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№
APRIL 2015
DAS GESUNDHEITSMAGAZIN
AUFTAKT Rückblick auf den Neujahrsempfang
ANFANG Das neue Führungsteam des Pflegedienstes
ANHALTEND 20 Jahre Handchirurgie
TAG D
OFFEN ER
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g , 21. J
uni
UHRZ
10.00 – EIT
17.00 U
hr
Wie sieht eigentlich
unser Alltag aus?
Was passiert eigentlich alles in einem Operationssaal vor und nach der Operation?
Wie sieht ein Notarztwagen von innen aus? Wie verarzte ich eine Wunde?
Und was gehört eigentlich alles zu den Leistungen eines Krankenhauses,
von denen ich vielleicht noch gar nichts wusste?
Viele Fragen, die unter neugierigen Blicken beantwortet werden können.
Am Tag der ­offenen Tür im Lukas-Krankenhaus, wo Ihnen Chefärzte und
Verantwortliche Rede und Antwort stehen werden.
TAG DER OFFENEN TÜR AM SONNTAG, 21. JUNI 2015, 10 – 17 UHR.
LUKAS / APRIL 2015
Sehr geehrte Leserin,
sehr geehrter Leser,
125 Jahre sind ein Zeitraum, der in seiner Ausprägung und Tiefe kaum zu über­
blicken ist. Was hat sich in den vergangenen 125 Jahren alles verändert, welche
Neuerungen sind eingetreten, die heute schon wieder selbstverständlich sind?
Wer sich vor Augen hält, welchen Wandel die vergangenen 125 Jahre gebracht
­haben, der kann ermessen, welch eine Konstante unser Haus bietet, das nun schon
seit 125 Jahren besteht. Diesen Geburtstag wollen wir mit Ihnen feiern. Wie genau,
mit welchen Veranstaltungen – natürlich auch mit einem groß angelegten Tag
der offenen Tür – erfahren Sie in dieser Ausgabe.
Eingeläutet wurde unser Jubiläumsjahr mit dem schon traditionellen Neujahrs­
empfang, der erstmals in der Stadthalle stattfand und sehr großen Zuspruch
erfuhr. Auch das ist ein Indiz für die tiefen Wurzeln, über die unser LukasKrankenhaus in Bünde verfügt. Wie hier gefeiert und welche Perspektiven hier
aufgezeigt wurden, erfahren Sie ebenfalls in dieser Ausgabe unseres Magazins.
Neben dem großen Geburtstag gibt es auch noch einen etwas kleineren zu feiern.
Seit 20 Jahren besteht die Handchirurgie im Lukas-Krankenhaus. Ein guter Grund
also, um dem Handchirurgen Dr. Bernd Wolfgang Bär einen neugierigen Blick
über die Schulter zu werfen.
Dabei, und bei der gesamten Lektüre, wünsche ich Ihnen viel Freude.
Ihr Dr. med. Ulrich Sorgenfrei
Vorsitzender des Vorstandes des Lukas-Krankenhauses Bünde
INHALT
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RÜCKBLICK I Zufriedenheit beim Neujahrsempfang
8
RÜCKBLICK II 125 Jahre Lukas-Krankenhaus
10VERANSTALTUNGEN Termine rund um das Jubiläumsjahr
12 ANFANG I Das neue Team der Pflegedirektion
15GETESTET Tagespraktikant Dr. jur. Tim Ostermann
16 AKTUELLES Termine rund um das Lukas-Krankenhaus
18 ANFANG II Das Adipositaszentrum OWL
20 NACHBARSCHAFT Archivierung im digitalen Zeitalter
22 ANHALTEND 20 Jahre Handchirurgie
26 SERVICE Aufenthalt in der Palliativstation
27KUNSTVOLL Xiao Ping Xu stellt aus
28VERSORGT Der Geriatrische Versorgungsverbund
30VORSCHAU Tag der offenen Tür im Lukas-Krankenhaus
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Zufrieden trotz schwieriger Zeiten
LUKAS-KRANKENHAUS LUD ZUM NEUJAHRSEMPFANG
DAS WORT KONSOLIDIERUNG IST EINES,
DAS HÄUFIG FÄLLT UND NICHT IMMER NUR
GUTES BETITELT. BEIM LUKAS-KRANKENHAUS IST
DAS ANDERS. »DAS VERGANGENE JAHR STAND
FÜR UNS IM ZEICHEN DER KONSOLIDIERUNG –
DAMIT WIR JETZT BEREIT SIND, UNS GUT FÜR DIE
ZUKUNFT AUFZUSTELLEN«, SAGTE DANN AUCH
DER AUFSICHTSRATSVORSITZENDE HELMUT
DIEKMANN, DER DIE GÄSTE DES DIESJÄHRIGEN
NEUJAHRSEMPFANGS ERSTMALS IN DER BÜNDER
STADTHALLE BEGRÜSSEN KONNTE.
Die Stadthalle wurde auch ausgewählt,
um knapp 250 Gästen einen ersten Vorgeschmack auf die Feierlichkeiten zum
125-jährigen Jubiläum zu geben. Historische
Bilder leiteten in einer Ausstellung im
hinteren Bereich der Festhalle ein Thema
ein, das in seiner Tragweite nur wenigen
Bündern bewusst ist. »Viele Menschen glauben immer noch, dass wir eine Einrichtung
der Evangelischen Kirche sind – aber wir
werden getragen von einem kleinen Verein,
der den Gedanken weiterträgt, dass unser
Haus eines von Bürgern für Bürger ist«,
so Helmut Diekmann, der selber vor knapp
70 Jahren im Lukas-Krankenhaus das Licht
der Welt erblickte.
Wie wichtig das Haus für Bünde und die
Umgebung ist, zeigt sich beim Blick auf die
Zahlen, die ebenfalls an diesem unterhaltsamen und zugleich informativen Abend
präsentiert wurden: Mit dem Bünder Krankenhaus und dem Krankenhaus in Enger sowie Tochterunternehmen bietet der Verein
derzeit 982 Menschen einen Arbeitsplatz.
Auch die finanzielle Lage, die sich nach der
Sanierung des Bettenhauses und den damit
gestiegenen Fallzahlen nun deutlich gebessert
hat, war Thema der Vorträge von Dr. ­Ulrich
Sorgenfrei und Dr. Stefan Kerst. Hierzu
gehörte auch ein Rückblick auf die Schließung der Frauenklinik. Bedauern hätte dies
ausgelöst – und »gleichzeitig ist es notwendig
gewesen, diesen sorgfältig abgewogenen
Schritt zu gehen«, so der ­Vorstand Dr. Stefan
Kerst. Klargestellt wurde noch einmal, dass
selbstverständlich Frauen mit unklaren
Schmerzzuständen oder Befunden des
Bauchraums im Lukas-Krankenhaus sehr gut
→
aufgehoben sind.
RÜCKBLICK I
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LUKAS 20
RÜCKBLICK I
»Ist dies keine echte Neuigkeit, so wird es
in diesem Jahr noch viele Entwicklungen
geben«, kündigte Dr. Sorgenfrei an, der in
seiner schwungvollen Rede die Aufbruchstimmung im Haus auf die viel Beifall spendenden Gäste übertrug. »Sie werden sich
nächstes Jahr wundern, was 2015 noch so
alles passiert ist«, so Dr. Ulrich Sorgenfrei.
Doch der Blick richtet sich nicht nur nach
vorne. Länger als 40 Jahre arbeitete Renate
Letsch im Lukas-Krankenhaus, absolvierte
hier ihre Ausbildung und prägte über mehrere Jahrzehnte hinweg als Pflegedirektorin
Leistungsfähigkeit und Arbeitsatmosphäre
im gesamten Krankenhaus. Viele Worte des
Dankes begleiteten Renate Letsch auf ihrem
Weg in den wohlverdienten Ruhestand.
Auch ihre Stellvertreterin und jetzige Nachfolgerin Martina Waldeyer bedankte sich für
die jahrelange Unterstützung und das kollegiale Miteinander mit Renate Letsch, die
von Superintendent Michael Krause offiziell
von ihren Aufgaben entpflichtet wurde.
Passend zum Auftakt des 125-jährigen Bestehens führte der ehemalige Chefarzt Professor
Brunswig durch die Chronik des Hauses,
der er sich in der vergangenen Zeit intensiv
widmete und viele historische Fakten und
unterhaltsame Anekdoten ans Licht holte.
Die gesammelte Chronik wird es bald auch
als Buch zum Nachlesen zu erwerben geben.
Viele weitere Termine bestimmen den Ablauf des kommenden »Krankenhausjahres«,
das auch dazu genutzt werden soll, um das
Krankenhaus und sein Leistungsspektrum
noch weiter in den Fokus der Bevölkerung
zu rücken. Aber natürlich ging es bei dem
diesjährigen Neujahrsempfang nicht nur
um den Blick nach hinten und nach vorn,
sondern auch um das Hier und Jetzt. In
bewährter Form spielte das Frank ­Muschalle
Trio auf und die Lukra Service GmbH
sorgte für kulinarische Genüsse, als der
offizielle Teil des Abends abgeschlossen war
und der gesellige Teil beginnen konnte.
