Biologischer Pflanzenschutz – Was ist das? Teil 1 - Haus-Hof-24

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Biologischer Pflanzenschutz – Was ist das?
Teil 1: Buchsbaumzünsler
und Dickmaulrüssler
Buchsbaumzünsler
 Der Buchsbaumzünsler ist ein eingewanderter Schadschmetterling, deren
Raupen das Blattwerk sowie die Rinde von Buchsbäumen stark schädigen können. Der schwarz-weiß gefärbte Falter beginnt im April aus der Puppe zu schlüpfen und legt nach der Paarung seine Eier an den Blättern von Buchsbäumen ab.
Typisch für Zünslerfalter ist ihre dreieckige Form bei ausgebreiteten Flügeln.
Der Buchsbaumzünsler überwintert als Larve, eingesponnen in einem Kokon.
Unsere Serie:
Biologischer Pflanzenschutz
• Teil 1 (H+H 3/2016):
Buchsbaumzünsler und
Dickmaulrüssler
• Teil 2 (H+H 4/2016):
Blattläuse & Weiße Fliege
• Teil 3 (H+H 5/2016):
Spinnmilben & Wollläuse
• Teil 4 (H+H 6/2016):
Wiesenschnake &
Nacktschnecken
• Teil 5 (H+H 1/2017): Lockstoffe & Fallensysteme
• Teil 6 (H+H 2/2017):
Schadschmetterlinge
& Thripse
Eine neu entwickelte Pheromonfalle fängt die Falter
Je nach Witterung und Breitengrad sollte die Falle ab Mitte März (spätestens Mitte April) und bis Ende September in zirka 150 cm Höhe in Nähe der zu schützenden
Buchsbaumpflanzen aufgehängt werden (siehe Foto unten rechts). Mehr zu diesem
Thema lesen Sie im fünften Teil der Serie.
Dickmaulrüssler – Erfolgreicher Einsatz von räuberischen Nematoden
Der „Gefurchte Dickmaulrüssler“ hat sich zu einem bedeutenden Schädling an vielen
Gartenpflanzen entwickelt. Zu den gefährdeten Pflanzen gehören vor allem Rhododendren, Azaleen, Hortensien, Bergenien, Eriken, Eiben, Efeu, Cotoneaster, Erdbeeren
sowie zahlreiche Stauden. Der grau-braun gefärbte Rüsselkäfer ist etwa einen Zentimeter groß und meist nur nachts aktiv. Seine Flügeldecken sind verwachsen, daher
kann er nicht fliegen und bewegt sich ausschließlich laufend fort.
Das typische Schadbild sind buchtenförmige Fraßstellen an den Blatträndern beziehungsweise Rindenfraß an jungen Eibentrieben. Diese Schäden sind zwar hässlich aber
für die Pflanze nicht lebensbedrohlich. Anders bei den Larven: Sie leben im Boden und
fressen an den Wurzeln der oben genannten Pflanzen. Bei starkem Befall kommt es
zum Absterben der Pflanze aufgrund fehlender Wasserversorgung.
Der Autor
Gärtnermeister
Gunther O. Böke
• langjährige Berufspraxis im
Garten- und Landschaftsbau
• Firmeninhaber der 2004 von
ihm gegründeten Firma
„Ladanum – Kreative
Gärten“ in Rullstorf/
Boltersen
®
Ein Garten, der sich lohnt.
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Durch den großen Appetit der Raupen sowie die rasante Vermehrungrate stellt dieser
Schädling eine ernste Bedrohung von Buchsbäumen dar. Die Lebensdauer des Falters
beträgt nur etwa acht bis zehn Tage. Die nach weiteren zehn Tagen daraus schlüpfenden Raupen werden bis zu fünf Zentimeter lang und sind auffallend grün gefärbt
mit schwarzen Punkten. Sie fressen zunächst im inneren Blattwerk, wodurch ein Befall
oft erst spät entdeckt wird. Bei günstigen Witterungsverhältnissen kann alle zwei Monate mit einer neuen Faltergeneration gerechnet werden.
Die Larven sind chemisch kaum zu bekämpfen. Wissenschaftler wurden aber bei der
biologischen Schädlingsbekämpfung fündig. Nützliche Fadenwürmer, genannt Nematoden, sind die Zukunft. Es zeigte sich, dass diese nur 0,5 mm großen Nematoden im
Praxisversuch einen Wirkungsgrad von fast 100 Prozent aufweisen. Inzwischen erfreuen sich diese Nützlinge großer Beliebtheit, zumal mit diesem biologischen und
umweltfreundlichen „Mittel“ höhere Wirkungsgrade als mit den umstrittenen Pestiziden erreicht werden.
Ausbringungszeiten sind im Frühjahr, zwischen
Ende April und Ende Mai und im Herbst zwischen
Mitte August und Ende September. Beim erstmaligen Einsatz sollten beide Ausbringungszeiten genutzt werden. Danach reicht jährlich eine Ausbringung, am besten im Spätsommer. Die Anwendung
erfolgt einfach mit der Gießkanne beziehungsweise
mit Gießwagen oder Feldspritze, auch eine Tauchbehandlung kann vorgenommen werden.
Pheromonfalle für den Buchsbaumzünsler.
Fotos: © re-natur GmbH
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