Reelle Funktionen Analysis NT11 - 1 1 Reelle Funktionen 1.1 Grundbegriffe 1.1.1 Zahlenmengen und ihre Eigenschaften In der Mathematik werden die Zahlen je nach Verwendung in Mengen eingeteilt. Man unterscheidet zum Beispiel reelle, rationale, ganze und natürliche Zahlen. Z- N0 Q R Menge der reellen Zahlen IR umfasst alle Zahlen der „Schulmathematik“. Menge der natürlichen Zahlen IN = {1;2;3;...} bzw. IN0 = {0;1;2;3;...} Menge der ganzen Zahlen Z = {...;-2;-1;0;1;2;...} Menge der rationalen Zahlen Q = { z z, n Z , n 0 } n Die reellen Zahlen lassen sich auf einer Zahlengeraden anordnen: -2 -1 0 1 2 2 Dabei wird folgende Zuordnung definiert: Der reellen Zahl 0 wird ein Punkt der Geraden eindeutig zugeordnet Der reellen Zahl 1 wird ein anderer Punkt der Geraden rechts von 0 zugeordnet Der Zahl –1 wird ein Punkt der Geraden so zugeordnet, dass 0 die Mitte des Intervalls [-1;1] ist. Rationale Zahl p : q Irrationale Zahl: Die Strecke, die p – q-tel der Einheitsstrecke angibt wird aufgetragen Wird durch Intervallschachtelung bestimmt. Mengen können angegeben werden durch: die beschreibende Form: L = {x | a < x < b} ein Zahlenintervall: L = ]a; b[ ein Intervall am Zahlenstrahl: a b Reelle Funktionen Analysis NT11 - 2 Intervalle Zusammenhängende Abschnitte der Zahlengeraden heißen Intervalle; sie sind Teilmengen von IR. a b Für a,b IR, a<b bezeichnet man [a;b] = {x IR | a ≤ x ≤ b} ]a;b[ = {x IR | a < x < b} ]a;b] = {x IR | a < x ≤ b} [a;b[ = {x IR | a ≤ x < b} [F: S.206ff] als (ab)geschlossenes Intervall als offenes Intervall oder als halboffenes Intervall Besondere Intervalle IR+ = ]0; [ IR- = ] ;0[ IR 0 = [0; [ ist die Menge der positiven reellen Zahlen außer Null ist die Menge der negativen reellen Zahlen außer Null ist die Menge der positiven reellen Zahlen einschließlich IR 0 = ] ;0] ist die Menge der positiven reellen Zahlen einschließlich Null Null Reelle Funktionen Analysis NT11 - 3 1.1.2 Der Funktionsbegriff Eine eindeutige Zuordnung, die jedem Element xD, mit D IR und D , genau eine reelle Zahl y IR zuordnet, heißt reelle Funktion. Schreib- und Sprechweise: f : x f ( x), x Df f : y f (x), x Df „Die Funktion f bildet x ab auf f von x, x Element von Df“ „Die Funktion f mit der Gleichung y gleich f von x, x Element von Df“ übliche Bezeichnungen: f, g, h ... x y y = f(x) Bezeichnung der Funktion unabhängige Variable abhängige Variable Funktionsgleichung Zuordnungsvorschrift Funktionswert Definitionsmenge der Funktion f Wertemenge der Funktion f Graph der Funktion f x f (x) f(x) Df Wf Gf Beispiele: 1) 2) 3 f : x x, Df IR 2 II. Quadrant I. Quadrant III. Quadrant IV. Quadrant 1 für x [3;1[ 2 g : x 2 x 2 für x [1 ; 4] x 2,5 Die Funktion g setzt sich aus zwei Funktionen zusammen, deren Graphen eine Parabel und eine Gerade beschreiben. Die Funktion g heißt abschnittsweise definierte Funktion. (Vgl: Abschnittsweise def. Fkt.) Übungen: S. 34/12 S. 35/13-15 S. 113/1d (Darstellung von Funktionen mithilfe von Wertetabellen) (Darstellung abschnittsweise definierter Funktionen) Reelle Funktionen Analysis NT11 - 4 1.1.3 Eigenschaften reeller Funktionen 1.1.3.1 Schnittpunkte mit den Koordinatenachsen, Nullstellen Schnittpunkt mit der y-Achse: Jeder Punkt auf der y-Achse hat die x-Koordinate 0. Man erhält deshalb die Koordinaten des Schnittpunktes des Graphen der Funktion f mit der y-Achse, indem man x = 0 setzt und f(0) berechnet. Jeder Punkt auf der x-Achse hat die y-Koordinate 0. Man erhält deshalb die Koordinaten der Schnittpunkte des Graphen der Funktion f mit der x-Achse, indem man y = 0 setzt und die Lösungen der Gleichung f(x)= 0 bestimmt, die sogenannten Nullstellen. Schnittpunkte mit der x-Achse, Nullstellen Beispiel: Gegeben ist die Funktion f : x 3x 2, Df IR Schnittpunkt mit der y-Achse: f (0) 3 0 2 2 Sy(0;-2) Schnittpunkt mit der x-Achse: f ( x) 0 3x 2 0 3x 2 2 x 3 2 3 Sx( ;0) Reelle Funktionen Analysis NT11 - 5 1.1.3.2 Symmetrie des Funktionsgraphen Der Graph einer Funktion f : x f ( x), x Df ist - achsensymmetrisch zur y-Achse, wenn für alle x Df gilt: f(-x) = f(x) punktsymmetrisch zum Ursprung, wenn für alle x Df gilt: f(-x) = - f(x) Die Betrachtung von Funktionen deren Graphen diese Eigenschaften besitzen wird vereinfacht. Durch Spiegelung an der y-Achse bzw. Drehung am Ursprung ergibt sich der gegenüberliegende Teil des Graphen. Beispiele Die Funktion f(x) = x2 +2 besitzt den Graphen Gf. Gf ist achsensymmetrisch zur y-Achse, denn für alle x IR gilt: f(-x) = (-x)2 +2 = x2 +2 = f(x) Die Funktion g(x) = x3 besitzt den Graphen Gg. Gg ist punktsymmetrisch zum Ursprung, denn für alle x IR gilt: g(-x) = (-x)3 = -x3 = - g(x) Übung: S.47/1 Reelle Funktionen Analysis NT11 - 6 1.1.3.3 Schnittpunkte von Graphen Die Schnittpunkte von Graphen zweier reeller Funktionen lassen sich durch Gleichsetzen der Funktionsgleichungen bestimmen. Beispiel Die Graphen Gf und Gg der Funktionen f : x x2 1 und f : x 4x 5 besitzen einen gemeinsamen Punkt P(xP;yP). f ( x) g ( x) x2 1 4x 5 | 5 x2 4 4x x2 4x 4 0 Übung: 4 16 16 2 xP x1 / 2 2 x1 / 2 | 4x y p f (2) 22 1 3 P(2;3) Ermitteln Sie die Schnittpunkte der Graphen Gp und Gg der reellen Funktionen 1 3 p : x x2 x und a) 2 2 g:xx4 b) c) 1 1 g:x x 2 2 g : x 2x 2 Monotonie und Krümmungsverhalten (in Klassenstufe 12) Lineare Funktionen 1.2 Analysis NT11 - 7 Lineare Funktionen Die Funktion f : x mx t, x IR heißt lineare Funktion. (m und t sind beliebige reelle Zahlen, Parameter) Der Graph einer linearen Funktion ist eine Gerade. 