Zeitschrift des Klinikums Hanau | April 2015
Wenn das Blut
nicht mehr richtig fließt
Editorial
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Sehr geehrte Patienten, Besucher, Mitarbeiter und Partner
des Klinikums Hanau,
es vergeht kaum ein Tag, an dem in den
Medien nicht über die Krankenhäuser in
unserem Land berichtet wird. Da melden
sich viele Interessengruppen zu Wort,
wird wieder eine neue Gesundheitsreform
eingeleitet und dominieren viel zu häufig
die ökonomischen Themen. Die Belange
und Wünsche der Patientinnen und
Patienten kommen jedoch oft zu kurz.
Wir fragen unsere Patienten daher ganz
direkt, was ihnen im Klinikum Hanau
gefällt und was aus ihrer Sicht besser
werden sollte. Anfang des Jahres haben
wir wieder eine große Patientenumfrage
gestartet. Sie soll uns zeigen, wo wir auf
dem richtigen Weg sind und wo wir uns
noch mehr anstrengen müssen.
Mit der Inbetriebnahme des Neubaus
und nach den vielen Sanierungen,
Modernisierungen und Renovierungen in
unserem Klinikum bieten wir Patienten
ein attraktives und modernes Ambiente,
das eher einem Hotel als einer Klinik
ähnelt. Das heißt nun aber nicht, dass
wir damit alle unsere Aufgaben erledigt
hätten. Denn die Bereitstellung einer
hochwertigen Medizin und einer patientenorientierten Pflege müssen täglich
neu erarbeitet und vor allem auch überprüft und wenn notwendig verändert
und verbessert werden. Dazu dient uns
als ein Instrument unter anderen die
erwähnte Patientenbefragung.
Spitzenmedizin und gute Pflege sind im
Krankenhaus das Entscheidende. Aber
sie sind nicht alles. Wie nehmen unsere
Patienten die Stationen und Zimmer wahr,
wie bewerten sie das Verhalten der Mitarbeiter, funktionieren die Abläufe in der Klinik, wie gestalten sich Wartezeiten, funktionieren die patientenbezogenen Abläufe,
stimmen die hygienischen Bedingungen,
wie kommt das Essen an, und stimmt der
Service? Die Antworten auf solche Fragen
helfen uns, das Klinikum Hanau im Sinne
unserer Patienten weiter zu entwickeln
und noch besser zu machen.
Viele Menschen kommen heutzutage
geplant in eine Klinik, nicht als Notfallpatient. Zum Beispiel für eine Geburt oder
die Implantation eines künstlichen
Gelenks können sich die Patienten die Klinik aussuchen. Das tun sie auch immer
häufiger ganz bewusst und stellen im Vorfeld ihres Klinikaufenthalts Vergleiche an.
Ein Krankenhaus muss deshalb auf vielen
Gebieten Top-Leistungen bringen. Denn
es steht im Wettbewerb zu anderen Kliniken. Als großes Haus der Maximalversorgung verfügt das Klinikum Hanau über ein
umfassendes Leistungsspektrum, oft auf
dem Niveau einer Universitätsklinik. Die
besondere Qualität, die wir im Klinikum
erbringen, behaupten wir nicht nur, wir
belegen sie auch. Vor allem durch Zertifizierungen, also Qualitätsprüfungen unabhängiger externer Experten.
Beispiele für geprüfte hochwertige medizinische Leistungen in unserem Haus.
Außerdem beteiligen wir uns an der freiwilligen Initiative Qualitätsmedizin deutscher
Krankenhäuser zur kontinuierlichen Verbesserung der Patientenversorgung. Und
schließlich reiht uns das NachrichtenMagazin Focus regelmäßig in die Spitzengruppe der hessischen Krankenhäuser ein.
Auch Unterkunft, Verpflegung, Umgangston etc. sind für Patienten von großer
Bedeutung. „Spitzenmedizin nah am
Menschen“, so lautet das Motto und der
Anspruch unseres Klinikums. Diese beiden Seiten wollen wir im Alltag leben und
überprüfen. Denn wir möchten, dass sich
die Patienten bei uns rundum optimal
versorgt wissen. Das gelingt nur im
Dialog. Zum Beispiel mit der Patientenbefragung. Über die Ergebnisse der
selbstverständlich anonymen Untersuchung informieren wir Sie in der nächsten
Ausgabe der Klinikzeitung.
Mit herzlichen Grüßen
Ihre
Monika
Thiex-Kreye
Dr. med.
André Michel
Geschäftsführerin
Geschäftsführer und
Ärztlicher Direktor
Unser Darmzentrum, das Brust- und
Eltern-Kind-Zentrum, die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, die Unfallchirurgie, die Strahlentherapie, das Ausbildungszentrum... – das sind nur einige
Inhalt
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Ehrenamt
Wenn das Blut nicht mehr richtig fließt
Stroke Unit
Dr. med. Thomas Dahm, neuer Chefarzt der
Schlaganfall: Es kommt es auf jede Minute an
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Eltern-Kind-Zentrum Hanau
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Gefäßchirurgie, stellt seine Schwerpunkte vor
„Mit Fachwissen und Gefühl“ – Pflege im
Seelsorge
Krankenhaus
16 Chirurgische Klinik III
Medizinische Klinik II
Die neue endoskopische Schere
18
Speisenversorgung
Das neue Essenskonzept kommt bei den
14 Porträt Darius Dziambor
Erneut hessenweit stärkster Geburtenanstieg
Patienten gut an
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Institut für Laboratoriumsmedizin
Eigenes Labor ist wichtiger Qualitätsfaktor
22
Aufgaben & Aussagen / Newsticker
Darmzentrum Hanau
Patienten können beim Gelenkersatz auf
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Menschen / anGEDACHT
Darmkrebszentrum Hanau erneut zertifiziert
Qualität vertrauen
24
Jubilare / Termine / Impressum
Neue muslimische Gebetsräume sind eröffnet
9
10 Titel
Praktizierte Nächstenliebe
Ehrenamt
April 2015
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Praktizierte Nächstenliebe
Ehrenamtliche Helferinnen sind mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen ausgezeichnet worden
Ihr Engagement ist beispielhaft:
Acht Damen setzen sich seit vielen
Jahren für die Patentinnen und
Patienten im Klinikum Hanau ein. Sie
opfern Zeit, haben stets ein offenes
Ohr und leisten auch konkrete und
praktische Hilfe: die ehrenamtlichen
Mitarbeiterinnen vom Patientenbesuchsdienst. Als Anerkennung für
ihr vorbildliches Wirken, sind sie mit
dem Ehrenbrief des Landes Hessen
ausgezeichnet worden.
Die Ehrung empfingen die acht Damen
aus den Händen von Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky, der die Ehrenbriefe persönlich überbrachte. „Seit vielen
Jahren engagieren Sie sich ehrenamtlich
und mit viel Fürsorge im Patientenbesuchsdienst des Klinikums Hanau“,
sagte Kaminsky in seiner Laudatio. „Den
Krankenhausaufenthalt für Patienten so
freundlich und angenehm wie möglich zu
gestalten, ist für Sie ein wichtiges Anliegen. Dabei steht der Mensch stets im Mittelpunkt Ihrer Bemühungen“, unterstrich
der Oberbürgermeister.
Geehrt wurden Regine Boh, Ursula
Fesich, Marion Klüh und Irma Stichel aus
Hanau, Ingrid Geberbauer aus Rodenbach, Helga Lichtenheldt aus Schöneck,
Edith Majewski aus Maintal und Christel
Unger aus Bruchköbel. Beate Funck,
Sprecherin und Mitbegründerin des
Patientenbesuchsdienstes regte diese
Auszeichnung maßgeblich an.
Zu den wesentlichen Aufgaben des
Patientenbesuchsdienstes gehört es,
Zeit für die Patienten zu haben und sich
deren persönlichen Anliegen zu widmen.
Die ehrenamtlichen Helferinnen nehmen
Anteil und hören zu. Dadurch fördern sie
das Wohlbefinden der kranken Menschen, die sich im Krankenhaus in einer
ungewohnten Umgebung befinden, die
auch Ängste hervorruft. Diese Aufgabe
nehmen die acht Damen seit Jahren
kontinuierlich und mit hohem Engagement für die Patienten und Patientinnen
wahr.
