Management of Neuromuscular Diseases 11

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Management of Neuromuscular Diseases 11
Therapeutische Möglichkeiten
von Wachstumsfaktoren
bei neuromuskulären Erkrankungen
Günter Ochs
Abstract
Results of basic research suggest that neurotrophic factors have considerable therapeutic potential for
neuromuscular diseases. Clinical application is most advanced in the field of motoneuron diseases.
Multiple clinical trials have been conducted for amyotrophic lateral sclerosis using subcutaneous
injections of either ciliary neurotrophic factor (CNTF), brain-derived neurotrophic factor (BDNF) or
insulin-like growth factor (IGF-1). Among the most important reasons for the rather disappointing results
of these trials are probably the complex pharmacokinetic profile of the proteins, their side effect spectrum
and the stability of the compounds. These issues have been addressed by using alternative ways of
application in the most recent trials.
Neurotrophic factors have been under investigation for polyneuropathies or traumatic nerve lesions as
well. Preclinical studies were promising, but results from clinical trials in patients with such conditions are
still conflicting. In neurodegenerative diseases of the central nervous system such as Parkinson’s,
preclinical data from animal models suggest significant effects on survival and function of dopaminergic
cells in the substantia nigra. Clinical studies using glia-derived neurotrophic factor (GDNF) by an intracerebro-ventricular route of application are in process, results are not published yet.
Einleitung
Nervenwachstumsfaktoren oder neurotrophe Faktoren sind in der embryonalen Entwicklung für die
Spezifizierung und Aufrechterhaltung der Funktion von Neuronen notwendig. Im adulten Organismus
können Sie nach Schädigungen des peripheren oder zentralen Nervensystems in die Regeneration
eingreifen (Abbildung 1). Daher vermuten Grundlagenwissenschaftler und Kliniker ein therapeutisches
Potential für neurodegenerative Erkrankungen. Neurotrophe Faktoren, die auf Motoneurone wirken,
könnten sich zur Therapie neuromuskulärer Erkrankungen eignen.
Tierexperimentelle Untersuchungen belegen einen deutlichen Effekt verschiedener neurotropher Faktoren
auf Motoneurone in vitro und in vivo. Bei geigneter Applikation gelingt es zum Beispiel im Läsionsmodell
des n. facialis 60–80% der Motoneurone nach Durchtrennung des Nerven zu erhalten [15]. Auch bei der
sog. pmn-Maus, bei der es aufgrund eines bisher unbekannten genetischen Defektes zu einem der spinalen
Muskelatrophie oder ALS vergleichbaren Untergang von MN mit entsprechender atropher Parese
innerhalb der ersten Monate nach der Geburt kommt, kann die systemische Verabreichung von CNTF den
Verlauf der Erkrankung wesentlich verlangsamen [28]. Die Kombination mehrerer neurotropher Faktoren
bessert das Gesamtresultat.
Diese Ergebnisse haben die Hoffnung bestärkt, daß neurotrophe Faktoren bei bisher unbehandelbaren
neuromuskulären Erkankungen eine wichtige therapeutische Lücke schließen könnten.
Abbildung 1
Potentieller Wirkmechanismus von Wachstumsfaktoren [34]
Grb2
growth factor binding protein-2
MAP mitogen-activated protein
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GEF
guanine nucleotide exchanger
factor
MAP
mitogen-activated protein
MAPKK
MAP-Kinase-Kinase
Einer von vier derzeit
bekannten
Signaltransduktionswegen
neurotropher Faktoren.
Die Aktivierung der
Receptor Tyrosin
Kinasen durch
Wachstumsfaktoren
bewirkt zunächst eine
Phosphorylierung über
mehrere Thr Residuen.
Über eine Kaskade
weiterer Reaktionen wird
schließlich eine
MAP-Kinase aktiviert,
die die Aktivierung der
Gentranskription im Kern
einleitet.
Details und Übersicht in
[34].
Klinische Studien mit neurotrophen Faktoren (NTF)
Amyotrophe Lateralsklerose (ALS)
Wegen der infausten Prognose der Erkrankung und in Ermangelung einer geeigneten, kausalen Therapie
wurden klinische Studien mit neurotrophen Faktoren zunächst und vor allem bei der ALS erwogen
(Tabelle 1).