1.2.1 Steigung und Achsenabschnitt vgl. Aufgaben zur Wiederholung und Vertiefung Für die Steigung einer Geraden (Steigungsfaktor) m gilt: m y f ( x2 ) f ( x1 ) y2 y1 tan mit f(x) = mx+t x x2 x1 x2 x1 Der y-Achsenabschnitt der Geraden g nennt man t. Für x=0 erhält man y=t und damit den Schnittpunkt der Geraden g mit der y-Achse T(0;t). Beispiele und Übungen: 52/2 und 3 ; 54/7 1.2.2 Schnittpunkte Vgl. Schnittpunkte von Graphen Merke: Hinweis: Eine Gerade g2, die senkrecht zu einer beliebigen Geraden g1 verläuft, heißt Normale von g1. Es gilt m1·m2 = -1. Senkrechte ist nicht im Lehrplan Mathematik Nichttechnische AR 1.2.3 Aufstellen von Geradengleichungen vgl. Aufgaben zur Wiederholung und Vertiefung Übung: 53/5 und 6 Lineare Funktionen Analysis NT11 - 8 1.2.4 Lineare Gleichungen Eine Gleichung heißt linear, wenn sie sich in der Form ax b 0 mit a, b IR darstellen lässt. Für die Lösungsmenge dieser Gleichung gilt: 1.Fall: 2.Fall: 3.Fall: b b ax b 0 ax b x ; L a a a 0; b 0 : 0 x 0 0; L IR a 0; b 0 : 0 x b 0 0 x b; L a0 : Beispiel: 2x 4 0 2x 4 x 2 Übungen: 55/1 1.2.5 Lineare Gleichungen mit Parameter 2 2 oder L r 0 r r 2.Fall: r 0; 0 x 2; L rx 4 6 rx 2 1.Fall: r 0; x 0 0 r 2.Fall: r 0; 0 x 0; L IR rx 6 6 rx 0 1.Fall: r 0; x Übung: 56/2 Lineare Funktionen Analysis NT11 - 9 1.2.6 Geradenscharen Alle Geraden der Steigung m0 und mit der Gleichung gt : y m0 x t, x, t IR heißen Parallelenschar und t heißt Scharparameter der Geradenschar. Beispiel: gn : x 2x n; n IR Alle Geraden mit dem gemeinsamen Büschelpunkt (x0 ;y0) und mit der Gleichung gm : y m( x x0 ) y0 , x, m IR heißen Geradenbüschel und m heißt Scharparameter der Geradenschar. Beispiel gk : x kx 2k 1; k IR Übung: 54/8-11 abschließende Übungen: 55ff/1-15 Lineare Funktionen Analysis NT11 - 10 1.2.7 Lineare Ungleichungen Eine Ungleichung heißt linear, wenn sie sich in der Form ax + b < 0 (ax + b > 0) mit x, a, b IR und a ≠ 0 darstellen lässt. Ungleichungen bei Relationen und Funktionen Die Aussageform y ≤ 0,5 x + 2 kann in die lineare Funktion y = 0,5 x + 2 und die Relation y < 0,5 x + 2 zerlegt werden. Der Graph der linearen Funktion ist eine Gerade. der Graph der Relation ist eine Halbebene Ungleichungen und Doppelungleichungen Beispiele: 3x + 8 < 5 -4x – 5 ≤ 1 3x < -3 -4x ≤ 4 x < -1 x ≥ -1 oder L = {x | x < -1} oder L = {x | x ≥ -1} oder L = ] -∞ ; -1 [ oder L = [ -1 ; +∞ [ 5x – 7 ≤ x + 1 ≤ 3x + 4 5x – 7 ≤ x + 1 4x ≤ 8 -2x ≤ 4 x≤2 x ≥ -2 x + 1 ≤ 3x + 5 4x – 7 < 3x ≤ x + 2 L = {x | -2 ≤ x ≤ 2} oder L = [-2 ; 2] Übung: 59/1 Äquival. Umformungen 60/2 Ungleichungen 60/3 Doppelungleichungen. 3x ≤ x + 2 x<7 2x ≤ 2 x<7 x≤1 4x – 7 < 3x L = {x | x ≤ 1} oder L = ] -∞ ; 1 ] Lineare Funktionen Analysis NT11 - 11 1.2.8 Anwendung linearer Funktionen 1.0 Im abgebildeten t-s-Diagramm sind die Bewegungen zweier Personenwagen PKW 1 und 2 dargestellt. 1.1 Die Geschwindigkeit einer Bewegung entspricht im t-s-Diagramm dem Anstieg des Graphen. Bestimmen Sie mithilfe des Diagramms die Geschwindigkeiten v1 und v2 von PKW 1 und PKW 2. 1.2 Stellen Sie die entsprechenden Bewegungsgleichungen (Funktionsgleichungen der abgebildeten Graphen) s1(t) und s2(t) auf. 1.3 Berechnen Sie den Zeitpunkt t0, bei dem beide Fahrzeuge auf „gleicher Höhe“ sind. 1.4 Berechnen Sie die Wege, die beide Fahrzeuge zum Zeitpunkt t0 zurückgelegt haben. 2.0 Im abgebildeten t-v-Diagramm ist die Bewegung eines Zuges abgebildet. Der Anstieg des Graphen entspricht der Beschleunigung a des Zuges. Die Fläche unterhalb des Graphen gibt den zurückgelegten Weg an. 2.1 Ermitteln Sie die Beschleunigungen aI, aII und aIII in den einzelnen Abschnitten. 2.2 Berechnen Sie den während der gesamten dargestellten Bewegung zurückgelegten Weg s. Übung: 57f/ 12;13 und 14 Lineare Funktionen Analysis NT11 - 12 Wachstum Bei einem vom Boden aus wachsenden Tropfstein hat man vor 4 Jahren eine Höhe von 0,73 m gemessen, nun ist er 0,79 m hoch. Man nimmt lineares Wachstum an. a) Wie hoch ist der Tropfstein nach 3, 5, 7, ..., x Jahren ? b) Stelle die Funktionsgleichung auf und zeichne den Graphen. c) Wie verändert sich die Höhe des Tropfsteins, wenn man ausgehend von einer Beobachtung im Jahre x noch 2, 3, 4, ..., d Jahre wartet ? d) In wie vielen Jahren ist der Tropfstein voraussichtlich 1 m hoch ? e) Nach wie vielen Jahren verdoppelt sich die Höhe des Tropfsteins ? Quadratische Funktionen 1.3 Analysis NT11 - 13 Quadratische Funktionen Die Funktion f : x ax2 bx c, x IR heißt quadratische Funktion. mit a, b, c IR a ≠ 0. Der Graph einer quadratischen Funktion ist eine Parabel. Die Gleichung f : x (x xS )2 yS ; x IR heißt Scheitelgleichung der quadratischen Funktion und S(xS; yS) ist der Scheitel ihres Graphen. Form- und Lageveränderungen der Parabel 1. f : x x2 ; x IR Der Graph von f ist eine Normalparabel 2. f : x ax2 ; x IR, a IR \{0} Der Graph von f ist a) für a = 1 eine Normalparabel b) für a > 0 nach oben geöffnet c) für a < 0 nach unten geöffnet d) für a ]-1;0[ ]0;1[ gestaucht e) für a < -1 oder a > 1 gestreckt 3. f : x x2 c; x, c IR Der Graph ist eine Normalparabel mit einem entlang der y-Achse um c verschobenen Scheitelpunkt 4. f : x ( x xS )2 ; x, xS IR Der Graph ist eine Normalparabel mit einem entlang der x-Achse um xS verschobenen Scheitelpunkt Übung: 64f / 1 – 5 Quadratische Funktionen Analysis NT11 - 14 1.3.1 Aufstellen von Funktionsgleichungen Die allgemeine Funktionsgleichung y = ax2 + bx + c enthält die drei Parameter a, b und c. Um diese zu ermitteln sind drei Angaben notwendig (z.B.: 3 Punkte durch die der Graph verläuft oder ein Scheitelpunkt und ein weiterer Punkt etc.) Beispiel: Der Graph einer quadratischen Funktion verläuft durch die Punkte A(2;4,5) und B(-1;3) und hat an der Stelle s0 = 1 eine Nullstelle. A: 4,5 = a·22 + b·2 + c (I) B: 3 = a·(-1)2 + b·(-1) + c (II) Nst: 0 = a·12 + b·1 + c (III) A: 4,5 = 4a + 2b + c B: 3= a - b+c (II) Nst: 0= a + b+c (III) I-II) (I) 1,5 = 3a + 3b (IV) I-III) 4,5 = 3a + b (V) → b = -1,5 b in V) 4,5 = 3a –1,5 → a=2 a;b in III) 0 = 2 - 1,5 + c → c = 0,5 V-IV) 3 = -2b Die Gleichung der quadratischen Funktion lautet damit: f(x) = 2x2 – 1,5x + 0,5. Übung: 66/ 8 Aufstellen von Funktionsgleichungen 66/ 9 – 12 vermischte Aufgaben zu quadratischen Funktionen Quadratische Funktionen Analysis NT11 - 15 1.3.2 Quadratische Gleichungen und Linearfaktoren 1.3.2.1 Nullstellen Die Nullstellen der quadratischen Gleichung f : x ax2 bx c, a, b,c, x IR a 0 lassen sich durch Lösen der quadratischen Gleichung 0 ax2 bx c bestimmen. Dabei ist folgendes zu beachten: Die quadratische Gleichung ax2 bx c 0, a, b, c, x IR a 0 hat (1) zwei verschiedene reelle Lösungen, wenn b2 4ac 0 : x1 b b2 4ac , 2a x2 b b2 4ac 2a 2 (2) eine doppelte reelle Lösung, wenn b 4ac 