Stadtverordnetenvorsteherin, Beate Funck (li.) und Oberbürgermeister Claus
Kaminsky im Kreise der geehrten Damen des Patientenbesuchsdienstes im Klinikum
Der Patientenbesuchsdienst fördert durch
seine Tätigkeit aktiv die ehrenamtliche
Tätigkeit und begeistert damit zugleich
andere für diese wichtige Aufgabe. So ist
der Kreis des Patientenbesuchsdienstes
im Klinikum stetig gewachsen und von
Patienten, Angehörigen sowie Personal
hoch geschätzt und anerkannt.
In den regelmäßigen Treffen der Gruppe
werden auch Anregungen und Verbesserungsvorschläge von Patienten aufgenommen und in Abstimmung mit der Klinikleitung – wenn möglich – in Projekten
umgesetzt. So konnte beispielsweise auf
den Stationen eine kleine Patientenbibliothek eingerichtet werden, die regelmäßig
mit Lesestoff aufgefüllt wird. Patientenzimmer und Aufenthaltsräume wurden
durch eine Bilderaktion verschönert. Und
das jährliche Frühjahrskonzert für Patienten, Besucher und Interessierte hilft den
Patienten, den Klinikalltag für ein paar
Stunden zu vergessen. Ebenso ist ein
Infopoint etabliert worden, der Patienten
und Besuchern Unterstützung und Information zur Orientierung im Klinikum gibt.
Auch dort sind die Ehrenamtlichen tätig.
Mit ihrem ehrenamtlichen Engagement im
Klinikum, lobte Oberbürgermeister Claus
Kaminsky, leisten die Damen seit Jahren
einen sehr wichtigen Beitrag, damit sich
Patienten und Angehörige in einer für sie
oft schwierigen Situation wohl und angenommen fühlen. Und er ergänzte: „Dafür
danke ich Ihnen im Namen aller, die von
Ihrem Wirken profitiert haben.“ Das freiwillige soziale Engagement der Frauen sei
keinesfalls selbstverständlich und zeige,
wie positiv sich praktizierte Nächstenliebe
auf Mitmenschen auswirken könne.
Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky
und die Sprecherin des Patientenbesuchsdienstes Beate Funck überreichten die
Ehrenbriefe persönlich
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Stroke Unit
Beim Schlaganfall kommt es auf jede M
Stroke Unit im Klinikum Hanau wurde modernisiert, technisch aufgerüstet und in der Kapazität
Die Stroke Unit der Klinik für Neurologie ist modernisiert worden und verfügt
jetzt über eine höhere Kapazität. Außerdem ist sie in größere Räume umgezogen. Mehr als 50 Prozent aller Patienten im Main-Kinzig-Kreis mit einem
akuten Schlaganfall werden im Schlaganfallzentrum des Klinikums Hanau
behandelt. Es ist kreisweit die einzige zertifizierte Stroke Unit. Das heißt: Die
Spezialeinheit verfügt über eine nachgewiesene hohe Kompetenz. „Diese
Qualitätsanalysen werden von unabhängigen externen Experten vorgenommen und geben Patienten somit eine wichtige Orientierung“, betont der Ärztliche Direktor und Geschäftsführer des Klinikums Hanau, Dr. André Michel.
Bisher gab es in der Stroke Unit zwölf Betten für Patienten mit akutem Schlaganfall.
Nun stehen 15 Betten zur Verfügung.
Außerdem ist die technische Ausstattung
der Schlaganfalleinheit verbessert worden,
berichtet der Chefarzt der Klinik für Neurologie, Privatdozent Dr. med. Horst Baas.
Dazu gehört zum Beispiel das Monitoring.
Damit ist die Überwachung der Vitalfunktionen von Patienten auf einem Bildschirm
gemeint. So können die Ärzte jederzeit
den Zustand des Patienten und mögliche
Veränderungen beobachten.
Stroke Unit in neuen Räumen
Im Zuge der Modernisierung ist die
Stroke Unit zugleich umgezogen. Sie
befindet sich jetzt im Gebäude H1 BN
auf der gleichen Ebene wie die interdisziplinäre Intensivstation und die internistisch-chirurgische Intermediate CareStation (IMC). Auf einer Intermediate
Care – der so genannten Zwischenstation – werden Patienten versorgt, die die
Intensivstation bereits verlassen konn-
ten, aber noch nicht fit genug für die Verlegung auf eine Normalstation sind.
Die neue Stroke Unit ist jetzt zudem nahe
der Zentralen Notaufnahme (ZNA) untergebracht und befindet sich nun auch in
kurzer Distanz zur Großgeräte-Diagnostik
wie Computer- und MagnetresonanzTomographie. „Das bringt den Patienten
und Mitarbeitern eine deutliche infrastrukturelle Verbesserung“, erklärt Chefarzt Dr.
Baas, „denn die Wege sind damit kürzer
geworden. Dies ermöglicht uns eine noch
schnellere Versorgung.“ Außerdem sind
die unterschiedlichen Fachdisziplinen
räumlich enger zusammengerückt. „Das
erleichtert die interdisziplinäre Zusammenarbeit“, betont Dr. Horst Baas. Bei der
Behandlung von Schlaganfallpatienten
kommt es auf jede Minute an: entweder,
um Patienten das Leben zu retten oder
um bleibende Schäden zu verhindern
oder so weit wie möglich zu minimieren.
Neben der Modernisierung, dem Umzug
in großzügigere Räume und der techni-
schen Aufrüstung, berichtet Dr. Baas
noch von einer weiteren Qualitätssteigerung in der Stroke Unit. „Denn am
1. März haben wir eine zweite Nachtund Bereitschaftsdienstreihe eingeführt,
die ausschließlich für die Stroke Unit verantwortlich ist“. Bisher wurden die Klinik
für Neurologie und die dazugehörige
Stroke Unit gemeinsam von einem Arzt
der Neurologie im Nachtdienst versorgt.
Jetzt ist nachts ein Arzt ausschließlich
für die Schlaganfalleinheit zuständig.
Tagsüber sind drei spezialisierte Ärzte
auf der Stroke Unit präsent.
Mehr als 1.000 Patienten im Jahr
In der Stroke Unit im Klinikum Hanau
werden jährlich mehr als 1.000 Patienten
mit einem akuten Schlaganfall diagnostiziert und behandelt. Im Durchschnitt
April 2015
inute an
erweitert
Nach den Angaben der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft
sind das die wichtigsten Eckdaten zum Thema Schlaganfall:
á Fast 270.000 Bundesbürger erleiden jährlich einen Schlaganfall
á Der Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache in Deutschland
á Die Schlaganfall-Häufigkeit steigt mit zunehmendem Lebensalter. Im Jahr 2000
betrug der Anteil der über 65-Jährigen in Deutschland zirka 16 Prozent der
Gesamtbevölkerung. Im Jahr 2030 wird nach demografischen Hochrechnungen
der Anteil der über 65-Jährigen zirka 33 Prozent betragen. Experten rechnen in den
nächsten Jahrzehnten mit einem deutlichen Anstieg der Schlaganfall-Häufigkeit
Die Prognose eines Schlaganfalls kann durch die Behandlung auf einer
Stroke Unit signifikant verbessert werden.
werden Betroffene nach dem Ereignis je
nach Schweregrad ein bis fünf Tage
intensivmedizinisch am Monitor überwacht – im Einzelfall auch länger, erklärt
Dr. Horst Baas. Anschließend erfolgt die
Verlegung auf eine Normalstation der Klinik für Neurologie. Diese Normalstation
befindet sich eine Etage über der Stroke
Unit im selben Gebäude. „Damit erfolgt
die Behandlung aus einem Guss. Wir
stellen so eine reibungslose und enge
Verzahnung mit der nach-intensivmedizi-
PD Dr. med. Horst Baas
Chefarzt Klinik für Neurologie
nischen Weiterversorgung sicher“, unterstreicht der Chefarzt.
