Link zu dem Sammelband - Hochschule für Agrar

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Hochschullehrgang
Wildkräuter und Arzneipflanzen
Fachwissen aufbauen und professionell
kommunizieren
2011 - 2013
KURZARTIKEL
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Thomas Haase
2
Maria Wiener
3
Artikel zu Lehrgangsarbeiten
Erstellung eines Konzeptes für die Neugestaltung des Bergkräuterwanderweges der
Gemeinde Hirschbach im Mühlkreis - Stefan Binder
4
Kräutertrocknung - Welche Trocknungssysteme sind für die Kräutertrocknung, unter
Berücksichtigung von Qualität und Kosteneffizienz, geeignet? - Karl Dirnberger
5
Löwenzahn, Brennnessel, Bärlauch und Holunder,
Wissen und Verwendung in Heilkunde und Küche - Margit Ehrenmüller, Karin Müller
6
Power Food aus Garten, Wiese und Wald – Sekundäre Pflanzenstoffe in unserer
Nahrung - Hildegard Flatz
9
Traditionelle Verwendung von Wild- und Heilpflanzen im Katschtal Anna Maria Hänggi
11
Neophyten mit anderen Augen betrachtet - Ihre erfreulichen, nützlichen und
wertvollen Eigenschaften - Irmgard Ilg
13
Wie wirken Pflanzengrün und grünes Blattgemüse, ob von Wildpflanzen oder
Kulturpflanzen, auf das Wohlbefinden und die Gesundheit des Menschen? Elisabeth Keimelmayr
15
Die Bedeutung von Acker- und Stufenrainen aus naturschutzfachlicher und
volksmedizinischer Sicht und der Beitrag einer kombinierten Sichtweise zum
Erhalt dieser Strukturen in unserer Kulturlandschaft - Angelika Kirz
17
Einsatz von traditionellen Wildpflanzen und Kräütern aus der Genuss Region
Mühlviertler Bergkräuter in der Volksheilkunde und in der Küche Christine Leitner, Margit Steinmetz-Tomala
19
Die Bedeutung von Kräutern in der Rinderhaltung anhand von Erfahrungsberichten
OÖ Biobäuerinnen und Biobauern - Waltraud Müller
21
Umstellung eines landwirtschaftlichen Betriebs auf Kräuteranbau - Claudia Reisigl
23
Superfrucht Granatapfel - Kultivierung, Verarbeitung, Inhaltsstoffe und Anwendung
in der Pharmazie - Werner Retter
25
Essbare Wildpflanzen in meinem Garten - Ernten statt jäten - Regina Weissenböck
26
TEE, eine hilfreiche und kostengünstige Zusatztherapie für das Wohlbefinden der
Patient/innen in Krankenhäusern - Am Beispiel Teezubereitungen an Krankenhäusern
in und um Linz - Silvia Zweimüller
29
Vorwort
Bildung und
fachliche Qualifizierung sind nicht nur die wichtigsten VoraussetzunVorwort
gen, um sich den Herausforderungen stellen zu können, sondern auch der Garant
Die
Hochschule
für Agrarund Umweltpädagogik
bietet eine
wissenschaftlich
fundafür, dass
sich
bäuerliche
Betriebe
flexibler, ideenreicher
und
erfolgreicher
ihre
dierte
und
berufsfeldbezogene
Aus-,
Fortund
Weiterbildung
an.
Die
Teilnehmer/
Zukunft gestalten können
innen erwerben und vertiefen dabei ihre fachlichen und persönlichen Schlüsselkompetenzen unter der Perspektive der Nachhaltigkeit.
Der agrarische Beratungs- und Erwachsenenbildungsbereich stellt hohe Anforderungen anAnbau
die Beschäftigten
diesem
Bereich.
Neben einem
und Anwendunginvon
Kräutern
und Arzneipflanzen
sind fundierten
sehr aktuelle
breiten Bevölkerungsschichten.
Zahlreiche populärwissenschaftliche
fachlichenThemen
Wissenin gewinnen
überfachliche Kompetenzen
laufend an Bedeutung.
Seminarangebote sowie Beiträge in Zeitschriften und Magazinen zeugen von der
hohen Beliebtheit der Thematik.
s Haase,
Mag. Dr. Thomas Haase,
Mit der Entwicklung des Hochschullehrgangs „Beratung und Erwachsenenbildung
schule
Rektorfür
der Hochschule für
im Kontext
und
ländlicher
Raum“
wurde
darauf
und neben
ImLandwirtschaft
agrarischen Kontext
gibt
es innovative
bäuerliche
Betriebe,
diereagiert
sich intensiv
weltpädaAgrar- und
mit dem Anbau und dereine
Verarbeitung
Kräutern beschäftigen
und sich daweiterevon
Möglichkeit
der Beratungsausbildung
Umweltpädagogik den Bachelorstudiengängen
durch
eine
neue
Einkommensquelle
erschlossen
haben.
Auch
in
der
Bildungsbraauf Hochschulniveau geschaffen.
che haben Wildkräuter und Arzneipflanzen Fuß gefasst. Über diverse Anbieter
eignen sich interessierte Personen botanisches Basiswissen sowie Wissen über
In den vergangenen
2,5 Jahren
haben sich
die dieLeben
Beraterinnen
und Sektor
Berater,die
Einsatzmöglichkeiten
von Kräutern
im täglichen
an. Im tertiären
gab
bereits über
umfassende
fachliche
Qualifizierungverfügten,
zusätzliche
es ineine
Österreich
bisher keine
Weiterbildung,
die sich speziell mit dieser
Thematik
beschäftigt
hat.
Mit
dem
Hochschullehrgang
„Wildkräuter
und
Arzneipflanzen
didaktisch-methodische, kommunikative und personale Kompetenzen angeeigaufbauen und professionell
kommunizieren“ konnte diese Lücke
net und so– Fachwissen
ihre Beraterpersönlichkeit
weiterentwickelt.
geschlossen werden.
Ein umfangreiches
Selbststudium,
Verfassen von
acht
Der Hochschullehrgang
wurdedas
vor zweieinhalb
Jahren
vonschriftlichen,
der Hochschulekontextgefür
bundenenAgrarArbeiten
sowie das Erstellender
Lehrgangsarbeit
wissenschaftliund Umweltpädagogik
(Wien) in Zusammenarbeit
mit nach
dem Verein
Kräuterkraftquelle
Hirschbach
Prof. Dr. Wolfgang Kubelka
chen Kriterien
waren
weitere(Mühlviertel)
Eckpfeiler und
der Univ.Ausbildung.
entwickelt und startete Anfang Juni 2011 mit 18 Teilnehmerinnen und
Teilnehmern.
Die in diesem Band vorgestellten Arbeiten zeichnen sich durch gute Qualität und
starke Praxisorientierung
Die Absolventinnenaus.
und Absolventen erwarben wissenschaftlich fundiertes
Expertenwissen im Zusammenhang mit Wildkräutern und Arzneipflanzen, von
Grundlagen
über Inhaltsstoffe
bisdas
hin zum
Einsatz von
Pflanzen in der
Die großebotanischen
Themenvielfalt
der Arbeiten
spiegelt
vielfältige
Aufgabengebiet
Medizin und in der Ernährung. Ergänzend dazu wurden wichtige Kompetenzen im
der landwirtschaftlichen Beratung wieder. So wurde der Bogen von der DirektverBereich Kommunikation, Beratung und Kundenorientierung vermittelt.
marktung, über die Arbeitskreisberatung bis hin zu Social-Web gespannt.
Die in diesem Band vorgestellten Kurzartikel zu den Lehrgangsarbeiten zeichnen
sich durch gute Qualität und starke Praxisorientierung aus. Die große Bandbreite
der Arbeiten
spiegelt die Vielfältigkeit
des Themas wieder.
Ich gratuliere
den Absolventinnen
und Absolventen
des ersten Hochschullehrgan-
ges „Beratung
und Erwachsenenbildung im Kontext Landwirtschaft und ländlicher
Ich gratuliere den Absolventinnen und Absolventen des ersten HochschullehrganRaum“ zuges
diesen
ausgezeichneten
Arbeiten
und wünsche
weiterhin
alles
Gute!
„Wildkräuter
und Arzneipflanzen“
zu diesen
ausgezeichneten
Arbeiten
und
wünsche weiterhin alles Gute!
Rektor
Ing. Mag.
Dr. Thomas
Haase
Rektor der
Hochschule
für Agrarund Umweltpädagogik,
Ing. Mag. Dr. Thomas Haase
Einleitung
Die Grundidee zum Hochschullehrgang „Wildkräuter und Arzneipflanzen – Fachwissen aufbauen und professionell kommunizieren“ kommt aus einer kleinen
Gemeinde in Oberösterreich. Deren örtlicher Tourismusverein Kräuterkraftquelle
Hirschbach im Mühlkreis hat es sich zur Aufgabe gemacht, die naturnahe und
gesunde Lebensweise mit Kräutern verstärkt ins Blickfeld zu rücken.
In Kooperation mit dem Ländlichen Fortbildungsinstitut der Landwirtschaftskammer für OÖ wurde ein Bildungskonzept erarbeitet (Bildungskonzept Kräuterakademie Hirschbach) und die Verbindung zur Hochschule für Agrar- und
Umweltpädagogik (Wien) hergestellt, welche die Ausarbeitung des Curriculums
zum Hochschullehrgang forcierte.
Dank der guten Zusammenarbeit startete im Juni 2011 der erste Hochschullehrgang Wildkräuter und Arzneipflanzen mit 18 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Die hohe Anzahl der interessierten Personen zeigt, dass das vorliegende Bildungsangebot im tertiären Sektor dem Trend der Zeit und der Nachfrage entspricht.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am ersten Hochschullehrgang haben in den
letzten zwei Jahren Beachtliches geleistet und zwar in vielerlei Hinsicht. Ein
sichtbares Zeichen dieser Leistung sind die vorliegenden Kurzartikel zu ihren Lehrgangsarbeiten. Diese spiegeln die hohe Motivation und Kompetenz der
Absolventinnen und Absolventen wieder.
An dieser Stelle sei auch den Vortragenden des Hochschullehrganges und den
Betreuerinnen und Betreuern der Lehrgangsarbeiten gedankt. Insbesondere
bedanke ich mich bei Herrn Univ.- Prof. Dr. Wolfgang Kubelka für die
Unterstützung bei der Entwicklung des Hochschullehrganges und bei dessen
Durchführung.
