Kamma im Buddhismus - Dhamma-Dana

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Kamma im Buddhismus
von
Ajahn Buddhadāsa1
Als Buddhisten sollten wir das Wesen von kamma im Buddhismus kennen. Wir sollten
nicht einfach blindlings das kamma, das in anderen Religionen gelehrt wird, für unsere
Übung verwenden. Ansonsten werden wir in erbärmlicher Weise im Bereich von kamma
kreisen, ohne jemals über seinen Machtbereichs hinaus zu gelangen, frei davon zu werden.
Warum sollten wir das Wesen des kamma kennen? Aus dem einfachen Grund, weil unser
Leben auf das engste damit verbunden ist. Genauer gesagt, ist das Leben eigentlich ein
kamma-Strom. Der Wunsch zu handeln treibt uns zur Handlung und bedingt das Erfahren
der Ergebnisse dieser Handlung. Der Wunsch zur Handlung entsteht wieder und wieder,
in unaufhörlicher Folge. Deshalb ist das Leben nur ein Strickmuster aus kamma. Wenn
wir kamma jedoch richtig verstehen, läuft in unserem Leben alles glatt, ohne Probleme
oder Leid.
Es gibt zwei Lehrmeinungen über das kamma: Eine wurde schon vor dem Buddha gelehrt
oder, anders gesagt, sie wird außerhalb des Buddhismus gelehrt. Die andere ist ein
Grundprinzip des Buddhismus. Die erste Lehrmeinung zeigt nur die eine Hälfte des
Gesamtzusammenhangs. Laut dieser Lehrmeinung kann man das kamma nicht
überwinden, sondern bleibt in ihm gefangen. Man wünscht sich sogar, unter seinem Joch
zu stehen und damit gut zurechtzukommen, ohne jemals zu versuchen, für die eigene
Befreiung zu kämpfen. Man handelt, als ob man ein Guthaben für eine befriedigendere
Wiedergeburt anhäufen möchte. Man denkt niemals daran, das eigene kamma zu beenden,
statt dessen stützt man sich darauf. Aber im Buddhismus können wir kamma in dem Maß
verstehen lernen, daß wir es überwinden und darüber hinausgehen können. Dann müssen
wir die Last des kamma nicht länger tragen. Um das zu tun, werden wir weder einfach
dasitzen und nichts tun, noch auf Götter vertrauen, noch schwarze Magie in einem heiligen
Fluß betreiben, um so unser kamma zu läutern.
Es ist für die meisten Menschen unvorstellbar, von kamma losgelöst zu sein. Manche
mögen so einen Seinszustand sogar für eine Art Täuschung halten. Aber es ist wirklich
möglich, wenn wir den Buddha als wahren Freund haben. Das wird uns helfen, alle zehn
Richtigkeiten zu üben: Den Edlen Achtfachen Pfad zusammen mit Rechter Einsicht und
Rechter Erlösung im Einklang mit dem Gesetz des Bedingten Zusammenentstehens.2 Bei
1
Deutsche Übersetzung von Viriya München 1999
Paṭicca-samuppāda: Bedingtes Zusammenentstehen, bedingtes Zusammenaufsteigen: Die tiefgründige und
detaillierte ursächliche Abfolge, die Leiden zusammenbraut und ihre Beschreibung. Bedingt durch geistige
Blindheit (avijjā) gibt es Zusammenbrauen (saṅkhāra); bedingt durch Zusammenbrauen gibt es Sinnes2
korrekter Übung tritt kein mit Unwissenheit behaftetes Gefühl auf, das zu einem Wunsch
nach verschiedenen kamma- Ergebnissen führen würde.
