Alrukaba

Werbung
Ausgabe
4/2001
Magazin der Burgenländischen
Amateurastronomen
Burgenländische Amateurastronomen
c/o Parkhotel Neubauer, Postgasse 2, A-7202 Bad Sauerbrunn
Ein frohes
Weihnachtsfest 2001!
Aktuelles
Aktivitätsberichte
Dies&das
Astro-Kalender
Kirtag in Unterschützen,
Deep Sky am Hochwechsel
Sonnenuhren - ein kurzer
Überblick
Die erste Adresse in der Astrofotografie
Gerald Rhemann
www.astrostudio.at
alrukaba 4/2001
3
inhaltsverzeichnis
Inhalt:
Editorial
Kirtag in Unterschützen . . . . . . . . . 04
Liebe Leserinnen und Leser!
eihnachten steht vor der Tür und somit der Beginn
eines neuen Jahres. Es ist Zeit, um eine kurze Bilanz
über das vergangene Jahr zu ziehen, welches für die
Burgenländischen Amateurastronomen sehr erfolgreich war.
Die Mondfinsternis im Jänner war das erste große AstroEreignis. Weiters beschäftigte uns im Winter die Beobachtung
der beiden Planeten Jupiter und Saturn. Im April folgte der
BAA-Beobachtungsabend in Stegersbach, und im Mai wurde
der Mars besonders genau unter die Lupe genommen. Im
August gab es mit BAA-Beteiligung einen Kirtag in
Unterschützen und im Oktober folgte die Deep-Sky und
Planetennacht beim Wetterkoglerhaus am Hochwechsel.
Zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses arbeiteten wir
noch an den Vorbereitungen für die Space-Night in Neudörfl
und freuen uns auf die bevorstehende Saturnopposition.
Nun gut, in dieser Alrukaba gibt es wieder interessante
Artikel zum Lesen und Schmökern. Unter anderem findet ihr
eine Geschichte vom Astro-Urlaub von Herbert Csadek und
wir erfahren von Karl Vlasich, wie eine Sonnenuhr funktioniert. Die altbekannten Artikelreihen dürfen natürlich auch in
der neuen Ausgabe nicht fehlen.
W
Hochwechsel . . . . . . . . . . . . . . . . . 05
Sonnenuhren . . . . . . . . . . . . . . . . . 06
Buchbesprechung . . . . . . . . . . . . . 08
Astro-Kalender . . . . . . . . . . . . . . . .10
Planetensichtbarkeit, Skywalker . . . 14
Tipps&Tricks, Große Astronomen . . .15
Weihnachtsrätsel . . . . . . . . . . . . . . 16
Sternenmythen . . . . . . . . . . . . . . . 17
Astrourlaub in Namibia . . . . . . . . . .18
In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern einen guten Start
ins neue Sternenjahr!
Claudia
by Ronny Kikowatz
Herausgeber:
Burgenländische
Amateurastronomen
www.astronomie.at/burgenland
eMail: [email protected]
Info-Telefon: 02687/54 159
Redaktion:
eMail: [email protected]
Mitarbeiter dieser Ausgabe:
Herbert Csadek, Ronny Kikowatz,
Karl Klinger, Martin Lovranich,
Marco Puhr, Gabi Tieber, Karl
Vlasich, Erich Weber, Viktor
Wlaschitz.
Layout: Claudia und Peter List
Titelbild: Ronny Kikowatz
Erscheinungsweise:
unregelmäßig
Willst Du auch schreiben?
Artikel und Beobachtungsberichte
werden gerne von der Redaktion
entgegen genommen (Eine A4Seite = 650 Wörter).
Die Meinung der Artikel muß nicht
mit der Meinung der
Herausgeber übereinstimmen.
Alle Autoren sind für ihre
Artikel selbst verantwortlich.
Viel Spaß mit dieser neuen
Ausgabe der Alrukaba!
Urheberrecht:
Alle in der ALRUKABA erscheinenden Beiträge sind urheberrechtlich geschützt und dürfen nur mit
Zustimmung der Redaktion veröffentlicht werden. Alle Rechte
vorbehalten, der Gerichtsstand
ist 7000, Eisenstadt.
by Ronny Kikowatz
4
beobachten
alrukaba 4/2001
Kirtag in Unterschützen am 25. August
Erich Weber
itte Juli nahm Herr Graf
vom Verschönerungsverein
Unterschützen mit uns Kontakt auf.
Er erzählte uns vom geplanten
Kirtag in Unterschützen, wo alle
Vereine, die in Unterschützen tätig
sind, die Gelegenheit haben werden,
sich zu präsentieren.
Da wir ja bekanntlicherweise seit
November 2000 monatliche Vereinstreffen in Unterschützen durchführen, waren natürlich auch wir
M
(60/900 mm Refraktor) und Martin
Weikmann (ETX 90).
Der Aufbau der Geräte ist abgeschlossen, die Leute können kommen.
Der Weg zu unserem
Beobachtungsplatz war durch
Grablichter markiert
aufgerufen, an diesem Kirtag teilzunehmen. Nach einigen vereinsinternen Planungsgesprächen war unsere
Teilnahme fix. Am Samstag Abend
soll ein Beobachtungsabend und am
Sonntag Vormittag ein Infostand
den Kirtag astronomisch bereichern.
Wie schon bei unseren letzten
Veranstaltungen hatten wir auch
diesmal Wetterglück. Der Nachmittag des betreffenden Samstages
(25. August) war fast wolkenlos. So
machten sich also 10 BAA-Mitglieder aus dem ganzen Burgenland
auf den Weg nach Unterschützen.
Aus dem Norden kamen Martin
Lovranich (6 Zoll Newton), Günter
Szolderits (8 Zoll SC), Karl Vlasich
sowie Erich Weber und aus dem
Süden Heinz Brunner, Johannes
Feichtinger, Kurt Racek, Otto
Schachhuber, Markus Vertesich
Verstärkt wurden wir noch durch
zwei Sternfreunde aus der
Steiermark, die mit einem 8 Zoll SC
ebenfalls am Beobachtungsabend
teilnahmen.
Zum offiziellen Beginn des
Kirtags um 20 Uhr war es noch
ziemlich ruhig. Einige wenige
Gäste verirrten sich zu uns und
bestaunten unsere Geräte. Nun
erfuhren wir, dass der Beginn des
Kirtages auf 21 Uhr verschoben
wurde. Knapp nach 21 Uhr begann
dann am Kirtagsgelände (wir waren
glücklicherweise ein wenig abseits
davon) tatsächlich die Musik.
Die ersten interessierten Gäste
bewundern unsere Geräte
Kurze Zeit später lud Martin
Weikmann alle Gäste des Kirtages
ein, mit uns den Himmel zu beobachten. Nun besuchten uns auch
wirklich viele Interessierte auf
unserem Beobachtungsplatz. Im
Laufe des Abends zählten wir 80
teils sehr interessierte Gäste, die mit
uns den Mond, den Planeten Mars,
Doppelsterne, Sternhaufen, Nebeln
und Galaxien anschauten.
Karl Vlasich erklärte wieder ausgezeichnet die Sternbilder und die
Bewegungen am Himmel. Den
Abschluss bildete der Ringplanet
Saturn kurz vor 2 Uhr.
Am Sonntag betreute Martin
Weikmann unseren Infostand von
10.30 bis 14 Uhr. Martin hatte sein
Teleskop zur Sonnenbeobachtung
sowie verschiedene Infomaterialien
und einen Teil seiner AstroBibliothek mit. Etwa 20 Leute interessierten sich für den Infostand und
machten auch einen Blick durch das
Teleskop auf unsere zu diesem
Zeitpunkt mit Flecken reich verzierte Sonne.
Insgesamt war das Echo sehr
Zu Beginn standen der Mond und der
rote Planet Mars (im Bild über der
Kirche zu sehen) im Mittelpunkt.
positiv, und es wurde auch noch
mehrmals der Abend davor angesprochen, der offensichtlich doch
einige Leute begeistert hatte.
Nach unserem Beobachtungsabend im April in Stegersbach war
dieser Kirtag in Unterschützen
unsere zweite große Veranstaltung
im Südburgenland. Beide Veranstaltungen verliefen sehr erfolgreich, was uns einen optimistischen
Blick in die Zukunft erlaubt.
Abschließend möchten wir uns
noch bei allen Mitgliedern und bei
unseren Freunden aus der Steiermark für die Mithilfe bedanken.
alrukaba 4/2001
5
beobachten
Die 3. Deep-Sky und Planetennacht auf dem Hochwechsel
Martin Lovranich
ach wolkigem und daher
abgesagtem ersten Versuch
konnte es beim zweiten Anlauf endlich losgehen - der dritten Deep-Sky
und Planetennacht der BAA auf
dem Hochwechsel stand nun nichts
mehr im Wege. Das Wetter und
auch die Temperaturen hatten ein
Einsehen mit uns, dennoch weiß ein
echter Astronom, wie man sich am
Berg richtig anzieht.
Auf dem Treffpunkt in Bad
Sauerbrunn fanden sich nur Manuel
Pöttschacher und seine Mutter samt
seinem Newton sowie meine
Wenigkeit ein, die übrigen Sterngucker kamen gleich direkt an den
Ort des Geschehens. Sogar eine
Abordnung aus dem Süden unter
der Schirmherrschaft von Martin
Weikmann quälte ihr Auto hinauf
bis zum Wetterkoglerhaus.
Unter den schnellsten waren auch
Alois Virag und sein Bekannter
Ewald, die sodann ein mächtiges
N
Auf der Wiese vor der Kapelle wurden die Geräte aufgebaut.