Diese seit 1992 durchgeführten Studien konnten zwar bisher noch nicht zu einem Durchbruch in der
Behandlung der ALS führen, es sind jedoch Trends erkennbar. Die Studien zur ALS waren wegbereitend
auch für andere Indikationen in der Neurologie und angrenzenden Gebieten.
Ciliary neurotrophic factor (CNTF)
CNTF wurde in mehreren plazebo-kontrollierten, doppelblinden Studien in den USA in einem
Dosisbereich zwischen 2 und 100 µg/ kgKG/die subkutan erprobt. Die Ergebnisse wurden
zwischenzeitlich publiziert [3/4/22]. Nebenwirkungen, vor allem trockener Husten, Asthenie, Übelkeit,
Anorexie, Stomatitis, Fieber und Hautreaktionen an der Injektionsstelle, waren dosisabhängig. Höhere
Dosierung als 100 µg/kgKG/die waren unverträglich. Einige Patienten bildeten Antikörper gegen das
rekombinante Protein. Verlaufsparameter wie isometrische Myometrie und funktionelle Tests
(ALS-functional rating scale) zeigten keine signifikante Verlangsamung der Progredienz über einen
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Zeitraum von 6 oder 9 Monaten.
Tabelle 1
Studien mit subkutaner Applikation von neurotrophen Faktoren
BDNF
Ergebnisse als Kongreßbeitrag
ALS
publiziert
CNTF
ALS
mehrere Publikationen
IGF-1
ALS
Post-polio-Syndrom
Vincristin-Neuropathie
Paclitaxel/Cisplatin-Neuropathie
publiziert
Ergebnisse nicht publiziert
Ergebnisse nicht publiziert
Ergebnisse nicht publiziert
NGF
Diabetische Neuropathie
AIDS-Neuropathie
M. Alzheimer
Ergebnisse nicht publiziert
Ergebnisse nicht publiziert
Ergebnisse nicht publiziert
NT-3
‘large-fibre’- Neuropathie
Ergebnisse nicht publiziert
GDNF
Studie noch nicht
abgeschlossen
Studie noch nicht
abgeschlossen
M. Parkinson
ALS
Einige dieser Studien sind zur Zeit noch nicht abgeschlossen oder die Ergebnisse noch nicht
veröffentlicht (siehe [16] zum Design der Studien). Die publizierten Resultate sind im Text mit
Literatur zitiert.
Der Grund für das Scheitern von CNTF in den ALS Studien liegt unter anderem in der komplexen
Pharmakokinetik des Proteins. Es wird innerhalb von Minuten in verschiedenen Organen, vor allem der
Leber, gebunden und verstoffwechselt [10]. Nur wenig erreicht – wahrscheinlich über axonalen Transport
– das Nervensystem, so daß die in den Tiermodellen wirksamen Konzentrationen im ZNS bei den StudienPatienten durch die subkutane Gabe nicht erreicht werden konnten. Durch die Cytokin-artigen Wirkungen
von CNTF entsteht das Nebenwirkungsprofil einer sog. ‘Akute-Phase-Reaktion’, was die Verträglichkeit
von CNTF bei systemischer Anwendung stark einschränkt und den therapeutischen Nutzen weiter
limitiert.
Ein möglicher Ausweg aus dem Dilemma wurde schon früh in der intrathekalen Verabreichung von CNTF
gesehen [32]. Der wesentliche Vorteil besteht dabei darin, daß die Blut-Hirn-Schranke umgangen wird und
das relativ große Molekül (MG ca. 25 kDalton) direkt mit dem ZNS in Kontakt kommt. Außerdem werden
der Abbau in der Leber verhindert, systemische Nebenwirkungen vermieden und ein gleichmäßig hoher
Spiegel der Substanz gewährleistet.
Die chronische intrathekale Infusion eines Medikamentes kann durch implantierbare Pumpensysteme
realisiert werden (Abbildung 2). Erfahrungen hiermit gibt es für Morphin bei schweren Schmerzzuständen
[18] oder Baclofen für die Behandlung von Spastizität [25]. Tierexperimentelle
Verträglichkeitsuntersuchungen mit dieser Technologie unter Verwendung von CNTF zeigten bei täglicher
Injektion von 100 µg in den lumbalen Spinalkanal lokal entzündliche Reaktionen, die durch die Cytokinartigen Wirkungen von CNTF in hohen Dosen ausgelöst wurden. Bei ersten Pilotversuchen bei ALS
Patienten mit dieser Technik zeigten sich intolerable Nebenwirkungen in Form radikulitischer oder
meningitischer Symptome [26]. Während des relativ kurzen Behandlungszeitraums von sechs Monaten
wurde kein signifikanter Effekt auf den Krankheitsverlauf festgestellt.