Die körperlichen, sprachlichen und geistigen Handlungen fühlender Wesen, die vom
Willen und speziell vom Verlangen gesteuert werden und die durch Herzenstrübungen 3
entstehen, werden kamma genannt. Das Ergebnis von kamma nennt man vipāka. Diese
Ergebnisse geschehen im Einklang mit dem Gesetz der Natur. Gewöhnliche Menschen
haben Absichten als die Ursache ihrer Handlungen, die dann zu Kamma werden. Gute
Absichten führen zu guten Taten; böse Absichten führen zu bösen Taten. Durch Moral und
Kultur ist jedermann angehalten, das Gute zu tun, das niemanden in Schwierigkeiten
bringt, sondern gute Ergebnisse für jeden erzeugt.
Eine Handlung, die nicht von Herzenstrübungen verursacht wurde, zum Beispiel die
Willensregung eines Arahants4, wird nicht kamma sondern kiriya (Funktion) genannt. Das
Ergebnis von kiriya ist dementsprechend patikiriya (Reaktion).
Es gibt viele Arten von Kamma, die von den Eigenschaften der Taten und der Täter
abhängig sind. Einige begehen um ihrer Wunsch-Selbste willen selbstsüchtige Taten.
Andere handeln auf eine Weise, die zum Erlöschen der Selbstvorstellung und zum
Erreichen des Nibbāna führt. Es gibt Menschen, die sich an weltlichem Reichtum,
himmlischem Reichtum und dem erfolgreichen Verwirklichen von Nibbāna erfreuen
wollen, was einander auszuschließen scheint. Einige brüsten sich gerne ihrer guten Taten,
aber andere vollbringen ihre guten Taten im Verborgenen. Die einen posaunen ihre
verdienstreichen Taten hinaus, aber andere bedürfen solcher Bekanntmachungen nicht.
Einige führen ihre Taten mit übertriebenen Zeremonien durch, aber andere benötigen
keinerlei Zeremoniell. Einige handeln aus Furcht vor schwarzer Magie oder aus
Aberglauben, aber andere handeln als richtige Buddhisten. Daher ist es augenscheinlich,
daß es verschiedene Arten von kamma gibt. Jedoch kann man sie in zwei Gruppen
einteilen: Die Handlungen mit Selbst oder für das Selbst und die Handlungen für das
Erlöschen von Selbst oder Selbstsucht. Die meisten Menschen betreiben „Gutes-Tun“ wie
einen Handel und erwarten einen übermäßigen Profit. Aber andere wünschen sich das
Erlöschen aus des Lebens Teufelskreis. Laßt uns das bei uns selbst untersuchen!
Heutzutage werden in den Büchern mancher Inder und Europäer unter dem Thema
„Karma und Wiedergeburt“ falsche kamma-Lehren publiziert. Sie handeln von kamma und
Wiedergeburt im Hinduismus, werden aber unter dem Namen des Buddhismus präsentiert.
So wird die rechte Lehre im Buddhismus falsch dargestellt. Das sollte berichtigt werden,
damit das Wesen des kamma im Buddhismus unverfälscht erhalten bleibt.
Erstens: Der Buddha akzeptierte zwar die wahre aber unvollständige Lehre von guten und
schlechten Taten und ihren Ergebnissen, die vor seiner Zeit oder außerhalb seiner Lehre
dargelegt wurde, als richtige Aussage beziehungsweise als eine nicht falsche Ansicht von
Bewußtsein (viññāṇa); (...) Geist und Körper (nāma-rūpa); (...) Sinnesgrundlagen (salāyatana); (...) SinnesKontakt (phassa); (...) Gefühl (vedanā); (...) Begehren (taṇhā); (...) Anhaften (upādāna); (...) Werden
(bhava); (...) Geburt (jāti); durch Geburt gibt es Alter und Tod (jāra-mārana); und so entsteht die ganze
Leidensmasse (dukkha).
3
Kilesa: Herzenstrübungen, Beschmutzungen, Unreinheiten des Geistes: Alle Dinge, die den citta
abstumpfen, verdunkeln, trüben, beflecken und traurig machen.