•
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125 Jahre Lukas-Krankenhaus Bünde
EINE ZEITREISE DURCH DIE LETZTEN JAHRZEHNTE DES KRANKENHAUSES
LUKAS 20
RÜCKBLICK II
Der Grundstein wurde bereits vor
126 Jahren gelegt, ehe vor 125 Jahren das
Lukas-Krankenhaus offiziell eingeweiht
wurde. Die ersten Pläne sind natürlich
noch älter, bereits im Jahre 1874 tauchen
die ersten Aufzeichnungen über das Haus
auf, das anfangs als Kranken- und Pflegehaus konzipiert war. Der erste Patient
wurde gleich am Tag nach der feierlichen
Einweihung aufgenommen.
Es handelte sich um einen Wanderarbeiter aus Aarhus in Dänemark, der mit
einer Unterschenkelverletzung 39 Tage
stationär behandelt wurde.
Seit dieser Zeit wuchs das Haus kontinuierlich
von anfänglich 9 auf nur elf Jahre später dann
67 Krankenbetten. 35 Jahre später waren es
nach erneuten Ausbauarbeiten schon
137 Betten, die hier für Kranke und Verletzte
aus der Umgebung bereitgehalten wurden.
»Entscheidend für die damalige Zeit – und
auch für heute – ist nicht nur die bauliche Entwicklung gewesen. Sondern vor allem die Idee
der Gründer, die sich für das Krankenhaus
einsetzten. Es waren Bünder Familien, die sich
dafür engagiert haben, dass ein solches Haus
in Bünde gebaut und vor allem mit Leben
gefüllt wurde. Genau diesen Leitgedanken
verfolgen wir auch heute. Unser Trägerverein
ist eigentlich nichts anderes als die Vereinigung Bünder Bürger, denen die medizinische
Versorgung vor Ort wichtig ist«, sagt dann
auch Vorstand Dr. Stefan Kerst.
Bereits zur Jahrhundertwende wurde die
Gründung des Vereins vollzogen, getragen
vom diakonischen Gedanken stand hier die
Hilfe für Hilfsbedürftige im Vordergrund.
Das änderte sich auch nicht, als in den Jahren
1966 bis 1968 die wohl größte Veränderung
anstand: Der bisherige Bau wurde abgerissen,
ehe ein bis auf den heute noch bestehenden
Altbau kompletter Neubau anstand. »Damals
ist lange überlegt worden, ob der Standort
direkt in der Stadt der richtig ist, oder eine
Fläche auf der grünen Wiese besser geeignet
sei«, sagt Dr. Kerst. Für beides sprachen gute
Gründe. Die Entscheidung aber fiel auf das
damalige wie auch heutige Grundstück mit einer Lage, »die zeigt, dass wir uns inmitten der
Stadt, ganz nah bei den Bürgern sehen«, so der
Vorstand, der dennoch nicht verhehlt, dass
diese Entscheidung vor allem bei baulichen
Veränderungen Einschränkungen bietet. »Sah
es damals noch so aus, als dass wir hier alle
Möglichkeiten hätten, so muss man heute
feststellen, dass der Raum doch begrenzt und
Erweiterungen so nur deutlich eingeschränkt
möglich sind«, resümiert Dr. Stefan Kerst.
Nach dem Neubau des Bettenhauses konnte
mit der Inbetriebnahme des zweiten Bauabschnittes am 2. Mai 1973 die Anzahl der
Betten noch einmal auf 384 erhöht werden,
ehe 17 Jahre später, im Jubiläumsjahr zum
100. Geburtstag, das Haus seinen heutigen
Namen erhielt: Lukas-Krankenhaus Bünde.
25 Jahre später hat nicht nur der noch Bestand. Sondern vor allem die 125 Jahre alte
Philosophie, dass hier kein großes Unternehmen, weder Kirche noch Staat das Rückgrat
des Hauses bildet. Sondern ein Verein, der
aus Bünder Bürger besteht und sich für Bünder Bürger und deren medizinische Versorgung einsetzt. •
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Veranstaltungen im
Jubiläumsjahr 2015
BAUMPFLANZAKTION
Freitag, 24. April, Vormittagsprogramm
Ort: Krankenhausgelände
Der Eichenbaum gilt als Symbol für die
Ewigkeit, mancherorts ist die Eiche auch ein
Sinnbild für den Frieden. An diesem Tag
pflanzt das Lukas-Krankenhaus ebenfalls diesen
symbolträchtigen Baum auf dem Kranken­
hausgelände und setzt damit ein Zeichen, das
gerne weitere 125 Jahre und darüber hinaus
das Haus begleiten darf. •
TAG DER SENIOREN
Donnerstag, 23. April, 15.00 – 17.00 Uhr
Ort: Personalcafeteria oder Kapelle
An diesem Tag dreht sich alles um die ehemaligen Mitarbeiter des LukasKrankenhauses. Im Rahmen der Veranstaltung wird Prof. Dr. Dieter
Brunswig aus der von ihm erstellten Krankenhaus-Chronik vorlesen und
dabei an längst Vergangenes, aber auch an Zeiten erinnern, die bestimmt
der eine oder andere Gast selbst noch miterlebt haben wird. Zusätzlich
wird das Programm durch eine musikalische Darbietung bereichert. •
MITARBEITERFEST
Freitag, 12. Juni, 18.00 – 00.00 Uhr
Mit diesem Fest möchte sich das Lukas-Krankenhaus bei all den Mitarbeitern bedanken, die mit ihrem engagierten Einsatz dafür sorgen,
dass die medizinische Versorgung im Bünder Raum an 365 Tagen
im Jahr, 24 Stunden am Tag gesichert ist. An diesem Abend sind alle
derzeit beschäftigten Mitarbeiter der Klinik eingeladen, für ein paar
Stunden den Stress des Arbeitsalltags beiseite zu schieben und eine
schöne Zeit mit den Kollegen zu verbringen. •
GESUNDHEITSBROT
ZUM 125. JUBILÄUM
28. März – 25. April
Ort: Bäckerei Erdbrügger
Brot und Gesundheit passen gut zusammen.
Wer sich jetzt gesund ernähren und gleichzeitig etwas für das Lukas-Krankenhaus
Bünde tun will, kann dies mit dem
Gesundheitsbrot der Bäckerei Erdbrügger
tun. In seinen drei Filialen am Goetheplatz,
am Südring und in Spradow wird nun
das Gesundheitsbrot »Weizen­vollkornButtermilchbrot« passend zum 125.
Jubiläum des Lukas-Krankenhauses Bünde
angeboten. Von jedem verkauften Brot
spendet die Bäckerei 50 Cent an den Förderverein des Lukas-Krankenhauses ­Bünde.
