AVID II / 1993 PRRS / SSS Seite 1 von 14 KLASSIFIZIERUNG

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AVID II / 1993
KLASSIFIZIERUNG:
PRRS / SSS
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Familie : nicht klassifiziert
Genus : Arterivirus-like
1. ALLGEMEINES
Das Virus des Porcine Reproductive and Respiratory Syndrome (PRRS) wurde bisher
nur im Schwein nachgewiesen. Es verursacht das respiratorische Syndrom und in
tragenden Sauen zusätzlich Spätaborte (reproduktives Syndrom). Die Aborte, die
insbesondere in fortgeschrittenem Seuchenstadium mit Übertragen einhergehen, führten
zu der Bezeichnung "Seuchenhafter Spätabort beim Schweinen" (SSS).
Das PRRSV wurde in Primärkulturen porziner Lungenmakrophagen isoliert und vermehrt.
Die bislang untersuchten europäischen PRRSV-Isolate ergaben keine gesicherten
Hinweise auf serologische Divergenzen. Vergleichende Untersuchungen mit dem von
Collins u. Mitarb. beschriebenen in einer permanenten Zell-Linie zu vermehrenden Isolat
VR 2332 (USA) und verschiedenen europäischen Isolaten ergaben allerdings antigene
Unterschiede zwischen VR 2332 und Lungenmakrophagen-Isolaten aus Europa. Erste
serologische Untersuchungen lassen zudem auf das Vorkommen antigenetisch unterschiedlicher Stämme in den USA schließen. Weitergehende Untersuchungen unter
Einbeziehung schwach pathogener europäischer PRRSV-Stämme sowie von Isolaten,
die zu späteren Zeitpunkten des Seuchengeschehens gewonnen wurden, müssen
zeigen, inwieweit antigene Unterschiede zwischen verschiedenen PRRSV-Isolaten
bestehen und welche Schlußfolgerungen bezüglich diagnostischer Maßnahmen sich
daraus ergeben.
Zu diagnostischen Zwecken werden in der Bundesrepublik Deutschland die Isolate
PRRSV I.10, PRRSV 2.46, PRRSV Cobbelsdorf sowie SSSV VR1653/91 eingesetzt.
Die Isolate PRRSV I.10 und PRRSV 2.46 stellen Prototyp-Stämme für PRRSV dar.
Der Virusnachweis erfolgt durch Virusisolierung in Primärkulturen porziner Lungenmakrophagen. Der direkte PRRSV-Antigennachweis mittels Immunfluoreszenz- oder
Peroxidasetechnik kann an Kryostatpräparaten sowie an durch
Lungenspülung gewonnenen Lungenmakrophagen vorgenommen werden, wobei sowohl
die geringe Sensitivität als auch die hohen Hintergrundreaktionen diese
Technik nur in Ausnahmefällen als geeignet erscheinen lassen. An der Optimie-
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rung der Methode einschließlich des Antigennachweises an abortierten Feten wird
gearbeitet.
Der PRRSV-Antikörpernachweis erfolgt im indirekten Peroxidase Monolayer Assay
(IPMA). Weiterhin wurde ein ELISA zum Nachweis von PRRSV-Antikörpern beschrieben,
dessen Eignung für eine Bestandsdiagnose nachgewiesen ist (Albina u. Mitarb.). Die
Anwendung zur Einzeltierdiagnose sowie die Sensitivität gegenüber verschiedenen
PRRSV-Stämmen bedarf einer weiteren Abklärung.
2. UNTERSUCHUNGSMATERIAL
2.l Direkter Virus/Antigennachweis
2.1.1 Antigennachweis mittels direkter Immunfluoreszenz
- Lunge und Lungenmakrophagen
- Lymphknoten
- Milz
- Tonsillen
2.1.2 Virusnachweis mittels Anzüchtung in Zellkulturen
A - Blutserum
- Blutplasma
- Brusthöhlenflüssigkeit
- Lunge / Lungenmakrophagen
B - Milz
- Lymphknoten
- Leber
- Knochenmark
C - bei Saugferkeln können auch alle übrigen Gewebe mit Ausnahme des
Zentralnervensystems zur Virusisolierung verwendet werden.
Die Effizienz der Virusisolierung nimmt von A nach C ab.
