Botanische Mikrotomschnitte zum Thema Sproßaufbau

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Gegründet 1910
Die
Mikroskopische Gesellschaft Wien
ladet ein zum
10. Internationalen
Mikroskopiker – Pfingsttreffen
Mit Workshop: „Botanische Mikrotomschnitte
Zum Thema Sproßaufbau“.
Ort: Saal des Hotel-Café
Waitz Hauptplatz 9,
A-2442 Unter-Waltersdorf
Tel: +43-(0)2254 72405
Fax: +43-(0)2254 74465
Zeit: 25. Bis 28. Mai 2012
Inhalt:
2.) Inhaltsverzeichnis………………………………………….… Seite
02
3.) Impressum…………………………………………………-… Seite
03
4.) Programm des 10. Internationalen Mikroskopiker- Pfingsttreffen´s
der Mikroskopischen Gesellschaft Wien, vom 25. bis 28. Mai 2012
in Unterwaltersdorf/ NÖ………………………………………. Seiten 04 – 05
5.) Auflistung der Pflanzenschnitte……………………………..... Seite
06
6.) Einleitung……………………………………………………… Seite
07
7.) Das Leitsystem der höheren Pflanzen.………………………… Seiten 07 - 44
8.) Die Präparation…………………………………....…………… Seite
45
9.) Pflanzenbeschreibungen……………………………………….. Seiten 46 - 163
10.) Baldrian……………………………………………………….... Seiten 46 – 50
11.) Dattelpalme……………………………………..……………… Seiten 51 - 57
12.)Edelweiß……………….……………………………………….. Seiten 58- 63
13.)Huflattich………………………………………………………. Seiten 64 - 70
14.)Froschlöffel…………………………………………………….. Seiten 71 - 77
15.)Funkie…………………………………………………………... Seiten 78 - 81
16.)Rispige Graslilie………………………………………………... Seiten 82 - 85
17.)Gewöhnliche Hauswurze……………………………………….. Seiten 86 - 101
18.)Klebriger Salbei……………………………….………………... Seiten 102 - 105
19.) Schwertpflanzen……………………………………………….. Seiten 106 - 111
20.)Tannenwedel…………………………………………………… Seiten 112 - 116
21.)Walzenwolfsmilch…………………………………………….. Seiten 117- 121
22.)Brustwurz………………………………………………………. Seiten 122-127
23.)Clivia……………………………………………………………. Seiten 128-130
24.)Klette…………………………………………………………… Seiten131-134
26.)Amarillis………………………………………………………... Seiten135-138
27.)Weg-Distel……………………………………………………… Seiten139-142
28.)Feldmannstreu………………………………………………….. Seiten143-147
29.)Judenkirsche…………………………………………………….. Seiten148-153
30.)Fette Henne……………………………………………………… Seiten154-156
31.)Sommerflieder…………………………………………………… Seiten157-159
32.) Natternkopf……………………………………………………… Seiten160-163
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Impressum:
Eigentümer und Herausgeber:
MGW - MIKROSKOPISCHE GESELLSCHAFT WIEN. Gegründet 1910.
Homepage : http://www.mgw.or.at
e-Mail Adresse: [email protected]
Bankverbindung: Bank Austria Creditanstalt, Bankleitzahl - 12000, Konto Nr.- 00664035003
IBAN: AT761200000664035003; BIC: BKAUATWW.
Derzeitiger Jahres- Mitgliedsbeitrag: € 40,00.
Arbeitsräume:
A - 1020 Wien, Marinelligasse 10a, Tür I rechts.
Arbeits- oder Vortragsabende:
Jeden Dienstag, ausgenommen die Schulferien, ab 19 Uhr 15. Gäste willkommen.
Sekretariat und Schriftführer:
Peter PAVLICEK. Zollernsperggasse 8/2/11, A - 1150 Wien. Tel. Fax.: 0043-(0)1/952 87 74
E-Mail:!! [email protected] Mobil Tel: 0699 109 542 65
Kontaktadresse:
Prof. OStR Erich STEINER. Triestinggasse 35. A-1210 Wien, Tel./ FAX: 0043-(0)1/8138446
E-Mail: [email protected]
Redaktion, Texterfassung, Layout und Reinschrift:
Peter PAVLICEK., Zollernsperggasse 8/2/11, A - 1150 Wien. Tel.: 0043-(0)1/952 87 74
E-Mail: [email protected] Mobil Tel: 0699 109 542 65
Druck u. Kopie: Kopierkeller - Fanta & Posch GesmbH & Co KG, 1090 Wien, Augasse 19.
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Erscheinungsweise:
Dreimal jährlich
Alle Rechte Vorbehalten, auch die der fotomechanischen Wiedergabe und der Speicherung in
elektronischen Medien, auch von Auszügen, nur nach schriftlicher Genehmigung der M.G.W.
Für den Inhalt der Artikel haften die Autoren.
Präsidium und Ausschuss der M.G.W. :
Präsident:
Vizepräsident:
Schriftführer:
Stellvertreter:
Kassier:
Stellvertreter:
Prof. OStR Erich STEINER
Peter PAVLICEK
Peter PAVLICEK
Herbert PALME
Dipl.- Ing. Zeno ZOBL
Dipl- Ing. Gerhard LOIDOLT
Kontrolle:
Herbert FIDI
Vinzenz ONDRAK
3
Das 10. Internationale Mikroskopiker-Pfingsttreffen der
Mikroskopischen Gesellschaft Wien vom 25. bis 28. Mai 2012.
Zeit: 25. bis 28. Mai 2012.
Ort: Saal des Hotel-Café WAITZ,
Hauptplatz 9, A- 2442 / Unter-Waltersdorf, Niederösterreich
Tel.: +43-(0)2254 / 72405, Fax.: +43-(0)2254 / 74465.
Veranstalter:
Mikroskopische Gesellschaft Wien
e-Mail Adresse: [email protected]
Durchführende: Peter PAVLICEK, Zollernsperggasse 8/2/11
A- 1150 Wien, Tel. Fax.: 0043-(0)1 / 952 87 74,
Mobil: 069910954265
e-Mail Adresse: [email protected]
Herbert PALME, Reisenbergerstraße 1
A- 2440 Neu Reisenberg, Tel.: 0043-(0)2234 / 73 479.
e-Mail Adresse: [email protected]
Die Mikroskope, welche von der Firma Zeiss zur Verfügung gestellt werden, sind in ausreichender
Anzahl vorhanden. Da während der Veranstaltung, von den Teilnehmern, mehrere Dauerpräparate
angefertigt werden wird gebeten ein Präparierbesteck, sowie einen Transportbehälter für die
Präparate mitzubringen. Die für die Anfertigung der Präparate notwendigen Objektträger,
Deckgläser, Farbstoffe e.z.t, werden vom Veranstalter zur Verfügung gestellt. Für die geplante
Exkursion reichen leichte Wanderschuhe aus. Regenschutz für etwaiges Schlechtwetter nicht
vergessen!
Da von einigen Teilnehmern, der bisherigen Mikroskopiker-Pfingsttreffen, um die Möglichkeit
mitgebrachtes Vortragsmaterial zeigen zu können, gebeten wurde, wird der Montagvormittag für
solche Vorträge reserviert. Um einen reibungslosen Ablauf zu ermöglichen wird ersucht, bis Ende
März eine Kurzbeschreibung und die Dauer des Vortrages, Herrn Peter PAVLICEK bekannt zu geben.
Die Mikroskopische Gesellschaft Wien dankt der Firma Zeiss für die finanzielle Unterstützung der
Veranstaltung.
Die Teilnehmergebühr von € 75,00 ist bis Ende März auf das Konto 03110806271 bei der
BAWAG; Bankleitzahl: 14000, IBAN: AT591400003110806271; BIC: BAWAATWW,
zu Überweisen.
Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen dass die Teilnahme an der Veranstaltung und den
Exkursionen, auf eigene Gefahr und eigenes Risiko stattfindet.
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Programmablauf:
Freitag den 25.05. 2012
Am Nachmittag: Ankunft der Ersten Teilnehmer.
Teilnehmer, welche am Samstag den 26.Mai anreisen, sollten spätestens
bis 8 Uhr eintreffen um an der Exkursion, welche um 8 15 Uhr beginnt,
teilnehmen zu können.
-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.
Samstag den 26.05.2012.
8 Uhr Begrüßung der Teilnehmer und es werden einige allgemeine Programm-Hinweise
gegeben.
15
8 Uhr Exkursion in das Naturschutzgebiet Fischer- Wiesen.
Nach dem Mittagessen ca. 13.00 Uhr: Anfertigen von diversen Botanischen
Präparaten
Abends: Vortrag „Grunsätzlicher Aufbau und die Funktion des Pflanzlichen
Sprosses“ Peter PAVLICEK M.G.W.
19 Uhr Abendessen und gemütliches Beisammensein.
-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.
Sonntag den 27.05.2012.
8 30 Uhr Anfertigung weiteren Botanischen Mikrotomschnitt- Präparaten.
12 00 Uhr Mittagessen.
14 30 Uhr Weiteres Präparieren von Botanischen Mikrotomschnitt- Präparaten.
19 Uhr Abendessen und gemütliches Beisammensein.
-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.
Montag den 28.05.2012.
9 Uhr Präsentationsmöglichkeit für ,von den Teilnehmern mitgebrachten, Vorträgen.
ab 12 Uhr Verabschiedung der Teilnehmer und Abbau der Geräte.
-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.
Fahrroute nach Unter-Waltersdorf:
Von Salzburg, die Autobahn A1 Richtung Wien kommend, ab dem “Knoten Steinhäusel“ die A21
fahren. Der A21 bis zum “Knoten Vösendorf“ folgen und hier auf die A2 in Richtung > Graz Eisenstadt fahren.
Beim “Knoten Gundramsdorf“ auf die A3 Richtung > Eisenstadt abfahren und nach cirka 8 km
über die “Ausfahrt Ebreichsdorf “ abfahren und bis in die Ortschaft Ebreichsdorf fahren. In
Ebreichsdorf bei der ersten Ampel links fahren und bei der zweiten Ampel geradeaus in Richtung
Unterwaltersdorf weiterfahren und in Unter-Waltersdorf, direkt im Kreisverkehr, befindet sich das
Hotel-Café WAITZ. Im hinteren Teil des Hotel-Cafes, im Hof, gibt es Parkplätze.
Gute Fahrt und einen schönen Aufenthalt, beim 9. Internationalen Mikroskopiker–Pfingsttreffen,
wünschen, im Namen der MIKROSKOPISCHEN GESELLSCHAFT WIEN,
Peter PAVLICEK und Herbert PALME.
5
Auflistung der Schnitte für Pfingsten 25. - 28. 05.2012,
Stand 11.07.2011. ∑ 30 Stück Präparate.
Pflanzenname
Nr. Pflanzenteil, Zuord.
A. 2 Stk. Baldriangewächs, Valeriana officinalis;
C.
D.
E.
1 Stk. Edelweiß, Leontopodium nivale subsp. Alpinum;
1, Wurzelsproß ᴓ, 1/1
2, Sproß ᴓ. 1/2
3, Blattsproß ᴓ , 2/1
4, Fruchtsproß ᴓ. 2/2
5, Blütensproß ᴓ 3/1
1 Stk. Huflattich, Tussilago farfara;
6, Blattsproß ᴓ 4/1
2 Stk. Gewöhnlicher Froschlöffel, Alisma plantago-aquatica;
F.
G.
1 Stk. Funkie, Hosta plantaginea;
7, Blattsproß ᴓ, 5/1
8, Blütensproß ᴓ. 5/2
9, Sproß ᴓ. 6/1
H.
I.
J.
1 Stk. Hauswurze, Sempervivum tectorum;
10, Blütensproß ᴓ , 7/1
11, Blatt ᴓ. 7/2
12, Sproß ᴓ. 8/1
1 Stk. Klebriger Salbei, Salvia glutinosa L;
13, Sproß ᴓ. 9/1
2 Stk. Schwertpflanzen, Echinodorus 'Ozelot';
B. 2 Stk. Dattelpalme, Phoenix dactylifera ;
2 Stk. Rispige Graslilie, Anthericum ramosum ;
K.
L.
M.
1 Stk. Tannenwedel, Hippuris vulgaris;
14, kleine Frucht ᴓ, 10/1
15, Blattsproß ᴓ. 10/2
16, Sproß ᴓ. 11/1
1 Stk. Walzenwolfsmilch, Euphorbia myrsinites;
17, Sproß ᴓ. 12/1
2 Stk. Brustwurz, Angelica archangelica;,
N.
O.
1 Stk. Clivia, Clivia miniata;
18, Sproß ᴓ, 13/1
19, Blütensproß ᴓ. 13/2
20, Fruchtsproß ᴓ. 14/1
P.
Q.
R.
S.
T.
U.
V.
2 Stk. Klette, Arctium nemorosum;
21, Blattsproß ᴓ, 15/1
22,Fruchtsproß ᴓ 15/2
23, Fruchtknoten lä. 16/1
1 Stk. Amarillis, Amaryllis belladonna;
1 Stk. Weg-Distel, Carduus acanthoides;
24, Blütensproß ᴓ. 17/1
1 Stk. Feldmannstreu, Eryngium campestre;
25, Sproß ᴓ 18/1
2 Stk. Judenkirsche, Physalis alekengi;
1 Stk. Fette Henne, Hylotelephium telephium;
26, Sproß ᴓ 19/1
27, Wurzelsproß ᴓ 19/2
28, Sproß ᴓ 20/1
2 Stk. Sommerflieder, Buddleja alternifolia;
29, Sproß 21/1
1 Stk. Natternkopf, Echium vulgare;
30, Blütensproß ᴓ 22/1
Peter Pavlicek.
6
Einleitung:
Das diesjährige 10. Internationale Mikroskopiker- Pfingsttreffen der Mikroskopischen Gesellschaft
Wien hat als Thema den Mikrotomschnitt des Sprosses. Dieser Spross hat die Aufgabe die
assimilierenden Teile der Pflanze ins beste Licht zu bringen und dieselbe mit den nötigen Säften, mit
den Mineralien und den für die Pflanze so nötigen Inhaltsstoffen zu versorgen. Also der Spross erfüllt
Statische- sowie Versorgungs- Aufgaben.
Der Abschnitt „Das Leitsystem der höheren Pflanzen“ ist eine Wiederholung der so wichtigen
Zelltypen des Sprosses und ihrer Funktionen vom 3. Internationalen Mikroskopiker Pfingsttreffen der
Mikroskopischen Gesellschaft Wien welches vom 13. Bis 16. Mai 2005 stattgefunden hat. Da die
Kenntnis dieser Gewebetypen und ihre Funktion zum Versdtändniss der Funktion einer Pflanze
unumgäglich ist, kann und soll auf die Widerholung dises Stoffes nicht verzichtet werden. Nur wenn
die Zelltypen und Ihre Funktion im Zusammenhang gesehen werden ist der Funktionsplan im
Pflanzenleben offengelegt und das Zusammenspiel der Pflanzenteile wird in ihrer ganzen
wunderbaren Funktion verstanden.
Das Leitsystem der höheren Pflanzen.
Von Peter PAVLICEK.
Die Kormophyten, dies sind die höheren, zum Leben auf dem Land angepassten,
Pflanzen, welche durch den Besitz von Wurzeln, Sprossachse (Stamm) und Blättern
gekennzeichnet sind.
Eine höhere Pflanze ist aus einer Vielzahl unterschiedlicher Zellarten aufgebaut. Diese
unterscheiden sich einerseits morphologisch durch ihre Zellform, ihren Zellinhalt und ihre
Zellwandbeschaffung, und andererseits physiologisch-funktionell zum Zweck der
Arbeitsteilung. Meist kommen gleichartige Zellen nicht isoliert vor, sondern in
Zellverbänden. Darin eingestreute einzelne Zellen mit abweichendem Bau werden
Ideoplasten genannt. Eine stärkere Arbeitsteilung führt zur Zusammenfassung
morphologisch und physiologisch unterschiedlicher Gewebe- und Zell-Typen zu
funktionellen Einheiten, den Gewebesystemen (z.B. Leitgewebesystem; sekundäres
Abschlussgewebesystem u.s.w.). Die Nomenklatur bezeichnet dann die Hauptfunktion ohne
die anderen beteiligten Gewebe zu berücksichtigen.
7
Abb. 1.
Ausdruck der funktionellen
Differenzierung der höheren Pflanze
ist ihre Gliederung in Organe
(z.B. Vegetationsorgane wie:
Sprossachse, Blatt, Wurzel, oder
Fortpflanzungsorgane wie:
Blüte, Frucht u.s.w).
Dies sind Teile der Pflanze mit
spezifischen
Funktionen,
welche
gemäß
ihren
Aufgaben
aus
entsprechenden
Geweben
und
Gewebesystemen aufgebaut sind.
Abb. 2. Sumpfporst: Blüten- und Blatt-Spross
Bei
den
mit
Sprossachsen
ausgestatteten
Pflanzen werden, im
Hinblick
auf
die
Gestalt und den Bau
der
Sprossachsen
sowie
ihrer
Lebensdauer,
folgende
Gruppen
unterschieden:
Die Kräuter:
Sie sind ein- oder
zweijährig und in der
Regel nur teilweise
verholzt.
Abb. 3. Br.Mönchskraut
8
Die Stauden:
Sie sind mehrjährig. Ihre oberirdischen Teile sind nicht verholzt und sterben nach der
Vegetationsperiode ab. Sie überwintern entweder mit Hilfe unterirdischer Organe
(Geophyten) oder mit der Erdoberfläche anliegenden, im Winter von Schnee
bedeckten Sprossen mit oberirdischen Erneuerungsknospen (Hemikryptophyten).
Das Bildungsgewebe (Meristem)
Es gibt diverse Meristemtypen wie:
Das primäre, oder Urmeristem.
Dies sind die Meristeme des Embryos und die sich unmittelbar von diesem
ableitenden und ihren embryonalen Zustand bewahrenden Spitzenmeristeme des
Sprosses und der Wurzel.
In der Pflanze an lokalisierten Stellen, den
schwarz gekennzeichneten Punkten in der
Grafik,
befinden
sich
Verbände
teilungsbereiter Zellen, welche durch ihre
Teilungstätigkeit der Pflanze zeitlebens
neues Gewebe hinzufügen können. Dabei
ist zeitweilige Inaktivität möglich. Das neue
Gewebe
differenziert
sich
zu
unterschiedlichen
Dauergeweben,
beziehungsweise Gewebesystemen. Die
Zellwand der Bildungsgewebe ist meist
dünn. Die Zellen besitzen wenig Cellulose
und viel Protopectin. Sie sind sehr
Plasmareich und mit einem relativ großen
Kern ausgestattet. Sie haben einen
geringen Vakuolisierungsgrad, bei den
Spitzenmeristemen, oder besitzen große
Vacuolen, bei den Kambien. Sie sind
gedrungen,
besonders
die
Apikal-
Abb. 6.
meristemzellen, oder langgestreckt, besonders die Kambiumzellen, und sind meist
ohne Zwischenräume miteinander verbunden. Bei der Teilung von Meristemzellen neu
entstehende Zellwände sind bevorzugt parallel zur Organoberfläche (periklin), oder
senkrecht dazu (antiklin), orientiert.
Das Restmeristem.
Dies sind Reste primärer Meristeme welche inselartig in der Umgebung bereits
ausdifferenzierter Dauergewebe erhalten geblieben sind. So wie die Meristeme der
intercalaren, dazwischengeschalteten, Wachstumszone, das faszikuläre Kambium
der offenen Leitbündel, oder das Perikambium der Wurzel.
Das Folge- oder Sekundär- Meristem.
Dies ist das aus dem durch Wiederaufnahme der Teilungstätigkeit, von bereits
mehr oder weniger stark ausdifferenzierten, lebenden Dauerzellen, entstandenem
Bildungsgewebe (z.B. die interfaszikulären Kambien und Korkkambien).
9
Die Dauergewebe.
Das Parenchym oder Grundgewebe.
Dies ist die vom Abschlussgewebe
umschlossene und vom Leitgewebe
durchzogene
Grundmasse
des
Pflanzenkörpers. Der Name ist eine
Sammelbezeichnung für Dauergewebe
verschiedener
Herkunft
mit
unterschiedlichen
Funktionen
und
Erscheinungsformen in der Pflanze. Die
Zellgrundform ist regelmäßig polyedrisch,
seltener
prosenchymatisch.
Die
Zellwände sind meist dünn aus Primärmaterial, nur manchmal verdickt und
verholzt. Die Zellen sind dann oft
absterbend. Der Protoplast umschließt
als dünner Plasmabelag einen großen
Zellsaftraum, welcher reichlich Nährstoffe
enthalten kann. Es kommen alle Arten
von Plastiden vor. Die Zellen sind gering
spezialisiert, die Übernahme spezifischer
Funktionen zeigt sich in abgewandelten
Strukturmerkmalen.
Das
Parenchymgewebe ist reich an luftgefüllten
Interzellularen, welche sich im Verlauf der
Differenzierung zu einem zusammenhängenden Interzellularsystem erweitern
und in Schnittbildern den Eindruck isolierter Zellzwischenräume machen. Die
Interzellularen fehlen aber in den
Ab b. 7 .
Parenchymscheiden und Parenchymelementen der Leitbündel. Der Innendruck,
die Turgeszenz, der Zellen dient der Festigkeit krautiger Pflanzenteile. Der
Übergang in den merestimatischen Zustand, die De- und Redifferenzierung bei
Wundheilung (Regeneration) und der Funktionswechsel im normalen Lebenslauf
der Pflanze, sind möglich. Zum Beispiel von der Leitung von
Stoffwechselprodukten, zur deren Speicherung.
10
Nach seiner Funktion unterscheidet man:
Assimilationsparenchym (Chlorenchym).
Das Zentrum dieses Parenchyms wird von gleichförmigen, vieleckigen, im
erwachsenen Zustand stets abgerundeten Markparenchymzellen eingenommen.
Zwischen diese sind einzelne Gruppen kleinerer, anders gestalteter, Zellen
(Leitbündel) eingebettet. An der Peripherie des Sprossachsenquerschnittes
liegende Rindenparenchymzellen sind den Zellen des Markparenchyms ähnlich.
Sie sind durch einen Ring dickwandiger Zellen von diesen abgegrenzt und
umschließen keine Leitbündel.
Assimila tionspa renchym
(Chlorenchym).
Vakuole
Parenchym zellen
Chlorop la sten
Zytop lasma
Interzellularen
Nukleolus
Zellkern
Abb. 8.
Die Betrachtung bei stärkerer Vergrößerung zeigt dünnwandige, ursprünglich
vieleckige Parenchymzellen, welche stark abgerundet sind. Gegenseitiger Druck
verformt die Zellen teilweise sekundär. Durch den Prozess des Abrundens
entstehen an den Ecken Hohlräume, so genannte Interzellularen, welche sich
durch ihre konkave Begrenzung, die geringe Größe und die abweichende Gestalt,
sie sind meist drei- oder viereckig, von den Zellen unterscheiden lassen. Sie
entstehen durch Aufspaltung der Zellwände, benachbarter Zellen, in der
gemeinsamen Mittellamelle, also in schizogener Weise. Daher sind die Zellwände,
der aneinander liegenden Zellenteile, doppelt so dick, wie jene im Bereich der
Interzellularen. Die zahlreichen Interzellularen bilden, in räumlicher Sicht, ein
zusammenhängendes Hohlraumsystem. Das Zytoplasma dieser Zellen ist auf
einen dünnen Wandbelag beschränkt und umschließt eine große, fast den
11
gesamten Innenraum der Zelle einnehmende, Vakuole. Neben einem großen
Zellkern, oft mit Nukleolus, sind zahlreiche Chloroplasten zu sehen. Deren Zahl
wird, mit der Entfernung der Zelle von der Oberfläche, immer kleiner. Die Wände
der Parenchymzellen sind unverholzt und zellulosereich.
Speicherparenchym.
Es ist farblos da es mit Leukoplasten ausgestattet ist. Dient der Speicherung von
Kohlehydraten, Ölen und Eiweißen und findet sich in Mark, Markstrahl, Rinde, Holz
und in den typischen Speicherorganen wie: Zwiebeln, Rhizomen, Knollen, Samen
und Wurzeln. In manchen Endospermen, Nährgeweben, findet Speicherung von
Kohlenhydrat in Form von Hemizellulose in verdickten Zellwänden statt.
Leitparenchym.
Das Parenchym der Parenchymstrahlen, auch Xylemstrahlen (früher Markstrahlen)
sowie Phloemstrahlen genannt, und der parenchymatischen Elemente der
Leitbündel. Es dient der Leitung von Stoffwechselprodukten sowie der
Speicherung von Reservestoffen.
Abb. 9. Längsschnitt von Sequoiadendron giganteum
Wasserspeicherndes Parenchym (Wassergewebe).
Die Zellen sind groß und sehr zartwandig. Der Zellsaft ist wässrig bis schleimig, da
der Schleimgehalt die Wasserverdunstung erschwert. Man findet es bei Stamm-,
Blattund
Wurzel-Sukkulenten.
Es
wirkt
auch
als
Aerenchym
(Durchlüftungsgewebe), hat große Interzellularräume und Lakunen. Dann
erleichtert es den Gasaustausch bei untergetauchten Organen und erhöht die
12
Schwimmfähigkeit des Pflanzenkörpers bei Sumpf- und Wasserpflanzen (siehe
Sternparenchym).
Nach der Gestalt der Zellen unterscheidet man:
Palisadenparenchym.
Ein Assimilationsparenchym welches aus palisadenartig aneinandergereihten,
langgestreckten Zellen besteht. (z.B. das Mesophyll der Laubblätter.)
Armpalisadenparenchym.
Eine Sonderform des Assimilationsparenchyms, bei dem die Zellwandleisten in
das Zell-Lumen, zur Vergrößerung der Oberfläche, hineinreichen. (z.B. bei Pinus
oder Sambucus).
Abb. 11. Armpalisadenparenchym im Querschnitt einer Nadel von Pinus nigra
13
Schwammparenchym.
Ein Assimilationsparenchym mit großen Interzellularräumen, welche ein
zusammenhängendes, schwammartiges System bilden. Die Zellen sind meist
unregelmäßig geformt. Es ist ein Teil des Mesophylls der Laubblätter.
Sternparenchym.
Dies ist ein Aerenchym, dessen Zellen durch örtlich begrenztes Wachstum der
Zellwand mit armartigen Auswüchsen ausgestattet ist. (z.B. das Markparenchym
bei Juncus effusus).
Sternpa renchym der
Fla tterbinse Junc us effusus.
Zellarm e m it
Berührung sstellen
Interzellularen
Abb. 12.
Schon geringe Vergrößerung zeigt das schwammartige Gefüge dieses Markes,
dessen Gewebe zwischen den armartig ausgebildeten Markzellen ein gasgefülltes
Interzellularsystem freilassen.
14
Abb. 13.
Tüpfel an den
Berührungspunkten der Zellarm e
Zellarm
Zelle 1
Zellarm
Zelle 2
Bei etwas stärkerer Vergrößerung sind die, an den Berührungsstellen der Arme
befindlichen, Tüpfel erkennbar. Bei fehlenden Tüpfeln ist diese Zellwand
wesentlich dünner als die sonst relativ dicken Zellwände, welche dadurch eine
gewisse Stabilität, des an sich lockeren Gewebes garantieren. Durch diese
Interzellularen ist das Gewicht der Pflanze, bei gleichzeitig großem Volumen, sehr
gering und der Gasinhalt gibt dem Pflanzenkörper im Wasser Auftrieb.
Nach topographischen Gesichtspunkten unterscheidet man:
Rindenparenchym.
Das ist jenes Parenchym, welches sich zwischen Epidermis und Zentralzylinder
befindet. Meist die typische Form des nicht spezialisierten Parenchyms.
Querschnitt durch ein
Maiglöckchen- Rhiziom
großzelliges Rindenparenc hym
konzentrische (perixylem atische)
Leitbündel
Stärkesc heide zwischen
Rindenparenc hym und
Zentralzylinder
Zentralzylinder
Epiderm is
Abb. 14.
15
Markparenchym.
Dies kann als Speichergewebe dienen und ist auch oft abgestorben. (z.B.
Holundermark).
Ma rkparenchym vom
Zea m a ys.
Fast kreisrund e
Parenc hym zellen mit
dünnen Wänd en
Parenc hym
Interzellularen
Zytop lasm a
Abb. 15.
Bei schwacher Vergrößerung ist zu sehen, dass fast der gesamte Querschnitt des
Stängels von den großen Zellen des Grundgewebes, also des Markparenchyms,
ausgefüllt ist. Zwischen den stets dünnwandigen Zellen sind drei- bis viereckige,
lufterfüllte, Interzellularen erkennbar. Der dünne Zytoplasmafilm, im Inneren der
Zellen, ist nur mit Mühe erkennbar. Bei allerstärkster Vergrößerung werden, nur
im Plasma enthaltene, dunkle Körperchen, Mitochondrien, Zytosomen e.z.t.,
sichtbar.