Ich gratuliere den Absolventinnen und Absolventen zu den gelungenen
Lehrgangsarbeiten und wünsche ihnen viel Erfolg bei der Anwendung des
Gelernten!
Dipl.-Ing.in Maria Wiener
Lehrgangsleiterin
Dipl.-Ing.in Maria Wiener,
Lehrgangsleiterin
Erstellung eines Konzeptes für die Neugestaltung
des Bergkräuterwanderweges der Gemeinde
Hirschbach im Mühlkreis
Die Gemeinde Hirschbach im Mühlkreis
ist vielen Personen unter dem Namen
„Kräutergemeinde Hirschbach“ ein
Begriff.
Stefan Binder, Österreichische Bergkräutergenossenschaft
Vor zirka 20 Jahren wurde ein Bergkräuterwanderweg angelegt der auch als
Lehrpfad und somit als Freizeit- und
Bildungseinrichtung zum Thema Kräuter dient.
Rückmeldungen vieler Besucher/Besucherinnen, ob ortskundig oder nicht
ortskundig, zeigten jedoch wiederholt,
dass wichtige Punkte in der Gestaltung und Erhaltung bei der damaligen
Umsetzung nicht bedacht oder unterschätzt wurden.
So wurden folgende Fragen formuliert:
- Wie kann der ~ 14 km lange Berg kräuterwanderweg durchgehend mit Informationen zum Thema
Kräuter aufbereitet werden?
- Welche Medien können zur Vermitt lung des Themas hilfreich und
sinnvoll sein und wie können diese
eingesetzt werden um den
Kräuterwanderweg für möglichst viele Zielgruppen, vor allem auch
für Familien, attraktiv zu gestalten?
- Wie kann der Bergkräuterwanderweg
langfristig einen Beitrag zur
Wertschöpfung in der Gemeinde/
Region leisten?
Nach der theoretischen Beschäftigung
mit allgemeinen Informationen zu Lehrpfaden und Möglichkeiten zur Gestaltung und Aufbereitung von Lehrpfaden
unter Berücksichtigung der gängigsten
Methoden im ersten Teil der Lehrgangsteil folgt der empirische Teil.
In diesem findet auf Basis durchgeführter Befragungen, Stellungnahmen
und einer Vororterhebung, sowohl
eine allgemeine- als auch eine spezielle
Beschreibung des Bergkräuterwanderweges statt.
Aufbauend auf den Erkenntnissen aus
dem Theorie- und dem Empirieteil,
konnten im Konzept Tendenzen zum
derzeitigen Betrieb des Bergkräuterwanderweges aufgezeigt werden. Diese
sollen bei der zukünftigen Auslegung
und Planung dieser Einrichtung hilfreich sein, damit der Bergkräuterwanderweg letztlich dem Titel „Lehrpfad“
gerecht wird.
Kräutertrocknung – Welche Trocknungssysteme sind
für die Kräutertrocknung, unter Berücksichtigung
von Qualität und Kosteneffizienz, geeignet?
In den 1980er Jahren konnten viele
BäuerInnen des Mühlviertels von der
Viehwirtschaft allein nicht mehr leben. Etliche kleinstrukturierte Betriebe
standen vor dem Aus. 1986 entschlossen sich einige mutige BäuerInnen zur
Selbsthilfe. Sie gründeten die österreichische Bergkräutergenossenschaft
– durch den Anbau und Verkauf von
Kräutern aus biologischem Anbau
sollten ihre Betriebe gesichert werden.
Mittlerweile werden über 150 Tonnen
getrocknete Kräuter und Gewürze in
der Zentrale in Hirschbach verarbeitet. In Hordentrocknungsanlagen, die
in unmittelbarer Nähe der landwirtschaftlichen Betriebe als Einzel- oder
Gemeinschaftstrocknungsanlagen
geführt werden, werden die Frischpflanzen durch Trocknung konserviert.
Der hohe Qualitätsanspruch, die permanent steigenden Energiepreise und
der zunehmende Wettbewerb zwingen
die Landwirte ihre Trocknungsanlagen
zu optimieren. In der Ernteperiode 2012
wurden im Rahmen dieser Lehrgangsarbeit insgesamt vier unterschiedliche
Hordentrocknungssysteme hinsichtlich der Faktoren, die die Qualität und
Trocknungskosten bestimmen, untersucht. Aus den Daten des Fragebogens
wurden die Trocknungskosten je Tonne
Trockengut berechnet. Die ermittelten
Werte variieren zwischen € 352,8 und €
477,82 wobei die größte Trocknungsanlage mit € 374,10 den zweitniedrigsten
Wert erreicht hat.
Hinsichtlich der mikrobiologischen
Belastung wurde Krauseminze, Pfefferminze und Zitronenmelisse in Bezug
auf Schütthöhe des frischen Erntegutes,
Lüfterleistung und Transportdauer vom
Feld zur Trocknungsanlage betrachtet.
Dazu wurden die Analyseergebnisse
von insgesamt 50 Chargen herangezogen.
Aus den Analyseergebnissen konnte
abgeleitet werden, dass die Trocknungsanlage 3 mit Vortrockner eine
tendenziell höhere mikrobiologische
Belastung aufwies. Für die Trocknungsanlagen werden Optimierungsmaßnahmen vorgeschlagen und diskutiert.
Hierzu zählt unter anderem die Anpassung der Trocknungsparameter auf einzelne Kulturen, sowie die Optimierung
der technischen Ausstattung.
Da keine Analyseergebnisse von einer mikrobiellen Grundbelastung von
Frischpflanzen am Feld vorlagen, konnten keine Aussagen bezüglich Steigerung oder Verminderung der Belastung
während der Verarbeitungskette getätigt werden.
Karl Dirnberger,
Österreichische
Bergkräutergenossenschaft
Löwenzahn, Brennnessel, Bärlauch und Holunder
Wissen und Verwendung in Heilkunde und Küche
In den letzten zwei Jahrhunderten hat
sich die Bedeutung der Wildkräuter
stark verändert:
Mag.a Margit Ehrenmüller
Karin Müller
-
-
Im Bereich der Heilmittel wurde es möglich, einerseits Wirkstoffe zu
isolieren (wie zum Beispiel Chinin) bzw. etwas später dann Wirkstoffe
synthetisch herzustellen (wie z.B.
Acetylsalicylsäure = Aspirin) – die
tradierten Anwendungen der
Heilpflanzen verloren an Bedeutung.
an überliefertem Wissen an die jüngere Generation weiterzugeben? Oder
schlummern noch Kenntnisse über die
Zubereitung von Wildpflanzen und die
Herstellung von Heilmitteln in unseren
Mitmenschen?
Eine Online-Befragung sollte zu diesen
offenen Fragen die Antworten liefern.
Um ein umfassenderes Ergebnis zu
erhalten, haben sich die Autorinnen zu
zweit an die Erarbeitung dieses Themas
gemacht. Da sie sich auch vertiefend
mit den ausgewählten Pflanzen befassen wollten, haben sie sich auf insgesamt vier – Löwenzahn, Brennnessel,
Bärlauch und Holunder – beschränkt.
In der Ernährung erhielten die
Wildkräuter den Beigeschmack einer
„Not- und Armenspeise“; sie waren zwar zu Not- und Kriegszeiten sehr willkommen, wurden in guten Zeiten Der Link zum Fragenbogen wurde per
aber völlig abgelehnt und zum
Email an ca. 150 Verwandte, Bekann„Unkraut“ degradiert.
te und FreundInnen mit der Bitte um
Beantwortung und Weiterleitung verErst in den letzten 20 Jahren hat sich
schickt. Auf Grund des Schneeballsysnun die Wertschätzung der Wildpflantem konnte eine Gesamtanzahl von 598
zen wieder zum Positiven verändert –
vollständig beantworteten Frageböman besinnt sich wieder auf die ganzgen ausgewertet werden. Diese große
heitliche Wirkung und den besonderen Stichprobe erwies sich von der ZusamGeschmack der Wildpflanzen in den
mensetzung her als gutes Spiegelbild
Speisen. Der Trend „zurück zur Natur“
der Bevölkerung, abgesehen von der
ist allgegenwärtig, in Lifestyle MagaziGeschlechterverteilung. So waren nur
nen, Kochzeitschriften und Fernsehsen- knapp ein Fünftel der Befragten Mändungen wird vermehrt auf die Verwen- ner.
dung von Kräutern und Wildgemüse in
der Küche hingewiesen und sogar alte
Aus der Fragebogenerhebung konnte
Hausmittel sind wieder in aller Munde.
eine Reihe von interessanten Ergebnissen abgeleitet werden. Hier eine kleine
So war es nach einigen ÜberlegunAuswahl davon:
gen naheliegend zu untersuchen,
was unsere Mitmenschen noch über
Die Möglichkeit, diese 4 Pflanzen in der
Wildgemüse/-kräuter und HeilpflanKüche verwenden zu können, ist beinazen wissen und ob und wie sie diese
he allen Personen bekannt.
verwenden. Haben die Mütter und
Häufig verwendet werden allerdings
Großmütter von heute nichts mehr
nur Bärlauch und Holunder.
Ganz anders ist das Bild, wenn es um die Verwendung der 4 Pflanzen als Heilmittel
geht:
Aufschlussreich waren auch die Antworten auf die Frage, wie die Pflanzen, hier am
Beispiel Brennnessel in der Küche verwendet werden können:
Grafik: Wie verwenden Sie Brennnessel in der Küche?
In einem weiteren Beispiel geht es um den Einsatz des Holunders als Heilmittel:
Grafik: Bei welchen Beschwerden verwenden Sie Holunder als Heilmittel?
Es zeigte sich außerdem, dass das Wissen um die Verwendung der 4 Pflanzen
bei der Landbevölkerung höher ist als
bei den StadtbewohnerInnen, dass das
Wissen mit steigendem Alter zunimmt
und dass Personen mit Kindern mehr
über den Einsatz der 4 Pflanzen als Heil-
mittel wissen als kinderlose Personen.
Auch eine weitere Annahme ließ sich
sehr deutlich bestätigen: das Wissen
um die Verwendung der 4 Pflanzen in
der Küche und als Heilmittel wird überwiegend von Frauen (Mutter, Großmutter) weitergegeben:
Grafik: Rangliste der Wissensquellen bei Überlieferung Verwendung von Wildpflanzen als Heilmittel
Eine weitere Hypothese befasste sich
mit der Herkunft des Wissens: stammt
es aus Überlieferung, aus eigenem Interesse oder aus einer Kombination aus
beiden und gibt es dabei Unterschiede zwischen den Altersgruppen bzw.
zwischen den Einsatzgebieten? Es zeigt
sich, dass das Wissen der 35 - 50Jährigen am wenigstens aus der Überlieferung stammt, hier überwiegt das eigene Interesse. Bei den Unter-35-Jährigen
hingegen überwiegt die Überlieferung,
eigenes Interesse als Wissenslieferant
ist hier deutlich geringer vertreten als
bei den älteren Personen.