Newton aus dem Kofferraum zauberten. Claudia List samt großem
familiären Anhang war ebenso
erschienen wie Franz Gruber mit
seinem Miyauchi - Apo Feldstecher
36x100 und auch Geri Biribauer.
Die letzten waren nach Jürgen
Stöger und Viktor Wlaschitz, die
Jürgens 8-Zoll Newton von Vixen
auf Viktors CG-9-Montierung dabeihatten; Mike Prünner und Ronny
Kikowatz, die ebenso einen Miyauchi (20x77) mitgebracht hatten
und als "Hauptgerät" ein 8-Zoll LX50 von Meade.
Wie schon beim letzten Mal waren
auch heuer wieder die großn Röhrln
von Mike und Jürgen dabei.
Wie beim letzten Trip auf den
Hochwechsel bauten wir unsere
Gerätschaft auf einer halbwegs flachen Wiese südlich der Gipfelkirche
auf; einige machten sich gleich auf
dem Fahrweg breit. Doch zuerst
kehrten wir im Wetterkoglerhaus
ein, um uns für die lange Nacht
noch kräftig zu stärken, was bei den
hervorragenden Kochkünsten der
Hüttenwirtin auch nicht schwer war.
Im Tal unten sah man die
Nebelbänke liegen, aber bis auf
einige Dunstfelder, die hier und da
durchzogen, hatten wir ein hervorrragendes Seeing.
Dann ging es ans Eingemachte:
Doppelsterne wurden getrennt,
Kugelsternhaufen abgegrast und
ebenso der Andromedanebel bewundert, wie auch der letzte Blick
vom Mars ergattert.
Der Tau machte uns diesmal im
Gegensatz zum letzten Mal keine
Probleme - es blieb die ganze Nacht
über fast knochentrocken. Mit
Spannung wurde auch der Aufgang
der beiden Gasriesen Jupiter und
Saturn erwartet, wie auch die lang
vermissten Wintersternbilder, allen
voran der Orion. Die beiden
Miyauchis waren eine wahre
"Sternendusche", und die Andromedagalaxie sowie der Orionnebel
waren mit diesen Geräten eine
wahre Augenweide.
Das gute Seeing wurde dann mit
Mikes LX 50 ausgereizt, und bald
schon sammelte sich eine Traube
von Leuten, um den Saturn auch
noch mit 400facher Vergrößerung
so ruhig wie auf einem Foto zu
sehen. Cassini-Teilung war ein
Klacks, es ging bis hin zur EnckeTeilung. Die Kommentare der
Beobachter am Okular waren fast
eines Edi Fingers würdig, und es
herrschte ein richtiges "Griß" um
die besten Plätze.
Mike fotografierte Saturn am
Hochwechsel mit einer Coolpix 990
durch sein Meade 8" LX 50 und verwendete dafür ein 12mm Eyepice.
Bei Jupiter wurde das dann fortgesetzt, der GRF war toll zu sehen
und auch sonst kamen viele
Strukturen und Loops heraus.
Es wurde noch weitergespechtelt
bis 3 Uhr früh, dann brachen auch
die letzten Mohikaner auf.
Der Sonnenaufgang am Hochwechsel, den wir beim letzten
Besuch auf der Terrasse des Wetterkoglerhauses erlebt hatten, war uns
dann doch zu spät - er hat auch ohne
Beteiligung der BAA stattgefunden.......
dies&das
6
Sonnenuhren - eine kurze Einführung
Karl Vlasich
Vertikale Sonnenuhr Traunkirchen,
Traunsee
mmer mehr Menschen schmücken ihr Heim mit einer kunstvollen Sonnenuhr und manche
wagen sich sogar diese selbst zu
entwerfen. Wer sich mit Sonnenuhren beschäftigt, dem werden viele
astronomische Phänomene des täglichen Lebens klar vor Augen
geführt: Sonnenuhren lehren uns
den täglichen Lauf der Sonne und
den jährlichen Wandel besser zu
verstehen.
In dieser neuen Alrukaba-Reihe
werden wir uns deshalb kurz mit der
Geschichte, der Funktionsweise,
den verschiedenen Bauarten und der
Konstruktion von Sonnenuhren
beschäftigen.
Mittagshöhe der Sonne beträchtlich,
aber auch Aufgangs- und Untergangspunkt verschieben sich im
Laufe des Jahres. Sommersonnenwende und Wintersonnenwende
markieren dabei die Extremwerte.
Schon sehr früh erkannten die
Menschen diese Gesetzmäßigkeiten
und so sind uns bis heute auffallende Landschaftsmarken überliefert:
Sonnwendstein, Mittagskogel, usw.
Durch das Setzen von Steinen
(z.B. Stonehenge, Südengland,
1500 v. Chr.) oder das Scharren von
I
Die Geschichte der
Sonnenuhren
Auch nach der Erfindung der
Glühbirne bestimmt die Sonne den
täglichen Ablauf. Der Tag beginnt
mit dem Sonnenaufgang und endet
mit dem Untergang der Sonne.
Mittags erreicht die Sonne ihren
höchsten Stand, die Schatten sind
dabei am kürzesten. Im Laufe der
Jahreszeiten ändert sich die
Linien (z.B. Nazca-Ebene, Peru)
konnten Auf- und Untergangsstellen
von Sonne und Mond für
Kalenderzwecke verfolgt werden.
In Ägypten wurden bereits um 2000
v. Chr. erste tragbare Sonnenuhren
in Form eine Lineals mit Zeitmarken verwendet.
Später bauten die Ägypter auch
vertikale Sonnenuhren sowie Sonnenuhren mit treppenförmigen oder
geneigten Auffangflächen. Um 600
v. Chr. gelangte das Wissen der
Babylonier über Sonnenuhren zu
den Griechen, wo die Skaphe, eine
Sonnenuhr mit hohlkugelförmigem
Ziffernblatt Verbreitung fand.
Auch übernahmen die Griechen
die Einteilung des Tages in 12
Stunden. Es wurden jedoch
Temporalstunden, auch antike Stunden genannt, verwendet, bei denen
unabhängig von der Jahreszeit Tag
und Nacht in je 12 Stunden geteilt
wurden. Nur zu den Tagundnachtgleichen waren die Stunden bei Tag
alrukaba 4/2001
und Nacht gleich lang. Um 300 v.
Chr. wird in Rom erstmals eine
Sonnenuhr aufgestellt, um 150 v.
Chr. werden äquatoriale Sonnenuhren verwendet. Auch wurden riesige horizontale Sonnenuhren mit
Obelisken als Schattenwerfer errichtet und Taschensonnenuhren
verschiedenster Bauarten waren
verbreitet.
Um 150 n. Chr. verfasste Ptolomaios seine astronomischen Werke, unter anderem auch ein Buch
über die Konstruktion von Sonnenuhren. Um 605 verfügt Papst Sabinianus die Anbringung von Sonnenuhren an allen Kirchen.
Diese frühen Sonnenuhren wurden meist auf südseitigen Wänden
in Stein gemeißelt. Ihr Schattenstab
stand senkrecht aus der Wand, das
Ziffernblatt zeigte meist keine Stundeneinteilung, sondern nur wenige
Linien, um Gebetsstunden anzuzeigen.
Mit der Verbreitung der Räderuhren im 14. und 15. Jahrhundert
wurden die antiken Stunden durch
die gleich langen ÄquinoktialStunden, die Tageseinteilung in 24
gleich lange Stunden, abgelöst.
Mit der Einführung des Polstabes, eines Schattenstabes der paralllel zur Erdachse liegt, war es möglich, Sonnenuhren zu bauen, die
Stephansdom Wien, 1450
auch diese gleich langen Äquinoktial-Stunden anzeigen konnten.
Eine der ältesten Sonnenuhren
mit Polstab ist die Sonnenuhr am
Stephansdom in Wien, die vermut-
alrukaba 4/2001
lich von Georg von Peuerbach um
1450 errichtet wurde, der auch die
Klapp-Sonnenuhr erfand. Zu dieser
Zeit berechnete Regiomontanus
schon Polstabuhren für beliebige
Flächen.
Im 16. und 17. Jahrhundert wurden an öffentlichen Gebäuden immer mehr Räderuhren angebracht,
aber bis ins 19. Jahrhundert wurden
Sonnenuhren zu ihrer Kontrolle
benötigt. So findet man auf vielen
Kirchen mechanische Uhren und
Sonnenuhren gleichzeitig.
1665 veröffentlicht Huygens eine
Tabelle der Zeitgleichung und es
entstehen Sonnenuhren für die
Mittlere Sonnenzeit.
Im Jahre 1893 kam es weltweit
zur Einführung der Zonenzeiten auf
der Basis der Längengradeinteilung
von Greenwich. Für Mitteleuropa,
also auch für Österreich, war von
nun an die Mitteleuropäische Zeit
(MEZ) maßgebend.
Die Definition der
Sonnenuhr
Sonnenuhren sind Vorrichtungen,
an denen der Stand der Sonne durch
das Sonnenlicht auf einem Ziffernblatt angezeigt werden kann. Es
können die wahre oder mittlere
Sonnenzeit, das Datum oder andere
astronomische Daten abgelesen
werden.
Schattenwerfende Stäbe an Sonnenuhren werden oft Zeiger, auch
Weiser, genannt. Die im Altertum
lotrecht aufgestellten Schattenzeiger wurden auch als Gnomon
bezeichnet. Daraus ist der Name für
die Wissenschaft der Sonnenuhren,
die Gnomonik, entstanden.
Wie funktioniert eine
Sonnenuhr?
Für die Zeitmessung kann jeder
periodische Vorgang verwendet
werden, z.B. ein Pendel oder das
Schwingen eines Quarzkristalls.
Die Sonnenuhr nutzt als einziger
"absoluter" Zeitmesser die Bewegungen der Erde.