Xylem- und Phloemparenchym.
Sind mit Leitelementen eng verknüpfte prosenchymatische Parenchymzellen
innerhalb der Leitbündel. Sie dienen hauptsächlich dem Stoffaustausch. Es ist
stets ohne Interzelullaren. Im sekundären Xylem der Bäume und Sträucher ein
zusammenhängendes Netz lebender Zellen, zwischen den leblosen Zellen des
Holzkörpers, das Holzparenchym. Dies ist das wichtigste Speicherorgan dieser
Pflanze.
Das Ausscheidungsgewebe (Exkretionsgewebe).
Das Ausscheidungsgewebe teilt sich in zwei Gruppen.
Die Exkretionseinrichtungen ohne Abscheidung der Produkte nach außen.
Sie sind einzellig oder durch Zellfusion entstandene größere Gebilde. Im
Zelllumen beziehungsweise in Gewebelücken angesammelte Stoffe werden nicht
nach
16
Abb. 16.
außen abgegeben. Der Protoplast reichert Exkrete in Vakuolen an. Die Zellwände
haben oft eine Suberinlamelle. Man unterscheidet:
Idioplasten.
Einzelzellen mit Ausscheidungsfunktion. Sie weichen meist in Form und Größe
von den Nachbarzellen ab. Wichtigste Exkrete sind: Schleime, ätherische Öle,
Alkaloide, Calciumoxalatkristalle, Gerbstoffe und Harze.
Ungegliederte Milchröhren.
Verzweigte und unverzweigte Einzelzellen welche durch Spitzenwachstum, als
querwandloses Röhrensystem, den ganzen Pflanzenkörper durchdringen. Ihre
Initialzelle ist schon im Embryo erkennbar.
Gegliederte Milchröhren.
Bei verzweigten oder unverzweigten Meristemzellreihen werden schon frühzeitig
Querwände resorbiert oder perforiert. Durch Anastomosen kann ein
kontinuierliches Röhrensystem entstehen. Sonst sind sie wie ungegliederte
Milchröhren.
Lysigene Exkretbehälter.
Durch Auflösen der Zellwände mehrerer benachbarter Exkretzellen entstehen
größere Exkretbehälter, so genannte Exkretlücken (Zitrone, Apfelsine).
Exkretionseinrichtungen mit Abscheidung der Produkte nach außen, Drüsen.
Sie bestehen aus Einzellzellen oder Zellgruppen (keine Zellfusionen). Die Exkrete
werden durch die Zellwand nach außen, oder in schon vorhandene oder sich
bildende Interzellularräume, abgeschieden. Die Drüsenzellen sind immer lebend,
meist plasmareich und mit großem Zellkern ausgestattet. Sie treten außen als
Epidermisderivate, oder im Pflanzeninneren als parenchymatische Zellen, auf.
Es sind dies die:
Abb. 17.
17
Epidermale Drüsen
Einzeln treten sie als Drüsenhaare und im Verband als Drüsenepithel auf. Die
Drüsenhaare sind meist in Fuß- und Stielzellen sowie in Drüsenköpfchen
gegliedert. Die Köpfchen, als eigentlich absondernder Teil, sind ein- oder
mehrzellig. Bei der Drüsenschuppe sind die Köpfchenzellen schildförmig
angeordnet. Drüsenhaare, welche Wasser als Exkret ausscheiden, werden
Trichomhydathoden genannt. Wichtigste Exkrete sind: Ätherische Öle, Harze,
Schleim, Zucker, Wasser und Enzyme.
Parenchymatische Drüsen.
Ihre Drüsenepithele kleiden innere schizogen entstandene, Hohlräume aus, in
welche die Exkrete abgeschieden werden (schizogene Exkretbehälter). Die
Exkretbehälter sind kugelförmig oder bilden mehr oder weniger kommunizierende
Röhrensysteme (z.B. die Harzgänge der Koniferen).
Epithemhydathoden.
Kleine, zarte, chlorophyllfreie, Parenchymzellen bilden, vor Leitbündelenden am
Blattrand, einen interzellularenreichen Gewebekomplex, das Epithem.
Hauptsächlich an Blattspitzen und an Blattzähnchen. Das Epithem liegt unter
einer modifizierten Spaltöffnung, einer so genannten Wasseröffnung und dient
der Guttation. Dies ist die Wasserabscheidung in Tropfenform.
Transferzellen (Übergangszellen).
Dies sind Zellen mit intensivem Stoffwechsel, deren Plasmalemma-Oberfläche,
durch zottenartige Einstülpungen der Zellwand, stark vergrößert wurde. Sie haben
ein verbreitetes Vorkommen mit unterschiedlichen Funktionen und spezifischen
Leistungen (z.B. Salzdrüsen, Nektarien, Haustorien, Tapetumzellen oder
Peritrachealzellen).
Das Abschlussgewebesystem teilt sich in die:
Primären, äußeren Abschlussgewebe:
Die Epidermis.
Eine Lückenlose, meist einschichtige Zellhaut aus lebenden Zellen, mit großer
Vakuole und farblosem oder auch gefärbtem Zellsaft. Chloroplasten sind selten,
dagegen sind sie häufig mit Leukoplasten ausgestattet. Ausnahmen sind die
Epidermen der Hygro-, Helo- und Hydrophyten, welche oft Chloroplasten
enthalten. Schließzellen der grünen Landpflanzen enthalten immer Chloroplasten.
Die Außenwände sind mehr oder weniger verdickt und immer kutinisiert. Sie ist oft
durch Wachseinlagerungen und Wachsüberzüge wasserabweisend und an den
radialen, wie an den tangentialen, Wänden getüpfelt. Mitunter dient die Epidermis
als mehrschichtiger Wasserspeicher.
Derivate der Epidermis sind: Spaltöffnungsapparate, Haare (Trichome) wie:
Brennhaare, Drüsenhaare, Papillen, Borstenhaare, Schildhaare, Sternhaare
u.s.w.
Die Rhizodermis (Wurzelepidermis).
Die einschichtig dünnen Außenwände sind ohne lichtmikroskopisch erkennbare
Kutikula und ohne Stomata. Im Bereich der Wurzelhaarzone haben die Zellen
papillenartige bis schlauchartige, meist unverzweigte, nicht durch eine Zellwand
abgeteilte
Ausstülpungen,
die
Wurzelhaare.
Diese
dienen
durch
18
Oberflächenvergrößerung der Förderung der Wasser- und Nährsalzaufnahme aus
dem Boden. Ihre zarten schleimigen Zellwände beherbergen große Vakuolen und
ihre Zellkerne, und ihr Plasma, befinden sich oft nur an der Haarspitze. Meist
entstehen sie an allen Rhizodermiszellen, oder aber nur an bestimmten
Haarbildnern, den Trichoplasten. Sie haben eine nur wenige Tage dauernde
Lebensdauer, da der kontinuierlichen Neubildung, in Richtung Wurzelspitze, ein
fortschreitendes Absterben entspricht.
Die Wurzelhaare fehlen bei vielen Wasserpflanzen und Luftwurzeln.
Letztgenannte haben eine der Rhizodermis entsprechende Bildung von Velamen
radicum. Das sind tote Zellen mit verholzten Wänden und leistenartigen
Wandverdickungen
zur
Wasseraufnahme
aus
der
Atmosphäre.
Rhizodermiszellen sterben, wie die Wurzelhaare, bald ab. Aber noch vor dem
völligen Verfall entsteht ein Ersatz durch die Exodermis. Eine hypodermale,
interzellularenfreie Schutzschicht aus einer oder mehreren Lagen des äußersten
Rindenparenchyms, durch Ausbildung einer Suberinlamelle. Trotzdem befindet
sich in den Zellen ein lebender Protoplast.
Die Hypodermis.
Eine Anatomisch-topographische Bezeichnung für besonders differenzierte
subepidermale Zellschichten, welche auch Abschlussfunktionen übernehmen. Sie
sind kollenchymatisch oder parenchymatisch, aber meist interzellularenfrei.
Die Exodermis.
Ein spezifisches Abschlussgewebe der Wurzeln, dessen Zellwände verkorken.
Topographisch ist es eine Hypodermis.
Sowie in ein
Primäres inneres Abschlussgewebe:
Die Endodermis.
Die innerste Schicht der Rinde. Eine einschichtige Scheide lückenlos aneinander
schließender lebender Zellen. Diese besitzen besonders differenzierte Zellwände
mit spezifischer Entwicklung. Sie kommt regelmäßig in den Wurzeln, aber
seltener, auch in der Sprossachse vor. In den primären Sprossachsen trifft man
häufig, an Stelle der Endodermis, eine Stärkescheide in entsprechender Lage an.
Die Festigungsgewebe:
Sie dienen der Festigung der Pflanzenorgane bei Wahrung hoher Elastizität. Dies
ist besonders bei den Landpflanzen welche starken Tugorschwankungen, dies
sind Schwankungen des Zellinnendruckes und daher Schwankungen in der
Gewebespannung, ausgesetzt sind. Man bedenke zum Beispiel die extreme
mechanische Beanspruchung bei windexponierten Grashalmen und bei Blättern.
Dieser Funktion entsprechen zwei verschiedene Zelltypen mit stark verdickten
Wänden:
19
Abb. 18
Das Kollenchym.
Dies ist das Festigungsgewebe der noch wachsenden Pflanzenteile. Die an
Protopectin reichen Cellulose-wände sind stets nur teilweise und ungleichmäßig
verdickte, stark gequollene, Primärwände. Das Gewebe besteht aus lebenden
Zellen. Es ist mit Zytoplasma, Zellkern und gegebenenfalls mit Plastiden
ausgestattet. Unverdickte Wandteile ermöglichen den Stoffaustausch.
Es stammt stets von primären Meristemen ab. In älteren Pflanzenteilen können
auf die Zellwände zusätzliche Celluloseschichten aufgelagert werden. Durch
späteres Verholzen erfolgt der Übergang zum Sklerenchym. Je nach der
Erscheinungsform unterscheidet man:
Das Ecken- oder Kantenkollenchym.
Hier sind besonders die Zellkanten verdickt.
Meist, unmittelbar unter der Epidermis, ist schon bei schwacher Vergrößerung ein
Gewebe, dessen Zellen unregelmäßig verdickte Wände haben, welche auffallend
hell aufleuchten, erkennbar. Dieses Kollenchymgewebe ist in breite Stränge
geteilt welche seitlich durch Parenchym getrennt sind. An diesen Stellen reicht
das Grundgewebe bis unmittelbar an die Epidermis. Innen schließt sich eine
schmale Zone assimilierendes Rindenparenchym an, welches direkt an einen
geschlossenen breiten Sklerenchymring angrenzt. Bei stärkerer Vergrößerung ist
der Aufbau der Kollenchymzellen erkennbar. Die dunkel erscheinenden Felder
sind die Lumina der Zellen die nach der partiellen Zellwandverdickung übrig
geblieben sind. In jeder dieser Kollenchymzellen sind die Kanten, also jene
Stellen an denen mehrere Zellen zusammenstoßen, mit Zellwandsubstanz
ausgefüllt worden, während die dazwischen liegenden Flächen unverdickt
blieben.
20
Abb. 19.
Ec ken- oder Kantenkollenc hym der
Taubnessel m it verstä rkten Ec ken
Daher ist trotz Versteifung des Zellgewebes der Stoffaustausch zwischen
benachbarten Zellen nicht behindert. Die Mittellammelen der Zellwände reichen
also in die Verdickungen der Kanten hinein. Das Zytoplasma ist nur bei starker
Vergrößerung, als peripherer Film im Zellinneren, erkennbar. In den faserförmig
lang gestreckten Zellen sind Zellkerne und Chloroplasten enthalten.
Abb. 20. Ecken- oder Ka ntenkollenchym der
Ta ubnessel
La m ium a lb um .
Epid erm iszellen
Plattenkollenc hym
Kollenc hym zellen
Mittellam ellen
verdic kte Ka nten
und Zellenec ken
Plattenkollenchym.
Hier sind besonders die tangentialen Wände verdickt. Dicht unter der Epidermis
fallen, schon bei schwacher Vergrößerung, die hell glänzenden
Wandverdickungen der Zellen dieses Gewebes auf. Sie sind vielschichtig im
21
Bereich der Stängelkanten und nur zwei- bis dreischichtig in den dazwischen
liegenden Furchen. Aber es umgibt in Form eines geschlossenen Zylinders fast
die gesamte Sprossachse.
Abb. 21. Pla ttenkollenchym der Ta ubnessel Lam ium alb um .
verdic kte
Tang entia lwände
Mittellam elle
Radia lwände
Zytop lasma
Stärkere Vergrößerung zeigt die typischen Merkmale dieses Gewebes. Die
tangentialen, also die der Außenfläche parallelen Zellwände zeigen mächtige
Wandverdickungen, während die radialen Zellwände fast ausnahmslos unverdickt
geblieben sind. Da diese Zellen sehr regelmäßig angeordnet sind, entsteht ein
plattenförmig geschichtetes Bild, welches diesem Gewebe den Namen gab. Die
Zellen-Mittellamelle ist bei guter Färbung in der Verdickungsmitte zu erkennen.
Auch sind die lebenden protoplasmastischen Bestandteile in den Zelllumina
sichtbar.
Lückenkollenchym.
Hier sind zwischen den verdickten Stellen, mehrerer zusammen liegender
Kollenchymzellen, Interzellulargänge ausgebildet.
Lüc kenkollenc hym dessen Zellenec ken m it Wa ndsubstanz ausgefüllt
sind und große Interzellulare um sc hließen
Zytop lasm a
Mittella melle
Chloroplasten
Interzellulare
Abb. 22.
22
Knapp unter der Epidermis, oft von der zweiten subepidermalen Zellschicht an, ist
ein mehrschichtiger geschlossener Kollenchymring entwickelt. Bereits bei
mittlerer Vergrößerung fallen die hellen, in allen Ecken der Zellen gebildeten,
Wandver-dickungen auf. Auf den ersten Blick hat man den Eindruck, es handelt
sich um Kantenkollenchym. Jedoch im Unterschied zum Kantenkollenchym sind
hier die Verdickungen nicht lückenlos zusammengefügt, sondern umschließen
einen großen Interzellularraum. Bei raschem Hinsehen hat man den Eindruck es
handelt sich um allseitig stark verdickte Zellen. Jedoch die innerhalb der
Verdickung erkennbare Mittellamelle verrät den wirklichen Charakter der Bildung.
Es handelt sich um zusammengefügte Verdickungsleisten der Zellecken. Die
umschlossenen Interzellularen sind stets frei von Einschlüssen und die partiellen
Wandverdickungen zeigen eine deutliche Schichtung. In fast allen Zellen des
Lückenkollenchyms erkennt man Teile des lebenden Protoplasmas.
Und zweitens das Sklerenchym.
Dies ist das Festigungsgewebe der ausdifferenzierten Pflanzenteile, dessen Zellen
Abb. 23.
allseitig, gleichmäßig, sekundär verdickte, oft auch verholzte, Zellwände haben,
da sie während der Differenzierung absterben. Ausnahmen sind diverse
Steinzellen, welche einen lebenden Protoplasten besitzen. Dann ist die
plasmatische Verbindung zu den Nachbarzellen über Tüpfel besonders intensiv.
Das Zelllumen ist häufig bis auf einen minimalen Rest durch Wandverdickungen
ausgefüllt.
Rindenp arenchym
radiale Streifung der äußeren
Sekund ärwa ndschichten
p rimäre Zellwand
Lumen der Fasern mit
Protoplastenresten
sekundä re Zellwa nd
Stärke
Sekund ärwä nde mit vielen
Tüp felkanälen ausgestattet
sekundä re Zellwa nd
p rimäre Zellwand
sekundä re Zwisc henwa nd stark
mit Tüpfeln d urc hsetzt
Tüpfelaustritt in d er Aufsicht
Nukleus
Abb. 24. Sklerenchymfasern
Lumenreste
23
Unter den äußeren Abschlussgeweben fällt der mehrschichtige Sklerenchymring
auf, dessen Zellen leicht zu finden sind, da ihre ungleichmäßig verdickten
Zellwände hell leuchten. Nach innen schließt sich eine breite Zone
parenchymatischer Zellen, das Rindenparenchym, an. Dessen Zellen sind bereits
in ihrem Frühstadium mit Stärke gefüllt. In die inneren, dem Zentralzylinder
näheren, Schichten dieses Gewebes, sind einzelne Gruppen von Zellen mit
allseitig stark verdickter Wand eingelagert. Diese leuchten wie das Sklerenchym
hell auf.
Abb. 25.
Sklerenchymfasern der Kastanie
Tüpfel
sc hräg der Höhe
nac h verlaufende
Tüpfelkanäle
Fa serlum en
Prim äre Zellwand
stark verdic kt
sekundäre Zellwand
Zellkern
gegenläufig schraubige
Streifung der äußeren
Sekundärwandsc hichten
Es handelt sich um Bündel quer geschnittener Sklerenchymfasern. Das Verdicken
der Wände erfolgt periodisch und daher sind deutlich Schichten zu sehen. Auf die
dünnen Primärwände folgen mehrere sekundäre Verdickungsschichten. Innerhalb
dieser Schichten ist eine charakteristische Streifung zu erkennen. Ursache dieser
Streifung ist eine, in Längsrichtung verlaufende, spiralige Feinstruktur der Fasern,
welche durch einen ungleichmäßigen Quellungsgrad der Zellwandelemente zu
erklären ist. Die zuletzt innen aufgelagerten Schichten sind konzentrisch gestreift.
Es gibt zwei Grundformen:
Sklerenchymzellen oder Skleriden.
Diese sind von mannigfaltiger polyedrischer Gestalt. Steinzellen oder
Brachyskleriden sind isodiametrisch, Makroskleriden sind stabförmig,
Osteoskleriden sind knochenförmig, Astroskleriden sind sternförmig verzweigt mit
oft stark verholzten Zellwänden, welche von zahlreichen verzweigten, oder
unverzweigten Tüpfelkanälen, durchzogen sind. Skleriden bilden die Grundlage
für eine hohe Druckfestigkeit (z.B. der Nussschale, des Endokarps von
Steinfrüchten und der Borke).
Sklerenchymfasern.
Dies sind lang gestreckte, oft mehrere Zentimeter lange, faden- bis
spindelförmige Zellen, mit zugespitzten Enden und hoher Biegungs- und
Zugfestigkeit, besonders wenn sie in interzellularenfreien Strängen, Bündeln oder
Scheiden, angeordnet sind. Verholzt sind sie die Hartfasern der Monocotylen, und
24
unverholzt sind sie die Weichfasern der Dikotylen. Sie entwickeln sich unter
Verlust ihres lebenden Zellinhaltes und bei allseitiger sekundärer Verdickung ihrer
Wände direkt aus oder aus Parenchym- und Kollenchymzellen.
Nach ihrer Lage im Sproß werden intraxylare Sklerenchymfasern, dies sind Holzoder Xylemfasern, und extraxylare Sklerenchymfasern (Bast- und Phloemfasern)
unterschieden.
Die längere Zeit wachsenden Pflanzen stellen hohe Anforderungen an das Leitungsund Festigungsgewebe. Deshalb findet vor der Streckung des Achsenkörpers eine
starke Dickenzunahme, durch Vermehrung des Zellmaterials, nahe der
Vegetationsspitze statt, welches aus dem Leitungs- und Festigungsgewebe
hervorgeht. Dies ist das primäre Dicken- und Erstarkungswachstum.
Geht dieses Wachstum von einem mantelförmigen
Meristem nahe dem Sprossscheitel aus, ist dies die
kambiale Form des primären Dickenwachstums
bei den Monokotyledonen.
Abb. 26.
Erfolgt dies durch unregelmäßige Zellteilungen im
scheitelnahen Parenchym des Marks, also medullär,
oder in der primären Rinde, also kortikal, ist dies die
parenchymale Form des primären Dickenwachstums bei den Dikotyledonen und Koniferen.
Abb. 27.
Die Ontogenese (der Entwicklungsgang):
Im primären Organ differenzieren sich aus langgestreckten, meristematischen,
Zellen des Prokambiums, das sind teilungsfähig gebliebene Abkömmlinge des
Spitzenmeristems, zunächst wenig leistungsfähige Erstlinge des Phloems,
sogenannte Phloemprimanen. Dies ist in der Gesamtheit das Protophloem. Des
Weiteren differenzieren sich Erstlinge des Xylems, Xylemprimanen. In ihrer
Gesamtheit das Protoxylem. Sie werden bei der Ausbildung des Bündels,
welches aus weiterem Zellmaterial des Prokambiums, also aus
leistungsfähigerem Metaphloem und Metaxylem entsteht, gebildet. Bei dieser
Ausbildung werden das Protophloem und das Protoxylem oft zerdrückt. In der
Sprossachse der Koniferen und der Dikotyledonen bleibt im Inneren des
Leitbündels ein Rest meristematischen, also teilungsfähigen Gewebes, vom
Prokambium erhalten. Aus ihm wird beim erneuten Einsetzen der
Teilungsfähigkeit, dem sekundären Wachstum, das Kambium.
Bei den Kormophyten erfolgt der Wasser und Stofftransport über längere Strecken
in besonderen Leitungsbahnen, welche man in ihrer Gesamtheit als
25
Leitsystem
bezeichnet.
Das Leitsystem liegt im Zentralzylinder der Sprossachse und der Wurzel, wo es
in deren Parenchym, sowie im Mesophyll der Blätter, eingebettet ist.
Dieses Leitsystem besteht aus Leitbündeln welche, bei den beiden Hauptgruppen
der höheren Pflanzen, unterschiedlich angeordnet und aufgebaut sind.
Der Aufbau besteht, der Funktion entsprechend, aus lang gestreckten Zellelementen
welche, in ununterbrochenen Strängen, die Pflanze durchziehen und zu Bündeln
zusammengefasst sind.
Nach der Zahl der ersten Keimblätter, den Kotyledonen, unterscheidet man bei den
höheren Pflanzen die einkeimblättrigen Monokotyledonen, das sind jene welche nur
ein Keimblatt besitzen, und die zweikeimblättrigen, die Dikotyledonen und
Coniferophytina, welche zwei Keimblätter besitzen. Die Gymnospermen haben
meist sogar mehrere Keimblätter. Die Keimblätter sind bereits beim Embryo
angelegt.
Die Monokotyledoneae
haben einen einfachen und einheitlichen Leitsystem-Aufbau.
Abb. 28.
Verstreute Leitbündelanordnung beim monokotylen Zea Mais
Die Leitbündel sind über den gesamten Sprossquerschnitt verstreut,
26
27
28
29
30
31
32
33
34
35
36
37
38
39
40
41
42
43
44
Präparationsablauf:
Bei allen Präparationsschritten die Flüssigkeiten vorsichtig aufbringen und
abgießen um ein Abschwimmen des Schnittes zu verhindern!
1.)
Aqua dest., 2x ca 1 Min.
2.)
Färben mit FCA nach Schmitz, mindest 10 Min.
Wenn es länger dauert kommt es zu keiner Überfärbung.
3.)
Abwaschen mit Aqua dest. Bis kein Farbstoff mehr
abfließt. Vorsichtig Abfließen lassen!!
4.)
30 % igen Alkohol, ca 1 Min.
5.)
100 % igen Alkohol, 2x je 1 Min.
6.)
Intermedium, Terpineol, 2 bis 3 Min.
7.) Xylol 2 Minuten
8.)
Abfließen lassen und dann mit Malinol einbetten und
mit einem Deckglas abdecken.
Es empfiehlt sich die Objektträger abschließend mit einem
wasserfesten Filzstift zu beschreiben und erst nach dem
Aushärten des Einbettmittels, das einige Tage in Anspruch
nimmt, die Präparate zu reinigen und mit den zur Verfügung
gestellten, selbstklebenden, Schildern zu versehen.
Wir wünschen, im Namen der M.G.W. ein gutes Gelingen
Herbert Palme u. Peter Pavlicek.
45
1.) Baldriangewächse Baldrian
Valeriana officinalis
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Fedia cornucopiae
Die Baldriangewächse (Valerianaceae) waren eine
Pflanzenfamilie der Kardenartigen (Dipsacales) mit
17 Gattungen und 300 bis 400 Arten. Sie wurde
von August Johann Georg Carl Batsch
erstbeschrieben und ging später in den
Geißblattgewächsen (Caprifoliaceae) auf
Verbreitung
Die überwiegende Anzahl der Arten der Baldriangewächse kommt in den gemäßigten
Gebieten der Nordhalbkugel und in den Anden vor. Im tropischen Afrika, auf Madagaskar
und in Südostasien und Australien fehlen sie völlig.
Beschreibung
Es handelt sich überwiegend um krautige Pflanzen, seltener um Sträucher, wobei die
abweichenden Wachstumsformen vor allem in den Anden vorkommen. Die Laubblätter sind
gegenständig.
Die leicht asymmetrischen, meist weißlichen oder rötlichen Blüten stehen in oft trugdoldigen
Zymen. Die Anzahl der miteinander verwachsenen Kronzipfel ist fünf oder selten drei. Die
Blüten der als ursprünglich angesehenen Gattungen haben noch vier Staubblätter. Es erfolgte
dann eine Reduktion der Anzahl der Staubblätter bis hin zu einem einzigen.
Der Kelch der Blüten vergrößert sich bei den meisten Arten und wächst während der
Fruchtreifung zu Haaren, gefiederten Haaren, Haken, Flügeln etc. aus, die bei der Verbreitung
der Früchte helfen. Bei den Spornblumen (Centranthus) bilden sich an ein und derselben
Pflanze unterschiedliche Arten von Früchten.
Systematik
46
Die Familie wurde im Allgemeinen als Übergangsfamilie zwischen den Geißblattgewächsen
(Caprifoliaceae) und den Kardengewächsen (Dipsacaceae) angesehen. Man unterscheidet 17
Gattungen mit 315 bis 400 Arten, wobei die Gattung Triplostegia auch manchmal zu den
Kardengewächsen gezählt wird.
Aligera
Aretiastrum
Astrephia
Belonanthus
Spornblumen (Centranthus)
Afrikanischer Baldrian (Fedia)
Narde (Nardostachys)
Goldbaldrian (Patrinia)
Phuodendron
Phyllactis
Plectritis
Pseudobetckea
Siphonella
Stangea
Triplostegia
Baldrian (Valeriana) mit etwa 150-250 Arten
Feldsalat (Valerianella) mit 80 Arten
Einzelnachweise
↑ Angiosperm Phylogeny Group: An update of the Angiosperm Phylogeny Group
classification for the orders and families of flowering plants: APG III Botanical Journal of the
Linnean Society, Band 161, 2009, S. 105-121.
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Der Text ist unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar;
Familie: Baldriangewächs
Wirkstoffgruppe: Ätherischöl
Inhaltstoff: Ätherischöl, Alkaloide, Gerbstoff, Harz, Gummi, Stärke
Indikation: Unruhe, nervös bedingte Einschlafstörung, nervöses Herzklopfen, Hyperthyreose,
Klimakterium, Kopfschmerzen.
Kontraindikation: keine
Alkaloide, Gerbstoff, Harz, Gummi, Stärke
Wirkung: dämpft die psychomotorische Sphäre im ZNS, Gastrointestinal entkrampfend.
Nebenwirkung: keine Kontraindikation: keine
Indikation: Unruhe, nervös bedingte Einschlafstörung, nervöses Herzklopfen, Hyperthyreose,
Klimakterium, Kopfschmerzen.
Baldrian - Valeriana officinalis, Baldriangewächse
47
Andere Namen: Großer Baldrian, Katzenbaldrian, Hexenkraut
Arznei- Baldrian
48
1.1 Baldrian, Valeriana officinalis; Wurzel Querschnitt.
Färbung: AFC nach Schmitz.
Rhizodermis
Primäre
Wurzelrinde
Endodermis
Pericambium
Protophloem
Sekundärphloem
Periderm
Cambium
(ausgeweitet)
Zentralzylinder
49
1,2) Baldrian Valeriana officinalis.
Epidermis
Plattencollenchym
Lückenkollenchym
Phloem
Endodermis
offenes
Leitbündel
Markparenchym
Baldrian Sproß quer Ausschnitt
Rhizodermis
Primäre
Wurzelrinde
Endodermis
Periderm
Sekundärphloem
Protophloem
Pericambium
Cambium
(ausgeweitet)
Zentralzylinder mit
Lückenkollenchüm
Baldrian Wurzelsproß quer Ausschnitt
50
2.) Dattelpalmen Phoenix dactylifera
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dattelpalmen
Phoenix canariensis
Systematik
Commeliniden
Ordnung:
Palmenartige (Arecales)
Familie:
Palmengewächse (Arecaceae)
Unterfamilie: Coryphoideae
Tribus:
Phoeniceae
Gattung:
Dattelpalmen
Wissenschaftlicher Name der Tribus
Phoeniceae
J. PRESL
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Phoenix dactylifera
L.