Diese abgestimmten Behandlungspfade
sind ein wichtiges Kriterium bei der
Erteilung einer Zertifizierung. Dieser Qualitätscheck wird in erster Linie von der
Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft vorgenommen. Dafür gibt es einen
anspruchsvollen Kriterienkatalog. Dazu
zählt zum Beispiel die Zahl der im Jahr
behandelten Patienten. Nur wer mehr als
500 Patienten im Jahr versorgt, kann als
überregionale Stroke Unit anerkannt werden. Außerdem werden u. a. eine hohe
neurologische, neuroradiologische, kardiologische, intensivmedizinische und
gefäßchirurgische Kompetenz verlangt.
Auch bei der Diagnostik gibt es klare
Anforderungen. So müssen zum Bei-
spiel ein Computer- und ein Magnetresonanz-Tomograph vorhanden sein –
ebenso ein Monitoring und eine MRAngiographie sowie ein Notfalllabor. Das
alles kann das Klinikum Hanau als großes Haus der Maximalversorgung unter
einem Dach bieten. Patienten profitieren
deshalb von einem Spezialisten-Team
von Experten aus unterschiedlichen
Fachrichtungen und einer hochwertigen
apparativen Ausstattung.
Die ersten Stroke Units sind in Deutschland Mitte der 90-er Jahre des vergangenen Jahrhunderts entstanden. Als
Vorbild dienten Modelle aus den USA.
Mittlerweile gibt es in Deutschland mehr
als 250 solcher von der Deutschen
Schlaganfall-Gesellschaft und der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe zertifizierten Spezialeinheiten.
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Eltern-Kind-Zentrum Hanau
Das Eltern-Kind-Zentrum weist 2014 eine Geburtensteigerung von 21,6 Prozent auf
Das Eltern-Kind-Zentrum (EKZ) des Klinikums Hanau setzt seinen Erfolgskurs
fort. Mit 1.377 Neugeborenen bei 1.338 Geburten erlebte das Klinikum auch
2014 wieder einen wahren Baby-Boom. Lag die Steigerungsrate der Geburtenzahlen im Jahr 2013 bereits bei 20,6 Prozent, so ist sie im vergangenen Jahr
noch einmal um 21,6 Prozent gestiegen. Damit verzeichnet das Klinikum
Hanau zum zweiten Mal in Folge die stärkste Geburtensteigerung (prozentual
und absolut) aller großen hessischen Geburtskliniken. Dr. med. André Michel,
Ärztlicher Direktor und Geschäftsführer des Klinikums Hanau, wertet dies als
großen Vertrauensbeweis der werdenden Eltern für das Klinikum Hanau.
37 der 1.338 Geburten waren Zwillingsgeburten, auch eine Drillingsgeburt war im
Jahr 2014 zu verzeichnen. Letztere bedeutete eine besondere Herausforderung,
denn die benötigte Infrastruktur und das
Klinikteam müssen rund um die Uhr abrufbar sein, weil über viele Wochen hinweg
eine Frühgeburt nicht auszuschließen ist.
brachte ganze 5.340 Gramm auf die
Waage und wurde normal, also ohne
Kaiserschnitt oder Saugglocke, entbunden. 148 Kinder waren leichter als 2.500
Gramm, 39 wogen weniger als 1.500
Gramm, und zwei sehr kleine Frühchen
brachten sogar weniger als 500 Gramm
auf die Waage.
Zahlen und Fakten aus dem EKZ
Auch in diesem Jahr erblickten wieder
Drillinge das Licht der Welt im Klinikum
Hanau. Die drei Jungen wurden am 10.
Februar zwischen 8:37 Uhr und 8:39 Uhr
im Minutentakt per Kaiserschnitt durch
den geburtshilflichen Oberarzt Dr. Helmut
Sedlaczek entbunden und lagen anschließend auf der Früh- und Neugeborenen-
51 Prozent der Mütter im EKZ bekamen
ihr erstes, 32 Prozent der Mütter ihr zweites Kind, und 2,5 Prozent der Frauen hatten bereits mehr als vier Kinder geboren.
102 Kinder wogen bei der Geburt mehr
als 4.000 Gramm, das schwerste Kind
Intensivstation. Hassan, Haidar und Bashir
brachten ein Gewicht von 2.380, 1.945
und 1.800 Gramm auf die Waage und
sind stolze 42, 44 und 48 Zentimeter groß.
Die Schwangerschaft von Mutter Bochra
Ammar war erstaunlich problemlos verlaufen. Das geburtshilfliche Team staunte
über den mächtig wachsenden Bauch der
geduldigen Mutter und freute sich über
den stets anwesenden Vater Imad Slim,
der seine Frau vorbildlich unterstützte.
Schon vor der Geburt war Bochra Ammar
über Monate hinweg von den Spezialisten
für vorgeburtliche Medizin und spezielle
Geburtshilfe der Klinik für Gynäkologie und
Geburtshilfe unter Chefarzt Privatdozent
Dr. med. Thomas Müller betreut worden –
auch in Kooperation mit der niedergelassenen Frauenärztin. Seitdem hatte ein
Notfallplan der Spezialisten des ElternKind-Zentrums gegolten. Insbesondere
das Team der Neugeborenen-Intensivstation um den Leitenden Oberarzt der Klinik
April 2015
für Kinder- und Jugendmedizin, Dr. Bernhard Bungert, war dabei besonders gefordert gewesen.
Schließlich konnte die Schwangerschaft
dann mit fast 33 Wochen geplant beendet werden. Aus medizinischer Sicht war
die Drillingsschwangerschaft schon
erfreulich weit fortgeschritten, die Risiken der Frühgeburtlichkeit also begrenzt
und die Terminierung der Geburt wünschenswert, berichtet Dr. Helmut Sedlaczek, Oberarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe. Der Mutter und den
Babys ging es gleich nach der Geburt
erfreulich gut. Und Vater Imad ist mächtig stolz auf den Familienzuwachs.
Auf Mehrlingsgeburten ist das Eltern-KindZentrum bestens vorbereitet: „Sie sind bei
uns keine Seltenheit. In den vergangen
Jahren 2014, 2013, 2009 sowie 2008 gab
es jeweils eine Drillingsgeburt, und in 2011
kamen sogar Vierlinge zur Welt“, betont
der Ärztliche Direktor und Geschäftsführer
des Klinikums, Dr. med. André Michel.
Im vergangenen Jahr wurden 155 Frühgeburten, davon kanpp 40 unter 1500 g, im
Eltern-Kind-Zentrum Hanau betreut:
„Unser Engagement für eine wohnortnahe,
optimale interdisziplinäre Versorgung vor,
während und nach der Geburt wird offensichtlich gewürdigt“, freut sich auch Dr.
med. Bernhard Bungert, Ärztlicher Leiter
der Neugeborenen-Intensivstation mit dem
gesamten Team der auf Neugeborenenmedizin spezialisierten Kinderklinik um
Chefarzt Dr. med. Winfried Krill.
„Den Erfolg unseres Eltern-Kind-Zentrums verdanken wir nicht zuletzt dem
Vertrauen der werdenden Eltern und
zuweisenden Kollegen“, kommentiert der
Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und
Geburtshilfe, Privatdozent Dr. med. Thomas Müller. Er, wie auch die Oberärzte
Dr. med. Helmut Sedlaczek, Dr. med.
Kanya Götsch und Georgi Popivanov, ist
besonders spezialisiert für die Medizin
rund um Schwangerschaft und Geburt.
Die leitende Hebamme des Klinikums
Hanau und Stillbeauftragte des hessischen Hebammenverbandes, Tatjana
Nicin, ergänzt deshalb: „Räumlich und
personell stocken wir weiter auf.“ Neben
der medizinischen Qualität bietet das
Eltern-Kind-Zentrum einen stetig wachsenden Komfort: So wird z. B. die pränatale (vorgeburtliche) Sprechstunde jetzt
an einem weiteren Tag angeboten, und
Hebammensprechstunden wie Elterninformationsabende finden häufiger statt.
„Eine Atmosphäre zum Wohlfühlen und
die gute persönliche, serviceorientierte
Betreuung sind uns besonders wichtig“,
erläutert die Hebamme. „Diese beginnt
und endet übrigens sehr häufig in der
angeschlossenen Elternschule mit ihrem
umfangreichen Kursprogramm vor und
nach der Geburt. Sie erfreut sich ebenfalls einer weiter steigenden Akzeptanz“,
berichtet Martina Craatz, Leiterin der
Elternschule.