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Abbildung 2
Implantierbare Pumpe zur intrathekalen
Infusion.
Implantierbare Infusionspumpe zur
intrathekalen Verabreichung von
Medikamenten (SynchroMed, Medtronic). In
der Mitte befindet sich das Füllseptum, über
welches das Reservoir mit 18 ml Lösung
gefüllt werden kann. Dieses Modell ist im
implantierten Zustand elektronisch steuerbar.
Über einen ‘side-port’ kann direkt in den
Katheter injiziert oder Liquorproben
entnommen werden.
Eine andere Möglichkeit neurotrophe Faktoren intrathekal zu verabreichen besteht in der Verwendung
gentechnisch manipulierter Zellen, die in halbdurchlässigen Polymer-Kapseln verpackt (Abbildung 3) in
den spinalen Subarachnoidalraum eingebracht werden [2]. 106 BHK-Zellen produzieren etwa 0,5 µg/die
CNTF in vitro. In einer Pilotstudie bei ALS Patienten fanden sich mit dieser Appliktionsweise inter- und
intra-individuell stark schwankende Liquorspiegel von CNTF zwischen 170 und 6282 pg/ml bei guter
Verträglichkeit [1]. Die applizierte Dosis reicht wahrscheinlich bei freier Diffusion im Liquorraum aus, den
hochaffinen CNTF-Rezeptor zu sättigen. Die Beobachtungszeit betrug auch in dieser Studie nur sechs
Monate, so daß ein Effekt auf den Krankheitsverlauf in dem offenen Studiendesign nicht gesichert werden
konnte.
Abbildung 3
Schematische Darstellung der Funktionsweise halbdurchlässiger PolymerKapseln [30]
Schematische Darstellung selektiv
permeabler Polymer-Kapseln [30].
Die Wand der 2–3 cm langen
Kapsel (ø 2–3 mm) besteht aus
einem Polymer-Gewebe mit
definierter Porengröße, durch die
Nährstoffe, Wasser, Sauerstoff und
kleine bioaktive Moleküle
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eindringen können.
Immunkompetente Körperzellen
können nicht ins Innere der Kapseln
gelangen, so daß die implantierten
Zellen dem Zugriff des
Immunsystems entzogen sind. Das
gewünschte Substrat, der
neurotrophe Faktor, wird über
einige Monate gebildet und durch
die Poren in die umgebende
Körperflüßigkeit abgegeben. Eine
Kapsel enthält ca. l06 Zellen, jede
mit etwa 30 Kopien des
entsprechenden Gens. Sie können
subkutan in den spinalen Liquor
oder ins Hirngewebe selbst (bisher
nur tierexperimentell) eingebracht
und nach einigen Wochen getauscht
werden [1].
Isoformen von CNTF
Es wird daran gearbeitet, CNTF-Isoformen herzustellen, die eine geringere Affinität zum niedrig-affinen
CNTF-Rezeptor besitzen, jedoch die Fähigkeit, die Signaltransduktion über den hoch-affinen Rezeptor
nach Bindung an gp130 und LIFR-ß behalten. Solche Proteine wurden kürzlich beschrieben [27], stehen
jedoch erst für präklinische pharmakokinetische Untersuchungen zur Verfügung. Dadurch ließe sich die
Verträglichkeit bei gleichzeitig besserer trophischer Wirkung unter Umständen erhöhen.