Zu Dornen umgeformte Blättchen
Männliche Blüten von Phoenix roebelinii
51
Fruchtstand von Phoenix dactylifera
Halsbandsittiche unter einer Palmkrone
Die Dattelpalmen (Phoenix) sind eine in der Alten Welt heimische Palmengattung.
Kennzeichnend sind die zu Dornen umgewandelten unteren Blättchen der Fiederblätter.
Dattelpalmen wachsen vorwiegend in trockenen Gebieten und umfassen 14 Arten.
Wirtschaftlich bedeutend sind die Früchte der Echten Dattelpalme (Phoenix dactylifera).
Merkmale
Die Vertreter sind zwergwüchsige, oder kriechende, bis große aufrechte, bewehrte Palmen.
Sie sind einzel- oder mehrstämmig, diözisch und pollakanth. Der Stamm ist häufig von den
spiralig angeordneten Blattbasen eingehüllt.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 32, 36.
Blätter
Die Blätter sind induplikat (V-förmig gefaltet), gefiedert und verwelken vor dem Abfallen.
Die Blattscheide bildet ein faseriges Netzwerk. Der Blattstiel ist sehr kurz oder auch gut
entwickelt. An der Oberseite (adaxial) ist er gefurcht bis flach oder gerippt, die Unterseite
(abaxial) ist abgerundet. Die Rhachis ist lang, allmählich verschmälert, adaxial rund oder
flach. Sie endet mit einem Blättchen. Die Blättchen sind einfach gefaltet, spitz, stehen
regelmäßig oder gruppiert. Die untersten sind zu Dornen umgewandelt und werden
Akanthophylle genannt. Die Adern verlaufen parallel, die Mittelrippe ist an der Unterseite
meist deutlich sichtbar. Die Blätter tragen häufig Schuppen, austreibende Blätter sind oft mit
einem braunen, flockigen Indument und/oder mit Wachs versehen.
Blütenstände
Die Blütenstände stehen zwischen den Blättern und sind einfach verzweigt. Männliche und
weibliche Blütenstände sind einander ähnlich. Der Blütenstandsstiel ist abgeflacht, kurz bis
lang. Bei weiblichen Blütenständen verlängert er sich häufig nach der Befruchtung der
Blüten. Das Vorblatt ist häufig stabförmig, manchmal zweiklappig. Es ist zweikielig, kahl
oder flockig behaart. Andere Hochblätter sind unauffällig. Die Blütenstandsachse ist
abgeflacht und meist kürzer als der Stiel. Die Seitenachsen sind unverzweigt, zahlreich und
stehen häufig in Gruppen spiralig entlang der Achse. An den Seitenachsen stehen spiralig
angeordnet dreieckige Hochblätter, in deren Achsel je eine einzelne Blüte sitzt.
52
Blüten und Früchte
Die männlichen Blüten haben drei verwachsene Kelchblätter, die zu einem flachen Becher
verwachsen sind. Die drei Kronblätter sind spitz oder abgerundet und wesentlich länger als
der Kelch. Es gibt meist sechs Staubblätter, seltener drei oder neun. Ihre Staubfäden sind
kurz, aufrecht, die Antheren sind gerade und öffnen sich seitlich (latrors). Ein
Stempelrudiment fehlt, oder besteht aus drei abortiven Fruchtblättern, oder ist ein kleiner,
dreilappiger Rest. Die Pollenkörner sind ellipsoidisch, bisymmetrisch oder auch leicht
asymmetrisch. Die Keimöffnung ist ein distaler Sulcus. Die längste Achse ist 17 bis 30
Mikrometer lang.
Die weiblichen Blüten sind kugelig. Die drei Kelchblätter sind zu einem dreilappigen Becher
verwachsen. Die Kronblätter überlappen einander, sind deutlich genervt und mindestens
doppelt so lang wie der Kelch. Es gibt meist sechs Staminodien. Die drei Fruchtblätter sind
nicht miteinander verwachsen. Sie sind eiförmig und enden in einer kurzen Narbe. Die
Samenanlage ist adaxial an der Basis des Fruchtblattes befestigt und ist anatrop.
Die Frucht entwickelt sich meist nur aus einem Fruchtblatt. Sie ist eiförmig bis länglich, die
Narbe bleibt apikal erhalten. Das Exokarp ist glatt, das Mesokarp fleischig und das Endokarp
häutig. Der Samen ist länglich, das Endosperm ist homogen, nur selten gefurcht (bei Phoenix
anadamensis). Das Primärblatt ist ungeteilt und schmal lanzettlich.
Verbreitung und Standorte
Die Gattung ist von den atlantischen Inseln vor Afrika über ganz Afrika einschließlich
Madagaskar, im Norden Kretas, von der Süd-Türkei über den Nahen und Mittleren Osten,
Indien bis nach Hongkong, Taiwan, die nördlichen Philippinen, im Südosten bis zur
Malaiischen Halbinsel und Nord-Sumatra verbreitet.
Die meisten Arten wachsen in semiariden Gebieten, allerdings immer in der Nähe von
Wasserläufen, Oasen oder genügend Grundwasser. Einige Arten wachsen in Gebieten des
tropischen Monsuns. Phoenix paludosa wächst am landseitigen Rand von Mangrovenwäldern.
Phoenix roebelenii ist ein Rheophyt am Mekong, wächst also in Fließgewässern.
Systematik
Die Gattung Phoenix bildet alleine die Tribus Phoeniceae innerhalb der Unterfamilie
Coryphoideae. Ihre Schwestergruppe ist nicht gesichert, verschiedene Arbeiten weisen auf
eine enge Verwandtschaft mit den Triben Trachycarpeae, Sabaleae und Cryosophileae hin.
In der World Checklist of Selected Plant Families der Royal Botanic Gardens, Kew, werden
folgende Arten anerkannt:
Phoenix acaulis
Phoenix andamanensis
Phoenix atlantica
Phoenix caespitosa
Kanarische Dattelpalme (Phoenix canariensis)
Echte Dattelpalme (Phoenix dactylifera)
Phoenix loureiroi
Mangroven-Dattelpalme (Phoenix paludosa)
Ceylon-Dattelpalme (Phoenix pusilla)
Senegalesische Dattelpalme (Phoenix reclinata)
Zwerg-Dattelpalme (Phoenix roebelenii)
Klippen-Dattelpalme (Phoenix rupicola)
Silber-Dattelpalme (Phoenix sylvestris)
Kretische Dattelpalme (Phoenix theophrasti)
53
Der Gattungsname Phoenix ist die latinisierte Schreibweise des altgriechischen Namens für
Dattelpalme bzw. Palme allgemein. Der Name ist Bestandteil etlicher weiterer
Gattungsnamen von Palmen.
Belege
John Dransfield, Natalie W. Uhl, Conny B. Asmussen, William J. Baker, Madeline M.
Harley, Carl E. Lewis: Genera Palmarum. The Evolution and Classification of Palms. Zweite
Auflage, Royal Botanic Gardens, Kew 2008, ISBN 978-1-84246-182-2, S. 242-245.
Einzelnachweise
Phoenix in der World Checklist of Selected Plant Families, abgerufen 3. Oktober 2009.
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Dattelpalme: Der Samen galt einst als Symbol der Unsterblichkeit
Die antiken Palmensamen wurden bei Ausgrabungen in der legendären jüdischen
Felsenfestung Masada gefunden, wie Sarah Sallon vom Louis Borick Natural Medicine
Research Center der Hadassah Medical Organization in Jerusalem mitteilte.
Eine Analyse mit der Radiokarbonmethode ergab, dass der Samen aus einer Dattel stammt,
die 1940 bis 2040 Jahre alt sein muss. Diese Methode macht sich den Zerfall des radioaktiven
Kohlenstoff-Isotops 14C zunutze, um das Alter von natürlichen Stoffen zu bestimmen. Die
jetzt schon 30 Zentimeter große Palme stellt einen neuen Rekord dar: Nie zuvor entstand nach
Angaben der Forscherin Leben aus einem älteren Samen. Zuletzt gelang es in China, den
1200 Jahre alten Samen einer Lotus-Pflanze zum Keimen zu bringen.
Von der DNS-Analyse eines Blatts der mit dem Spitznamen Methusalem versehenen
Dattelpalme erhoffen sich die Wissenschaftler Aufschluss über eine mögliche medizinische
Heilwirkung, die die heute kultivierten Arten der Dattelpalme nicht mehr aufweisen. Sallon
und ihre Kollegen bauen auf ähnlichen Forschungen zu anderen Pflanzenarten auf. So wurde
aufgrund von Erfahrungen der traditionellen chinesischen Heilpflanzenmedizin der Wirkstoff
Artemisinin entwickelt, der zur Behandlung von Malaria verwendet wird. Und aus der Rinde
der Pazifischen Eibe wurde ein Mittel in der Krebs-Therapie gewonnen.
"Datteln hatten eine hohe medizinische Bedeutung", erklärte Sallon. "Ihre Nutzung bei
Infektionen und zur Bekämpfung von Tumoren war in der Antike weit verbreitet." Die heute
kultivierten Dattelpalmen stammen aus einer ursprünglich im Irak beheimateten Art ab, die
diese Wirkung nicht mehr haben. "Wir sind der Überzeugung, dass antike Heilmittel zur
Medizin der Zukunft werden können", sagte Sallon.
Bis die Ergebnisse der DNS-Untersuchung in einigen Wochen eintreffen werden, beobachten
die Wissenschaftler die morphologische Entwicklung der Pflanze, also ihre äußere Gestalt.
"Wir beobachten sie und versuchen zu erkennen, ob es Unterschiede gibt", erklärt die
Medizinbiologin. "Eines der Blätter, die sich bis jetzt entwickelt haben, ist wunderschön, aber
sehr viel länger als das normale Blatt einer Dattelpalme."
Falls die Pflanze am Leben erhalten werden kann, wird es rund 30 Jahre dauern, bis sie
erstmals Früchte trägt - vorausgesetzt es handelt sich um eine Pflanze mit weiblichen Blüten.
Aber auch wenn es sich bei "Methusalem" um eine männliche Dattelpalme handelt,
versprechen sich die Wissenschaftler neue Erkenntnisse. "Die genetische Beschaffenheit
dieser Pflanze ist unabhängig vom Geschlecht hochinteressant", sagte Sallon im Gespräch mit
der Nachrichtenagentur AP.
Schon der botanische Name der Dattelpalme, Phoenix dactylifera, gibt einen Hinweis auf ihre
zeitlose Lebensdauer. Der mythische Vogel Phönix galt nach ägyptischer und griechischer
Vorstellung als Inbegriff der Unsterblichkeit, da er am Ende seines Lebens in seinem Nest
verbrannte und aus der Asche wiedergeboren wurde. Daher wurden Samen der Dattelpalme
54
als Symbol der Unsterblichkeit auch in die Gräber der Pharaonen gelegt. "Entweder wurde der
Baum nach dem Phönix benannt oder der Phönix nach der Palme", erklärte Sallon. Darin
zeige sich eine besondere Kraft der Verjüngung, "weil sie in gewisser Weise niemals stirbt".
Steve Weizmann.
2.1 Dattelpalme, Phoenix dactylifera; Blattsproß quer.
Färbung: AFC nach Schmitz.
Blattepidermis der
Oberseite
Eckenkollenchym
Blattepidermis
Unterseite
Verstreut angeordnete,
geschlossene Gefäßbündel
Lückenkollenchym
55
2.1 Dattelpalme, Phoenix dactylifera; Blattsproß quer.
Färbung: AFC nach Schmitz.
Epidermis
Eckemkollenchym
Lückenkollenchym
Geschlossene
Gefäßbündel
Blattsproß quer Ausschnitt.
Bündelscheide
dermis
Siebröhren
Geleitzellen
Tracheen
Unverholztes
Xylemparenchym
Verholztes
Xylemparenchym
Geschlossenes kollaterales Gefäßbündel
56
Markparenchym
2.2 Dattelpalme, Phoenix dactylifera; Blütensproß quer.
Färbung: AFC nach Schmitz.
Epidermis
geschlossene
Leitbündel
verstreut
angeordnet
großzelliges
Markparenchym
Eckenkollenchym
Blattsproß Querschnitt
Leitbündelscheide
Protophloem
Siebröhre
n
Geleitzelle
n
Tracheen
Ringgefäß
e
Unverholztes
Xylemparenchym
Verholztes
Xylemparenchym
Geschlossenes kollaterales Leitbündel
57
Großzelliges
Markparenchym
3.) Edelweiß Leontopodium nivale
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Blütenpflanze Edelweiß. Zu anderen
Bedeutungen des Wortes siehe Edelweiß (Begriffsklärung).
Edelweiß
Alpen-Edelweiß (Leontopodium nivale subsp.
alpinum)
Systematik
Familie:
Unterfamilie:
Tribus:
Gattung:
Art:
Unterart:
Korbblütler (Asteraceae)
Asteroideae
Gnaphalieae
Leontopodium (Edelweiß)
Leontopodium nivale
Edelweiß
Wissenschaftlicher Name
Leontopodium nivale subsp. alpinum
(CASS.) GREUTER
Das Alpen-Edelweiß (Leontopodium nivale subsp. alpinum, Basionym Leontopodium
alpinum) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae) und wohl eine der
bekanntesten Alpenblumen
Beschreibung
Das Edelweiß ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 5 bis über 20
Zentimeter erreicht. Die Pflanze ist wollig-weißfilzig, wobei die schmal lanzettlichen, etwa
fünf Zentimeter langen Laubblätter besonders an der Unterseite stark behaart sind. Die
grundständigen Blätter bilden eine Rosette.
Fünf bis 15 weiß glänzende Hochblätter formen einen mehrzackigen Stern und umgeben den
eigentlichen Blütenstand. Die zwei bis 12 gleichartigen körbchenförmigen Teilblütenstände
enthalten jeweils 60 bis 80 weißgelbe Röhrenblüten. Die sehr schmalen Röhrenblüten am
Rand sind weiblich. Sie werden auch Fadenblüten genannt. Weiter einwärts stehen größere
58
männliche Röhrenblüten. Da der funktionslose Griffel noch vorhanden ist, können die Blüten
zwittrig erscheinen. Blütezeit ist zwischen Juli und September.
Die Früchte sind Achänen, die sich als Schirmchenflieger verbreiten. Bei Nässe können sie
auch an Tieren anhaften.
Blütenökologie
Detailaufnahme des Blütenstands mit weißen Hochblättern,
die oft für die eigentliche Blüte gehalten werden
Die scheinbare Blüte ist nur eine Scheinblüte. Die Schaufunktion entsteht durch die dicht
weißfilzigen Hochblätter. Die eigentlichen Blüten sitzen zu vielen Hunderten, in einzelne
Blütenkörbe organisiert, inmitten des Sterns beisammen und bilden zusammen mit den
Hochblättern eine bestäubungsbiologische Einheit (Superpseudanthium).
Der blendend weiße Schimmer auf den Hochblättern entsteht dadurch, dass tausende kleine
Luftbläschen an dem vielfach durcheinander gewirkten, krausen Haar das einfallende Licht
reflektieren (Signal für Honig suchende Insekten, außerdem Verdunstungsschutz sowie
Schutz vor Wärmeverlust). Die Arbeitsgruppe um den belgischen Physiker Jean-Pol Vigneron
der Universität Notre-Dame de la Paix in Namur hat herausgefunden, dass die Haare selbst
aus parallelen Fasern mit 0,18 Mikrometern Durchmesser bestehen[1], was in der
Größenordnung der Wellenlänge der UV-Strahlung liegt und zu deren Absorption führt. Das
übrige Licht wird jedoch hindurchgelassen, sodass die Pflanze Photosynthese betreiben kann.
Bestäuber sind vor allem Fliegen sowie Hautflügler, Falter und Käfer. Im Tiefland wachsende
Pflanzen werden größer und erscheinen wegen der weniger dichten Behaarung grünlich. Die
Scheinblüte bleibt bis in den Winter hinein erhalten.
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Lebensraum und Verbreitungsgebiet
Edelweißstock an der Höfats in den Allgäuer Alpen
Das Edelweiß findet sich auf steinigen Wiesen, Kalksteinfelsen, seltener auf Almwiesen, ist
ungleichmäßig verteilt und bevorzugt felsige Kalksteinumgebung auf Höhenlagen zwischen
1.800 und 3.000 Metern. Es zeigt eine Präferenz für kieselsäurehaltige Standorte, auch auf
Kalk, wo es Chertknollen anzeigt. Die sehr üppigen Vorkommen z.B. im Allgäu an der Höfats
sind auf kieselsäurehaltigen Aptychenschichten. Man findet es in mittel- und südeuropäischen Gebirgen wie Pyrenäen, Alpen und Balkan. Die nächsten Verwandten des
europäischen Edelweißes finden sich in Tibet, im Himalaya, in Japan, Korea etc.
Ansalbungsstandorte
Seit dem 19. Jahrhundert fanden viele Liebhaber der Botanik Freude daran, die Natur durch
Pflanzen zu bereichern, die sie von Reisen mitbrachten (sogenannte Ansalbung). Zu den
davon „betroffenen“ Pflanzen zählt auch das Edelweiß, das auf Felsstandorten der
Mittelgebirge ausgebracht wurde und dort gelegentlich noch zu finden ist.
Aus Sicht der Invasionsbiologie und des Naturschutzes wird dies kritisch bewertet. Nach § 41
des Bundesnaturschutzgesetzes sind alle solchen Ansalbungen genehmigungspflichtig.
Gefährdung/Schutz
Das Edelweiß gilt in Deutschland als stark gefährdet. Ursachen sind v.a. das Betreten und
Befahren der verbliebenen Standorte.
Auch in Österreich und der Schweiz steht das Edelweiß in sämtlichen Bundesländern bzw.
Kantonen unter strengem Naturschutz und darf nicht gepflückt werden.
Namensherkunft
Der botanische Name leitet sich von der charakteristischen dichtfilzigen, weißen Behaarung
ab (griech. leon für Löwe, podion für Füßchen).
Weitere Trivialnamen sind Wollblume, Bauchwehbleamerl, Irlweiß, Almsterndl, Federweiß,
selten auch Silberstern und Wülblume (in der Schweiz).
Edelweiß als Symbol
Deutschland
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Logo des Deutschen Alpenvereins
Bergmützenabzeichen und Ärmelabzeichen der Gebirgstruppe der Bundeswehr
im Heeresbergführerabzeichen der Bundeswehr
Zeichen der Bergwacht mit Ausnahme der Bergwacht Schwarzwald
Funkrufname der bayerischen Polizeihubschrauber (fortlaufend nummeriert)
Österreich
Österreichische 2-Cent-Münze
Bildseite der 1-Schilling-Münze
Aus Metall auf den Feldkappen des österreichischen Bundesheeres (heute nur noch auf den
Kappen der Gebirgsjäger bzw. Gebirgspioniere).
Das Edelweiß wurde 1907 von Kaiser Franz Joseph den zur Verwendung im Gebirge
bestimmten Truppen (3 Regimenter) der Österreichisch-Ungarischen Armee als Abzeichen
zugewiesen. Es wurde am Kragen des Uniformrockes getragen. Als das Deutsche Alpenkorps
Mitte Oktober 1915 von der inzwischen gefestigten Tiroler Front zum Einsatz nach Serbien
abrückte, wurde ihm das Edelweiß-Abzeichen der österreichischen Gebirgstruppe durch den
Kommandierenden General der österreichischen Südwestfront, Erzherzog Eugen, im Hotel
Elefant in Brixen als Anerkennung seiner Leistung zur Abwehr der italienischen Offensiven
im österreichisch-ungarischen Alpenraum zuerkannt. Seitdem tragen Angehörige aller
deutschen Gebirgstruppen dieses Emblem an der Mütze, allerdings anders als in Österreich
mit dem Stiel nach vorne.
Als Kappenabzeichen für Soldaten mit absolvierter Heeresbergführer-Ausbildung im 2. ÖBH
Auf der Zwei-Cent-Münze der österreichischen Euromünzen, vor deren Einführung auf dem
österreichischen Schilling (Ein-Schilling-Münze)
Im Logo des Österreichischen Alpenvereines und anderer Alpinvereine
Brandzeichen für den Haflinger
Im Logo des Bergrettungsdienstes Österreich
Südtirol
61
Listenzeichen der Südtiroler Volkspartei (SVP) und der Vorgängerpartei Deutscher Verband
(1919–1926),
Logo des Alpenvereins Südtirol (AVS)
Schweiz
In der Schweizer Armee als Rangabzeichen von Generälen sowie als
Truppengattungsabzeichen bei Generalstabsoffizieren.
Logo von Schweiz Tourismus.
Name und Logo der Charterairline Edelweiss Air
Auf dem 5-Franken-Stück abgebildet
Teil der Sicherheitsausrüstung im Schweizer Pass
Sonstiges
Die Art ist nach der Eiszeit aus den innerasiatischen Steppen in die Alpen eingewandert. Es
ist also keine Felsenpflanze.
In Österreich wurde das Edelweiß schon 1886 unter Naturschutz gestellt.
In Gärtnereien gibt es aus dem Himalaja stammende Arten, die auch im Tiefland ihre weiße
Farbe behalten.
Die österreichische Post hat am 19. Juli 2005 als erste gestickte Briefmarke Österreichs
"Edelweiß", auf 400.000 Stück limitiert, herausgebracht. Die Briefmarke hat einen Nennwert
von 375 Cent, besteht aus Stoff und zeigt auf grünem, kurz gefransten Untergrund ein mit
weißem Faden gesticktes Edelweiß.
Sagenhaftes
Frühere Verwendung als Heilkraut, wurde mit Milch und Honig gekocht gegen
Bauchschmerzen verwendet. Daher auch der bayrische Ausdruck „Bauchwehbleaml“. Die
Pflanze wurde auch für Liebeszauber verwendet. Gelegentlich finden sich abnorm große
Blütensterne (maximal sechs bis zwölf Zentimeter Durchmesser), die in der Sagenwelt als
zauberkräftige »Edelweißkönige« erscheinen.
Literatur
Wolfgang Till (Hrsg.): Dein Edelweiss, das macht mich heiss. Souvenir und Modeblume der
Alpen. Andreas Ley, Ulrike Zischka. Chr. Brandstätter, Wien, 1997. 98 Seiten. Mit einem
Teilreprint von „Das Edelweiss“ von E. M. Kornfeld, einem Gedicht von Mascha Kaléko
sowie alpenländischen Liedern und Gstanzln. ISBN 978-3-85447-697-9
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3.1 Edelweiß, Leontopodium nivale subsp. Alpinum; Blütensproß quer.
Färbung: AFC nach Schmitz.
Epidermis
Eckenkollenchym
Geschlossener
Leitbündelzylinder
Kantenkollenchym
Markkollenchym
Edelweiß Blütensproß Querschnitt
Epidermi
sEckenkollenchym
Markkollenchym
Parenchym
nkollenchym
Xylem
Phloem
Tracheen
Gliederhaar
Ringgefäß
eKantenkollenchym
Markkollenchym
Edelweiß Blütensproß Ausschnitt
63
4.) Huflattich Tussilago farfara
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Huflattich
Huflattich (Tussilago farfara)
Systematik
Ordnung:
Asternartige (Asterales)
Korbblütler
Familie:
(Asteraceae)
Unterfamilie: Asteroideae
Tribus:
Senecioneae
Gattung:
Huflattich (Tussilago)
Art:
Huflattich
Wissenschaftlicher Name
Tussilago farfara
L.
64
Der Huflattich (Tussilago farfara) ist die einzige Pflanzenart der Gattung Tussilago aus der
Familie der Korbblütler (Asteraceae). Er gehört zu den ersten Frühjahrsblumen, dessen Blüten
vor der Entwicklung der Laubblätter erscheinen. Er war die Heilpflanze des Jahres 1994.
Beschreibung
Der Huflattich wächst als ausdauernde (perennierende) krautige Pflanze und erreicht
Wuchshöhen von 10 bis 30 Zentimeter. Die langgestielten und grundständigen Laubblätter
erreichen etwa 10 bis 20 Zentimeter Breite. Sie sind gezähnt und herz- oder hufförmig. Durch
die weißfilzige Blattunterseite ist das stark-nervige Adernetz nicht deutlich sichtbar.
Zeitig im Frühjahr erscheinen zunächst nur die korbförmigen Blütenstände, die etwa 300
weibliche, gelbe Zungenblüten und 30 bis 40 männliche, gelbe Röhrenblüten enthalten. Erst
nach deren Verblühen folgen die Blätter. Zur Blütezeit sind die Stängel lediglich mit braunen
oder rötlichen, behaarten Schuppenblättern besetzt. Verblühte Stängel sind deutlich nickend.
Die Blätter, deren leicht bitterer Geschmack zusammenziehend wirkt, haben einen schwachen
Geruch. Die Blüten duften schwach honigartig und schmecken ähnlich wie die Blätter, jedoch
etwas süßer.
Der Huflattich treibt aus einem Wurzelstock mit kriechenden, bis zu zwei Meter langen
unterirdischen Wurzelausläufern.
Die Blütezeit erstreckt sich von Februar bis April. Der Huflattich gehört somit zu den ersten
Frühjahrsblumen und wird von Bienen, Käfern und Schwebfliegen bestäubt. Auch
Selbstbestäubung kommt vor. Die Samenverbreitung erfolgt (wie beim Gewöhnlichen
Löwenzahn) durch Schirmflieger über den Wind. Auch über Klettausbreitung und Ameisen
werden die Samen weitergetragen.
Verwechslungsmöglichkeiten
Die Blätter des Huflattich sind leicht mit den sehr ähnlichen Blättern der Weißen Pestwurz
(Petasites albus) zu verwechseln. Die Huflattichblätter sind jedoch im Allgemeinen kleiner
als die der Weißen Pestwurz und haben zahlreiche grüne Blattrandzähne. Bei der Pestwurz
sind die Leitbündel im Querschnitt des Blattstiels unregelmäßig und nicht U-förmig
angeordnet, wie beim Huflattich.[1]
65
Huflattich-Blätter.
Blütenstand.
Das Zentrum des Blütenstandes.
Fruchtstand.
Ökologie
Die Blütenstände des Huflattichs gehören zu den ersten Blumen des Vorfrühlings und bieten
Insekten Nahrung. Daher empfiehlt es sich nicht, den gesamten Bestand an einer Stelle
abzuernten.
Der Huflattich dient mehreren in ihrem Bestand gefährdeten Schmetterlingsarten als
Futterpflanze, darunter den Raupen des Alpen-Würfeldickkopffalters (Pyrgus cacaliae), der
Großen Bodeneule (Rhyacia lucipeta) und der Gelblichen Alpen-Erdeule (Xestia ochreago).
Verbreitung und Standort
66
Huflattich Kranebitter Innauen Innsbruck.
Der Huflattich ist in Europa, Afrika und in West- und Ost-Asien heimisch. In Nordamerika
gilt er als eingebürgert (invasive Pflanze).
Er besiedelt trocken-warme Standorte auf durchlässigen Böden. Daher ist der Huflattich oft
auf Dämmen, in Steinbrüchen und an unbefestigten Wegen zu finden. Im Gebirge ist er bis in
Höhenlagen von etwa 2300 Meter anzutreffen. Huflattich ist nach Gerhard Madaus'
Heilpflanzenbuch von 1938 die einzige Pflanzenart, die selbst auf reiner Braunkohle gedeihen
kann. Des Weiteren gilt er als Zeigerpflanze für staunasse Bereiche.
Die Huflattichflur
Eine große Huflattichflur
Unter bestimmten Bedingungen kann der Huflattich zur alles beherrschenden Charakterart
einer besonderen Pflanzengesellschaft werden, der Huflattichflur (Poo-Tussilaginetum Tx.
1931). Diese wird dem Verband der Halbruderalen Halbtrockenrasen (ConvolvuloAgropyrion) untergeordnet. Von Natur aus eine Pionierpflanze auf mindestens
wechselfeuchten, lehmigen oder tonigen Rohböden, findet der Huflattich durch menschliches
67
Zutun zum Beispiel an Straßenböschungen, Sandgruben, Baustellen, Erdablagerungen und
Steinbrüchen manchmal Bedingungen, die zu Massenbeständen führen. Im Sommer wachsen
hier vor allem Rispengräser (Poa). Da die Huflattichflur meist als Folge der Tätigkeit des
Menschen entsteht, wird sie in der Regel bald von anderen Pflanzengesellschaften verdrängt.
Nur an natürlichen Standorten wie Bach- und Flussufern bleibt sie länger stabil.
Etymologie
Nach Madaus[2] stammt der Name der Gattung aus dem Lateinischen tússis = ‚Husten‘ und
Suffix -ago, von ágere = (in diesem Zusammenhang) ‚vertreiben‘. Das Art-Epitheton fárfara
ist ebenfalls lateinischen Ursprungs von fár, farina = ‚Mehl‘ und férre = ‚tragen‘. Damit wird
auf die flaumige Behaarung der Blattunterseiten Bezug genommen, welche die Pflanze wie
mehlig bestäubt aussehen lässt.