2.2 Indirekter Virus/Antigennachweis
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- Blutserum
- Blutplasma
- Brusthöhlenflüssigkeit
- Kolostrum
3. UNTERSUCHUNGSGANG
3.1 Antigennachweis mittels direkter Immunfluoreszenz
Der Antigennachweis erfolgt an Organ-Kryostatschnitten:
- Schnitte mit Aceton fixieren (-20 oC, 10 Minuten),
- Färbung mit FITC-konjugiertem PRRSV-Antiserum oder FITC-konjugiertem
PRRSV-spezifischen mAK (Verdünnungsmittel 0,2 M Tris-HCl-Puffer,
pH 8,6) ; evtl. Kontrastierung durch Zusatz von Evans Blau (3 Teile Konjugat-Gebrauchslösung + 1 Teil 0,01%ige Evans-Blau-Lösung),
- Inkubation bei 37 oC, 1 Stunde,
- Negative Kontrollen: Kryostatschnitte von Normalschweinen.
Bei positivem Nachweis von Virusantigen zeigen die Zellen eine diffuse oder
feingranuläre zytoplasmatische Fluoreszenz. Sie sind in Bereiche der Lungen mit
beginnender interstitieller Pneumonie oder in lymphatischem Gewebe sehr locker
eingestreut.
3.2
Virusnachweis mittels Anzüchtung in der Zellkultur
3.2.l Vorbereitung des Untersuchungsmaterials
Organe:
Originalsuspension unverdünnt sowie 1:10 und
1:100 verdünnt;
Körperflüssigkeiten: unverdünnt sowie 1:10 und 1:100 verdünnt.
3.2.2 Zellkultulturen und deren Beimpfung
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Anzüchtung von Lungenmakrophagen (LM - siehe ANHANG) in 24-Loch-Mikroplatten
oder 25 cm2 - Zellkulturflaschen:
- Zelldichte: 2 x 106 Lungenmakrophagen/ml Kulturmedium
(KM - siehe ANHANG),
- Menge : 1 ml Zellsuspension pro Plattenloch bzw. 6 ml pro Flasche,
- Inkubation mindestens 1 Stunde bei 37 oC unter 5% CO2,
- Zellkulturüberstand abnehmen
- LM-Kulturen mit neuem KM derart überschichten, daß der Zellrasen gerade vollständig
bedeckt ist,
- Probenmaterial unverdünnt, 1:10 und 1:100 verdünnt auf die Kulturen verimpfen (0,1
ml pro Loch bzw. 0,5 ml pro Flasche),
- Ansätze 1 Stunde bei 37oC unter 5% CO2 inkubieren,
- Zugabe von KM zu den Kulturen (0,9 ml pro Loch bzw. 5,5 ml pro Flasche).
Die Zellkulturansätze werden täglich auf das Auftreten eines zytopathischen Effektes
(ZPE) untersucht. Der ZPE kann bereits nach 1 bis 2 Tagen auftreten. Da der ZPE in
einigen Fällen erst in der 3. Passage beobachtet werden kann, ist eine Passagierung
der Zellkulturen in solchen Fällen über mindestens 3 Passagen erforderlich. Hierzu
werden die Zellkulturen mittels einer Pipette oder eines "Kratzers" resuspendiert und im
Verhältnis 1:3 auf neue LM-Kulturen verimpft.
Der ZPE führt in der Regel innerhalb weniger Stunden zu einer vollständigen Lyse der
LM, die sich durch eine vollständige Auflösung der Zellstruktur und in fortgeschrittenem
Stadium durch feine korpuskuläre Strukturen auszeichnet.
Bei manchen Proben wird eine antivirale Aktivität in unverdünnten sowie 1:10 verdünnten
Ansätzen festgestellt, die das Auftreten eines ZPE verhindert. Weiterhin kann es bei
einigen Isolaten nach 2 bis 3 Passagen zum Verlust der Virusreplikation und somit des
ZPE kommen. Die Spezifität des ZPE sollte deshalb sofort nach Auftreten eines ZPE
überprüft werden. Hierzu erfolgt eine Titration des Isolates auf LM-Kulturen, die in
96-Loch Flachboden-Mikrotiterplatten oder auf Objektträgern angelegt wurden. Die
Titrationsansätze werden beim ersten Auftreten eines ZPE mit absolutem Äthanol
(-20oC) für 10 Minuten fixiert und entsprechend dem Verfahren des Antikörpernachweises (3.3) unter Verwendung eines PRRSV-Antiserums oder eines PRRSV-spezifischen monoklonalen Antikörpers (mAK) und eines negativen Kontrollserums
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oder irrelevanten mAK auf PRRSV-Antigen untersucht. Nicht infizierte LM-Kulturen
dienen als Kontrolle.