Brain-derived neurotrophic factor (BDNF)
BDNF wurde in einer Phase-I/II-Studie doppelblind, plazebo-kontrolliert bei 284 ALS Patienten geprüft
[8]. Über sechs Monate wurden in 5 Dosisgruppen 10 bis 300 µg/kgKG/die täglich subkutan appliziert,
umgerechnet entspricht das etwa 5% der bei der wobbler-Maus beschriebenen Dosis. Die Substanz wurde
gut vertragen. Es fand sich im mittleren Dosisbereich ein Effekt auf die Lebenserwartung, die forcierte
Vitalkapazität (13,5% Abnahme im Vergleich zu 20% in der Plazebo-Gruppe ) und ein Trend zur
Verbesserung der Ganggeschwindigkeit [7/8]. Die aufgrund dieser Ergebnisse eingeleitete Phase-III-Studie
zeigte leider keine Signifikanz hinsichtlich der primären Zielvariablen ‘Lebenserwartung’ und auch keinen
Effekt auf die klinischen Verlaufsparameter der Erkankung.
Einschränkend muß festgestellt werden, daß die Zahl der Todesfälle am Ende der Nachbeobachtungsphase
von 9 Monaten zu gering war, um eine statistisch zuverlässige Unterscheidung zwischen den Gruppen
überhaupt zu erlauben. Eine Nacherhebung fand nicht statt. Bisher nicht veröffentlichte, retrospektive
Subgruppenanalysen scheinen allerdings Anhaltspunkte für Effekte von BDNF zu liefern. Wenngleich
solche Untersuchungen methodisch angreifbar sind, wurden neue Studien mit BDNF mittels subkutaner
Applikation in den Vereinigten Staaten und Japan in diesem Jahr begonnen.
Auch bei BDNF scheint der eher geringe Effekt auf den Verlauf der Erkrankung mit der Pharmakokinetik
des Proteins zusammenzuhängen. Daher wurde auch für BDNF die intrathekale Applikation untersucht,
zunächst tierexperimentell, später im Rahmen einer Verträglichkeits- und Dosisfindungsstudie. BDNF
wurde bis zu Tagesdosen von 400 µg intrathekal gut toleriert [24]. Es traten einige psychotrope Effekte
auf, die eine biologische Wirkung belegen und auch eine Verteilung nach supraspinal vermuten lassen.
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Abbildung 4
Anfärbung des Motoneurons nach
BDNF-Gabe beim Schaf
Die immunhistochemische Darstellung von
BDNF im Myelon zeigte bereits bei
Versuchstieren, daß das Protein über die
Nervenwurzeln aufgenommen und retrograd
transportiert wird, wo es sich in Motoneuronen
nachweisen läßt [9] (Abbildung 4). Aufgrund
der kleinen Fallzahl der noch laufenden
Studien und des offenen Designs ist noch keine
Aussage über den Effekt auf die Erkrankung
möglich. Hierzu ist eine Phase-III-Studie zur
Prüfung der Wirksamkeit bei intrathekaler
Applikation notwendig.
Insulin-like Growth-Factor-1 (IGF-1)
IGF-1 wurde in den USA bei 449 und in
Immunhistochemische Darstellung von BDNF Europa bei 266 ALS-Patienten in einer
zweiarmigen, doppelblinden, plazeboim spinalen Motoneuron nach
kontinuierlicher intrathekaler Verabreichung kontrollierten Studie in einer Dosis von 0,05
und 0,1 mg/kg KG/die (2x täglich) subkutan
von 3500 µg/die BDNF beim Schaf.
über 9 Monate geprüft. Es fand sich ein Trend
Querschnitt durch das Spinalmark in Höhe
zu langsamerer Progression in der behandelten
der Infusinonsstelle [9].
Gruppe. Die Substanz wurde auch in der
BDNF findet sich in Vesikel-artigen
höheren Dosis gut vertragen [19]. Der Effekt
Strukturen um den Zellkern, der selbst frei
war dosisabhängig. IGF-1 erhielt aufgrund
von BDNF bleibt.
dieser Ergebnisse jedoch nur eine Einzelfallbezogene Teilzulassung als experimentelle
Therapie für die Indikation ALS. Über das
weitere Schicksal der Substanz ist derzeit
nichts bekannt.
Glial Cell-Derived Neurotrophic Factor
(GDNF)
Auch GDNF ist ein potenter Überlebensfaktor
für Motoneurone, so daß die klinische
Anwendung bei ALS nahe liegt. Ausgehend
von den Erfahrungen mit CNTF und BDNF hat
man allerdings auf die subkutane Anwendung
Immunhistochemische Anfärbung von BDNF von vornherein verzichtet und einen
an Meningen und Nervenwurzeln nach
Pilotversuch mit intraventrikulärer Anwendung
intrathekaler Verabreichung von 1500 – 3500 begonnen. Da aus präklinischen
µg/die BDNF beim Schaf. Gefrierschnitt.
