Kommunikationsökologie und Medienethik

Werbung
Kommunikationsökologie
und Medienethik
HTW Aalen WS12/13
Einführung in die Medienwissenschaften
Viola
Haußmann
Nadine
Strohbach
Caro
Schätzle
Inhaltsverzeichnis
Zuständigkeit ........................................................................................................................................... 4
1.
2.
3.
Medienethik .................................................................................................................................... 5
1.1
Definition ................................................................................................................................. 5
1.2
Vier Teilbereiche der Medienethik:......................................................................................... 5
1.3
Aufgaben der Medienethik ..................................................................................................... 6
1.4
Merkmale einer Medienethik ................................................................................................. 6
Kommunikationsökologie ................................................................................................................ 7
2.1
Definition ................................................................................................................................. 7
2.2
Lebewesen............................................................................................................................... 7
2.3
Spezifische Lebewesen in spezifischer Umwelt ...................................................................... 7
2.4
Spezifische Lebewesen aktiv ................................................................................................... 8
Wie beeinflusst uns die Werbung ................................................................................................... 8
3.1
Wer oder was hält die Werbetreibenden im Zaum?............................................................... 9
3.2
Ethik und Moral in der Werbung ........................................................................................... 10
3.3
Werbung und Ethik................................................................................................................ 10
3.4
Werbung und Moral .............................................................................................................. 10
4.
Wie beeinflusst der mediale Ausdruck menschliches Verhalten? ................................................ 12
5.
Medienunternehmen .................................................................................................................... 12
5.1
Wer trägt Verantwortung (Handlungsträger)? ..................................................................... 13
5.2
Wofür trägt er die Verantwortung (Handlung)? ................................................................... 13
5.3
Wem gegenüber muss er sich verantworten (Betroffene)? ................................................. 13
5.4
Wofür muss er sich verantworten (Instanz?) ........................................................................ 14
Quellenverzeichnis ................................................................................................................................ 17
1.
2.
Medienethik .................................................................................................................................. 17
1.1
Definition ............................................................................................................................... 17
1.2
Vier Teilbereiche der Medienethik........................................................................................ 17
1.3
Aufgaben der Medienethik ................................................................................................... 17
1.4
Merkmale einer Medienethik ............................................................................................... 17
Kommunikationsökologie .............................................................................................................. 17
2.1
Definition ............................................................................................................................... 17
2.2
Lebewesen............................................................................................................................. 17
2.3
Spezifische Lebewesen in spezifischer Umwelt .................................................................... 17
2.4
Spezifische Lebewesen aktiv ................................................................................................. 17
Seite 2
3.
Wie beeinflusst uns die Werbung ................................................................................................. 17
3.1
Wer oder was hält die Werbetreibenden im Zaum?............................................................. 17
3.2
Ethik nd Moral in der Werbung ............................................................................................. 17
3.3
Werbung und Ethik................................................................................................................ 17
3.4
Werbung und Moral .............................................................................................................. 17
4.
Wie beeinflusst der mediale Ausdruck menschliches Verhalten? ................................................ 18
5.
Medienunternehmen ................................................................................................................ 18
5.1
Wer trägt Verantwortung (Handlungsträger)? ..................................................................... 18
5.2
Wofür trägt er die Verantwortung (Handlung)? ................................................................... 18
5.3
Wem gegenüber muss er sich verantworten (Betroffene)? ................................................. 19
5.4
Wofür muss er sich verantworten (Instanz?) ........................................................................ 19
Seite 3
Zuständigkeit
Viola Haußmann
Kapitel 1 – Kapitel 2.4
Nadine Strohbach
Kapitel 3 – Kapitel 3.4
Caro Schätzle
Kapitel 4 – Kapitel 5.4
Seite 4
1. Medienethik
1.1
Definition
Medienethik untersucht den Zusammenhang zwischen medialem Ausdruck und menschlichem
Verhalten und dient zusätzlich als Steuerungsinstrument in Hinsicht auf die Verantwortung in
Medienunternehmen. Außerdem hinterfragt die Medienethik die Bedeutung der Medien für die
Gemeinschaft und Gesellschaft in moralischer Sicht und wird im Bereich der Sozialethik eingeordnet:
„Bereichsethik ist keine Wissenschaft, sondern setzt selber, in mehr oder weniger großer Nähe zur
übergreifenden Sozialethik, bestimmte Werte als letzte Begründung. Als solche bereichsspezifischen
Werte sind bislang ins Spiel gebracht worden: Wahrheit, Freiheit, Öffentlichkeit, Verantwortung und
Medienkompetenz“ .