4
Arahat: Würdiger, völlig erwachtes Wesen, vollkommener Mensch: ein lebendes Wesen, völlig frei und
leer von allem Anhaften, kilesa, Glaube an ein Selbst, Selbstsucht und dukkha.
2
kamma. Aber er fügte einen weiteren Aspekt dazu: Das Ende des kamma entsprechend der
Prinzipien des Buddhismus. So vervollständigte er die kamma-Lehre.
Das Ende des kamma kann man, je nach Einteilung, entweder als die dritte Art von kamma
bezeichnen, weil es heilsame und unheilsame Handlungen gibt und die Handlungen, die
zum Ende von beiden, von sowohl heilsamen als auch unheilsamen Handlungen, führen.
Oder aber wir zählen anders, und sprechen von der vierten Art von kamma, wenn wir zu
guten und bösen Taten, noch gemischte Taten hinzunehmen. Aber ganz gleich welche
Bezeichnung wir bevorzugen, ohne das kamma das zum Ende von kamma führt ist das
Wesen der kamma-Lehre im buddhistischen Sinn nicht vollständig.
3
Zweitens: Jedes Mal, wenn jemand handelt, geschieht eine „Wiedergeburt“, und diese
„Wiedergeburt“ tritt spontan im Moment der Handlung ein. Wir brauchen nicht auf eine
„Wiedergeburt“ nach dem Tod zu warten, wie wir sie gewöhnlich im weltlichen Sinn
verstehen. Wenn jemand denkt und handelt, wird sein Geist spontan durch die Kraft von
Verlangen und Anhaften geändert. Das führt zu Werden und Geburt im Einklang mit dem
Gesetz der Bedingten Zusammenentstehung (Paṭicca-samuppāda). Diese Wahrheit sollte
als die wahre Lehre im Buddhismus erkannt werden. Es ist das Grundprinzip im
ursprünglichen, unbefleckten Buddhismus, daß es kein Selbst gibt, das wiedergeboren
werden könnte.5 Wie sich die Auffassung von Wiedergeburt nach dem Tod in den
Buddhismus eingeschlichen hat, ist schwierig zu erklären, und wir müssen uns nicht damit
zu beschäftigen. Die „Wiedergeburt“ im Strom der Bedingten Zusammenentstehung zu
verhindern, ist genug für uns. Diese Übung ist wahrhaft im Einklang mit dem Buddhismus,
und unsere Handlungen werden zu kamma, das wir als Zuflucht nutzen können. Wenn eine
gute Tat getan wird, entsteht spontan Gutes; wenn eine böse Tat getan wird, entsteht
spontan Böses. Es gibt keinen Grund, auf das Ergebnis in einem anderen Moment zu
warten. Falls es nach dem Tod eine Wiedergeburt gibt, geschieht diese Wiedergeburt nur
aufgrund des kamma, das jemand in diesem Leben gewirkt hat, und das Ergebnis dieses
kamma kam bereits in diesem Leben zum Tragen. Wir sollten uns also darüber keine
Sorgen machen oder unsere Übung davon stören lassen.
Wir sollten wirklich erkennen, daß der Geist, der eine Handlung ausführt, selbst das
kamma ist, und der nachfolgende Geist das Ergebnis dieses kamma (vipāka) ist. Andere
Resultate, die folgen, sind nur unsichere Nebeneffekte, da sie eintreten oder nicht eintreten
können oder wegen irgendwelcher Störfaktoren nicht unseren Erwartungen entsprechen.