Sonnenuhren bestehen im We-
7
dies&das
sentlichen aus zwei Teilen: Der
Schattenstab, der von der Sonne
beschienen wird, ist der Zeiger der
Sonnenuhr. Dessen Schatten fällt
auf das Ziffernblatt, auf dem die
Stundenlinien und sonstigen astronomischen Linien angebracht sind.
Eine einfache, aber falsche
Sonnenuhr
Eine einfache, auf Campingplätzen oder am Strand beliebte Sonnenuhr sieht folgendermaßen aus:
auf einer ebenen Fläche wird ein
Stab senkrecht in die Erde gesteckt
und zu jeder vollen Stunde wird die
Richtung des Schattens durch einen
Stein markiert.
Für die Dauer eines Urlaubs wird
dies ein brauchbarer Zeitanzeiger
sein, im Laufe eines Jahres treten
jedoch Abweichungen von bis zu 2
Stunden zwischen der angezeigten
Zeit und unserer Uhrzeit auf. Von
einer Sonnenuhr kann hier deshalb
keine Rede sein.
Die scheinbare Bewegung
der Sonne
Die Bewegung der Sonne am
Himmel wird durch die Rotation der
Erde um ihre Achse (Dauer 23 h56
m 4 sec) und den Umlauf der Erde
um die Sonne, innerhalb eines
Jahres, hervorgerufen. Die Neigung
der Erdachse um 23°27' gegenüber
der Erdbahnebene bewirkt die
unterschiedlichen Jahreszeiten, die
sich in unterschiedlichen Mittagshöhen und Auf- bzw. Untergangspunkten der Sonne äußern.
Die tägliche Bahn der Sonne am
Himmel und somit die Tageslänge
ändern sich dementsprechend. Unabhängig von der Jahreszeit steht
die Sonne Mittags immer im Süden.
Ein senkrechter Schattenstab wird
um 12 Uhr (wahre Sonnenzeit) immer in die gleiche Richtung zeigen.
Etwas anders sieht es zu anderen
Tageszeiten aus. So steht die Sonne
eine Stunde vor oder nach Mittags
im Laufe des Jahres unterschiedlich
weit von der Nord-Süd-Richtung
entfernt:
14,4° am 21.12
19,8° am 21.3. / 23.9.
31,2° am 21.6.
Diese Werte gelten für 48° nördliche Breite.
Senkrechte oder auch waagrechte
Stäbe sind daher als Zeitanzeiger
nicht geeignet, da sie unterschiedlich lange Stunden, sogenannte
Temporalstunden, anzeigen. Erst
Geneigte Horizontaluhr mit Polstab
(Raytracing)
mit der Einführung der Polstabes im
15. Jahrhundert konnten gleich
lange Äquinoktikalstunden angezeigt werden.
Der Polstab ist ein Schattenstab,
der parallel zur Erdachse liegt. Er ist
exakt in der Nord-Süd-Richtung
ausgerichtet, der Winkel von der
Horizontalen ist immer gleich dem
Winkel der geografischen Breite,
bei uns also ca. 48°. Bis auf wenige
Sonderformen haben alle Sonnenuhren einen Schattenstab, der als
Polstab ausgeführt wird.
Einige Bilder wurden dem Buch
"Sonnenuhren" von Arnold Zenkert und
dem "Katalog ortsfester Sonnenuhren"
von Karl Schwarzinger entnommen.
Teil 2 wird die Kapitel “Sonnenuhr und Uhrzeiten”, “Bauarten von
Sonnenuhren” und “Konstruktion”
beinhalten.
8
alrukaba 4/2001
rezension
“The Night Sky Observers Guide 1 und 2” und
“Observing Handbook and Catalogue of Deep-Sky Objects”
Viktor Wlaschitz
iese beiden Bücher habe ich
antreten lassen, weil sie vom
Umfang und Art der Aufmachung
wieder halbwegs ähnlich sind (auch
vom Format her - A 4). So auch die
zuletzt vorgestellten Bücher "Atlas
für Himmelsbeobachter" und der
"Deep-Sky Reiseführer". Die Bände
des Night Sky Observers Guide
habe ich vor über eineinhalb Jahren
gekauft und das Observing Handbook kenne ich, seit ich für die
Alrukaba die Karten zeichne bzw. die Daten zu den Objekten zusammenkratze. Letzteres hat mir unser Mitglied
(Kassier) Erich Weber für diesen Zweck ausgeliehen.
D
Hier die Daten im Vergleich:
The Night Sky Observers Guide 1 und 2/
Kepple, Sanner
Observing Handbook and Catalogue of Deep-Sky
Objects/Luginbuhl, Skiff
(Herbst/Winter bzw. Frühling/Sommer)
Verlag Willmann-Bell Inc.; ISBN 0-943396-58-1
(Teil 1), 430 Seiten;ISBN 0-943396-60-3 (Teil 2),
506 Seiten;ca. ATS 1.330,-- DM 189,- beide Bände
Verlag Cambridge University Press;ISBN 5-521-25665-8
(Ausgabe 1990), 352 Seiten; ca. ATS 626,-- DM 89,Gibt's mittlerweile als Neuauflage 1998
Die sehr umfangreiche Einleitung (46 Seiten) läßt
kaum Fragen offen. Neben der üblichen Erklärung zu
den wesentlichen Eigenschaften der verschiedenen
Objekten werden auch nützliche Tipps an den Mann
gebracht (z.B. daß UHC oder O-III Filter für
Reflektionsnebel nix bringen). Weiter geht es mit
einem interessanten Teil zur Praxis; z.B. Themen zu
Dunkeladaption, Ausrüstung, und es wird auch darauf hingewiesen, bei kleinen Objekten zwecks
Detailwahrnehmung auch höher - bis zur
Leistungsgrenze des Teleskopes - zu Vergrößern als
bei den einzelnen Objekten angeführt wird (fehlt in
anderen Büchern auch oft). Außerdem gibt's ca. eine
Seite über das Zeichnen von Deep-Sky Objekten zwar nicht ganz perfekt, aber ist sonst auch kaum wo
zu finden.
Die Einleitung umfaßt etwa 14 Seiten. Neben recht
knappen Beschreibungen der Objekteigenschaften und
wie sie klassifiziert werden, widmen die Autoren wie und
unter welchen Umständen die Daten entstanden sind bzw.
woher sie stammen - Literaturquellen, wie selbst vermessen/gezählt wurde, was aus den Helligkeitsangaben
Flächen- und integrierte Helligkeit fotografisch/B(lau)
und V(isuell) abgeleitet werden kann, etc. - einen wesentlich größeren Teil. Der praktische Teil mit Erläuterungen
zu Teleskop, Okularen wird nur kurz angerissen und mit
Details wie Gesichtsfeldermittlung mit Durchgangszeitmessungen gewürzt. Zum Beobachten werden Tipps
gegeben, wie ein Objekt beschrieben werden sollte.
Weiters werden am Anfang die zur Verfügung gestandenen Geräte und die durchschnittliche freisichtige
Helligkeit bei den Beobachtungen angeführt und darauf
hingewiesen, daß alles ohne Filter beobachtet wurde,
weil diese damals nicht gebräuchlich waren.
Beide Bände beinhalten Daten zu 2.104
Doppelsternen, 433 Veränderlichen Sternen, 2.030
Galaxien, 127 Planetarischen Nebeln, 131 Gas- und
Reflexionsnebeln ("bright Neb."), 69 Dunkelnebel,
Das Buch beinhaltet Daten zu über 2000 Deep-Sky
Objekten - Galaxien, Kugelsternhaufen, Offene
Sternhaufen, Planetarische Nebel und Gasnebel, 152
Doppelsterne. Beschrieben werden diese mit typischer
alrukaba 4/2001
rezension
9
550 Offenen Sternhaufen, 92 Kugelsternhaufen, 5
Diverse Objekte mit Beschreibungen für div.
Objektivdurchmesser (ab 2 bis 22 Zoll) mit Angabe
von Vergrößerungen und teilweise Filter (durchschnitlich 7 Zeilen je Teleskopöffnung und Objekt bei zweispaltigem Seitenlayout, bis zu zwei vollen A4-Seiten,
z.B. für Orionnebel). Dazu gibt es 431 Übersichts- und
Detailkarten. Zu jedem Sternbild eine Übersichtskarte
(Sterne bis 5 mag) plus eine Karte, wo ersichtlich ist,
wie die Detailkarten (Sterne bis 8-9 mag) über das
Sternbild verteilt sind. Weiters noch 446 Fotos und 827
Zeichnungen.
weise 8 Zeilen je Objekt (Layout ist 2-spaltig) bis zu
über zwei Spalten (z.B. M31 + 1 Seite für Fotografie
und Verzeichnis der Kugelsternhaufen in der Gx).
Darin sind Beobachtungen mit bis zu 4
Teleskopöffnungen von 6 bis 30 cm vertreten. Die
Beschreibung ist zwar knapp, aber ausreichend.
Dazwischengestreut wurden 15 Karten (Galaxienhaufen), 11 Fotos (hauptsächlich offene Sternhaufen mit
vermessenen Helligkeiten diverser Sterne), 42
Zeichnungen (großteils von einzelnen Galaxien, -paaren/-haufen und einigen offene Sternhaufen und PN's.
Die Zeichnungen entstanden überwiegend an einem 61
cm Spiegelteleskop.
