06 Die Liebenden

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Bedeutung und Arbeiten mit den Tarotkarten
Die Liebenden – VI
Für mich ist dies eine der schönsten und vielsagendsten Karten. Hajo Banzhaf
schreibt in seinem „Tarotbuch“: „Natürlich stehen die Liebenden für die große Liebe,
allerdings nur, wenn dies auch das Thema der Frage ist. In allen anderen Fällen
symbolisiert die Karte eine verbindliche Entscheidung, die aus freien Stücken und
vollem Herzen getroffen wird, ohne dabei auf ein Liebesthema zu verweisen.“
Seine Stichworte sind gleichzeitig eine Erklärung der Kartensymbole:
Liebespaar; Paradieszustand; Unschuld, Reinheit; Baum des Lebens und Baum der
Erkenntnis (mit Schlange und Äpfeln); Schutzengel der Liebenden; Licht, Wärme,
Zuversicht und Freude; Gipfelerlebnis, Höhepunkt; Symbol der gegenseitigen Durchdringung und unauflösbaren Vereinigung der Gegensätze (Sechsstern).
Und wieder einmal bringt Banzhaf die Dinge sehr gut auf den Punkt. Es liegt am Betrachter / Leser, die Dinge für sich selbst zu interpretieren.
In der eher mystischen Betrachtungsweise finde ich einen Gedanken, der mich sehr
anspricht:
Hier wird die Karte „Die Liebenden“ auch der Astrologie zugeordnet, und zwar dem
Zeichen Zwillinge. Diesem ist der Merkur zugeordnet, der wie folgt interpretiert wird:
Merkur verkörpert das Prinzip der Wahrnehmung und der Orientierung in der Welt.
Wie man Informationen aufnimmt, sie verarbeitet und weiter vermittelt, untersteht
seiner Domäne. So ist Merkur das Symbol für die Verstandestätigkeit, das Unterscheidungsvermögen und den Intellekt des Menschen. […] Denken, sprechen, lesen
und schreiben gehören ebenfalls in seinen Bereich. Merkur steht auch für die Art, wie
Quelle: astrologie-karlsruhe.de
ein Mensch mit anderen in Kontakt tritt und kommuniziert.
Wenn wir dann auch noch das astrologische Zeichen für den Zwilling (= ) nehmen,
kann man daraus ableiten, was die okkulte Lehre von alters her versucht zu vermitteln: „Alle scheinbaren Gegensätze sind zwar verschiedene, aber sich harmonisch
ergänzende Aspekte der einen schöpferischen Energie (die wir ‚Gott‘ nennen)!“
Nehmen wir nun die Karte „Die Liebenden“ zur Hand und schauen sie uns genau an,
erkennen wir erheblich mehr als das vordergründig Wahrnehmbare.
Und wieder sind wir bei dem ewigen Thema: „Erkenne Dich selbst!“
Es ist natürlich, dass der Mensch am Beginn des Weges sein Umfeld wahrnimmt und
reflektiert, doch irgendwann auf seiner Reise wird ihm zunehmend deutlich, dass das
von ihm wahrgenommene „Außen“ oft ein Spiegel des vorhandenen „Innen“ ist –
egal, ob das bewusst ist oder sich eher auf der unbewussten Ebene abspielt.
Also auch hier: „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst!“ – Doch wie will ich das bewerkstelligen, wenn ich nicht weiß, wer ich wirklich bin? Ich drehe den Gedanken
gern um in: „Erkenne Dich selbst! Liebe Dich selbst … dann kannst Du auch andere
lieben!“
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