Untersuchungen bekannt war, daß GDNF eine
BDNF bindet möglicherweise an den
lang anhaltende Wirkung bereits nach
trunkierten trk-B-Rezeptor an der Oberfläche einmaliger Applikation entfaltet, wird die
der Hirnhäute. Gleichzeitig finden sich
Substanz über ein Portsystem in Abständen
geringe Mengen von bräunlichem
von mehreren Tagen oder wenigen Wochen
Färbeprodukt in den Axonen als Hinweis für intraventrikulär injiziert (siehe Morbus
eine Aufnahme und axonalen Transport [9]. Parkinson).Es ist derzeit nicht bekannt, wie
BDNF diffundiert offensichtlich nicht ins
verträglich diese Art der Anwendung ist und ob
Myelon selbst.
therapeutische Erfolge erzielbar sind.
Auch andere Daten aus der noch laufenden Studie sind derzeit nicht offiziell bekannt (Tabelle 2).
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Tabelle 2
Therapiestudien mit intrathekaler oder intraventrikulärer Applikation von CNTF, BDNF oder
GDNF
CNTF
ciliary
neurotrophic
factor
Verfahren
Ergebnis
Implantierte Pumpe mit
intrathekalem Dauerkatheter
[26]
4 Patienten mit ALS.
Studie wegen Nebenwirkungen abgebrochen; keine
Aussage über die Wirkung auf den Krankheitsverlauf
möglich.
Semipermeable Polymerkapsel
gefüllt mit gentechnisch
10 Patienten mit ALS.
manipulierten BHK Zellen,die Beobachtungszeit 6 Monate. Keine Plazebokontrolle.
32 Kopien des CNTF-gens
Aussage über die Wirksamkeit nicht möglich.
tragen [1].
BDNF
brain-derived
neurotrophic
factor
25 Patienten mit ALS.
Verträglichkeitsstudie mit Kontrollgruppe,
Implantierbare Infusionspumpe Dosisfindungsstudie Bis 150 µg/die i.t. gut toleriert. Bei
mit intrathekalem
höheren Dosierungen vor allem supraspinale Effekte
Dauerkatheter [24].
(Schlaflosigkeit, sensible Reizerscheinungen, etc.).
Fortsetzung der Studie zurEvaluierung der Wirksamkeit
geplant.
GDNF
Glial
cell-derived
neurotrophic
factor
Intraventrikulärer Katheter mit
Injektionsport. Regelmäßige
Injektionen (Quelle:
Pressemitteilung: Amgen Inc,
USA).
Ca. 25 Patienten mit M. Parkinson und ebensoviele
Patienten mit ALS.
Nähere Einzelheiten, insbesondere Angaben zur
Verträglichkeit liegen noch nicht vor.
Andere Erkrankungen des Zentralnervensystems
Morbus Parkinson
BDNF begünstigt das Überleben nigraler dopaminerger Neurone der pars compacta im MPP+ Modell der
Parkinsonschen Krankheit, allerdings nur bei direkter, lokaler Applikation durch Implantation von
BDNF-freisetzenden transfizierten Fibroblasten [13]. BDNF diffundiert schlecht aus dem Liquor in das
Hirnparenchym [23/36]. Untersuchungen an Patienten mit Parkinson-Syndrom mittels intraventrikulärer
Gabe liegen nicht vor.
Auch für GDNF sind in Tiermodellen neuroprotektive Effekte auf nigro-striatale Neurone nachgewiesen
[33]. GDNF diffundiert gut aus dem ventrikulären Liquor in das Hirnparenchym [20]. Sowohl
Untersuchungen am Mausmodell (6-OHDA, Rotationsmodell) als auch am Primatenmodell der
Parkinsonkrankheit (unilaterale MPTP Läsion am Rhesusaffen) belegen eine Wirkung auf die Funktion
dopaminerger Neurone in Striatum, Putamen und Substantia nigra. Die Wirkung von L-DOPA auf diese
Neurone verbessert sich, eine vergleichbare therapeutische Wirkung wird bereits mit einem Sechstel der
Dosis erreicht, wobei Zeichen der dopaminergen Überfunktion fehlen. Appliziert wurden in den
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Tiermodellen Bolusdosen von 100 µg intraventrikulär einmal monatlich. Die im Caudatum und Putamen
gemessenen Werte des Dopaminmetaboliten Homovallininsäure (HVA) stiegen im Vergleich um 65% bzw.