Als Wissensquellen bei eigenem Interesse werden (in dieser Reihenfolge)
Bücher, Zeitungen/Zeitschriften und
das Internet genutzt, dies gilt sowohl
für Nahrungs- als auch Heilmittel. Das
Interesse der drei Altersgruppen an
Informationsveranstaltungen ist eher
homogen, wobei Kochkurse und Workshops die Rangliste anführen.
In Summe sind die gewonnenen Ergebnisse sehr positiv: das Wissen um
die Verwendung der 4 Wildpflanzen in
der Küche und als Heilmittel ist unerwartet hoch, es wird auch praktisch
(und korrekt) angewendet - und es darf
auf einen Fortbestand dieses Wissens
gehofft werden.
Power Food aus Garten, Wiese und Wald –
Sekundäre Pflanzenstoffe in unserer Nahrung
Lebensmittel in Wald und Wiese zu
sammeln war über Jahrtausende ganz
selbstverständlich. Im Zuge des Sesshaft-Werdens begannen die Menschen
ihre Lebensmittel selber anzubauen
und in Folge der industriellen Revolution zogen viele Menschen in Städte
und hatten keine Möglichkeiten mehr,
selber Pflanzen zu kultivieren oder zu
sammeln.
Die Renaissance der Wildpflanzen und
des Sammelns hat in Europa längst
wieder begonnen. Wie oft konsumieren
wir Kräuter und Früchte – ob gekauft,
aus dem eigenen Garten oder selbst
gesammelt ohne jedoch genaueres
über deren Inhaltsstoffe, deren Wirkungen und Nebenwirkungen zu wissen. In
Zeiten der schnellen Küche bleibt der
kritische Blick oft auf der Strecke. Grund
genug, einmal wieder genauer hinzuschauen.
Lebensmittel setzen sich neben Wasser
aus Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen zusammen. Zusätzlich enthalten
Lebensmittel auch noch Mineralstoffe,
Vitamine und bioaktive Substanzen,
wie sekundäre Pflanzenstoffe und
Ballaststoffe. Die Kenntnisse über die
möglichen gesundheitsfördernden
Wirkungen verschiedenster sekundärer Pflanzenstoffe speziell solcher aus
Wildpflanzen, haben sich in den letzten
Jahren – bedingt durch effizientere
Nachweismethoden – sehr verbessert.
Sekundärstoffe in Pflanzen gehören
zu vielen verschiedenen chemischen
Gruppen und erfüllen daher auch verschiedenste Aufgaben im menschlichen
Körper. Im Gegensatz zu den primären
Pflanzenstoffen – Proteine, Fette und
Kohlenhydrate, einschließlich Ballast-
stoffe – kommen sie nur in sehr geringen Mengen vor. Täglich werden mit
einer gemischten Kost ca. 1,5 Gramm
davon aufgenommen. Zu diesen sekundären Pflanzenstoffen gehören u. a. die
Carotinoide, die sowohl in grünen als
auch rot-orangen Pflanzen enthalten
sind.
Grafik: Carotinoidgehalt von Wildkräutern und
-früchten.
Sekundäre Pflanzenstoffe sind in allen
pflanzlichen Lebensmitteln enthalten
und dazu gehören auch Wildkräuter
und Wildfrüchte.
Ob Wildspinat aus Garten-Sauerampfer
(Rumex acetosa L.) oder Guter Heinrich
(Chenopodium bonus-henricus L.),
Wildsalaten aus Löwenzahn (Taraxacum
officinale WIGG.) oder Vogelmiere (Stellaria media (L.) VILL.) oder Wildfrüchten
wie die Steinfrüchte des Holunders
(Sambucus nigra L.), die Sammelnussfrucht von Hagebutte (Rosa canina L.
und verwandte Arten) und Walderdbeere (Fragaria vesca L.), Wildpflanzen
können helfen den Speisezettel abwechslungsreicher zu gestalten, neue
Geschmackserlebnisse auf den Tisch zu
bringen und die Ernährung mit wert-
MEd Hildegard Flatz,
BSBZ Hohenems
vollen sekundären Pflanzenstoffen zu
ergänzen.
Am BSZB Hohenems (Bäuerliches Schulund Bildungszentrum für Vorarlberg)
wird versucht den SchülerInnen die
Verwendung und Verarbeitung von
Kräutern und Früchten näher zu bringen, die im Bauerngarten, den umliegenden Wiesen und von Sträuchern
und Bäumen geerntet werden. Neben
dem Einsatz in der Küche werden
Kräuter und Früchte auch veredelt. Aus
Kräutern werden Kräutersalze, –öle,
–essige, –sirupe, –liköre und Tees hergestellt. Blüten der Rose (Rosa canina
L. und verwandte Arten), der Kamille
(Matricaria recutita (L.) Rauschert) oder
Ringelblume (Calendula officinalis L.)
finden ebenfalls in Tees Verwendung,
sie kommen aber auch in Kosmetika
wie Cremen oder Salben in Einsatz.
Früchte werden zu Marmeladen, Gelees, Sorbets und auch Tees verarbeitet.
So können Kräuter und Früchte auch für
die Zeit, in der sie nicht frisch zur Verfügung stehen, haltbar gemacht werden.
Wenn die Haltbarmachung von Lebensmitteln auch nicht mehr zum Überleben gebraucht wird, dennoch kann
man überschüssige Lebensmittel aus
Garten, Wiese und Wald für den Winter
gut konservieren und auch einmal als
kleines Geschenk mitbringen.
Traditionelle Verwendung von Wild- und
Heilpflanzen im Katschtal
Durch eine Befragung von Zeitzeugen
soll das Erfahrungswissen über den Gebrauch von Heilpflanzen der Katschtaler
Bevölkerung dokumentiert werden.
Einleitung
Wie in einem botanischen Garten präsentieren sich im Katschtal die schönsten Alpenblumen.
Im Frühjahr nach der Schneeschmelze,
wenn die Hänge von Weitem immer
noch braun erscheinen, ist es immer
wieder eine Überraschung, welche blühende Farbenpracht schon die ersten
Insekten anlockt.
Von großer Bedeutung dafür ist extensiv bewirtschaftete Gebirgslandschaft
und das enge Nebeneinander von kalkigen und silikatigen Fels- und Schuttlebensräumen, Rasengesellschaften und
Buschvegetationen.
Bis in die 30er Jahre wurden die Hänge
der Sonnseite mit Sensen gemäht. Die
Bauernkinder mussten damals auf den
Mähdern bleiben bis die Arbeit getan
war und sie waren mit einem Sack
Polenta und einer Ziege, welche die
Milchversorgung sicherstellen sollte,
auf sich gestellt.
Frühlings-Küchenschelle Pulsatilla vernalis
Das Wissen um die Heilkraft der dort
beheimateten Pflanzen war damals von
großer Wichtigkeit, da die medizinische
Versorgung unzureichend war.
Ziel dieser Arbeit war, zu ermitteln,
inwieweit die Kenntnisse über die Heilwirkung der Pflanzen heutzutage noch
vorhanden sind.
Erhebungsmethoden
Der Pflanzenbestand des Vorderen
Pöllatales wurde anhand zahlreicher Begehungen erfasst. Geschützte Pflanzen
wurden mittels Fotobeleg bestimmt.
Für die botanische Zuordnung schwierig bestimmbarer Pflanzen wurde
ein Herbar angelegt. Es wurden nicht
nur die allgemein bekannten Alpenpflanzen,- sondern auch seltene und
geschützte bestimmt und deren traditionelle Anwendung als Heilpflanzen
beschrieben.
Als Interviewpartner wurden 16 Personen aus Rennweg im Alter zwischen 50
und 85 Jahren befragt. Die Fragestellung war: Wieviele Alpenblumen kennen heutzutage die Katschtaler noch?
Wer weiß über die Anwendung und
Heilwirkung Bescheid?
Insgesamt wurden 37 Blütenpflanzen, zwei Moose und Flechten, acht
Zwergsträucher und vier Nadelbäume
bearbeitet. Neben den Merkmalen der
einzelnen Arten wurde die Anwendung
in der Volksmedizin beschrieben.
Von den insgesamt 51 beschriebenen
Arten stehen 21 Arten unter Schutz.
Es hat sich gezeigt, dass die extensiv genutzten Lebensräume am artenreichsten sind. Im Gegensatz dazu findet man
auf den mehrmähdigen Wirtschaftswiesen nur mehr wenige, seltene Pflanzenarten mit einer Heilwirkung vor.
Anna Maria Hänggi
Ergebnisse, Zusammenfassende
Bewertungen
Wie die Befragung der Bevölkerung von
Rennweg ergab, ist das Wissen um die
Heilwirkung der dort vorkommenden
Pflanzen sehr gering. Nur mehr wenige BewohnerInnen verfügen über die
einst weit verbreiteten Kenntnisse der
medizinischen Wirkung von Heilpflanzen. Lediglich die bekannten Arten wie
Arnika, deren Wirkung als Wundheilmittel sowie des Enzians – meist in Form
von Schnaps bekannt sind- sind den
meisten EinwohnerInnen ein Begriff. Als
Hausmittel werden heute nur noch die
Preiselbeeren verwendet.
Es ist anzunehmen, dass nach dem
Krieg mit dem Aufschwung der Pharmaindustrie und der besseren medizinischen Versorgung auch in den entlegensten Gebieten das ursprüngliche
Wissen um die Heilkraft der Pflanzen
mehr oder weniger verschwand. Da
keine ursächliche Notwendigkeit mehr
vorhanden war, verlor auch die mündliche Überlieferung an Bedeutung. Nur
mehr wenige, vor allem alte Menschen
aus Rennweg wissen über diverse
Heilwirkungen von Pflanzen Bescheid.
Diese Bewohner legen Wert auf
Tradition, verbunden mit dem Wissen
aus der Natur.