Der deutsche Name bezieht sich auf die hufförmige Gestalt der Blätter. Der Huflattich gehört
nicht zur Gattung der echten Lattiche (Lactuca), deren deutscher wie botanischer Name vom
hohen Gehalt dieser Pflanzen an Milchsaft (lateinisch lac = ‚Milch‘) herrührt. Der Name lattich geht auf das lateinische lapaticum zurück, mit dem man ursprünglich verschiedene
großblättrige Pflanzen bezeichnete, das sich dann über "laptica" und "lattica" ebenfalls zu
"Lattich" wandelte.
Inhaltsstoffe und Verwendung
Inhaltsstoffe sind unter anderem Polysaccharide, Schleimstoffe, Sterole, Bitterstoffe und
Gerbstoffe [3].
Der Huflattich gilt als bedeutsame Heilpflanze bei Hustenreiz und wirkt schleimlösend. Als
arzneilich wirksamster Teil werden die Blätter verwendet (Droge: Farfarae folium. Der
Huflattich gehört zu den ältesten Hustenmitteln[2]. Schon Dioskurides, Plinius und Galenos
empfehlen den Rauch der angezündeten Blätter gegen Husten. Auch Hildegard von Bingen
weist auf die Heilkraft des Huflattichs bei Erkrankung der Atmungsorgane hin. Neuere
Forschungen deuten jedoch auf unerwünschte Nebenwirkungen (Krebsrisiko) durch
enthaltene Pyrrolizidinalkaloide hin. Die beiden wichtigsten Vertreter sind Senkirkin und
Senecionin[4]. Deshalb sollte Huflattich nicht länger als vier bis sechs Wochen im Jahr
eingenommen werden.
Die großen Blätter des Huflattichs sind unterseits weich behaart und werden daher von
Naturfreunden auch als Wanderers Klopapier bezeichnet.
Literatur
Manfred A. Fischer, Karl Oswald, Wolfgang Adler: Exkursionsflora für Österreich,
Liechtenstein und Südtirol, Dritte Auflage, Land Oberösterreich, Biologiezentrum der OÖ
Landesmuseen, Linz 2008. ISBN 978-3-85474-187-9
H. Haeupler & Th. Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands Ulmer
Verlag, Stuttgart, 2000. ISBN 3-8001-3364-4.
Gerhard Madaus: Lehrbuch der biologischen Heilmittel Bd 1. Heilpflanzen. G. Thieme,
Leipzig 1938, Olms, Hildesheim, 1979. ISBN 3-487-05890-1: (Elektronische Version der
Ausgabe 1935.)
R. Schubert & G. Wagner: Botanisches Wörterbuch Ulmer, Stuttgart 1993, ISBN 3-82521476-1
Einzelnachweise
↑ Manfred A. Fischer, Karl Oswald, Wolfgang Adler: Exkursionsflora für Österreich,
Liechtenstein und Südtirol. Dritte Auflage, Land Oberösterreich, Biologiezentrum der OÖ
Landesmuseen, Linz 2008, ISBN 978-3-85474-187-9, Seite 926
68
↑ a b siehe Madaus: Elektronische Version der Ausgabe 1935
↑ http://www.awl.ch/heilpflanzen/tussilago_farfara/index.htm
↑ http://www.giftpflanzen.com/tussilago_farfara.html
Diese Seite wurde zuletzt am 27. April 2011 um 11:51 Uhr geändert.
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4.1 Huflattich, Tussilago farfara; Blattsproß quer.
Färbung: AFC nach Schmitz.
Epidermis
Lückenkollenchym
Kantenkollenchym
Offene
Leitbündel
Xylem
Phloem
Tracheen
70
5.) Gewöhnlicher Froschlöffel
Alisma plantago-aquatica
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Gewöhnlicher Froschlöffel
Gewöhnlicher Froschlöffel (Alisma plantago-aquatica)
Systematik
Klasse:
Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Monokotyledonen
Ordnung: Froschlöffelartige (Alismatales)
Familie: Froschlöffelgewächse (Alismataceae)
Gattung: Froschlöffel (Alisma)
Art:
Gewöhnlicher Froschlöffel
Wissenschaftlicher Name
Alisma plantago-aquatica
L.
Der Gewöhnliche Froschlöffel (Alisma plantago-aquatica) ist eine Pflanzenart aus der
Familie der Froschlöffelgewächse (Alismataceae). Diese Sumpfpflanze ist weit verbreitet.
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Beschreibung
Typisch geformtes emerses Laubblatt.
Habitus und Blütenstand mit noch
geschlossenen Blüten.
Vegetative Merkmale
Der Gewöhnliche Froschlöffel wächst in feuchten Standorten als sommergrüne, ausdauernde
krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von etwa 20 bis 90 Zentimeter, wobei die
Maximalgröße durch den weit aufragenden, ausladenden Blütenstand erreicht wird. Als
Überdauerungsorgan wird eine Sprossknolle mit einem Durchmesser von 1 bis 3,5
Zentimeter.
Es werden emerse und submerse Laubblätter gebildet. Die emersen, grundständigen
Laubblätter sind lang gestielt. Ihre lineal-lanzettliche, breit-elliptische bis eiförmige
frischgrüne Blattspreite kann länger als 20 Zentimeter bei einer Breite von 1 bis 12
Zentimeter sein und zeigt eine netzartige Nervatur und eine abgerundete oder schwach
herzförmige Spreitenbasis. Neben den typischen „Luftblättern“ (emersen Blättern) bilden die
Pflanzen je nach Standort aber auch flutende, bandförmige „Wasserblätter“ (submerse Blätter)
und bei wechselnden Wasserständen entsprechende schmal-längliche Übergangsformen. Aus
diesem Grund ist auch eine sichere Abgrenzung schmalwüchsiger Exemplare vom
Lanzettblättrigen Froschlöffel (Alisma lanceolatum) im vegetativen Zustand nicht immer
möglich. Der Gewöhnliche Froschlöffel ist außerdem in der Lage, mit dieser Art Hybriden
hervorzubringen, was eine eindeutige Zuordnung noch schwieriger macht. Neu austreibende
Pflanzen des Gewöhnlichen Froschlöffels bilden zunächst untergetauchte, blattstielartige
Primärblätter aus; dann folgen meist einige Schwimmblätter (ähnlich wie Laichkraut) und erst
dann die großen Luftblätter oder – an tieferen Wasserstellen – die flutenden Tauchblätter.
72
Generative Merkmale
Dreizählige Blüte mit sechs Staubblättern in einem Kreis.
Samen.
73
Der auf einem unbeblätterten Blütensstandsschaft stehende, aufrechte, pyramidenförmige,
stockwerkartige, ausladende Gesamtblütenstand ist aus rispigen Teilblütenständen
zusammengesetzt, entwickelt sich ab Juni und kommt in den Sommermonaten zur vollen
Entfaltung. Die Blütenstiele weisen eine Länge von 1 bis 3,5 Zentimeter auf.
Die relativ kleine Blüten sind zwittrig und dreizählig mit doppelter Blütenhülle. Die drei
grünen Kelchblätter weisen eine Länge von 1,7 bis 3,2 Millimeter auf. Die drei weißlichen bis
purpur-rosafarbenen, gerundeten Kronblätter weisen eine Länge von 3,4 bis 6,4 Millimeter
auf und besitzen unregelmäßige Ränder. Die sechs Staubblätter stehen in einem Kreis. Die
ellipsoiden Staubbeutel weisen eine Länge von 0,7 bis 1,4 Millimeter auf. Es sind zahlreiche
freie, regelmäßig angeordnete Fruchtblätter vorhanden. Die Fruchtknoten sind kürzer als die
Griffel. Die 0,6 bis 1,5 Millimeter langen, mehr oder weniger aufrechten Griffel sind nur im
vordersten Fünftel mit kleinen Papillen besetzt. Die Blüten öffnen erst etwa ab Mittag (im
Gegensatz zu Alisma lanceolatum, der schon am Morgen offene Blüten aufweist).
Die mit einer Länge von 1,7 bis 3,1 Millimeter eiförmigen Achänen besitzen auf dem Rücken
meist eine, selten zwei Rillen und einen mehr oder weniger aufrechten Schnabel.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14.
Ökologie
Die Raupen der polyphagen Röhricht-Goldeule (Plusia festucae LINNAEUS, 1758) einem
Eulenfalter (Noctuidae) fressen auch am Gewöhnlichen Froschlöffel .
Vorkommen
Der Gewöhnliche Froschlöffel ist mit vier Unterarten nahezu weltweit verbreitet (Europa,
Nordwestafrika (Marokko), Asien, Nordamerika, Südamerika (Chile),
Australien/Neuseeland). Er kommt in subtropischen bis borealen Klimazonen vor [1].
In Mitteleuropa findet man ihn häufig am Ufer von Weihern, Teichen, Tümpeln und Gräben.
Er bevorzugt seichtes Wasser in sonniger Lage und nährstoffreiche Schlammböden. Auch
innerhalb von Röhricht und Großseggenried kommt Froschlöffel vor. Hauptvorkommen sind
nährstoffreiche Gewässer und Nebenvorkommen sind nährstoffarme Gewässer. Der
Gewöhnliche Froschlöffel ist Kennart Pflanzengesellschaft (Klasse) Phragmitetea Tx. et Prsg
1942.
Nutzung
Der „Wurzelstock“ und die Blätter schmecken scharf und sind frisch giftig. In Russland
wurde diese Art gegen Tollwut eingesetzt. In Schwaben tränkte man Leinentücher mit dem
Pflanzensaft und band sie auf die Stirn, um Kopfschmerzen zu behandeln. In der
Naturheilkunde dienten Wurzeln und Blätter (Herba et radix Alismatis) als Abführmittel.
Systematik
Die Erstveröffentlichung dieser Art erfolgte 1753 durch Carl von Linné unter dem Namen
„Plantago r.“ in Species Plantarum, 1, S. 342 [2]. Synonyme für Alisma plantago-aquatica L.
sind: Alisma subcordatum Raf. und Alisma triviale Pursh. [3]
Gültige Unterarten von Alisma plantago-aquatica sind [4]:
Alisma plantago-aquatica subsp. orientale (Sam.) Sam. (Syn.: Alisma orientale (Sam.) Juz.,
Alisma plantago-aquatica var. orientale Sam.): Sie kommt im gemäßigten bis tropischen
Asien vor.
Alisma plantago-aquatica L. subsp. plantago-aquatica
74
Quellen und weiterführende Informationen
Literatur Robert R. Haynes & C. Barre Hellquist: Alismataceae in der Flora of North
America, Volume 22, 2000: Alisma plantago-aquatica - Online.
Qingfeng Wang, Robert R. Haynes & C. Barre Hellquist: Alismataceae in der Flora of China,
Volume 23, 2010, S. 87: Alisma plantago-aquatica - Online.
Henning Haeupler & Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands.
Ulmer-Verlag, Stuttgart 2000. ISBN 3-8001-3364-4
Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora. Ulmer Verlag, Stuttgart, 6. Aufl.
1990. ISBN 3-8001-3454-3
Elfrune Wendelberger: Pflanzen der Feuchtgebiete - Gewässer, Moore, Auen. Büchergilde
Gutenberg, München 1986. ISBN 3-7632-3265-6 (oder: BLV-Verlag, ISBN 3-405-12967-2)
Einzelnachweise
↑ a b c Gewöhnlicher Froschlöffel. In: FloraWeb.de.
↑ Erstveröffentlichung eingescannt bei biodiversitylibrary.org.
↑ Eintrag bei Tropicos.
↑ Eintrag bei GRIN.
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5.1) Gewöhnlicher Froschlöffel, Alisma plantago-aquatica;
Blattsproß quer.
Färbung: AFC nach Schmitz.
Epidermis
Plattenkollenchym
Lückenkollenchym
Offene Leitbündel
Blattsproß Querschnitt
Epidermis
Plattenkollenchym
Lückenkollenchym
Offene Leitbündel
Tracheen
Phloem
Xylem
Blattsproß Ausschnitt
76
5.2 Gewöhnlicher Froschlöffel, Alisma plantago-aquatica;
Blütensproß quer.
Färbung: AFC nach Schmitz.
Epidermis
Rindenparenchym
Reduzierte Leitbündeln
Lückenparenchym
Markparenchym
Blütensproß Querschnitt
Epidermis
Rindenparenchym
Lückenparenchym
Markparenchym
Reduzierte Leitbündel
Phloem
Geleitzellen
Gefäßgang
Blütensproß Ausschnitt
77
6.) Funkien
Hosta plantaginea
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Funkien
Systematik
Klasse:
Ordnung:
Familie:
Unterfamilie:
Gattung:
Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Monokotyledonen
Spargelartige (Asparagales)
Spargelgewächse (Asparagaceae)
Agavengewächse (Agavoideae)
Funkien
Wissenschaftlicher Name
Hosta plantaginea
TRATT.
78
Die Funkien (Hosta, Syn.: Funkia Spreng.), auch Herzblattlilien genannt, sind eine Pflanzen
gattung aus der Unterfamilie der Agavengewächse (Agavoideae) innerhalb der Familie der
Spargelartigen (Asparagaceae). Die meisten Arten stammen ursprünglich aus Japan und dem
angrenzenden asiatischen Raum, jeweils wenige Arten aus China, Korea und Russland. Die
Gattung ist nach dem österreichischen Botaniker und Leibarzt Nicolaus Thomas Host
(1761–1834) benannt.
Beschreibung
Hosta-Arten wachsen als ausdauernde, krautige Pflanzen. Sie bilden horizontale, große,
kurze, oft verzweigte Rhizome; manchmal bilden sie Ausläufer. Sie bringen viele
grundständige, spiralig angeordnete Laubblätter mit langen Blattstielen hervor. Es kann
vorkommen, dass sich neue Hosta-Sorten bilden, die andere Blattfarben besitzen, sogenannte
Sports.
Der Schaft des Blütenstandes ist meist mit einigen sitzenden, hochblattartigen Blättern
besetzt. Der endständige, traubige Blütenstand enthält wenige bis viele Blüten und grüne bis
weiße Hochblätter. Die zwittrigen, dreizähligen Blüten haben einen kurzen Blütenstiel. Die
sechs weißen bis blauen oder violetten Blütenhüllblätter sind röhrig bis glockenförmig
verwachsen. Die sechs Staubblätter sind meist frei, selten mit dem Grund der
Blütenhüllblätter verwachsen. Es werden Kapselfrüchte mit vielen schwarzen geflügelten
Samen gebildet.
Arten
Es gibt etwa 40 bis 45 Hosta-Arten, darunter:
Hosta albofarinosa: Diese Art ist ein chinesischer Endemit auf grasigen Hängen auf
Höhenlagen von etwa 800 Meter im südöstlichen Bereich der Provinz Anhui.
Hosta capitata
Hosta cathayana
Hosta clausa
Hosta ensata: Die Art ist in Korea, Russland und China in Höhenlagen von 0 bis 500 Meter
(nur in den südlichen Bereichen der beiden Provinzen Jilin und Liaoning) beheimatet.
Hosta fluctuans
Hosta gracillima
Hosta hypoleuca
Hosta ibukiensis
Hosta jonesii
Hosta kikutii
Hosta kiyosumiensis
Hosta longipes
Hosta longissima
Hosta minor
Hosta montana
Hosta nakaiana
Hosta nigrescens
Lilien-Funkie (Hosta plantaginea) - ein chinesischer Endemit in Wäldern, felsigen Bereichen
und auf grasigen Hängen in Höhenlagen zwischen 0 und 2200 Meter in den Provinzen Anhui,
Fujian, Guangdong, Guangxi, Hubei, Hunan, Jiangsu und Sichuan.
Hosta pulchella
Hosta pycnophylla
Hosta rectifolia
Hosta rupifraga
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Hosta shikokiana
Blaublatt-Funkie (Hosta sieboldiana)
Weißrand-Funkie (Hosta sieboldii)
Nutzung als Zierpflanze
Funkien werden insbesondere als Blattschmuckstauden eingesetzt und gelten als wichtige
Elemente schattiger bzw. halbschattiger Gartenbereiche auf frischen Böden, lassen sich aber
auch in Kübeln pflanzen. Alle Arten und Sorten sind winterharte Stauden, die auch in
Mitteleuropa gut gedeihen, sie sind anspruchslos und robust. Dies hat dazu beigetragen, dass
die Funkie vom Bund deutscher Staudengärtner zur Staude des Jahres 2009 gewählt wurde [1].
[2]
Die Blätter sind vielfach gefärbt (gelb, blau, grün) und gemustert (z.B. panaschiert). Die
ursprünglich große Bedeutung der Arten ist gegen Ende des 20. Jahrhunderts aufgrund der
immer zahlreicher werdenden Sorten gesunken. [2]
Vermehrung
Reine Arten werden üblicherweise durch die durchaus frostharten Samen vermehrt, Sorten
hingegen eher vegetativ, meist durch Teilung. Professionelle Gärtnereien in den USA,
Großbritannien, den Niederlanden und Deutschland gehen allerdings vermehrt zu
Gewebekultur über.
Bilder
Traubiger Blütenstand
von Hosta albomarginata.
Blick in eine Blüte mit sechs Blütenhüllblättern, sechs
Staubblättern und dem Griffel von Hosta plantaginea.
80
6.1 Funkie, Hosta plantaginea; Sproß quer
Färbung: AFC nach Schmitz.
Epidermis
Lückenkollenchym
Offenes
kollaterales
Leitbündel
Sproß Querschnitt
Lückenkollenchym
Offenes
kollaterales
Leitbündel
Sklerenchym
Phloem
Tracheiden
Sklerenchym
Protoxylem
Sklerenchym
Bündelscheide
Sklerenchym
Sproß Ausschnitt
81
7.) Rispige Graslilie
Anthericum ramosum
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Rispige Graslilie
Rispige Graslilie (Anthericum ramosum)
Systematik
Monokotyledonen
Ordnung:
Spargelartige (Asparagales)
Spargelgewächse
Familie:
(Asparagaceae)
Unterfamilie: Agavengewächse (Agavoideae)
Gattung:
Graslilien (Anthericum)
Art:
Rispige Graslilie
Wissenschaftlicher Name
Anthericum ramosum
L.
Die Rispige Graslilie (Anthericum ramosum)
ist eine Pflanzenart der Gattung Graslilien
(Anthericum) in der Unterfamilie der
Agavengewächse (Agavoideae). Sie wird auch
als Rispen-Graslilie, Kleine Graslilie oder
Ästige Graslilie bezeichnet.
Beschreibung
Die mehrjährige krautige Pflanze erreicht Wuchshöhen zwischen 30 und 70 Zentimetern. Die
linealischen, grasartigen Laubblätter werden zwei bis sechs Millimeter breit und sind im
allgemeinen deutlich kürzer als die Blütenstände. Im Gegensatz zur Astlosen Graslilie gibt es
am Blattgrund keine spreitenlose Niederblätter[1].
Sie besitzt einen aufrechten, rispigen Blütenstand. Die sechs weißen Perigonblätter werden 10
bis 13 Millimeter lang, ebenso die sechs Staubblätter. Die geraden Griffel sind länger als die
82
Staubblätter. Die Blüte ist duftlos. Die Blütezeit reicht von Juni bis August. Die Kapselfrucht
ist kugel- bis stumpf-dreikantig.
Die Pflanzen enthalten Steroidsaponine.
Ökologie
Die Rispige Graslilie ist ein Hemikryptophyt und ein Tiefwurzler. Die Bestäubung der Blüten
erfolgt bevorzugt durch Hautflügler. Die Samenausbreitung geschieht durch den Wind.
Vorkommen
Die Rispige Graslilie ist in Europa, mit deutlicher Tendenz nach Süden, und bis Vorderasien
und Mittelrussland verbreitet. Als Standort werden Steppenheiden, (Halb)Trockenrasen,
Böschungen, Waldränder vorzugsweise auf lockeren, kalkhaltigen Böden bevorzugt. In den
Alpen steigt diese Art bis auf Höhenlagen von 1700 Meter über NN.
Die Rispige Graslilie ist ein typischer Vertreter kontinentaler Steppen. In Mitteleuropa bieten
daher nur die wenigen vorhandenen Steppen und Heiden die optimalen Bedingungen für die
Entfaltung der Art. In Österreich ist die Rispige Graslilie in allen Bundesländern häufig. Nach
Ellenberg ist sie eine Halblichtpflanze, ein Mäßigwärmezeiger, subozeanisch verbreitet, ein
Schwachsäure- bis Schwachbasezeiger, auf stickstoffarmen Standorten wachsend und eine
Verbandscharakterart Trockenheitsertragender Blutstorchschnabel-Staudensäume (Geranion
sanguinei).
Von den Früchten ernährt sich die Raupe des Eulenfalters Metachrostis dardouini.
Nutzung
Die Rispige Graslilie wird selten als Zierpflanze für Stein-, Natur- und Heidegärten genutzt.
Sie ist seit spätestens 1570 in Kultur.
Literatur
Fischer, M. A., Adler, W. & Oswald K.: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und
Südtirol, Linz, 2005, ISBN 3-85474-140-5
Dankwart Seidel: Blumen. (TopGuideNatur), München 2001, ISBN 3-405-15766-8
H. Ellenberg: Vegetation Mitteleuropas mit den Alpen. 5. Auflage, Ulmer-Verlag, 1996
Margot Spohn/ Marianne Golte-Bechtle: Was blüht denn da? Enzyklopädie, Kosmosverlag,
2005
Schmeil-Fitschen interaktiv, Quelle & Meyer-Verlag, ISBN 3-494-01368-3
Einzelnachweise
↑ Stefan Eggenberg und Adrian Möhl: Flora Vegetativa, Haupt Verlag Bern, ISBN 978-3258-07179-4
↑ Eckehardt J. Jäger, Friedrich Ebel, Peter Hanelt, Gerd K. Müller (Hrsg.): Rothmaler Exkursionsflora von Deutschland. Band 5: Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum
Akademischer Verlag, Berlin Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8274-0918-8, S. 751.
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7.1. Rispige Graslilie, Anthericum ramosum; Blütensproß quer.
Färbung: AFC nach Schmitz.
Einzellige
Epidermis
Lückencollenchym
Offene kollaterale
Leitbündel
Einzellige
Epidermis
Lückencollenchym
Sklerenchym
Phloem
Kambium
Tracheen
Bündelscheide
84
7.2 Rispige Graslilie, Anthericum ramosum; Blatt quer.
Färbung: AFC nach Schmitz.
Einzellige
Epidermis
darunter
Kantenkollenchy
Lückenkollenchym
m
Bikollaterale
Leitbündel
Blattquerschnitt
Einzellige
Epidermis
Kantenkollenchy
m
Lückenkollenchym
Bikollaterale
Leitbündel
Inneres
faszikuläres
Kambium
Äußeres Phloem
Tracheen
Leitbündelscheide
Interzellulare
Blatt quer Ausschnitt
85
8.) Hauswurzen Sempervivum tectorum
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Hauswurzen
Sempervivum tectorum
Systematik
Kerneudikotyledonen
Ordnung:
Steinbrechartige (Saxifragales)
Dickblattgewächse
Familie:
(Crassulaceae)
Unterfamilie: Sempervivoideae
Tribus:
Semperviveae
Gattung:
Hauswurzen
Wissenschaftlicher Name
Sempervivum
L.
Hauswurzen (Sempervivum) sind eine Gattung in der Familie der Dickblattgewächse
(Crassulaceae). Der botanische Name der Gattung leitet sich von den lateinischen Worten
semper für ‚immer‘ und vivus für ‚lebend‘ ab und bedeutet soviel wie „Immerlebend“. Der
deutsche Trivialname Hauswurz hat seinen Ursprung im althochdeutschen Begriff Wurz, der
damals für ‚Wurzel‘ oder ‚Pflanze‘ verwendet wurde.
Von den bisher etwa 200 beschriebenen Arten, werden je nach Autor zwischen 40 bis 63
Arten anerkannt. Zudem gibt es mehr als 3000 Sorten in gärtnerischer Verwendung.
86
Habitus
Hauswurzen wachsen als Horste (Rosetten-Polster) mehrjähriger, immergrüner, sukkulenter
Pflanzen. Die Pflanzen sind hapaxanth (bzw. monokarp), das heißt nach der Blüte sterben die
Rosetten ab, die geblüht haben. Die Größe der ballförmig geschlossenen, halbkugeligen oder
sternförmig ausgebreiteten Rosetten liegt zwischen 0,5 cm (teilweise bei Sempervivum
arachnoideum oder Sempervivum globiferum subsp. arenarium) und 22 cm (teilweise bei
Sempervivum grandiflorum und bei Sempervivum tectorum-Hybriden und Auslesen),
hauptsächlich aber bei 3–6 cm. Bei der Blütenbildung strecken sich die Internodien der
Sprossachse zu einem Langtrieb. Die Blütenstände werden zwischen 3 cm (Sempervivum
minutum) und 60 cm (Sempervivum tectorum) hoch, ragen meist aber sieben bis zwanzig
Zentimeter in die Höhe.
Blätter
Schnitt durch eine Rosette von Sempervivum.
Wie viele Dickblattgewächse (Crassulaceae) sind Hauswurz-Arten als Sukkulenten in der
Lage, in ihren Blättern Wasser zu speichern. Die in der Regel sehr „fleischigen“ Blätter sind
seitlich zum Teil flaumig (pubeszent) behaart oder besitzen Randwimpern. Die Behaarung
kann Drüsenhaare enthalten. Die Blattspitzen verfügen teilweise über Haarbüschel. Die Form
der Blätter der verschiedenen Arten ist vielfältig. Sie können beispielsweise lanzettlich,
elliptisch, länglich lanzettlich, verkehrt lanzettlich, eiförmig, verkehrt eiförmig, spitz,
keilförmig oder länglich spatelig sein. Die Spitze kann ebenso verschieden gestaltet sein.
Meist ist sie spitz zulaufend oder kurz-kleinspitzig. Die Pigmentierung der Blätter ist je nach
Jahreszeit, Standort und Sorte variabel. Es gibt stark mit Anthozyanen angereicherte Blätter,
diese sind dann rotbraun oder auch selten in Violetttönen gefärbt. Es können diverse
Farbabstufungen auftreten wie grau-olivgrün, graugrün, aber auch sehr blasse Tönungen
(pseudochlorotisch). In letzterem Fall sind die Blätter gelblich bis gelblichgrün. Die Färbung
ist hauptsächlich von der Sonneneinstrahlung abhängig, zum Teil aber auch genetisch bedingt.
87
Blüten und Blütenstände
Sternförmig ausgebreitete Blüten von Sempervivum grandiflorum,
eines Vertreters der Sektion Sempervivum
Röhren- bis glockenförmige Blüten von Sempervivum globiferum subsp. globiferum,
einem Vertreter der Sektion Jovibarba
Der meist dichte Blütenstand besteht aus Zymen mit drei, selten zwei bis vier, Wickeln, die
manchmal gegabelt sind. Die sitzenden oder fast sitzenden, zwittrigen Einzelblüten sind
obdiplostemon. Ihre breit sitzenden, etwas aufrechten, lanzettlichen Kelchblätter sind an der
Basis etwas miteinander verwachsen. Die rosafarbenen, purpurfarbenen oder gelb bis fast
weißen, zur Blütezeit ausgebreiteten oder aufrechten Kronblätter sind an ihrer Basis nicht
miteinander verwachsen und auf der Innenseite meist kahl. [1]
Die nur selten kahlen Staubfäden sind rot, purpurfarben, bläulich oder gelblich bis weiß, die
Staubblätter rot oder gelb und der abgesetzte Griffel ist meist gebogen. Die Nektarschüppchen
sind mehr oder weniger quadratisch und etwa 0,5 Millimeter groß. [1]
Die Rosetten blühen spärlich, die Blütezeit liegt zwischen Ende Mai und Ende August. Ihre
Blüten weisen zuerst ein männliches Stadium auf (Proterandrie). Danach biegen sich die
Staubblätter zur Seite und weg von den Fruchtblättern im Zentrum der Blüte. Auf diese Weise
wird eine Selbstbestäubung erschwert.
Die Pollenkörner der Gattung sind prolat, dass heißt sie sind wie Rotationsellipsoide geformt.
Die äußere Schicht der Wand des Pollenkorns, die Exine des Sporoderms, besitzt drei
längsgestreckte Keimfalten, in deren Mitte sich je eine rundliche Keimpore befindet
88
(tricolporat). Die Pollenkörner sind 14 bis 25 Mikrometer lang und 12 bis 21 Mikrometer
breit. Die der Sektion Jovibarba sind 13 Prozent größer als die der Sektion Sempervivum,
enthalten keinen Pollenkitt und unterscheiden sich außerdem im Aufbau der Pollenkornwand.
Früchte und Samen
Die vielsamigen, nur selten kahlen Früchte stehen aufrecht bis fast aufrecht und öffnen sich
entlang einer Bauchnaht. Die darin enthaltenen braunen Samen sind ellipsoid, eiförmig oder
birnenförmig und gerippt. [1]
Die Ausbreitung der Samen erfolgt durch den Wind (Anemochorie).