146% des Kontrollwertes [14].
Als Konsequenz aus diesen Ergebnissen wird derzeit im Rahmen eines Pilotversuches die intraventrikuläre
Applikation bei Parkinson-Patienten erprobt. Ergebnisse sind zur Zeit noch nicht bekannt.
Chorea Huntington
In Läsionsmodellen der Chorea Huntington hat BDNF protektive Wirkung, die Neuronengröße in der
substantia nigra nimmt um 25% zu und der transneuronale Neuronenverlust kann durch die Gabe von
BDNF weitgehend verhindert werden [35]. In einem anderen Läsionsmodell für die Huntingtonsche
Krankheit verbessert die intraventrikuläre Applikation von 100 µg GDNF die Beweglichkeit der Tiere
signifikant. Die Ergebnisse belegen einen protektiven Effekt von GDNF auch bei chronischen
excitotoxischen Schädigungen wie sie bei Störungen der mitochondrialen Funktion auftreten können [6].
Ähnliche Effekte ließen sich auch mit CNTF in einem Tiermodell der Chorea (intrastriatale
Quinolin-Säure Injektion) zeigen, wobei hier die Applikation über CNTF exprimierende BHK-Zellen [2]
erfolgte, die in Polymer-Kapseln verpackt direkt im Striatum implantiert wurden [11]. Mit der gleichen
Applikationsweise ließen sich auch motorische und kognitive Effekte nachweisen [12].
Neuropathien
Bereits in der Phase-I-Prüfung von Nerve Growth Factor (NGF) zeigten sich erhebliche Nebenwirkungen
in Form von lokaler Hyperalgesie und Muskelschmerzen, die in Einzelfällen die Anwendung noch mehrere
Wochen überdauerten. Erklärbar sind diese Effekte wahrscheinlich durch Aussprossen dünn-bemarkter
Nervenfasern. Es ist daher sehr fraglich, ob sich NGF in der subkutanen Applikationsform als
Therapeutikum für Neuropathien eignet.
Große Hoffnungen für die Behandlung der diabetischen Neuropathie werden auf Neurotrophin-3 (NT-3)
gesetzt, welches im Rahmen einer Phase-I-Studie an freiwilligen Versuchspersonen gut vertragen wurde
[5]. Eine klinische Studie bei Patienten mit diabetischer Neuropathie ist geplant.
Mögliche zukünftige Indikationsbereiche bei neuromuskulären Erkrankungen – präklinische
Untersuchungen
Nervenläsionen und Rückenmarksschäden
Tierexperimentelle Daten sprechen dafür, daß die lokale Anwendung von BDNF bei spinalen
Wurzelausrissen geschädigte spinale Neurone retten und sogar deren Aussprossen induzieren kann [17].
Durch die intrathekale Anwendung von BDNF im Tiermodell unmittelbar nach einem Wurzelausriß
konnten selbst schwer geschädigte Motoneurone am traumatisierten Rückenmark überleben und wieder
sprossen. Effekte auf die Größe des Zellsomas und die cholinerge Enzymaktivität belegen den trophischen
Effekt auf Neurone des adulten Nervensystems und bahnen den Weg für experimentelle Anwendungen
bei Patienten, nachdem die Verträglichkeit der Applikationsweise und das Dosisfenster für die Indikation
ALS bereits untersucht wurde [24].
Die Verwendung neurotropher Faktoren bei traumatischen Rückenmarksläsionen befindet sich noch im
tierexperimentellen Stadium. Es gibt Hinweise darauf, daß auch im erwachsenen Nervensystem des
Säugers eine Regeneration nach spinalen Traumen möglich ist. Diese führt zwar noch nicht zu einem
funktionellen Gewinn, wohl aber zu histologisch nachweisbaren Effekten betreffend Sprossung nach
Zellimplantation im Tierexperiment [30].