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Seelsorge
Muslimische Gebetsräume sind eröffnet
Auch der spirituelle Beistand ist ein wichtiger Faktor für die Genesung im Krankenhaus
Das Klinikum Hanau hat gemeinsam mit dem Muslimischen Arbeitskreis Hanau (MAH) zwei Gebetsräume im
Gebäude M, 2. Obergeschoss, eingerichtet. „Wir ermöglichen damit den muslimischen Patienten die Ausübung
ihres Glaubens in einer würdevollen Atmosphäre“, sagte
Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender des
Klinikums, Claus Kaminsky, bei der feierlichen Eröffnung.
Das Konzept für die beiden Gebetsräume ist gemeinsam
mit dem Muslimischen Arbeitskreis Hanau unter dem Vorsitz von Behlül Yilmaz entstanden.
Behlül Yilmaz, Vorsitzender des Muslimischen Arbeitskreises
Hanau, bedankte sich bei allen, die an der Entstehung der
Gebetsräume beteiligt waren. Er betonte, dass das Klinikum
Hanau den Patienten jetzt nicht nur würdige islamische
Gebetsräume biete, sondern auch die Mitarbeiter des MAH auf
den Stationen als seelsorgerische Unterstützung unterwegs
seien. Muslimische Seelsorgerinnen und Seelsorger besuchen
seit rund fünfzehn Monaten die Patienten mit muslimischem
Glauben auf den Stationen des Klinikums, bieten in der Muttersprache ihre Unterstützung an oder haben einfach ein offenes Ohr für die Sorgen der Erkrankten.
Bei der Eröffnung der Gebetsräume erklärte Behlül Yilmaz:
„Die fünf täglichen Gebete sind eine Pflicht für jeden Muslim,
der die Pubertät erreicht hat und geistig gesund ist. Der neue
Gebetsraum im Klinikum Hanau ermöglicht es muslimischen
Patienten und Angehörigen, dieser Verpflichtung an einem
angemessenen Ort nachzukommen. Für den religiösen
Patient können hier Seelsorge sowie die Möglichkeit, mit Gott
in Beziehung zu treten, eine große Hilfe sein.“
Yilmaz betonte: „Unsere Absicht ist es, die Muslime in Hanau
zu erreichen, unabhängig von ihrer Herkunft, Sprache oder
ihres Geschlechts und ihnen religions- und kultursensibel beizustehen.“ Der MAH wies dabei auch auf die wertvolle Zusammenarbeit mit den christlichen Seelsorgern beider Krankenhäuser hin und fügte hinzu: „Wir verstehen und sehen uns
gegenseitig als Bereicherung und Ergänzung.“
An die Klinikleitung gerichtet, sagte der MAH-Vorsitzende: „Wir
betrachten dies als ein Zeichen der Toleranz und der Akzeptanz sowie als Ergebnis eines jahrelangen positiven Dialogs in
Hanau.“ Außerdem sei sich die Klinikleitung bewusst, dass
nicht nur medizinische Hilfe die Genesung der Patienten vorantreibt, sondern auch der spirituelle Beistand ein wichtiger
Faktor ist.
„Wir sehen in der Einrichtung der Gebeträume und den Besuchen der islamischen Seelsorger eine wichtige Ergänzung der
bereits seit Jahren am Klinikum wirkenden evangelischen und
katholischen Klinikseelsorge, die eine Kapelle im Gebäude HC
betreut“, betont Thorsten Wies von der Geschäftsführung des
Klinikums. „Wir gehen aktuell von einem Anteil von zirka 10 - 15
Prozent an muslimischen Patienten im Klinikum aus.“
Zum Beten steht Frauen und Männern jeweils ein eigener
Bereich zur Verfügung. Die Gebetsräume wurden renoviert und
mit einem speziellen Gebetsteppich, der nach Mekka ausgerichtet ist, ausgestattet. Beide Räume zusammen haben eine Größe
von rund 70 Quadratmetern. Dazu beinhalten die Räume eine
Leseecke mit entsprechender Literatur. Weiterhin vorhanden
sind Waschräume zur rituellen Reinigung vor dem Gebet.
KONTAKT
Die beiden muslimischen Gebetsräume befinden sich im Gebäude
M, 2. OG (Raum 1604 und 1605)
Ihre Ansprechpartner:
Behlül Yilmaz
Telefon: 0173 - 311 34 67
Aynur Cinar
Telefon: 0178 - 175 32 93
E-Mail: [email protected]
Darmzentrum Hanau
April 2015
Darmkrebszentrum
des Klinikums Hanau
erneut zertifiziert
Deutsche Krebsgesellschaft bestätigt die große
Qualität des medizinischen Leistungsangebotes
Das Darmzentrum Hanau ist erneut von der Deutschen
Krebsgesellschaft mit einem Zertifikat ausgezeichnet
worden. Diese so genannte Re-Zertifizierung stellt ein
anspruchsvolles Qualitätssiegel dar, das von unabhängigen externen Experten vergeben wird. Für Patienten bedeutet dies eine wertvolle Orientierung bei der Suche nach
Behandlungsqualität. Im Darmzentrum Hanau sind alle
medizinischen Aktivitäten im Klinikum Hanau rund um das
Thema Darmkrebs gebündelt. Es wurde 2008 gegründet.
„Die Re-Zertifizierung bestätigt erneut die hohe Qualität der
medizinischen Versorgung in unserem Darmzentrum“, unterstreicht der Ärztliche Direktor des Klinikums Hanau, Dr. med.
André Michel. Er ergänzt: „Wir weisen damit nach, was unsere
Patienten vom Darmzentrum erwarten: Höchste medizinische
Standards und modernste Behandlungsmethoden.“
Eine Zertifizierung wird immer nur für eine begrenzte Zeit vergeben. In bestimmten Abständen – meist nach drei Jahren – müssen diese Qualitätssiegel erneuert werden, muss also eine ReZertifizierung erfolgen. Entscheidend für die erneute Zertifizierung
und die ausdrückliche Empfehlung der Deutschen Krebsgesellschaft für das Darmzentrum Hanau sind in erster Linie die
herausgehobene Qualifizierung der Ärzte und Pflegekräfte, das
abgestimmte hochwertige Betreuungs- und Versorgungsangebot sowie eine große Zahl an Darmkrebsoperationen im Jahr.
Die deutsche Krebsgesellschaft weist darauf hin, dass Patienten
in den von ihr zertifizierten Krebszentren durchschnittlich eine
höhere Überlebensrate aufweisen. Demzufolge fordern Krankenkassen und Politiker zunehmend, dass Patienten sich nur noch
in zertifizierten Zentren behandeln lassen sollen. „Denn diese stehen für eine große ärztliche Erfahrung und operative Expertise.
Sie stellen damit ein wesentliches Qualitätsmerkmal für das
Darmzentrum dar“, erläutert Prof. Dr. med. Peter Langer. Er ist
der Leiter des Darmzentrums Hanau und Chefarzt der Klinik für
Allgemein-, Visceral- und Thoraxchirurgie des Klinikums Hanau.
Prof. Langer erklärt: „Die Therapie erfolgt in unserem Darmzentrum stets nach den neuesten Erkenntnissen und Standards. So
sichern wir für unsere Patienten die bestmögliche Behandlung.“
Im Darmzentrum Hanau sind sämtliche diagnostischen und
therapeutischen Angebote rund um den Darmkrebs zusammengefasst. So profitieren Patienten von einem interdisziplinären Expertenteam, das Erfahrung und Expertise aus unter-
v.l.: Prof. Dr. med. Peter Langer, Leiter des Darmzentrums
und Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Visceral- und
Thoraxchirurgie; Jessica Ringwald, Assistenzärztin und
stellvertretende Darmzentrumskoordinatorin; Dr. med.
André Michel, Ärztlicher Direktor und Geschäftsführer des
Klinikums Hanau präsentieren die Auszeichnung
schiedlichen medizinischen Bereichen vereint. Im Darmzentrum Hanau arbeiten unter anderem die Abteilungen Chirurgie,
Onkologie, Gastroenterologie und Strahlenmedizin gemeinsam an der individuellen Patiententherapie. Neben der zentralen medizinischen Versorgung, wird das Angebot durch Leistungen abgerundet, die die Lebenssituation der Patienten
stützen und verbessern. Dazu gehören zum Beispiel PsychoOnkologie, Ernährungs-, genetische und Sozialberatung, Physiotherapie, Seelsorge sowie Palliativmedizin.