Zytologie
Die Chromosomengrundzahl variiert zwischen x = 16 und x = 21. Etwa die Hälfte aller Arten
ist polyploid, die meisten davon tetraploid. Sempervivum minutum ist hexaploid und eine
weitere Art oktoploid. [1]
Verbreitung und Standorte
Verbreitung der Gattung Sempervivum
Die Gattung Sempervivum kommt von Marokko bis zum Iran vor. Ihr Verbreitungsgebiet
erstreckt sich zwischen diesen Eckpunkten durch die spanischen Sierras, die Alpen, Karpaten,
die Berge des Balkan, der Türkei und Armeniens. Die Gattung ist also hauptsächlich in den
europäischen Gebirgen zu finden. Mit Sempervivum atlanticum aus dem Atlas-Gebirge und
Sempervivum iranicum aus dem Elburs-Gebirge greift ihre Verbreitung wie die Spitzen einer
Sichel bis nach Afrika und Asien hinein. Im Kaukasus, in Nordost-Anatolien, auf dem Balkan
und in den Alpen sind besonders viele Hauswurz-Arten anzutreffen.[3] Sie leben hauptsächlich
auf besonnten Felsen und in steinigen Gebieten der montanen, subalpinen und alpinen Zone.
Einige haben humosere Standorte erschlossen.
Alpenraum
Rosetten-Polster der Berg-Hauswurz (Sempervivum montanum subsp. Montanum.
89
Kalk-Hauswurz (Sempervivum calcareum), eine Art mit vielen Blättern, die ins
Bläulich-Grüne bis Grau-Olivgrüne spielen (glauk, glaukeszent). Die Blattspreiten
sind länglich-eiförmig, die Blattspitzen zugespitzt und rotbraun.
Blüte einer Hybride zwischen Berg-Hauswurz und Spinnweb-Hauswurz
(Sempervivum arachnoideum × montanum, auch Sempervivum × barbulatum)
90
Sempervivum tectorum subsp. Tectorum
Sempervivum arachnoideum
Sempervivum wulfenii, Rosette
Sempervivum globiferum subsp.
globiferum,
Lochenstein, Deutschland, ein Vertreter der Sektion Jovibarba
In den Alpen, einem der Gebiete, in denen eine Häufung von Hauswurz-Arten auffällt, sind
die am meisten verbreiteten Arten die Spinnweb-Hauswurz (Sempervivum arachnoideum), die
Berg-Hauswurz (Sempervivum montanum) und die Dach-Hauswurz (Sempervivum tectorum).
Sie blühen rot. Die Dach-Hauswurz kann man außer in ihrer autochthonen Verbreitung auch
auf Dächern und Mauern finden, meist angepflanzt, manchmal verwildert bzw. wild, mitunter
sehr weit von ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet entfernt. Die Gewöhnliche
Fransenhauswurz (Sempervivum globiferum) hat mit zwei Arealen in den Südwest-Alpen und
mit Vorkommen in den Ostalpen ein insgesamt großes Verbreitungsgebiet, kommt dabei aber
auffallend oft in den Randgebieten der Alpen vor.
Die Wulfen-Hauswurz (Sempervivum wulfenii) kommt endemisch in den Ostalpen vor, die
ebenfalls gelb blühende Großblütige Hauswurz (Sempervivum grandiflorum) und die
weißlich-blassrosa blühende Kalk-Hauswurz (Sempervivum calcareum) sind Endemiten der
Westalpen und haben ein wesentlich geringeres Verbreitungsgebiet. Noch kleiner ist das
Verbreitungsgebiet der rot blühenden Dolomiten-Hauswurz. Die Serpentin-Hauswurz
(Sempervivum pittonii) ist nur auf zwei Berghängen in der Weststeiermark nahe Kraubath an
der Mur in Österreich zu finden. Sie blüht gelb.
91
Während die Berg-Hauswurz, die Wulfen-Hauswurz und die Großblütige Hauswurz an saures
Bodenmilieu angepasst sind, findet man die Kalk-Hauswurz und die Dolomiten-Hauswurz auf
kalkhaltigem Substrat. Die Spinnweb-Hauswurz bevorzugt saure Bodenverhältnisse, die
Dach-Hauswurz hat hierbei eine breitere Amplitude. Die Serpentin-Hauswurz ist auf
serpentinitisches Substrat spezialisiert. Die Unterarten der Gewöhnlichen Fransenhauswurz
sind teils an unterschiedliche Bodenverhältnisse angepasst.
Kleinasien
Ein weiteres Gebiet, in dem Sempervivum-Arten gehäuft vorkommen, ist das Bergland von
Kleinasien. Eine ausgesprochene Hochgebirgsart ist Sempervivum pisidicum. Sie kommt bis
über 2500 m vor. Ebenfalls alpine Arten sind Sempervivum armenum und Sempervivum
minus, die in Höhenlagen über 2000 m zu finden sind. Auch Sempervivum gillianii wächst
gerne südexponiert auf alpinen Matten. Auf vulkanischem Gestein ist Sempervivum
brevipilum zu finden. Eine weite Verbreitung im inneren Ostanatoliens hat Sempervivum
davisii, eine Sammelart, die sowohl in alpinen, als auch in feuchteren Lagen vorkommt,
beispielsweise in der Nähe von Flussufern. Auch Sempervivum ekimii[6] und Sippen von
Sempervivum davisii subsp. furseorum sind in eher feuchterem Klima zu finden. Sempervivum
staintonii ist an niedere Lagen angepasst. Im östlichen Gebiet des Gebirges Kaçkar Dağlar ist
Sempervivum herfriedianum heimisch.
Kaukasus und Transkaukasus
Im Kaukasus findet man Vertreter der Gattung hauptsächlich in Höhenlagen zwischen 1200
bis 3000 m. Dort kommen sowohl Semperviven mit glatten Blattflächen, als auch solche mit
beiderseits behaarten Blattflächen vor. Zu den Hauswurzen mit kahlen Blattflächen gehören
die rot blühende Arten Sempervivum borisovae, Sempervivum caucasicum und Sempervivum
ingwersenii. Gelb blühende Arten sind Sempervivum glabrifolium und Sempervivum
sosnowskyi.
Behaarte Blattflächen und rote Blüten besitzen Sempervivum altum, Sempervivum annae,
Sempervivum dzhavachischwilii, Sempervivum ermanicum, Sempervivum charadzeae,
Sempervivum ossetiense und Sempervivum pumilum. Eine gelb blühende Art mit behaarten
Blattflächen ist Sempervivum transcaucasicum, die auch in niederen Lagen bis 550 m
vorkommt. Sempervivum charadzeae, eine Art mit bis zu 35 cm langen Ausläufern, kommt in
submontanen Lagen vor.
Balkanhalbinsel
Ein weiteres Gebiet mit vielen Arten von Hauswurzen ist die Balkanhalbinsel. Aus der
Sektion Jovibarba findet man im Gebiet vor allem viele Formen von Sempervivum heuffelii,
aber auch Sempervivum globiferum kommt laut Literaturangaben im nördlichen Bereich des
Balkan vor.
Aus der Sektion Sempervivum findet man dort als rot blühende Art häufig das sehr variable
Sempervivum marmoreum. Eng verwandt mit dieser Art ist Sempervivum kosaninii, das auf
Kalkstein in Mazedonien wächst. Die anderen Arten des Balkans blühen gelb.
Im nördlichen Bereich des Balkan wächst Sempervivum ruthenicum, dessen
Verbreitungsschwerpunkt aber in Gebieten nördlich des Balkan liegt und das meist in tiefen
Lagen vorkommt. Sempervivum leucanthum ist in Bulgarien und bergigen Gebieten südlich
davon zu finden. Das Verbreitungsgebiet von Sempervivum zeleborii geht von Bulgarien und
West-Rumänien südlich bis ins nördliche Griechenland. Die Petalen von Sempervivum
ciliosum und Sempervivum leucanthum sind ausschließlich gelb gefärbt, während die anderen
gelb blühenden Arten an der Basis der Kronblätter rötlich gefärbt sind. Die Unterart
Sempervivum ciliosum subsp. octopodes wächst nur am Pelister im Süden Mazedoniens. [10]
92
Auch Sempervivum thompsonianum kommt ausschließlich in einem eng begrenzten Gebiet im
Süden Mazedoniens vor.
Systematik
Äußere Systematik
Sempervivum gehört zur Tribus Semperviveae in der Unterfamilie der Sempervivoideae der
Dickblattgewächse. Phylogenetische Untersuchungen zeigen eine enge Verwandtschaft zur
Gattung Petrosedum sowie einigen Arten der Untergattung Sedum subg. Gormania:
Semperviveae
Sempervivum
Sedum assyriacum
Sedum mooneyi
Petrosedum
Phylogenese
Höchstwahrscheinlich stammt Sempervivum von einer alten Petrosedum-Linie ab, die einen
vervielfachten Chromosomenbestand in den Zellen aufwies. Petrosedum wird außer als
Ursprungsgruppe der Gattung Sempervivum auch als Ursprungsgruppe der Gattungen
Aeonium, Aychryson und Monanthes angesehen.[12]
Gemäß Urs Eggli hat sich die Ordnung der Steinbrechartigen (Saxifragales) ab der letzten
globalen – alpidischen – Gebirgsbildungsphase der Erdgeschichte und deren geologischen
Auffaltung, also seit den letzten 135 Millionen Jahren konstituiert. Die Familie der
Dickblattgewächse (Crassulaceae) ist jedoch viel jünger und noch jünger ist die Gattung
Sempervivum. Wie alt diese Gattung innerhalb der Familie ist, ist eine ungelöste Frage.
Wegen des verhältnismäßig kleinen Verbreitungsgebietes sowie ihrer relativ einheitlichen
Morphologie und Pflanzenchemie wurde auch die Meinung vertreten, die Gattung
Sempervivum könne als eine junge Gruppe innerhalb der Familie der Dickblattgewächse
angesprochen werden. Das ist allerdings Spekulation. Da es hierzu keine Fossilien gibt
bestehen keine gesicherten Daten. [13]
Es gibt Hinweise, „dass einige heutige Verbreitungsmuster von Refugien der letzten
eiszeitlichen Kaltzeit beeinflusst sind.“[14] [15][16].
Offensichtlich befindet sich die Gattung in einer noch nicht stabilen Phase ihrer Evolution und
sind alle ihre Mitglieder der Gattung sehr nahe miteinander verwandt. Dennoch zeigen die
einzelnen Taxa oft eine große Variabilität. Als Konsequenz daraus wurden viele Unterarten,
Varietäten und Formen beschrieben. Sie weisen mitunter keine gut definierten Abgrenzungen
zueinander auf. Eine zweite Konsequenz ist, dass man innerhalb der Gattung eine hohe Zahl
natürlicher Hybriden beobachten kann. Diese können sich oft wiederum rückkreuzen und so
weiter – so dass eine fast ins Endlose gehende Vielfalt und Aufspaltung festzustellen ist.
Innere Systematik
Die Erstbeschreibung der Gattung Sempervivum erfolgte 1753 durch Carl von Linné in
Species Plantarum.[17] Typusart der Gattung ist Sempervivum tectorum. Synonyme der
Gattung sind Sedum ADANS., Jovibarba (DC.) OPIZ, Diopogon JORD. & FOURR. und ×Jovivum
G.D.ROWLEY.
Die Gattung wird auf Grund von Unterschieden in der Blütenmorphologie in die Sektionen
Sempervivum und Jovibarba unterteilt.[18] In der Sektion Sempervivum sind die Blüten
sternförmig ausgebreitet und sie besitzen acht bis 18 Kronblätter. Bei den Arten der Sektion
Jovibarba sind die Blüten glocken- bis röhrenförmig und weisen in der Regel sechs, selten
sieben oder fünf, Kronblätter auf.
93
Arten
Die Gattung Sempervivum umfasst folgende Arten, Unterarten und Varietäten:
Sektion Sempervivum:
Sempervivum altum
Sempervivum annae
Sempervivum arachnoideum
Sempervivum arachnoideum subsp. arachnoideum
Sempervivum arachnoideum subsp. tomentosum
Sempervivum armenum
Sempervivum armenum var. armenum
Sempervivum armenum var. insigne
Sempervivum atlanticum
Sempervivum atropatanum
Sempervivum borissovae
Sempervivum brevipilum
Sempervivum calcareum
Sempervivum cantabricum
Sempervivum cantabricum subsp. cantabricum
Sempervivum cantabricum subsp. guadarramense
Sempervivum cantabricum subsp. urbionense
Sempervivum caucasicum
Sempervivum charadzeae
Sempervivum ciliosum
Sempervivum ciliosum subsp. ciliosum
Sempervivum ciliosum subsp. octopodes
Sempervivum davisii[19]
Sempervivum davisii subsp. davisii
einschließlich Sempervivum artvinense und Sempervivum brevipetalum
Sempervivum davisii subsp. furseorum
Sempervivum dolomiticum
Sempervivum dzhavachischvilii
Sempervivum ekimii[20]
Sempervivum ermanicum
Sempervivum gillianii
Sempervivum glabrifolium
Sempervivum grandiflorum
Sempervivum herfriedianum[21]
Sempervivum ingwersenii
Sempervivum iranicum
Sempervivum ispartae
Sempervivum kosaninii
Sempervivum leucanthum
Sempervivum marmoreum
Sempervivum marmoreum subsp. ballsii
Sempervivum marmoreum subsp. erythraeum
Sempervivum marmoreum subsp. marmoreum
Sempervivum marmoreum subsp. matricum[22][23]
Sempervivum marmoreum subsp. reginae-amaliae
Sempervivum minus
Sempervivum minutum
94
Sempervivum montanum
Sempervivum montanum subsp. burnatii
Sempervivum montanum subsp. carpathicum
Sempervivum montanum subsp. montanum
Sempervivum montanum subsp. stiriacum
Sempervivum ossetiense
Sempervivum pisidicum
Hybriden
Darüber hinaus sind folgende Hybriden bekannt:
Sempervivum × alidae
künstliche Hybride von Sempervivum wulfenii und Sempervivum grandiflorum
Sempervivum × barbulatum
natürliche Hybride von Sempervivum arachnoideum und Sempervivum montanum
Sempervivum × barbulatum subsp. etruscum
natürliche Hybride von Sempervivum arachnoideum und Sempervivum montanum[26]
Sempervivum × christii
natürliche Hybride von Sempervivum grandiflorum und Sempervivum montanum
Sempervivum × fauconnettii[27]
natürliche Hybride von Sempervivum arachnoideum und Sempervivum tectorum
Sempervivum × feigeanum[21]
Hybride von Sempervivum davisii und Sempervivum staintonii
Sempervivum × fimbriatum
natürliche Hybride von Sempervivum arachnoideum und Sempervivum wulfenii
Sempervivum × funckii
natürliche Hybride von Sempervivum arachnoideum, Sempervivum montanum und
Sempervivum tectorum
Sempervivum × giuseppii
natürliche Hybride von Sempervivum arachnoideum und Sempervivum cantabricum
Sempervivum × hayekii
natürliche Hybride von Sempervivum grandiflorum und Sempervivum tectorum
Sempervivum × morellianum
Hybride von Sempervivum arachnoideum und Sempervivum calcareum
Sempervivum × nixonii
künstliche Hybride von Sempervivum globiferum und Sempervivum heuffelii
Sempervivum × praegeri
Hybride von Sempervivum leucanthum und Sempervivum marmoreum
Sempervivum × rupicola
natürliche Hybride von Sempervivum montanum und Sempervivum wulfenii
Sempervivum × stenopetalum
natürliche Hybride von Sempervivum montanum und Sempervivum tectorum
Sempervivum × vaccarii
natürliche Hybride von Sempervivum arachnoideum und Sempervivum grandiflorum
Sempervivum × versicolor
Hybride von Sempervivum marmoreum und Sempervivum ruthenicum
Sempervivum × wolfianum
Hybride von Sempervivum arachnoideum, Sempervivum grandiflorum, Sempervivum
montanum und Sempervivum tectorum
95
Volksbrauch und Aberglaube
Die Dach-Hauswurz ist eine alte Heil-, Zauberpflanze und Zierpflanze. Zahlreiche
volkstümliche Bezeichnungen in vielen europäischen Sprachen zeugen davon, wenngleich in
deutscher Sprache die meisten Vernakularnamen vorkommen.[28] Einige deutsche
Trivialnamen – meist für Sempervivum tectorum, mitunter auch für Sempervivum globiferum
– sind beispielsweise Dachkraut, Dachlauch, Dachwurz, Dachzwiebel, Donnerbart,
Donnerkopf, Donnerkraut, Donnerwurz, Dunnerknöpf, Gewitterkrut, Gottesbart, Grindkopf,
Hausampfer, Jupiterbart, Donarsbart, Mauerkraut, Hauslaub, Ohrpeinkraut, Warzenkraut,
Zidriwurzn.
Abbildung aus einer Abschrift von Johannes Hartliebs Kräuterbuch, um 1470.
96
Abbildung der „Groß Haußwurtz“ (Sempervivum tectorum) in Leonhart Fuchs New
Kreüterbuch von 1543.
Karl der Große ordnete in seiner Landgüterverordnung Capitulare de villis an: „et ille
hortulanus habeat super domum suam Jovis barbam“ („und jeder Gärtner soll auf seinem
Dach 'Jupiterbart' haben“). Der Volksglaube besagte, dass diese Pflanze ein Haus vor
Blitzschlag schützen könne. Jupiter und Donar galten als Götter, die den Blitz unter ihrer
Kontrolle hatten, und Hauswurz sollte Blitzeinschlag und Brand fern halten. Nebenher hatten
die Hauswurze den Zweck, lose Ziegel- oder Strohdächer zusammen zu halten und First wie
Lehmdecken vor Auswaschung zu schützen. Eventuell waren Dächer, die mit Hauswurz
bepflanzt waren, nicht mehr so trocken wie neu angelegte Dächer und entflammten dadurch
nicht so leicht.
Bei herannahendem Gewitter wurden zusätzlich Blätter im Ofen verbrannt, welche die
abergläubischen Leute am Johannistag, dem 24. Juli, pflückten. An manchem Orten
verbrannte man bei Unwetter so genannte Palmkätzchen und Hauswurzbestandteile, die man
am Johannistag vom Dach genommen hatte. In der Schweiz wurde die Hauswurz noch bis ins
20. Jahrhundert hinein als Zauberpflanze verwendet. Man pflanzte sie auf ein Brettchen, das
auf einen Pfahl montiert war. Einzelne Pflanzen, die man in den Kamin hängte, sollten davor
schützen, dass Hexen in den Kamin fuhren. Auf Viehställe gepflanzt, sollten sie dafür sorgen,
dass die Tiere vor Seuchen bewahrt bleiben. Aus der Gegend von Weißenburg/Bayern ist
bekannt, dass die Kühe vor dem ersten Weideaustrieb des Jahres drei Eichenblätter (auf dass
ihnen Laub nicht schade), drei Blätter der Mauerraute (auf dass ihnen Kräuter nicht
schadeten) und drei Blätter der Hauswurz bekamen (auf dass sie wieder in ihren Stall
zurückfänden, auf dem vermutlich Hauswurz gepflanzt war). Häusern, auf denen Hauswurz
wuchs, sollte dies Glück bringen. An manchen Orten wurde geglaubt, dass es Unglück bringe,
wenn eine Hauswurzrosette blühe, dass zum Beispiel ein Bewohner des Hauses in diesem
97
Jahr sterbe. In anderen Gegenden heißt es, dass lange Blütentriebe anzeigen, dass der Familie
ein wichtiges Ereignis bevorstehe, weiße Blüten einen Todesfall, und rote ein freudiges
Ereignis ankündeten. Wenn man weiß, dass der alte Kultivar von Sempervivum tectorum
weißlich-blassrosa blüht, dürfte dieses Zuordnung manchmal Schwierigkeiten gemacht haben.
Im niederbayrischen Vilstal hieß es, dass das Glück fortziehe, wenn man die Hauswurz von
Dach entferne.
In Johannes Hartliebs Das Buch aller verbotenen Kunst aus dem Jahr 1465 wird ein
Hexensalbenrezept überliefert, eine Flugsalbe, bei der sechs Pflanzen verwendet wurden. Dort
heißt es, dass „am pfintztag barban Jouis“, also „am Donnerstag Bart Jupiter“ gesammelt
werden sollte.[30]
Es hieß auch, dass der Hauswurzsaft die Haut schön mache und Sommersprossen vertreibe.
Von einem auf die Haut applizierten Gemisch aus Hauswurzsaft, Gummi, rotem Arsenik und
Alaun glaubten manche sogar, man könne unter seinem Schutz glühendes Eisen anfassen.
Hildegard von Bingen merkte an, dass Hauswurzgenuss bei Mann wie bei Frau Begierde
entbrennen lasse. Für zeugungsunfähige Männer aber empfahl sie in Ziegenmilch eingelegte
Hauswurz. Bei Taubheit solle man Hauswurzsaft zusammen mit Frauenmilch ins Ohr
träufeln.
Verwendung
Es gibt viele Hauswurz-Liebhaber und -sammler. Hauptsächlich die Dach-Hauswurz (S.
tectorum) und deren Hybriden sowie S. heuffelii-Kultivare sind sehr vielgestaltig. Inzwischen
wurden an die 3000 Sorten gezüchtet. Dabei liegt das Hauptinteresse nicht auf der Ausbildung
der Blüten, sondern vielmehr in der Vielfalt der Rosettenformen und -färbungen. Die
Hauptfärbungszeit liegt zwischen März und Juni. In Deutschland haben sich Liebhaber der
Gattung in der Fachgruppe „Sempervivum / Jovibarba“ innerhalb der „Gesellschaft der
Staudenfreunde“ (GdS) zusammengefunden.
Literatur
Henk 't Hart, Bert Bleij, Ben Zonneveld: Sempervivum. In: Urs Eggli (Hrsg.): SukkulentenLexikon. Crassulaceae (Dickblattgewächse). Eugen Ulmer, Stuttgart 2003, ISBN 3-80013998-7, S. 347–365.
Henk 't Hart, Urs Eggli: Evolution and Systematics of the Crassulaceae, Backhuis Publishers,
Leiden 1995, ISBN 90-73348-46-3.
Thomas Junghans: Die Hauswurz – immer lebend auf Fels und Stein. In: Pharmazie in
unserer Zeit. Band 31, Nummer 1, 2002, S. 112–115, ISSN 0048-3664.
Fritz Köhlein: Freilandsukkulenten. Hauswurz, Fetthenne & Co. Eugen Ulmer, Stuttgart
2005, ISBN 3-8001-4603-7.
Philipp Neeff, H. Kutzelnigg, G. B. Feige: Felduntersuchungen der Gattung Sempervivum s.
l. in den Alpen. In: Kakteen und andere Sukkulenten. Band 54, Nummer 6, 2003, S. 143–152.
Philipp Neeff: Verbreitung der Gattung Sempervivum Linnaeus in den Alpen. In: Kakteen
und andere Sukkulenten. Band 54, Nummer 7, 2003, S. 191–194.
Philipp Neeff, H. Kutzelnigg, G. B. Feige: Sempervivum-Hybriden in den Alpen. In: Kakteen
und andere Sukkulenten. Band 54, Nummer 8, 2003, S. 202–206.
Philipp Neeff: Beiträge zur Taxonomie der Gattung Sempervivum L. (Crassulaceae) unter
besonderer Berücksichtigung der in Kleinasien vorkommenden Sippen. Unveröffentlichte
Dissertation, Universität Duisburg-Essen 2005, PDF.
Philipp Neeff: Beiträge zur Taxonomie der Gattung Sempervivum (Crassulaceae) unter
besonderer Berücksichtigung der in Kleinasien vorkommenden Sippen. In: Schumannia. Band
98
5, 2008, S. 5–98, ISSN 1437-2517 begin_of_the_skype_highlighting 1437-2517
end_of_the_skype_highlighting, ISBN 978-3-89995-485-2.
Manuel Werner: Hauswurz-Arten der Alpen. Sempervivum und Jovibarba. In: Avonia. Band
28, Nummer 4, 2010.
Einzelnachweise
↑ a b c d Henk 't Hart, Bert Bleij, Ben Zonneveld: Sempervivum. In: Urs Eggli (Hrsg.):
Sukkulenten-Lexikon. Crassulaceae (Dickblattgewächse). Eugen Ulmer, Stuttgart 2003,
ISBN=3-8001-3998-7, S. 347–349.
↑ J. Parnell: Pollen Morphology of Jouibarba Opiz and Sempervivum L. (Crassulaceae). In:
Kew Bulletin. Band 46, Nummer 4, 1991, S. 733–738, JSTOR:4110418.
↑ Philipp Neeff: Beiträge zur Taxonomie der Gattung Sempervivum L. (Crassulaceae) unter
besonderer Berücksichtigung der in Kleinasien vorkommenden Sippen. Dissertation,
Universität Duisburg-Essen, 2005, S. 54
↑ Urs Eggli: Sukkulenten. 2. vollständig überarbeitete Auflage, Eugen Ulmer, Stuttgart 2008,
ISBN 978-3-8001-5396-1, S. 273.
↑ Manuel Werner: Hauswurz-Arten der Alpen. Sempervivum und Jovibarba. In: Avonia. Band
28, Nummer 4, 2010.
↑ Fergan Karaer, Ferhat Celep: Sempervivum ekimii nom. et stat. nov. for S. minus var.
glabrum (Crassulaceae), with an amplified description. In: Annales Botanici Fennici. Band
45, Nummer 3, 2008, S. 230.
↑ Philipp Neeff: Beiträge zur Taxonomie der Gattung Sempervivum L. (Crassulaceae) unter
besonderer Berücksichtigung der in Kleinasien vorkommenden Sippen. Dissertation,
Universität Duisburg-Essen, 2005
↑ Fergan Karaer, Ferhat Celep, Urs Eggli: A taxonomic revision of the Sempervivum davisii
complex (Crassulaceae). In: Nordic Journal of Botany. Band 29, Nummer 1, S. 49–53, 2011,
DOI:10.1111/j.1756-1051.2010.00974.x.
↑ Radovan Konop: Die kaukasischen Arten der Gattung Sempervivum. In: Gartenpraxis.
6/1992, S. 24–26.
↑ a b c d Henk 't Hart, Bert Bleij, Ben Zonneveld: Sempervivum. In: Urs Eggli (Hrsg.):
Sukkulenten-Lexikon. Crassulaceae (Dickblattgewächse). Eugen Ulmer, Stuttgart 2003,
ISBN=3-8001-3998-7, S. 349-363.
↑ J. Thiede, U. Eggli: Crassulaceae. In: Klaus Kubitzki (Hrsg.): The Families and Genera of
Vascular Plants, Band 9. Flowering Plants. Eudicots. Springer, Berlin/Heidelberg/New York
2007, ISBN 978-3-540-32214-6, S. 93.
↑ Urs Eggli: Sukkulenten. 2. vollständig überarbeitete Auflage, Eugen Ulmer, Stuttgart 2008,
ISBN 978-3-8001-5396-1, S. 263
↑ Manuel Werner: Hauswurz-Arten der Alpen. Sempervivum und Jovibarba. In: Avonia. Band
28, Nummer 4, 2010, S. 124.
↑ Manuel Werner: Hauswurz-Arten der Alpen. Sempervivum und Jovibarba. In: Avonia. Band
28, Nummer 4, 2010., S. 124f, 131, 146-194.
↑ Philipp Neeff (2005): Beiträge zur Taxonomie der Gattung Sempervivum L. (Crassulaceae)
unter besonderer Berücksichtigung der in Kleinasien vorkommenden Sippen. Dissertation,
Universität Duisburg-Essen, S. 55f., 62ff.
↑ Andreas Tribsch, Peter Schönswetter: Patterns of endemism and comparative
phylogeography confirm palaeoenvironmental evidence für Pleistocene refugia in the Easter
Alps. In: Taxon. Band 52, Nummer 3, S. 477-497, JSTOR:3647447.
↑ Carl von Linné: Species Plantarum. 1. Auflage 1753, Band 1, S. 464–465, (online).
↑ Henk 't Hart, Bert Bleij, Ben Zonneveld: Sempervivum. In: Urs Eggli (Hrsg.) SukkulentenLexikon. Crassulaceae (Dickblattgewächse). Eugen Ulmer, Stuttgart 2003, ISBN=3-80013998-7, S. 348.
99
↑ Fergan Karaer, Ferhat Celep, Urs Eggli: A taxonomic revision of the Sempervivum davisii
complex (Crassulaceae). In: Nordic Journal of Botany. Band 29, Nummer 1, S. 49–53, 2011,
DOI:10.1111/j.1756-1051.2010.00974.x.
↑ Fergan Karaer, Ferhat Celep: Sempervivum ekimii nom. et stat. nov. for S. minus var.
glabrum (Crassulaceae), with an amplified description. In: Annales Botanici Fennici. Band
45, Nummer 3, 2008, S. 229–232, PDF.