Wir wünschen »Guten Appetit«. •
THOMASMESSE
Sonntag, 26. April, 17.00 – 19.00 Uhr
Ort: Pauluskirche
Anlässlich des 125. Jubiläums des Vereins
Evangelisches Krankenhaus veranstaltet
das Klinische Ethikkomitee am LukasKrankenhaus diesen außergewöhnlichen
Gottesdienst. Ursprünglich kommt die
Gottesdienstform aus Finnland. In den
letzten Jahrzehnten hat sich die Thomas­
messe im deutschsprachigen Raum verbreitet und ist all jenen gewidmet, die auf
der Suche sind. Der Gottesdienst in der
Pauluskirche wird sich intensiv mit dem
Thema »Was willst du, was ich dir tun
soll?« auseinandersetzen. •
LUKAS 20
VERANSTALTUNGEN
BENEFIZKONZERT
Sonntag, 20. September, 19.00 – 21.00 Uhr
Ort: Pauluskirche
VORTRAG PROF. BRUNSWIG
»HISTORISCHE BILDER«
Mittwoch, 9. September, 14.00 – 16.00 Uhr
Ort: Ratssaal der Stadt Bünde
Ein Abend im Zeichen der Musik. Und gleichzeitig ein Abend der guten Tat. Wenn die
Formation »Quintessenz« in der Paulus­kirche
aufspielt, ist für musikalischen Hochgenuss
gesorgt. Gleichzeitig kommt der
Reinerlös dem Förderverein
des Lukas-Krankenhauses
zugute. Hier geht also beides: Sich selber mit einem
herausragenden Konzertgenuss belohnen und gleichzeitig den Förderverein
des Lukas-Krankenhauses
unterstützen. •
TAG DER OFFENEN TÜR
Sonntag, 21. Juni, 10.00 – 17.00 Uhr
Alle zwei Jahre öffnet das Lukas-Krankenhaus auch
jene Pforten, die neugierigen Blicken normalerweise verschlossen bleiben. Dann erwartet die Bünder
Bevölkerung wieder ein Tag voller Information und
Aktion, an dem nachfragen ebenso erwünscht ist
wie selbst ausprobieren. Für ausführliche Gespräche
stehen die Chefärzte bereit und die jüngsten Besucher können an einer spannenden Krankenhausrallye teilnehmen. Wer die Gelegenheit nutzen möchte,
kann an verschiedenen Stationen auch gleich seine
Gesundheit überprüfen lassen. So oder so, in jedem
Fall dreht sich an diesem Tag alles um das Thema
Gesundheit. Ein Zauberer, eine Tanzdarbietung
und ein Malwettbewerb zahlreicher Grundschulen
mit sich anschließender Preisverleihung runden das
bunte Programm ab. •
Prof. Dr. Dieter Brunswig hat nicht nur
erstaunlich viele Daten über das LukasKrankenhaus angesammelt, er weiß diese
durch amüsante Anekdoten auch fabelhaft
zu erzählen. Mit Bildern aus 125 Jahren
Krankenhausgeschichte ausgerüstet, berichtet er über die historische Entwicklung
des Bünder Krankenhauses seit der
Gründung im Jahr 1890. •
FESTAKT
Donnerstag, 22. Oktober
Ort: Pauluskirche
GOTTESDIENST 10.00 – 11.00 Uhr
GRUSSWORTE 11.00 – 11.45 Uhr
FESTREDE MINISTERIN
BARBARA STEFFENS 12.00 – 13.00 Uhr
STEHEMPFANG 13.00 – 15.00 Uhr
Auch wenn das ganze Jahr ein Jubiläumsjahr ist: offiziell wird das
125-jährige Bestehen des Lukas-Krankenhauses an diesem Tag mit einem Festakt gefeiert. Den festlichen Rahmen bildet die Pauluskirche
im Herzen Bündes, in die auch die NRW Ministerin für Gesundheit,
Emanzipation, Pflege und Alter, Barbara Steffen reisen wird. Sie hält
den Festvortrag, während Superintendent Michael Krause die einleitenden, kirchlichen Worte spricht und die musikalische Untermalung
von Hans-Martin Kiefer organisiert wird. Ein Empfang mit viel Raum
für Gespräche bildet dieser Festakt selbstverständlich auch. •
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Aus verschiedenen Perspektiven
MARTINA WALDEYER UND THORSTEN RÜRUP ÜBERNEHMEN PFLEGEDIREKTION IM LUKAS-KRANKENHAUS
SEIT ANFANG DES JAHRES HABEN SIE DIE LEITUNG DES
­P FLEGEPERSONALS IM LUKAS-KRANKENHAUS ÜBERNOMMEN.
ALS EHEMALIGE LEITERIN DER PALLIATIVSTATION KANN ­
MARTINA WALDEYER AUF VIELE JAHRE BERUFSERFAHRUNG IM
LUKAS-KRANKENHAUS ZURÜCKGREIFEN; THORSTEN RÜRUP
HINGEGEN MUSSTE SICH WÄHREND SEINER EINARBEITUNGSZEIT
MIT DEN INTERNEN STRUKTUREN ZUNÄCHST EINMAL VERTRAUT
MACHEN. ES SIND DIESE UNTERSCHIEDLICHEN VORERFAHRUNGEN,
VON DENEN IHRE ZUSAMMENARBEIT NUN PROFITIERT.
Ihr Gesicht ist im Lukas-Krankenhaus sehr
vertraut. Viele Jahre war sie die Stationsleitung
der Palliativstation, übernahm im April 2013
die stellvertretende Pflegedirektorinnenstelle
und arbeitete fortan an der Seite von Frau Letsch.
Der erfahrenen Pflegedirektorin habe sie es
zu verdanken, dass sie so gut eingearbeitet
­worden sei, erinnert sich Martina Waldeyer an
die Zeit als stellvertretende Pflegedirektorin:
»Der Umgang war sehr herzlich und vertraut.
Nach und nach konnte ich immer mehr
Aufgaben übernehmen und mich in den Aufgabenbereich der Pflegedirektion einarbeiten.
Letztlich bin ich auf diese Weise in die Arbeit
reingewachsen.«
Vor seiner Zeit im Lukas-Krankenhaus
hat Thorsten Rürup sechs Jahre lang eine
Altenpflegeeinrichtung in Lemgo geleitet und
kam somit Anfang Oktober 2014 als Externer
ins Haus. Drei Monate blieben ihm, um die
Mitarbeiter kennenzulernen und sich mit den
verschiedenen Arbeitsabläufen im LukasKrankenhaus vertraut zu machen. »Natürlich
gab es Parallelen zu meiner vorherigen Stelle,
aber die Aufgaben im Krankenhaus sind aufgrund der vielen Stationen und Abteilungen
komplexer. Es gibt hier einfach mehr Schnittstellen zwischen der Pflege und anderen
Einrichtungen, die man erst mal überschauen
muss«, beschreibt der gelernte Krankenpfleger
die neuen Herausforderungen, mit denen er
zu Beginn der Einarbeitung konfrontiert wurde. Es sei die strukturierte Heranführung von
Frau Letsch gewesen, die ihm den Einstieg in
das neue Berufsfeld deutlich erleichtert hat,
ist er sich sicher.
Eben diese unterschiedlichen Vorerfahrungen
sind der Grund, warum die beiden als Team
so gut harmonieren. »Aus meiner Zeit als
Stationsleitung kenne ich viele Situationen
aus der anderen Perspektive. Mir ist es wichtig,
personelle Entscheidungen so transparent wie
möglich zu gestalten und die Stationsleitungen
bei der Planung mit einzubeziehen«, zieht
Frau Waldeyer ihr Fazit aus dem Perspektivwechsel. Als Externer bringt Thorsten Rürup
einen neuen Blick ins Team und hinterfragt
hin und wieder gewohnte Strukturen. Bei der
internen Steuerung des Pflegepersonals nutzen die beiden ihre verschiedenen Blickwinkel,
um neue Strukturen zu entwickeln und sie in
das bewährte Gefüge mit einzubauen.
So beginnt der Arbeitstag in der Pflegedirektion für gewöhnlich mit einer gemeinsamen
Tagesplanung. Der schwerpunktmäßige
Austausch von Informationen sowie aktuellen
Ereignissen gehört ebenso wie die Absprache
der anstehenden Termine immer mit dazu.
Neben der übergeordneten Koordination des
→
Personals ist die Personalentwicklung ein
ANFANG I
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LUKAS 20
»Wir müssen an 365 Tagen
im Jahr, 24 Stunden am Tag die
Patientenversorgung gewährleisten –
das ist immer wieder eine
logistische Herausforderung.«
Martina Waldeyer, Pflegedirektorin im Lukas-Krankenhaus
ebenso wichtiger Aufgabenbereich. Wenn ein
Mitarbeiter beispielsweise nach längerer Zeit
in einer anderen Fachrichtung arbeiten möchte, wird gemeinsam geschaut, ob die Möglichkeit eines Stationswechsels besteht und welche
Fortbildungen hierfür infrage kommen.
Als Schnittstelle zwischen der ­Pflegedirektion
und den Stationen sowie anderen Arbeitsbereichen steht der persönliche Kontakt
im Mittelpunkt der organisatorischen
Arbeit. »Viele Angelegenheiten lassen sich
am besten im direkten Gespräch mit den
Betroffenen klären«, weiß Herr Rürup. So ist
die Pflegedirektion in vielen Arbeitsgruppen
tätig, nimmt an regelmäßigen Sitzungen,
beispielsweise mit der Verwaltung, dem
Ärztlichen Dienst, der Technik und der Apotheke teil. Neben der Verantwortung für über
300 P
­ flegekräfte gehört zu ihrem Aufgabenbereich die Betreuung der Auszubildenden
der Gesundheits- und Krankenpflegeschule
sowie die Organisation von über 100 Schulpraktikanten der umliegenden Schulen. Des
Weiteren ist die Pflege­direktion direkter Ansprechpartner für die sechs ehrenamtlichen
Gruppen, die die Arbeit der hauptamtlichen
Mitarbeitenden unterstützen.