(Werner Faulstich)
1.2
Vier Teilbereiche der Medienethik:
Ethik der Verflechtung
Medienethik ist ein Teilsystem der Gesellschaft und beschäftigt sich mit der Struktur und Funktion
des Mediensystems. Zur Medienethik gehört auch die Frage nach den gegenseitigen Abhängigkeiten
der Akteure oder nach der Verflechtung der Medien und der Wirtschaft.
Ethik der Produkte
Unter diesem Teilbereich versteht man die Inhalte und Formen im Mediensystem und entwickelt
Kriterien zu ihrer Bedeutung. Hierbei ist die Frage nach dem Gemeinwohl bzw. dem öffentlichen
Interesse ethisch relevant.
Ethik der Produzenten
Hierbei werden zum einen die ethischen Grundlagen journalistischen Handels als Berufsethik der
Einzelner, zum anderen die ethisch relevanten Rahmenbedingungen, die von den Institutionen im
Mediensystem als Organisationsethik geschaffen werden betrachtet.
Ethik der Rezipienten
Als Ethik der Rezipienten betrachtet die Medienethik die Möglichkeit und Gefährdungen einer
verantwortlichen Nutzung der medialen Angebote und betont die ethische Relevanz der Vermittlung
von Medienkompetenz, weil sie den Rezipienten als aktiven Handlungsträger im Mediensystem sieht.
Typisch für diesen Teilbereich ist die Thematisierung des Einfluss des Mediensystems auf soziale
Verhaltensweisen und deren Veränderung oder die Frage nach der Nutzung des Mediensystems als
Verwirklichungsmöglichkeit persönlicher Interessen.
[1]
1
Skript „Einführung in die Medienwissenschaften“ Frank Barth
(LZ 10.01.13)
Seite 5
1.3
Aufgaben der Medienethik
Medienethik befasst sich mit folgenden Fragestellungen:

Mit welchen zulässigen Methoden dürfen Informationen (Bilder, Filme, Ton, Texte,
Dokumente) beschafft werden?

Wie weitgehend dürfen sie bearbeitet (zusammengefasst, umformuliert, geschnitten,
editiert) werden?

Welche Worte dürfen gewählt werden (neutraler Standpunkt)?

Wie sollen Informationen zur Veröffentlichung ausgewählt werden (Nachrichtenselektion)?

Welche Informationen dürfen überhaupt veröffentlicht werden, bzw. eher nicht (Ethik)?
Eine weitere Sichtweise basiert auf der Fragestellung „Welches sind die Aufgaben, die
Medienschaffende (vor allem Journalisten) gegenüber der Gesellschaft erfüllen (sollen oder
müssen)?“ Die Arbeit der Medien wird vor allem beeinflusst durch politische Überlegungen und
wirtschaftliche Überlegungen.
Medienethik versucht zu definieren, wo die Grenzen der Medienbeschaffenenden liegen.
[2]
Beispiel:
Kritik an einem Artikel in der FAS (Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)
Beim Deutschen Presserat ist eine Beschwerde des Band-Mitglieds Nadezhda Tolokonnikova von
Pussy Riot eingegangen. Die Musikerin, wirft der FAS vor, private Informationen und Gerüchte über
sie ungeprüft von russischen Medien übernommen und veröffentlicht zu haben.
Die Beschwerde wird am 5.12.2012 im Beschwerdeausschuss 1 des Presserats behandelt.
1.4
2
3
[3]
Merkmale einer Medienethik

Individuelle Verantwortung der Journalisten

Professionsethik (Richtlinien und Standards, z.B. Pressekodex)

Systemethik (ökonomische und juristische Gegebenheiten)
[4]
de.wikipedia.org/wiki/Medienethik
presserat.info/nc/inhalt/dokumentation/pressemitteilungen/2012.html
Seite 6
2. Kommunikationsökologie
2.1
Definition
Der Begriff „Kommunikationsökologie“ ist zunächst in der nordamerikanischen
Kommunikationsforschung entstanden. Die Übertragung aus den Naturwissenschaften auf den
sozialen Hintergrund geht aus der Gefährdungsvermutung hervor, dass nicht nur die natürlichen
Lebensgrundlagen durch die technischen Eingriffe des Menschen negativ berührt worden sind,
sondern auch die sozialen Kommunikationsprozesse (durch zunehmende Informatisierung und
Mediatisierung) nachhaltig geprägt werden, dass somit ein Ungleichgewicht zu Lasten der technisch
vermittelten Kommunikation entstanden sei.