Dieser Umstand – das sogenannte
Unwissen über die heilenden Kräfte
verschiedenster Alpenpflanzen - birgt
allerdings auch Vorteile für die vorhandene Flora. Da in unserer modernen
Gesellschaft wieder ein deutlicher Trend
zurück zur Natur erkennbar ist, erfreut
sich das Sammeln von Pflanzen zur
Herstellung von diversen Tees beziehungsweise Tinkturen wieder großer
Beliebtheit. Oft gehen die Sammler
sehr rücksichtslos und organisiert vor,
manche Pflanzen werden sogar mit
den Wurzeln ausgegraben. Aus Unwissenheit oder Ignoranz wird der Schutzstatus der Pflanzen dabei meist nicht
berücksichtigt.
Für die kommerzielle Nutzung des
Heilpotentials aus den Alpenpflanzen wird daher ein kultivierter Anbau
unumgänglich sein. So gibt bereits in
anderen Tälern etliche Kräutergärten,
die erfolgreich die gefragten Pflanzen
für Heilungszwecke kultivieren.
Neophyten mit anderen Augen betrachtet – Ihre erfreulichen, nützlichen und wertvollen Eigenschaften
In der letzten Zeit erweckten gebietsfremde Pflanzen vermehrt das Interesse
der breiten Öffentlichkeit. Eine Vielzahl
von Expert/innen und Naturinteressierte plädiert für Kontrollmaßnahmen und
das Zurückdrängen der Neophyten.
Die Bekämpfung der Einwanderer ist
jedoch ethisch, ökonomisch und auch
aus Sicht der Nachhaltigkeit fragwürdig.
Zudem wird in den Diskussionen zu dieser Thematik meist auf die erfreulichen,
nützlichen und wertvollen Eigenschaften von Neophyten vergessen.
Die Arbeit „Neophyten mit anderen
Augen betrachtet - Ihre erfreulichen,
nützlichen und wertvollen Eigenschaften“ zeigt Möglichkeiten auf, wie ausgewählte in Österreich vorkommende
Neophyten genutzt werden können
und soll damit einen Beitrag dazu
Mit E. nuttallii gemulchte Hochbeetanlage
Mit E. nuttallii gemulchte Hochbeetanlage
leisten, diesen Pflanzen entspannter
gegenüberzutreten.
Versuche
Im Rahmen von Versuchen wurde die
Nutall-Wasserpest (Elodea nuttallii) als
Mulchmaterial, der Japanische Staudenknöterich (Fallopia japonica) für
die Herstellung von fermentiertem Tee
und als Weide-Futterpflanze, RiesenBärenklau- (Heracleum mantegazzianum-) Jauche als Schädlingsbekämpfungsmittel gegen Blattläuse und die
Riesen-Goldrute (Solidago gigantea) für
die Herstellung eines Getränkesirups
verwendet.
Die vorliegende Arbeit zeigt, dass E.
nuttallii zahlreiche Vorteile gegenüber den üblicherweise verwendeten
Mulchmaterialien aufweist. Durch die
Fermentierung der Blätter von F. japonica und anschließende Verwendung als
Teedroge konnte ein außergewöhnlich
und angenehm schmeckendes Getränk
hergestellt werden. Außerdem konnte gezeigt werden, dass zumindest
bestimmte Rinder- und Schafrassen F.
japonica gerne als Futter auf der Weide
annehmen.
Die mit H. mantegazzianum-Blättern
bereitete Pflanzenjauche führte bei der
Nutzung als biologisches Spritzmittel
gegen Blattläuse zum gewünschten
Absterben der Insekten.
Das Experiment zur Herstellung eines
Sirups aus S. gigantea-Blütenständen
ergab ein geschmacklich ansprechendes Getränk.
Mag.a Irmgard Ilg,
Krameterhof, Lungau
Annäherung wagen
Durch die Neophytenaufkommen in
Mitteleuropa besteht kein Grund zur
Panik, aber auch nicht zur Sorglosigkeit.
Ziel sollte es sein, auf florendynamische
Vorgänge weder überzureagieren, noch
bei sich abzeichnenden Problemen
verantwortungslos untätig zu sein. Aufgrund der geringen Wahrscheinlichkeit,
die Einwanderer großflächig zurückdrängen zu können, scheint es jedoch
sinnvoll, Wege zu finden, sich mit ihnen
vertraut zu machen, den Versuch einer
Annäherung zu wagen und den Einwanderern etwas entspannter gegenüber zu treten. Dazu kann es dienlich
sein, Möglichkeiten zu finden, wie Neophyten vom Menschen genutzt werden
können. Die vorliegende Arbeit zeigt,
dass zahlreiche Nutzungsmöglichkeiten
für Neophyten bekannt sind und zudem ein großes Potenzial in noch nicht
erprobten Verwendungsmöglichkeiten
liegt. Diesbezügliche Forschungen und
kreative Eigeninitiative der Bevölkerung
wären wünschenswert.
Wie wirken Pflanzengrün und grünes Blattgemüse,
ob von Wildpflanzen oder Kulturpflanzen, auf das
Wohlbefinden und die Gesundheit des Menschen?
Menschen in der heutigen Zeit sind
von viele Umweltbelastungen und
Stressfaktoren umgeben. In der Natur,
in den Pflanzen und in deren Wachstumsprodukten können Personen
energiereiche Unterstützung finden.
Tiere in der Wildnis leiden nicht an chronischen degenerativen Krankheiten wie
Krebs, Herz-Kreislauf-Krankheiten oder
Alzheimer-Demenz. Bei Tieren sehen
wir das Alter nicht, lediglich kurz bevor
sie sterben. Was machen Tiere anders?
Warum ist das so? Das Grün der Wildpflanzen, von dem sich der Großteil der
Wildtiere ernährt, enthält offensichtlich
alle notwendigen Inhaltsstoffe für eine
ausgewogene und gesunde Ernährung.
Enthält das Grün auch alle notwendigen Nahrungsinhaltsstoffe für den Menschen? Welche Bedeutung haben das
Pflanzengrün, die Fotosynthese und die
Biophotonen für unser Wohlbefinden
und unsere Ernährung?
Offensichtlich haben Millionen Jahre
gemeinsamen Lebens von Pflanzen,
Menschen und Tieren auf unserem
Planeten dazu geführt, dass Pflanzen,
Menschen und Tiere eine stark symbiotische Verbindung eingegangen sind
und sie nahezu abhängig voneinander
sind. Der Blattfarbstoff, das Chlorophyll
ist in seiner Struktur dem Hämoglobin
des menschlichen Blutes außerordentlich ähnlich. Die Chloroplasten, das sind
die Farbplättchen mit Chlorophyllmolekülen, sehen ähnlich aus wie die Stäbchenzellen der Netzhaut in den Augen
des Menschen. Sowohl der Mensch,
als auch die Pflanze haben „Säfte“ die
unter anderem für den Transport der
Nährstoffe zuständig sind. Wir besitzen
Augen, die Pflanzen Chloroplasten. Wir
haben ein Nervensystem und Drüsen,
auch Pflanzen haben ihre Methoden,
um Wachstum oder die Fortpflanzung
zu steuern. Wir haben Muskeln, um
etwas zu tragen oder uns zu bewegen, die Pflanze hat die Fähigkeit, die
Flüssigkeit oft mehrere Meter hoch zu
pumpen. Wir haben einen Repariermechanismus eingebaut im Körper. Auch
die Pflanze kann kranke Teile bis zu einem gewissen Grad selbst regenerieren.
Nach dieser Betrachtung können wir
feststellen, dass es nicht nur Symbiosen
zwischen Menschen und Pflanzen gibt,
sondern dass sie sogar miteinander
verwandt sind.
Pflanzengrün und grünes Blattgemüse,
ob von Wildpflanzen oder Kulturpflanzen wirken nicht nur über ihre nachweislichen Inhaltsstoffe wie Eiweiß,
Vitamine, Mineralien und Enzyme auf
die Gesundheit und das Wohlbefinden
der Menschen, sondern vielmehr auch
durch den Informationsgehalt, der an
die Biophotonen gebunden ist. Die
Sonnenstrahlung wird in Form von
Biophotonen vom Chlorophyll wie ein
Schwamm aufgesaugt und wenn der
Mensch chlorophyllhältige Nahrung zu
sich nimmt, nährt er sich mit Biophotonen, kleinen Lichtquanten. Diese in
den Pflanzen gespeicherte und äußerst
wertvolle Lichtenergie unterstützt den
Körper in vielen lebenserhaltenden
Vorgängen.
Grünes Gemüse ist nicht nur wegen seines Kalzium- und Magnesiumgehalts so
wichtig, sondern weil es auch das grüne
Pigment Chlorophyll enthält.
Durch meine Erfahrungen mit der
Elisabeth Keimelmayr,
Psychotherapeutin,
Supervisorin und Coach,
Kräuterpädagogin, Natur
und Landschaftsführerin
Ernährung mit Blattgrün in größeren
Mengen kann ich bestätigen, dass sich
das Wohlbefinden und auch die Gesundheit dadurch verbessern können.
Es ist wichtig, dass der Mensch lernt,
seine Sinne, die er für die Ernährung
braucht wieder mehr zu schärfen und
seinen Ernährungsinstinkt wieder zu
entdecken, denn jeder Mensch hat die
Fähigkeit zur Homöostase, zur Selbstregulierung und dadurch seine Ernährung individuell zu verbessern und
gesunde Nahrung zu mögen.
Will der Mensch von den Tieren in der
Wildnis und vor allem den Schimpansen lernen, dann könnte er es mit den
folgenden Verhaltensvorschlägen
versuchen:
· Mehr als die Hälfte der Ernährung
sollte Blattgrün sein, das sowohl alle für
den Menschen lebensnotwendige Inhaltstoffe als auch ausreichend Biophotonen enthält.
- Essen Sie nie unter Streß. Nehmen sie sich Zeit zum Essen und kauen sie gut.
- Verbringen sie viel Zeit in der Natur und an der Sonne.
- Halten sie Ruhephasen ein.
- Seien sie aktiv und machen sie Sport.
- Speisen nie am späten Nachmittag oder am Abend.
Nach der Auseinandersetzung mit dem
Thema sind das aus meiner Sicht wesentliche Gründe für das Wohlbefinden
und die Gesundheit dieser Tiere, die
genetisch betrachtet zu 99,4% mit den
Menschen identisch sind.
Das Grün des Lichts befindet sich im
Mittelpunkt des Farbspektrums und es
ist daher eine neutrale Farbe. Gott hat
die Wunder der Natur hauptsächlich
in der grünen Farbe hervorgebracht.