Bewertung in Punkten (max. 5)
Bewertung in Punkten (max. 5)
Objektumfang:
Feldtauglichkeit:
Vorbereitung zuhause:
Pers. Gesamtwertung:
(4,5)
(3,5)
(3)
(3,5)
Kommentar: Vorweg: wer ein Astronomieprogramm
zum Kartendrucken Zuhause hat, kann eigentlich auf
die Uranometria - sowohl Karten als auch den Field
Guide (Band mit Objektdaten) verzichten. Vom
Objektumfang gibt's nix zu meckern, es ist mehr drin
als man normalerweise in seinem Leben zu Gesicht
bekommen wird, auch wenn eine entsprechend große
Optik zur Verfügung stehen sollte. Daß man etwa
2.400 Deep-Sky Objekte für kleine Teleskope nicht aus
dem Ärmel schütteln kann, ist klar. Deshalb stammen
auch viele Berichte oft ausschließlich aus Beobachtungen mit großen Schüsseln, oft auch wenn es von der
Reichweite mit kleineren Geräten machbar wäre
(Minuspunkt: kann auch ein Ansporn sein, das mit
kleineren Teleskopen aufzustöbern und evtl. einsenden; Pluspunkt: wenn z.B. bei einem Objekt 4/6 Zoll
angegeben sind, ist es üblicherweise noch gut mit 4
Zoll zu sehen). Mir scheint, bei den einzelnen
Berichten wurden jeweils aus Meldungen von mehreren Beobachtern der gleichen Öffnungsklasse die
Gemeinsamkeiten herausgefiltert, damit es für
Normalsterbliche nachvollziehbar bleibt. Das dürfte
auch der Grund sein, daß nirgends die freisichtigen
Sterngrenzgrößen angeführt werden. W/Feldtauglichkeit war ich schon versucht, nur den Wert 3,0 zu vergeben. Die Detailkarten sind mir zu klein. Sicher beim
Karkoschka und Deep Sky Reiseführer gibts auch nicht
mehr. Aber bei der Fülle von Objekten wird der Platz
teilweise recht knapp, außerdem sind sie ungünstig
positioniert (linke Seite im linken unteren Eck, rechte
Seite im rechten unteren Eck). Naja, so ist wenigstens
das Layout schöner und Newtonbesitzer können es ja
auf den Kopf stellen bzw. SC und Refraktorbesitzer
müssen dann umdenken oder ebenfalls den Zenitpie-
Objektumfang:
Feldtauglickeit:
Vorbereitung zuhause:
Pers. Gesamtwertung:
(4)
(1,5)
(3)
(3)
Kommentar: Die Einleitung ist für Einsteiger nicht das
Wahre, bietet für Fortgeschrittene doch interessante
Sachen wie z.B. wie genau die vermessenen
Helligkeiten im fotografisch Blauen und Visuellen der
verschiedenen Kataloge sind (CGCG, MGC ...).
W/Objektumfang hätte es sich durchaus auch 4,5
Punkte verdient. Den halben Punkt habe ich wegen der
fehlenden Dunkelnebel und der nicht eigens angeführten Doppelsterne abgezogen - Doppelsterne werden
nur erwähnt, wenn sie sich in einem Objekt (offenem
Sternhaufen) befinden.W/Feldtauglichkeit habe ich
trotz Mangel an Sternkarten 1,5 Punkte vergeben, weil
die vorhandenen paar Karten (hier rechne ich auch die
Fotografien der Sternhaufen mit den Sternhelligkeiten
dazu) schön groß und im dunkeln durchwegs gut zu
gebrauchen sind. Außerdem ist das Buch nicht allzu
dick und schwer, sodaß man es mit separat ausgedrukkten Karten gut als Nachschlagewerk vor Ort verwenden kann. Hinweis: die Neuauflage hat lt. Katalog im
Gegensatz zu der von 1990 kein Hardcover mehr.
Dürfte für die Lebensdauer des Buches nicht gerade
zuträglich sein. W/Vorbereitung zuhause, hier schlägt
ebenso der fehlende Filtereinsatz negativ zu, dafür
wurden die Helligkeiten detaillierter angegeben - aus
welchem Katalog die stammen, und ob es eine visuellle Helligkeitsangabe ist, oder ob sie fotografisch im
Blauen Licht gemessen wurde. Persönliche Gesamtwertung 3 Punkte wegen der wenigen Karten und des
fehlenden Einsatzes von Filtern. Schade - ich arbeite
gerne mit dem Buch, denn die Ergebnisse von
Beobachtungen mit kleinen Teleskopen werden konsequente angeführt und mit der Angabe der Himmelsqualität (6,2 bis 7,0 mag) lassen sich auch
Rückschlüsse für die eigene Jagd nach den Himmels-
gel rausnehmen. Die Aufteilung Herbst/Winter, bzw.
Frühjahr/Sommer erspart die Mitnahme beider Bände
und trägt ebenfalls zur Bewertung 3,5 bei.Wem das
nicht reicht, kann ja die Detailkarten mit einem
Kopierer vergrößern. W/Vorbereitung zuhause; allein
durch die Anzahl der Objekte hat man zuhause einiges
auszuwählen, das wird aber mit dem Objektumfang
bereits bewertet. Die 3,0 deswegen, weil durch die
vermutliche "Durchschnittsbildung" mit z.B. nur einer
Vergrößerung je Öffnung, der fehlenden Beobachtungsbedingungen, nicht konsequenten Filtereinsatz
bei Nebeln. Für eine umfangreichere Einbeziehung
von kleinen Teleskopen hätte ich wohl auch noch
einen halben Punkt springen lassen. Die 3,5 oder mehr
wäre eigentlich schon durch die gute Einleitung verdient, die wird aber eher nur am Anfang der
Beobachterkarriere gebraucht.
Meine Empfehlung:
Wem Karkoschka und Reiseführer
zuwenig sind, könnte unter folgenden Voraussetzungen eines der
Bücher erwerben.
Night Sky Observers Guide,
wenn Sie ein Teleskop ab 20 cm
Öffnung ihr eigen nennen bzw. vorhaben, sich eines anzuschaffen oder
Sie mit kleinerem Fernrohr den
schwächeren Objekten mittels
(CCD-)Fotografie nachstellen woll-
alrukaba 4/2001
rezension
körpern ziehen. Mit Karten wie z.B. im DeepSky Reiseführer oder etwas besser, der Verwendung
von Filtern und einer leichteren Einleitung wäre es
DIE Empfehlung für Aufsteiger, die vorher nur den
Atlas für Himmelsbeobachter oder den Deep-Sky
Reiseführer im Bücherregal stehen hatten.
len. Das Observing Handbook,
wenn Sie eine kleinere Optik und
zusätzlich ein Astronomieprogramm zum Kartendrucken oder die
Uranometria haben. Außerdem ist
hier der Preis auch nicht zu verachten. Mit den Verbesserungen (siehe
oben unter Kommentar/per. Gesamtwertung) könnte das Buch
noch wesentlich besser sein - viellleicht wurde das ja schon in der
Neuauflage umgesetzt.
Der BAA - Astro-Kalender
Karl Vlasich
rstmals seit Bestehen der
Alrukaba gibt es im Astro
Kalender eine Änderung. Die Daten
werden nicht mehr für Eisenstadt,
sondern für die "Mitte des Burgenlandes" berechnet. Der Mittelpunktstein in der Gemeinde FrankenauUnterpullendorf stellt den Mittelwert aus den Extremen von geogr.
Länge und Breite dar.
Die Mitte des Burgenlandes wurde von der Vereinigung Burgenländischer Geographen in Zusammenarbeit mit dem Vermessungsamt
Oberpullendorf im Jahre 1991 bestimmt.
Die Koordinatenwerte lauten:
E
Geogr. Länge 16° 34' 24" östl.
von Greenwich
Geogr. Breite 47° 28'34" nördl.
des Äquators
Alle berechneten Daten können
aber im gesamten Burgenland ohne
Korrekturen verwendet werden.
Alle Uhrzeiten sind in Mitteleuropäischer Zeit (MEZ) angegeben.
Das Datum gilt jeweils für den
Abend.
Jede Zeile zeigt den Sonnen- und
Mondlauf während der Nacht.
Zeiten von 12:01 Uhr bis 23:59 Uhr
bedeuten VOR Mitternacht, von
0:00 Uhr bis 12:00 Uhr NACH
Mitternacht. Dies ist besonders bei
Mondauf- und -untergang zu beachten!
by Ronny Kikowatz
10
Anmerkung: Trotz größerem
Umfang und auch wenn diese
Bücher eigentlich besser sind als die
"kleinen", haben beide Bücher
weniger Punkte in der Persönlichen
Wertung von mir erhalten, weil ich
sie nicht als "absolut notwendige
Grundausstattung" betrachte, wie
die oben genannten Einsteigerbücher. Die Preise sind ein übriges
Argument.
Unter der Rubrik "Beobachtung"
sind Beginn und Ende einer möglichen astronomischen Beobachtung angegeben. Innerhalb der angegebenen Zeiten ist es astronomische Nacht und der Mond steht
unter dem Horizont.
Die Kürzel hinter den Uhrzeiten
bedeuten:
MH
Mond ist immer sichtbar
MA
Mondaufgang
MU
Monduntergang
DE
Dämmerungsende
DB
Dämmerungsbeginn
Zur Wintersonnenwende am 21.
Dez. ist es von 22h41 (Monduntergang) bis 5h47 (Beginn der astronomischen Morgendämmer-ung) völllig dunkel. Die Mondphase um Mitternacht Ph. (0=Neumond, 1=Vollmond) dient als weiteres Kriterium
zur Beobachtung.
alrukaba 4/2001
11
astro-kalender
Astro-Kalender Dezember 2001
Alle Zeiten in MEZ (Mitteleuropäischer Zeit), exakt für die Mitte des Burgenlandest
Nacht-Datum
Astr. Dämm. Naut. Dämm.
Sonne
Mond
MondEnde Beginn Ende Beginn Unterg. Aufg. Unterg. Aufg. phase
Beobachtung
Beginn
Ende
Sa
1.12.