James Jerome Gibson begründete eine Theorie der visuellen Wahrnehmung und der Wahrnehmung
im Allgemeinen. Schwerpunkt seiner Theorie ist die Kommunikation des Wahrnehmenden mit
bestimmten Eigenschaften der Umwelt. Um Wahrnehmung verstehen zu können, ist die Analyse der
Umwelt und des aktiven Subjekts wichtig. Auch Neurobiologen wird dieses Herangehen heute
bestätigt: „Tiere und Menschen verhalten sich zuerst, und danach bestimmt sich der Aufbau der
sensorischen Welt“
2.2
Lebewesen
Wahrnehmungsprozesse geschehen nicht unspezifisch bei Lebewesen, sie sind nicht allein von der
Existenz jeweiliger Sinnesorgane abhängig, sondern von der Spezifik der arteigenen Lebenserhaltung.
Aspekte der natürlichen oder kulturellen Umwelt bieten für jedes Lebewesen unterschiedliche
Angebote zu handeln.
Beispiel: Ein Falter hat als Beute für eine Fledermaus ein anderes Angebot als für einen Menschen.
Die Art der Lebenserhaltung bestimmt, ob ein Gegenstand oder ein Tier oder ein Mensch wichtige
Beute, Feind, lästige Begleiterscheinung, Gefahr oder unbedeutender Sachverhalt sind. Es ergibt sich
eine aus der Lebenserhaltung der Art begründete, jeweils spezifische Orientierung.
2.3
Spezifische Lebewesen in spezifischer Umwelt
Gibson hat besonders im Bereich der visuellen Wahrnehmung, die Anordnungen, Gegebenheiten der
menschlichen Umwelt untersucht und in ihrer Spezifik beschrieben, wie sie zu Angeboten für
menschliche Handlungen werden. Menschliche Wahrnehmung als Orientierung (mental) ist nach
Gibson darauf gerichtet, die Angebote einer Situation d.h. die Möglichkeiten zu handeln zu erkennen.
4
de.wikipedia.org/wiki/Medienethik#Merkmale_einer_Medienethik
Seite 7
Diese Orientierung wird von Menschen in verschiedenen Bereichen im Lauf des Lebens aufgebaut
und ist die Erkenntnisbasis unseres Handelns. Sie kann z.B. bei einem Schlaganfall oder bei Demenz
auch wieder verloren gehen, obwohl die Wahrnehmungsfähigkeit im engeren Sinn nicht verloren
geht.
2.4
Spezifische Lebewesen aktiv
Gibson betont, dass man z.B. motorisch gelernt haben muss, um zu sehen, was man sehen will.
(Unsere Körperbewegungen, Kopfbewegungen, und Augenbewegungen so zu steuern, damit man
überhaupt das sehen kann was man möchte). Allein beim Sehen mit einem Auge sind zehn
Augenmuskeln beteiligt, die gezielt gesteuert werden müssen. Dazu kommen die entsprechenden
Muskeln des zweiten Auges, des Nackens, des Oberkörpers und der Beine um sich auf Objekte
auszurichten, die man wahrnehmen möchte.
[5]
3. Wie beeinflusst uns die Werbung
Im Fernsehen erfolgt der Griff zur Fernbedienung oder eine Pinkelpause wird eingelegt. Im Radio
wird ohnehin nicht mehr aktiv zugehört und online sind die sich von selbst öffnenden Fenster schnell
wieder weggeklickt.
Werbung erfüllt jedoch wichtige Funktionen. Sie fördert beispielsweise den Absatz und schafft
Arbeitsplätze. Als Preis hierfür wird die Beeinflussung der Verbraucher/innen in Kauf genommen.
Es gibt Gesetzte und Verordnungen, die dafür sorgen, dass die Informationen über Preis,
Verwendungszweck, Qualität usw. ihre Richtigkeit haben. Ein durchschnittlich informierter,
aufmerksamer und verständiger Verbraucher soll seine Kaufentscheidung zwangsfrei und unbelastet
fällen können. Um uns zum Kauf zu überreden und unsere Aufmerksamkeit auf ein Produkt zu
lenken, werden die Produkte in „Scheinwelten“ präsentiert. Scheinwelten können zum Problem
werden, wenn die in den Scheinwelten dargestellten Werte von den gesellschaftlich akzeptierten
abweichen. Der Grund für solche Werbung, liegt in der Regel darin, dass Unternehmen mit
„Alltagswerbung“ die Verbraucher kaum noch erreichen: Mittlerweile müssen so viele Informationen
verarbeitet werden, dass nur noch maximal 5% der präsentierten Werbeinformationen von
Verbrauchern wahrgenommen wird. Das Problem würde gelöst werden, wenn es neue Wege gäbe
den Verbraucher zu erreichen, die einerseits werbewirksam sind und anderseits auf Diskriminierung,
Sexismus, Schockwerbung etc. verzichten. Bereits früher wurde beobachtet, dass Werbung
besonders erfolgreich ist, wenn sie Regeln und Normen bricht, sei es nur mit der ´lila Kuh´.