Eindrucksvoll wird dem Menschen
dadurch der „Mittelweg“ demonstriert,
der Ausgleich zwischen zwei Polen, die
Harmonie, die wir Menschen hier auf
dieser Erde suchen. Wie würde unser
Leben ablaufen, wenn alles in Rot, der
Farbe des Kriegergottes Mars, gestaltet
wäre? Es ist wissenschaftlich erwiesen,
dass Pflanzengrün und grünes Blattgemüse die Gesundheit und auch das
Wohlbefinden des Menschen wesentlich unterstützen und ein wichtiges und
besonderes Element in der Ernährung
sind. Aufgrund meiner Recherchen bin
ich zu der Erkenntnis gekommen, dass
Pflanzengrün und grünes Blattgemüse
auf verschiedenste Arten auf die Gesundheit und das Wohlbefinden des
Menschen wirken und daher existentiell
für unser Leben sind.
ElisabethKeimelmayr,Psychotherapeutin,Supervisorinu.Coach,Kräuterpädagogin,N
Landschaftsführerin
Die Bedeutung von Acker- und Stufenrainen aus
naturschutzfachlicher und volksmedizinischer Sicht
und der Beitrag einer kombinierten
Sichtweise
zumDurch das
zwischen
zwischen „Volksmedizin“
„Volksmedizin“ und
und „Naturschutz“
„Naturschutz“ vorgestellt:
vorgestellt: Durch
das verstärkt
verstärkt
aufkommende
Interesse
an nutzbaren
nutzbaren Wildpflanzen
Wildpflanzen werden
werden zahlreiche
zahlreiche
Interesse
an
Erhalt dieser Strukturen aufkommende
in unserer
Kulturlandschaft.
Veranstaltungen zum
zum Thema
Thema „Kräuter
„Kräuter und
und Volksmedizin“
Volksmedizin“ angeboten.
angeboten. Im
Im Zuge
Zuge der
der
Veranstaltungen
Begehungen
Begehungen ist
ist nun
nun an
an bestimmten
bestimmten AckerAcker- und
und Stufenrainen
Stufenrainen nicht
nicht nur
nur über
über
Volksmedizin und
und die
die dort
dort vorkommenden
vorkommenden Heilkräuter
Heilkräuter und
und deren
deren Nutzung,
Nutzung, sondern
sondern
Volksmedizin
Die europäische Volksmedizin ist Teil
kommende Interesse an nutzbaren
auch über
über Naturschutz,
Naturschutz, die
die gesetzlichen
gesetzlichen Sammelgrundlagen,
Sammelgrundlagen, über
über
auch
unserer Kulturgeschichte. Diese findet
Wildpflanzen werden zahlreiche Ververantwortungsbewusstes
Verhalten
und
die
besondere
Bedeutung
Verhalten und die besondere Bedeutung von
von Strukturen
Strukturen
auch als Kriterium „Landschaftsbild“ verantwortungsbewusstes
anstaltungen zum
Thema „Kräuter und
a
wie AckerAcker- und
und Stufenrainen
Stufenrainen zu
zu sprechen.
sprechen. Dabei
Dabei ist
ist auch
auch die
die Rolle
Rolle der
derMag.
Pflege
als
wie
Pflege
als
Angelika
Kirtz,
Eingang in die naturschutzfachliche Be- Volksmedizin“ angeboten. Im Zuge der
Garant für
für den
den Erhalt
Erhalt dieser
dieser Strukturen
Strukturen hervorzuheben.
hervorzuheben. Ein
Ein Beitrag
Beitrag der
der
Einnahmen
Amt
der NÖ
Garant
Einnahmen
trachtung. Die für Heilzwecke genutzBegehungen ist nun an bestimmten
Landesregierung
aus
die Pflegearbeit
am
aus den
den Veranstaltungen
Veranstaltungen sollte
sollte dafür
dafür verwendet
verwendet werden,
werden, um
ten Pflanzen wurden früher oft auch auf Ackerund Stufenrainen
nicht nur
überum die Pflegearbeit am
Standort zu
zu entschädigen.
entschädigen. Auf
Auf diese
diese Weise
Weise bekommen
bekommen diese
diese Strukturen
Strukturen wieder
wieder
Kleinstrukturen wie Acker- und Stufen-Standort
Volksmedizin
und die
dort vorkommeneinen „extensiven
„extensiven Nutzen“,
Nutzen“, und
und ein
ein Erhalt
Erhalt derselben
derselben ist
ist kleinräumig
kleinräumig möglich.
möglich.
einen
raine der traditionellen Kulturlandschaft
gesammelt. Diese stellen aber immer
wieder auch Standorte für naturschutzfachlich wertvolle Pflanzenarten dar,
sind Habitate für viele Tierarten und
haben Vernetzungsfunktion.
Da Stufenraine auf engstem Raum und
durch entsprechende Pflege oft unterschiedliche Standortbedingungen
aufweisen, ist eine hohe Diversität an
Stufenrain
bei
Baumgarten
Foto:
Kirtz
Pflanzenarten möglich. In den letzten Stufenrain
Stufenrain bei
bei Baumgarten
Baumgarten (Quelle:
(Quelle: eigene
eigene Darstellung;
Darstellung; Datum:
Datum: 29.
29. 5.
5. 2012)
2012)
Jahrzehnten wurden häufig durch
Intensivierung der Landwirtschaft diese
Strukturen verdrängt. Dies ist ein Problem, dass sowohl Volksmedizin als auch
Naturschutz beschäftigt: Die Pflege und
der Erhalt der Acker- und Stufenraine
durch die Landwirte bzw. die Landwirtinnen ist einen wesentlicher Beitrag
zum Erhalt der Kulturlandschaft und der
entsprechenden Habitate der Pflanzen.
Stufenrain
bei (Quelle:
Großrust
Kirtz
bei
eigene
Datum
3.
Um das Vorkommen von volksmedi- Stufenrain
Stufenrain
bei Großrust
Großrust
(Quelle:
eigene Darstellung;
Darstellung;Foto:
Datum
3. 6.
6. 2012)
2012)
zinisch und naturschutzfachlich wertvollen Arten auf demselben Standort
zu veranschaulichen, wurden in dieser
Arbeit drei Stufenraine betrachtet, die
naturschutzfachliche und volksmedizinische Bedeutung der dort vorkommenden Pflanzenarten dargestellt und
eine mögliche Kooperation zwischen
„Volksmedizin“ und „Naturschutz“
Stufenrain bei Hirschbach im Mühlkreis
Stufenrain bei Hirschbach im Mühlkreis (Quelle: eigene Darstellung; Datum: 20. 5. 2012)
vorgestellt: Durch das verstärkt aufFoto: Kirtz
den Heilkräuter und deren Nutzung,
sondern auch über Naturschutz, die
gesetzlichen Sammelgrundlagen, über
verantwortungsbewusstes Verhalten
und die besondere Bedeutung von
Strukturen wie Acker- und Stufenrainen
zu sprechen. Dabei ist auch die Rolle
der Pflege als Garant für den Erhalt
dieser Strukturen hervorzuheben. Ein
Beitrag der Einnahmen aus den Veranstaltungen sollte dafür verwendet
werden, um die Pflegearbeit am Standort zu entschädigen. Auf diese Weise
bekommen diese Strukturen wieder einen „extensiven Nutzen“, und ein Erhalt
derselben ist kleinräumig möglich.
Einsatz von traditionellen Wildpflanzen und
Kräutern aus der Genuss Region Mühlviertler
Bergkräuter in der Volksheilkunde und in der Küche
„Double, double toil and trouble
Fire burn and cauldron bubble...“
(Zitat aus Macbeth, 4. Akt von W. Shakespeare)
Was wäre wohl eine Welt ohne Kräuter?
Ohne die herrlichen Düfte und Aromen,
die verschwenderische Farbenpracht
das ganze Jahr hindurch, ohne die
versteckten Heilkräfte, die wir so oft
und häufig ganz unbewusst für unser
Wohlbefinden nutzen. Viel zu selbstverständlich verwenden wir Pflanzen,
Kräuter und Gewürze in der täglichen
Küche oder in der Hausapotheke. Ohne
lange darüber nachzudenken, geben
wir Kümmel zum Kraut, trinken Holunderblütentee, wenn wir erkältet sind
oder bereiten im Frühling einen wohlschmeckenden Brennnesselspinat zu.
Wenn wir allerdings gefragt werden,
warum wir das so machen oder woher
wir das wissen, ist häufig die einzige
Antwort: „Das war schon immer so!“
Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht,
genau dieses „das war schon immer so“
zu bewahren und zu hüten wie einen
Schatz. Diesem intuitiven Wissen, das
von Generation zu Generation weitergegeben wurde, sind wir auf den Grund
gegangen und haben es zu Papier
gebracht. Und natürlich haben wir es
auf die gleiche Art und Weise aufgeschrieben, wie bereits unsere Vorfahren
ihr Wissen weitergegeben haben. Wir
suchten die praktische Anwendung,
fanden einzigartige, für die Genuss Region Mühlviertler Bergkräuter traditionelle Genuss-Rezepte, erfuhren so manchen praktischen Hinweis, bereiteten
Einreibungen und Tinkturen und nicht
zuletzt, erzählten zu Tränen rührende,
lustige, gruslige und vor allem weise
Märchen, genauso wie es schon unsere
Großmütter gemacht haben.
Deswegen finden Sie in diesem Nachschlagewerk für Groß und Klein Geschichten zum Lesen und Vorlesen,
genussvolle Rezepte zum Nachkochen,
viel Wissenswertes zum Thema Volksmedizin und viele Tipps und Tricks zum
Ausprobieren, Nachmachen und auch
zum Schmunzeln.