Eine weitere wichtige Aufgabe des zertifizierten Darmzentrums
Hanau ist die Aufklärung. Patienten und Interessierte erhalten
dort umfangreiche Informationen rund um das Thema Darmkrebs sowie zur Früherkennung und zu Behandlungs- und
Operationsmethoden.
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10
Titel
„Die arterielle Durc
Patienten werden deshalb am besten und erfolgreichsten interdisziplinär behandelt.
Der neue Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie, Dr. med. Thomas Dahm, stellt
seine Arbeitsschwerpunkte vor.
Risiko einher, an einem Herzinfarkt oder
Schlaganfall zu versterben. Ohne die
Behandlung der vasculären Risikofaktoren ist die Sterblichkeit der Patienten
höher als bei fast jedem Tumorleiden und
der Gefäßchirurg kann nur eine kurzzeitige Wiederherstellung der Durchblutung
bewirken ohne die Lebenserwartung
des Patienten wirklich zu verbessern.
Daher ist ein interdisziplinäres Behandlungskonzept wichtig, an dem neben
dem Gefäßchirurgen auch Kardiologen,
Nephrologen, Diabetologen, Neurologen
etc. beteiligt sein müssen.
Interdisziplinäre Zusammenarbeit
Im Klinikum Hanau gibt es eine eigene
Klinik für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin, die sich speziell mit den Gefäßkrankheiten befasst. Zudem wurde 2008 das
Gefäßzentrum Rhein-Main gegründet.
Dort werden hoch komplexe Gefäßerkrankungen fachübergreifend von Ärzten
im Team behandelt. Die interdisziplinäre
Therapie verbessert deutlich die Behandlungsergebnisse für den Patienten. Die
Klinik für Gefäßchirurgie und das Gefäßzentrum haben mit Dr. Thomas Dahm
jetzt eine neue Leitung bekommen.
Die Gefäßchirurgie ist eine noch recht
junge medizinische Disziplin, die sich in
den vergangenen 60 Jahren zunehmend
spezialisiert hat. In einer älter werdenden
Gesellschaft kommt es bei gleichzeitiger
Zunahme der Gefäßrisikofaktoren wie
Diabetes mellitus (Zuckererkrankung),
Rauchen, Bluthochdruck, erhöhte Blutfette und Bewegungsmangel zu einer
Häufung von Durchblutungsstörungen,
die zu Herzinfarkt, Schlaganfall und Raucherbein führen können.
Die „Schaufensterkrankheit“ oder das so
genannte Raucherbein sind ein Marker
für die allgemeine Gefäßerkrankung.
Diese geht mit einem deutlich erhöhten
in der Gefäßchirurgie immer weiter zu verringern.“ Die Zugangswege werden
immer kleiner und die Behandlung der
Gefäßläsionen erfolgt oft von innen (endovasculär). Große Eingriffe an der Bauchund Brustschlagader – insbesondere
beim Aneurysma – können bisweilen vollständig durch einen kleinen Zugang in der
Leiste mit der Implantation einer StentProthese vorgenommen werden. Das
Prinzip ähnelt der „Schlüsselloch-Technik“ in der Bauchchirurgie. Der Vorteil für
den Patienten liegt auf der Hand: Die
Wunden sind klein und die Patienten
erholen sich viel schneller. Kombinierte
Eingriffe mit Stentimplantationen und
klassischer offener Operation werden
auch als Hybrid-Operationen bezeichnet.
Dr. Thomas Dahm sieht einen wichtigen
Aspekt seiner Arbeit auch darin, medizinische Schwerpunkte zu setzen und
aufzuzeigen, wie man Bewährtes weiterentwickeln und zugleich neue Wege
beschreiten kann. Um die endovasculären Techniken weiter auszubauen, ist in
naher Zukunft die Einrichtung eines
Hybrid-Operationssaales im Klinikum
Hanau geplant.
Schwerpunkte bleiben erhalten
Die Chirurgische Klinik II heißt mit vollem
Namen Klinik für Gefäßchirurgie, vasculäre
und endovasculäre Chirurgie. Sie befasst
sich mit der Diagnostik und Behandlung
des gesamten Spektrums arterieller und
venöser Gefäßleiden. Die Therapie erfolgt
dabei nicht nur im klassischen Sinne „chirurgisch“ mit „offenen“ Operationen, sondern bei Bedarf auch mit durchblutungsfördernden Medikamenten oder durch
Katheter-Techniken (Ballon-Aufdehnung
und Stent) in Kombination mit minimalinvasiven chirurgischen Eingriffen.
Dr. Dahm unterstreicht: „Es ist generell
unser Bestreben, das Operationstrauma
Die bekannten Arbeitsschwerpunkte der
Klinik für Gefäßchirurgie werden nach wie
vor die Behandlung des Bauchaortenaneurysmas und des thorakalen Aneurysmas sein. Als Aneurysma wird die
krankhafte Erweiterung der Schlagader
bezeichnet. Schon Tradition hat auch die
bewährte Zusammenarbeit mit der Klinik
für Neurologie / Stroke Unit und die
erfolgreiche Operation an der Halsschlagader, die ohne Narkose und mit
Überwachung der Hirnfunktion (Neuromonitoring) durchgeführt wird. „Wichtig
ist uns auch die Shuntchirurgie und die
Behandlung von Venenleiden, die durch
April 2015
hblutungsstörung
ist eine Systemerkrankung“
neuere endovasculäre Techniken eine
Änderung in der Therapie erfahren
haben“, unterstreicht Dr. Thomas Dahm.
Amputationen vermeiden
Zum Diabetischen Fußsyndrom erklärt Dr.
Dahm: „Nach wie vor ist auch in Deutschland die Amputationsrate mit über 40.000
Amputationen im Jahr viel zu hoch. Dabei
gibt es gerade durch die interdisziplinäre
Zusammenarbeit gute Möglichkeiten,
dem Patienten eine unnötige Amputation
zu ersparen oder diese zumindest hinauszuzögern.“ Gerade das Gefäßzentrum
Rhein-Main sei da in der Lage, interdisziplinäre Konzepte für Diabetes-Patienten
zu entwickeln. Dazu gehören die Abklärung der eigentlichen Ursache bei nicht
abheilenden Wunden, eine spezielle
Gefäßdiagnostik, die neurologische Untersuchung, die Behandlung des Diabetes
mellitus, die spezielle Wundbehandlung
aber auch die Zusammenarbeit mit dem
Orthopädie-Techniker. Zur Verbesserung
der Durchblutung können Eingriffe mit
dem Katheter bis in die kleinen Gefäße
oder mikrochirurgisch durchgeführte
Bypässe bis auf eine Fußarterie erfolgen.
Die Patienten sollen in der Klinik für
Gefäßchirurgie und im Gefäßzentrum in
erster Linie eine hochwertige Medizin
und Versorgung erhalten. „Die Zuwendung zum Patienten ist uns aber trotz
aller technischen Fortschritte ebenso
wichtig“, betont der neue Chefarzt. Alle
Mitarbeiter sollen sich als eine Einheit
WöRTERBUCH
Das Gefäßsystem
Als Gefäßsystem wird die Gesamtheit aller Blut- und Lymphgefäße bezeichnet, die den
menschlichen Körper durchziehen. Das Gefäßsystem entspricht einem gigantischen
Transportsystem mit ungezählten kleinen Zu- und Ableitungen. Diese „Leitungen“ sorgen
dafür, dass vor allem Sauerstoff und essenzielle Nährstoffe zu den Zellen und Organen
gelangen, um dort deren Funktionsfähigkeit sicherzustellen und zu erhalten. Andererseits
werden Stoffwechsel- und Abfallprodukte durch das Gefäßsystem abtransportiert.