»Unser Aufgabenbereich ist ziemlich breit
»Trotz moderner
Kommunikationsmittel legen wir
immer noch großen Wert auf das
persönliche Gespräch.«
Thorsten Rürup, stellvertretender Pflegedirektor im Lukas-Krankenhaus
gefächert«, erklärt Frau Waldeyer, »während
mein Tag häufig durch Termine verplant ist,
kümmert sich Herr Rürup überwiegend um
die aktuellen Ereignisse. Dabei übt unsere
Sekretärin Carolin Rummler eine ganz wichtige Funktion aus. Sie kümmert sich unter
anderem um die Termineinteilung, nimmt
Anfragen entgegen, pflegt den Kontakt zu
den umliegenden Schulen und stellt Unterlagen für anstehende Arbeitstreffen zusammen.« Aus den drei Kollegen hat sich in den
letzten Monaten somit ein Team gebildet, das
den Herausforderungen in der Krankenhaus­
pflege gewachsen ist. •
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GETESTET
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Gute Pflege trotz Zeitdruck
BUNDESTAGSABGEORDNETER DR. JUR. TIM OSTERMANN ALS TAGESPRAKTIKANT IM LUKAS-KRANKENHAUS
Foto von links nach rechts: Stationsleitung Christiane Köster, Vorstand Dr. med. Hans-Ulrich Sorgenfrei, Kaufmännischer Direktor Roland von der
Mühlen, stellvertr. Vorsitzende Mitarbeitervertretung Andrea Berg, Pfegedirektion Martina Waldeyer und Bundestagsabgeordneter Tim Ostermann
Für einen Tag tauchte Herr Dr. jur. Tim
Ostermann, Mitglied des Bundestages
(MDB) in den Stationsalltag des LukasKrankenhauses ein. Die Mitarbeitervertretung hatte ihn zu einem Tagesprak­
tikum eingeladen.
Um 6 Uhr morgens ging es unter Anleitung der Stationsleitung Frau Köster
gemeinsam mit dem Vorstand Herrn
Dr. Sorgenfrei los. »Als echtem Ostwestfalen wurde mir Pünktlichkeit glücklicherweise in die Wiege gelegt«, meinte Herr
Dr. Oster­mann zu dem frühen Beginn.
Beim Frühstückverteilen stießen die
beiden allerdings direkt an ihre Grenzen:
Auch wenn beide sehr bemüht waren, sie
verloren nach kurzer Zeit den Anschluss
an das Pflegeteam. »Während wir beide
bei der Essensvergabe noch in einem Zimmer beschäftigt waren, standen die Schwestern schon zwei Zimmer weiter«, bemerkte Herr Dr. Ostermann und betonte den
enormen Zeitdruck, den er während des
Praktikums durchgängig verspürt habe.
Bei Gesprächen mit den Mitarbeitern und
deren Vertretern wurde ihm berichtet,
dass die Arbeitsmenge der Beschäftigten
durch die erhöhte Bürokratie enorm
gestiegen sei. Der Pflegeberuf wird
mittlerweile von administrativen Arbeiten dominiert. Über 50 % der Arbeitszeit
verbringen die Schwestern und Pfleger mit
der Pflegedokumentation – Zeit, die Ihnen
für die Pflege am Patienten nicht mehr
zur Verfügung steht. »Viele der Dokumentationsauflagen sind für sich genommen
durchaus sinnig, aber wenn bis auf die
kleinste Handreichung alles dokumentiert
werden muss, nimmt das absurde Ausmaße an«, kritisiert Herr Dr. Sorgenfrei.
»Dass unsere Patienten sich trotzdem noch
gut behandelt fühlen, ist vor allem dem
bemerkenswerten Engagement unserer
Mitarbeiter zuzuschreiben«, betont die
Pflegedirektorin Frau Waldeyer.
Die Mitarbeitervertreter fordern mehr
Beschäftigte in den Krankenhäusern ,
insbesondere aber eine gesetzlich geregelte Personalbemessung. Dafür wurden
Unterschriften im Lukas-Krankenhaus
gesammelt, die Herrn Dr. Ostermann nach
seinem Tagespraktikum von Frau Berg,
stellvertretende Vorsitzende der MAV,
überreicht wurden.
Herr Dr. Ostermann betonte, dass Bund
und Länder Anfang Dezember 2014 Eckpunkte für eine Krankenhausreform vorgelegt hätten. Dabei spielt die Qualität der
Patientenversorgung eine entscheidende
Rolle. »Ich werde die Problematik auf jeden Fall an die zuständigen Parlamentarier
herantragen und mich auch in Zukunft für
eine flächendeckende Krankenversorgung
im Kreis Herford einsetzen.« Es soll ein
Pflege-Stellenförderprogramm mit einem
Volumen von 600 Millionen Euro bereitgestellt werden, damit Krankenhäuser mehr
Pflegekräfte einstellen können.
Zum Ende des Praktikums bekam Herr
Dr. Ostermann vom Leiter der ­Einrichtung
ein großes Lob: »Er hat Blutdruck ge­
messen wir ein Profi, das können wir
wiederholen. Allerdings brauchten wir
ja auch nichts dokumentieren.« •
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LUKAS AKTUELL
EIS-KALT
Draußen wird es langsam Frühling, in den Bildern von
Natur­fotograf Wolfgang Schäfer aber wird vor allem die Kälte
­Grönlands auf Papier gebannt. Im Galeriegang zwischen
Altbau und Bettenhaus sind die Werke noch bis zum 14. April
zu sehen, die auf zahlreichen Reisen durch den hohen Norden
entstanden. Der 77-Jährige schaffte es mit viel Geduld, Bären
und Rentiere, Seeadler und Walrosse, Moschusochsen und
Polarfüchse vor seine Linse zu bekommen. Doch es sind nicht
nur ­spektakuläre Tieraufnahmen, die die Faszination dieser
Ausstellung aus­machen. Auch eher leise Momente, die mal
kleinste Details aus der riesigen, weißen Welt zeigen, begeistern
hier ebenso wie Lichtstimmungen, die es nur hier oben im
­hohen, kalten Norden zu sehen und vor allem zu erleben gibt. •
AUSSTELLUNG
Norden – von Wolfgang Schäfer
WANN: 15. Februar – 14. April 2015
INFOS:
www.naturfotoschaefer.de
WAS WILLST DU, WAS ICH DIR TUN SOLL?
THOMASMESSE DES KLINISCHEN ETHIKKOMITEES
MIT DEM GOSPELCHOR JOYFUL VOICES IN DER PAULUSKIRCHE
Als das Klinische Ethikkomitee nach
einem Beitrag zum Jubiläum gefragt
wurde, entstand spontan die Idee, eine
Thomasmesse zu gestalten. Ziel soll
es sein, ethische Fragen des Krankenhauses in die Öffentlichkeit zu tragen
und mit der christlichen Botschaft in
Beziehung zu setzen.
Überschrift ist der Satz Jesu aus dem
Lukas-Evangelium: Was willst du, was
ich dir tun soll? Ein Satz, der anregt,
darüber nachzudenken, was Jesu
­Heilungshandeln für unseren Umgang
mit Krankheit und Kranken bedeuten
kann. Eine Thomasmesse ist ein Gottesdienst auch für Menschen, die sich in
herkömmlichen Gottesdiensten nicht
wohlfühlen. Die Predigt ist kurz, stattdessen holt ein Anspiel ethisch relevante
Entscheidungssituationen in die Kirche
hinein. In einer Offenen Zeit gibt es die
Möglichkeit, sich persönlich segnen oder
salben zu lassen, sich auszutauschen,
Taize-Lieder zu singen, sich über Patien­
tenverfügungen oder die ethischen
Aktivitäten des Lukas-Krankenhauses
zu informieren oder in der Stille das
Gebet zu suchen. Auch die anschließende Abendmahlsfeier wird so gestaltet
sein, dass nicht nur die Gemeinschaft
mit Gott, sondern auch untereinander
spürbar wird.
Für den musikalischen Rahmen wird
der Gospelchor Joyful Voices aus LöhneSiemshof sorgen. •
VERANSTALTUNGSORT IST
DIE PAULUSKIRCHE IN BÜNDE,
SONNTAG, 26. APRIL, VON 17 – 19 UHR.
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AKTUELLES
EINDEUTIGE IDENTIFIKATION
VERBESSERTE PATIENTENSICHERHEIT DURCH ARMBAND
Das Lukas-Krankenhaus Bünde und
das Evangelische Krankenhaus in Enger
haben es sich bereits vor vielen Jahren
zum Ziel gesetzt, die Patientensicherheit konsequent zu verbessern. Um die
Sicherheitsstandards weiter zu verbessern
und Verwechslungen bei den Patienten
auszuschließen, hat sich die Krankenhausleitung für den flächendeckenden
Einsatz von Patientenarmbändern
entschieden.
Bei der Aufnahme werden die persönlichen Daten der Patienten sorgfältig
abgeglichen und anschließend als
Kerndatensatz (Name, Identifikationsnummer, Geschlecht und Geburtsdatum)
aus dem Krankenhaus-InformationsSystem ­direkt auf das Armband gedruckt.
Somit ist sichergestellt, dass jeder Patient
während seines Krankenhausaufenthaltes
eindeutig identifiziert werden kann. Mit
der Verwendung von Patientenarmbändern folgen die Krankenhäuser in Bünde
und Enger den einschlägigen Empfehlungen des Aktionsbündnisses Patienten­
sicherheit e.V.
Natürlich wird der Patient aktiv mit in
die Kommunikation eingebunden, aber
das Patientenarmband als ergänzendes
Werkzeug dient der zusätzlichen Sicherheit im Behandlungsverlauf – für Patient
und Mitarbeiter.
•
BUCHTIPP
ROBERT SEETHALER: EIN GANZES LEBEN
Das Leben von Andreas Egger ist gezeichnet von Freude und Leid.