3.3 Antikörpernachweis
mittels indirektem Peroxidase Monolayer Assay (IPMA)
3.3.1 Vorbereitung der Zellkulturen
Anzüchtung von Lungenmakrophagen (LM - siehe ANHANG) in 96-LochFlachbodenmikroplatten oder Terasakiplatten:
- Zelldichte: Mikroplatten : 1,2-1,5 x 106 Zellen/ml KM (siehe ANHANG),
Terasakiplatten : 1,0 x 106 Zellen/ml KM;
- Menge : Mikroplatten:
100 µl pro Loch,
Terasakiplatten 10 µl pro Vertiefung;
- Inkubation über Nacht bei 37 oC unter 5% CO2,
- mikroskopische Überprüfung der Zellkulturen,
- Infizierung der Kulturen in den Reihen A,C,E,G mit PRRSV
(Virusgehalt etwa 0,5 MOI [multiplicity of infection = Verhältnis
KID 50/Zellzahl], Impfmenge 100 µl bei Mikroplatten bzw. 10 µl bei Terasakiplatten),
- die Reihen B,D,F und H dienen als nicht infizierte Kontrollen.
Die infizierten Kulturen zeigen etwa 17 bis 30 Stunden nach Infektion einen ZPE. Die
Kinetik der Infektion kann je nach PRRSV-Stamm und LM-Charge differieren und
innerhalb weniger Stunden zu einem weit fortgeschrittenen ZPE führen, der einen
Gebrauch dieser Kulturen für den IPMA nicht mehr zuläßt. Deshalb sollte die Infektion
der Platten etwa 3 Stunden nach der Inokulation einer "Pilotplatte" erfolgen. Diese
"Pilotplatte" wird ab etwa 16 Stunden nach Infektion in kurzen Zeitabständen auf das
Auftreten eines ZPE untersucht.
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Sobald die ersten Anzeichen eines ZPE festgestellt werden, erfolgt die Fixierung der
gesamten Plattencharge:
- Platteninhalt ausschlagen, Platten auf Eis lagern,
- Mikroplatten : pro Loch 100 ìl absolutes Äthanol (-20oC) einpipettieren, Inkubation
10-15 Minuten auf Eis;
- Terasakiplatten: Platten zweimal mit Äthanol fluten, Inkubation nach dem zweiten
Fluten 15 bis 30 Minuten bei 4 oC .
Die Pilotplatte wird verworfen. Die fixierten Mikrotiterplatten werden bis zum Gebrauch
unter Äthanol waagrecht bei –70 oC gelagert, Terasakiplatten werden
trockengeschlagen und ebenfalls bei –70 oC aufbewahrt.
3.3.2 Durchführung des IPMA
3.3.2.1 Vorbereitung der Platten (Inaktivierung zellulärer Peroxidase)
- Äthanol ausschlagen,
- Platten mit eiskaltem PBS waschen,
- in jedes Loch 100 µl eiskalte PBS/Methanol-Lösung (80:20) pipettieren,
- Platten 5 Minuten auf Eis inkubieren,
- in jedes Loch 20 µl einer H2O2-Lösung (1:192 in PBS) zupipettieren
- Inkubation für 15 Minuten auf Eis,
- Platten ausschlagen,
- Platten zweimal mit PBS waschen.
Damit sind die Platten (IPMA-Platten) fertig zum Gebrauch.
3.3.3.2 Durchführung des Antikörpernachweises
Der Antikörpernachweis wird zweckmäßig in den Verdünnungsstufen 1:80, 1:320 und
1:1280 durchgeführt. Dies ermöglicht die Beurteilung bei unterschiedlicher
Hintergrundfärbung ("stickyness") von Seren sowie die Ermittlung von
PRRSV-Antikörper-Titerstufen, die Hinweise auf die epidemiologische Situation
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zulassen. Es können auch Serumverdünnungen von 1:20 getestet werden, jedoch treten
dabei vermehrt Hintergrundreaktionen auf.
Je Ansatz sollten ein positives und ein negatives Kontrollserum mitgeführt werden.