Heutzutage wird immer mehr über Werbung diskutiert.
[6]
5
6
de.wikipedia.org/wiki/James_J._Gibson
hausarbeiten.de/faecher/vorschau/72142.html
(LZ 29.12.12)
Seite 8
Beispiele hierzu:
Bei dem italienischen Bekleidungsunternehmen Benetton wurden plötzlich alle ethisch-moralischen
Grenzen überwunden. Sie zeigten unter anderem blutverschmierte Kleidungsstücke, Sterbende oder
das an Magersucht leidende Model Isabelle Cara, das nur kurze Zeit nach den Aufnahmen ihrer
Krankheit erlag. Alle bis dahin bestehenden Regeln wurden missachtet. Die ganze Welt sprach über
die großflächigen Plakate und manche versuchten sogar, gerichtlich gegen die Firma vorzugehen. Das
Unternehmen hatte jedoch sein Ziel erreicht: Aufmerksamkeit!
Ein Buchhändler aus Essen erzielte auch
Aufmerksamkeit. Er wirbt auf seiner
Webseite mit dem vor der Toskana
gesunkenen Kreuzfahrtschiff. Zu lesen ist:
“Schiff ahoi und Leinen los!“ dazu gibt es ein
Bild der Schlagzeile „Costa Concordia“. Wäre
eigentlich in Ordnung, aber bei diesem
Unglück starben nicht weniger als 32
Menschen. Was die Bevölkerung hier
entrüstet, stößt bei den Kollegen auf
Bewunderung!
3.1
Wer oder was hält die Werbetreibenden im Zaum?
Der Ethos-Baustein thematisiert den Deutschen Werberat – eine Institution der Werbewirtschaft, die
zwischen Markt und Staat angesiedelt ist. Er besitzt die Aufgabe, ethische Standards für die
Werbewirtschaft zu formulieren und deren Einhaltung zu überwachen. Der Ethos-Baustein antwortet
auf folgende Fragen:
- Welche ethischen Standards in der Werbung sollen beachtet werden?
- Schließen die Standesregeln des Deutsche Werberats die Lücke, die der Staat lässt?
- Kann ich auch als Bürger gegen anstößige Werbung vorgehen?
- Wie arbeitet der Deutsche Werberat?
- Kann der Deutsche Werberat die ethischen Grenzen der Werbung wirkungsvoll „verteidigen“?
- Oder kann nur der Staat die Erosion ethischer Standards in der Werbung verhindern?
- Ist die ethische Selbstregulierung der Werbewirtschaft beispielgebend für andere Branchen? [7]
7
ethos-wirtschaft.de/index.php?seite=unterrichtseinheiten&submenu=
erprobungsversionen&thirdmenu=deutschewerberat
(LZ 28.12.12)
Seite 9
3.2
Ethik und Moral in der Werbung
Die Firmen sind für die Ethik und Moral zuständig und nicht die Agentur. Die Agentur führt aus, was
ihr aufgetragen wurde. Einen Film für die Atomlobby machen. Ok. Verwerflich? Mag sein. Ist es denn
weniger verwerflich für Produkte zu werben, die gar nichts bringen und reine Geldverschwendung
sind? Kinderriegel mit der Extraportion Milch? Entweder klagen wir also jedes Produkt an oder wir
lassen es ganz. Wir konzentrieren uns auf gute oder schlechte Werbung, zerfetzen sie oder sinnieren
über Werbung und die neuesten Modeerscheinungen in dieser Branche. Hat Moral also etwas mit
der Werbung zu tun die im Fernseher kommt? Da finden sich viele kleine Lügen. Lügen in
Waschmittel, Kinderriegel, Gedanken, …
3.3
Werbung und Ethik
Der maximale Preis, den ein Zuschauer, Hörer oder Leser für Werbung bezahlt ist ein paar Sekunden
Aufmerksamkeit. Um diese Aufmerksamkeit zu bekommen, zielen die Werbetreibenden meist
unmittelbar auf die Emotionalität der Konsumenten ab. Werbung transportiert und verstärkt auf
diese Weise Werte, welche von der Gesellschaft in den Bereichen der Moral, der Ethik oder der
Religion geteilt werden. Allerdings kann die Werbung solche Werte bis zu einem gewissen Grad auch
provokativ herausfordern. Wie weit dürfen jedoch solche Provokationen gehen, ohne verletzend zu
wirken und ohne auf Kosten bestimmter Personengruppen billige Effekte zu erzielen?