Als Pflegekind in einer Familie wächst er in einfachen Verhältnissen
auf und durchlebt eine schwere Kindheit. Vom Vater zum Krüppel
geschlagen, kämpft er sich zunächst durchs Leben. Erst die harte und
gefährliche Arbeit für eine Firma, die Seilbahnen in die Berge baut,
dann mehrere Jahre in russischer Kriegsgefangenschaft und später als
Fremdenführer für Touristen – Egger hat es nicht leicht. Trotzdem gibt
es auch einen Lichtblick: Marie, die Liebe seines Lebens. Doch auch
hier soll das Leben ihm wieder übel mitspielen.
Dieser Roman über einen einfachen Mann, der am Ende seines
bescheidenen Lebens noch einmal zurückblickt und feststellt, dass er
trotz der vielen Schicksalsschläge sein Glück gefunden hat und über die
Höhen und Tiefen des Lebens seinen Frieden gefunden hat, geht tief
ins Herz und regt zum Nachdenken an. Darüber hinaus spiegelt diese
Geschichte eine tiefe Weisheit wider, denn am Ende sind es nicht die
materiellen Güter, die den Unterschied machen. •
UNSERE ÖFFNUNGSZEITEN:
Montag: 16–17 Uhr
Mittwoch und Freitag:
9.30 –11.30 Uhr
Montags zwischen 14 und 16 Uhr
kommt der B
­ ücherwagen auf alle
Stationen. Sie haben dann die
Möglichkeit, vom Bett aus Bücher
auszuleihen. Die Rückgabe ist
auch auf den Stationen beim
Pflegepersonal möglich.
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Zusammen stark sein
NEUES ADIPOSITASZENTRUM OWL IM LUKAS-KRANKENHAUS
Die Entwicklung in der Bevölkerung
ist im wahrsten Sinne des Wortes klar
ersichtlich: Wir werden immer dicker.
Was in den Vereinigten Staaten schon
sehr präsent ist, wird von Experten auch
für Europa diagnostiziert – der stetige
Anstieg der Menschen mit Übergewicht. Dabei ist die morbide Adipositas
eine chronische Erkrankung, die seit
mehr als zehn Jahren durch die WHO
anerkannt ist und weltweit rasant an
Bedeutung zunimmt.
Es wird angenommen, dass sich die
zunehmenden Zahlen der bariatrischen
Operationen, die sich seit 2005 in
Deutschland alle zwei Jahre annähernd
verdoppelt haben, von 4.000 – 5.000 / Jahr
in 2010 auf ca. 40.000 – 50.000 / Jahr bis
zum Jahre 2020 erhöhen werden. »Dabei ist längst anerkannt, dass operative
Maßnahmen alleine nicht ausreichen, um
diesen Menschen zu helfen«, so Dr. med.
Friederike Lefarth, leitende Oberärztin
der Klinik für Allgemein-, Visceral- und
Minimal-Invasive Chirurgie. »Aber es
ist der einzige Ausweg, der eine langfristige und nachhaltige Lösung bietet«,
unterstreicht die leitende Oberärztin, die
gemeinsam mit Chefarzt Dr. med. Steffen
Krummbein an der Errichtung des
jetzt eröffnenden Adipositas-Zentrums
gearbeitet hat. »Die Statistik spricht auch
in Ostwestfalen eine deutliche Sprache.
Umso wichtiger ist es, dass wir uns dieser
Herausforderung stellen, uns noch weiter
spezialisieren, um so den Menschen ­helfen
zu können, die unter ­Adipositas leiden«,
so Dr. Steffen Krummbein. Der setzt
auch bei diesen Patienten auf sogenannte
laparoskopische Magenbypassoperationen
und laparoskopische Schlauchmagenbildungen, um die Kalorienaufnahme bei den
Patienten einzuschränken und ihnen beim
Abnehmen zu helfen. »Dieser visceralchirurgische Bereich wird zukünftig zunehmend an Bedeutung gewinnen«, sagt dann
auch Dr. med. Steffen Krummbein, der bei
der Bildung des Adipositaszentrums OWL
den Slogan »zusammen stark sein« ernst
nimmt. In einem Kooperationsnetz mit
niedergelassenen Kollegen, Ernährungsexperten, Psychologen, Selbsthilfegruppen
und Fachärzten wird die gesamte Kompetenz gebündelt, um so nicht nur bei der
Akutbehandlung zu helfen, sondern auch
die Begleiterkrankungen wie Diabetes,
Schlafapnoe, Sodbrennen, Gallensteine,
Arthrose und Herzinsuffizienz erfolgreich
und parallel behandeln zu können. »Wir
sind froh, dass wir hier viele Partner für
unser Adipositaszentrum OWL gewinnen
können, werden jetzt die Kommunikation
mit möglichst vielen ­niedergelassenen
Ärzten suchen, um so ein echtes Netzwerk betreiben zu können«, freut sich Dr.
Steffen Krummbein schon jetzt über den
kollegialen Austausch und die vielfältigen
Möglichkeiten, die das neugegründete
Zentrum den Patienten bieten kann. •
ANFANG II
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LUKAS 2.0
RÖNTGENBILDER LIEGEN IM LUKAS-KRANKENHAUS SEIT 2010 DIGITAL VOR
Das digitale Zeitalter hat längst auch
im Lukas-Krankenhaus Einzug gehalten.
Bereits seit 2010 werden die Röntgenaufnahmen in der Radiologie digital erstellt
und von dort aus an die anfordernden
Stationen weitergeleitet. Bei Problemen
oder Fragen können sich die Mitarbeitenden des Hauses an die IT-Abteilung
wenden. Ein Ansprechpartner ist hier
Julian Notarnicola. Er war 2010 maßgeblich an der Konzeptionierung und
Einführung einer digitalen Bildmanagement-Plattform beteiligt. Der Fachin­
formatiker ist dafür mitverantwortlich,
dass das digitale System in den Arbeits­
alltag integriert wurde und im ganzen
Haus einwandfrei funktioniert.
Was früher mit viel Arbeitsaufwand
verbunden war, übernimmt heute ein
digitales Bildarchivierungs- und Kommunikationssystem kurz »PACS« (Picture
Archiving and Communication System).
Dank der digitalen Erfassung können
Röntgenaufnahmen nun binnen Sekunden
im ganzen Krankenhaus übermittelt und
von jedem PC aus geöffnet werden. Für d
­ ie
Filmentwicklung werden keine Chemikalien mehr benötigt und wichtige Parameter wie Kontrast und Helligkeit lassen
sich bequem im Nachhinein optimieren.
Aufgrund der einfachen Vervielfältigung
können die Patienten ihre Röntgenaufnahmen direkt auf einer CD nach Hause oder
zum weiterbehandelnden Arzt mitnehmen.
Ein Betrachtungsprogramm, das sich auf
jeder CD befindet, sorgt dafür, dass man
die Bilder von jedem PC aus öffnen kann.
Darüber hinaus können die Bilddaten bei
Bedarf auch direkt über eine verschlüsselte
Verbindung an kooperierende Krankenhäuser übermittelt werden.
»Im Prinzip muss man sich das Ganze
wie ein digitales Bilderbuch vorstellen«,
beschreibt Herr Notarnicola das PACS.
Zur eindeutigen Identifikation befinden
sich auf dem Bild alle wichtigen Informationen rund um die Röntgenaufnahme.
Diese ist in ihrer ursprünglichen Form
unveränderbar. So lassen sich beispielsweise Planungen für eine bevorstehende
Operation auf einer Kopie der Aufnahme
LUKAS 20
NACHBARSCHAFT
»Ein großer Vorteil
der digitalen Archivierung:
Es dauert nur noch
Sekunden anstatt Stunden,
bis das gewünschte
Bildmaterial vorliegt.«
einfügen, ohne das Original zu verändern.
Mit der digitalen Errungenschaft ist es
­Radiologen nun möglich, im Notfall die
Befundung auch von zu Hause zu tätigen.
Auf speziellen Monitoren, die in vorgegebenen Abständen auf eine fehlerfreie
Darstellung hin überprüft werden müssen,
haben sie jederzeit Einsicht auf die Röntgenaufnahmen. Auch bei der Archivierung
hat sich der Arbeitsaufwand drastisch
reduziert: Konnte die Suche nach angeforderten Röntgenaufnahmen einst mehrere
Stunden in Anspruch nehmen, liegt das
Bildmaterial nun in Sekunden vor. Im Umgang mit den digitalen Patientendaten wird
größter Wert auf Sicherheit gelegt. So muss
jede radiologische Anforderung von einem
Arzt mit entsprechendem Fachkundenachweis freigegeben werden. Bei der Langzeitarchivierung gibt es ebenfalls strenge
Auflagen. Die digitalen Bilder unterliegen,
genauso wie schon ihre Vorgänger, denselben Aufbewahrungsfristen. »Vorteilhaft ist
auch die Platzersparnis. Füllen die früheren analogen Bilder im Archiv noch ganze
Regalwände, so werden heute die Daten
gesammelt und etwa wöchentlich auf einem Blue-Ray-Rohling gesichert und dann
in einem Tresor aufbewahrt. Sie benötigen
daher nur einen Bruchteil des Platzes«,
erläutert der IT-Fachmann. Die Zeitersparnis sei enorm, doch die Umstellung auf die
digitale Technik habe im Arbeitsablauf des
Personals auch für große Umstellungen
gesorgt. »Der Übergang war trotz aller
Veränderungen sehr fließend. Nach vier
bis sechs Wochen konnten wir das neue
System im Arbeitsalltag integrie­ren«, erinnert sich Herr Notarnicola an die Zeit vor
fünf Jahren, als das gesamte Krankenhauspersonal für den Umgang mit der digitalen
Technik geschult und im ganzen Haus sehr
umfangreiche Hardware installiert wurde.