17:56 5:31
17:19
6:08
16:05
7:22
8:55
16:40
0.99
-----
MH
-----
MH
So
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
2.12.
3.12.
4.12.
5.12.
6.12.
7.12.
8.12.
17:55
17:55
17:55
17:55
17:55
17:55
17:55
5:32
5:33
5:34
5:35
5:36
5:37
5:38
17:18
17:18
17:18
17:18
17:18
17:17
17:17
6:09
6:10
6:11
6:12
6:13
6:14
6:15
16:04
16:04
16:04
16:03
16:03
16:03
16:03
7:23
7:24
7:25
7:26
7:28
7:29
7:30
9:58
10:52
11:36
----12:10
12:39
13:04
17:28
18:26
19:35
20:50
22:08
23:26
0:42
0.95
0.89
0.81
0.71
0.60
0.49
0.37
----17:55
17:55
17:55
17:55
17:55
17:55
MH
DE
DE
DE
DE
DE
DE
----18:26
19:35
20:50
22:08
23:26
0:42
MH
MA
MA
MA
MA
MA
MA
So
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
9.12.
10.12.
11.12.
12.12.
13.12.
14.12.
15.12.
17:55
17:55
17:55
17:55
17:55
17:55
17:56
5:39
5:39
5:40
5:41
5:42
5:42
5:43
17:17
17:17
17:18
17:18
17:18
17:18
17:18
6:15
6:16
6:17
6:18
6:19
6:19
6:20
16:03
16:03
16:03
16:03
16:03
16:03
16:03
7:31
7:32
7:32
7:33
7:34
7:35
7:36
13:27
13:50
14:13
14:40
15:11
15:48
16:33
1:59
3:15
4:30
5:46
6:59
8:06
9:05
0.27
0.17
0.10
0.04
0.01
0.00
0.01
17:55
17:55
17:55
17:55
17:55
17:55
17:56
DE
DE
DE
DE
DE
DE
DE
1:59
3:15
4:30
5:41
5:42
5:42
5:43
MA
MA
MA
DB
DB
DB
DB
So
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
16.12.
17.12.
18.12.
19.12.
20.12.
21.12.
22.12.
17:56
17:56
17:57
17:57
17:57
17:58
17:58
5:44
5:44
5:45
5:46
5:46
5:47
5:47
17:19
17:19
17:19
17:20
17:20
17:21
17:21
6:21
6:21
6:22
6:23
6:23
6:24
6:24
16:03
16:03
16:04
16:04
16:05
16:05
16:06
7:36
7:37
7:38
7:38
7:39
7:39
7:40
17:26
18:25
19:28
20:32
21:37
22:41
23:45
9:54
10:33
11:05
11:31
11:53
11:53
12:12
0.05
0.10
0.16
0.24
0.32
0.41
0.51
17:56
18:25
19:28
20:32
21:37
22:41
23:45
DE
MU
MU
MU
MU
MU
MU
5:44
5:44
5:45
5:46
5:46
5:47
5:47
DB
DB
DB
DB
DB
DB
DB
So
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
23.12.
24.12.
25.12.
26.12.
27.12.
28.12.
29.12.
17:59
18:00
18:00
18:01
18:01
18:02
18:03
5:47
5:48
5:48
5:49
5:49
5:49
5:49
17:22
17:22
17:23
17:24
17:24
17:25
17:26
6:24
6:25
6:25
6:26
6:26
6:26
6:26
16:06
16:07
16:07
16:08
16:09
16:10
16:10
7:40
7:41
7:41
7:41
7:41
7:42
7:42
0:48
1:54
3:01
4:11
5:23
6:35
7:43
12:31
12:50
13:10
13:33
13:59
14:33
15:16
0.60
0.70
0.78
0.86
0.93
0.97
1.00
0:48
1:54
3:01
4:11
5:23
---------
MU
MU
MU
MU
MU
MH
MH
5:47
5:48
5:48
5:49
5:49
---------
DB
DB
DB
DB
DB
MH
MH
18:04 5:49
18:04 5:50
17:26
17:27
6:26
6:27
16:11
16:12
7:42
7:42
8:42
9:32
16:11
17:18
1.00
0.97
---------
MH
MH
---------
MH
MH
So 30.12.
Mo 31.12.
by Ronny Kikowatz
alrukaba 4/2001
astro-kalender
12
Astro-Kalender Jänner 2002
Alle Zeiten in MEZ (Mitteleuropäischer Zeit), exakt für die Mitte des Burgenlandes
Nacht-Datum
Astr. Dämm. Naut. Dämm.
Sonne
Mond
MondBeobachtung
Ende Beginn Ende Beginn Unterg. Aufg. Unterg. Aufg. phase Beginn
Ende
Di
Mi
Do
Fr
Sa
1. 1.
2. 1.
3. 1.
4. 1.
5. 1.
18:05
18:06
18:07
18:08
18:09
5:50
5:50
5:50
5:50
5:50
17:28
17:29
17:30
17:31
17:32
6:27
6:27
6:27
6:27
6:27
16:13
16:14
16:15
16:16
16:17
7:42
7:42
7:42
7:41
7:41
10:11
10:43
11:10
11:33
11:56
18:33
19:53
21:13
22:32
23:49
0.91
0.84
0.74
0.64
0.52
18:05
18:06
18:07
18:08
18:09
DE
DE
DE
DE
DE
18:33
19:53
21:13
22:32
23:49
MA
MA
MA
MA
MA
So
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
6. 1.
7. 1.
8. 1.
9. 1.
10. 1.
11. 1.
12. 1.
18:10
18:11
18:12
18:13
18:14
18:15
18:16
5:50
5:50
5:49
5:49
5:49
5:49
5:48
17:33
17:34
17:35
17:36
17:37
17:38
17:39
6:26
6:26
6:26
6:26
6:25
6:25
6:25
16:18
16:19
16:20
16:22
16:23
16:24
16:25
7:41
7:41
7:40
7:40
7:39
7:39
7:38
----12:18
12:43
13:12
13:46
14:27
15:16
1:05
2:19
3:34
4:45
5:54
6:55
7:47
0.41
0.31
0.21
0.13
0.07
0.03
0.00
18:10
18:11
18:12
18:13
18:14
18:15
18:16
DE
DE
DE
DE
DE
DE
DE
1:05
2:19
3:34
4:45
5:49
5:49
5:48
MA
MA
MA
MA
DB
DB
DB
So
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
13. 1.
14. 1.
15. 1.
16. 1.
17. 1.
18. 1.
19. 1.
18:17
18:18
18:19
18:20
18:21
18:23
18:24
5:48
5:48
5:47
5:47
5:46
5:46
5:45
17:40
17:42
17:43
17:44
17:45
17:46
17:48
6:24
6:24
6:23
6:23
6:22
6:22
6:21
16:27
16:28
16:29
16:31
16:32
16:34
16:35
7:38
7:37
7:37
7:36
7:35
7:34
7:34
16:12
17:14
18:19
19:24
20:28
21:32
22:35
8:30
9:05
9:33
9:56
10:17
10:35
10:54
0.00
0.02
0.06
0.11
0.17
0.25
0.33
18:17
18:18
18:19
19:24
20:28
21:32
22:35
DE
DE
DE
MU
MU
MU
MU
5:48
5:48
5:47
5:47
5:46
5:46
5:45
DB
DB
DB
DB
DB
DB
DB
So
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
20. 1.
21. 1.
22. 1.
23. 1.
24. 1.
25. 1.
26. 1.
18:25
18:26
18:27
18:29
18:30
18:31
18:33
5:44
5:44
5:43
5:42
5:41
5:41
5:40
17:49
17:50
17:51
17:53
17:54
17:55
17:57
6:20
6:20
6:19
6:18
6:17
6:16
6:15
16:36
16:38
16:39
16:41
16:42
16:44
16:45
7:33
7:32
7:31
7:30
7:29
7:28
7:27
23:39
0:43
1:51
3:00
4:11
5:21
6:25
11:13
11:34
11:58
11:58
12:27
13:04
13:53
0.42
0.52
0.62
0.71
0.80
0.88
0.95
23:39
0:43
1:51
3:00
4:11
5:21
-----
MU
MU
MU
MU
MU
MU
MH
5:44
5:44
5:43
5:42
5:41
5:41
-----
DB
DB
DB
DB
DB
DB
MH
So
Mo
Di
Mi
Do
27. 1.
28. 1.
29. 1.
30. 1.
31. 1.
18:34
18:35
18:36
18:38
18:39
5:39
5:38
5:37
5:36
5:35
17:58
17:59
18:01
18:02
18:03
6:15
6:14
6:13
6:12
6:10
16:47
16:48
16:50
16:52
16:53
7:26
7:24
7:23
7:22
7:21
7:20
8:05
8:41
9:10
9:36
14:53
16:06
17:27
18:50
20:13
0.99
1.00
0.98
0.94
0.87
------------18:38
18:39
MH ----- MH
MH ----- MH
MH ----- MH
DE 18:50 MA
DE 20:13 MA
by Ronny Kikowatz
alrukaba 4/2001
13
astro-kalender
Astro-Kalender Februar 2002
Alle Zeiten in MEZ (Mitteleuropäischer Zeit), exakt für die Mitte des Burgenlandes
Nacht-Datum
Astr. Dämm. Naut. Dämm.
Sonne
Mond
MondBeobachtung
Ende Beginn Ende Beginn Unterg. Aufg. Unterg. Aufg. phase Beginn
Ende
Fr
Sa
1. 2.
2. 2.
18:40
18:42
5:34
5:33
18:05
18:06
6:09
6:08
16:55
16:56
7:19
7:18
9:59
10:22
21:34
22:52
0.78
0.68
18:40
18:42
DE 21:34
DE 22:52
MA
MA
So
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
3. 2.