- Vorverdünnung der Seren 1:20 mit IPMA-Puffer (siehe ANHANG),
- IPMA -Platten mit 120 µl IPMA -Puffer/Loch beschicken,
- 40 ìl vorverdünntes Serum in je ein Loch mit infizierten und nicht infizierten
LM-Kulturen der Säulen 1,4,7 oder 10 pipettieren
(Verdünnung 1:80),
- durch Mischen und Überpipettieren von je 40 µl aus den beschickten Löchern in die
Säulen 2,5,8 oder 11 die Verdünnung 1: 320 und durch Wiederholen dieses
Vorganges in die Säulen 3,6,9 oder 12 die Verdünnung 1: 1280 herstellen.
Bei Verwendung von Terasakiplatten erfolgen alle Verdünnungsschritte in
Mikrotiterplatten. Danach werden je 10 µl auf eine infizierte und eine nicht infizierte
LM-Kultur übertragen.
- Inkubation der Platten 1 Stunde bei Raumtemperatur,
- Platten ausschlagen,
- Platten dreimal mit PBS waschen,
- Platten ausschlagen,
- Zugabe von 100 µl Peroxidase-konjugiertem anti-Schwein-IgG (H+L)/Loch
(Gebrauchsverdünnung in PBS + 5% Pferde-Normalserum),
- Inkubation 1 Stunde bei Raumtemperatur,
- Platten ausschlagen,
- Platten dreimal mit PBS und einmal mit Aqua bidest. waschen,
- Platten ausschlagen,
- in jedes Loch 100 µl frisch angesetzte AEC-Substratlöung (siehe ANHANG)
einpipettieren,
- nach etwa 10 Minuten (mikroskopisch ist bei den mit PRRSV-Antiserum inkubierten
Kulturen ein deutlicher Unterschied zwischen infizierten und nicht infizierten Löchern
zu erkennen) Platten ausschlagen,
- Platten zweimal mit Aqua bidest. waschen,
- pro Loch 100 µl Aqua bidest. einpipettieren.
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Mikroskopische Auswertung:
Als Antikörper-positiv wird ein Serum bewertet, wenn sein Ansatz in infizierten Kulturen
eine PRRSV-spezifische zytoplasmatische Peroxidasefärbung zeigt, eine
entsprechende Färbung in nichtinfizierten Kulturen sowie mit negativen Kontrollseren
nicht auftritt
Die Platten können über kurze Zeiträume bei 4 oC trocken oder unter Aqua bidest.
aufbewahrt werden. Zur mikroskopischen Auswertung sind die Platten wieder mit
Aqua bidest. aufzufüllen.
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ANHANG 1
Medien und Lösungen
Kulturmedium (KM):
MEM Eagle + NEAA1
40 %
BME Eagle, Glasgow modification1
2
40 %
Tryptose phosphate broth
10 %
FKS
10 %
Vor Gebrauch Zusatz von:
IPMA-Puffer
- Penicillin
100 I.E./ml
- Streptomycin
100 ug /ml
- Baytril
10 ug /ml
Casein
2,0 g
PBS
ad 100 ml
(Unter Erhitzen (50 oC) im Wasserbad lösen)
Tween 20
0,1 ml
Filtration zur Entfernung ungelöster Caseinpartikel
Lösung A: AEC (3-Amino-9-ethyl-carbazol)3
AEC-Substratlösung:
6,0 mg
N,N-Dimethylformamid
1,5 ml
(kann über einige Wochen gelagert werden)
Lösung B: Na-Acetat, pH 5.0 0,05 m
(steril filtriert !)
Gebrauchslösung
Lösung A:
1,5 ml
Langsam zugeben zu
Lösung B:
28,5 ml
Vor Gebrauch Zugabe von
0,15 ml
H2O2 (3% in Aqua bidest.)
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ANHANG 1 (Fortsetzung)
Anti-Schwein-IgG (H+L)-PO4:
Gebrauchsverdünnung 1:2000
H2O25
Bezugsquellen:
Stammlösung
1
Fa. Gibco
2
Fa. Difco
3
Fa. Serva
4
Fa. Dianova
5
Fa. Merck
30%
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ANHANG 2
Lungenmakrophagen-Zellkultur
Ausgangsmaterial sind primäre Lungenmakrophagen gesunder Schweine.