Fühlt sich der Konsument beleidigt, schockiert oder übel, so geht dem Ganzen ein emotionaler
Vorgang voraus. Jeder weiß, dass alles was uns emotional trifft, besser haften bleibt.
Ein Beispiel:
Eine Türschnalle. Ein Fachverkäufer versucht recht nüchtern, die angenehme Lage eines speziellen
Türgriffs in der Hand zu erklären. In einem anderen Werbeclip sehen wir eine schöne Frau, mit
knapper Leder-Unterwäsche bekleidet, zerzauster Mähne und gefletschten Zähnen. Ihre Hände sind
an einen Türgriff gebunden. Darunter steht die Message: „Natürlich können sie den Türgriff auch
hierfür verwenden!“ Da ist es klar welche der beiden Werbungen uns im Gedächtnis bleibt.
Wir selbst entscheiden, wie weit bei solchen Werbemaßnahmen gegangen werden darf. Wenn uns
also etwas zu wieder ist, sollten wir das auch zeigen und dieses Produkt nicht kaufen.
3.4
Werbung und Moral
Früher war die Welt noch in Ordnung. Da badete die Frau in der Fernsehwerbung die Hand im
Spülmittel. Der Herr des Hauses entscheidet sich für ein Auto, da der Kofferraum eine gewisse
Menge an Bierkisten transportiert. Die Mainzelmännchen, das Äffchen mit dem Pferd, Otto,…
unterbrachen dabei die Werbeblöcke und sorgten für Sitzenbleiber. Das ist in der Gegenwart ein
bisschen anders – um nicht zu sagen: Grundsätzlich verschieden!
Seite 10
Es geht hauptsächlich darum, viel Aufmerksamkeit für sein Produkt zu gewinnen. Dies war auch der
Gedanke einer Eiswerbung, die zwar strategisch genau richtig, moralisch allerdings dort komplett fehl
am Platz war. Auf einer Plakatwand direkt vor dem Frankfurter Sankt Katharinen-Krankenhaus war
diese Werbung aufgeklebt:
Als der Konzern darauf angesprochen wurde,
hieß es, dass vor dem Start der Kampagne alle
Werbestandorte überprüft und Plakatwände an
Friedhofsmauern oder Krankenhäuern
absichtlich nicht gebucht wurden. Offenbar hat sich aber doch eine Plakatwand durchgeschmuggelt,
was dem Konzern sehr peinlich war. Oder war es etwa doch Absicht?
[8] [9]
Aber auch Sex wird häufig in der Werbung missbraucht. Zum Beispiel bei dieser Schuhwerbung:
Ist das wirklich Schuhwerbung? Fashion für junge Frauen – für das neue Tally-Weijl-Modell. Eine
beinharte Aussage! Doch wenn man genauer hinsieht, kann man einen kleinen Zettel auf dem ersten
8
9
fnp.de/fnp/region/lokales/frankfurt/geschmacklose-werbung-vor-demkatharinenkrankenhaus_rmn01.c.9044218.de.html
(LZ 29.12.12)
google.de/imgres?um=1&hl=de&sa=N&tbo=d&biw=1252&bih=619&tbm=isch&tbnid=
Rfp_q4TsKM2XcM:&imgrefurl=http://stockm.vs120047.hlusers.com/blog/%3Ftag%3Dmoral&docid=m
nSd_AujvwqyIM&imgurl=http://www.pixelfreund.ch/wpcontent/uploads/2008/09/image271.png&w=
530&h=232&ei=djb0UOqGLJCN4gSj14DwBw&zoom=1&iact=rc&dur=2&sig=101367806392672022685
&page=1&tbnh=140&tbnw=280&start=0&ndsp=22&ved=1t:429,r:19,s:0,i:139&tx=113&ty=88
(LZ 29.12.12)
Seite 11
Buchstaben erkennen. Dadurch erhält dies alles eine komplett andere Bedeutung: Aus dem P wird
ein F! Eine alte Weisheit der Werbekreativen: Sex sells. Egal um welches Produkt es sich handelt,
wirbt ein leichtbekleidetes knackiges Bikinimodel dafür, ist ein Hingucker garantiert.
4. Wie beeinflusst der mediale Ausdruck menschliches Verhalten?
Überall werden wir mit Werbung konfrontiert. Auf dem Weg zur Arbeit und zur Schule durch bunte
Lichtreklame, Flyer und Radiowerbung. Auf der Straße durch große Werbetafeln. In Geschäften
durch ansprechende Verpackungen. In unseren Briefkästen über kostenlose Zeitschriften und
Prospekte. In öffentlichen Verkehrsmitteln durch große Werbetafeln und besonders im eigenen
Wohnzimmer durch die Fernsehwerbung. Es besteht eine ständige mediale Präsenz.