4. 2.
5. 2.
6. 2.
7. 2.
8. 2.
9. 2.
18:43
18:45
18:46
18:47
18:49
18:50
18:52
5:32
5:30
5:29
5:28
5:27
5:25
5:24
18:07
18:09
18:10
18:11
18:13
18:14
18:16
6:07
6:06
6:05
6:03
6:02
6:01
5:59
16:58
16:59
17:01
17:03
17:04
17:06
17:07
7:17
7:15
7:14
7:12
7:11
7:09
7:08
10:47
11:15
11:47
----12:25
13:11
14:05
0:09
1:25
2:37
3:47
4:49
5:44
6:28
0.57
0.46
0.35
0.26
0.17
0.10
0.05
18:43
18:45
18:46
18:47
18:49
18:50
18:52
DE
DE
DE
DE
DE
DE
DE
0:09
1:25
2:37
3:47
4:49
5:25
5:24
MA
MA
MA
MA
MA
DB
DB
So
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
10. 2.
11. 2.
12. 2.
13. 2.
14. 2.
15. 2.
16. 2.
18:53
18:54
18:56
18:57
18:59
19:00
19:01
5:23
5:21
5:20
5:18
5:17
5:15
5:14
18:17
18:18
18:20
18:21
18:23
18:24
18:26
5:58
5:57
5:55
5:54
5:52
5:51
5:49
17:09
17:11
17:12
17:14
17:15
17:17
17:19
7:06
7:05
7:03
7:01
7:00
6:58
6:56
15:05
16:08
17:13
18:18
19:22
20:25
21:28
7:05
7:35
8:00
8:21
8:40
8:59
9:17
0.02
0.00
0.01
0.03
0.06
0.12
0.18
18:53
18:54
18:56
18:57
19:22
20:25
21:28
DE
DE
DE
DE
MU
MU
MU
5:23
5:21
5:20
5:18
5:17
5:15
5:14
DB
DB
DB
DB
DB
DB
DB
So
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
17. 2.
18. 2.
19. 2.
20. 2.
21. 2.
22. 2.
23. 2.
19:03
19:04
19:06
19:07
19:09
19:10
19:12
5:12
5:10
5:09
5:07
5:05
5:04
5:02
18:27
18:28
18:30
18:31
18:33
18:34
18:36
5:48
5:46
5:44
5:43
5:41
5:39
5:38
17:20
17:22
17:23
17:25
17:26
17:28
17:29
6:55
6:53
6:51
6:49
6:48
6:46
6:44
22:32
23:37
0:44
1:53
3:01
4:06
5:05
9:37
9:58
10:24
10:57
11:39
11:39
12:31
0.26
0.35
0.45
0.55
0.65
0.75
0.84
22:32
23:37
0:44
1:53
3:01
4:06
-----
MU
MU
MU
MU
MU
MU
MH
5:12
5:10
5:09
5:07
5:05
5:04
-----
DB
DB
DB
DB
DB
DB
MH
So
Mo
Di
Mi
Do
24. 2.
25. 2.
26. 2.
27. 2.
28. 2.
19:13
19:15
19:16
19:18
19:19
5:00
4:58
4:56
4:55
4:53
18:37
18:39
18:40
18:42
18:43
5:36
5:34
5:32
5:31
5:29
17:31
17:32
17:34
17:35
17:37
6:42
6:40
6:38
6:36
6:35
5:54
6:34
7:07
7:35
7:59
13:38
14:54
16:17
17:42
19:07
0.91
0.97
1.00
0.99
0.96
---------------------
MH
MH
MH
MH
MH
---------------------
MH
MH
MH
MH
MH
by Ronny Kikowatz
14
alrukaba 4/2001
aktuelles/skywalker
Die Planetensichtbarkeit von Dezember bis Februar
Gabi Tieber
Februar
Alle Angaben
erfolgen in MEZ
Dezember
Jänner
Merkur - nicht sichtbar
Venus - Anfang des Monats für erfahrene Beobachter mit Fernglas
kurz vor Sonnenaufgang am Südosthorizont zu erspähen.
Mars - wechselt vom Steinbock in
das Sternbild Wassermann und ist
bis etwa 22h sichtbar.
Jupiter - ist die ganze Nacht mit
maximaler Helligkeit optimal zu beobachten. Am 30. wandert der
Vollmond 1°2 nördlich vorbei.
Saturn - im Stier, steht am 3. in
Opposition und ist ebenfalls die
ganze Nacht gut zu beobachten. Am
1. in den frühen Morgenstunden
Bedeckung durch den Mond.
Uranus - rückläufig im Steinbock,
kann am frühen Abend aufgefunden
werden.
Neptun - nicht sichtbar
Merkur - von 4. - 18. in der
Abenddämmerung am Südwesthimmel aufzufinden.
Venus - nicht beobachtbar
Mars - steht am Abendhimmel im
Wassermann und wechselt in die
Fische. Sichtbar bis etwa 22.30 Uhr.
Jupiter - steht am 1. in Opposition
und ist mit -2,7mag auffallend hell.
Er hält sich noch immer in den
Zwillingen auf und ist die ganze
Nacht über beobachtbar.
Saturn - wandert langsam rückläufig im Stier und ist noch immer bis
in die Morgenstunden zu sehen. Am
24. Begegnung mit dem Mond.
Uranus - nicht sichtbar
Neptun - nicht sichtbar
Skywalker
sind zwar relativ hell, doch oft wird
einem das Beobachten durch die
schlechten
Bedingungen
am
Horizont erschwert und außer
einem flauen Fleckerl ist von M 79
nichts zu sehen. Da darf man halt
die Geduld nicht verlieren - eine
Nacht wird's Wetter schon passen.
Über meine astronomischen Taten der letzten Monate kann ich leider keine klingonischen Heldenlieder anstimmen, die lassen sich nur
an einer Hand abzählen und das
Klingonisch-Wörterbuch hab ich
auch erst ansatzweise durchgeblätttert. Höhepunkt - auch geografisch war der Ausflug auf den Hochwechsel.
Der Himmel war auch nicht
dünkler als am Brentenriegel, dafür
hat das Seeing für Planeten gepaßt.
Auch bei über 600-fach bei Saturn
Viktor Wlaschitz
iesmal gibt es wieder zwei
halbe Karten. Einmal vom
kleinen Wagen mit einem offenen
Sternhaufen. NGC 188 gehört zwar
zum Sternbild Cepheus, läßt sich
ausgehend vom Polarstern leichter
finden.
Das Objekt selbst ist zwar nicht
so spektakulär, wegen der Tatsache,
daß es sich um den ältesten der
Wissenschaft bekannten, offenen
Haufen handelt (ca. 9 Mrd. Jahre
alt), kann man ihn aber ruhig mal
eines Blickes würdigen.
Auf der zweiten Karte findet ihr
das Sternbild Hase, welches gleich
unterm Orion zu finden ist. Der
Kugelsternhaufen und die Galaxie
D
Merkur - nicht sichtbar
Venus - taucht zu Monatsende am
Abendhimmel für etwa eine halbe
Stunde auf.
Mars - rechtläufig in den Fischen,
wechselt in den Widder. Bei abnehmender Helligkeit bis etwa 22.30
sichtbar.
Jupiter - rückläufig in den Zwillingen. Er steht bis in die Morgenstunden als Glanzpunkt am Nachthimmel. Am 23. um 4.00 Uhr
Bedeckung durch den Mond.
Saturn - sichtbar im Stier. Begegnung mit dem Mond am 20., zieht
sich vom Morgenhimmel zurück.
Uranus - nicht sichtbar
Neptun - nicht sichtbar.
schlichen sich gerade mal alle 2 - 3
Sekunden kleinste Turbulenzen ein
und die Zeit dazwischen stand er da
wie auf einem Foto.
Nachdem die klingonische
Sprache vom Übersetzungsbüro der
Föderation auf Mintaka 3 doch noch
nicht vollständig entschlüsselt ist,
fehlt mir noch ein Wort (nutzen) zur
Übersetzung von "Nutze die Nacht,
Luke". Daher - pelel je chal'a'vam
bolegh Hab ich gach mit Hilfe der
Grammatikkapitel meines Klingonisch/Deutsch - Deutsch/Klingonisch-Wörterbuches zusammengestoppelt und soll heißen:
Raus mit euch und seht
euch diesen großartigen
Himmel an!
alrukaba 4/2001
Tipps und Tricks
Karl Klinger
iebe Alrukabaleser! In dieser
Ausgabe werde ich Ihnen die
Bauanleitung einer regelbaren Spannungsversorgung vorstellen, die
Sie für Ihre Motorsteuerung am Teleskop, z.B. EQ5 verwenden könnnen.
L
dies&das
fach auf einer Lochrasterplatte oder
Streifenplatte aufgebaut werden.
Der Mittelanschluss des Regelwiderstandes wird mit dem Masseanschluss verbunden. Der RegelIC muss auf einem großen Kühlkörper montiert werden (Wärmeleitpaste und Kunsstoffisolierung
nicht vergessen).
Nach richtigem Aufbau und
Prüfung der Komponenten, kann
man eine Autobatterie anschließen
und mittels Voltmeter die Ausgangsspannung einstellen.
Schaltung
und
Zeichnungen
Copyright National Semiconductor.
Grosse Astronomen
Nikolaus Kopernikus - Revolution im Augenblick des Todes
Marco Puhr
on Claudius Ptolemäus war
das letzte Mal die Rede.
Dem hervorragenden Astronom, der
über ein Jahrtausend im Recht war.
Diesesmal ist Nikolaus Kopernikus
- den Martin Luther als Narr, der
gegen die Heilige Schrift auszog,
bezeichnete - an der Reihe.
