Werbung im Wandel der Zeit - Media - ÖKO

Werbung
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Ausgabe September 2010
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Markt & Medien
Foto: Kurt MISAR/Fotolia
Informationen für Kunden, Agenturen und Entscheider
MUM
Frauen lieben Sneaker
Von BDIH zu Natrue
Perfekte Mülltrennung
Sneaker sind beim weiblichen Geschlecht
angesagter denn je. Das ergab eine GfKUmfrage unter 541 Frauen. Demnach haben 99 % mindestens ein Paar in ihrem
Schrank. 69 % nennen sogar zwei bis fünf
Modelle ihr Eigen. Die größte Auswahl haben Frauen zwischen
14 und 19 Jahren: 11,6 % sind im Besitz von mehr als sechs Paar
Sneakers, weitere 78,3 % haben immerhin zwei bis fünf Modelle.
Ein aktueller ÖKO-Test brachte allerdings erschreckende Ergebnisse zutage: In 13 der 15 untersuchten Schuhe entdeckte das Labor Chrom, in einem Sneaker mehr Mengen des krebserregenden
aromatischen Amins Benzidin, als gesetzlich zugelassen, bei einem
u www.gfk.de
Drittel der Modelle lösten sich die Sohlen. dm’s Alverde wechselt vom BDIH-Logo für kontrollierte Naturkosmetik zum NaTrue-Label. Bis Herbst will dm die Mehrzahl seiner 300 Alverde-Produkte umgestellt haben, den Anfang machte
im Mai das Men Waschgel. NaTrue stehe für einen internationalen
Standard, der weltweit durch ein einheitliches Logo erkennbar
ist, erklärt Produktmanagerin Laura Kupczyk den Schritt. Die
eigenen strengen Standards sind laut dm Drogeriemarkt teilweise bereits über die des BDIH hinausgegangen. Der Bekanntheit des
NaTrue-Logos dürfte die Umstellung nützen: Rund 700 Produkte
sind aktuell zertifiziert.
u www.dm-drogeriemarkt.de
Papier, Glas, Verpackung: Beim Mülltrennen sind die Bundesbürger längst Weltmeister. Wenn es nach dem Willen des Gesetzgebers
geht, kommt jetzt zu den vor deutschen Haushalten stehenden
Tonnen eine weitere verpflichtend dazu: eine grüne für Bio-Müll.
Laut Referentenentwurf für das neue Kreislaufwirtschaftsgesetz
müssen die Kommunen ab 2015 flächendeckend Tonnen für BioAbfall anbieten. Zudem werden die gelben Tonnen für Verpackungen mit dem „grünen Punkt“ durch sogenannte Wertstofftonnen
ersetzt. Die schlucken jede Form von Plastik, auch Metalle, Leder,
Textilien und kleine elektrische Geräte vom Toaster bis zum Haartrockner. Es soll aber nicht nur besser getrennt werden, der Entwurf setzt die Recyclingquote für Siedlungsabfall bei 65 Prozent,
u www.bmu.de
die für Bauabfälle bei 80 Prozent fest. inhalt
Titelthema
01 Werbung im Wandel der Zeit
Pressespiegel
03 ÖKO-TEST in den Medien
Spezial: Essen
04 Essen heute
05Lebensmittelimitate
06Aromastoffe
07Lebensmittelüberwachung
Marktdaten
08 Ernährung/Essen/Trinken
09 Kosmetik/Mode
10 Freizeit/Technik
11 Geld/Recht/Versicherungen
Heftvorschau
12 Heftvorschau im Detail
News & Trends
14 Neues aus dem Markt
17 Firmenporträt
Revue
18 Warenkunde/Rezept/Buchtipp
ÖKO-TEST Online
19 W3B-Umfrage 2010
Impressum
19 Ansprechpartner
Werbung im Wandel der Zeit
Früher nannte man es Reklame, heute sprechen die meisten von Werbung.
Rund 3.000 Spots kämpfen täglich alleine im deutschen Fernsehen um
die Aufmerksamkeit der Zuschauer. Dazu kommen unzählige Zeitschriften-, Hörfunk- und Internetwerbungen. Trotz Dauerbeschuss –
den Konsumenten zu erreichen, wird immer schwieriger.
H
istoriker erzählen gerne,
dass es Werbung schon
rund 4.000 Jahre vor
Christus im alten Ägypten gab. Legt
man die Definition des Brockhaus
zugrunde, nach der Werbung „alle
Maßnahmen zur Absatzförderung“
umfasst, gab es tatsächlich schon
in der Antike Werbung: Öffentliche
Ausrufer, die staatliche wie auch private Termine oder die Ankunft der
Händler ankündigten. Der Begriff
Reklame hat hier seinen Ursprung,
von lateinisch reclamare = ausrufen.
Vor 2.000 Jahren meißelten dann
Bäcker und Wirte in Pompeji ihre
Angebote auf Wände und Mauern.
Im Mittelalter wurden daraus die
sogenannten Stadtschreier.