Dabei spielt es keine Rolle, wofür geworben wird. Ob Produkt oder politischer Standpunkt.
Hauptsache das Interesse und die Aufmerksamkeit der Rezipienten ist geweckt.
Die Konsequenz daraus ist, dass die unglaublich großen Datenmengen kaum noch verarbeitet und
eingeordnet werden können. Die Wahrnehmung der realen Welt verschwimmt unterbewusst mit der
medialen Wahrnehmung.
[10] [11]
5. Medienunternehmen
Medienunternehmen unterscheiden sich von Unternehmen anderer Industrien, da sie die größten
Teile ihres Umsatzes ausschließlich mit Film-, Musik-, Presse-, oder Onlineinhalten verdienen. Sie sind
wesentlicher Erschaffer und Träger von Mode- und Meinungsströmungen und unterliegen eigenen
Bestimmungen. Große Medienunternehmen haben globale Macht. Einer der umsatzstärksten
Medienkonzerne der Welt im Jahr 2007 ist beispielsweise die deutsche Bertelsmann AG. [12] [13]
10
prometheusonline.de/heureka/kommunikationsoekologie/monografien/schicha2/index.htm
medienkultur.at/index.php?article_id=9
12
handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/medienbranche-die-groessten-medienkonzerneder-welt/3448106.html
13
de.wikipedia.org/wiki/Medienunternehmen
11
(LZ 12.01.13)
(LZ 10.01.13)
(LZ 13.01.13)
(LZ 08.12.12)
Seite 12
5.1
Wer trägt Verantwortung (Handlungsträger)?
Wer ist im Prozess der Erstellung und Verbreitung der Medien verantwortlich? Die Konkurrenz in der
Medienwelt ist groß. Die Herausgeber müssen immer auf dem neuesten Stand sein, sind ständig auf
der Suche nach Skandalen, Neuigkeiten oder interessanten Meldungen. Der Zeitdruck ist groß. Der
Druck schneller und besser zu sein als die Anderen hoch. Die Konkurrenz schläft nicht.
Dem Journalisten stehen somit nur kleine Aktionsspielräume zur Verfügung. Um ausreichend und
tiefgründig über jedes einzelne Thema gleichermaßen zu berichten und aufzuklären, fehlt sowohl in
der Recherche als bei der Darstellung die Zeit. Da die Aktualität bei Berichterstattung einen extrem
hohen Stellenwert einnimmt, muss deshalb oft eine gründliche Recherche unterbleiben.
[14]
5.2
Wofür trägt er die Verantwortung (Handlung)?
Die Medien spielen beispielsweise eine dominierende Rolle bei der politischen Meinungsbildung und
Entscheidungsfindung. Doch darf der Rezipient alles glauben, was er aus den Medien erfährt?
Medienberichte können kein Abbild der Wirklichkeit sein, sie dienen lediglich als Orientierungshilfe
und zur Erweiterung des vorhandenen persönlichen Wissens. Die Selektionskriterien für Nachrichten
ist nicht strikt an den jeweiligen Informationsgehalt gebunden. Manche Nachrichten werden anderen
vorgezogen. Mehr Aufmerksamkeit wird erregt, in dem über bekannte Themen gesprochen wird.
Themen mit vorhandenem Bildmaterial werden anderen vorgezogen, die nicht ausreichend visuell
dargestellt werden können. Nachrichten aus dem Inland werden in der Regel durch die Nähe des
Rezipienten mehr Priorität gegenüber ausländischen Meldungen eingeräumt.
[15] [16]
5.3
Wem gegenüber muss er sich verantworten (Betroffene)?
Jeder Medienvertreter unterliegt dem Pressekodex, auch Ehrenkodex genannt, des Presserats. Er
enthält publizistische Grundsätze wie die Wahrung des Ansehens der Presse oder verpflichtet dazu,
für die Pressefreiheit einzustehen. Der Pressekodex beinhaltet die Regelungen zum
Redaktionsdatenschutz, der die Presse dazu anhält, bei der Erhebung, Recherche, Verarbeitung oder
Veröffentlichung von personenbezogenen Daten zu journalistischen Zwecken die Intimsphäre und
das Recht auf Selbstbestimmung des Menschen zu wahren.
Im Falle eines Verstoßes in Online-, oder Printmedien eines Unternehmens gegen eines oder
mehrerer dieser publizistischen Grundsätze kann von jeder Person eine schriftliche Beschwerde beim
14
prometheusonline.de/heureka/kommunikationsoekologie/monografien/schicha2/index.htm (LZ 12.01.13)
prometheusonline.de/heureka/kommunikationsoekologie/monografien/schicha2/index.htm (LZ 13.01.13)
16
journalistik-journal.lookingintomedia.com/?p=523
(LZ 14.11.12)
15
Seite 13
Presserat eingereicht werden. Eine Beschwerde kann auch online eingereicht werden. Das Gremium
des Presserates entscheidet dann, ob ein Verstoß vorliegt und welche Maßnahmen angebracht sind.