Kopernikus wurde im Jahre 1473
geboren. Sein Vater - ein reicher
Kaufmann - starb, als Kopernikus
erst zehn Jahre alt war. Daraufhin
wurde er von seinem Onkel gut
erzogen. Er studierte Mathematik
und Astronomie in Krakau, geistliches und weltliches Recht in
Teileliste:
R1 120 Ohm (LM 338) bzw. 240
Ohm (LM317)
R2 4.7 Kohm Potentiometer
C1 100nF
C2 1 F
Die Komponenten bekommen
Sie bei Conrad Elektronik, Technotronic oder Radiobastler.
Vergessen Sie nicht, dass man
sich auch bei einer Autobatterie
sowohl erheblich verletzen als auch
großen Schaden anrichten kann,
deshalb übernehmen wir keine
Veranwortung für eventuelle Schäden oder Verletzungen jeglicher Art.
Als Regel-IC verwende ich einen
LM 317K (3 Amper) bzw. LM 338
(5 Amper). Die Widerstände sind in
1/2 Watt auszuführen, die Kondensatoren sollten etwa 35 Volt oder
mehr haben.
Aufbau: Die Schaltung ganz ein-
V
15
Bologna und später in Padua und
Ferrara, wo er auch die Medizin zu
schätzen lernte.
Kopernikus hatte fast keine
Freunde und war auch nie verheiratet. Er beschäftigte sich schon früh
mit dem geozentrischen, ptolemäischen Weltsystem und fand sobald
heraus, dass einiges im geozentrischen System nicht stimmen konnte, behielt es jedoch für sich. Als
sein Onkel 1512 starb, zog Kopernikus nach Frauenburg, wo er sich
für den Rest seines Lebens in einen
Turm einquartierte. Dort schrieb er
all seine Vorstellungen zusammengefaßt auf. Zu seinen Vorstellungen
gehörten unter anderem auch, dass
die Sonne der Mittelpunkt des Universums sei und die Erde sich um
sie drehe. Obwohl Kopernikus nach
der Aufstellung seiner Theorien
etwa 30 Jahre nichts veröffentlichte
oder Vorlesung hielt, sprachen viele
16
Astronomen über sein System. Er
nahm nie an irgendwelchen Diskussionen bezüglich seines Systems
teil, arbeitete jedoch ständig an ihm.
Er erstellte neue Tabellen der Planetenbewegungen und machte auch
Notizen über diverse Heilmittel
gegen Zahnschmerzen und Nierensteine.
Seine Manuskripte blieben jedoch leider in der Schublade. Das
könnte auf sein zurückhaltendes,
introvertiertes Wesen zurückzuführen. Aber auch die Angst, mit der
Kirche und der damaligen Inquisition in eine Kontroverse zu gelangen. Kopernikus hätte wahrscheinlich nie etwas veröffentlicht, wenn
dies&das
da nicht sein Schüler Rheticus
gewesen wäre.
Er drängte Kopernikus zur Veröffentlichung seiner Werke. Doch
dieser hatte Angst, dass seine Theorien nicht Anklang finden würden.
Deshalb sollte Rheticus ein Buch
schreiben, in dem er Tabellen und
die Ansichten Kopernikus´ beschrieb, aber nur seinen Vornamen
und den Geburtsort von ihm nennen
durfte.
Dieses Buch fand so reißenden
Absatz, dass Kopernikus immer
stärker dazu gedrängt wurde, sein
Gesamtwerk zu veröffentlichen,
wozu er sich später auch überreden
ließ. Der Druck des Buches benötig-
alrukaba 4/2001
te etwa ein Jahr. Inzwischen hatte
Kopernikus einen Schlaganfall
erlitten und war teilweise gelähmt.
Noch am selben Tag, an dem das
Erst-Exemplar an den Papst geschickt wurde, starb Kopernikus.
Das Buch hatte Erfolg - sein System
hatte Bestand. Doch auch fehlerhaft. Kopernikus hielt nämlich an
den Gedanken der Kreisbahnen fest.
Deshalb mussten einige Details
verändert werden. Unter anderem,
dass die Bahnen keinen vollkommmen Kreis darstellen, sondern elliptisch sind. Doch über die Verbesserungen des kopernikanischen Weltsystems wird in den nächsten Ausgaben zu lesen sein.
Weihnachtsrätsel
Die Alrukaba-Redaktion bedankt sich bei allen Artikelschreibern für ihre Mitarbeit bei vier
Vereinszeitungen im Jahr 2001 und wünscht allen Lesern ein .....
1. Phänomen auf der Sonnenoberfläche
2. Gesteinsbrocken aus dem All
3. ein zirkumpolares Sternbild
4. Weltraumteleskop
5. Kleinplanet
6. Schicht der Sonnenatmosphäre
7. Helle Erscheinung auf der Sonnenoberfläche
8. Himmels-W
9. Hauptstern im Skorpion
10. Kleinste Einheit eines chem. Elements
Lösung (von hinten nach vorn):
1. KCELFNENNOS, 2. TIROETEM,
3. NEGAW RESSORG, 4. ELBBUH,
5. DIORETSA, 6. ERÄHPSOTOHP,
7. LEKCAF, 8. AIEPOISSAC,
9. SERATNA, 10. MOTA.
alrukaba 4/2001
Die Mythen der Zirkumpolarsternbilder
Claudia List
er letzte Artikel zur MythenReihe erzählt die Geschichte
jener Sternbilder, die in der Nähe
des nördl. Himmelspols stehen und
somit in jeder Jahreszeit sichtbar
sind.
Die alten Kulturen wie Griechen,
Römer und Araber fassten die
Sterne zu Sternbildern zusammen,
die sie nach mythischen Gestalten,
Göttern und Königen benannten.
Jedes Sternbild erzählt seine eigene
Geschichte.
Zum Abschluss dieser Artikelreihe zum besseren Verständnis für
die Sternenmythen wird kurz aus
dem Buch “Sternbilder und ihre
Mythen” von G. Fasching zitiert:
“Mit Sternkarten ist man in der
Lage, an einem klaren Abend auch
selbst zu versuchen, die zusammengehörigen Sterne aufzufinden und
sie durch ein Liniengerüst gedanklich miteinander zu verbinden.
Dieses Liniengerüst ist natürlich nur
ein mageres Skelett, in dem man
für´s erste wohl kaum erkennen
kann, was es eigentlich darstellen
soll. Die Sternpunkte und Liniengerüste gewinnen Gestalt, aber
leben werden sie erst, wenn man
weiß, wer sich hinter der Gestalt
verbirgt, und wenn man erfährt, wie
die verschiedenen Gestalten miteinander in Beziehung stehen. Hier
überlagern sich sehr viele Bilder,
viele Mythen und Erzählungen und
eine Unzahl von Namen und
D
17
dies&das
Bezeichnungen lassen uns bloß
ahnen, wie groß der kulturelle
Reichtum ist, der mit den Sternbildern in engerem oder weitererm
Zusammenhang steht.
Und darauf soll es uns auch
ankommen: die Vielheit zu sehen.
Die griechischen Sternsagen und
Mythen stehen bei unseren Erzählungen im Vordergrund und wir
zitieren vielfach aus Ovids blendender Darstellung.
Die mythologischen Geschichten
sollen in uns ein Gefühl dafür weckken, welch lebendiger Reichtum
hinter diesen Figuren steht. In der
heutigen Zeit sehen wir diese Bilder
zwar als recht unterhaltsam an, aber
irgendwie stammen sie doch eher
aus einer einfältigen Welt.
Im Lauf der Geschichte ist ja eine
andere Art des Begreifens hervorgetreten und beherrscht unser Denken
komplett: Es ist das Heute eine rationale Vorgangsweise, die uns zu
einem wissenschaftlichen Bild über
das Universum führt.”
Und hier folgen die bekanntesten
Zirkumpolarsternbilder:
Großer Bär: In der griechischen
Sage handelt es sich um eine Bärin,
in welche die Prinzessin Kallisto
verwandelt wurde, nachdem Hera,
die Gemahlin des Gottes Zeus, das
Liebesverhältnis zwischen Kallisto
und Zeus aufgedeckt hat. Die
Römer sahen in dem Sternbild die
sieben Sterne des Großen Wagens
als Dreschochsen, die um den
Himmelspol wandern. Die nordamerikanischen Indianer sahen
einen Schöpflöffel, die Araber einen
Sarg, hinter dem drei Klageweiber
laufen.
Kleiner Bär: Im zweiten vorchristlichem Jahrtausend wurde der
Polarstern als Symbol der Beständigkeit verehrt und angebetet.
Kepheus/Kassiopeia/Perseus:
Hier sind wir in der Perseus-Sage
angelangt. Kepheus war der König
von Äthiopien, Gemahl der Königin
Kassiopeia und Vater der Prinzessin
Andromeda. Kassiopeia rühmte
sich, die schönste Frau zu sein. Dies
entzürnte den Meeresgott Nereis,
deren Töchter - die Nereiden - für
ihre Schönheit berühmt waren. Er
sandte zur Strafe einen Walfisch,
der Äthiopien mit einer Flutwelle
überschwemmen sollte. Der Held
Perseus konnte das abgeschlagene
Haupt der Medusa einfangen und so
die Prinzessin Andromeda vor dem
Ertrinken retten, die an einen Felsen
angekettet war. Er hielt das Haupt
der Medusa dem Walfisch hin, worauf dieser versteinert wurde.
Perseus nahm die Andromeda zur
Frau. Am Himmel ist er mit dem
Medusenhaupt in der Hand abgebildet, dessen Auge der veränderliche
Stern Algol ist, der ja bekannterweise noch heute stets seine
Helligkeit ändert.