0 : x1,2 b 2a (3) keine reelle Lösung, wenn b2 4ac 0 Der Radikant b2 4ac heißt Diskriminante der Gleichung 0 ax2 bx c . Beispiel: siehe 1.1.3 Schnittpunkte von Graphen Übung: 71/ 1-4 1.3.2.2 Linearfaktorzerlegung Hat die quadratische Gleichung 0 ax2 bx c die Lösungen x1 und x2, dann gilt: ax2 bx c a( x x1 )(x x2 ) . (x-x1 und x-x2 heißen Linearfaktoren) Beispiel: Die Funktion f(x) = x2 - 5x + 6 hat die Nullstellen: x1 = 2 und x2 = 3. Damit lässt sich die Funktion f auch folgendermaßen schreiben: f(x) = (x-2)(x-3). Die Funktion g(x) = x2 + 6x + 9 hat die Nullstellen: x1,2 = -3 . Damit lässt sich die Funktion g auch folgendermaßen schreiben: g(x)=(x+3)(x+3)=(x+3)2. Die Funktion h(x) = x2 + 6 hat keine Nullstellen. Damit lässt sich die Funktion h nicht in Linearfaktoren zerlegen. Übung: 73/ 10 Quadratische Funktionen Analysis NT11 - 16 1.3.3 Schnittpunkte der Graphen 1.3.3.1 Parabel – Gerade Haben eine Gerade g: y = mx + t , x,m,t ∈ IR und Parabel p: y = ax² +bx + c , x,a,b,c ∈ IR, a ≠ 0 miteinander - zwei Schnittpunkte, so nennt man die Gerade g Sekante von p - einen Schnittpunkt, so nennt man die Gerade g Tangente der Parabel und den „Schnittpunkt“ Berührungspunkt, - keinen Schnittpunkt, so nennt man die Gerade g Passante von p Bsp.: p : y = -1/2 x² - x + 3/2 g : y = -1/2 x + ½ h: y=x+4 ft : y = -2x + t (Welche Gerade der Schar ist Tangente/Passante/Sekante der Parabel?) Übung: S. 75 / 19 b, a Schnittpunkte mit Parameter S. 73 / 11 Gleichung mit Parameter 1.3.3.2 Parabel – Parabel Beispiel p1: y = 3/2x²-x-1/2 p2 : y = -1/2x² - x + 3/2 Übung: S. 75 / 17 - 18 Welche Geraden der folgenden Geradenscharen sind Tangenten der Parabel mit der 1 1 Funktionsgleichung p(x) = 2x² + x – 2 a) ga: y = 2x + a b) ht : y = -x + t c) kb : y = b d) tk : y = -3x + k e) lm : y = mx – 5 *für Experten f) mc: y = cx + 2c + 1 * für Experten Quadratische Funktionen Analysis NT11 - 17 1.3.4 Quadratische Ungleichungen Eine Ungleichung heißt quadratisch, wenn sie in der Form ax² + bx + c > 0; a ≠ 0 vorliegt. Beispiel: Für welche Werte von x gilt: f(x) < 0, mit f(x) = x² - 4x + 3 (oder x² - 4x + 3 < 0 ) 1) Fallunterscheidung 1) Term faktorisieren x² - 4x + 3 = 0 x1 = 1; x2 = 3 x² - 4x + 3 = (x-1)(x-3) 2) Das Produkt (x-1)(x-3) wird negativ, wenn 3) 1. Fall: x-1 > 0 und x-3 < 0 L1 = ]1;3[ 2. Fall: x-1 < 0 und x-3 > 0 L2 = {} gesamte Lösungsmenge angeben: L = L1 U L2 = ]1;3[ Übung: 2) 3) Anschaulich 1) Term als Parabel darstellen 2) Lage der x-Achse zur Parabel bestimmen (ggf: Nullstellen ermitteln) 3) Lösungsmenge ablesen und angeben Vorzeichentabelle 1) vgl 1) oder 2) 2) VZT erstellen x< 1 <x< 3 <x VZ(x-1) - 0 + + + VZ(x-3) - - - 0 + VZ f(x) + 0 - 0 + Quadratische Funktionen Analysis NT11 - 18 1.3.5 Parabelscharen 1 2 Die quadratischen Funktionen pk : y x 2 (1 k)x 2k 2, x IR,k IR . Die Graphen Gpk sind nach unten geöffnete Parabeln. Deren Lage ist abhängig vom Parameter k. Bestimmen Sie Lage und Anzahl der Nullstellen in Abhängigkeit vom Parameter k. 1 2 Lösen der Gleichung: x2 (1 k ) x 2k 2 0 Die Diskriminante entscheidet über die Anzahl der Nullstellen (vgl.1.3.2) 1 D (1 k )2 4( )(2k 2) 1 2k k 2 4k 4 k 2 2k 3 2 1. Fall: D = 0 (eine doppelte Nst.) Graph der Diskriminante k 2 2k 3 0 k1 = -3; k2 = 1 für k1 = -3: x1 / 2 für k2 = 1: x1 / 2 (1 k ) 4 1 2( ) 2 (1 k ) 0 1 2( ) 2 -3 1 k 2. Fall: D < 0 (keine Nst.) k 2 2k 3 0 Lk = ] -3 ; 1 [ 3. Fall: D > 0 (zwei Nst.) k 2 2k 3 0 Lk = ] -∞ ; -3 [ U ] 1 ; +∞ [ (1 k ) k 2 2k 3 (1 k ) k 2 2k 3 1 k k 2 2k 3 1 1 2( ) 2 x2 1 k k 2 2k 3 x1 Übung: 81/ 6 und 7 Quadratische Funktionen Analysis NT11 - 19 1.3.6 Anwendungen quadratischer Gleichungen Der Benzinverbrauch eines Autos hängt von seiner Geschwindigkeit ab. Bei einer Untersuchung wird der Benzinverbrauch eines Autos in Liter je 100 gefahrene Kilometer gemessen. Die Geschwindigkeit des Autos wird dabei in km/h angegeben. Die größte Geschwindigkeit, die das Auto fahren kann, beträgt 150 km/h. Die Maßzahl des Benzinverbrauchs wird mit V und die Maßzahl der Geschwindigkeit mit x bezeichnet. Folgende Messreihe wird aufgenommen: x V 30 7,0 75 6,25 120 10 Vereinfachend wird zunächst angenommen, dass die Abhängigkeit des Benzinverbrauchs von der Geschwindigkeit durch eine ganzrationale Funktion zweiten Grades (quadratische Funktion) beschrieben werden kann. 1.1 Stellen Sie den Funktionsterm V(x) auf und geben Sie die Definitionsmenge DV der Funktion V an. [Teilergebnis: V(x) 1.2 1 2 2 x - x 10 ] 900 15 Ermitteln Sie rechnerisch die Geschwindigkeit, bei der der Benzinverbrauch am geringsten ist, und geben Sie diesen an. 1.3 Ermitteln Sie den Geschwindigkeitsbereich, in dem der Verbrauch unter 6,25 Liter je 100 gefahrene Kilometer (bzw. 10 Liter) bleibt. 1.4 Stellen Sie die Funktion V geeignet grafisch dar und ermitteln Sie mit Hilfe Ihres Diagramms den Benzinverbrauch, wenn das Auto mit einer konstanten Geschwindigkeit von 100 km/h (bzw. 150 km/h) fährt. Überprüfen Sie Ihre Ergebnisse mit Geogebra! Ganzrationale Funktionen 1.4 Analysis NT11 - 20 Ganzrationale Funktionen 1.4.1 Potenzfunktionen Die Funktion f : x xn , x IR, n IN heißt Potenzfunktion vom Grad n. Beispiele: f(x) = x3 , x IR 1) 2) g(x) = x5 , x IR f(x) = x4 , x IR g(x) = x6 , x IR Eigenschaften der Potenzfunktionen Für die Potenzfunktionen gilt: Ist der Grad n eine ungerade Zahl, dann o sind die Graphen symmetrisch zum Ursprung und enthalten die Punkte (-1; -1) und (1; 1) o ist der Wertebereich der Funktion Wf = IR. Ist der Grad n eine gerade Zahl, dann o sind die Graphen symmetrisch zur y-Achse und enthalten die Punkte (-1; 1) und (1; 1) o ist der Wertebereich der Funktion Wf = IR0 . Ganzrationale Funktionen Analysis NT11 - 21 1.4.2 Ganzrationale Funktionen Die Funktion f : x an xn an1xn1 ... a2 x2 a1x1 a0 , x IR, n IN0 mit reellen Koeffizienten a0, a1, ..., an-1, an , an ≠ 0 heißt ganzrationale Funktion (Polynomfunktion) vom Grad n. Beispiele 1 4 3 f ( x) x4 x2 , x IR 6 3 2 1) ist eine ganzrationale Funktion vierten Grades. f ( x) 2) 1 5 9 3 x x , x IR 20 20 ist eine ganzrationale Funktion fünften Grades. Eigenschaften der Polynomfunktionen