Bei unseren Befragungen ergaben sich
einige, für die Genuss Region Mühlviertler Bergkräuter typische Wildkräuter und Pflanzen. Die 6 am häufigsten
Genannten haben wir hinsichtlich
Volksmedizin und Kulinarik genauer
Christine Leitner,
Österreichische Bergkräutergenossenschaft
DIin Margit SteinmetzTomala, Genussland
Marketing Oberösterreich
beleuchtet und familientauglich aufgearbeitet. So gibt es zu jeder Pflanze einen wissenschaftlichen Steckbrief, eine
Beschreibung der volksmedizinischen
Anwendung und der Anwendung in der
Küche und eine didaktische AufbereiPflanze
tung, die einen Pflanzensteckbrief, ein
Märchen, ein Genuss-Rezept und Tipps
und Tricks enthält. In der nachfolgenden Tabelle erhält man einen kurzen
Überblick über unsere Ergebnisse:
typische Anwendung
in der Volksmedizin
als
Übereinstimmungen
in der Küche
als
Brennnessel
entgiftend, entschlackend, kräftigend
Vitamin C- und Eisen
Lieferant
Holler
schweißtreibend bei
Erkältungskrankheiten
Genussmittel aufgrund
seines typischen Geschmackes
Kren
verdauungsfördernd;
gegen Husten und
Schnupfen
Schärfe-Lieferant
Kümmel
blähungstreibend,
krampflösend, beruhigend
Zu fetten Speisen blähungstreibend, verdauungsfördernd
in beiden Anwendungsgebieten
blähungstreibend
Quendel
Katharre der oberen
Luftwege, gegen Erschöpfung, verdauungsfördernd
Verdauungsfödernd,
appetitanregend;
Gewürzmittel
in beiden Anwendungsgebieten verdauungsfördernd
Wermut
Appetitanregend,
verdauungsfördernd,
Stärkungsmittel bei
Erkältungen
Verdauungsfördernd
in beiden Anwendungsgebieten verdauungsfördernd
Tabelle 1: Zusammenfassung der Ergebnisse
Die Bedeutung von Kräutern in der Rinderhaltung
anhand von Erfahrungsberichten OÖ Biobäuerinnen
und Biobauern
Unsere Kulturlandschaft entstand durch
die menschliche Bewirtschaftung. Die
in der ursprünglichen Landwirtschaft
übliche Wiesennutzung erfolgte extensiv und mit wenig maschinellem
Aufwand. Je nach Lage und Bewirtschaftungsintensität bildeten sich unterschiedliche Wiesentypen mit charakteristischen Gräsern und Kräutern aus.
Die Intensivierung und Mechanisierung
der Landwirtschaft führte seit Mitte des
letzten Jahrhunderts dazu, dass heute
überwiegend intensivere Grünlandnutzung mit häufigerer Mahd und Silagebereitung das Bild der Grünlandwirtschaft prägt. Eine nicht unbedenkliche
Entwicklung, denn in diesen intensiver
bewirtschafteten Wiesen finden nur
mehr wenige Pflanzen und Tiere ihren
Lebensraum. Es kommt zu einer Artenverarmung. Daraus lassen sich negative
Auswirkungen auf die Tiergesundheit
und Lebensmittelqualität ableiten.
Wissenschaftliche Untersuchungen und
Forschungsergebnisse zur positiven
Wirkung von kräuterreichen Wiesen
und Weiden auf die Tiergesundheit
fehlen. Auch Fachliteratur ist wenig
vorhanden. Daher können nur Erfahrungsberichte von Landwirtinnen und
Landwirten und allenfalls landwirtschaftlichen Beratungskräften zur Beurteilung herangezogen werden.
Nutzen der Kräuter und Gräser in der
Wiese
Gräser haben in der Wiese eine wichtige
Funktion. Sie sind ertragreich, können
verlustarm geerntet werden und versorgen das Vieh mit Energie. Klee und
Kräuter sind reich an wichtigen Nähr-
und Mineralstoffen sowie an vielen anderen Wirkstoffen. Ein ökologisch und
ökonomisch wertvolles Grünland weist
einen ausgewogenen Anteil an Gräsern,
Leguminosen und Kräutern auf. Wichtig
ist, dass die Kräuter zum Blühen kommen und als Nahrungsquelle für Bienen
und andere Blütenbesucher zur Verfügung stehen.
Nicht nur Nutztiere profitieren vom
artenreichen Grünland. Die heimischen
Wildtiere benötigen für die Entwicklung
eines gesunden Bestandes eine ausreichende Versorgung mit Nähr- und
Vitalstoffen, wie sie in kräuterreichen
Wiesen gewährleistet wird. Wildbiologen erkennen einen direkten Zusammenhang zwischen dem Rückgang
einzelner Wildtierbestände und der
Artenverarmung von intensiv genutzten landwirtschaftlichen Flächen.
Die Biobäuerinnen und Biobauern
und ihre Kräuterwiesen
Im Biolandbau wird besonderer Wert
auf eine naturverträgliche Wirtschaftsweise unter Berücksichtigung von
ökonomischen Erfordernissen gelegt.
Auch die Erwartung der Konsument/
innen an biologische Erzeugnisse spielt
eine große Rolle in der Produktion. Bei
der Befragung von insgesamt sieben
Biobäuerinnen und Biobauern aus
Oberösterreich und dem benachbarten
Deutschland zeichnete sich deutlich ab,
dass eine kräuterreiche Futtergrundlage die Tiergesundheit fördert und die
wahrnehmbare Qualität der tierischen
Erzeugnisse steigert. Durch die hohe
Qualität des Grundfutters kommt es
zu einer Reduktion von Kraftfutter,
Waltraud Müller,
BIO AUSTRIA OÖ
Futterzusätzen wie Mineralstoffen und
Tierarztkosten. Das erhöht den wirtschaftlichen Erfolg des Betriebes was in
einer Zeit des sogenannten „Bauernsterbens“ nicht unerheblich ist. Vor allem
der Verfütterung von kräuterreichem
Qualitätsheu kommt große Bedeutung
zu. Bei kräuterarmem Heu von Fettwiesen hat sich die Beimengung von Kräutern von Magerwiesen bewährt. Für
Betriebe, die über keine artenreichen
Wiesen verfügen, besteht die Möglichkeit, Felder mit kräuterreichen Feldfuttermischungen oder einer speziellen
Würzfuttermischung anzulegen. Diese
Mischungen können individuell für den
Betrieb zusammengestellt oder bereits fertig gemischt im Saatguthandel
bezogen werden, z. B. die Luftensteiner
Mischung.
Claudia Reisigl, Akademische Expertin für Gartentherapie, Behindertenbetreuerin
Umstellung eines landwirtschaftlichen Betriebes auf
Kräuteranbau
bei der Firma Assist - Grünwerkstatt
Ein landwirtschaftlicher Betrieb am
tung in Tees, als Gewürze, Süßwaren,
Mondsee (20 ha 64 a 72 m² Grünland
Kosmetik oder zu Heilzwecken. Der Aninkl. 10 Hektar Wald) hauptsächlich in
bau von getrockneten Kräutern erfolgt
südlicher
Hanglage soll auf
Kräuterüblicherweise im Vertragsanbau. Viele
Umstellung
eines landwirtschaftlichen
Betriebs
auf Kräuteranbau
produktion
umgestellt
der
Ein landwirtschaftlicher
Betrieb
am Mondsee werden,
(20 ha 64 a wobei
72 m² Grünland
inkl.Biobetriebe befinden sich in den
10 Hektar diese
Wald) hauptsächlich
in südlicher als
Hanglage
soll auf Kräuterproduktion
Lehrgangsarbeit
Grundlage
Bergzonen.
umgestellt werden, die Grundlage dazu ist die Lehrgangsarbeit.
dafür dienen soll.
Der Anbau von geschnitten Frischkräutern wird, abgesehen vom Anbau für
die Direktvermarktung, von hochspezialisierten Betrieben durchgeführt. An
Bedeutung gewonnen hat in den letzten Jahren der Anbau von Topfkräutern.
Bio-Landbau in Oberösterreich
Mit 31.12.2011 gab es in Oberösterreich
4.083 Bio-Betriebe. Davon sind ca. 2.470
Bio-Betriebe im größten Bio-Verband
BIO AUSTRIA OÖ Mitglied.
Die Entwicklung der Bio-Betriebe in
Grundsätzlich
kann
gesagt
werden,
dass
die
Heilund
Gewürzpflanzen
einen
Grundsätzlich kann gesagt werden,
Oberösterreich
ist nach wie vor positiv.
Nischenplatz
in
der
landwirtschaftlichen
und
gartenbaulichen
Produktion
einnehmen.
dass die Heil- und Gewürzpflanzen ei2012 gab es auf Grund des EinstiegsFür Betriebe mit freien Arbeitskapazitäten, sehr viel Freude an neuen und oft nicht
nen Nischenplatz in der landwirtschaft- stopps im ÖPUL kaum Zuwächse, es
sehr gut bekannten Pflanzen und viel Mut zum Experimentieren und Improvisieren,
lichen und gartenbaulichen Produktion kamen nur vereinzelte Betriebe dazu.
bieten sie ein interessantes Standbein und eine Marktnische, in der durchaus
einnehmen.
blieb die Bilanz zwischen
Absatzchancen
bestehen. Denn das vielfältige Thema rund um „Kräuter“ Trotzdem
boomt
Für Betriebe mit freien ArbeitskapaziNeuzugängen im Bio-Landbau und
täten, sehr viel Freude an neuen und
Abgängen durch den Strukturwandel
oft nicht sehr gut bekannten Pflanzen
positiv.
und viel Mut zum Experimentieren und
Improvisieren, bieten sie ein interessan- Aufteilung von Acker/Grünland im
tes Standbein und eine Marktnische, in
Bio-Landbau Oberösterreich: Von den
der durchaus Absatzchancen bestehen. 36.223 landwirtschaftlichen Betrieben
Denn das vielfältige Thema rund um
in Oberösterreich wirtschaften ca. 4.083
„Kräuter“ boomt derzeit regelrecht. Der biologisch (ca. 11.3%), sie haben einen
aktuelle Gesundheits- und Wellnessge- Anteil an der landwirtschaftlichen Nutzdanke „Zurück zur Natur“, spiegelt sich
fläche von ca. 12,4%. Von etwa 72.781
darin wieder.
ha landwirtschaftlicher Nutzfläche,
die biologisch bewirtschaftet werden,
Wirtschaftliche Bedeutung des Kräuverteilen sich etwa 38% auf Bio-Ackerteranbaus in Österreich
fläche und rund 62% auf Bio-Grünland.
Der Biokräuteranbau ist arbeitsintensiv.
Der größte Anteil umfasst den Anbau
von getrockneten Kräutern zur Verwer-
Claudia Reisigl,
Assist-Grünwerkstatt
Aufteilung der Bio-Betriebe in den
Bezirken
Absoluter Spitzenreiter bei den Bezirken in Sachen Bio-Betriebe ist Freistadt
(21,1% der Bio-Betriebe in OÖ), das
gemeinsam mit den anderen Bezirken
des Mühlviertels eine Top-Bio-Region
bildet (Rohrbach 15%, Urfahr 10% und
Perg 6,7%).