Es stehen drei Maßnahmen zur Verfügung:
Hinweis:
Bei einem geringen Verstoß eines Medienunternehmens gegen den Pressekodex
erhält die betreffende Redaktion einen Hinweis, der aber nichtunter Ausschluss der
Öffentlichkeit stattfindet.
Missbilligung: Bei schweren Verstößen gegen den Pressekodex erhält die betroffene Redaktion eine
Missbilligung, die vorerst nicht öffentlich stattfindet. Nach §15 der
Beschwerdeordnung muss dies allerdings nicht veröffentlicht oder abgedruckt
werden. Allerdings wird vom Beschwerdeausschuss die Publikation der Missbilligung
empfohlen, da es als faire Berichterstattung gilt.
Rüge:
Als härtestes Sanktionsmittel kennt der Presserat die Rüge. Sie ist öffentlich an das
Medienunternehmen gerichtet und muss abgedruckt werden. Es gibt aber auch die
Möglichkeit einer nicht-öffentlichen Rüge. Bei schwerwiegenden Verstößen in denen
eine weitere Publikation aus Gründen des Schutzes der Opfer verbietet.
Der Deutsche Presserat verfolgt das politische Ziel, die Aufsicht des Staates über die
Medienbranchendurch durch eine funktionierende und freiwillige Selbstkontrolle unnötig zu
machen. Die Geschäftsführung des deutschen Presserates sieht die eigene Arbeit als erfolgreich an,
da der Staat bisher nicht gezwungen wurde, Gesetze für journalistische Arbeit zu erlassen und damit
Grenzen zu schaffen.
[17] [18]
5.4
Wofür muss er sich verantworten (Instanz?)
Mit welchen zulässigen Methoden dürfen Informationen (Bilder, Filme, Ton, Texte, Dokumente)
beschafft werden? Wie weitgehend dürfen sie zusammengefasst, bearbeitet, geschnitten,
umformuliert, oder editiert werden? Welche Worte dürfen gewählt werden? Wird von einem
neutralen Standpunkt und mit ausreichend Objektivität berichtet? Welche Informationen dürfen
überhaupt publiziert werden?
Die Regelungen des Redaktionsschutzes beinhalten folgende Richtlinien für Redaktionen:
17
18
de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Presserat#Pressekodex
presserat.info/inhalt/der-pressekodex/pressekodex.html
(LZ 12.01.13)
(LZ 13.01.13)
Seite 14
1. Wahrhaftigkeit und Achtung der Menschenwürde.
Oberstes Gebot ist die wahrheitsgetreue Unterrichtung der Öffentlichkeit. Jede Missachtung
schaden automatisch der Ruf und Ansehen der gesamten Branche.
2. Sorgfalt
Jede Recherche bedarf einer gewissen Sorgfalt. Informationen müssen auf ihre Richtigkeit
überprüft werden und auch die Wiedergabe dieser Informationen muss wahrheitsgetreu
sein.
3. Richtigstellung
Erweisen sich bereits veröffentlichte Behauptungen als falsch, sollte unverzüglich eine
Richtigstellung vorgenommen und auch abgedruckt werden.
4. Grenzen der Recherche
Beim Beschaffen von Daten, die personenbezogen sind, darf nicht sittenwidrig vorgegangen
werden.
5. Berufsgeheimnis
Das Zeugnisverweigerungsrecht darf gebraucht werden, um Informanten zu schützen und
um Informationen nicht ohne die ausdrückliche Zustimmung der Informanten
veröffentlichen zu müssen.
6. Trennung von Tätigkeiten
Ein Journalist darf keinesfalls Tätigkeiten ausüben, die der Glaubwürdigkeit der Branche
schaden könnten.
7. Trennung von Werbung und Redaktion
8. Persönlichkeitsrechte
9. Schutz der Ehre
10. Achtung von Weltanschauung, Sitte, Religion
11. Sensationsberichterstattung
Brutalität, Gewalt und Leid sind unangemessen sensationell. Der Jugendschutz muss
beachtet werden.
12. Diskriminierung
Geschlecht, Behinderung oder ethnische Zugehörigkeit dürfen kein Grund zur
Diskriminierung sein.
13. Unschuldsvermutung
Berichterstattungen über jedwede Verfahren gegen Personen müssen frei von Wertung sein.