Für die Polynomfunktionen gilt: Hat die Funktion nur Summanden mit ungeraden Exponenten, dann o sind die Graphen punktsymmetrisch zum Ursprung. Ist der Grad n eine gerade Zahl, dann o sind die Graphen achsensymmetrisch zur y-Achse. Übung: S.97/ 1;2;3 Ganzrationale Funktionen Analysis NT11 - 22 1.4.3 Nullstellen und Polynomdivision Zur Ermittlung der Nullstellen von Funktionen höheren Grades (n > 2) stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung: Beispiele: 1) Funktion in Linearfaktorschreibweise f ( x) ( x 2)( x 3)2 0 ( x 2)( x 3)2 x1 2; x2 / 3 3 2) Ausklammern einer Potenz von x f ( x) x4 x3 2x2 0 x 4 x3 2 x 2 ( x2 x 2) x2 x1 / 2 0; x2 2; x2 1 3) Substitution f ( x) x4 5x2 4 0 x 4 5x 2 4 0 z 2 5z 4 z1 1; z2 4 x2 = z Lösung für z: x4 1; x2 4 x1 1; x2 1; x3 2; x4 2 z = x2 Lösung für x: 4) Polynomdivision f(x) = x3 - 2x2 – 5x + 6 mit der bekannten Nullstelle x1 = 1 ( x3 2x2 5x 6) : ( x 1) x2 x 6 ( x3 x 2 ) x 2 5x (x2 5x) x2 x 6 0 6x 6 (6x 6) x2 2; x3 3 0 damit lässt sich die Funktion wie folgt schreiben: f(x) = (x – 1) (x + 2 ) ( x – 3 ) Übung: S.100 a-g Ganzrationale Funktionen Zerlegungssatz: Analysis NT11 - 23 Ist x0 eine Nullstelle der ganzrationalen Funktion n-ten Grades Pn, so Pn ( x) ( x x0 ) Pn1( x) gilt: (Division durch x - x0 geht auf) Der Zerlegungssatz zeigt, dass eine ganzrationale Funktion vom Grad n höchstens n voneinander verschiedene Nullstellen haben kann, das sich der Faktor (x - xi) für jede Nullstelle xi ausklammern lässt. Sind Nullstellen einer ganzrationalen Funktion nicht bekannt, so können diese durch Probieren ermittelt werden: Ist f : x an xn an1xn1 ... a2 x2 a1x1 a0 , x IR eine ganzrationale Funktion mit ganzzahligen Koeffizienten ai , so müssen ganzzahlige Nullstellen Teiler des konstanten Terms a0 sein. Beispiel: f(x) = x3 - 17x2 + 95x - 175 mit unbekannter, aber vorhandener Nullstelle Die Nullstelle x1 muss ein Teiler von 175 = 5 · 5 · 7 sein. f(5) = 53 – 17(5)2 + 95(5)- 175 = 0 Probieren: → ( x3 17x2 95x 175) : ( x 5) x2 12x 35 ( x3 5 x 2 ) 12x2 95x (12x2 60x) x2 12x 35 0 35x 175 (35x 175) 0 f ( x) ( x 5)2 ( x 7) Übung: LB. S. 105 x2 5; x3 7 x1 = 5 Ganzrationale Funktionen Analysis NT11 - 24 Vielfachheit einer Nullstelle Lässt sich eine ganzrationale Funktion Pn wie folgt schreiben: Pn(x) = (x-x1)k · Pn-k(x), wobei Pn-k(x1) ≠ 0, so heißt x1 eine k-fache Nullstelle von Pn. An einer Nullstelle mit ungerader Vielfachheit wechselt die Funktion ihr Vorzeichen, an einer Nullstelle mit gerader Vielfachheit nicht. Beispiele: f ( x) ( x 1)2 ( x 3) f ( x) ( x 2)2 x3 ( x 1) Felderabstreichen vgl. LB. S. 106 f ( x) ( x 2)2 x3 ( x 1) Vorzeichentabelle 2 VZ (x+2) VZ x3 VZ (x-1) VZ f(x) Übung: x< + + -2 LB. S. 107/ 1 <x< + + 0 <x< + + - 1 <x + + + + Ganzrationale Funktionen Analysis NT11 - 25 1.4.4 Ganzrationale Funktionen mit Parameter Gegeben sind folgende ganzrationale Funktionen, mit der Nullstelle x1 = –3: fk : x 2x3 8x2 (6 k)x 3k; x, k IR 1. Zeige, dass x1 = –3 für alle Werte von k eine Nullstelle von fk ist und zerlege damit den Term in ein Produkt mit genau einem Linearfaktor. fk (–3) = Polynomdivision: (2x3+8x2+(6+k)x+3k):(x+3)= => 2. fk (x) = (x )·( ) Ermittle in Abhängigkeit von k die Lage der Nullstellen sowie deren Vielfachheit. 2x2+2x+k=0 => D = 1.Fall: D = 0 (eine weitere doppelte Nullstelle) Ganzrationale Funktionen Analysis NT11 - 26 Ganzrationale Funktionen Analysis NT11 - 27 Übungen Die folgenden Funktionen besitzen die angegebene Nullstelle. Bestimmen Sie alle weiteren Nullstellen in Abhängigkeit von k IR und geben Sie die Vielfachheit der Nullstellen an. a) fk : x 3x3 (k 9)x2 (3k 3)x 9 , x IR , x1 = 3 b) fk : x kx (k 4)x 5x 1 , x IR , x1 = 1 c) fk : x x (k 4)x (4k 1)x 4 , x IR x1 = 4 d) fk : x 3x 9x (k 6)x k , x IR x1 = –1 e) fk : x 2x3 (2k 1)x 2 (k 1)x k , x IR x1 = k 3 2 3 2 3 2 (aus: Schneider, Stein: Mathematik 11 – technische Ausbildungsrichtung, Winklers Verlag, Braunschweig, 2004) Lösungen: (ohne Angabe der Nullstellen, selbst versuchen ;-)) a) –3x² + kx - 3 (k<-6 oder k>6) und k≠10: k = 10: k = -6: k = 6: -6 < k < 6: b) kx² - 4x + 1 k < 4 und k ≠ 0 und k ≠ 3: k = 0: k = 3: k = 4: k > 4: c) x² - kx + 1 (k < -2 oder k > 2) und k ≠ k = 174 : k = -2: k = 2: -2 < k < 2 d) 3x² + 6x + k k < 3: k = 3: k > 3: e) –2x² + x + 1 k IR \ { 12 ;1} : k = 1: k = 12 : fk hat drei einfache Nullstellen f10 hat zwei Nullstellen (doppelt und einfach) f-6 hat zwei Nullstellen (doppelt und einfach) f6 hat zwei Nullstellen (doppelt und einfach) fa hat eine einfache Nullstelle fk hat drei einfache Nullstellen f0 hat zwei einfache Nullstellen f3 hat zwei Nullstellen (doppelt und einfach) f4 hat zwei Nullstellen (doppelt und einfach) fk hat eine einfache Nullstelle 17 : f k 4 hat drei einfache Nullstellen f17/4 hat zwei Nullstellen (doppelt und einfach) f-2 hat zwei Nullstellen (doppelt und einfach) f2 hat zwei Nullstellen (doppelt und einfach) fk hat eine einfache Nullstelle fk hat drei einfache Nullstellen f3 hat eine dreifache Nullstellen fa hat eine einfache Nullstelle fk hat drei einfache Nullstellen f1 hat zwei Nullstellen (doppelt und einfach) f-1/2 hat zwei Nullstellen (doppelt und einfach) Ganzrationale Funktionen Analysis NT11 - 28 Abschlussprüfung an FOS 2004 – Analysis AI 1. 1.1. 1.2. 1.3. 1 ( x 3) 2 ( x 2 k ) mit k IR und Gegeben sind die reellen Funktionen f k : x 27 D fk IR . Es sei zunächst k 9 . Ermitteln Sie in Abhängigkeit von k die Lage der Nullstellen sowie deren Vielfachheit. Unterscheiden Sie dabei die Fälle k>0, k=0 und k<0. 1 ( x 3)2 ( x 2 9) Im folgenden sei k = –9 und f 9 (x) 27 Zeigen Sie, dass f-9 eine einfache und eine dreifache Nullstelle besitzt. Geben Sie jeweils auch die Lage dieser Nullstellen an. Zeichnen Sie den Graphen G f9 für 6 x 3,5 mit Hilfe einer geeigneten Wertetabelle. Maßstab auf beiden Achsen: 1 LE = 1cm Abschlussprüfung an FOS 2001 – Analysis AII 2. 2.1. 2.2. 2.3. 