Kernaussagen zum Konzept Ausgehend von der Form des

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Kernaussagen zum Konzept
Ausgehend von der Form des Grundstücks und seiner Orientierung, der Volumen der
umliegenden Gebäude, der Funktionsweise der Gebäude des Blocks, der Anordnung
der Grünzonen, der städtebaulichen Vorschriften und dem Raum- und
Funktionsprogramm wird folgendes Ergebnis erreicht:
Ein einziges Gebäudevolumen, das alle drei Hauptfunktionen der Schule, die
Volksschule sowie die Berufschulen 1 und 2, beinhaltet, diese aber optisch
unterscheidet, die notwendigen Synergien unter ihnen schafft und die
Kommunikation des Gebäudes mit den umliegenden öffentlichen Bereichen und den
dazugehörigen bereits existierenden Unterrichtsbereichen löst. Der Außenbereich ist
kontinuierlich und verläuft entlang des Gebäudes und zum Teil auf den Dachflächen.
Es ist möglich, den Zugang zu diesem Bereich oder Teilbereichen zu regulieren.
Zwei Volumen ragen aus der Einheit hervor. Sie sind den Berufsschuleinheiten 1 und
2 zugehörig, die über den bestehenden, zentralen, überdachten Weg verbunden
sind, der auch an die weiteren Gebäude des Blocks anschließt. Über diesen Weg
gelangt man in beide Gebäude.
Der Hauptteil des Gebäudevolumens, der zur Volksschule gehört, ist zum einen mit
der Steinbauergasse verbunden, über die man in das Gebäude gelangt, und zum
anderen mit den bestehenden Freiflächen, zu denen die 6 - 10-jährigen Volksschüler
direkten Zugang haben. In diesen Hauptteil wird ein Hof eingesetzt, der die Trennung
zwischen dem Außen- und dem Innenbereich unterbricht und die
Tageslichtversorgung des im Untergeschoss liegenden Sportbereichs ermöglicht.
Der bereits bestehende grüne Außenbereich weitet sich bis auf den Hof aus. Dieser
verbindet die Volksschule mit ihrem Speisesaalbereich, der Verwaltung und dem
Eingang zur Berufsschuleinheit 1. Zudem verleiht der Hof dem Gebäude gute
hygrothermische Eigenschaften.
Das Gebäude baut auf einer strukturellen Modulierung auf, die sich auf den Rest der
baulichen Elemente ausdehnt. Die Gebäudestruktur wird über Deckenkonstruktionen
aus Stahlbetonplatten und Stahlpfeiler gelöst. Die übrigen baulichen Elemente sind
leichtgewichtig und mechanisch zu montieren, genauso wie das Dämmmaterial, der
Naturkork. Seine ästhetischen Eigenschaften, seine Beständigkeit und
Witterungsfestigkeit erlauben es, dass auf eine weitere, abschließende
Fassadenoberfläche vollkommen verzichtet und somit der Baukostenfaktor reduziert
werden kann. Hierdurch und auch durch die Gründächer wird der ökologische
Charakter des Eindrucks, den das neue Gebäude vermittelt, umgesetzt, da es sich
bei Kork um einen natürlichen und nachwachsenden Rohstoff handelt.
Das Material ist, falls notwendig, sehr einfach zu reparieren oder auszutauschen. Bei
späteren Erweiterungen oder Veränderungen des Schulgebäudes können einzelne
Korkelemente entnommen und nach den Arbeiten wieder eingesetzt werden. Jedes
Korkelement unterscheidet sich leicht in seiner Farbgebung von seinen
Nachbarelementen. Der Austausch bzw. Einbau neuer Elemente verändert das
Erscheinungsbild der Fassade allerdings nicht und hinterlässt somit keine sichtbaren
Spuren.
Die programmatisch wichtigsten Räumlichkeiten wurden generell nach Süden
ausgerichtet, um darin das Tageslicht maximal ausnutzen zu können. Der Lichteinfall
wird über Auskragungen reguliert, die dem Gebäude zusätzlich optischen Charakter
verleihen. Aus denselben Räumen kann zudem ein weiter Ausblick genossen
werden. Die Sekundärbereiche sind an der Nordseite der Gebäudeteile angesiedelt.
Sie fungieren als Übergangszone, um die Widerstandsfähigkeit gegenüber dem
Energieverlust zu erhöhen. Die Schatten, die auf die umliegenden Gebäude projiziert
werden, fallen weder auf das Gebäude, das die Lehrräume beherbergt (Berufsschule
für das Gastgewerbe) noch auf die Turnsäle, in deren Fassade nur wenige Fenster
vorhanden sind. Die geringe Höhe der Gebäudeteile, die um den Hof liegen,
ermöglicht den Einfall des Tageslichts in die an den Hof angrenzenden Räume.
Die verwendeten Fenster sowie deren direkte Umgebung (Übergang vom
Fensterrahmen zum Mauerwerk) haben keine Wärmebrücken. Alle Fenster und
Türen sind mit einer doppelten Luftkammer versehen, die ihrerseits ein weiteres
Element im Bereich der unterbrochenen Wärmebrücken darstellen.
Zudem werden an den Kontaktstellen zwischen der Fassade und den Innenwänden
und -decken, die Übertragung von Vibrationen und Geräuschen durch den Einbau
elastischer Zwischenstreifen verhindert. Auch die Fenster schützen durch Ihren
hohen Grad an Luftundurchlässigkeit vor dem Ein- bzw. Ausdringen von Lärm und
Schall. So sind mögliche Störungen zwischen Nachbarschaft und Schule
ausgeschlossen.
Die sehr gut gedämmte und speicherwirksame Außenhülle inkl. der hochwertigen
Verglasungen garantieren eine möglichst gleichmäßige Oberflächentemperatur.
Dadurch werden große Strahlungsasymmetrien wirksam verhindert.
Die Heizung des Schulgebäudes wird über den Anschluss an das städtische
Fernwärmenetz versorgt. Die Erwärmung der Räume übernehmen kleinste,
energiesparende Heizkörper mit integriertem Lüftungssystem, die im Boden unter
den Fenstern integriert sind. Der Heizkreislauf und die Heizkörper selbst werden mit
einer sehr kleinen Wassermenge betrieben wodurch sich die Heizzeit und die
Heizkosten deutlich verringern lassen. Ein Lüftungssystem mit Wärmerückgewinnung
garantiert die notwendige Zuluft und Sauerstoffversorgung, ohne hierbei die Wärme
der Raumluft zu verschwenden.
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