Daß die Frucht einer Handlung in dem Geist zur Reifung gelangt, der die Handlung
ausführte, ist jedoch gewiß. Dies entspricht dem buddhistischen Prinzip des NichtVorhandenseins eines Selbst oder einer Seele, die wiedergeboren werden könnte. Die
Ansicht zu haben, daß eine Seele wiedergeboren wird, bedeutet ein Abweichen von der
Wahrheit des Nicht-Selbst. Wenn eine gute oder eine böse Handlung stattfindet, entsteht
ihr entsprechend spontan „Gutheit“ oder „Bösheit“ im Geist, ohne daß wir darauf warten
müßten. Aber die meisten Menschen erwarten im Außen bestimmte Resultate und werden
dann durch Störfaktoren enttäuscht. Dieser Umstand kann jemanden zu der Ansicht
verleiten, daß gute Taten schlechte Ergebnisse und schlechte Taten gute Ergebnisse
zeitigen. Wir sollten vor dieser falschen Ansicht auf der Hut sein und die rechte
Anschauung zu diesem Thema entwickeln.
Das Ergebnis einer kammischen Handlung muß für einen selbst wahrnehmbar sein, sofort
eintreten, der Überprüfung offen stehen und sollte nicht im Widerspruch zur Wahrheit der
Nicht-Selbstheit der fünf Zusammenhäufungen6 stehen. Der Geist ist nur ein Phänomen,
5
Anattā: Nicht-Selbst, Selbstlosigkeit, Nicht-Selbstheit, Nicht-Seele: Die Tatsache, daß alle Dinge ohne
Ausnahme, inklusive Nibbāna, Nicht-Selbst sind und jeglicher, unveränderlicher Essenz oder Substanz
entbehren, die richtigerweise „Selbst“ genannt werden könnte. Diese Wahrheit verneint nicht die Existenz
der Dinge (dhammas), sondern sie verneint, daß sie besessen oder kontrolliert werden könnten außer in
einem relativen und konventionellen Sinne.
6
Khandha: Anhäufung, Daseinsgruppen, Zusammenhäufungen, Kategorien: Die fünf grundlegenden
Funktionen, die ein menschliches Leben ausmachen. Diese Gruppen sind keine Dinge an sich, sie sind nur
die Kategorien, in welche alle Aspekte unseres Lebens mit der Ausnahme von Nibbāna eingeordnet werden
können. Keines der khandha ist ein „Selbst“, noch bilden sie gemeinsam ein „Selbst“, noch gibt es ein
„Selbst“, das getrennt von ihnen existiert. Die fünf sind rūpa-khandha, Formanhäufung (Körperlichkeit);
4
das entsprechend der Umwelteinflüsse von dieser Seite nach jener Seite gestoßen wird.
Die darauf folgende Reaktion wird, entsprechend unserer Zufriedenheit oder
Unzufriedenheit damit, als gut oder böse akzeptiert und definiert. Wir sollten jedoch
darauf abzielen, das kamma zu beenden, über seinen Machtbereich hinauszugelangen.
Dann werden wir zu einem Erleuchteten, Erwachten, zu einem wahren Buddha.
Auf der moralischen Ebene gibt es in den Schriften tatsächlich eine Definition von kamma
im Sinne eines Selbst. Diese Definition widerspricht jedoch dem höheren Prinzip des
Nicht-Selbst (anattā). Wir sollten die Definitionen richtig verstehen, andernfalls werden
wir aus unserer Übung keinen Nutzen ziehen, da wir nicht in der Lage sein werden, über
kamma hinauszugelangen. Sich ewig von kamma unterjochen zu lassen, entspricht nicht
dem Grundsatz des kamma, wie es im Buddhismus gelehrt wird. Laßt unser Ziel sein, das
kamma auszuüben, das zum Ende von allem kamma führt. Das wird uns davor bewahren,
unwissend den falschen Weg zu gehen.
Die Vorstellung von kamma und Nicht-Selbst ist in verschiedenen Punkten verwirrend
und schwer verständlich. Ein Mönch fragte einst den Buddha: „Wie kann es bei kamma,
das vom Nicht-Selbst getan wurde, zu einem Resultat für das Selbst kommen?“ Diese
Frage wurde durch die anattā-Lehre aufgeworfen. Wie kann der „Täter“, dessen Geist und
Körper doch leer von einem Selbst sind, nach der Tat das Ergebnis empfangen, und wie
kann das Ergebnis den willentlich handelnden Täter, das vermeintliche Selbst,
beeinflussen? Die neue Vorstellung des Nicht-Selbst widerspricht der alten Vorstellung
eines realexistierenden Selbst. Denn auch wenn ein „Selbst“ entscheidet, Nicht-Selbst zu
sein, und im Namen von Nicht-Selbst handelt, so besteht immer noch das Gefühl eines
Selbst, und daher der Eindruck die Ergebnisse der Taten zu empfangen.