↑ a b Philipp Neeff: Neue Taxa der Gattung Sempervivum (Crassulaceae) in der Türkei. In:
Kakteen und andere Sukkulenten. Band 56, Nummer 3, 2005, S. 71–73.
↑ Dominik Roman Letz: A new species of the Sempervivum marmoreum group in Central
Europe. In: Preslia. Band 81, Nummer 3, 2009, PDF.
↑ Martin Miklánek: Sempervivum marmoreum ssp. matricum (Letz) Hadrava et Miklánek
comb. Nova. In: Kaktusy. Band 46, Nummer 2, 2010, S. 24–26.
↑ Manuel Werner: Hauswurz-Arten der Alpen. Sempervivum und Jovibarba. In: Avonia. Band
28, Nummer 4, 2010, S. 194.
↑ Manuel Werner: Hauswurz-Arten der Alpen. Sempervivum und Jovibarba. In: Avonia. Band
28, Nummer 4, 2010, S. 191.
↑ Davide Donati, Gérard Dumont: I semprevivi dell'Appennino Tosco-Emiliano:
evidenziazione di un taxon ibridogeno misconosciuto, Sempervivum xbarbulatum subsp.
etruscum D.Donati & G.Dumont subsp. nov.; Les joubarbes de l'Appenin Tosco-Emilien:
mise en evidence d'un taxon hybridogene meconnu, Sempervivum xbarbulatum subsp.
etruscum D.Donati & G.Dumont subsp. nov. In: Piante Grasse. Band 24, Nummer 4, 2004, S.
155-168.
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100
8.1 Hauswurz, Sempervivum tectorum: Sproß quer.
Färbung: AFC nach Schmitz.
Epidermis
Rindenparenchym
Leitbündelring
Phloem
Xylem
Markparenchym
Sproß Querschnitt
Epidermis
Rindenparenchym
Leitbündelring
Phloem
Xylem
Markparenchym
Sproß Ausschnitt
101
9.) Klebriger Salbei Salvia glutinosa L.
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Klebriger Salbei
Klebriger Salbei (Salvia glutinosa)
Systematik
Euasteriden I
Ordnung:
Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie:
Lippenblütler (Lamiaceae)
Unterfamilie: Nepetoideae
Gattung:
Salbei (Salvia)
Art:
Klebriger Salbei
Wissenschaftlicher Name
Salvia glutinosa L.
Der Klebrige Salbei (Salvia glutinosa), auch Gelber Salbei genannt, ist eine Pflanzenart aus
der artenreichen Gattung Salbei in der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae).
Pflanzenbeschreibung
Diese mehrjährige Pflanze erreicht Wuchshöhen von 50 bis 120 cm und ist an Stängel,
Blättern und Blüten klebrig behaart. Diese klebrigen Härchen erfüllen vermutlich eine
Schutzfunktion gegen Fressfeinde. Die lang gestielten Laubblätter sind 8 bis 15 cm lang und
die spießförmige Blattspreite ist grob gezähnt.
Der Blütenstand besteht aus quirlartigen, vier bis sechsblütigen Teilblütenständen. Die gelben
Blüten sind 3 bis 5 cm lang und rotbraun punktiert. Die Blüten haben zwei Staubblätter und
einen glockenförmigen Kelch. Die Blütezeit erstreckt sich von Juli bis September.
Verbreitung
Der Klebrige Salbei kommt in Laub- und Mischwäldern in den Gebirgen Mittel- und
Südeuropas vor. Die aus Europa stammende Pflanzenart gedeiht vor allem im Schatten und
Halbschatten.
Bilder
102
Salvia glutinosa. L. buds, gluey hairs
Habitus von oben
Quellen Encke/Buchheim/Seybold: Zander, Handwörterbuch der Pflanzennamen, 15.
Auflage, ISBN 3-8001-5072-7
103
Commons: Klebriger Salbei – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
Klebriger Salbei. In: FloraWeb.de.
Deutsch: Klebriger Salbei · Nederlands: Lleverige salie · Русский: Шалфей железистый ·
APG III Classification: Domain: Eukaryota • Regnum: Plantae • Cladus: angiosperms •
Cladus: eudicots • Cladus: core eudicots • Cladus: asterids • Cladus: euasterids I • Ordo:
Lamiales • Familia: Lamiaceae • Subfamilia: Nepetoideae • Tribus: Mentheae • Genus: Salvia •
Species: Salvia glutinosa L. (1753)
Salvia glutinosa flowers
104
9.1 Klebriger Salbei, Salvia glutinosa; Sproß quer.
Färbung: AFC nach Schmitz.
Gliederhaar
Epidermis
Rindenparenchym
Phloem
Kambium
Xylem
Markparenchym
Sproß Querschnitt
Gliederhaar
Epidermis
Lückenparenchym
Rindenparenchym
Phloem
Kambiu
m
Xylem
Markparenchym
Sproß Detail
105
10.) Schwertpflanzen Echinodorus 'Ozelot'
Die Schwertpflanzen (Echinodorus) bilden die artenreichste
Gattung in der Familie der Froschlöffelgewächse
(Alismataceae). Entsprechend der jüngsten Revision der
Gattung sind die kleinen ausläuferbildenden Arten in eine
eigenständige Gattung (Helanthium) ausgegliedert worden.
Einige Arten und ihre Sorten gehören zu den beliebtesten
Kulturpflanzen in tropischen Süßwasser-Aquarien.
106
Schwertpflanzen
Echinodorus 'Ozelot' (Zuchtform)
Systematik
Unterabteilung:
Klasse:
Ordnung:
Familie:
Gattung:
Samenpflanzen
(Spermatophytina)
Bedecktsamer
(Magnoliopsida)
Monokotyledonen
Froschlöffelartige
(Alismatales)
Froschlöffelgewächse
(Alismataceae)
Schwertpflanzen
Wissenschaftlicher Name
Echinodorus
L.C.RICH. EX ENGELM.
Erscheinungsbild
Zu den Schwertpflanzen gehören zumeist mehrjährige krautige Sumpf- und Wasserpflanzen.
Die ganzrandigen Blätter sind zu einer Rosette angeordnet. Die gestauchte Sprossachse
entwickelt sich bei älteren Pflanzen zu einem Rhizom.
Der Blütenstand ist die verlängerte Srossachse und wird durch Nodien unterbrochen, die als
Quirle bezeichnet werden und jeweils mindestens drei oder mehr Blüten aufweisen. Die
Blüten der Gattung Echinodorus sind im Unterschied zu den nah verwandten Pfeilkräutern
(Sagittaria) zwittrig. Sie enthalten drei Kelchblätter, drei Kronblätter, 9 bis 25 Staubblätter
und 15 bis 250 freie Fruchtblätter, letztere in spiraliger Anordnung. Bei der Reifung verholzen
diese und bilden dann sogenannte Nüsschen, die den eigentlichen U-förmigen Samen
enthalten.
Diese gattungstypischen Früchte weisen zwischen den Rippen meistens eine unterschiedlich
große Anzahl von Drüsen auf. Nur bei wenigen Arten fehlen die Drüsen an den Nüsschen.
Verbreitungsgebiet und Lebensraum
107
Schwertpflanzen-Arten kommen natürlicherweise von Argentinien bis in die Vereinigten
Staaten vor. Der bevorzugte Lebensraum ist je nach Art sehr variabel, jedoch ist der Standort
fast durchweg sonnig. Die meisten Arten gedeihen in Überschwemmungsgebieten und im
Uferbereich von stehenden und fließenden Gewässern, sind also typische Sumpfpflanzen, die
zeitweilig oder ständig auch völlig unter Wasser gedeihen können. Einige wenige Arten sind
jedoch ausgesprochene Wasserpflanzen und können nur noch unter Wasser überleben bzw.
überdauern ein Trockenfallen ihres Standorts nur in Form ihrer Rhizome.
Verwendung in der Aquaristik
Die meisten Arten der Gattung sind nur in großen Aquarien sinnvoll verwendbar, da sie
schnell beachtliche Ausmaße erreichen. Wasserpflanzengärtnereien haben aber mittlerweile
eine Reihe von Sorten gezüchtet, die wesentlich kleiner bleiben. Viele dieser Zuchtformen
weisen außerdem attraktive rötliche Blattfärbungen auf, während die Wildformen zumeist
hellgrün bis mittelgrün sind.
Die meisten im Handel erhältlichen Arten sind bei ausreichendem Platz und guter
Beleuchtung recht anspruchslos, stellen keine besonderen Anforderungen an das Wasser und
gedeihen bei den für Aquarien in Wohnräumen üblichen Temperaturen gut. Einige Arten aus
gemäßigten Gebieten vertragen eine vorübergehende Abkühlung auf etwa 10 Grad Celsius
und können daher zeitweilig auch in Freiland-Teichen gezogen werden. Tropische Arten
dagegen kommen auch mit Temperaturen um 30 Grad Celsius noch zurecht und sind ideal für
Aquarien mit den besonders wärmebedürftigen Diskus-Buntbarschen und Skalaren, die auch
gern auf ihren Blättern ablaichen.
Arten
Echinodorus cordifolius
Echinodorus isthmicus in Kultur
Zur Zeit sind 64 Arten der Gattung Echinodorus bekannt[1], darunter:
Amazonas-Schwertpflanze (Echinodorus amazonicus)
Schmalblättrige Schwertpflanze (Echinodorus angustifolius)
Echinodorus argentinensis
Aschersons Schwertpflanze (Echinodorus aschersonianus)
Zellophanpflanze (Echinodorus berteroi)
Blehers Schwertpflanze (Echinodorus bleherae)
Bolivianische Schwertpflanze (Echinodorus bolivianus)
Herzblättrige Schwertpflanze (Echinodorus cordifolius)
Grisebachs Schwertpflanze (Echinodorus grisebachii)
Horizontale Schwertpflanze (Echinodorus horizontalis)
108
Echinodorus longiscapus
Echinodorus macrophyllus
Leopoldina Schwertpflanze (Echinodorus major)
Echinodorus nymphaeifolius
Echinodorus opacus
Osiris-Schwertpflanze (Echinodorus osiris)
Echinodorus ovalis
Rispige Schwertpflanze (Echinodorus paniculatus)
Schwarze Schwertpflanze (Echinodorus parviflorus)
Derbe Schwertpflanze (Echinodorus portoalegrensis)
Zwerg-Schwertpflanze (Echinodorus quadricostatus)
Schlüters Schwertpflanze (Echinodorus schlueteri)
Geflügelte Schwertpflanze (Echinodorus subalatus)
Grasartige Schwertpflanze (Echinodorus tenellus)
Echinodorus trialatus
Echinodorus tunicatus
Uruguay-Schwertpflanze (Echinodorus uruguayensis)
Echinodorus virgatus
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109
10.1 Schwertpflanze, Echinodorus `Ozelot´; Frucht quer.
Ungefärbt
110
10.2 Schwertpflanze, Echinodorus ´Ozelot´; Blattsproß quer.
Färbung: AFC nach Schmitz.
1zellige Epidermis
darunter schmales
Kantenkollenchym
Lückenparenchym
Offene kollaterale
Leitbündel
Blattsproß Querschnitt
Einzellige Epidermis
darunter schmales
Kantenkollenchym
Lückenparenchym
Offenes kollaterales
Leitbündel
Blattsproß Ausschnitt
111
11.) Tannenwedel Hippuris vulgaris
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Tannenwedel
Tannenwedel (Hippuris vulgaris)
Systematik
Ordnung:
Familie:
Gattung:
Art:
Asteriden
Euasteriden I
Lippenblütlerartige (Lamiales)
Wegerichgewächse (Plantaginaceae)
Hippuris
Tannenwedel
Wissenschaftlicher Name
Hippuris vulgaris
L.
Der Tannenwedel (Hippuris vulgaris), auch Gemeiner Tannenwedel genannt, ist eine
Pflanzenart innerhalb der Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae) – andere
Übersichten stellen die Art in eine eigene Familie Tannenwedelgewächse (Hippuridaceae).
Ihren deutschen Namen trägt sie wegen der Ähnlichkeit mit einer kleinen Tanne. Obwohl die
Pflanze wie ein Schachtelhalm aussieht, gehört sie zu den Blütenpflanzen und ist mit den
Schachtelhalmgewächsen nicht verwandt.
Beschreibung
112
Im Erscheinungsbild ist die Pflanze sehr variabel, da sie neben völlig untergetaucht lebenden
Tiefwasserformen auch auf dem Trockenen lebende Landformen sowie Übergangsformen
zwischen diesen beiden Extremen entwickelt. Der „Wurzelstock“ wächst waagerecht im
Schlamm. Aus diesem wachsen zahlreiche, hohle und unverzweigte Stängel empor, die
teilweise über das Wasser herausragen.
Der Tannenwedel hat dunkelgrüne, nadelartige Blätter, von denen die obersten bis zu 40
Zentimeter aus dem Wasser ragen. Unter Wasser hängen die Laubblätter schlaff herab, sind
dünn, weich und bandartig. Laubblätter oberhalb der Wasseroberfläche sind dagegen
waagrecht steif abstehend.
Diese auch im Winter grüne Pflanze blüht von Mai bis August. Die Blüten werden nur
oberhalb der Wasseroberfläche entwickelt. Der Tannenwedel ist einhäusig
getrenntgeschlechtig (monözisch). Die Blüten sind rötlich-braun, unscheinbar und reduziert;
sie haben Kelchblätter, aber keine Kronblätter. Die männlichen Blüten enthalten nur ein
Staubblatt mit einer rötlichen Anthere. Die weiblichen Blüten haben einen unterständigen
Fruchtknoten, der nur aus einem Fruchtblatt besteht. Die Blüten werden vom Wind bestäubt.
Die Frucht ist eine längliche, einsamige Schließfrucht mit starker Steinschale und dünnem
Fleisch. Die Nüsschen sind nicht schwimmfähig und fallen im Herbst zu Boden. Sie werden
durch Wasservögel verbreitet. Wie beim Tausendblatt frieren die Früchtchen jedoch auch in
der Eisdecke ein. Während eines Tauwetters werden dann diese Eisbruchstücke mit den
Samen abgetrieben.
Verbreitung und Lebensraum
Nahaufnahme mit Blüten
113
Tannenwedel sind in Europa, Westasien, Nordamerika, Grönland sowie dem südlichen
Südamerika (Chile) zu finden. Da sie als Zierpflanze für Gartenteiche sehr beliebt ist, muss
bei manchen Vorkommen im Freiland von künstlichen Ansiedlungen ausgegangen werden.
Diese Art bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort in 20 bis 50 Zentimeter
tiefen, stehenden oder langsam fließenden, nährstoff- und kalkreichen Gewässern. Die
Gewässer sollten sommerwarm sein und über Schlammboden verfügen.
Literatur
Elfrune Wendelberger: Pflanzen der Feuchtgebiete - Gewässer, Moore, Auen, Büchergilde
Gutenberg, München 1986, ISBN 3-7632-3265-6 (bzw. BLV-Verlag, ISBN 3-405-12967-2)
Gerald Thompson, Jennifer Coldry, George Bernard: Der Teich, Kosmos Verlag, Stuttgart
1986, ISBN 3-440-05670-8
Von „http://de.wikipedia.org/wiki/Tannenwedel“
Kategorie: Wegerichgewächse
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114
11.1 Tannenwedel, Seetanne, Hippuris vulgaris; Sproß quer.
Von Peter PAVLICEK.
Ausdauernd, kahl, 10 bis 40 (51) cm hoch, bei der Wässerform bis über 2 m lang. Grundachse
(Rhizom) wagrecht, verzweigt, kurzgliederig, im Schlamm kriechend, an den Knoten
wurzelnd, ein wickelartiges Sympodium darstellend, zahlreiche röhrige, zylindrische.,
hohle, fast stets unverzweigte, meist aufrechte und teilweise aus dem Wasser
hervorragende, zuweilen auch flutende, 4 bis 9 mm dicke Stängel treibend.
Laubblätter zu (4) 6 bis 12 (16) quirlig angeordnet, lineal ganzrandig, 0,8 bis über 2
(10) cm lang und bis 6 mm breit; die untergetauchten dünn,
weich, bandartig, meist, etwas breiter, zurückgeschlagen und
durchscheinend, schlaff, hellgrün, nach abwärts gerichtet; die
Luftblätter kürzer und dicker, besonders an der Oberseite
dunkelgrün, wagrecht oder bogig abstehend; unterste
Laubblätter niederblattartig. Blüten klein, unscheinbar,
ursprünglich zwitterig, selten durch Verkümmerung
eingeschlechtig, einzeln, in den Achseln der Laubblätter
sitzend, Vorblätter gänzlich fehlend, Kelch als schwacher, 2bis 4- mal ausgebuchteter Hautsaum auf dem oberen Rande
des Receptaculum sitzend und von dem letzteren nicht
abgesetzt. Krone vollständig fehlend. Staubblatt 1, median,
von der Achse abgewendet, nach vorn gerichtet, auf dem
Fruchtknoten stehend, mit kürzerem oder längerem, starkem
Filament, mit kurzer, eiförmiger, introrser Anthere und mit
einem meist ein wenig über die Staubbeutel hinaus
verlängertem Konnektiv. Pollen mit 6 Poren und mit sehr
dünner Exine. Fruchtknoten unterständig, vom Receptaculum
eingeschlossen, ellipsoidisch, aus 1 Fruchtblatt bestehend,
einfächerig, in der inneren oberen Ecke eine einzige ana- und
apotrope Samenanlage enthaltend, Narbe1, median stehend,
pfriemlich-fadenförmig, papillös, meist bedeutend länger als
das Staubblatt. Frucht eine länglich-ellipsoidische
Schließfrucht mit starker Steinschale und mit dünnem
Fleisch, 1 samig. Samen fleischig, Embryo groß, axil,
walzenförmig, unter dem sehr dünnen, nur aus 2 bis 3
Zelllagen gebildeten Endosperm liegend; die beiden großen
Kotyledonen nach abwärts, die lange, runde Wurzel nach,
aufwärts gerichtet. Ziemlich verbreitet, doch nicht überall, in
stehenden und fließenden, mit Vorliebe kalkhaltigen
Gewässern, in schlammigen Teichen, Weihern, Pfützen, auf
überschwemmtem Boden, Von der Ebene bis in die alpine
Stufe (in Bayern bis 1600 m, in Graubünden bis 2210m [Lei
pitschen auf der Bernina, im Tessin bis 1626 [San
Bernardino], in Tirol bis 2050 m [Seiseralpe], im Schweizer
Jura bis 1 100 m ansteigend)
A l l g e m e i n e V e r b r e i t u n g : Europa (nördlich bis Island
und bis zum nördlichen Norwegen); Westasien; Nordamerika.
Grönland, antarktisches Amerika; Australien.
115
11.1 Tannenwedel, Seetanne, Hippuris vulgaris; Sproß quer.
Färbung: AFC nach Schmitz.
Rindenparenchym mit
großen Interzellularen
Einzellige Epidermis
Stärkescheide zwischen
Rindenparenchym und
Zentralzylinder
Xylemzylinder
Markparenchym
116
12.) Walzen-Wolfsmilch Euphorbia myrsinites
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Walzen-Wolfsmilch
Walzen-Wolfsmilch (Euphorbia myrsinites)
Systematik
Wolfsmilchgewächse
(Euphorbiaceae)
Unterfamilie: Euphorbioideae
Tribus:
Euphorbieae
Gattung:
Wolfsmilch (Euphorbia)
Untergattung: Esula
Art:
Walzen-Wolfsmilch
Familie:
Die Walzen-Wolfsmilch (Euphorbia
myrsinites, Syn.: Tithymalus myrsinites
(L.) Hill), auch Myrtenblätterige
Wolfsmilch genannt, ist eine Pflanzenart
in der Gattung Wolfsmilch (Euphorbia)
aus der Familie der Wolfsmilchgewächse
(Euphorbiaceae).
Der deutsche Name bezieht sich auf die
walzenförmigen Zweige der Pflanzen. Der
botanische Name leitet sich von der Myrte
(Myrtus communis) ab, mit der die
Wolfsmilch eine gewisse Ähnlichkeit
aufweist.
Wissenschaftlicher Name
Euphorbia myrsinites
L.
Beschreibung und Verbreitung
Die Walzen-Wolfsmilch ist eine sukkulente, immergrüne mehrjährige Pflanze, die
Wuchshöhen von bis etwa 15 cm erreicht. Ihre bis etwa 30 cm langen, nieder liegenden
Zweige erscheinen auf Bodenniveau und verzweigen nicht weiter. Die saftigen, blaugrünen
Blätter sind dicht spiralig angeordnet und überdecken sich teilweise. Alle Pflanzenteile sind
von einer Wachsschicht bedeckt, die Regen abperlen lässt und so effektiv eine Benetzung
verhindert.
Die Blütenstände erscheinen endständig in dichten acht- bis 13-strahligen Trugdolden. Die
paarigen, gerundeten Hochblätter und die Cyathien sind grünlich gelb. Die vier Nektardrüsen
der Cyathien sind oval bis gerundet trapezförmig, gelb bis bräunlich (selten purpurn) und
tragen an den äußeren Rändern zwei finger- bis keulenförmige Anhängsel.
Blütezeit ist je nach Standort und Witterung zwischen März und Juli. Frisch in den Garten
gesetzte Pflanzen blühen manchmal auch im Herbst. Zweige, die Blütenstände tragen, sterben
nach deren Verwelken ab.
Das natürliche Verbreitungsgebiet erstreckt sich von den Balearischen Inseln über Italien und
Griechenland bis zur Türkei und über Albanien bis ins südliche Russland. Die Pflanzen
117
wachsen zwischen Steinen in offenen Wäldern auf Höhenlagen zwischen 1000 und 2300 m
NN.
In Teilen der USA gelten dort eingeschleppte Pflanzen als gefährliches „Unkraut“. So gibt es
im Staat Colorado ein Gesetz [1], das den Besitz und die Anpflanzung der Art verbietet.
Landbesitzer sind verpflichtet, die Walzenwolfsmilch von ihrem Land zu entfernen und
erhalten hierzu vom Agrarministerium bebilderte Anleitungen.
Unterarten
Euphorbia myrsinites subsp. myrsinites L.
Euphorbia myrsinites subsp. pontica (Prokh.) R.Turner weicht durch kleinere Blätter ab und
ist im Gebiet um das Schwarze Meer beheimatet.
Euphorbia myrsinites subsp. rechingeri (Greuter) Aldén ist auf den griechischen Inseln (evtl.
von Griechenland bis Türkei) beheimatet.
Kultivierung
Die Walzen-Wolfsmilch bevorzugt warme und sonnige Standorte mit gut drainierten Böden.
Ideal sind Steingärten, Fugen von Trockenmauern und trockene Böschungen. Stehende Nässe
wird nicht vertragen. Ist ein geeigneter Standort vorhanden, benötigt die Walzen-Wolfsmilch
keinerlei Pflege. Schädlinge und Krankheiten treten nur äußerst selten auf. Hier im Handel
angebotene Pflanzen sind bis etwa -20 °C winterhart. Bei Mitbringseln aus dem natürlichen
Verbreitungsgebiet ist jedoch Vorsicht angebracht, da diese Pflanzen häufig nur geringen
Frost ertragen.
Eine Vermehrung ist durch Teilung des „Wurzelstocks“ oder durch Samen möglich. Die
Aussaatanleitung für im Handel erhältliche Samen empfiehlt, diese auf das Substrat zu
drücken und für etwa einen Monat gleichmäßig feucht, hell und kalt (bei 0 bis 5 °C) zu halten.
Nach dieser Behandlung erfolgt die Keimung dann bei 15 bis 20 °C.
Heilpflanze
Dioskurides [3]schrieb über die Myrtenblätterige Wolfsmilch:
Der weibliche, der auch Myrsinites oder Karyites genannt wird, ist dem Alpenseidelbast
ähnlich und von Ansehen weiß. Er hat der Myrte ähnliche Blätter, sie sind aber größer und
derb, an der Spitze scharf und dornig. Er treibt von der Wurzel an spannenlange Schüsse,
Frucht trägt er das eine um das andere Jahr, sie ist nussähnlich, auf der Zunge gelinde
beißend. Auch dieser wächst in rauhen Gegenden. Saft, Wurzel Frucht und Blätter haben
dieselbe Kraft wie beim vorhergehenden (Euphorbia characias) ...Der Saft hat die Kraft, den
Bauch nach unten zu reinigen, wenn er in der Menge von 2 Obolen mit Essigwasser
genommen wird, indem er Schleim und Galle abführt; mit Honigwasser bewirkt er aber auch
Erbrechen. Der Saft wird zur Zeit der Herbsternte gewonnen; indem die abgeschnittenen
Zweige zusammengestellt werden, man muss sie aber in einen Topf schräg richten. Einige
mischen ihm auch Erbsenmehl zu und formen daraus Pastillen von Erbsengröße; Andere
lassen drei bis vier Tropfen auf getrocknete Feigen fallen, trocknen ihn so und bewahren ihn
auf. Er wird aber auch für sich allein im Mörser geknetet und in Pastillenforin aufbewahrt. Bei
der Saftgewinnung darf man sich aber nicht gegen den Wind stellen, auch nicht die Hände an
die Augen bringen, man muss vielmehr, bevor man zur Saftgewinnung schreitet, den Körper
mit Fett oder mit Oel und Wein einsalben, besonders das Gesicht, den Hals und den
Hodensack. Er macht den Schlund rauh; deshalb muss man die Pillen (Bissen) mit Wachs
oder gekochtem Honig überziehen und so darreichen. Das Einnehmen von zwei bis drei
Feigen reicht um Purgiren zu bewirken. Der frische Saft entfernt auch die Haare, wenn er mit
Oel in der Sonne eingestrichen wird. Die nachwachsenden macht er gelb und dünn und
vernichtet sie schließlich alle. Er wird auch in die hohlen Zälitie gesteckt, da er die Schmerzen
118
lindert; man muss aber die Zähne mit Wachs zufüllen, damit er nicht ausfließt und Schlund
und Zunge verletzt. Aufgestrichen vertreibt er ferner Geschwüre und gestielte Warzen, sowie
Feigwarzen und Flechten, ist auch ein gutes Drittel bei übergewachsenen Nägeln und
Karbunkeln, bei krebsigen, fressenden Geschwüren und Fisteln. Auch die im Spätherbst
gesammelte und in der Sonne getrocknete Frucht wird sanft gestoßen und abgesiebt und rein
aufbewahrt, dasselbe geschieht mit den trockenen Blättern. Die Frucht aber und die Blätter
leisten dasselbe wie der Saft., wenn sie so viel wie ein halbes Essignäpfchen voll im Trank
genommen werden. Einige machen sie sogar ein, indem sie Kresse und Käse mit Milch
gestoßen zumischen. Auch die Wurzel, 1 Drachme in Honigwasser gestreut und getrunken,
reinigt den Bauch: mit Essig gekocht als Mundspülwasser hilft sie bei Zahnschmerzen....,
indess ist jener mehr brechenerregend als dieser.
Galerie
Wuchsform einer jungen Pflanze
Wuchsform einer älteren Pflanze
119
Endständige Blütenstände im Knospenzustand
Literatur
C. Linnaeus: Species Plantarum (ed.1) 1: 461 - 462, 1753
↑ Colorado Department of Agriculture: RULES PERTAINING TO THE ADMINISTRATION
AND ENFORCEMENT OF THE COLORADO NOXIOUS WEED ACT
↑ Colorado Department of Agriculture: Myrtle Spurge Control
↑Dioskurides: Materia Medica.
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120
12.1 Walzenwolfsmilch, Euphorbia myrsinites; Sproß quer.
Färbung: AFC nach Schmitz.
Epidermis
Lückenkollenchym
Rindenkollenchym
Leitbündelring
Xylem
Phloem
Markparenchym
Sproß Querschnitt
Epidermis
Lückenkollenchym
Rindenkollenchym
Leitbündelring
Xylem
Phloem
Markparenchym
Sproß Detail
121
13.) Brustwurz
Angelica archangelica
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Arznei-Engelwurz
Arznei-Engelwurz (Angelica
archangelica)
Systematik
Euasteriden II
Doldenblütlerartige
Ordnung:
(Apiales)
Doldenblütler
Familie:
(Apiaceae)
Unterfamilie: Apioideae
Engelwurzen
Gattung:
(Angelica)
Art:
Arznei-Engelwurz
Wissenschaftlicher Name
Angelica archangelica
LINNAEUS
Die Arznei-Engelwurz oder Echte Engelwurz (Angelica archangelica) ist eine in Mitteleuropa
an feuchten Standorten vorkommende und als Volksarzneipflanze verwendete Pflanzenart aus
der Familie der Doldenblütler (Apiaceae).