»Natürlich mussten wir nachträglich noch
einige Optimierungsmaßnahmen vornehmen. Aber mittler­weile ist das digitale
System aus dem Krankenhausalltag nicht
mehr wegzudenken«, resümiert der ITFachmann, der bereits seit 13 Jahren Teil
der IT-Abteilung ist. Für die Zukunft ist
eine Ausweitung des PACS auf andere
Abteilungen denkbar, da das System nicht
auf die Archivierung von Röntgenbildern
beschränkt ist, sondern die dauerhafte
Speicherung verschiedenster Bilddaten
ermöglicht. Beispiele hierfür sind unter
anderem Ultraschallbilder, Video- und
Bildsequenzen aus operativen Eingriffen
oder auch EEGs und EKGs. Die Planungen
hierzu laufen bereits. •
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20 Jahre Handchirurgie
ETABLIERTE HANDCHIRURGIE IM LUKAS-KRANKENHAUS DURCH DR. BERND WOLFGANG BÄR
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ANHALTEND
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SO RICHTIG GLAUBEN KANN ER NICHT, DASS ER SCHON
SEIT 20 JAHREN HIER IST. »ES FÜHLT SICH DOCH DEUTLICH
KÜRZER AN«, SAGT DR. BERND WOLFGANG BÄR,
OBERARZT DER UNFALLCHIRURGIE UND VOR ALLEM DER­
JENIGE, DER AM LUKAS-KRANKENHAUS DIE HANDCHIRURGIE
­E INFÜHRTE UND NUN SCHON SEIT 20 JAHREN ETABLIERT.
Wenn er über seine von ihm so benannte
Ein-Mann-Abteilung erzählt, wenn er von
der Handchirurgie schwärmt, dann fällt
schnell der Satz: »Hier in der Handchirurgie ist vieles anders. Und Handchirurgie
ist vor allem eins: Leidenschaft.«
In kleineren, winzigen Maßstäben wird
hier gearbeitet, die Schnitte nur wenige
Zentimeter lang, dennoch nicht endoskopisch durchgeführt. Das Skalpell
Bruchteile von Millimetern trennend,
der Lupenvorsatz auf der eigenen Brille,
vor allem aber etwas, was man hat, als
Operateur. Oder eben auch nicht. »Das ist
ein bisschen so wie bei einem Uhrmacher.
Man muss die Fingerfertigkeit, die Geduld,
die Ausdauer, das Konzentrationsvermögen auf einen winzigen Bereich mitbringen.
Komplett erlernen kann man das nicht«,
sagt Dr. Bernd Wolfgang Bär. Der sitzt
gerade im Zentrum für ambulante Operationen, kurz ZAOP, und operiert genau
so eine Erkrankung. Dupuytren genannt,
eine Verknorpelung des bindegewebigen
Geflechts, das von der Größe her, knapp
unter der Haut sitzend, fast den kompletten Handteller überspannt.
Was jetzt folgt, nachdem ein Zick-zackStrich mit dem Filzstift auf das Handinnere
gemalt wurde, das Skalpell den Strich
abgefahren hat und die Haut aufgetrennt
und sanft, ganz sanft mithilfe von Haltefäden zur Seite geschoben wurde, ist »ein
reines Geduldsspiel. Eines, bei dem auch
die Nerven des Operateurs angespannt
sind«, sagt der versierte Fachmann und
wirkt eher gelassen denn angespannt.
Erfahrung ist halt doch entscheidend.
Dr. Bär, der an der Berliner Charité lernte,
später in Fulda arbeitete, fährt ruhig fort.
Erzählt von den vielen Gefäßen und Nerven, die jetzt gerade unter seinem Skalpell
liegen. Nur Zehntelmillimeter trennen
Klinge und Nerv. Letzterer, einmal verletzt, kann zwar genäht werden, der alte,
voll funktionsfähige Nerv wird er dann
aber nicht mehr sein.
Das Skalpell und die winzige Schere arbeiten sich weiter vor, trennen ab, was weißlich schimmernd in der Innenhand die
empfindlichen Blut- und Nervenbahnen
schützt. Es geht weiter in Richtung Finger.
In der Wunde wird es enger, verzweigter,
unübersichtlicher. Für den Laien.
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»Handchirurgie ist vor allem eins:
Leidenschaft.«
Der Oberarzt dagegen erzählt von Verzweigungen, von Engstellen, von Fingern, die
sich bei dieser Krankheit erst leicht, dann
immer stärker krümmen. Und wehtun. Zufassen, fest zugreifen ist irgendwann nicht
mehr möglich. Doch erst einmal muss dieses bindegewebige Geflecht entfernt werden, unter der Haut, aber auch zwischen
den Nervenkanälen, zwischen winzigen
Blutbahnen. 50 Minuten sind für so eine
Operation auf dem Zeitplan einberechnet,
»es kann aber auch schon einmal über zwei
Stunden dauern, wenn die Krankheit bis in
den Finger hochgezogen ist, ich mit dem
Präparieren da hinterherziehen muss«,
so Dr. Bernd Wolfgang Bär.
Gerade jetzt gibt es für den Handchirur­
gen viel zu tun. Denn die Jahreszeit lässt
erahnen, wann die Zahl der Fälle steigt,
die plötzlich in der Ambulanz auftauchen. »Wenn es Frühjahr wird, wenn die
Gartenbesitzer zur Heckenschere, zum
Rasenmäher greifen, dann steigen bei uns
diese Zahlen an«, sagt Dr. Bernd Wolfgang Bär. Und berichtet von sogenannten
Aushülsverletzungen, die man sich nicht
so recht bildlich vorstellen mag: Der Ring
bleibt an einem Gegenstand hängen, Haut,
Muskeln und Nerven reißen am Ring
hängend nach oben, der Knochen aber
bleibt in seiner Ausgangsposition. Alles
schon in der Handchirurgie gesehen – und
immer w
­ ieder vorkommend. Seltener
geworden sind allerdings die schweren
­Handverletzungen an Arbeitsplätzen.
»Früher, da waren die Kreissägen­unfälle
viel häufiger«, erklärt Dr. Bär, der keine Region in Deutschland kennt, »wo es so viele
Menschen mit fehlenden Fingergliedern,
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ANHALTEND
fehlenden Fingern gibt wie hier.« Doch
auch die Möbel- und Küchenindustrie hat
dazugelernt, die Berufsgenossenschaft im
Nacken, wurde hier in den Arbeitsschutz
investiert. So sind die Fälle selten geworden, in denen der Patient mit dem Finger
in der Hand in die Ambulanz kommt.
Kommt dies doch einmal vor, ist auch hier
die Kenntnis der anatomischen Gegebenheiten bis in die Tiefen des Lehrbuchs, bis
in die nicht nur sprichwörtlichen Tiefen
der menschlichen Hand Grundvoraussetzung für einen guten Handchirurgen.
»Manch ein Assistent wundert sich, dass
er die alten Anatomie-Bücher noch einmal
hervorholen muss. Dass er noch einmal
vertiefen muss, was er in Semester eins
gelernt hat«, erklärt Dr. Bär all denen, die
ihm neugierig über die Schulter schauen,
die ihm assistieren.
Für ihn selbst verging die Zeit wie im Fluge,
für das Lukas-Krankenhaus wurde die
Handchirurgie in den vergangenen 20 Jahren
zu einem festen Bestandteil des Leistungsspektrums. Montags werden ganztägig die
stationären Patienten operiert. Dienstags
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findet bis 10 Uhr die BerufsgenossenschaftsSprechstunde statt, den Mittwoch verbringt
Dr. Bär im ZAOP, ehe er sich donnerstags
um seine Patienten in der Handsprechstunde kümmert. »Und mittlerweile haben wir
so einen großen Zulauf, dass ich die Hälfte
des Freitags häufig auch im OP verbringe«,
sagt Dr. Bär, der vor allem mit einer Zahl
die Bedeutung und die Entwicklung in der
Handchirurgie am Lukas-Krankenhaus
eindrucksvoll untermauern kann: »Im ersten
Jahr hatten wir vier elektive Handeingriffe
hier im Haus. Heute sind es rund 600.« •
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SERVICE
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LÄNGST KEINE ENDSTATION
SPÜRBARE ERLEICHTERUNG DURCH AUFENTHALT AUF PALLIATIVSTATION
Für viele Menschen bedeutet die Ein­
weisung auf eine Palliativstation zwangsläufig, dass sie das vertraute Zuhause nie
wieder sehen werden und dort in Kürze
versterben werden. Doch zielt der Aufenthalt nicht auf ein schmerzfreies Sterben,
sondern auf eine Erleichterung der körperlichen Beschwerden ab. Den Betroffenen
wird hierdurch die Chance geboten, anschließend ein angenehmeres Leben in den
eigenen vier Wänden führen zu können.