2.4. Gegeben sind die reellen Funktionen f k : x f k ( x); D fk IR f k ( x) 14 ( x3 kx2 2kx 8) mit k IR Zeigen Sie, dass x1 = 2 für alle Werte von k eine Nullstelle von fk ist und zerlegen Sie damit den Term fk(x) in ein Produkt mit genau einem Linearfaktor. Untersuchen Sie, für welche Werte von k die Funktion fk neben x1=2 noch mindestens eine weitere Nullstelle besitzt. Achten Sie dabei auch auf die Sonderfälle k=-6 und k = 2. Berechnen Sie nun k so, dass die Funktion fk bei x2 = –2 eine doppelte Nullstelle hat. Im folgenden sei k = 2. Zeichnen Sie den Graphen G f2 für 4 x 2,5 mit Hilfe einer geeigneten Wertetabelle. Maßstab auf beiden Achsen: 1 LE = 1cm Abschlussprüfung an FOS 1999 – Analysis AI 3. Gegeben sind die reellen Funktionen g p : x g p ( x); Dg p IR g p ( x) x3 p 2 x mit pIR 3.1. Untersuche Sie den Graphen Gg p der Funktion gp in Bezug auf Symmetrie und bestimmen Sie die Anzahl und Lage sämtlicher Nullstellen der Funktion gp in Abhängigkeit von p. Abschlussprüfung an FOS 1998 – Analysis AII 4. Gegeben sind die reellen Funktionen f k : x f k ( x); D fk IR fk ( x) 19 ( x4 kx2 9x2 9k ) mit k 0 k IR . 4.1. 4.2. Untersuchen Sie den Graphen G fk in Bezug auf Symmetrie. Zeigen Sie, dass sich der Funktionsterm fk(x) auch in der Form f k (x) 19 (x2 k)(x2 9) schreiben lässt, und ermitteln Sie die Anzahl, Lage und Vielfachheit aller Nullstellen der Funktion fk in Abhängigkeit von k. Ganzrationale Funktionen Analysis NT11 - 29 1.4.5 Aufstellen von Funktionsgleichungen Das Profil eines Berghanges lässt sich durch den Graph einer ganzrationalen Funktion 3. Grades beschreiben. Der Graph enthält die Punkte A(-4;4,5); B(-2;3); C(0;5,5) und D(1;4,5). Für die weitere Bearbeitung des Hanges ist die Funktionsgleichung wichtig. allgemeine Funktionsgleichung 3. Grades: f(x) = ax3 + bx2 + cx + d Aufstellen eines Gleichungssystems: A: B: C: D: 4,5 = -64a + 16b – 4c + d 3 = -8a + 4b – 2c + d 5,5 = 0a + 0b +0c + d 4,5 = a + b + c + d → d = 5,5 (I) (II) (III) -2II) 2III) 5= 16a – 8b + 4c -2= 2a +2b + 2c I-2II) 4 = -48a + 8b II+2III) -4,5 = -6a + 6b (IV) (V) -8V) 36=48a – 48b IV-8V) 40 = -40b b in IV) 4 = -48a – 8 → → b=-1 a = - 0,25 a;b in III) -1 = -0,25 – 1 + c → c = 0,25 d einsetzen und –5,5 berechnen -1 = -64a + 16b – 4c -2,5= -8a + 4b – 2c -1 = a + b + c → f(x) = -0,25x3 – x2 + 0,25x + 5,5 = -0,25(x3 + 4x2 – x – 22) Übungen: Bestimmen Sie die zugehörigen Funktionsgleichungen: 1. Der Graph einer ganzrationalen Funktion 4. Grades ist symmetrisch zur y-Achse, verläuft durch die Punkte A(0; 4) und B(1; 4,5) und hat für x = 2 eine Nullstelle. [Lösung: -0,5|0|1|0|4] 2. Der zum Ursprung symmetrische Graph einer ganzrationalen Funktion 5. Grades hat für x = 2 eine doppelte Nullstelle und verläuft durch den Punkt A(1; -3). [Lösung: -1/3x((x-2)²(x+2)²] 3. Der Aufsprunghügel einer Skischanze hat die Form des Graphen einer Funktion der Gleichung: h(x) = ax3 + bx2 + c, x [0;140]. Folgende Stützpunkte sind bekannt: (0m;80m), (60m;50m) und (120m; 20m). [Lösung: 1/14400|-1/80|80] LB. S. 108/ 2-6 Ganzrationale Funktionen Analysis NT11 - 30 1.4.6 Anwendung ganzrationaler Funktionen Aufgaben im Lehrbuch Technik S. 107 Kosten – Erlös – Gewinn In den Wirtschaftswissenschaften und auch in der Wirtschaftspraxis bedient man sich in zunehmenden Maße mathematischer Methoden. Dabei sind zwei Zielrichtungen zu unterscheiden: Einerseits ist man bemüht, Entscheidungsmodelle zu entwickeln, die in konkreten wirtschaftlichen Situationen helfen sollen, optimale Entscheidungen zu treffen. Andererseits versucht man, Erklärungsmodelle zu entwickeln, die dazu dienen, wirtschaftliche Prozesse einsichtig zu machen, Zusammenhänge aufzuzeigen und theoretische Folgerungen zu ziehen. Die folgende Aufgabe entstammt der Kostentheorie. Dieser Aufgabe liegt folgende Modellierung zu Grunde: Das betrachtete Unternehmen erzeugt ein einziges Produkt. Bei gleichbleibender Produktionstechnik können einige Produktionsmittel verändert werden, um mehr oder weniger zu erzeugen. Die mengenmäßige Größe der Produktion bezeichnet man als Ausbringung und misst sie durch eine natürliche Zahl x (bezogen auf eine Mengeneinheit (ME)). Die Ausbringung kann jeden Wert eines Intervalls 0;x annehmen, wobei x die Kapazitätsgrenze bezeichnet. In Abhängigkeit von der Ausbringung entstehen Kosten k(x). Es wird unterstellt, dass die gesamte Produktion verkauft werden kann: hierdurch wird ein Erlös e(x) erzielt. k(x) und e(x) werden in Geldeinheiten (GE) gemessen. Die Kosten- und Erlösfunktionen werden als differenzierbar vorausgesetzt. Aus ihnen ergibt sie die Gewinnfunktion g(x) = e(x) – k(x). Das Unternehmen verfolgt das Ziel, den Gewinn zu maximieren. Bei der Aufgabe wird auf die Mengen- und Geldeinheit nicht näher eingegangen. Die in der Aufgabe verwendeten Funktionen beziehen sich nicht auf konkrete Produktionsprozesse, sind aber dennoch wirtschaftlich sinnvoll gewählt. Produktionsbedingungen: Kostenfunktion: k ( x) 0,01x3 9x2 3000x 250000 e( x) 2850x Erlösfunktion: a) Zeichne die Kosten-, Erlös- und Gewinnfunktion (GeoGebra) für das Intervall 0;850. b) Bei welcher Ausbringung ist der Gewinn maximal. c) Die Funktion d ( x) k ( x) beschreibt die durchschnittlichen Kosten. Bei welcher x Ausbringung sind die durchschnittlichen Kosten minimal? Vergleiche dieses Ergebnis mit dem Ergebnis von Aufgabe b) und interpretiere es wirtschaftlich. Ganzrationale Funktionen 1.4 Verknüpfung von Funktionen Analysis NT11 - 31 Ganzrationale Funktionen 1.5 Analysis NT11 - 32 Abschnittsweise definierte Funktionen Funktionen, bei denen für verschiedene Abschnitte des Definitionsbereiches unterschiedliche Funktionsterme vorhanden sind, nennt man abschnittsweise definierte Funktionen. Beispiel: Portofunktion – jedem Paketgewicht ist ein Porto zugeordnet für 0 kg x 4 kg für 4 kg x 8 kg für 8 kg x 12 kg für 12 kg x 20 kg 5,90 € 6,80 € p( x) 7,70 € 9,50 € y 8 6 4 2 0 Übung: S. 2 4 6 8 10 12 14 16 18 x Ganzrationale Funktionen Analysis NT11 - 33 Abschlussprüfung 2004 SII 2.0 Die nebenstehende Skizze zeigt den Querschnitt durch einen ausgehobenen Graben und einen aufgeschütteten Erdwall. Der Graph Gg ist der Graph der abschnittsweise definierten Funktion Erdw all Graben g: x 1 2 x x für 0 x 4 4 x 4 für 4 x k k mit k IR k > 4. 