterien
den Körper bis hin zum Tode schädigen. Der Körper kann
sogar an den körpereigenen Bakterien erkranken –
sogenannte Autoimmunkrankheiten.
Derzeit gibt es noch keinen Impfstoff gegen AIDS.
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AIDS
(deutsch: erworbenes Immundefekt-Syndrom)
Definition:
AIDS ist ein durch Infektion (Ansteckung) mit HI-Viren (HIV)
erworbener Immundefekt.
Gekennzeichnet ist AIDS durch eine Immunschwäche
(Abwehrschwäche) gegen sonst vom Körper beherrschbare
Erkrankungen.
Typische Erkrankungen durch den Immundefekt:
Hauterkrankungen, Pilzerkrankungen, Entzündungen verschiedner
Organe, maligne Tumoren (Kaposi-Sarkom)
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Krankheitsentstehung:
Die HI-Viren befallen verschiedene Blutzellen, die für die
Immunität zuständig sind, sogenannte Helferzellen (T-HelferZellen)
Krankheitsverlauf:
Durch eine messbare Verringerung der Anzahl der Helferzellen
kann es in der ersten Phase nach wenigen Wochen zu Fieber, Kopfund Gliederschmerzen, Lymphknotenschwellungen und
Durchfällen kommen.
In dieser ersten Phase, die symptomlos verlaufen kann, bildet der
Körper Antikörper gegen HIV, die im Blut nachgewiesen werden
AIDS-Test. (Die Antikörper können den
können – das ist der
Virus allerdings nicht hemmen!!)
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Der HI-Virus ist nachweisbar im lymphatischen Gewebe, im
Blut, in der Samenflüssigkeit, im Vaginalsekret, im
Speichel, in der Muttermilch und in anderen
Körperflüssigkeiten!
Das bedeutet, der Erkrankte ist hoch infektiös!!
Die Übertragung der Viren erfolgt parenteral:
> durch Blut bzw. Blutbestandteile (Verletzungen mit direktem
Blutkontakt, Bluttransfusionen, Injektionen)
> durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten (Speichel,
Lymphe)
> durch ungeschützten Geschlechtsverkehr, auch homosexuellen
Kontakt.
> selten (20%) ist eine Übertragung auf einen Fötus
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Nach 6 Monaten bis 10 Jahren kann es zu einem manifesten
Immundefekt kommen.
In dieser Zeit kommt es zu rezidivierenden*
Infektionskrankheiten, die tödlich verlaufen können!
Zur Verhinderung dieser Infektionskrankheiten muss der
Patient sehr viele Medikamente gegen Mikroorganismen
einnehmen.
Es können sich auch bösartige Haut~, Lymphknoten~ und
Organ-Tumore bilden. Bei fortschreitender Abwehrschwäche
führen auch sie zum Tode!
* rezidivierend: wiederkehrend, wiederauftretend
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Da es keine Übertragung des HIV mit Tröpfchen oder über
Nahrungsmittel gibt, ist der Hauptübertragungsweg mit
direktem Körperflüssigkeitskontakt jeder Art zu vermeiden!!
Aufgrund der bekannten Übertragungswege gibt es Risikogruppen für
AIDS:
-Männer und Frauen mit häufig wechselnden Sexualpartnern
(Prostituierte, Homo- und bisexuelle Männer),
-Drogenabhängige, durch Verwendung von infizierten
Spritzbestecken,
-Ärzte und Zahnärzte durch Kontakt mit Verletzungen bei
chirurgischen Eingriffen mit infizierten Bestecken.
-Patienten, die dialysiert wurden oder Blut übertragen bekommen
haben (seit 1985 nicht mehr möglich)
In der Praxis gefürchtester Virus ist der
Hepatitis C-Virus, der die Leberzellen angreift.
Gegen die Hepatitis Viren A, B, D und E können wir uns durch
Impfung schützen.
Gegen den Hepatitis-Virus C ist keine
Impfung möglich!!
Eine Ausheilung einer akuten Hepatitis ist in vielen Fällen
möglich, aber mit möglichen Spätfolgen, wie die Leberzirrhose
oder das Leberkarzinom
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Weitere Krankheiten, die durch
Viren verursacht werden:
- Herpes
-Grippe
-Schnupfen
-Masern
-Röteln
-Mumps
-Windpocken
-Kinderlähmung
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