Wenn wir jedoch die anattā-Lehre richtig verstanden haben, erkennen wir, daß, wenn
Körper und Geist frei von einem Selbstgefühl sind, das Resultat der Handlung nur ein
„Selbstfreies“ Körper-und-Geist-Gebilde trifft, also ins Leere fällt. Solange jedoch Körper
und Geist von einem Selbstgefühl erfüllt sind, wird das Ergebnis der Handlung immer auf
das „Selbst“ treffen. Ist das kamma anattā, wird das direkte Resultat und das, was
entsprechend des kamma-Gesetzes sonst noch geschieht, auch anattā sein wie im Fall des
Arahant.
Viele Menschen haben gelernt, daß der Tod das Ende von kamma sei. Wenn jemand stirbt,
murmeln sie: „Sein kamma ist bereits erloschen.“ Überdies behaupten sie oft, daß jemand
entsprechend seiner guten und schlechten Taten stirbt. Sie verstehen weder, daß auch das,
was ihnen widerfährt, im Einklang mit ihrem guten und schlechten kamma steht, noch daß
das wirkliche Ende von kamma die Verwirklichung des Nibbāna ist.
Nibbāna ist nicht nur die Freiheit von kamma und von seinen Ergebnissen, sondern auch
das Erlöschen des samsarischen Teufelskreises, der sich im Einklang mit kamma dreht.
Nibbāna ist deshalb erstrebenswert und nicht schrecklich. Trotzdem ziehen es viele
Menschen vor, im kammischen Teufelskreis des Lebens gefangen zu bleiben,
vorzugsweise in dem kamma, nach dem sie aufgrund ihrer Herzenstrübungen verlangen,
vedanā-khandha, Gefühlsanhäufung; saññā-khandha, Wahrnehmungsanhäufung (einschließlich
Wiedererkennen und Unterscheiden); saṅkhāra-khandha, Gedankenanhäufung (einschließlich Emotionen);
viññāṇa-khandha, Sinnesbewußtseinsanhäufung.
5
welches sie aber nie so bekommen, wie sie es sich wünschen. Jemand, der ein großes Ego
hat, wird normalerweise das Ende von kamma hassen und fürchten, weil die kammaErgebnisse, die er für sein „Selbst“ begehrt, seiner Anschauung nach erstrebenswert sind.
6
Wenn man willentlich handelt, verläuft das Leben entsprechend des kamma, das heißt,
man ist an gutes oder schlechtes kamma gebunden. Gutes kamma läßt uns lachen;
schlechtes kamma läßt uns weinen. Beide ermüden uns zu Tode. Trotzdem lieben wir es
immer noch zu lachen, weil wir die falsche Vorstellung haben, daß gutes kamma eine
große Wohltat ist. Wenn aber kamma unser Leben nicht bindet, ist es, als ob es an unseren
Füßen keine Ketten gäbe, weder eiserne noch diamantenbesetzte. Das Leben ist eine Last,
weil es durch das Gewicht des kamma niedergedrückt wird und wir müssen es tragen. Das
Erlöschen von kamma macht unser Leben leicht und frei. Aber nur wenige Menschen
verlangt es danach, denn den meisten sind geblendet von ihrer Selbstvorstellung.