Diese Pipelines des Körpers müssen einerseits elastisch und andererseits frei von Hindernissen sein, um ihre Aufgaben optimal erfüllen zu können. Diese Funktionsfähigkeit des
Organismus ist bei vielen Menschen zum Beispiel durch Gerinnsel, Fett- oder Eiweißablagerungen und Verkalkungen in den Gefäßen gestört. Wenn die Gefäßwände eingeengt oder
verstopft sind, kann das lebenswichtige Transportmittel Blut nicht mehr ungehindert fließen.
verstehen und mit Begeisterung ihre
Aufgaben erfüllen. Dies hat eine positive
Auswirkung auf die Behandlungsqualität
der Patienten. „Denn wenn jeder Mitarbeiter im Team mit Freude seine Arbeit
erledigt, dann kommt das schließlich
auch dem Patienten zugute“, erläutert
Dr. Thomas Dahm.
11
12
Titel
Chirurgische Klinik und Gefäßzen
Das Klinikum Hanau bietet eine technische
und apparative Ausstattung auf Spitzenniveau.
Viele Beispiele stehen für den erfolgreichen
Modernisierungskurs.
Die Klinik für Gefäßchirurgie, vasculäre und endovasculäre
Chirurgie bildet den Kern des Gefäßzentrums Rhein-Main. Hinzu
kommen noch weitere Spezialisten wie Neurologen, Nephrologen (Nierenspezialisten), Diabetologen und Wundspezialisten.
Das Zentrum ist durch die Deutsche
Gesellschaft für Gefäßchirurgie und
Gefäßmedizin, die Deutsche Gesellschaft
für Radiologie und die Deutsche Gesellschaft für Angiologie zertifiziert.
Die Philosophie des Zentrums ist, dass der
Patient mit seiner Gefäßerkrankung von
einem Spezialistenteam unterschiedlicher
medizinischer Fachbereiche behandelt
wird. Denn viele Krankheiten sind im Team
besser und erfolgreicher zu behandeln.
Die Behandlung erfolgt durch die Ärzte aus der operativen Medizin, der interventionellen Therapie und der
Angiologie und ermöglicht eine moderne Therapie von
á Verengungen der Halsschlagader (Operation und / oder Stent)
á krankhaften Erweiterungen der Haupt- und Brustschlagader (Aorten-Aneurysmen offen und mit Stentprothesen)
á akuten und chronischen Durchblutungsstörungen der Beine
(arterielle Verschlusskrankheit), inklusive des Diabetischen
Fuß-Syndroms
á entzündlichen Gefäßerkrankungen (Vasculitiden)
á des Raynaud Syndroms (Weißfingerkrankheit)
á Erkrankungen der Venen (Krampfadern, Thrombosen)
á angeborenen Gefäßmissbildungen
á Neuanlagen oder Korrekturen von Shunts und KatheterSystemen für die Dialyse
á Spezielle Wundtherapie
Die Diagnostik von Gefäßerkrankungen erfolgt in den
Gefäßambulanzen in enger Kooperation mit dem Radiologischen Institut im Hause, das zusätzlich sämtliche
moderne Bildgebung anbietet. Dazu zählen in erster Linie:
á Computertomographie (CT) inkl. CT-Angiographie
á Kernspintomographie (MRT) inkl. Kernspin-Angiographie
á Angiographie – digitale Subtraktionsangiographie
(Darstellung der Gefäße mit Kontrastmittel)
á Doppler- und farbkodierte Duplexsonographie
á Bestimmung der Gehstrecke auf dem Laufband
Kompetenz
April 2015
trum –
im Team
Zur Person
Dr. med. Thomas Dahm hat am 1. April
2015 als Chefarzt die Leitung der Klinik
für Gefäßchirurgie, vasculäre und endovasculäre Chirurgie im Klinikum Hanau
übernommen. Der Arzt ist 1956 in Ludwigshafen am Rhein geboren und in
Baden-Württemberg aufgewachsen. Er
ist verheiratet und hat drei Kinder.
am Lehrkrankenhaus der Uni Würzburg in
Coburg. Nach seiner Rückkehr absolvierte
er 1991 zunächst seine Facharztprüfung
für Chirurgie, und 1993 folgte die Anerkennung zum Facharzt für Gefäßchirurgie. In
den letzten beiden Jahren an der Universitätsklinik wurde er von der Fakultät zum
Prüfer für das Fach Chirurgie berufen.
Das Studium der Humanmedizin hat Dr.
Thomas Dahm in Regensburg begonnen
und absolvierte den klinischen Abschnitt
an der TU München, wo er im Oktober
1984 erfolgreich sein Staatsexamen
ablegte. Während des Studiums war er
von 1980 bis 1984 mehrfach in den USA
am Baylor College of Medicine in Housto, Texas und an der Northwestern University in Chicago, llinois, wo er als Medizinstudent in der Visceralchirurgie,
Gefäßchirurgie, Urologie und Gynäkologie tätig sein konnte.
Weitere Stationen seines beruflichen Werdeganges waren leitende Oberarztpositionen in Koblenz am Evangelischen Stift
St. Martin (1993-1997) und am Städtischen Klinikum in Karlsruhe (1997-2002).
In Houston, Texas hatte er Gelegenheit
einen ganz Großen seines Faches –
Michael DeBakey (Herz-und Gefäß-Center) – persönlich kennenzulernen.
Seine erste wissenschaftliche Assistentenstelle hatte Herr Dr. Dahm 1985 am
Virchow Institut (Pathologisches Institut)
an der Universitätsklinik in Würzburg. Die
weitere Ausbildung zum Facharzt für Chirurgie und Gefäßchirurgie folgte von 1985
bis 1993 ebenfalls an der Würzburger
Universitätsklinik bei Prof. E. Kern, Prof.
M. Sperling und Prof. S. Franke.
1987 erhielt er den akademischen Grad
eines Doktors der Medizin von der Medizinischen Fakultät der TU München. 19881990 war Dr. Thomas Dahm im Austausch
Dr. med.
Thomas Dahm,
Chefarzt Klinik für
Gefäßchirurgie,
vasculäre und
endovasculäre
Chirurgie
2002 bis 2012 leitete Dr. Dahm den
Fachbereich Gefäßchirurgie am Bethanienkrankenhaus in Frankfurt am Main.
Dort war er entscheidend an der Zertifizierung des Gefäß-Zentrums beteiligt
als eines der ersten in der Mainmetropole. Er selbst wurde 2008 von der
Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin zum Endovasculären Spezialisten zertifiziert. Seine letzte
berufliche Station vor dem Wechsel an
das Klinikum Hanau war dann die Leitung der Abteilung Gefäßchirurgie am
Leopoldina-Krankenhaus in Schweinfurt.
Dr. Thomas Dahm ist Mitglied in zahlreichen Gesellschaften für Chirurgie und
Gefäßmedizin, Mitglied in der Deutschen
Gesellschaft für Chirurgie und der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie
und Gefäßmedizin sowie im Bund Deutscher Chirurgen und in der European
Society for Vascular Surgery.
Zu seinen Hobbys zählt der Mediziner
unter anderem Tennis, Tauchen, Skifahren sowie Lesen, Musik und Reisen.
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Porträt
„Mit Fachwissen und Gefühl“
Pflege im Krankenhaus hat heute viele Herausforderungen zu meistern / Bereichsleiter Darius Dziambor
Gesichter prägen ein Krankenhaus, und Patienten prägen sich Gesichter ein. Aber das, was
Patienten sehen, ist oft nur ein kleiner Ausschnitt des umfangreichen Tätigkeitsfeldes von Klinikmitarbeitern. Gleichzeitig repräsentieren die Mitarbeiter auch wichtige Abläufe und Prozesse im
Klinikum. In dieser Serie stellen wir Ihnen in jeder Ausgabe von Main Klinikum Menschen aus
dem Klinikum Hanau vor, die beispielhaft für viele Mitarbeiter stehen und deutlich machen, wie
die tägliche Arbeit für die Patienten aussieht. Diesmal: Darius Dziambor, Pflegerischer Bereichsleiter von zwei Patientenstationen.