Seite 15
14. Medizin-Berichterstattung
Bei Rezipienten dürfen keine Hoffnungen oder Ängste dadurch verursacht werden, dass
Forschungsergebnisse falsch interpretiert werden oder frühzeitig bekannt gegeben werden.
15. Vergünstigungen
Medienunternehmen und alle Beschäftigte eines Medienunternehmens sollten jede Art von
Vorteilen ausschlagen, da darunter die Unabhängigkeit und das Ansehen der Branche leiden.
16. Rügenveröffentlichung
19
presserat.info/inhalt/der-pressekodex/pressekodex.html
presserat.info/inhalt/der-pressekodex/pressekodex.html
21
de.wikipedia.org/wiki/Medienethik
22
netzwerk-medienethik.de/
20
[19][20] [21] [22]
(LZ
(LZ
(LZ
(LZ
14.01.13)
13.01.13)
13.01.13)
13.01.13)
Seite 16
Quellenverzeichnis
1.
Medienethik
1.1
Definition
1.2
Vier Teilbereiche der Medienethik:
Skript „Einführung in die Medienwissenschaften“ Frank Barth
1.3
(LZ 10.01.13)
Aufgaben der Medienethik
de.wikipedia.org/wiki/Medienethik
presserat.info/nc/inhalt/dokumentation/pressemitteilungen/2012.html
1.4
Merkmale einer Medienethik
de.wikipedia.org/wiki/Medienethik#Merkmale_einer_Medienethik
2.
Kommunikationsökologie
2.1
Definition
2.2
Lebewesen
2.3
Spezifische Lebewesen in spezifischer Umwelt
2.4
Spezifische Lebewesen aktiv
de.wikipedia.org/wiki/James_J._Gibson
3.
Wie beeinflusst uns die Werbung
hausarbeiten.de/faecher/vorschau/72142.html
3.1
(LZ 29.12.12)
Wer oder was hält die Werbetreibenden im Zaum?
ethos-wirtschaft.de/index.php?seite=unterrichtseinheiten&submenu=
erprobungsversionen&thirdmenu=deutschewerberat
3.2
Ethik und Moral in der Werbung
3.3
Werbung und Ethik
3.4
Werbung und Moral
(LZ 28.12.12)
1
fnp.de/fnp/region/lokales/frankfurt/geschmacklose-werbung-vor-demkatharinenkrankenhaus_rmn01.c.9044218.de.html
(LZ 29.12.12)
Seite 17
google.de/imgres?um=1&hl=de&sa=N&tbo=d&biw=1252&bih=619&tbm=
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(LZ 29.12.12)
4.
5.
5.1
5.2
Wie beeinflusst der mediale Ausdruck menschliches Verhalten?
prometheusonline.de/heureka/kommunikationsoekologie/monografien/
schicha2/index.htm
(LZ 12.01.13)
medienkultur.at/index.php?article_id=9
(LZ 10.01.13)
Skript „Einführung in die Medienwissenschaften“ Frank Barth
(LZ 10.01.13)
Medienunternehmen
handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/medienbranche-die-groesstenmedienkonzerne-der-welt/3448106.html
(LZ 13.01.13)
de.wikipedia.org/wiki/Medienunternehmen
(LZ 08.12.12)
Skript „Einführung in die Medienwissenschaften“ Frank Barth
(LZ 10.01.13)
Wer trägt Verantwortung (Handlungsträger)?
prometheusonline.de/heureka/kommunikationsoekologie/monografien/
schicha2/index.htm
(LZ 12.01.13)
Skript „Einführung in die Medienwissenschaften“ Frank Barth
(LZ 10.01.13)
Wofür trägt er die Verantwortung (Handlung)?
prometheusonline.de/heureka/kommunikationsoekologie/monografien/
schicha2/index.htm
(LZ 13.01.13)
journalistik-journal.lookingintomedia.com/?p=523
(LZ 14.11.12)
Skript „Einführung in die Medienwissenschaften“ Frank Barth
(LZ 10.01.13)
Seite 18
5.3
5.4
Wem gegenüber muss er sich verantworten (Betroffene)?
de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Presserat#Pressekodex
(LZ 12.01.13)
presserat.info/inhalt/der-pressekodex/pressekodex.html
(LZ 13.01.13)
Skript „Einführung in die Medienwissenschaften“ Frank Barth
(LZ 10.01.13)
Wofür muss er sich verantworten (Instanz?)
presserat.info/inhalt/der-pressekodex/pressekodex.html
(LZ 13.01.13)
de.wikipedia.org/wiki/Medienethik
(LZ 13.01.13)
netzwerk-medienethik.de/
(LZ 13.01.13)
Skript „Einführung in die Medienwissenschaften“ Frank Barth
(LZ 10.01.13)
Seite 19
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