»Wir versuchen, unseren Patienten immer
wieder zu vermitteln, dass der Aufenthalt auf
einer Palliativstation nur von kurzer Dauer
sein soll, mit der Option, dass das Leben
wieder ein besseres wird und das Sterben zu
Hause letztlich leichter fällt«, zählt Yvonne
Bender, Fachkraft für Palliativpflege von
der Diakonie, die Gründe auf, die für einen
Aufenthalt auf einer Palliativstation sprechen.
Die Diakoniestationen im Kirchenkreis
Herford beschäftigen Pflegekräfte mit einer
Zusatzweiterbildung in der Palliativpflege,
die den Patienten und Angehörigen bei der
häuslichen Pflege unterstützend zur Seite
stehen.
Um möglichst lange in der vertrauten Um­
gebung bleiben zu können, sind viele Menschen bereit, Schmerzen zu ertragen, die über
ein angemessenes Maß hinausgehen. »Wir
versuchen natürlich, den Wunsch unserer
Patienten zu respektieren. In manchen Fällen
lassen sich die körperlichen Symptome, die
sie belasten, jedoch wesentlich besser auf einer
Palliativstation versorgen. Dann raten wir
dringend zu einem stationären Aufenthalt«,
berichtet Frau Bender. Häufig beobachte sie
bei ihren Patienten zudem eine tiefsitzende
Furcht vor medizinischen Eingriffen, die
vermeintlich mit zusätzlichen Schmerzen
verbunden würden – das Gegenteil sei jedoch
der Fall: »Mit der Unterbringung auf einer
Palliativstation sollen die Menschen eine
spürbare Erleichterung erfahren«, erzählt die
erfahrene Pflegefachkraft.
Aufgrund der langjährigen und guten Zusammenarbeit mit dem Lukas-Krankenhaus kann
der Betroffene im akuten Fall auch kurzfris­
tig auf der Palliativstation untergebracht
und entsprechend schnell versorgt werden.
Hier kann der Patient hinsichtlich seiner
Schmerzen medikamentös eingestellt werden.
Darüber hinaus stehen die Mitarbeitenden der
Diakoniestationen im engen Kontakt mit dem
Krankenhauspersonal und können daher alle
notwendigen patientenbezogenen Informationen austauschen. So wird gewährleistet, dass
der Betroffene auch nach seinem Krankenhausaufenthalt gut versorgt ist und in der vertrauten Umgebung weitestgehend schmerzfrei
leben kann. •
SIE HABEN FRAGEN ZU DEN
LEISTUNGEN DER DIAKONIESTATIONEN IM KIRCHENKREIS
HERFORD gGmbH?
Wir freuen uns auf Ihren Kontakt
DIAKONIESTATIONEN
im Kirchenkreis Herford gGmbH
Bünde 1 05223 9298-0
Bünde 2 05223 490 565
Rödinghausen 05746 29 19
Enger 05224 910 83-00
Herford 1 05221 924 95-0
Herford 2 05221 83 84 9
Hiddenhausen 05221 64 955
Kirchlengern/
Löhne-Nord
05223 737 66
Spenge 05225 600 123
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KUNSTVOLL
Die Malerei als besten Freund
DIE KÜNSTLERIN XIAO PING XU STELLT IM LUKAS-KRANKENHAUS AUS
Dass Kunst im Leben von Frau Xu eine
große Rolle spielt, ist nicht schwer zu
erkennen. Erst im Studium der Kunst­
pädagogik, dann selbst jahrelang als
­Unterrichtende tätig und jetzt als
freischaffende Künstlerin. Es fällt sofort
auf, dass die gebürtige Chinesin ihr
Handwerk nicht nur beherrscht, sondern
es auch leidenschaftlich verfolgt.
Schon als Kind hat sie sich für das Malen
und Zeichnen von Gesichtern interessiert.
Diese Vorliebe ist bis heute geblieben.
Junge und alte Menschen haben es ihr besonders angetan. Das Freie und Unbekümmerte sowie die Lebenslust, die sich in den
Augen der Kinder widerspiegelt, stellen für
die Künstlerin einen ganz besonderen Reiz
dar. »Bei Kindern kann man die Emotionen immer besonders stark erkennen.«
Aber auch alte Menschen finden ihren
Weg auf die Leinwand. Es ist die Geschichte, die sich deutlich in ihren Gesichtern
abzeichnet, die es gilt, mit Ölfarben festzuhalten. »Alte Menschen haben das Leben
im Gesicht, da erzählt jede Falte, jedes
Äderchen seine ganz eigene Geschichte«,
erklärt die gebürtige Chinesin, die vor
fünf Jahren nach Deutschland gezogen ist.
Die Inspiration dazu findet sie im Alltag.
Immer dabei: ihre Kamera. Doch obwohl
ihr Fotos als Vorlage dienen, schafft es die
Künstlerin trotzdem, etwas ­Individuelles
und Eigenes in ihre Kunstwerke zu
bringen und sich so von der üblichen
Porträtmalerei abzuheben. »Das mag auch
daran liegen, dass ich mich beim Malen
in die Menschen hineinversetze und mir
vorstelle, wie ihre Lebensgeschichte wohl
aussehen könnte«, beschreibt sie selber
ihre Herangehensweise. So entsteht diese
besondere Abbildung der Personen auf
ihren Bildern, die weniger die Realität
als viel mehr die innere Erlebniswelt und
den individuellen Blickwinkel auf die
Welt darstellen. Dabei können es sowohl
fremde als auch bekannte Gesichter sein,
die auf der Leinwand verewigt werden.
»Es kam schon vor, dass ich von Eltern
angesprochen wurde, um ihre Kinder
zu porträtieren«, erzählt Frau Xu. In der
Ausstellung vom 19. April bis zum
07. Juni sind jedoch nicht nur Porträts
zu bestaunen, sondern auch Landschaftsbilder sowie Stillleben und chinesische
Malerei, bei der die Herkunft der Künstlerin besonders deutlich zum Vorschein
kommt. •
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Mehr Selbstständigkeit
EIN PLUS AN LEBENSQUALITÄT DANK GERIATRISCHEM VERSORGUNGSVERBUND
Alten Menschen mit Mehrfacherkrankungen eine bessere medizinische, therapeutische und pflegerische Versorgung bieten
zu können, ist das erklärte Ziel des Geriatrischen Versorgungsverbunds. Das Evangelische Krankenhaus Enger, als Kompetenzzentrum für Geriatrie, ­arbeitet hier
eng mit anderen Krankenhäusern und
medizinischen Einrichtungen im Kreis
Herford zusammen, die keine eigene
ausgewiesene Geriatrie besitzen, um
­Patienten frühzeitig identifizieren zu
können, die von einer speziellen geriatrischen Behandlung profitieren.
Hintergrund ist der Krankenhausplan
NRW 2015, der am 23. Juli 2013 in Kraft
getreten ist. Mit den Rahmenvorgaben
strebt das Land NRW eine flächendeckende stationäre medizinische Versorgung
in Nordrhein-Westfalen an. Mit seinem
Geriatriekonzept verfolgt das Land eine
qualitätsorientierte Verbesserung der
Behandlung hochaltriger Menschen.
Das Geriatriekonzept soll von den Krankenhäusern und anderen medizinischen
Versorgungseinrichtungen im Kreis
Herford durch verbindliche Kooperationsverträge umgesetzt werden.
Die Fachklinik für Geriatrie in Enger arbeitet unter anderem eng mit dem LukasKrankenhaus Bünde zusammen, um eine
akut-geriatrische Versorgung für alle
Menschen im Versorgungsbereich Herford
sicherzustellen. »Im Kern geht es uns
darum, zum frühestmöglichen Zeitpunkt
solche Patienten zu identifizieren, die von
einer geriatrischen Versorgung profitieren«, erklärt Dr. Gerhard Pfannschmidt,
Chefarzt der Fachklinik für Geriatrie am
Ev. Krankenhaus Enger, das Ziel der Kooperationsvereinbarungen.