Die Verbesserung der axonalen Regeneration supraspinaler kortiko-spinaler Neurone durch Anwendung
neurotropher Faktoren ist auch nach chronischen spinalen Läsionen inzwischen belegt. Vier Wochen nach
einer zervikalen Hemisection des Rückenmarks führte die lokale Anwendung von Gel-Schaum, getränkt
mit einer Kombination von BDNF, NT-3 und CNTF in der Läsionshöhle zu einem signifikanten
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Aussprossen von Axonen [37].
Alle Studien, bei denen eine Wirkung neurotropher Faktoren auf das Überleben oder das Aussprossen von
Neuronen nachgewiesen werden konnte, zeigen, daß eine lokale Anwendung in biologisch aktiver Form
notwendig ist. Es bedarf offensichtlich spezieller Applikationstechniken, oft unter Verwendung von
gentechnologischen Verfahren oder mittels Applikationssystemen, um am Wirkort effektive
Konzentrationen bereit zu stellen. Auch scheint der Effekt um so günstiger zu sein, je früher nach der
Läsion oder im Verlauf der Krankheit die Anwendung stattfindet. Es ist evident, daß hierin eine für die
therapeutische Anwendung bei Patienten ganz entscheidende praktische Hürde besteht, die nur durch
moderne Methoden überwunden werden kann.
Mögliche zukünftige Perspektiven für die Anwendung von neurotrophen Faktoren
Die bisherigen Studienergebnisse bei ALS und anderen neuromuskulären Erkrankungen lassen erkennen,
daß ein Faktor alleine nicht ausreichen wird, den Krankheitsverlauf wesentlich zu beeinflussen. Es ist
lange bekannt, daß neurotrophe Faktoren spezifische Wirkungen auf bestimmte Neuronenpopulationen
bezüglich des Überlebens der Neurone oder des Sproutings haben [32].
Die bei Patienten bisher systemisch angewendeten oder noch verträglichen Dosierungen liegen grob um 2
bis 3 Zehnerpotenzen unter denjenigen, die in Tiermodellen von Motoneuron-Erkrankungen als wirksam
gelten. Höhere Spiegel im ZNS können derzeit nur durch die intrathekale oder intraventrikuläre
Verabreichung erzielt werden. Dies bietet auch den Vorteil einer kontinuierlichen, gleichmäßigen
Darbietung des Faktors, was der biologischen Rolle als neurotropher Stoff näher kommt als die
intermittierende Gabe. Zukünftige Therapieversuche werden sich mit hoher Wahrscheinlichkeit bevorzugt
dieser Applikationsweisen bedienen.
Die seit mehr als 10 Jahren mit anderen Wirkstoffen praktizierte intrathekale Infusion mit implantierbaren
Infusionspumpen könnte durch gentechnologische Verfahren ergänzt werden. Das Problem der
Kombination verschiedener Faktoren oder der Stabilität über längere Zeit in Reservoirs bei
Körpertemperatur könnte dazu zwingen, neurotrophe Faktoren durch transfizierte Zellen, die das Protein
im Überschuß exprimieren, zu applizieren. Die hierzu erforderliche Technologie ist allerdings noch nicht
ausgereift und bedarf weiterer Entwicklungsarbeit [2]. Die Risiken der Applikationsform sind noch nicht
ausreichend evaluiert.
Interessante Anwendungen für NTF außerhalb des Nervensystems könnten bei degenerativen
Erkrankungen der Retina [21] oder in der Förderung der Regeneration von Schäden am vestibulären
System [29] bestehen (Übersicht in [16]).
Zusammenfassung
Die bisher vorliegenden Erfahrungen mit der klinischen Anwendung von neurotrophen Faktoren sind noch
ernüchternd. Die ursprünglichen tierexperimentellen Erfolge ließen sich in klinischen Studien bei
neuromuskulären Erkrankungen leider nicht reproduzieren. Hauptproblem dabei ist die Pharmakokinetik,
die Anwendungsform und möglicherweise auch die Pathogenese der Erkrankungen selbst.
Für viele neuromuskuläre Erkrankungen existieren keine geeigneten Tiermodelle, so daß die
Übertragbarkeit tierexperimenteller Studien problematisch ist. Die nahe Zukunft wird zeigen, ob und für
welche Erkrankungen des Nervensystems neurotrophe Faktoren als Therapeutikum in Frage kommen. Es
handelt sich unfraglich um äußerst potente Wirkstoffe, die mit großer Wahrscheinlichkeit ein
therapeutisches Potential besitzen.
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