Merkmale
Vegetative Merkmale
122
Die Arznei-Engelwurz ist eine sommergrüne [1], zwei- bis vierjährige, nur einmal blühende
Pflanze (hapaxanth) und erreicht Wuchshöhen von 1,2 bis 3 m, selten nur 0,5 m. Sie besitzt ein
dickes Rhizom, das bei Wildpflanzen rübenförmig ausgebildet ist, bei Kulturpflanzen meist
kurz und mit vielen Adventivwurzeln besetzt ist.
Die Stängel stehen aufrecht und sind zumindest an der Basis stielrund. Sie sind schwach gerillt,
innen markig-hohl, oben verzweigt und schmecken würzig. Selten sind sie rotbraun überlaufen.
Die grundständigen Laubblätter sind lang gestielt, die oberen Stängelblätter sitzen auf den
Blattscheiden und haben eine weniger stark zerteilte Spreite. Die meisten Blätter sind zwei- bis
dreifach gefiedert, ihre Spreite ist hellgrün und oft 60 bis 90 cm lang. Die einzelnen
Fiederabschnitte sind 5 bis 8 cm lang und lang stachelspitzig, am Rand leicht rau und auf den
Unterseiten kahl. Die Blattstiele sind rund und hohl. Die Blattscheiden sind sehr groß und stark
aufgeblasen.
Blütenstände, Blüten und Früchte
Dolde mit vielen Insekten.
Die endständigen, halbkugeligen, doppeldoldigen Blütenstände enthalten viele Blüten. Die
Doldenstiele sind nur in den obersten Bereichen behaart. Es gibt 20 bis 40 Doldenstrahlen, sie
sind mindestens an den Innenseiten rau-flaumig. Eine Doldenhülle ist meist nicht vorhanden.
Die Hüllchenblätter sind zahlreich, von lineal-pfriemlicher Form und kürzer als bis gleich lang
wie das Döldchen.
Die zwittrigen Blüten besitzen ein doppeltes Perianth. Die Kelchzähne sind undeutlich
ausgebildet. Die Kronblätter sind grünlichweiß bis gelblich und nicht genagelt. Sie sind 1 bis
1,5 mm lang, 0,75 bis 1,25 mm breit, von elliptischer Form und oben in eine eingebogene
Spitze verschmälert. Die Griffel sind zur Blütezeit kurz. Die Blüten duften nach Honig und
werden durch Insekten bestäubt. Die Blütezeit reicht von Juni bis August.
Die Früchte sind 5 bis 8 mm lang und 3,5 bis 5 mm breit, blassgelb und breit-elliptisch. Die
rückenständigen Hauptrippen sind fädlich bis leicht gekielt und leicht vorspringend. Die
Randrippen sind flügelig ausgebildet und relativ dick. Die Ölstriemen sind zahlreich, klein und
umgeben das Nährgewebe ringförmig. Die Griffel sind zur Fruchtreife zurückgebogen, bis 2
mm lang, dabei doppelt so lang wie das Griffelpolster.
123
Inhaltsstoffe
Das Rhizom enthält 0,35 bis 1,3 % ätherisches Öl, das sich vorwiegend aus Monoterpenen
zusammensetzt. Die wichtigsten Bestandteile sind β-Phellandren (13 bis 28 %), α-Phellandren
(2 bis 14 %) und α-Pinen (14 bis 31 %). Daneben wurden über 60 weitere Komponenten
identifiziert. Ein kleiner Teil des ätherischen Öls besteht aus Sesquiterpenen, etwa β-Bisabolen,
Bisabolol, β-Caryophyllen, und aus makrocyclischen Lactonen. Weitere Bestandteile sind rund
20 photosensibilisierende Furanocumarine, darunter Bergapten, Imperatorin, Xanthotoxin,
Angelicin, Archangelicin, oder die C-prenylierten Cumarine Osthenol und Osthol,
Umbelliferon. [2]
Außerdem enthalten die Wurzeln Angelica- und Fumarsäure, Chlorogen- und Kaffeesäure,
Harze und Flavanone [3].
Verbreitung und Standorte
Die Arznei-Engelwurz ist in Nord- und Osteuropa sowie Sibirien, Himalaya und Nordamerika
verbreitet.
Die Arznei-Engelwurz wächst in feuchten Wiesen, an Ufern und wird auch kultiviert. Sie
kommt bevorzugt auf nassen, zeitweise überschwemmten, nährstoffreichen Tonböden vor.
Blütenstand von Angelica archangelica subsp. litoralis
Systematik
Innerhalb der Art Angelica archangelica werden zwei Unterarten unterschieden:
Angelica archangelica subsp. archangelica, die Nominatform, besitzt linealische
Hüllchenblättchen, die gleich lang wie die Döldchen sind. Der Stängel ist weich und saftig,
schmeckt und riecht würzig. Sie wird als Gewürz- und Heilpflanze angebaut, ihre Heimat ist
Nord- und Osteuropa, die Sudeten und Karpaten. In vielen Teilen Europas kommt sie
verwildert vor.
Küsten-Engelwurz (Angelica archangelica subsp. litoralis) mit pfriemlichen Hüllchenblättern,
die etwa halb so lang sind wie das Döldchen. Der Stängel ist hart, schmeckt und riecht scharf
und stechend. Die Unterart ist an den Küsten Nordeuropas verbreitet, ansonsten sehr selten. An
den Donauufern flussabwärts bis etwa Wien tritt sie als Neophyt auf, wobei die Zugehörigkeit
der Populationen zu dieser Unterart nicht vollständig geklärt ist. [4] Sie wächst an feuchte Ufern
und in Gebüschen und ist salzertragend.
124
Nutzung
Verwendung findet vor allem die Wurzel (als Droge Angelicae radix), die Bitterstoffe und
ätherische Öle enthält, also zu den Amara-Drogen gehört. Alkoholische Auszüge oder Tees
werden gegen Appetitlosigkeit, leichte Magen- und Darmkrämpfe, Völlegefühl und Blähungen
eingesetzt. Engelwurz wirkt karminativ, antimikrobiell und regt die Magensaft- und PankreasSekretion an.
In der Volksmedizin wird das ätherische Öl (als Droge Angelicae aetheroleum) aus den
Wurzeln innerlich gegen Schlaflosigkeit und äußerlich gegen Rheuma und Neuralgien
angewendet. In größeren Mengen ist das ätherische Öl toxisch [2].
Das Öl aus Wurzeln und Samen ist Bestandteil von Kräuterlikören und Bitterschnäpsen, wie
Boonekamp, Bénédictine und Chartreuse [2]. Kandierte Stängel werden als Süßigkeit und als
Verzierung für Backwaren angeboten. Engelwurz ist auch Bestandteil des Schneeberger
Schnupftabaks.
Mit den Früchten werden Wermutwein, Gin und Chartreuse aromatisiert.
Bei Wildsammlungen besteht eine Gefahr der Verwechslung mit dem giftigen Gefleckten
Schierling (Conium maculatum). Der kommerzielle Anbau erfolgt vorwiegend in Polen, den
Niederlanden und Deutschland, in geringerem Ausmaß auch in Belgien, Frankreich, Italien,
Schweiz und Tschechien. Es gibt keine kommerziellen Sorten, angebaut werden vornehmlich
Landrassen, die der Varietät sativa der Unterart archangelica zugerechnet werden und die
manchmal als eigene Art Angelica sativa bezeichnet wird. Die Ernte erfolgt in der Regel im
Oktober und November des zweiten Anbaujahres nach Eintritt der Vegetationsruhe. Die
Erträge liegen zwischen 2,5 und 4 Tonnen pro Hektar.
Sehr empfindliche Menschen können bei Hautkontakt mit frischem Pflanzensaft gegen
Sonnenlicht sensibilisiert werden (Angelicadermitis).[5]
Belege
Siegmund Seybold (Hrsg.): Schmeil-Fitschen interaktiv (CD-Rom), Quelle & Meyer,
Wiebelsheim 2001/2002, ISBN 3-494-01327-6 (Merkmale, Verbreitung)
Klaus-Ulrich Heyland, Herbert Hanus, Ernst Robert Keller: Ölfrüchte, Faserpflanzen,
Arzneipflanzen und Sonderkulturen. Handbuch des Pflanzenbaus Band 4, Eugen Ulmer,
Stuttgart 2006, S. 595-599. ISBN 978-3-8001-3203-4 (Nutzung)
Einzelnachweise
↑ Arznei-Engelwurz. In: FloraWeb.de.
↑ a b c Max Wichtl (Hrsg.): Teedrogen und Phytopharmaka. 4. Auflage, Wissenschaftliche
Verlagsgesellschaft, Stuttgart, 2002, S. 38-41. ISBN 3-8047-1854-X
↑ Heilpflanzenseite, abgerufen 29. Juli 2008.
↑ a b M.A. Fischer, K. Oswald, W. Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und
Südtirol. Dritte Auflage, Land Oberösterreich, Biologiezentrum der OÖ Landesmuseen, Linz
2008, ISBN 978-3-85474-187-9
↑ Hagers Handbuch der Pharmazeutischen Praxis, Band 3, Springer 1972
↑ Klaus-Ulrich Heyland, Herbert Hanus, Ernst Robert Keller: Ölfrüchte, Faserpflanzen,
Arzneipflanzen und Sonderkulturen. Handbuch des Pflanzenbaus Band 4, Eugen Ulmer,
Stuttgart 2006, S. 595-599. ISBN 978-3-8001-3203-4
Weiterführende Literatur
Erich Fürchtegott Heeger: Handbuch des Arznei- und Gewürzpflanzenanbaues, VEB Deutscher
Landwirtschaftsverlag, Berlin , 2. Auflage (1989). ISBN 3-331-00191-0
Paul Seitz: Die Gartenapotheke. ISBN 3-440-06175-2
Rainer Schunk: Heilkraft aus Heilpflanzen. ISBN 3-922019-04-8
125
Avril Rodway Kräuter und Gewürze ISBN3-7886-9910/8
Kategorien: Heilpflanze | Gewürzpflanze | Gewürz | Doldenblütler
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126
13.1 Brustwurz, Angelica archangelica; Sproß quer.
Färbung: AFC nach Schmitz
Einzellig Epidermis
darunter 2-3 Reihen
Kantenkollenchym
Im Rindenparenchym
reduzierte Leitbündel
Geschlossener
Leitbündelring
Phloem Ring sondert
nach außen reduzierte,
und nach innen offene
kollaterale Leitbündel ab
Markzylinder. Das
Markgewebe ist
leider Ausgerissen.
Lückenkollenchym
Sproß Querschnitt
Einzellig Epidermis
darunter 2-3 Reihen
Kantenkollenchym
Im Rindenparenchym
reduzierte Leitbündel
Geschlossener
Leitbündelring
Phloem Ring sondert
nach außen reduzierte,
und nach innen offene
kollaterale Leitbündel ab
Markzylinder. Das
Markgewebe ist
leider Ausgerissen.
Lückenkollenchym
Sproß Ausschnitt
127
14.) Clivia miniata Clivia miniata
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Klivie
Clivia miniata
Systematik
Klasse:
Ordnung:
Familie:
Gattung:
Art:
Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Monokotyledonen
Spargelartige (Asparagales)
Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)
Klivien (Clivia)
Klivie
Wissenschaftlicher Name
Clivia miniata
(LINDL.) REGEL
Die Klivie (Clivia miniata) ist eine der sechs Pflanzenarten in der Gattung der Klivien (Clivia)
aus der Familie der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae).Verbreitung und Standort. Die
Heimat der Klivie liegt in der südafrikanischen Provinz Natal. Dort gedeiht sie in Tälern mit
lehmigen bis humosen Böden, bevorzugt auf durchlässigen Untergründen.
In Europa wurde sie etwa um 1850 eingeführt. Heute ist sie eine beliebte Topfpflanze und
Zimmerpflanze.
Clivia miniata bevorzugt trockene, eher schattige Standorte.
128
Beschreibung
Die Klivie ist eine Pflanze mit unvollkommener Zwiebelbildung; sie bildet einen von dicken
Blattscheiden eingehüllten Zwiebelstamm. Die dunkelgrünen glänzenden Blätter sind bis 6 cm
breit und schwertförmig; sie werden paarweise gebildet und sind grundständig. Die Pflanze
wird bis etwa 45 cm hoch. Die Blüten sitzen in einer Dolde zu 10 bis 20 an einem festen
aufrechten Blütenschaft; sie sind orange bis rot mit gelbem Schlund. Die Beeren sind rund bzw.
oval und werden beim Reifen rot.
Kultur
Die Klivie verträgt nur leichten Frost bis etwa -5 °C. Sie benötigt im Frühling und Sommer
relativ viel Wasser, sollte aber im Herbst (ab etwa Oktober) und Winter relativ trocken gehalten
werden, damit sie blühfreudig bleibt.
Die Vermehrung durch Aussaat der Samen gilt als langwierig, von der Aussaat bis zur ersten
Blüte vergehen in der Regel mindestens drei Jahre. Ab einem gewissen Alter bilden Klivien
Nebentriebe aus. Diese können, wenn sie kräftig genug sind und über eigene Wurzeln verfügen,
von der Pflanze abgetrennt werden.
Giftigkeit
Aufgrund des enthaltenen Alkaloids Lycorin ist die Pflanze giftig.
Zuchtformen
'Citrina': Dies ist eine Form mit rahmweißen Blüten.
'Striata': Diese Form besitzt weißgestreifte Blätter.
Sonstiges
Lindley benannte diese Art ursprünglich als Vallota miniata; Regel erkannte, dass sie in die
Gattung Clivia einzuordnen ist.
Bilder
Pflanze ohne Blüten
Blüten
Blüten
unreife Frucht
reife Früchte und neue
Literatur
Fritz Encke: Pflanzen für Zimmer und Balkon, Eugen Ulmer, Stuttgart, 1964
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129
14.1 Clivia, Clivia miniata; Fruchtsproß quer.
Färbung: AFC nach Schmitz
EinzelligeEpidermis
Lückenkollenchym
Regellos eingestreute
offene Leitbündel
EinzelligeEpidermis
Lückenkollenchym
Regellos eingestreute
offene Leitbündel
Xylem
130
15.) Klette Arctium lappa
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Kletten
Große Klette (Arctium lappa)
Systematik
Euasteriden II
Ordnung:
Asternartige (Asterales)
Korbblütler
Familie:
(Asteraceae)
Unterfamilie: Carduoideae
Tribus:
Cynareae
Gattung:
Kletten
Wissenschaftlicher Name
Arctium
L.
Die Kletten (Arctium) bilden eine Pflanzengattung in der Unterfamilie der Carduoideae
innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Die Gattung hat ihre natürliche Heimat in
Eurasien und in Nordafrika. Einige Arten sind weltweit Neophyten. Es gibt etwa zehn Arten.
131
Etymologie
Der vermutlich vom griechischen árcteion (der Bär) abgeleitete Gattungsname findet sich
bereits bei Dioskurides. Der Artname lappa wird bei Plinius als weiterer Gattungsname
genannt. Abgeleitet aus dem griechischen labein (ergreifen), festhalten, weist er auf die an den
Kleidern festhaftenden Früchte hin. Das Klettprinzip der Adhäsionswirkung von
Klettenfrüchten wird auch für ein textiles Verschlusssystem (Klettverschluss) genutzt.
Beschreibung
Arctium-Arten sind immer hapaxanthe Pflanzen: zwei- oder mehrjährige, krautige Pflanzen, die
Wuchshöhen von 50 bis 300 Zentimetern erreichen. Die aufrechten Stängel sind meist
verzweigt. Die gestielten Laubblätter haben einen glatten oder gezähnten Blattrand und sind
meist behaart.
In den fast kugeligen, köpfchenförmigen Blütenständen sind nur (fünf bis) 20 bis 40 (oder
mehr) zwittrige Röhrenblüten vorhanden. Die Röhrenblüten sind fünf rosa bis violette
verwachsene Kronblätter.
Die Achänen besitzen einen weißen Pappus.
Heilwirkung
Wirkung zu. Auch gegen Gelenkrheuma, Geschwüre, Magenbeschwerden, Haarausfall,
Kopfschuppen, unreine Haut, Gebärmuttersenkung und zur Wundheilung wurde sie früher
empfohlen.
Verwendet werden die im Herbst des ersten oder im Frühjahr des zweiten Jahres gesammelten
und getrockneten Wurzeln der Großen Klette (Arctium lappa, auch Arctium majus) wie auch
Kleinen Klette (Arctium minus) und der Filz-Klette (Arctium tomentosum). Klettenwurzeln
werden, eher selten, im Handel als Bardanae radix (syn. Radix Bardanae, Radix Arctii, Radix
Lappae) angeboten.
Inhaltsstoffe sind Lignane, unter anderem Arctiin, Inulin (Arctium lappa 45–70 %, Arctium
minus 20–27 %, Arctium tomentosum bis 19 %), Schleimstoffe, geringe Mengen an
ätherischem Öl, Polyine, Kaffeesäurederivate und Sesquiterpenlactone, es ist das Arctiopicrin
welches zu der Untergruppe der Germacranoliden gehört und zu einer Kontaktdermatitis führt.
Zur innerlichen Anwendung dient ein Aufguss aus gehackter Klettenwurzel, gelegentlich auch
aus frischen oder getrockneten oberirdischen Pflanzenteilen. Äußerlich wird Klettenwurzelöl
gegen Seborrhoe und als Haarwuchsmittel angewendet. Von der Anwendung während der
Schwangerschaft wird abgeraten.
Systematik
Ein Synonym für Arctium L. ist Lappa Scop..
Arten (Auswahl)
Es gibt etwa acht bis zehn Kletten-Arten (Arctium) [1]:
 Große Klette (Arctium lappa L., Syn.: Arctium edule Beger, Arctium majus (Gaertn.)
Bernh., Lappa edulis Sieb. ex Miq., nom. inval., Lappa major Gaertn., Lappa officinalis
All.)
 Kleine Klette oder Flaum-Klette (Arctium minus (Hill) Bernh., Syn.: Arctium pubens
Bab., Lappa minor Hill)
 Hain-Klette oder Auen-Klette (Arctium nemorosum Lej.)
 Filz-Klette oder Filzige Klette, Spinnweb-Klette (Arctium tomentosum Mill.)
Die Arten der Gattung Spitzkletten (Xanthium) gehören jedoch nicht in die Gattung Arctium,
sie gehören nicht einmal in die gleiche Unterfamilie.
132
Literatur




Theodore M. Barkley, Luc Brouillet, John L. Strother: Asteraceae. In: Flora of North
America. St. Louis Mo 19.2006, S.168. (engl.) ISSN 0895-4674
begin_of_the_skype_highlighting 0895-4674 end_of_the_skype_highlighting
Peter D. Sell, Gina Murrell: Asteraceae. Flora of Great Britain and Ireland. Bd 4.
Cambridge University Pess, Cambridge 2006, S. 70. ISBN 0-521-55338-5
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133
15.1 Klette, Arctium nemorosum; Blattsproß quer.
Färbung: AFC nach Schmitz.
Epidemis
Kantenkollenchym
Markparenchym
Geschlossene
kollaterale Leitbündel
Blattsproß Querschnitt
Epidemis
Kantenkollenchym
Markparenchym
Geschlossene
kollaterale Leitbündel
Protophloem
Siebröhren mit
Geleitzellen
Tracheen
Leibündelscheide
Blattsproß Ausschnitt
134
16.) Amarillis, Belladonnalilie
Amaryllis belladona
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Belladonnalilie
Belladonnalilie (Amaryllis belladonna)
Systematik
Ordnung:
Familie:
Unterfamilie:
Tribus:
Gattung:
Art:
Spargelartige (Asparagales)
Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)
Amaryllidoideae
Amaryllideae
Amaryllis
Belladonnalilie
Wissenschaftlicher Name
Amaryllis belladona
L.
Die Belladonnalilie (Amaryllis belladonna), auch Echte Amaryllis genannt, ist eine
Pflanzenart aus der Familie der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae). Die Gattung Amaryllis
ist monotypisch, enthält somit nur diese eine Art. Das Artepitheton belladonna bedeutet schöne
Frau. Umgangssprachlich und auch im Pflanzenhandel werden noch weitere Arten der
Amaryllisgewächse als „Amaryllis“ bezeichnet, insbesondere die aus Südamerika stammenden
Arten der Rittersterne (Hippeastrum).Diese werden um die Weihnachtszeit überwiegend als
Triebzwiebeln verkauft.
135
Wenn die Belladonnalilie blüht, sind die Laubblätter noch nicht sichtbar.
Blüten mit den nach oben gebogenen Staubblättern und Griffel.
Die Belladonnalilie ist eine beliebte und weitverbreitete Zimmerpflanze. Sie stammt aus
Südafrika und wurde im 18. Jhd. aus der südwestlichen Kapprovinz eingeführt.
Merkmale
Es handelt sich um eine ausdauernde krautige Pflanze. Dieser Geophyt bildet eine Zwiebel als
Überdauerungsorgan aus. Die schmalen, parallelnervigen Laubblätter werden etwa 14 bis 60
cm lang und sterben jedes Jahr ab.
Der Blütenstandsschaft ist nicht hohl wie bei Hippeastrum. An einem Blütenstand stehen bis zu
zwölf Blüten zusammen. Die zwittrigen, dreizähligen Blüten weisen eine Länge von 10 cm und
einen Durchmesser von etwa 8 cm auf. Die sechs Blütenhüllblätter sind gleichgestaltig. Die
sechs Staubblätter und der Griffel sind nach oben gebogen.
Bei der Belladonnalilie erscheinen die kräftig, leuchtend roten Blütenstängel mit den hell bis
dunkelrosa Trompetenblüen im August direkt aus der blattlosen Zwiebel. Nach der Blüte
136
erscheinen die Laubblätter, die im April/Mai des Folgejahres absterben. Nun durchläuft die
Zwiebel ihre Ruhephase bis August.
Vorkommen
A. belladonna ist in der südwestlichen und östlichen Kapprovinz von Südafrika heimisch. Dies
allerdings nur in Gegenden mit Winterregen. Die Arten der Gattung Hippeastrum hingegen
kommen hauptsächlich im tropischen Amerika vor.
Nutzung
Wirkstoffe
Alle Pflanzenteile enthalten giftige Amaryllidaceen-Alkaloide. Der höchste Giftgehalt liegt in
der Zwiebel vor. Amellin ist das Hauptalkaloid, ferner liegen die Alkaloide Lycorin, Caranin,
Acetylcaranin und Undulatin vor. Je nach Quelle wird auch Lycorin als Hauptalkaloid
angegeben. Eventuell liegen hier regionale und jahreszeitliche Unterschiede vor. Die Arten der
Gattung Hippeastrum enthalten ähnliche Alkaloide.
Verwendung
Früher wurden Extrakte der Pflanze als Pfeilgift verwendet. Die Vertreter beider Gattungen
erfreuen sich nach wie vor als Zier- und Topfpflanzen großer Beliebtheit.
Symptome
Beim Menschen umfassen die Vergiftungssymptome Übelkeit, Erbrechen, Benommenheit und
Schweißausbrüche. Außerdem treten Durchfall und Nierenbeschwerden auf. Bei schweren
Vergiftungen tritt der Tod durch Atemstillstand ein.
Pharmakologie
Die in A. belladonna enthaltenen Alkaloide wirken zelltoxisch und sind als sehr giftig (Ib)
eingestuft. Vor allem die Samen und Zwiebeln von Amaryllis als auch Hippeastrum sind sehr
giftig. Es wurden in Afrika bereits Todesfälle von Kindern nach dem Verzehr der Zwiebeln
dokumentiert. Die LD50 für Mäuse liegt bei 5 mg/kg Körpergewicht bei intraperitonealer
Applikation. 200 g frisches Zwiebelmaterial sind für Schafe tödlich. Für den Menschen ist
bereits eine Dosis von 2-3 g Zwiebelmaterial tödlich. Die LD50, nur von Lycorin, liegt bei 41
mg/kg Körpergewicht für einen Haushund. Ambellin ist analgetisch in der Wirksamkeit
vergleichbar mit Morphin. Für den Einsatz in der Medizin ist das Alkaloid jedoch viel zu giftig.
Acetylcaranin wirkt stimulierend auf den Uterus und weist antileukämische Aktivität auf.
Caranin hingegen führt im Tierversuch zu Atemlähmung und Tod. Das Alkaloid Lycorin ist
zytotoxisch und wirkt außerdem emetisch und diuretisch.
Erste Hilfe und klinische Therapie
Als Sofortmaßnahme sollte das Auslösen von Erbrechen durchgeführt werden. Neben der Gabe
von Aktivkohle und Natriumsulfat sollte viel getrunken werden, vor allem Tee. Ebenso sollte
eine Schockprophylaxe durchgeführt werden. In der klinischen Therapie erfolgt eine
Magenspülung, gegebenenfalls mit Kaliumpermanganat. Ferner eine Elektrolytsubstitution,
eine Azidosebehandlung mit Natriumbicarbonat. Außerdem erfolgt eine Kontrolle der
Nierenfunktion und bei Krämpfen eine Diazepam-Gabe. Bei schweren Vergiftungen ist eine
Intubation mit künstlicher Beatmung indiziert.
Quellen
Wink, Michael; Ben-Erik van Wyk; Coralie Wink, Handbuch der giftigen und psychoaktiven
Pflanzen, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart, 2008. ISBN 3804724256
Kategorie: Amaryllidoideen
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137
16.1 Amarillis, Amaryllis belladonna; Fruchtknoten längs.
Färbung: AFC nach Schmitz.
Epidermis
Kollenchym
Ringgefäße des
Xylems
Fruchtanschnitt
Fruchtstand Längsschnitt
138
17.) Weg-Distel Carduus acanthoides
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Weg-Distel
Weg-Distel (Carduus acanthoides)
Systematik
Ordnung:
Familie:
Unterfamilie:
Tribus:
Gattung:
Art:
Asternartige (Asterales)
Korbblütler (Asteraceae)
Carduoideae
Cynareae
Ringdisteln (Carduus)
Weg-Distel
Wissenschaftlicher Name
Carduus acanthoides
L.
139
Die Weg-Distel (Carduus acanthoides), auch Stachelige Distel und Bärenklauartige Distel
genannt, ist eine Pflanzenart in der Familie der Korbblütler (Asteraceae).
Beschreibung
Die Weg-Distel ist eine zweijährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 30 bis 120
Zentimeter erreicht. Ihr Stängel ist dornig geflügelt und (fast) bis zur Spitze beblättert. Die
herablaufenden Laubblätter sind tief fiederspaltig, grün, unterseits fast kahl. Die Blattabschnitte
besitzen 4 bis 7 Millimeter lange, derbe Stacheln.
Illustration.
Die Blütenkörbchen stehen auf kurzen Blütenstandsschäften einzeln bis zu dritt zusammen und
weisen einen Durchmesser von 12 bis 25 Millimeter auf. Die Hülle ist eiförmig-kugelig und
kaum behaart. Die mittleren Hüllblätter sind nicht eingeschnürt. Die Blütenkrone ist
hellpurpurfarben.
Ökologie
Die Weg-Distel ist ein zweijähriger Hemikryptophyt, eine Pionierpflanze und ein
Kulturbegleiter. Sie gehört zur Gattung der Ringdisteln und wird von Bienen und Hummeln
bestäubt. Ihre Früchte werden durch den Wind verbreitet.
Standorte
140
Man findet die Weg-Distel zerstreut in staudenreichen oder offenen Unkrautfluren, an Wegen,
Schutt- und Verladeplätzen oder in Viehlagern. Sie liebt stickstoffreichen und meist
basenreichen Boden in warmer Klimalage. Nach Ellenberg ist sie eine Volllichtpflanze, und
eine Verbandscharakterart Wärmebedürftiger Distelgesellschaften (Onopordion acanthii).
Systematik
Die Erstveröffentlichung von Carduus acanthoides erfolgte 1753 durch Carl von Linné in
Species Plantarum, 2, S. 821 [1]. [2] Synonyme für Carduus acanthoides L. sind: Carduus
camporum Boiss., Carduus fortior Klokov, Carduus martrinii Martrin-Donos, Carduus
murfatlarii Nyár. & Prodan, Carduus polyacanthus Schreb., Carduus thessalus Boiss. &
Heldr., Carduus velebiticus Borbás, Carduus medius subsp. martrinii (Martrin-Donos) Kazmi.
[3]
Einzelnachweise
↑ Erstveröffentlichung eingescannt bei biodiversitylibrary.org.
↑ Eintrag bei Tropicos.
↑ Eintrag bei Euro+MedPlantDatabase von Werner Greuter.
Weblinks
Commons: Weg-Distel (Carduus acanthoides) – Album mit Bildern und/oder Videos und
Audiodateien
Weg-Distel. In: FloraWeb.de.
Bilder bei biopix.dk Bilder.
Von „http://de.wikipedia.org/wiki/Weg-Distel“
Kategorien: Carduoideen | Wildkraut
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141
17.1 Wegdistel, Carduus acanthoides; Blütensproß quer.
Färbung: AFC nach Schmitz.