Werbung im heutigen Sinn
Unserem Verständnis von Werbung
kommt es eher entgegen, den Beginn
der Werbung auf das 17. Jahrhundert
zu legen. Der Buchdruck wurde zwar
schon über 200 Jahre zuvor erfunden,
doch konnten die Händler ihre Werbeblätter noch nicht im großen Stil
unters Volk bringen. 1650 war mit
der ersten Tageszeitung der Welt in
Leipzig das passende Medium gefunden. Daneben etablierten sich reine
Werbezeitungen, in die Händler gegen Bezahlung ihre Waren eintragen
konnten. Diese sogenannten Intelligenzkomptoirs standen unter staatlicher Kontrolle, an jeder Anzeige
verdiente der Staat mit. Um sich ein
Monopol zu sichern, verbot Friedrich
Wilhelm I. zwischenzeitlich die Werbung in Tageszeitungen. Erst als 1850
der Markt wieder freigegeben wurde,
entwickelte sich das Werbesystem,
wie wir es heute kennen.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts führte die industrielle Revolution zu einer Massengesellschaft
und damit zu einer Massenproduktion. Das erste Werbebüro wurde
1843 in Philadelphia gegründet. Mit
der Pressefreiheit 1849 stieg die Zahl
geschäftlicher Werbung, gegen 1900
waren viele Tageszeitungen zu reinen
Anzeigenblättern verkommen. Aber
nicht nur der Umfang der Werbung
änderte sich, auch der Stil: Waren
die ersten Anzeigen lediglich Produkthinweise, wurde der Ton ab 1870
immer sensationslüsterner. Es ist zudem der Beginn der Zielgruppenwerbung, wie man heute sagt. Denn in
den folgenden Jahren richtete sich die
Werbung erstmals an einzelne soziale
Schichten. Um die Jahrhundertwende starteten dann Unternehmen wie
Maggi, Odol oder Nivea groß angelegte Kampagnen, um ihr Produkt
editorial
„Der Idealismus wächst mit der Entfernung
vom Problem.“ (John Galsworthy)
Was wäre, wenn man Kaputtes stets reparieren, nie etwas Neues kaufen
würde? Man müsste über die verschiedensten handwerklichen Fähigkeiten
verfügen. Oder Glück haben, dass jemand anderes die Dinge repariert. Und
genau das machte Roland Roos. Er reiste zwei Jahre quer durch Europa,
unter anderem nach Berlin, Zürich, Oslo, Bratislava, London, Warschau
und Wien, und reparierte alles, was ihm als kaputt vor die Finger kam.
Ohne Erlaubnis und ohne Wissen des Eigentümers. Einfach so. Er ersetzte
kaputte Fensterscheiben, malte Verkehrsschilder neu, stopfte Löcher im
Straßenbelag, reparierte Türen, Zäune, den OBI-Biber, ein Tchibo-Schild
und sogar einen platten Autoreifen. Im April 2010 endete sein Projekt, die
Bilder vorher – nachher kann man im Internet ansehen:
u www.rolandroos.net
Patrick Junker, Geschäftsführer
als Marke zu etablieren. Noch heute werden viele Markennamen mit
Produktnamen gleichgesetzt. Bestes
Beispiel: Tempo für Taschentuch oder
Tesa für Klebeband.
Wünsche werden geweckt
Parallel versuchen Firmen erstmals
Bedürfnisse beim Konsumenten zu
wecken. Da immer mehr Produkte
auf den Markt kommen, hat der die
Qual der Wahl. In diese Zeit fällt auch
die Etablierung von Scheinwelten.
Bei dieser psychologisch ausgefeilten
Form der Werbung gilt es nicht mehr
das Produkt plump zu bewerben, sondern es in einen Kontext einzubetten.
Die Werbung begann sozusagen, bewusst mit den Träumen der Menschen
zu spielen. Mit dem Wirtschaftsaufschwung der 50er- und 60er-Jahre
erlebte auch die Werbung einen neuen Boom, allerdings keine kreativen.
Naive und vor allen Dingen frauenfeindliche Klischees bestimmen Anzeigen und Spots. Die Frau gehört,
adrett zurechtgemacht, hinter den
Herd. Der Mann, der seinen Wohlstandsbauch mit Stolz vor sich herträgt, geht jeden Morgen zur Arbeit.
Im Laufe der folgenden Jahrzehnte
wird das Fernsehen als Medium
immer wichtiger. Als 1984 RTL und
Sat.1 auf Sendung gehen, ist der Markt
frei: Mussten die Werber bis dahin um
einen Sendeplatz im öffentlich-rechtlichen Fernsehen kämpfen, hatten sie
nun die freie Auswahl. Das Buhlen um
die Aufmerksamkeit des Kunden be-
september termine
27.08. – 05.09.2010
Caravan Salon Düsseldorf
www.caravan-salon.de
16.09. – 19.09.2010
Kind + Jugend Köln
www.kindundjugend.de
01.09. – 04.09.2010
Eurobike Friedrichshafen
www.eurobike-show.de
18.09. – 26.09.2010
Interboot Friedrichshafen
www.interboot.de
03.09. – 08.09.2010
Internationale Funkausstellung Berlin
www.ifa-berlin.de
21.09. – 26.09.2010
Photokina Köln
www.photokina.de
05.09. – 07.09.2010
spoga+gafa Köln
Gartenmesse
www.spogagafa.de
08.09. – 10.09.2010
Popkomm Berlin
www.popkomm.de
23.09. – 25.09.2010
FA!R Dortmund
Messe für fairen Handel
www.fair2010.de
28.09. – 30.09.2010
Mail Order World Wiesbaden
www.versandhandelskongress.de
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