Die Pflege gehört im Krankenhaus zu den ganz zentralen Bereichen. Und ihre Qualität wird vom Patienten auch ganz unmittelbar erfahren und wahrgenommen. Im Krankenhaus stellt die
Pflege überdies zugleich die größte Mitarbeitergruppe dar. Sie
richtet sich natürlich einerseits ganz direkt in ihren Handlungen
an die Patienten, aber sie arbeitet auch eng mit den ärztlichen
Teams zusammen. Darüber hinaus steht Pflege im Krankenhaus
vor vielen Herausforderungen. Das gilt zum Beispiel für die veränderten Arbeitsinhalte, den Strukturwandel im Krankenhaus
selbst und natürlich auch für die Arbeitsverdichtung vor dem
Hintergrund knapper Finanzierung durch die Krankenkassen.
ten, erklärt Darius Dziambor, umfasst erst einmal die so genannte
Grundpflege. Dazu zählen Körperpflege, Mobilisation, Unterstützung bei der Nahrungsaufnahme etc. In der jüngeren Vergangenheit sind dann noch weitere Aufgaben dazu gekommen, die von
Ärzten an die Pflege delegiert wurden – zum Beispiel Blutabnahme, Verbandswechsel, Drainagenentfernung, teilweise Fäden
ziehen, Klammern entfernen etc. Für das Ausüben dieser Tätigkeiten benötigt aber jeder Mitarbeiter einen Befähigungsnachweis. Den gibt es nur, wenn gegenüber Ärzten nachgewiesen
wird, dass Pflegemitarbeiter diese Arbeit sicher beherrschen.
Das Arbeitsgebiet verändert sich
„Wir verstehen uns als Dienstleister für unsere Patienten und
üben unseren Beruf mit Fachwissen und Gefühl so gut wie möglich aus“, beschreibt Darius Dziambor seinen eigenen Anspruch
und den seines Teams. Die Pflege, die Arbeit mit und am Patien-
Erweitert wurde das Aufgabengebiet für den einzelnen Pflegemitarbeiter im Klinikum Hanau außerdem durch die Etablierung
von Bereichen. In diesen sind mehrere Patientenstationen
April 2015
Zur Person
über ein vielschichtiges Berufsbild
zusammengefasst. Das hat einerseits den Vorteil, dass Patienten viel flexibler aufgenommen und Mitarbeiter sich in größeren
Einheiten stärker unterstützen und zum Beispiel den Ausfall
von Kollegen besser meistern können. Der Teamgedanke
prägt sich dadurch stärker aus. Gleichzeitig werden inhaltlich
sinnvolle medizinisch-pflegerische Schwerpunkte geschaffen,
die eine optimale Versorgung der Patienten sichern. Zudem,
berichtet Darius Dziambor, erweitert sich das Aufgabenfeld
jeder einzelnen Pflegerin und jedes Pflegers. Mitarbeiter erwerben dadurch zugleich zusätzliche Kompetenzen; Motivation
und Zufriedenheit steigen. „Damit wird unser Beruf insgesamt
aufgewertet, und jeder Mitarbeiter erhält mehr Verantwortung“,
betont Darius Dziambor.
Darius Dziambor hat seinen beruflichen Weg nach der Mittleren Reife
mit der dreijährigen Ausbildung zum
Krankenpfleger gestartet und mit
dem Examen 1987 abgeschlossen.
Das war im Ausbildungszentrum des
Klinikums Hanau. Inzwischen heißt das Berufsbild sprachlich
erweitert korrekt: Gesundheits- und Krankenpfleger. Darius
Dziambor wurde 1966 in Schlesien in Polen geboren.
Nach erfolgreicher Ausbildung war das „Eigengewächs“
des Klinikums kurze Zeit auf einer chirurgischen Allgemeinstation tätig, ehe er in den OP-Bereich wechselte. Dort blieb
Darius Dziambor eineinhalb Jahre und musste anschließend seinen 18-monatigen Zivildienst ableisten – bei den
Johannitern. Dort ist er auch als Rettungsassistent unterwegs gewesen.
Neue Pflegeinhalte
Deutlich verändert hat sich in den vergangenen Jahren die
medizinische Behandlung der Patienten. Denn die Fortschritte
bei der ärztlichen Versorgung haben dazu geführt, dass Kranke
heute durchschnittlich nur noch rund sieben Tage stationär im
Krankenhaus sind. Damit sind die Aufenthaltszeiten nur noch
halb so lang wie vor 20 Jahren. Das beeinflusst auch die Pflege.
So finden unter anderem viel mehr Untersuchungen an einem
Tag statt, und die Pflegemitarbeiter müssen deutlich mehr
Patienten im selben Zeitraum versorgen.
Auch die Pflegeinhalte entwickeln sich weiter. Während das
Credo früher oft war, Patienten nach einer Operation lange Bettruhe zu verordnen, ist dies heute anders. Sie sollen schnell wieder auf die Beine kommen, mobilisiert werden. Früher fand deshalb zum Beispiel die Körperpflege im Bett statt. Heute geschieht
dies meist im Bad. Das ist nicht nur hygienischer, sondern
beschert den Patienten auch ein angenehmeres Körpergefühl.
Im Dialog mit Patienten
Und schließlich, berichtet Darius Dziambor, spielt heutzutage
der Dialog mit Patienten eine wichtige Rolle. Das hat auch
damit zu tun, dass die Situation in den deutschen Kliniken zu
einem häufigen Medienthema geworden ist. „Der Personalschlüssel ist heute halt ein anderer als vor 20 Jahren, aber ich
bin nicht der Meinung, dass wir zu wenig Pflegemitarbeiter
haben. Aber die Patienten empfinden das oft so.“ Dazu kommt
noch eine unrealistische Erwartung an einen Klinikaufenthalt.
Darius Dziambor: „Wir bieten unseren Patienten heute viel
Komfort und ein attraktives Ambiente. Ein Krankenhaus ist
aber dennoch kein Hotel. Wir versuchen, unseren Patienten
ihre Wünsche zu erfüllen und fragen regelmäßig, was wir für sie
tun können. Aber das ist leider nicht immer möglich.“ Im
Gespräch lasse sich dann aber doch vieles erklären und
gerade rücken. „Und die Patienten nehmen das auch an.“
Nach dem Zivildienst kehrte der examinierte Pfleger Mitte
der 90-er Jahre wieder in das Klinikum Hanau zurück. Dort
war er dann auf der Station H11 eingesetzt, einer interdisziplinären chirurgischen Privatstation. Der berufliche
Aufstieg führte Darius Dziambor zuerst in die Funktion des
stellvertretenden Stationsleiters (mit Weiterbildung zur
Stationsleitung), ehe er Mitte der 90-er Jahre auch die alleinige pflegerische Leitung der Patientenstation übertragen
bekam.
Vor rund fünf Jahren organisierte das Klinikum Hanau die
Pflegebereiche neu. Mehr Interdisziplinarität und mehr
Flexibilität bei der Patientenversorgung waren die Gründe.
Das führte schließlich dazu, dass einzelne bis dahin selbstständige Stationen zu größeren übergreifenden Bereichen
zusammengeführt wurden. Und Darius Dziambor avancierte
im Zuge dieser Veränderungen im Jahr 2011 zu einem der
pflegerischen Bereichsleiter.
Zu seinem Verantwortungsbereich zählen die Stationen H2B
und H2C. Zur ersten gehören insgesamt 32 Betten. Davon
sind 14 für neurologische Patienten vorbehalten, die von der
Intensivstation zur Weiterbehandlung dorthin kommen. Die
übrigen 18 Betten sind in erster Linie für chirurgische, orthopädische und neurochirurgische Patenten vorgesehen, aber
auch für Menschen nach einem Mund-Kiefer-Gesichtschirurgischen Eingriff.
Die zweite von Darius Dziambor und seinem Pflegeteam
betreute Station steht mit 25 Betten ausschließlich Patienten
der Gefäßchirurgie zur Verfügung. Dort genesen sowohl
Patienten nach schweren Operationen wie der Behandlung
von Verschlusskrankheiten an Bauch- oder Halsschlagader,
aber auch Menschen mit weniger bedrohlichen Erkrankungen wie zum Beispiel Krampfadern.
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Chirurgische Klinik III
Patienten können beim Gelenkersatz
auf Qualität vertrauen
Klinikum Hanau tritt dem deutschen Endoprothesenregister bei
Das Klinikum Hanau beteiligt sich am Endoprothesenregister Deutschland
(EPRD). „Mit unserer Teilnahme am EPRD zeigen wir, dass die Patienten bei
uns gut aufgehoben sind. Wir wollen unsere eigene gute Behandlung weiter
sichern und setzen uns so dafür ein, die hohe Qualität beim künstlichen
Gelenkersatz, der so genannten Endoprothetik, zu bewahren und auszubauen“, unterstreicht der Ärztliche Direktor des Klinikums Hanau, Dr. med.