Drache: Das ist der Drache, mit
dem einst Herkules um die goldenen Äpfel der Hesperiden kämpfte;
Herkules gewann diesen Kampf.
Aus: Sternbilder und ihre Mythen,
von Gerhard Fasching.
Aktion EQ-5 Montierung
Massive Montierung - belastbar mit Refraktoren bis 150mm Öffnung und
Newtons mit 200mm Öffnung - voll ausbaufähig bis hin zu GoTo
Komplett mit Stativ und Schnellkupplung für Teleskope!
DM 598,- / ATS 4186,Teleskop-Service - Wolfi Ransburg, Rübezahlstraße 66, 81739 München
Tel. 049-89-66011090, www.teleskop-service.de
18
beobachten
Mein Astrourlaub in Namibia
Herbert Csadek
om 14. bis 28. Juni waren
mein Freund Heinrich Weiß,
der bekannte niederösterreichische
Astrofotograf, und ich Gäste auf der
bekannten Astrofarm Hakos.
Namibia ist wirklich eine Reise
wert. Schon beim Verlassen unserer
Boeing 737 befanden wir uns wie in
einer anderen Welt. Über uns spannt
sich ein unglaublicher dunkelblauer
Himmel, man meint, fast schon
Sterne zu sehen, das Licht ist irgendwie kristallklar, tiefe schwarzen Schatten wechseln mit weißen
Lichtern, die niedrigen weißen
Flughafengebäude sind von Palmen
umstanden, deren Wedel sich im
kühlen Wind wiegen.
V
Haus mit Sternwarte
Im Flughafengebäude wartet
schon unser Gastgeber, der Besitzer
von Hakos, Walter Straube, auf uns.
Er ist eine respekteinflößende,
braungebrannte Farmer- und Jägergestalt, bekleidet mit Buschhemd
und kurzen Hosen.
Wir machen uns auf die fast
2stündige Fahrt nach Hakos. Ein
kurzer Aufenthalt in der bunten und
lebendigen Hauptstadt Windhoek
wird für verschiedene Einkäufe
benützt, dann geht es weiter. Schon
kurz nach Windhoek hört die
Asphaltstraße auf und wir fahren
den Rest der Strecke auf manchmal
fast autobahnbreiten Sand- und
Schotterstraßen..
Die Farm Hakos liegt in einem
hügeligen Gebiet im Vorland der
Hakosberge. Sie thront wie eine
kleine Ritterburg, als einziges Zeichen von menschlicher Anwesenheit in der Wildnis von wintergel-
bem Gras, stacheligem Gebüsch
und Schirmakazien, auf einem erhöhten Punkt mit einer herrlichen
Aussicht bis in die Namib-Wüste
und auf die beiden Gamsberge. Auf
einer Anhöhe westlich von ihr steht
die neue Sternwarte der IAS mit
einem C14 unter einem Schiebedach.
Auch die Haussternwarte der
Farm mit Schiebedach und die offene Beobachtungsplattform fallen
bei der Annäherung sofort auf. In
ihr befinden sich ein C8 und ein
Zeiß-Refraktor auf einer sehr stabilen Zeiß-Montierung, auf der Plattform stehen zwei Stahlsäulen für
GP-Montierungen, die mit Adaptern
auch für andere Montierungen verwendet werden können.
Am Tor der Farm begrüßen uns
Waltraud Straube und ihr Gatte
Friedhelm, Tochter und Schwiegersohn, die gemeinsam mit Walter
Straube und ihren einheimischen
Bediensteten die Gäste betreuen.
Wir betreten den Farmhof - ein
kleines grünes Paradies begrüßt
uns. Eine saftig grüne Wiese mit
einem mächtigen Baum in der
Mitte, behängt mit Webervogelnestern, unzählige Blumenbeete
und ein kleiner Teich erfreuen das
Auge nach der Dürre draußen. Auf
der Seite Arkaden, hinter denen sich
ein Teil der Gästezimmer befindet.
Ich erhalte das "Steinbock"-Zimmer, ein großer Schlafraum mit
Doppelbett sowie ein kleinerer
Wohnraum mit einem schönen
Ausblick auf die Hakosberge.
Erst am nächsten Morgen bemerke ich, daß ich vom Zimmer auch
täglich den herrlichen Sonnenaufgang beobachten kann.
Das Abendessen wird nach einem
beeindruckenden Sonnenuntergang
hinter den Hakosbergen in einer
verglasten Veranda serviert, in der
sich auch der Swimming-Pool
befindet. Wir sitzen an einem mächtigen Tisch im Kreise der Familie,
in der Mitte eine riesige Drehschei-
alrukaba 4/2001
be, wie man sie in manchen Chinarestaurants findet.
Aber das Essen hat nichts Chinesisches an sich, es gibt an jedem
Tag Wild, gebraten, gekocht, gegrillt, in Soße oder als faschierte
"Klöße". Die Beilagen sind oft exotisch, Süßkartoffeln, Avocado,
Squosh-Gemüse und anderes. Als
Nachspeise gibt es meistens tropische Obstsorten, wie zB. Papayas.
Inzwischen ist es schon lange finster, die Sonne geht um diese
Jahreszeit schon um 6 Uhr unter
und um halb Sieben auf. Ich gehe
vors Haus, um einen ersten Blick
auf den vielgerühmten namibischen
Nachthimmel zu werfen. Nach kurzer Dunkeladaptation bin ich baff!
Die Milchstraße strahlt wie eine
riesige Neonröhre vom Himmel,
gefleckt von unzähligen freisichtig
erkennbaren Sternhaufen und Ne-
Sternwarte Hakos
beln. Ich mache einen Test und halte
die Hände in kurzem Abstand
übereinander - es ist kein Märchen,
die Milchstraße wirft wirklich einen
Schatten!
Noch kann ich diese Schönheiten
unbeschwert genießen, nachdem
mir Heinrich seinen 20x80-Feldstecher geborgt hat. Die Filmarbeit
fängt für mich erst am 17. an, ab
diesem Zeitpunkt gehört die Sternwarte bis zum 27. mir. Auf der
mächtigen Zeiss-Montierung, groß
genug für z. B. den 11"-KuffnerRefraktor, kann ich alle meine
Filmkameras montieren.
Das habe ich mir schon lange gewünscht, Deep-Sky-Filmaufnahmen auf Super-8 nicht in der Stadt,
sondern unter einem wirklich dunklen Himmel zu machen, um so
mehr aus dem Film herauszuholen.
alrukaba 4/2001
Auch eine 16 mm-Kamera mit
einem höchstempfindlichen Negativfilm habe ich mit, für zeitgerafffte Weitwinkelaufnahmen der sich
drehenden Milchstraße. Problem
war bei dieser Federwerk-Kamera
die automatische Auslösung, aber
schließlich konnte ich das mit einer
selbstgewickelten Magnetspule und
einem Bastel-Timer lösen.
Die folgenden Nächte waren von
Arbeit erfüllt, vor allem von Warten, denn meine kürzesten Aufnahmen dauern mindestens 2 Stunden,
jede Minute eine Minute lang belichten, das 2 Stunden lang, ergibt
bei der Vorführung eine nur 6 Sekunden lange Szene!
Oft blieb ich bis 4 Uhr früh auf,
einige Male sogar bis zur Morgendämmerung. Leider konnte ich
nicht wie Heinz in den Tag hinein
schlafen, denn die Sonne und der
strahlend blaue Himmel lockten
mich immer schon um 8 Uhr ins
Freie. Und so wurde ich immer
müder, ein Hohn auf einen Urlaubsaufenthalt, aber auch die anderen
beobachten
wurden von Tag zu Tag sichtlich
welker und welker.
Der Tag- und Nachthimmel war
fast die ganze Zeit wolkenlos, nur
an zwei Tagen gab es Wolken, die
sich in einem Fall als ein veritables
nächtliches Gewitter entpuppten,
das Hagel und 1,5 mm Regen brachte. Für mich und vielleicht auch die
anderen eine ersehnte Ruhenacht,
obwohl einige Hartgesottene immer
wieder hinausgingen, um eventuell
eine Wetterbesserung für Aufnahmen zu nützen.
Am Abend sah man im Osten
nach Sonnenuntergang immer den
Erdschatten aufsteigen, ein Zodiakallicht konnte ich aber nie sehen,
weder am Abend noch am Morgen,
aber da wurde es vom aufgehenden
Mond und der Venus überstrahlt.
Die Sonnenfinsternis am 21. war
eine willkommene Unterbrechung
der Nachtarbeit, die Verfinsterung
betrug in Hakos 75%. Ich filmte das
im Zeitraffer wie die Mondfinsternis, 1:180 beschleunigt.
19
Aber das Absolutum war der
Nachthimmel über uns, dieser strahlende Fluß leuchtender Sterne in der
Milchstraße. Ich sah mir mit dem
C8 fast alles an, geleitet vom sehr
brauchbaren "Deep Sky Reiseführer", von Omega Centauri bis zum
Tarantelnebel.
Etwas Besoneres war der Eta
Carinae-Nebel, dessen geheimnisvoll leuchtende Wolken, durchzogen von dunklen Leeren, gesprenkelt mit strahlenden Lichtpunkten
von Sternen und Sternhaufen, ein
märchenhafter Anblick waren. Es
war wie eine Wanderung durch
himmlische Herrlichkeiten.
Ich werde wohl für ewig für
unseren heimatlichen Nachthimmel,
möge er auch so gut wie auf der
Ebenwaldhöhe oder der Pretul-Alpe
sein, nur noch Mitleid empfinden
können.
Was haben wir bloß alles in unseren überzivilisierten Ländern durch
die immer größer werdende allgemeine Lichtverschmutzung des
Nachthimmels verloren!
Herunterladen