2.1 Zeigen Sie rechnerisch, dass der Übergang vom Graben zum Erdwall stetig und 2.2 Stellen Sie die Maßzahl der Querschnittsfläche A(k) des Erdwalls in Abhängigkeit von k dar. (3 BE) Klasse 11Knick“ Stetigkeit „ohne verläuft. und(612 BE)Differenzierbarkeit 1 2 (Mögliches Ergebnis: A(k ) k 2 4k 8) aus Mathematik 11 – technische Ausbildungsrichtung, Winklers-Verlag 5. Eine Wasserrutsche von 10m Höhe lässt sich von der Seite gesehen annähernd durch zwei Parabeln beschreiben: b( x 20m)2 für 20m x 8,0m h( x) 2 ax 10m für 8,0m x 0m 6. Außerdem soll der Punkt (-8,0m; 6,0m) auf den Parabeln liegen. a) Berechnen Sie a und b. b) Bestimmen Sie die Gleichung der Tangente im Punkt (-8,0m; 6,0m) an die Parabel ax2 + 10m. Zeigen Sie, dass diese Tangente auch Tangente an b(x+20m)² ist und berechnen Sie den Neigungswinkel der Tangente. Der Querschnitt einer Schisprungschanze lässt sich durch eine abschnittsweise definierte Funktion bestimmen. ax2 50 für 0 x 20 h( x) bx c für 20 x 60 d ( x 70)2 h für 60 x 65 Die Punkte (20; 42) und (60; 10) liegen auf der Schanze, der Absprung vom Schanzentisch in einer Höhe von 7m entspricht dem Punkt (65;7). a) Bestimmen Sie alle Koeffizienten so, dass keine Sprünge im Anlauf auftreten. b) Welche Neigung hat das gerade Stück des Anlaufs? c) Berechnen Sie mithilfe der Steigung der Tangente im Absprungpunkt den Absprungwinkel. Lineare Gleichungssysteme Analysis NT11 - 34 2 Lineare Gleichungssysteme 2.1 Additionsverfahren Beim Umformen eines linearen Gleichungssystems (LGS) dürfen die folgenden äquivalenten Umformungen verwendet werden: 1. Das Multiplizieren einer Gleichung mit einer reellen Zahl (außer 0) 2. Das Addieren einer Gleichung zu einer anderen 3. Das Vertauschen von Gleichungen 2.2 Der Gauß-Algorithmus Das Additionsverfahren lässt sich auch in anderer Darstellung anwenden. Dazu wird das Gleichungssystem in der erweiterten Koeffizientenmatrix dargestellt. Additionsverfahren Gauß-Algorithmus (I ) x1 3x2 x3 7 2x1 5x2 2x3 13 ( II ) 3x1 2x2 x3 4 ( III ) 1 II 2 I III 3 I 1 2 3 1 0 0 3 1 7 I 5 2 13 II 2 1 4 III 3 1 7 I 1 4 27 IV 11 4 17 V 11 IV V 1 0 0 3 1 7 I 1 4 27 IV 0 40 280 VI 1 II 2 I III 3 I x1 3x2 x3 7 (I ) x2 4x3 27 (IV ) 11x2 4x3 17 (V ) 11 IV V (I ) x1 3x2 x3 7 x2 4x3 27 (IV ) 40x3 280 (VI) 40x3 280 x3 7 x2 4x3 27 x2 1 x1 3x2 x3 7 x1 3 aus der erweiterten Koeffizientenmatrix lässt sich durch Aufstellen entsprechender Gleichungen und schrittweises Einsetzen die Lösung bestimmen alternativ: Erzeugen der Einheitsmatrix: VI / 40 I VII IV 4VII IX 3VIII Übung: 139/1;2;3 1 3 1 7 0 1 4 27 0 0 1 7 1 3 0 0 0 1 0 1 0 0 1 7 I IV VII IX VIII VII 1 0 0 3 x1 3 0 1 0 1 x2 1 0 0 1 7 x3 7 Lineare Gleichungssysteme 2.3 Analysis NT11 - 35 Das Determinantenverfahren 2.3.1 2 Gleichungen mit 2 Unbekannten Zur Ermittlung der Lösung eines LGS mit Hilfe des Determinantenverfahrens ist es notwendig die Determinanten von Matrizen zu ermitteln. a1 b1 mit den reellen Zahlen a1, a2, b1, b2 ist wie folgt vorzugehen: a2 b2 Für die 22-Matrix D a1 b1 a1b2 a2b1 (D ist die zweireihige Determinante der 22-Matrix.) a2 b2 (d.h. die Zahlen der Diagonalen werden multipliziert und voneinander subtrahiert) Beispiel x1 2x2 4 1 2 mit der Koeffizientenmatrix 3x1 7 x2 15 3 7 1 2 Determinante der Koeffizientenmatrix D 1 7 (3) (2) 1 3 7 Gleichungssystem Zum Lösen eines LGS sind nun auch die Determinanten D1 und D2 der erweiterten Koeffizientenmatrix zu ermitteln. a1 b1 d1 ist wie folgt vorzugehen: a2 b2 d2 d b a d D2 1 1 a1d2 a2d1 D1 1 1 d1b2 d2b1 a2 d2 d2 b2 Für die erweiterte Koeffizientenmatrix D a1 b1 a1b2 a2b1 a2 b2 (d.h. für D1 wird die 1.Spalte durch die „Ergebnisspalte“ ersetzt, für D2 die 2.Spalte) Für die Lösung gilt: x1 D1 D und x2 2 D D wenn D 0 Beispiel Gleichungssystem x1 2x2 4 mit der erw. Koeffizientenmatrix 3x1 7 x2 15 Determinante Determinante Determinante Lösung: Übung: 1 3 4 D1 15 1 D2 3 D D1 2 2 und D 1 D 3 x2 2 3 D 1 2 1 7 (3) (2) 1 7 2 (4) 7 15 (2) 2 7 4 115 (3) (4) 3 15 x1 L = {2; 3} 1 2 4 3 7 15 Lineare Gleichungssysteme Analysis NT11 - 36 2.3.2 3 Gleichungen mit 3 Unbekannten Für das Lösen von LGS mit 3 Gleichungen und 3 Variablen gilt folgendes: Die Determinante einer 3x3-Matrix lässt sich nach folgender Definition berechnen: a1 b1 c1 b c b c b c D a2 b2 c2 a1 2 2 a2 1 1 a3 1 1 b3 c3 b3 c3 b2 c2 a3 b3 c3 (Entwicklung nach der ersten Spalte) oder nach folgender Regel: Regel von Sarrus + + + a1 b1 c1 a1 b1 D a2 b2 c2 a2 b2 a3 b3 c3 a3 b3 - - D = a1b2c3 + b1c2a3 + c1a2b3 – a3b2c1 + b3c2a1 + c3a2b1 Beispiel: 1 D 2 3 3 1 5 2 = 1·5·1+3·(-2) ·(-3)+1·2·2-(-3) ·5·1-2·(-2) ·1-1·2·3 = 5+18+4+15+4-6 = 2 1 40 a1 b1 c1 d1 Für die erweiterte Koeffizientenmatrix a2 b2 c2 d2 ist wie folgt vorzugehen: a b c d 3 3 3 3 a1 b1 c1 d1 b1 c1 a1 d1 c1 a1 b1 d1 D a2 b2 c2 ; D1 d2 b2 c2 ; D2 a2 d2 c2 ; D3 a2 b2 d2 a3 b3 c3 d3 b3 c3 a3 d3 c3 a3 b3 d3 (d.h. für D1 wird die 1.Spalte durch die „Ergebnisspalte“ ersetzt, für D 2 die 2.Spalte, für D3 die 3.Spalte) Für die Lösung gilt: Beispiel 1 2 3 3 1 7 5 2 13 2 1 4 x1 D1 D D ; x2 2 und x3 3 D D D wenn D 0 Lineare Gleichungssysteme 7 D1 13 4 Analysis NT11 - 37 3 5 2 1 2 35 24 26 20 28 39 120 1 1 7 D2 2 13 3 4 1 2 (13) 42 8 39 8 14 40 1 1 3 7 D3 2 5 13 20 117 28 105 26 24 280 3 2 4 D 120 D 40 D 280 x1 1 3; x2 2 1; x3 3 7 D 40 D 40 D 40 Übung: 139/1 - 3 Für die Anzahl der Lösungen des LGS gilt: D≠0 D = 0 und D1 = 0 = D2 = D3 D = 0 und D1 ≠ 0 oder D2 ≠ 0 oder D3 ≠ 0 Übung: 128/ 2 139/ 4 genau eine Lösung unendlich viele Lösungen oder keine keine Lösung Lineare Gleichungssysteme 2.4 Analysis NT11 - 38 LGS mit Parameter Beispiel: Gesucht ist die Lösung in Abhängigkeit vom Parameter a eines LGS 5x1 3x2 4x3 2 ax1 2x2 3x3 1 3x1 x2 2x3 1 Die Variable a kann die Lösung beeinflussen und erfordert ggf. eine Fallunterscheidung. 