Für die Gewinnung von Lungenmakrophagen (LM) können Ferkel und Läuferschweine
aus PRRS-freien Beständen bis zu einem Alter von 12 Wochen verwendet werden. Die
Tiere werden narkotisiert (z.B. mit Hypnodil/Stresnil) und mittels Durchtrennung der A./V.
axillaris entblutet. (Eine Entblutung im Halsbereich kann zur Aspiration von Blut und somit
zur Untauglichkeit der Lunge führen !)
Die Lunge wird entnommen, die LM im Labor durch Instillation von Kulturmedium (ohne
FKS-Zusatz !), leichtes Kneten der Lungenflügel und Dekantieren der Waschflüssigkeit in
ein Becherglas gewonnen. Alternativ können die LM durch mehrmalige Instillation und
nachfolgende Aspiration von Kulturmedium mittels eines auf eine Spritze (20 ml)
aufgesetzten Schlauches gewonnen werden. Der Vorgang wird solange wiederholt bis
die Waschflüssigkeit keine deutliche Trübung mehr aufweist oder eine Rotfärbung auf
Kontamination mit Erythrozyten hinweist. Grobe Verklumpungen werden mittels Filtration
durch Gaze entfernt. Die Waschflüssigkeit muß umgehend in Zentrifugenröhrchen
überführt werden, da die LM sonst am Boden des Becherglases anhaften und die
Zellausbeute wesentlich reduziert wird (evtl. kann die Zellsuspension mittels eines
Magnetrührers sanft bewegt werden). Die Zellsuspension wird bei 400g zentrifugiert, der
Überstand verworfen und das Pellet in KM resuspendiert. Nach erneuter Zentrifugation
wird das Pellet wieder in KM aufgenommen, die Zellen werden unter 0,1% Trypanblau
ausgezählt, mit KM auf die vorgesehene Dichte eingestellt und in den jeweiligen
Kulturgefäßen kultiviert. Kontaminationen mit Erythrozyten können durch Behandlung mit
Gey's Puffer beseitigt werden. Diese wird nach dem ersten Waschen des LM-Pellets
durchgeführt, wobei das Pellet in Gey's Puffer resuspendiert und bis zur vollständigen
Hämolyse inkubiert wird. Diese Behandlung kann aber zu einer unterschiedlich starken
Schädigung der LM führen. Schonender ist das Abschütten der Erythrozyten nach
Anhaften der LM an den Kulturgefäßen. Hierzu werden die Erythrozyten frühestens 1
Stunde nach Beschicken der Kulturgefäße durch leichtes Schütteln in Suspension
gebracht, während die LM weiter an den
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ANHANG 2 (Fortsetzung)
Kulturgefäßen anhaften. Durch Dekantieren des KM werden die Erythrozyten entfernt.
Gegebenenfalls kann der Vorgang wiederholt werden. Nach Abschluß des Dekantierens
werden die einzelnen Kulturen mit der vorgesehenen Menge KM beschickt.
Soweit erforderlich, können LM in flüssigem Stickstoff bevorratet werden. Hierzu werden
die LM auf eine Zelldichte von 30 x 106 / ml Einfriermedium (90% FKS, 10% DMSO)
eingestellt und bis zur Verwendung in flüssigem Stickstoff gelagert. Nach dem Auftauen
werden die LM auf eine Dichte von 1 x 106 / ml KM eingestellt und in den vorgesehenen
Kulturgefäßen ausgesät. Nach einem Tag erfolgt ein Mediumwechsel. Danach können
die Kulturen in den unterschiedlichen Testsystemen verwendet werden.
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LITERATUR
ALBINA, E., Y. LEFORBAN, T. BARON, J. PLANA DURAN and P. VANNIER (1992):
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COLLINS, J.E., D.A. BENFIELD, W. CHRISTIANSEN, L. HARRIS, D.E. GORCYCA,
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E. WEILAND, H.-J. RZIHA, A. SAALMÜLLER und O.C. STRAUB (1991):
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SACHBEARBEITER
Dr. V.F. Ohlinger, Dr. B. Haas, und Prof. Dr. R. Ahl:
Bundesforschungsanstalt für Viruskrankheiten der Tiere,
Anstaltsteil Tübingen,
Postf. 1149,
72076 Tübingen
Dr. J. Beyer,:
Bundesforschungsanstalt für Viruskrankheiten
der Tiere, Friedrich Loeffler Institute,
17498 Insel Riems
Prof. Dr. K.H. Witte: Staatl. Veterinäruntersuchungsamt Arnsberg,
Zur Taubeneiche 10-12,
59821 Arnsberg 2
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