Damit geriatrische Patienten so früh wie
möglich in eine geriatrische Fachklinik
überwiesen werden können, soll deren
Identifizierung möglichst bereits zum
Zeitpunkt der Aufnahme im Krankenhaus erfolgen. Zu diesem Zweck stellt
die Fachklinik für Geriatrie Enger dem
Lukas-Krankenhaus eine Pflegefachkraft
für Geriatrie zur Verfügung, die anhand
von Testverfahren Patienten identifiziert,
bei denen eine geriatrische Behandlung
sinnvoll erscheint. Um einschätzen zu
können, ob die Verlegung auf eine geriatrische Abteilung zu einer verbesserten
Lebenssituation der Betroffenen führt,
bedarf es neben fachspezifischem Wissen
vor allem langjähriger Erfahrungswerte im
geriatrischen Bereich. »Bei der Diagnose
wägen wir zwischen Risiko und Nutzen
einer geriatrischen Versorgung ab. Um die
Behandlungsziele einer Primärerkrankung
realistisch bewerten zu können, müssen
wir das Gesamtbild aller Erkrankungen
unter geriatrischen Aspekten betrachten
und alle für die Behandlung relevanten
Fachdisziplinen der Medizin mit einbeziehen«, beschreibt Dr. Pfannschmidt
den interdisziplinären Charakter seines
Fachgebiets.
Da geriatrische Patienten unter mehreren
Beschwerden gleichzeitig leiden, ist eine
fächerübergreifende Versorgung erforderlich, bei der die komplexen Wechselwirkungen der verschiedenen Erkrankungen
berücksichtigt werden. Die Geriatrie vereint daher das spezifische Wissen aller medizinischen Fachrichtungen und bezieht
die unterschiedlichen medizinischen Versorgungseinrichtungen in die Behandlung
mit ein. »Die Zusammenarbeit im Geriatrischen Versorgungsverbund umfasst
nicht nur die Kooperation zwischen den
Krankenhäusern im Versorgungsgebiet,
es werden ebenso die ambulanten und
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VERSORGT
­stationären Versorgungseinrichtungen
sowie die niedergelassenen Ärzte in der
Region mit einbezogen«, erklärt Michael
Schoenfeld, Prokurist und Betriebsleiter
der Klinikgesellschaft die Zusammenarbeit
im Geriatrischen Versorgungsverbund.
Der kooperative Austausch findet ebenso
im Rahmen sogenannter Konsildienste
statt, bei denen das Krankenhaus Enger
sein Fachwissen jenen Krankenhäusern
zur Verfügung stellt, die über keine
geriatrische Abteilung verfügen. Wird
ein geriatrischer Patient in einer anderen
Fachabteilung behandelt, so kann ein
erfahrener Arzt mit geriatrischer Fachausrichtung beratend hinzugezogen werden.
Auf diese Weise transferiert das Krankenhaus Enger sein Fachwissen in andere
Krankenhäuser und trägt als Kompetenz-
zentrum für ­Geriatrie maßgeblich zu einer
Verbesserung der geriatrischen Versorgung
im Kreis Herford bei.
»Die Akut-Geriatrie hat den Anspruch, die
Primär- und Sekundärerkrankungen zu
behandeln und gleichzeitig das rehabilitative Potenzial des Patienten voll auszuschöpfen«, erklärt Schoenfeld die Zielsetzung einer geriatrischen Behandlung.
Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer
der Patienten liegt bei 21 Tagen. Wenn
sie die Klinik verlassen, soll sichergestellt
sein, dass sie ein möglichst selbstständiges
Leben führen können. »Letztlich hängt das
natürlich von den höchst individuellen Voraussetzungen ab, die ein Patient mitbringt.
Gemeinsam mit den erkrankten Personen
versuchen wir, eine realistische Einschätzung zu erarbeiten, welche Fähigkeiten sie
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zurückerlangen können und ergreifen alle
notwendigen Maßnahmen, die zu einer
Verbesserung ihrer Lebensqualität führen«,
beschreibt Dr. Pfannschmidt den rehabilitativen Ansatz in der Geriatrie. Damit es
nicht kurzfristig zu einem weiteren Klinik­
aufenthalt kommt, sei es entscheidend,
andere medizinische Versorgungsdienste
in den Heilungsprozess mit einzubeziehen
und eine lückenlose Anschlussversorgung
sicherzustellen. »Man muss den Menschen
die Chance geben, zu erkennen, was sie
selber können. Denn wenn wir sie zu
mehr Selbstständigkeit befähigen, geben
wir ihnen ein großes Stück Lebensqualität
zurück«, bringt der Internist und Geriater
den rehabilitativen Kern in der Geriatrie
auf den Punkt.
•
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LUKAS 20
VORSCHAU LUKAS 21
№
Erscheinungsdatum: Mai 2015
NEUGIERIGE BLICKE HINTER VERSCHLOSSENE TÜREN
Was nach einem Großeinsatz der heimischen Rettungskräfte aussieht, ist am Ende nicht mal eine Übung – und
doch ein Großereignis. Wenn das Lukas-Krankenhaus am
21. Juni zum Tag der offenen Tür lädt, dann darf das ruhig
wörtlich genommen werden. Das Haus öffnet sich in einer
Art und Weise, die im normalen Krankenhausalltag nicht
möglich wäre. Neugierige können einen Blick hinter die
Kulissen werfen, Mutige bekommen von fleißigen Helfern
wahlweise Kopf oder Arm verbunden und natürlich stehen
alle Verantwortlichen und Chefärzte des Hauses bereit, um
Fragen zu beantworten und das Haus mit seinem breiten
Leistungsspektrum vorzustellen. Selbstverständlich steht
der Tag der offenen Tür unter dem Motto »125 Jahre LukasKrankenhaus«. Hier finden sich beeindruckende Einblicke
in die Geschichte des Hauses, während ein paar Meter
weiter Zukunft und Perspektiven aufgezeigt werden.
•
IMPRESSUM
Herausgeber: Lukas-Krankenhaus Bünde, Hindenburgstraße 56, 32257 Bünde
V.i.S.d.P.: Dr. Stefan Kerst
Konzept, Redaktion, Text, Fotografie und Design: HOCH5 GmbH & Co. KG, Bünde,
www.hoch5.com
Für Anregungen, Kritik und Rückfragen: magazin@lukas-krankenhaus.de
Nachdrucke sind nach ausdrücklicher schriftlicher Genehmigung sehr willkommen.
Brot gekauft –
Geld gespendet
Brot und Gesundheit passen gut zusammen. Wer sich jetzt gesund ernähren
und gleichzeitig etwas für das Lukas-Krankenhaus Bünde tun will, kann
dies mit dem Gesundheitsbrot der Bäckerei Erdbrügger tun. In seinen drei Filialen
am Goetheplatz, am Südring und in Spradow wird nun das Gesundheitsbrot
»Weizen­vollkorn-Buttermilchbrot« passend zum 125. Jubiläum des
Lukas-­Krankenhauses Bünde angeboten. Von jedem verkauften Brot spendet
die ­Bäckerei 50 Cent an den Förderverein des Lukas-Krankenhauses B
­ ünde.
AKTIONSZEITRAUM: 28. MÄRZ – 25. APRIL 2015
KONTAKTE
Medizinische Klinik I
Chefarzt:
Dr. med. Bernd Wejda
Fon: 05223 167-215
med1@lukas-krankenhaus.de
Medizinische Klinik II
Chefarzt:
Dr. med. Thomas Wege
Fon: 05223 167-404
med2@lukas-krankenhaus.de
In Notfällen: 05223 167-0
Weitere Infos:
www.lukas-krankenhaus.de
Klinik für Allgemein-, Visceralund Minimal-Invasive Chirurgie
– Darmzentrum OWL –
Chefarzt:
Dr. med. Steffen Krummbein
Fon: 05223 167-407
ac@lukas-krankenhaus.de
Klinik für Unfall- und Orthopädische Chirurgie, Hand- und
Wiederherstellungschirurgie
– Gelenkzentrum –
Chefarzt:
Prof. Dr. med. Hartmuth Kiefer
Fon: 05223 167-216
uc@lukas-krankenhaus.de
Klinik für Anästhesiologie
und Intensivmedizin
Chefarzt:
Dr. med. Ulrich Huser
Fon: 05223 167-230
anaesthesie@lukas-krankenhaus.de
Institut für Neurologie
Chefarzt:
Dr. med. Meinhard Blattgerste
Fon: 05223 167-182
neurologie@lukas-krankenhaus.de
Institut für Radiologie
Chefarzt:
Dr. Jens Folgmann
Fon: 05223 167-428
radiologie@lukas-krankenhaus.de
BELEGABTEILUNGEN:
Augenheilkunde
Dr. med. Anja Erlinghagen
Dr. med. Susanne Prüssner-Egbers
Fon: 05223 3180
Ralf Krallmann
Fon: 05221 182 120
Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde
Dr. med. Detlef Walter
Dipl.-med. Sabine Walter
Fon: 05223 2999
Krankenpflegeschule
Schulleiter Andreas Fritsche
Fon: 05223 167-377
krankenpflegeschule@lukaskrankenhaus.de