Mehr als die Hälfte der Bio-Bauern sind
im Mühlviertel zu Hause. 52,4% aller
landwirtschaftlichen Bio-Betriebe in
Oberösterreich und 47 Betriebe, die
Urlaub am Bio-Bauernhof anbieten,
befinden sich in der Bio-Region Mühlviertel (d.h. rund 27% aller landwirtschaftlichen Betriebe im Mühlviertel
sind Bio-Betriebe).
viertler Bergkräutergenossenschaft,
die ihre Tees und Gewürze ausschließlich biologisch erzeugt. Bio-Brot, BioMilchprodukte und Bio-Bier aus dem
Mühlviertel sind weit über die Grenzen
hinaus bekannt. Ebenso befinden sich
noch zahlreiche Bio-Betriebe in den Bezirken Vöcklabruck (8,3%), Steyr (6,3%)
und Braunau (6,1%).
Mit je 1,7% Anteil an den Betrieben sind
Linz und Wels Schlusslichter.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Chancen und Risiken beim
Anbau von Heil- und Gewürzpflanzen
beide schwer in der Waagschale liegen
und im Vorfeld gut durchdacht werden
müssen. So verlockend die Erfolgsaussichten sind, so hoch sind auch die
Durch die hohe Dichte an Produzenten Risiken. Wer den Einstieg in den Anbau
dieser
verarbeiten
auch
viele
GewerbebetrieMehr als die Hälfte
der Bio-Bauern
sind
im Mühlviertel
zu Hause. 52,4%
aller Kulturen wagt, hat Aussicht auf
höhere
beBio-Betriebe
Bio-Produkte.
Allen voran
Sonnberg
landwirtschaftlichen
in Oberösterreich
und 47
Betriebe, die Urlaub
am Flächenproduktivität und einen
hohen
Bio-Fleisch,
Bio-Bauernhof anbieten,
befinden Oberösterreichs
sich in der Bio-Regioneinziger
Mühlviertel (d.h. rund
27% Markterlös. Auf der anderen
Seite sollte man sich darüber im Klaren
100%Betriebe
Bio-Fleischer
sowie
die Mühlaller landwirtschaftlichen
im Mühlviertel
sind Bio-Betriebe).
sein, dass trotz guter Voraussetzungen
immer etwas schief gehen kann und die

Ertragserwartungen durch Krankheiten,

Trockenheit oder Qualitätseinbußen


stark gedämpft werden können. Ausge

stattet mit persönlichem Engagement,

den richtigen klimatischen und standortbedingten Voraussetzungen und


einem Abnehmer an der Hand, stehen
die Zeichen gut für eine erfolgreiche
Zukunft!
Durch die hohe Dichte an Produzenten verarbeiten auch viele Gewerbebetriebe BioProdukte. Allen voran Sonnberg Bio-Fleisch, Oberösterreichs einziger 100% BioFleischer sowie die Mühlviertler Bergkräutergenossenschaft, die ihre Tees und
Gewürze ausschließlich biologisch erzeugt. Bio-Brot, Bio-Milchprodukte und Bio-Bier
aus dem Mühlviertel sind weit über die Grenzen hinaus bekannt. Ebenso befinden
sich noch zahlreiche Bio-Betriebe in den Bezirken Vöcklabruck (8,3%), Steyr (6,3%)
und Braunau (6,1%).
Mit je 1,7% Anteil an den Betrieben sind Linz und Wels Schlusslichter.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Chancen und Risiken beim Anbau
von Heil- und Gewürzpflanzen beide schwer in der Waagschale liegen und im
Vorfeld gut durchdacht werden müssen. So verlockend die Erfolgsaussichten, so
hoch die Risiken. Wer den Einstieg in den Anbau dieser Kulturen wagt, hat Aussicht
auf höhere Flächenproduktivität und einen hohen Markterlös. Auf der anderen Seite
sollte man sich darüber im Klaren sein, dass trotz guter Voraussetzungen immer
etwas schief gehen kann und die Ertragserwartungen durch Krankheiten,
Trockenheit oder Qualitätseinbußen stark gedämpft werden können. Ausgestattet mit
persönlichem Engagement, den richtigen klimatischen und standortbedingten
Voraussetzungen und einem Abnehmer an der Hand, stehen die Zeichen gut für eine
erfolgreiche Zukunft!
Superfrucht Granatapfel
Kultivierung, Verarbeitung, Inhaltsstoffe und
Anwendung in der Pharmazie
„Genuss und Freude am Essen sind integrale Bestandteile einer
gesundheitsfördernden Ernährung.
Je natürlicher ein Lebensmittel ist, desto mehr Kraft steckt darin.“
„Leitspruch Obsthof Retter“
Die Powerfrucht Granatapfel wird weltweit immer bekannter und beliebter.
Nahezu monatlich werden neue Studienergebnisse veröffentlicht und vorgestellt. Der Absatz der Granatäpfel hat
sich in den letzten 10 Jahren vervierfacht. Der Anbau konnte im gleichen
Zeitraum trotz intensiver Anbau-Ausweitungen allerdings nur verdoppelt werden. In Westeuropa hat der
Granatapfel von England ausgehend
inzwischen alle gut sortierten Obstabteilungen in sämtlichen EU-Ländern
als fixer Bestandteil erobert. Aufgrund
der häufigen Berichterstattung rund
um den Granatapfel und um Granatapfelprodukte verliert man als Laie leicht
den Überblick und die Unterscheidung
zwischen seriösen und unseriösen
Berichten ist nicht immer ganz einfach.
In der vorliegenden Arbeit wurden die
wichtigsten Studien und Veröffentlichungen in Bezug auf den Granatapfel
näher betrachtet und analysiert. Die
Berichte rund um die Polyphenole, auch
als Vitamine des 21 Jahrhunderts bekannt, bilden dabei den Schwerpunkt
dieser Betrachtungen.
Die vorliegende Lehrgangsarbeit entstand im Zeitraum von März 2011 bis
Jänner 2013, im Zuge meiner Teilnahme
am Hochschullehrgang „Wildkräuter
und Arzneipflanzen – Fachwissen aufbauen und professionell kommunizieren“.
Wenngleich der Fokus dieser Arbeit
durch meine Tätigkeit als Geschäftsführer des Obsthofes Retter und als
Anbauberater rund um Granatäpfel
bereits zu Beginn des Hochschullehrgangs feststand, so war die Umsetzung
der Arbeit letztendlich doch eine nicht
zu unterschätzende Herausforderung.
Mit Freude konnte ich beobachten, dass
mein gewähltes Thema auf sehr großes
Interesse stieß.
Ich, Werner Retter bin Eigentümer und
Geschäftsführer des Obsthof Retter und
unter anderem als Anbauberater für
Granatäpfel tätig. Neben dem ADA-Entwicklungsförderungsprojekt zur Wiederansiedelung von Wildgranatäpfeln
in Bosnien und Herzegowina werden
derzeit Anbau- und Verarbeitungsprojekte von Granatäpfeln in Griechenland
und Chile betreut.
Werner Retter,
Obsthof Retter
Essbare Wildpflanzen in meinem Garten
Ernten statt jäten
Dipl. Päd.in Ing.in Regina
Weissenböck,
LFS Warth, NÖ
Seit meiner Kindheit ist mir die Verwendung von Wildpflanzen in der Küche
bekannt und ich hatte das Glück, dass
mir meine Großmutter viel Wissen über
Wildkräuter und Wildgemüse und deren Wirkung weitergab.
Dieses Wissen habe ich später noch
durch verschiedene Literatur vertieft
und die Verwendung der Wildpflanzen
in meinen Alltag als Bio-Bäuerin und
Pflanzenbaulehrerin einbezogen.
Durch den Wechsel des Wohnorts in
das Steinfeld in der Nähe von Wiener
Neustadt wurde für mich das Sammeln
von Wildpflanzen erschwert, da in
diesem Gebiet vorwiegend Ackerbau
betrieben wird und die Wildpflanzen
durch Dünger und Pflanzenschutzmittel belastet sind.
Da ich nicht auf Wildgemüse verzichten
wollte und bemerkte, dass in meinem
naturnahen Garten viele Wildpflanzen
wuchsen, stellte ich mir folgende Fragen für meine Arbeit:
- Welche essbaren Wildpflanzen wach
sen von selbst in meinem Garten?
- Welche Inhaltstoffe enthalten sie und wie wirken diese auf den menschli
chen Organismus?
- Wie kann ich diese Wildpflanzen
als Nahrungsmittel in der Küche für verschiedene Speisen und Getränke verwenden?
- Bei welchen Pflanzen ist Vorsicht geboten und welche Pflanzen sind Giftpflanzen?
Zwei Jahre lang beobachtete ich meine
naturnah bewirtschaftete Gartenfläche
im pannonischen Klima und zeichnete
die Erkenntnisse auf und hielt vieles in
Bildern fest.
Meine Beobachtungen ergaben, dass
sehr viele Samen der sogenannten
Ackerunkräuter auf offenem Boden
keimen, besonders gut auf den Gemüsebeeten. So erntete ich hier, wie
es schon zu Beginn des Ackerbaues in
der Jungsteinzeit üblich war, nebenbei
die gehaltvollen Speise-Unkräuter wie
zum Beispiel Melde, Vogelmiere, Ackersenf und Franzosenkraut. Durch die
Bodenbearbeitung entstehen auf den
Beeten immer wieder offene Flächen
und so wurde neben dem Kulturgemüse das ganze Jahr über eine gesunde
Zweiternte eingeholt.
Auf den übrigen Gartenflächen wie
Stauden- und Beerenobstbeeten,
Heckenrändern und Rasen siedelten
sich viele mehrjährige Wildpflanzen
wie Löwenzahn, Schafgarbe, Hopfen,
Brennnessel, Gundelrebe, Nachtkerze
und Gänseblümchen an.
Neben den essbaren Pflanzen entdeckte ich aber auch die Giftpflanzen wie
den Stechapfel, das Bilsenkraut, den
Schwarzen Nachtschatten und die gefürchtete Allergiepflanze Ambrosie.
Insgesamt fand ich in meinem Garten
ungefähr fünfzig essbare Wildpflanzen, von denen immer irgendwelche
das ganze Jahr über, im Winter je nach
Schneelage und Bodenfrost, zur Verfügung stehen.