Laßt uns als Buddhisten daraus die Schlußfolgerung ziehen, nur noch Taten zu begehen,
die zum Erlöschen von kamma führen. Wenn wir einsehen, daß kamma unser Leben
bestimmt, sollten wir versuchen, uns zu üben und uns zu verbessern und auf jede Weise
zu kämpfen, um den Triumph über gutes und schlechtes kamma davonzutragen, damit es
unseren Geist nicht bedrückt. Laßt uns unseren Geist entwickeln, bis er rein, erleuchtet
und friedvoll ist, so daß wir leben können, ohne von kamma und vipāka geplagt zu werden.
„Jenseits von kamma verweilen“ ist der Zustand, den wir anstreben und erreichen müssen.
Mokkhabalarama
7. April 1988
7
Dhamma-Dana Projekt der BGM
http://dhamma-dana.de
Das Dhamma-Dana-Projekt der Buddhistischen Gesellschaft München e.V. (BGM) hat
sich das Ziel gesetzt, ausgesuchte Dhamma-Literatur in deutscher Übersetzung für
ernsthaft Übende zur Verfügung zu stellen. Zudem soll mit dem Material, das die BGMStudiengruppe erarbeitet hat, das vertiefende Eindringen in die ursprüngliche Lehre
Buddhas erleichtert werden.
Diese Veröffentlichungen sind nicht profitorientiert, sondern sollen sich selbst tragen. So
finanziert der Gewinn eines Buches die Herstellung des nächsten.
Wenn Sie dieses Projekt unterstützen möchten, überweisen Sie Ihre Spende bitte auf
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Empfänger: BGM
Verwendungszweck: Dhamma-Dana-Projekt
Notwendigkeit des Studiums
Buddhist zu sein heißt, Schüler oder Nachfolger des Buddha zu sein. Deshalb sollte er
oder sie wissen, was der Lehrer selbst erklärt hat. Sich mit Wissen aus zweiter Hand auf
Dauer zufrieden zu geben, ist nicht ausreichend. Vor allem Laienanhänger wissen oft
nicht, was der Buddha besonders für sie gelehrt hat und wie sie die Nützlichkeit ihrer
Übung überprüfen können.
Man muss den Dhamma gründlich studiert haben, um ihn sinnvoll praktisch umsetzen zu
können. Nur so kann sein Reichtum und Wert in seiner ganzen Tiefe wahrgenommen
werden. Das Dhamma-Dana-Projekt will hierzu einen Beitrag leisten.
Notwendigkeit von Dana (erwartungsloses Geben)
Das Dhamma des Buddha ist ein Geschenk für uns und die Gesellschaft, in der wir uns
bewegen. In einer Welt beherrscht von Geld und militärischer Macht ringen wir darum,
einen Lebenssinn zu finden. Dieses Geschenk des Dhamma ist so viel mehr als Worte,
Belehrungen und Meditationsanleitungen. Dhamma kann nur ein Geschenk sein, denn es
kann nur gegeben, nie genommen, werden. Es ist seine Natur, geteilt und recycelt zu
werden, und in einem Zyklus der Großherzigkeit zu zirkulieren, statt in einem Kreislauf
des Begehrens.
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Das Dhamma des Gebens ist das Gegenmittel zu diesem Kreislauf in seinen
Manifestationen als Marktwert, Dividende, Gewinnoptimierung und allen anderen
Ausdrucksformen der Gier in einer auf Konsum ausgerichteten Gesellschaft.
"Würden die Wesen den Lohn für das Verteilen von Gaben kennen so wie ich, so würden
sie nichts genießen, ohne etwas gegeben zu haben, und es würde der Makel des Geizes nicht
ihr Herz umsponnen halten. Selbst den letzten Bissen, den letzten Brocken, würden sie nicht
genießen, ohne davon auszuteilen, falls sie einen Empfänger dafür hätten. Da nun aber die
Wesen den Lohn für das Austeilen von Gaben nicht so kennen wie ich, deshalb genießen sie
auch, ohne etwas gegeben zu haben, und der Makel des Geizes hält ihr Herz umsponnen."
-- Itiv 26
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