5 3 4 D a 2 3 20 27 4a 24 15 6a 2 2a 3 1 2 1) Das LGS hat genau eine Lösung, wenn D ≠ 0 2 - 2a ≠ 0 a ≠ 1 2 3 4 D1 1 2 3 8 9 4 8 6 6 1 1 1 2 2) x1 1 2 2a 5 2 4 D2 a 1 3 10 18 4a 12 15 4a 11 3 1 2 x2 11 2 2a 5 3 2 D3 a 2 1 10 9 2a 12 5 3a a 8 3 1 1 x3 a 8 2 2a Für a = 1 hat das LGS keine Lösung, denn D = 0 und D1 ≠ 0 Lineare Gleichungssysteme Analysis NT11 - 39 Übung aus AP 2000 Technik Gegeben sind die Matrix At und der Vektor b durch 2.0 1 3 1 3 A = 3 1 4 und b = 2 mit t IR . t 1 0 2t t 2 2.1 2.2 Untersuchen Sie mit Hilfe des Ranges von Koeffizientenmatrix und erweiterter Koeffizientenmatrix, für welche Werte von t IR das Gleichungssystem A t x = b keine, eine oder unendlich viele Lösungen besitzt. Bestimmen Sie die Lösungsmenge des Gleichungssystems A1 x = b (für t = 1). (I ) ( II ) ( III ) 3x1 x2 3x3 1 3x1 x2 4x3 2 2t x2 t 2 x3 1 (II I ) (I II ) 2x2 x3 1 (IV ) 6x1 7 x3 3 (V ) 3 1 3 D 3 1 4 3t 2 18t 24t 3t 2 6t 2 6t 6t (t 1) 0 2t t 2 1 1 3 7 D1 2 1 4 t 2 4 12t 3 8t 2t 2 3t 2 4t 7 3(t 1)(t ) 3 1 2t t 2 3 1 3 D2 3 2 4 6t 2 9 12 3t 2 3t 2 3 3(t 2 1) 3(t 1)(t 1) 0 1 t2 3 1 1 D3 3 1 2 3 6t 12t 3 6t 6 6(t 1) 0 2t 1 1) 2) 3) Für t = 0 hat das LGS keine Lösung, da D = 0 und D1 ≠ 0. 7 7 3(t 1)(t ) t 3 3; Für t IR \{0;1} hat das LGS genau eine Lösung: x1 6t (t 1) 2t 3(t 1)(t 1) t 1 6(t 1) 1 x2 und x3 6t (t 1) 2t 6t (t 1) t x3 Für t = 1 erhält man aus 6t (t 1) x3 6(t 1) 0 x3 0 1 aus IV x2 2 3 7 aus V x1 6 Für t = 1 hat das LGS unendlich viele Lösungen, da D = 0 = D1 = D2 = D3 Übung 141/12-17 Lineare Gleichungssysteme 2.5 Über- und unterbestimmte LGS Analysis NT11 - 40 Grenzwerte und Stetigkeit Analysis NT11 - 41 3 Grenzwerte und Stetigkeit 3.1 Begriff des Grenzwertes Ist der Funktionswert y0 einer Funktion an einer bestimmten Stelle x0 nicht berechenbar, so ist die Umgebung von y0 bzw. x0 zu betrachten. Dabei nähert man sich der Stelle x0 und betrachtet das Verhalten der Funktionswerte (y-Werte). Den y-Wert, den die Funktion dabei anstrebt, nennt man Grenzwert. Beispiel: f ( x) x 2 1 ; x 1 D IR \ {1} Die Funktion f ist an der Stelle x0 = -1 nicht definiert. (Definintionslücke). Mit Hilfe einer Wertetabelle kann man die Umgebung von x0 untersuchen. x y 0 -1 -0,5 -1,5 -0,9 -1,9 -0,99 -1,99 -1 n.d. -1,01 -2,01 -1,1 -2,1 -1,5 -2,5 -2 -3 In der Umgebung der Stelle x0 = -1 nähern sich die y-Werte y0 = -2 an. Man sagt: Der Grenzwert der Funktion f für x gegen –1 ist –2 x 2 1 lim f ( x) lim 2 x1 x1 x 1 (sprich: Limes von f von x für x gegen –1 ist gleich –2) ◘ Links- und rechtsseitiger Grenzwert (eigentlicher, uneigentlicher Grenzwert) Nähert man sich einer Stelle x0 von links (x < x0) an, so nennt man den y-Wert linksseitigen Grenzwert. Für die Annäherung von rechts (x > x0) gilt analoges. Schreibweise: linkseitiger Gw: bzw. rechtsseitiger Gw: x 2 1 lim f ( x) lim 2 x 1 x 1 x 1 x 2 1 lim f ( x ) lim 2 x 1 x 1 x 1 Sind linksseitiger und rechtsseitiger Grenzwert gleich groß, so existiert überhaupt erst der eigentlicher Grenzwert. Grenzwerte und Stetigkeit 3.2 Analysis NT11 - 42 Grenzwerte ganzrationaler Funktionen 3.2.1 Verhalten für x → x0 Merke: Ganzrationale Funktionen sind in IR definiert, so dass alle y-Werte berechenbar sind, so auch die Grenzwerte (Ausnahme x → ± ∞). Beispiel: f(x) = 2x mit D = IR\{4} lim f (x) lim(2x) 2 4 8 x4 x4 Rechenregeln für Grenzwerte 1. lim( f (x) g(x)) lim f (x) lim g(x) xc xc xc 2. lim( f ( x) g ( x)) lim f ( x) lim g ( x) 3. lim xc x c xc Summe und Differenz Produkt xc f ( x) f ( x) lim xc , wenn g(x) 0; lim g( x) 0 xc g ( x) lim g ( x) Quotient x c Beispiel: lim x2 lim x lim x 3 3 9 x3 x3 x3 lim(4x 2x) lim(4x2 ) lim(2x) 4 12 2 1 6 2 x1 x1 x1 Übung: ◘ h-Methode Mit Hilfe der Grenzwertbetrachtung kann man das Verhalten einer Funktion in der Umgebung von x-Werten beschreiben, auch wenn die Stelle nicht zum Definitionsbereich gehört. Die Grenzwertbestimmung wird vereinfacht durch die Argumentenfolge x0 h (x wird ersetzt durch x0 h für h 0 ) ( x0 h bedeutet eine Annäherung an die Stelle x0 von rechts; x0 h bedeutet eine Annäherung an die Stelle x0 von links) Beispiel: Grenzwerte und Stetigkeit Analysis NT11 - 43 3.2.2 Verhalten für x ( x ) a) Funktion f(x)=xn mit n gerade positive Zahl lim xn b) x für x f (x) Funktion f(x)=xn mit n ungerade positive Zahl lim xn - x lim x n - x lim x6 x lim 5x 2 x lim 4x3 x lim 4x3 x Funktion f(x)= Beispiele: 1 0 x x 4 4 lim 0 x x 2 2 lim 2 0 x x lim oder für x f (x) für x f (x) Beispiele: c) oder lim 1 x x n 1 (n>0) xn 0 x f (x) 0 Grenzwerte und Stetigkeit Analysis NT11 - 44 d) Anwendung auf ganzrationale Funktionen f(x)=xn+ xn-1+ xn-2+... Merke: Das Verhalten einer ganzrationalen Funktion für x hängt nur von der höchsten x-Potenz ab!! Warum?: Beispiel: f(x)= 3x4+ x2- 5 - durch Ausklammern der höchsten Potenz, Anwendung der Rechenregeln und Grundlagen folgt: 1 5 1 5 4 ) lim x4 ( lim 3 lim 2 lim 4 ) 2 x x x x x x x x 4 4 lim x (3 0 0) lim x 3 lim 3x4 x2 5 lim x4 (3 x x x x Beispiel: lim x3 x 2 2 x lim 4x5 3x4 5x x lim 4x5 3x4 5x x Übung: ( Achtung:auf bzw. aufpassen) Grenzwerte und Stetigkeit 3.3 Analysis NT11 - 45 Grenzwerte gebrochen rationaler Funktionen Verhalten für x ( x ) a) Zählergrad > Nennergrad Merke: Höchste x-Potenz des Nenner ausklammern, Rechenregeln und Grundlagen anwenden Beispiel: f ( x) x 4 2x 2 1 x2 3 1 2 x 2 2 2 2 x 4 2x 2 1 x2 x lim x x 2 0 lim ( x2 2) lim lim x x x 2 3 x x2 1 0 x x2 3 1 2 x 5 4 3x 2x x f ( x) oder x4 x 1 3x 2 3 4 3x5 2x 4 x x 4 x lim x 3x 2 0 lim (3x 2) lim lim x x x 4 1 x x 4 2 0 x 2x 4 x 2 3 x b) Zählergrad = Nennergrad Merke: Höchste x-Potenz ausklammern, Rechenregeln und Grundlagen anwenden Beispiel: f ( x) x 4 2x 2 1 x4 3 2 1 1 x 4 2x 2 1 x4 x 2 x4 lim lim 4 x x x 3 x4 3 1 4 x f ( x) oder 4 lim x 1 0 0 1 1 x x4 1 0 1 3x5 2x3 x 2 x5 x 2 2 1 3 2 4 5 3x5 2x3 x x5 x x lim x 3 0 0 3 lim lim x 2x5 x 2 x x5 1 2 x x5 2 0 0 2 2 4 5 x x c) Zählergrad < Nennergrad Merke: Es gilt immer: - Nachweis wie a/b möglich Übungen: lim f ( x) 0 x x f (x) 0 Grenzwerte und Stetigkeit d) Begriffe: Beispiel: Analysis NT11 - 46 stetig hebbare Definitionslücke, Unendlichkeitsstelle und Asymptoten f ( x) x2 x2 ; x x 2 ( x 2)(x 1) 2 Df IR {1;2} vertikale Asymptote (x=-1) horizontale Asymptote (y=0) Unendlichkeits(Pol-)stelle bei x=-1 stetig hebbare Definitionslücke bei x=2 Der Graph der Funktion f(x) nähert sich für x 1 der vertikalen Asymptote x=-1(Gerade mit der Gleichung x=-1) und der horizontalen Asymptote y=0 (Gerade mit der Gleichung y=0) Die Funktion hat an der Stelle x=-1 und x=2 Definitionslücken, d.h. sie ist für x=-1 und x=2 nicht definiert. Die Funktion hat an der Stelle x=2 eine stetig hebbare Definitionslücke und an der Stelle x=-1 eine Polstelle Grenzwerte: lim f ( x) lim f (x) daraus folgt Polstelle mit einer vertikalen Asymptoten mit x=-1 x1 x1 lim f ( x) 0 x 1 x2 3 1 lim f ( x) x2 3 lim f ( x) daraus folgt die horizontale Asymptote mit y=0 daraus folgt, dass an der Stelle x=2 eine stetig hebbare Definitionslücke existiert (vgl. Stetigkeit) (d.h., dass die Definitionslücke zu beheben ist, um die Funktion an dieser stelle stetig zu machen) Grenzwerte und Stetigkeit 3.4 Analysis NT11 - 47 Stetigkeit von Funktionen Eine Funktion f heißt stetig an der Stelle x0, wenn f an der Stelle x0 einen Grenzwert hat und dieser gleich f(x0) ist. Eine Funktion f heißt stetig in einem Intervall I, wenn f für alle x0 I stetig ist. f ( x) lim f ( x) f ( x0 ) Eine Funktion f ist stetig an der Stelle x0 lim x x0 Graphen stetiger Funktionen Graphen nicht stetiger Funktionen Untersuchung der Funktion auf Stetigkeit Beispiele x x0 Grenzwerte und Stetigkeit 3.5 Stetigkeitssätze Nullstellensatz Zwischenwertsatz Extremwertsatz Analysis NT11 - 48 Inhalt laut Lehrplan Zahlenmengen IN, Z, Q, IR und ihre Eigenschaften Reelle Funktionen Abbildungsvorschrift, Funktionsterm, Funktionsgleichung, Definitions- und Wertemenge, Funktionsgraph, Schnittpunkte mit den Koordinatenachsen Lineare Funktionen Quadratische Funktionen auch mit Parameter Lineare Ungleichungen Quadratische Ungleichungen Potenzfunktionen mit Exponenten n {3, 4, –1} Verknüpfung von Funktionen: Summe, Differenz, Produkt und Quotient Nullstellenbestimmung unter Verwendung von Polynomdivision und Substitution Faktorisierung des Funktionsterms und Vielfachheit der Nullstellen Symmetrie des Funktionsgraphen Auswirkungen auf den Funktionsgraphen Anwendungsbeispiele mit ganzrationalen Funktionen Abschnittsweise definierte Funktionen Additionsverfahren z.B. Gauß-Algorithmus Determinantenverfahren Ermittlung der Lösungsmenge exakt bestimmter, überbestimmter und unterbestimmter linearer Gleichungssysteme Lösung linearer Gleichungssysteme mit einem Parameter Grenzwert einer Funktion für x → ± ∞ bzw. x→x0 Grenzwertsätze für Summe, Differenz, Produkt und Quotient von Funktionen Stetigkeit einer Funktion an einer Stelle Stetigkeit in einem Intervall Zwischenwertsatz Nullstellensatz Extremwertsatz Analysis NT11 - 49 ................. 1 ................. ................. ................. ................. ................. 2 3 5 12 8 14 17 ................. ................. ................. 19 ................. ................. ................. 20 –21 4 21 ................. ................. ................. ................. 3; x 11;x 31 ................. 36 ................. ................. 33 38 ................. ................. ................. ................. ................. ................. ................. ................. ................. ................. ................. ................. ................. ................. 37 42 ergänzende Übungen Z: Analysis NT11 - 50 Quadratische Ergänzung Ziel der quadratischen Ergänzung ist es, einen quadratischen Term der Form ax2 bx c in die Form a( x xS )2 yS zu überführen. Grundlagen: Binomische Formeln II) (x + t)2 = x2 + 2 · t · x + t2 III) (x – t)2 = x2 – 2 · t · x + t2 (x + t)2 = 1 x2 + 2·t ·x t2 + Beachte: vor x² steht eine „neutrale“ 1 die Konstante ist t2 vor dem x steht das doppelte von t (2 · t) Folgender Term soll gegeben sein: 2x2 + 4x + 5 Folgende Vorgehensweise ist dabei zu beachten: Schritt 1: den Term so umformen, dass vor dem x2 eine 1 steht Schritt 2: 2x2 4x 5 2 ( x2 2x 2,5) im Klammerausdruck x2 2x 2,5 steht vor dem x die Zahl 2 diese Zahl entspricht damit ist t = 1 2 ausklammern 2·t Damit wäre nun folgender Term erreicht: ( x 1)2 dieser Term ist aber ( x 1)2 x2 2x 1 (laut I. binomische Formel) Beachte den noch vorhandenen Unterschied 1 und 2,5 Schritt 3: Die vorhandene Differenz ist zu korrigieren, d.h. zu ergänzen!!! Es sind nun also noch 1,5 zu addieren, denn 2,5 - 1 = 1,5 Damit lautet der neue Term: 2( x2 2x 1 1,5) 2 ( x 1)2 1,5 2( x 1)2 3 ergänzende Übungen Analysis NT11 - 51 Übung: Quadratische Ungleichungen/Parabelscharen Bestimmen Sie die Lösungsmengen der folgenden Ungleichungen: x2 x 2 0 Beispiel x2 x 2 0 x1 = -1; x2 = 2 „Nullstellen“ bestimmen durch Lösen der quadratischen Gleichung: x2 x 2 0 ( x 1)(x 2) 0 Lösung anschaulich -1 2 bzw. mit Hilfe einer Vorzeichentabelle VZ(x+1) VZ(x-2) VZ (x+1)(x-2) VZ –(x+1)(x-2) x Lösung sind alle x-Werte für die die Parabel oberhalb (>0) der x-Achse auf der x-Achse (=0) liegt: 3x2 3x 18 0 x 2 2x 2 0 x2 4 0 -1 0 0 <x< + + 2 <x + + + - 0 0 Lösung sind alle x-Werte für die der Term ein positives Vorzeichen (>0) hat und gleich Null (=0) ist: L = [ -1 ; 2 ] a) c) e) x< + - L = [ -1 ; 2 ] b) d) f) 2x2 12x 18 0 4x2 16x 16 0 3x2 6x 0 Zusatzaufgabe: Für welche Werte von a haben die quadratischen Funktionen keine, eine bzw. zwei Nullstellen? (Hinweis: Lösung erfolgt unter Verwendung der Diskriminante) Beispiel Gegeben sind die quadratischen Funktionen ha : y 2x2 ax 2; x, a IR 0 2x2 ax 2; x, a IR - D a2 16 keine Nullstellen, wenn D < 0: 0 a2 16 La = ] –4 ; 4 [ eine Nullstelle, wenn D = 0 0 a2 16 La = { –4 ; 4 } zwei Nullstellen, wenn D > 0 0 a2 16 La = ] -∞ ; -4 [ U ] 4 ; +∞ [ = IR \ [ –4 ; 4 ] - - g) Parabel der Diskriminante -4 4 a Gegeben sind die quadratischen Funktionen ka : y x2 ax a ; x, a IR ergänzende Übungen Analysis NT11 - 52 Lösungsformel für quadratische Gleichungen: x1/ 2 b b2 4ac 2a Linearfaktorzerlegung: ax2 bx c a( x x1 )(x x2 ) mit den Nullstellen x1 und x2 Nullstellen quadratischer Funktionen (Lösung quadratischer Gleichungen) 2 Die quadratische Gleichung ax bx c 0, a, b, c, x IR a 0 hat (4) zwei verschiedene reelle Lösungen, wenn D 0 : x1 b b2 4ac 2a , x2 b b2 4ac 2a (5) eine doppelte reelle Lösung, wenn D 0 : x1,2 b 2a (6) keine reelle Lösung, wenn D 0 2 mit D b 4ac (Diskriminante)