Die essbaren Wildpflanzen, die ohne
mein Zutun wuchsen, verwendete ich
nach mir bekannten überlieferten Rezepten wie „Röhrlsalat“ aus Löwenzahn,
Löwenzahnhonig und Brennnesselspinat in der Küche. Zu allen Pflanzen fand
ich in den zahlreichen Kochbüchern, die
sich heute mit Wildpflanzen beschäftigen, sehr geschmackvolle Rezepte
und Anregungen. Zum Beispiel Feine
Käsesuppe mit Ackersenf, BerufskrautKapern, Franzosenkraut-Karotten-Salat,
Gänsedistelknospen in Weinessig, Gänsefußgemüse mit Sauerrahm, Königskerzenblüten-Sorbet, Lammeintopf mit
Spinat vom Giersch, Gundelreben-Blütenwasser, Hopfensprossen in WalnussKäsesauce, Wegmalvenblatt-Souffle,
Schafgarbenlimonade und viele andere.
Essbare Wildpflanzen sind aber nicht
nur ein kulinarischer Genuss, nicht
nur Nahrungsmittel, sondern sie enthalten eine Vielzahl von Stoffen, die
unterschiedlichste Wirkungen auf den
menschlichen Organismus haben. Oft
tritt der Einfluss eines Inhaltsstoffes
besonders deutlich hervor, häufig
beruht die Gesamtwirkung der Pflanze
aber auf dem Zusammenspiel mehrerer
Substanzen. Diese können sich gegenseitig unterstützen oder hemmen. So
kann man zwar einzelnen Stoffen eine
bestimmte Wirkung zuschreiben, eine
Pflanze wirkt aber immer als Summe
ihrer Inhaltstoffe, und diese kann sich
von der Wirkung der Einzelstoffe deutlich unterscheiden.
Hauptsächlich handelt es sich bei den
enthaltenen Wirkstoffen um so genannte Sekundärstoffe, welche von den
Pflanzen als Abwehrmechanismen gegen Fressfeinde, Bakterien, Pilzen und
Viren, aber auch gegen konkurrierende
andere Pflanzen entwickelt wurden.
Wildpflanzen enthalten jene Bitterstoffe, die man aus den Kulturpflanzen
weitgehend herausgezüchtet hat; zum
Nachteil für die Gesundheit, denn sie
regen die Produktion der Verdauungssäfte an.
Ätherische Öle stärken die Leber und
die Galle und unterstützen die Atmungsorgane. Flavonoide wirken auf
die Gefäße und gegen Kreislauferkran-
kungen. Sie sind auch hervorragende
Antioxidantien. Dadurch kommt ihnen
eine große Bedeutung bei der Vorbeugung von Krebserkrankungen zu.
Kieselsäure ist ein unentbehrlicher Bestandteil in Bindegewebe, Haut, Haaren
und Nägel. Saponine sind wassertreibend und schleimlösend.
Besonders bedeutend ist jedoch der
hohe Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen.
So enthält die gleiche Menge Vogelmiere doppelt so viel Calcium, dreimal so
viel Kalium und Magnesium, siebenmal
so viel Eisen und achtmal so viel Vitamin A und C wie Kopfsalat.
Wildpflanzen sind aufgrund ihrer
Inhaltstoffe sehr gesunde Nahrungsmittel und wirken dadurch vorbeugend
gegen Krankheiten und sind so auch
ein Zugang zur gesundheitlichen Eigenvorsorge.
Um diese Frage zu bearbeiten verwendete ich einschlägige Literatur wie zum
Beispiel „Teedrogen und Phytopharmaka“ (WICHTL, 2007), „Heilpflanzenführer“ (SCHÖNFELDER, 2010), „Enzy-
klopädie der essbare Wildpflanzen“
(FLEISCHHAUER, 2012) und andere.
Nebenbei haben viele Wildpflanzen
im Garten auch noch einen besonderen Zierwert und erfreuen unser Auge
durch ihre Schönheit.
Meine erworbenen Erkenntnisse aus
dieser Arbeit verwende ich im Unterricht Pflanzenbau in einer landwirtschaftlichen Fachschule und bei Kursen
in der Erwachsenen Bildung.
TEE, eine hilfreiche und kostengünstige
Zusatztherapie für das Wohlbefinden der
Patient/innen in Krankenhäusern
Am Beispiel Teezubereitungen an Krankenhäusern
in und um Linz
Meine große Liebe zur Natur und zu
den „Kräutern“ wurde bereits in meinem Elternhaus geweckt. Heilpflanzen,
und damit verbunden auch das Thema
„Tee“, interessieren und begleiten mich
schon viele Jahre.
Diese Lehrgangsarbeit gab mir die
Möglichkeit mein Wissen zu vertiefen
und in die geheimnisvolle Welt der
Pflanzen einzutauchen. Ich konnte
mehr über die Heilkraft unserer grünen
Freunde erfahren.
Gleichzeitig konnte ich mit dieser Arbeit
dem Thema Tee richtig Raum geben
und den Fokus auf die Teezubereitung
im Krankenhaus richten.
Foto: www.richter-tee.at
Bei der breiten Masse der Bevölkerung
herrscht die Meinung, dass in Krankenhäusern kaum frischer, nach genauen
Richtlinien zubereiteter Tee zu bekommen ist. Dabei ist solch ein Tee eine
kostengünstige und einfache Möglich-
keit das Wohlbefinden zu erhöhen und
zum Heilungsprozess der Patient/innen
beizutragen.
In dieser Arbeit wurde evaluiert, wie es
um die Teezubereitung in Krankenhäusern in und um Linz bestellt ist. Dies
wurde mit Hilfe eines Fragebogens
ermittelt.
Die wichtigste Erkenntnis ist, dass es
weit besser um die Teeversorgung in
Oberösterreichs Krankenhäusern steht,
als gedacht.
An sechs Krankenhäusern gibt es auf
manchen Stationen eine Teebar, wo
die Patient/innen selbst nach eigenem
Wunsch Tee zubereiten können. Dies
wird vor allem an chirurgischen Abteilungen ganz gezielt auch therapeutisch
eingesetzt, da die Patient/innen selber
bestrebt sind, nach Operationen früh
mobil zu werden, um sich Tee nach
eigenen Bedürfnissen aufzugießen.
Es steht vorwiegend Tee in Teebeuteln
bereit, an manchen Abteilungen einzeln abgepackt – dies wäre aus hygienischen und Qualitätsgründen überall
wünschenswert. Auch das befragte
Personal würde sich dies wünschen.
Vorwiegend werden an der Teebar folgende Sorten angeboten.
- Pfefferminze
- Hagebutte
- Fenchel
- Kamille
Silvia Zweimüller,
Diplomierte Gesundheitsund Krankenschwester
- Kräutertee
- Früchtetee
- Schwarztee
Meistens ist Zucker und Zitronensaft, in
kleinen Portionen abgepackt, vorbereitet.
Die Teeauswahl wurde vorwiegend vom
Pflegepersonal nach Erfahrungswerten
getroffen, oft wird im Zuge der Qualitätsverbesserung auf den Stationen
eine Änderung in der Teeauswahl und
der Zubereitung gemeinsam erarbeitet.
Abbildung 2: Wer hat bei der Teeauswahl beraten?
Abbildung 1: Werden die Patienten über die
Wirkungsweise des Tee´s aufgeklärt?
Auch wurde erkannt, dass bei der
Information an die Patienten bezüglich
Heilwirkung, Dosierung und Häufigkeit
der Verabreichung von Teespezialitäten
noch einiges zu verbessern wäre.
Auch das befragte Stationspersonal
zeigte großes Interesse und wäre an gezielten Fortbildungen sehr interessiert.
Die meisten Teesorten stehen dem Stationspersonal als offene Ware zur Verfügung, und können dann den kranken
Menschen auf Wunsch frisch gekocht
werden.
Frisch zubereiteter, nach persönlichen
Vorlieben ausgewählter Tee, ist aktive
Zuwendung und der Patient/die Patientin fühlt sich mit seinen/ihren Wünschen ernst genommen.
Eingekauft werden die Arzneitees vorwiegend in den Anstaltsapotheken, den
Tee für die Teebar und für die Stationen
kaufen die Küchen.
Die Frage, ob über die Wirkungsweise
des Tees aufgeklärt wird, beantworteten fast alle mit ja, über die Dosierung
und Häufigkeit der Einnahme aber, wird
wenig aufgeklärt.
Deshalb nehmen die Grundlagen einer
optimalen Teezubereitung, die Geschichte
der Heilpflanzenkunde und die Beschreibung der Pflanzen, deren Tees
in den Krankenhäusern vorwiegend
zubereitet werden, einen großen Teil
der Lehrgangsarbeit ein.
Mit Hilfe dieser Ausführungen ist es einfach, eine kleine Informationsbroschüre, die an die Patienten weitergegeben
werden könnte, oder eine interessante
Fortbildung für Stationspersonal zu
erstellen.
Nach einem Gespräch mit der Pflegedirektorin am Krankenhaus der Elisabethinen wurde folgendes vereinbart:
-
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-
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-
Erstellen eines Informationsfolders für PatientInnen – in Zusammenarbeit mit dem Referat für Öffentlichkeitsarbeit.
In den nächsten Tagen werde ich mit
der Direktorin der Krankenpflegeschule ein Gespräch führen und mit ihr klären, ob einige Stunden „Teekunde“ im Lehrplan berücksichtigt werden können.
Fortbildungsveranstaltungen für inte
ressiertes Stationspersonal im
Ausmaß von etwa drei Stunden im Herbst 2013.
Einrichten einer Teebar an möglichst allen Stationen des Krankenhauses.
Erstellung einer Aufklärungsbroschüre, die an allen Teebars zu finden Ich freue mich sehr, dass meine Arbeit
sein sollte
Grundlage für die Sensibilisierung des
Krankenhauspersonals für Tee und die
Weitergabe von Wissen wird.
„Wenn dir kalt ist, wird Tee dich erwärmen,
wenn du erhitzt bist, wird er dich abkühlen,
wenn du bedrückt bist, wird er dich aufheitern,
wenn du erregt bist, wird er dich beruhigen.“
William Gladstone (1809-1898, englischer Politiker)
Impressum
Herausgeber:
Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik, Eigene Rechtspersönlichkeit
Angermayergasse 1, 1130 Wien
Tel.: 01/877 22 66, E-Mail: info@agrarumweltpaedagogik.ac.at
www.agrarumweltpaedagogik.ac.at
Erstellung und Redaktion:
DIin Veronika Hager, DIin Liane Kaipel, DIin Maria Wiener
Grafik und Satzherstellung:
DI Lukas Kalcher
Wien, Februar 2013
Eine Haftung der AutorInnen und der Herausgeberin ist ausgeschlossen.
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