Mehrzelliges Haar
Epidermis
EckenKollenchym
LückenKollenchym
Leitbündelring aus
bikollateralen Leitbündeln
Verholztes Kollenchym
Markgewebe
Blütensproß Querschnitt
Epidermis
LückenKollenchym
EckenKollenchym
Bikollaterales Leitbündel
Siebzellen mit
Geleitzellen
äußeres Phloem
Xylem
Tracheen
Markgewebe
inneres Phloem
Blütensproß Ausschnitt
142
18.) Feld-Mannstreu Eryngium campestre
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Feld-Mannstreu
Feld-Mannstreu (Eryngium campestre)
Systematik
Ordnung:
Familie:
Unterfamilie:
Gattung:
Art:
Euasteriden II
Doldenblütlerartige (Apiales)
Doldenblütler (Apiaceae)
Saniculoideae
Mannstreu
Feld-Mannstreu
Wissenschaftlicher Name
Eryngium campestre
L.
Der Feld-Mannstreu (Eryngium campestre) ist ein in Mitteleuropa zerstreut bis selten
vorkommender Doldenblütler (Apiaceae). Er blüht im Juli und August. Erscheinungsbild
Die mehrjährige krautige Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von 15 bis 60 cm, kann jedoch auch
gelegentlich 1 m erreichen. Sie ist grau bis gelblich-grün gefärbt und sparrig verzweigt. Die
ersten Laubblätter sind ungeteilt und von länglicher Gestalt, die späteren sind handförmigfiederschnittig bis doppelt-fiederspaltig oder dreizählig doppelt-fiederspaltig und dornig
gezähnt. Die unteren sind gestielt, die oberen stängelumfassend. Die Dolden sind zahlreich
vorhanden, dicht und von halbkugeliger bis walzlicher Gestalt und besitzen zahlreiche, lineare
143
Hochblätter. Die Blüten stehen dicht. Der Blütenstand besitzt zahlreiche Hochblätter, die aus
den Dolden herausragen. Die Krone ist weiß oder graugrün gefärbt. Die Frucht ist schuppig.
Ökologie
Der Feld-Mannstreu ist eine ausdauernder Hemikryptophyt (Halbrosettenpflanze), ein
Tiefwurzler (der walzlich-spindelförmige Wurzelstock wurzelt bis 2 m tief), ein Xerophyt mit
kaum welkenden dornigen Blättern. Die vielen Stacheln schützen die Pflanze vor Fraßschäden
durch Weidetiere.
Die Blütendolden sind analog dem Blütenstand der Korbblütler zu einem kopfigen Blütenstand
vereint. Es handelt sich um Nektar führende „Körbchenblumen“. Die Blütenkörbe sind von
dornigen Hüllblättern umgeben. Steif aufrechte Kelchblätter formen „kleine Trichterblumen“.
Auf den Gesamtblütenstand bezogen sind die Blüten andromonözisch verteilt: Die Dolden 1.
bis 3. Ordnung tragen meist nur zwittrige Blüten, die Dolden 4. Ordnung meist nur kleine
männliche Blüten. Die zwittrigen Blüten sind vormännlich.
Der Nektar ist nur Insekten mit mindestens 2 mm langem Rüssel zugänglich z.B. Bienen und
Schmetterlingen. Fliegen fressen nur den Pollen.
Die Pflanzen sind typische „Bodenroller“ (Chamaechorie-Strategie): Reif werden die Sprosse
bei Windgeschwindigkeiten von mindestens 4 m/s an einer vorgegebenen Abbruchstelle am
Wurzelballen abgerissen und dann als Ganzes fortgerollt, wobei die Früchte allmählich
ausgestreut werden. Verhaken sich mehrere Pflanzen, entstehen mehr oder weniger große
„Steppenhexen“, wie sie oft meterhoch – besonders für osteuropäische Steppen charakteristisch
sind. Ausbreitung erfolgt außerdem als Wind- und Tierstreuer (Klettfrüchte). Die Früchte sind
Licht- und Frostkeimer.
Verbreitung
Standortansprüche
Man findet den Feld-Mannstreu zerstreut in sonnigen Kalk-Magerrasen und –weiden und an
Wegrainen und Dämmen. Er bevorzugt im Sommer trockene Böden an warmen Stellen.
Nach Ellenberg ist er eine Volllichtpflanze, ein Wärmezeiger, intermediär kontinental
verbreitet, ein Trockniszeiger, auf stickstoffarmen Standorten wachsend und eine
Klassencharakterart der Kalk-Magerrasen (Festuco-Brometea).
Allgemeine Verbreitung
Der Feld-Mannstreu kommt vom Mittelmeergebiet bis Mitteleuropa, Südengland,
Mittelrussland bis Persien und Afghanistan vor. Er ist ein europäisch-kontinental-mediterransubmediterranes Florenelement. In Österreich ist er im Pannonischen Gebiet mäßig häufig,
sonst selten zu finden. In der Schweiz kommt er selten vor allem im südwestlichen Teil vor. Im
Naturschutzpark beim nordlothringischen Ort Montenach finden sich größere Bestände.
Verbreitung in Deutschland
144
Feld-Mannstreu
Eryngium campestre kommt zerstreut bis verbreitet insbesondere im Elbe- und Rheintal
(Großer Sand (Mainz)), sowie im Maingebiet vor. Sonst ist er selten. Er fehlt unter anderem in
Norddeutschland, den Alpen und der bayerischen Hochebene oder ist nur vereinzelt vorhanden.
Pharmakologie, Inhaltsstoffe
Für die Wurzel und das Kraut werden Saponine und wenig ätherisches Öl als Inhaltsstoffe
angegeben. Die Wurzel soll geringe schleimlösende und spasmolytische Wirkung haben, das
Kraut einen (schwach) diuretischen Effekt. Wissenschaftliche Belege für die Wirksamkeit
fehlen. Über unerwünschte Wirkungen ist nichts bekannt.
Artenschutz


Die Art ist nach BArtSchV besonders geschützt.
Der seltene Amethyst-Sommerwurz (Orobanche amethystea) parasitiert an Eryngium
campestre.

Literatur











Haeupler/Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands, Ulmer Verlag,
Stuttgart, 2000, ISBN 3-8001-3364-4
Adler, Oswald, Fischer: Exkursionsflora von Österreich. Ulmer Verlag, Stuttgart und
Wien, 1994, ISBN 3-8001-3461-6
Binz, Heitz: Schul- und Exkursionsflora für die Schweiz, Schwabe & Co. AG, Basel,
1986, ISBN 3-7965-0832-4
Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora, Ulmer Verlag, Stuttgart, 1990,
ISBN 3-8001-3454-3
Garcke: Illustrierte Flora, 1972, Verlag Paul Parey, ISBN 3-489-68034-0
H. Ellenberg: Vegetation Mitteleuropas mit den Alpen. 5. Auflage, Ulmer-Verlag, 1996
Margot Spohn/ Marianne Golte-Bechtle: Was Blüht den da? Enzyklopädie,
Kosmosverlag, 2005
R. Düll/ H. Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands. 6. Auflage, Quelle
& Meyer-Verlag, 2005, ISBN 3-494-01397-7
Schmeil-Fitschen: Die Flora von Deutschland interaktiv, ISBN 3-494-01368-3
Dietrich Frohne: Heilpflanzenlexikon 7. Auflage, 2002, Wissenschaftliche
Verlagsanstalt mbH Stuttgart, ISBN 3-8047-1897-3
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145

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146
18.1 Feldmannstreu, Eryngium campestre; Sproß quer.
Färbung: AFC nach Schmitz.
Epidermis
Rindenparenchym
Bikollateraler
Leitbündelring
Phloem
Xylemring
Tracheen
Im Mark eingelagerte
Harzkanäle
Markgewebe
Sproß Querschnitt
Epidermis
Rindenparenchym
Bikollateraler
Leitbündelring
Phloem
Xylemring
Tracheen
Im Mark eingelagerte
Harzkanäle
Markgewebe
Sproß Ausschnitt
147
19.) Judenkirsche, Lampionblume
Physalis alkekengi
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Lampionblume
Lampionblume (Physalis alkekengi)
Systematik
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Nachtschattenartige (Solanales)
Familie: Nachtschattengewächse (Solanaceae)
Gattung: Blasenkirschen (Physalis)
Art:
Lampionblume
Wissenschaftlicher Name
Physalis alkekengi
L.
148
Die Lampionblume (Physalis alkekengi) ist ein zuweilen als Zierpflanze kultivierter Vertreter
der Gattung der Blasenkirschen (Physalis) in der Familie der Nachtschattengewächse
(Solanaceae). Der Name leitet sich von dem lampionartigen Blütenkelch ab, der die Frucht
umgibt und der zur Reifezeit intensiv gefärbt ist.
Beschreibung
Die Lampionblume ist eine sommergrüne, ausdauernde krautige Pflanze und erreicht
Wuchshöhen von 40 bis 80 Zentimeter. Ihre Rhizome sind in Mitteleuropa winterhart. Die
aufrechten, zum Teil aber auch niederliegenden, an ihrer Basis manchmal etwas verholzenden
Stängel sind stumpfkantig, wenig verzweigt und meist flaumig behaart. Züchtungen, zum
Beispiel die Varietät Physalis alkekengi var franchetii können Wuchshöhen von bis zu 100 cm
erreichen.
Lampionblume im August/September
Lampionblume, reife Früchte in der Hülle
im Oktober/November
Samen der Lampionblume (Physalis alkekengi)
149
Erscheinungsbild und Laubblatt
Meist stehen zwei Laubblätter beeinander. Der Blattstiel weist eine Länge von 1 bis 3 cm auf.
Die einfache Blattspreite ist mit einer Länge von 5 bis 15 cm und einer Breite von 2 bis 8 cm
schmal bis breit eiförmig mit stumpfer ungleichseitiger Spreitenbasis und oben zugespitzt. Der
Blattrand ist glatt, grob gezähnt oder manchmal auffallend ungleich deltaförmig gelappt. Die
Blattfächen sind kahl oder flaumig behaart.
Blüte, Frucht und Samen
Die Blütezeit reicht von Juli bis Oktober. Die 0,6 bis 1,6 cm langen Blütenstiele sind kahl,
flaumig oder zottig behaart und leicht gebogen, so dass die eher unscheinbaren Blüten nach
unten hängen. Die einzeln stehenden Blüten sind zwittrig, fünfzählig, fast radiärsymmetrisch
mit doppelter Blütenhülle. Die fünf etwa 6 mm langen Kelchblätter sind glockenförmig
verwachsen und dicht flaumig behaart. Die fünf Kronblätter sind glocken- bis radförmig
verwachsen, besitzen einen Durchmesser von 1,5 bis 2 cm und sind weiß mit grünlichen oder
gelblichen Auge. Die fünf Staubblätter sind gelb. Es ist ein oberständiger, zweikammeriger
Fruchtknoten und ein fadenförmig-zylindrischer, nach oben hin etwas verdickter Griffel
vorhanden.
Nach der Befruchtung der Blüte werden zunächst die Kronblätter abgeworfen. Anschließend
vergrößern sich die fünf etwas ledrigen Kelchblätter mit zunehmender Fruchtreife, so dass sie
sich fast schließen und einen mit einer Länge von 2,5 bis 4 cm und einer Breite von 2 bis 3,5
cm eiförmigen, laternenartigen, zehnrippigen Kelch um die sich entwickelnde Beere bilden. Bei
Reife verfärbt sich diese Hülle je nach Varietät gelblich, orange oder intensiv rot.
Der Fruchtstiel weist eine Länge von 2 bis 3 cm auf. Die glänzenden, orange- bis
scharlachroten, säuerlich-bitteren Beeren weisen einen Durchmesser von etwa 1 bis 1,5 cm auf.
Sie enthalten eine große Anzahl orangefarbener bis gelblich-weißer, linsen- bis nierenförmiger
Samen, die einen Durchmesser von etwa 2 mm aufweisen.
Verbreitung
Das Ursprungsgebiet der Lampionblume ist nicht mehr sicher zu ermitteln. Wahrscheinlich
stammt sie aus dem submediterran-eurasiatischen Klimaraum, ist also in Südosteuropa und
Westasien beheimatet. Möglicherweise stammt sie aber auch aus China. Die Art wurde auch in
andere Teile der Welt eingeschleppt, zum Beispiel in den Nordosten der USA.
Die Lampionblume gilt als anspruchslos, sie bevorzugt jedoch lockeren, leicht kalkhaltigen
Boden. Sie ist außerhalb von Gärten selten in trockenen Gebüschen, warmen Auwäldern,
steinigen Halden und Weinbergen zu finden. Einmal gepflanzt, führen die unterirdischen
Rhizome zu einer schnellen Ausbreitung.
Verwendung
Nach der Fruchtreife findet die Pflanze Verwendung als Schnittblume, die Stängel mit den
roten Lampions werden gern in Trockensträußen verwendet.
Die Samen liefern ein halbtrocknendes, fettes Öl.
Grüne Pflanzenteile sind schwach giftig, sie enthalten Bitterstoffe, die zu einer Reizung des
Magen-Darm-Traktes führen können. Über die Essbarkeit der Beeren gibt es unterschiedliche
Auffassungen. Nach mehreren Autoren soll die reife Frucht essbar sein, andere stufen sie als
„giftverdächtig“ ein. Die als Kapstachelbeeren angebotenen Früchte von Physalis peruviana
sind denen der Lampionblume zwar ähnlich, jedoch größer und weniger intensiv gefärbt.
Varietäten
150


Physalis alkekengi L. var. alkekengi (Syn.: Physalis alkekengi var. anthoxantha
H.Léveillé, P. alkekengi var. orientalis Pampanini, P. ciliata Siebold & Zuccarini, P.
kansuensis Pojarkova)
Physalis alkekengi var. franchetii (Masters) Makino (Syn.: Physalis franchetii Masters,
P. alkekengi var. glabripes (Pojarkova) Grubov, P. franchetii var. bunyardii Makino, P.
glabripes Pojarkova, P. praetermissa Pojarkova, P. szechuanica Pojarkova)

Quellen



Zhi-Yun Zhang, Anmin Lu & William G. D'Arcy: Solanaceae in der Flora of China,
Volume 17, S. 311: Physalis alkekengi - Online. (Abschnitt Beschreibung)
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151
19.1 Judenkirsche, Physalis alekengi; Sproß quer.
Färbung: AFC nach Schmitz
Epidermis
Rindenparenchym
Bastfasern
Xylemring
Tracheen
Markparenchym
Sproß Querschnitt
Markparenchym
Tracheen
Bastfasern
Rindenparenchym
Xylemrin
g
Epidermis
Sproß Detail
152
19.2 Judenkirsche, Physalis alekengi; Pfahlwurzel quer.
Färbung: AFC nach Schmitz
Periderm
Rindenparenchym
Äußerer Phloemring
Kambium
Xylem
Innerer Phloemring
Markparenchym
Geplatztes
Rindenparenchym
153
20.) Fette Henne Hylotelephium telephium
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Große Fetthenne
Große Fetthenne (Hylotelephium telephium subsp. maximum)
Systematik
Steinbrechartige
(Saxifragales)
Dickblattgewächse
Familie:
(Crassulaceae)
Unterfamilie: Sempervivoideae
Tribus:
Telephieae
Gattung:
Hylotelephium
Art:
Große Fetthenne
Ordnung:
Wissenschaftlicher Name
Hylotelephium telephium
(L.) H.OHBA
Die Große Fetthenne (Hylotelephium telephium, Syn.: Sedum telephium L.) ist eine Art der
Gattung Hylotelephium [1] in der Familie der Dickblattgewächse (Crassulaceae). Bei der
Großen Fetthenne handelt es sich dabei um eine Sammelart, also die Zusammenlegung
mehrerer früher einzeln beschriebener, nah verwandter Kleinarten. Die Art kommt in fast ganz
Europa vor und wächst vorwiegend auf trockenen Standorten wie Mauern, Felsen, trockenen
Wäldern oder Feldrainen.
Beschreibung
Die Große Fetthenne ist eine sukkulente ausdauernde Pflanze, die Wuchshöhen von 25 bis 50
cm erreicht, einen aufrechten, kahlen Stängel und dicke, rübenförmige Rhizome besitzt. Die
Laubblätter sind länglich-eiförmig und ungleich gezähnt.
154
Die grünlich bis gelben oder purpurnen Blüten erscheinen im Juli bis September. Im Herbst
sterben die oberirdischen Teile der Pflanze ab, während die verdickte Wurzel und
Überwinterungsknospen überleben und ein schnelles Austreiben im Frühjahr ermöglichen.
Systematik




Es werden folgende Unterarten unterschieden:
Die Große Fetthenne (Hylotelephium telephium subsp. maximum (L.) H.Ohba, Syn.:
Sedum telephium subsp. maximum (L.) Pers., Sedum maximum Hoffm.): Mit meist
gelbgrünen Blüten, eiförmigen oberen Stängelblättern mit schwach stängelumfassenden
Grund.
Die Rote Fetthenne oder Purpur-Fetthenne (Hylotelephium telephium subsp.
purpureum, Syn.: Sedum telephium subsp. purpureum (L.) Hartm., Sedum telephium L.
s.str., Sedum maximum Hoffm., Sedum purpurascens Koch) mit rosaroten, über der
Mitte zurückgebogenen Blütenblättern und gegenständigen länglich-lanzettlichen
oberen Stängelblättern mit keilförmigem Grund. Auf steinigen Böden und Felsen,
vorwiegend in Zentral- und Osteuropa.
Die Berg-Fetthenne (Hylotelephium telephium subsp. fabaria (W.D.J.Koch) H.Ohba,
Syn.: Sedum telephium subsp. fabaria (Koch) Kirschl., Sedum fabaria Koch) mit
purpurnen, gerade abstehenden Blütenkronblättern und wechselständigen, länglichlanzettlichen oberen Stängelblättern, die am Grund stielartig verschmälert sind. Auf
feuchten und schattigen Felsen in Zentral- und Westeuropa.
Die Hohe Fetthenne (Hylotelephium telephium subsp. ruprechtii (Jalas) H.Ohba, Syn.:
Sedum telephium sensu Boriss.) mit hellgelben Blüten und stängelumfassenden
Blättern. In Nordosteuropa.
Einzelnachweise
1. ↑ Nach GRIN ist diese Art mit einigen anderen Arten ausgegliedert in die Gattung
Hylotelephium, in: Ohba, H. 1977: The taxonomic status of Sedum telephium and its
allied species (Crassulaceae). Bot. Mag. Tokyo 90,46.
2.
Literatur





Eintrag in der Flora Europaea (engl.)
Otto Schmeil, Jost Fitschen, Siegmund Seibold: Flora von Deutschland und
angrenzender Länder, 93. Auflage, Verlag GmbH & Co., Wiebelsheim 2003, ISBN
978-3-494-01413-5.
Richard Fitter, Alastair Fitter, Marjorie Blamey: Pareys Blumenbuch. Wildblühende
Pflanzen Deutschlands und Nordwesteuropas. Verlag Paul Parey, Hamburg, ISBN 3490-22418-3
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155
20.1 Fette Henne, Hylotelephium telephium; Sproß quer.
Färbung: AFC nach Schmitz
Epidermis
Rindenparenchym
Bastfasern
Äußerer Phloemring
Xylemring
Innerer Phloemring
Markparenchym
Sproß Querschnitt
Epidermis
Rindenparenchym
Bastfasern
Äußerer Phloemring
Xylemring
Innerer Phloemring
Markparenchym
Sproß Ausschnitt
156
21.) SommerfliederBuddleja alternifolia.
Sommerflieder
Buddleja alternifolia. Blüte
Systematik
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Braunwurzgewächse
Familie:
(Scrophulariaceae)
Sommerfliedergewächse
Tribus:
(Buddlejeae)
Gattung: Sommerflieder
Wissenschaftlicher Name
Buddleja alternifolia.
L.
Die Sommerflieder (Buddleja) auch Schmetterlingsflieder genannt, sind eine
Pflanzengattung in der Familie der Braunwurzgewächse (Scrophulariaceae). Die bekannteste
Art der Gattung ist Schmetterlingsflieder (Buddleja davidii), seine Sorten sind in den
gemäßigten Gebieten verbreitete Zierpflanzen für Parks und Gärten.

Beschreibung
Sommerflieder-Arten sind Sträucher oder seltener Bäume, Lianen oder krautige Pflanzen. Die
Zweige sind länglich rund, vierkantig oder viergeflügelt. Die Laubblätter sind wechselständig.
Die Blattränder sind auf ganzer Länge gefurcht oder gezahnt. Die Blattstiele sind häufig kurz.
Die Nebenblätter sind in der Regel ausgebildet, kugelig beöhrt oder zu einer Querlinie
reduziert.
Die Blütenstände tragen in der Regel viele Einzelblüten. Die Hochblatthülle, das Involucrum,
ist endständig oder axillar. Die Tragblätter sind belaubt, die Vorblätter sind den Kelchblättern
nachempfunden. Die Blüten sind vierzählig, eingeschlechtlich oder zwittrig. Der Kelch ist
157
glockenförmig, seltener kelchförmig oder kegelförmig. Die Kelchröhre ist in der Regel länger
als die Flügel.
Nach der Blüte bilden sich lokulizide Kapselfrüchte mit zwei Kammern aus. Nur Buddleja
madagascariensis bildet Beerenfrüchte aus. Allen Arten gemeinsam sind die vielen, kleinen,
häufig geflügelten Samen.
Verbreitung
Die Sommerflieder-Arten sind in den tropischen und subtropischen Gebieten Amerikas,
Afrikas und Asiens verbreitet. Viele Arten sind jedoch als Gartenpflanzen beliebt und haben
sich als Neophyten auch in Europa verbreitet.
Systematik
Die Gattung wurde vom schwedischen Botaniker Carl von Linné 1753 aufgestellt. Mit der
Namenswahl Buddleja wurde der englische Botaniker Adam Buddle (1660–1715) geehrt.
Wie bei den meisten tropischen Pflanzengattungen ist die innere Systematik umstritten.
Insgesamt gehören etwa 100 Arten zu den Sommerfliedern; hier eine Auswahl:
 Weißblühender Sommerflieder (Buddleja albiflora) Hemsl.
 Wechselblättriger Sommerflieder (Buddleja alternifolia) Maxim.
 Buddleja americana L.
 Buddleja araucana Phil.
 Buddleja asiatica Lour.
 Buddleja bullata Kunth
 Buddleja candida Dunn
 Buddleja colvilei Hook. f. & Thomson
 Buddleja cordata Kunth
 Qulli (Buddleja coriacea) J.Rémy
 Buddleja crispa Benth.
 Buddleja curviflora Hook. & Arn.
 Schmetterlingsflieder (Buddleja davidii) Franch.
 Buddleja delavayi Gagnep.
 Buddleja fallowiana Balf. f. & W.W.Sm.
 Buddleja forrestii Diels
 Kugel-Sommerflieder (Buddleja globosa) Hope
 Buddleja grandiflora Cham. & Schltdl.
 Kiswar (Buddleja incana) Ruiz & Pav.
 Japanischer Sommerflieder (Buddleja japonica) Hemsl.
 Buddleja lindleyana Fortune
 Buddleja macrostachya Benth.
 Buddleja madagascariensis Lam.
 Buddleja marrubiifolia Benth.
 Schnee-Sommerflieder (Buddleja nivea) Duthie
 Buddleja officinalis Maxim.
 Buddleja paniculata Wall.
 Buddleja perfoliata Kunth
 Buddleja saligna Willd.
Nutzung
Einige Sommerflieder-Arten, vor allem aber die Sorten des Schmetterlingsflieder sind als
Zierpflanzen beliebt, andere Arten sind aber auch schon in der traditionellen chinesischen
Gartenkunst bedeutsam. Inzwischen existieren hunderte von Züchtungen und Hybridisierungen
zwischen den Sorten. Gemeinsam ist den Arten, dass sie durch ihren intensiven Geruch
auffallen und häufig Schmetterlinge anziehen.
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21.1 Sommerflieder, Budleja alternifolia; Sproß quer.
Färbung: AFC nach Schmitz.
Mehzelliges Haar
Mehzelliges Haar
Epidermis
Bastfasern
Rindenkollenchy
m
Xylemring
Inneres Phloem
Tracheen
Äußeres Phloem
Markparenchym
Tracheen
Mehzelliges Haar
Sproß Querschnitt
Epidermis
Bastfasern
Mehzelliges Haar
Mehzelliges Haar
Rindenkollenchy
m
Xylemring
Äußeres Phloem
Tracheen
Inneres Phloem
Markparenchym
Sproß Ausschnitt
Tracheen
Mehzelliges Haar
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22.) Gewöhnlicher Natternkopf
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Gewöhnlicher Natternkopf
Gewöhnlicher Natterkopf (Echium vulgare)
Systematik
Kerneudikotyledonen
Asteriden
Euasteriden I
Raublattgewächse
(Boraginaceae)
Natternkopf (Echium)
Gewöhnlicher Natternkopf
Familie:
Gattung:
Art:
Wissenschaftlicher Name
Echium vulgare
L.
Der Gewöhnliche Natternkopf (Echium vulgare) ist eine Pflanzenart aus der Familie der
Raublattgewächse (Boraginaceae). Im Volksmund wird er „Blauer Heinrich“[1], in Österreich
auch „Himmelbrand“, „Starrer Hansl“ oder „Stolzer Heinrich“ genannt.Inhaltsverzeichnis
160
Vorkommen
Der Gewöhnliche Natternkopf blüht von Mai bis Oktober an trockenen bis halbtrockenen
Ruderalstellen, auf steinigen Fluren, an sandigen Plätzen und auf Silikattrockenrasen. Er ist
verbreitet in ganz Deutschland, Europa und Westasien und ist typisch für
Pflanzengesellschaften der nördlich temperierten Breiten.
Erkennungsmerkmale
Er ist eine zweijährige oder mehrjährige krautige Pflanze. Der Gewöhnliche Natternkopf wird
25 cm bis 1 m hoch und besitzt steife Borsten an Stängeln und Blättern. Seine Blüten stehen in
Thyrsen mit einfachen Wickeln. Die Blüten sind zuerst männlich, dann weiblich (vormännlich).
Die Kronblätter sind 15 mm bis 22 mm lang, zuerst rosa bis violett gefärbt, später werden sie
blau bis himmelblau. Charakteristisch ist die trichterförmige Kronröhre mit ungleichen Zipfeln.
Die Staubblätter sind ungleich lang und ragen aus der Blüte heraus. Der Griffel ist zweispaltig
und zwischen den Klausen grundständig. Der Fruchtknoten ist tief vierspaltig, die Früchte sind
in vier Klausen zerfallene Spaltfrüchte.
Ein Mauerfuchs am Gewöhnlichen Natternkopf
Ökologie
Er überdauert den Winter als Hemikryptophyt mit Hilfe seiner Pfahlwurzel. Bestäubt wird er
durch Insekten, vor allem Bienen, Schwebfliegen und Falter. Die Ausbreitung der Samen
erfolgt durch Kleb- und Klettwirkung, vom Wind und durch den Menschen. Die Pflanze ist für
Tiere durch den Gehalt an Allantoin und durch Pyrrolizidinalkaloide, z. B. Heliosupin, giftig.
Beim Menschen besteht kaum Vergiftungsgefahr.
Nutzung
Der Natternkopf ist eine sehr gute Bienenweide. In der Imkerei ist er aufgrund des hohen
Zuckergehalts seines Nektars (25 %) und seines sehr hohen Zuckerwerts (1,64 mg Zucker/Tag
je Blüte) eine geschätzte Nebentracht.[2] Auf einer mit ihm bestandenen Fläche von einem
Hektar sind Honigerträge bis zu 429 kg pro Blühsaison möglich.
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Literatur



Fischer, M. A., Adler, W. & Oswald K.: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein
und Südtirol. Linz, 2005, ISBN 3-85474-140-5
Dankwart Seidel: Blumen, München 2001, ISBN 3-405-15766-8
Einzelnachweise
1. ↑ Echium. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Band , Bibliographisches
Institut, Leipzig 188 –18 2, S. 291.
2. ↑ Helmut Horn, Cord Lüllmann: Das große Honigbuch, Kosmos, Stuttgart 3. Aufl.
2006, S. 30, ISBN 3-440-10838-4
3. ↑ Josef Lipp et al.: Handbuch der Bienenkunde: Der Honig. 3., neubearb. Aufl., Ulmer,
Stuttgart 1994, S. 38, ISBN 3-8001-7417-0
4.
Von „http://de.wikipedia.org/wiki/Gew%C3%B6hnlicher_Natternkopf“
Kategorie: Raublattgewächse
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
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22.1 Natternkopf, Echium vulgare; Blütensproß quer.
Färbung: AFC nach Schmitz.
Epidermis
Rindenparenchym
Bastfasern
Äußeres Phloem
Xylemring
Inneres Phloem
Markparenchym
Sproß Querschnitt
Epidermis
Rindenparenchym
Bastfasern
Äußeres Phloem
Xylemring
Inneres Phloem
Markparenchym
Sproß Ausschnitt
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