André Michel.
Die Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie des Klinikums
Hanau ist auch auf die Versorgung von Patienten mit Gelenkbeschwerden spezialisiert. Zum Leistungsspektrum gehören
insbesondere der künstliche Gelenkersatz aller großen
Gelenke, vor allem an Hüfte, Knie und Schulter mit zementfreien oder zementierten Prothesen in minimal-invasiver
Technik. Einen weiteren wichtigen Bereich stellen die Wechseloperationen (Revisions-Endoprothetik) bei bestehendem
künstlichen Gelenkersatz (Prothesenlockerung, Prothesenverschleiß, Protheseninfektion etc.) dar.
Partnerschaft für Qualität
Das EPRD ist eine gemeinnützige Gesellschaft und wurde
gegründet, um bundesweit versorgungsbezogene Daten von
Hüft- und Knieoperationen systematisch zu erheben, zu
dokumentieren, auszuwerten und zu veröffentlichen. Das
EPRD ist damit eine beispielgebende Initiative der Deutschen
Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie
(DGOOC). Weitere Partner dieser Initiative sind der Verband
der Ersatzkassen e. V., der AOK-Bundesverband, die Hersteller der Prothesen, vertreten durch den Bundesverband
Medizintechnologie, und das Institut für Qualität und Patientensicherheit.
Das EPRD ist ausschließlich wissenschaftlichen Grundsätzen
verpflichtet. Zentrale Arbeitsbereiche der beteiligten Partner
können sinnvoll genutzt und mit hoher Kompetenz in die Registerarbeit einbezogen werden. Eine derartige übergreifende
freiwillige Partnerschaft ist bisher einmalig. Der Start des Registers wurde vom Bundesministerium für Gesundheit gefördert.
Jedes Jahr erhalten in Deutschland rund 390.000 Patienten
ein künstliches Hüft- oder Kniegelenk. Diese Eingriffe zählen
damit zu den häufigsten Operationen in Deutschland überhaupt. Das Ziel des EPRD ist es, langfristig die Qualität der
Produkte und Behandlungsverfahren vergleichend zu beurteilen, das Ergebnis der medizinischen Behandlung zu sichern
und die Zahl der Wechseloperationen und Korrektureingriffe zu
verringern.
Bessere Versorgung
Mit der Teilnahme am EPRD verpflichtet sich das Klinikum
Hanau, beim Einsatz von künstlichen Hüft- und Kniegelenken
zusätzlich Daten zur Operation sowie zum Implantat zu erfassen. Der dadurch entstehende umfangreiche Datenpool des
EPRD gestattet es künftig, Produkt- oder operationsbedingte
Ursachen für Auffälligkeiten leichter und zeitnäher als bisher zu
ermitteln. Die Ärzte in den EPRD-Kliniken können ihre Patienten umfassender beraten und die beste Versorgungsstrategie
auswählen.
Medizinische Klinik II
April 2015
Klein, sicher und schonend:
die neue endoskopische Schere
Innovative Technik zur Entfernung von Speiseröhren-Divertikel bringt Patienten viele Vorteile
Das Klinikum Hanau unterstreicht seine bundesweite Spitzenstellung in der
Endoskopie: Für die Behandlung von Speiseröhren-Divertikel hat Chefarzt Privatdozent Dr. med. Axel Eickhoff jetzt eine innovative Behandlungsmethode
etabliert, die es in Deutschland sonst nur noch an einer süddeutschen Klinik
gibt: eine neuartige endoskopische Schere. Damit entwickelt sich die Klinik zu
einem neuen Referenzzentrum für die Behandlung der so genannten ZenkerDivertikel. Für Patienten ist die Behandlung schonender als bisher.
PD Dr. med. Axel Eickhoff
Chefarzt Klinik für Gastroenterologie,
Diabetologie und Infektiologie
Große Gallengangsteine:
Stoßwellen-Ultraschall ersetzt
Operation
Divertikel sind Ausstülpungen von Hohlorganen. Am bekanntesten sind wohl die
Darmdivertikel. Aber es gibt sie auch –
allerdings weniger häufig – in der Speiseröhre. Das Zenker-Divertikel, erläutert der
Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie,
Diabetologie und Infektiologie, Privatdozent Dr. Axel Eickhoff, befindet sich am
Speisenröhreneingang. Sind die Ausbuchtungen noch klein, bleiben sie für die
Betroffenen meist unauffällig und verursachen keine nennenswerten Beschwerden.
Schluckbeschwerden
Divertikel entstehen auf der Basis einer
Bindegewebsschwäche. Erreichen sie
jedoch eine bestimmte Größe, führen sie
beim Patienten zu massiven Schluckbeschwerden, weil das Divertikel den Eingang zur Speiseröhre blockiert und diesen zudrückt. Die Nahrung kann nicht
mehr oder nicht mehr ausreichend in die
Speiseröhre gelangen. Neben Schluckbeschwerden, erläutert Chefarzt Dr. Eick-
hoff, erbrechen Patienten auch des öfteren. Der Zustand der Patienten verschlechtert sich, sie werden krank und
nehmen ab. Viele Patienten haben zudem
einen jahrelangen Leidensweg hinter sich.
Nur ein kleiner Schnitt
Bis vor einigen Jahren wurden Divertikel
noch offen chirurgisch entfernt und im
Prinzip weggeschnitten. „Mit der neuen
Schere trennen wir das Divertikel praktisch von innen auf“, berichtet Chefarzt Dr.
Eickhoff. Die Patienten profitieren beim
Einsatz der Schere von einem viel feineren
Schnitt als bisher und deutlich weniger
Blutungen. Nachdem Divertikel in der
Speiseröhre entfernt wurden, kommen sie
üblicherweise in etwa 15 bis 20 Prozent
zurück. Diese so genannte Rezidivrate soll
mit der neuen endoskopischen Schere
halbiert werden. Der Eingriff dauert etwa
20 Minuten, eine Narkose ist nicht notwendig. Die Patienten bleiben in der Regel
zwei bis drei Tage stationär in der Klinik.
Im Klinikum Hanau können jetzt auch
Patienten mit sehr großen Gallengangsteinen erfolgreich behandelt werden,
ohne dass eine Operation erforderlich
wird. Denn die Klinik für Gastroenterologie, Diabetologie und Infektiologie hat
ein schonendes Verfahren zur Zertrümmerung solcher Steine etabliert. Es
arbeitet auf der Basis einer elektrohydraulischen Stoßwellentherapie (EHL);
eine Operation ist daher meistens nicht
mehr erforderlich.
Von dem Behandlungsverfahren profitieren in erster Linie Patienten mit Gallengangsteinen, die größer als zwei
Zentimeter sind, erläutert Chefarzt PD
Dr. med. Axel Eickhoff. Bislang mussten Patienten mit solch großen Gallengangsteinen entweder operiert oder
aber in ein Spezialzentrum verlegt werden, wo die spezielle Zertrümmerungsmethode angeboten wurde. Das ist mit
der so genannten elektrohydraulichen
Litotrypsie (EHL) im Klinikum Hanau
nun nicht mehr notwendig. Menschen
mit Gallengangsteinen unter zwei Zentimetern konnten auch schon bisher
mit den gängigen Verfahren der Endoskopie in der Klinik für Gastroenterologie, Diabetologie und Infektiologie
behandelt werden.
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Speisenversorgung
Das neue Essenskonzept ko
Ernährungs- und Verpflegungsmanager Ulrich Kahlert zieht eine
Vor rund einem halben Jahr hat im Klinikum Hanau eine neue Zeitrechnung
bei der Speisenversorgung begonnen. Dabei wird auf auf ein modernes Verpflegungskonzept gesetzt, das Patienten wie Mitarbeitern mehr Frische, eine
größere Auswahl und ein hohes Maß an Individualität beim Essen ermöglicht.
Unter dem Strich steht deshalb auch deutlich mehr Qualität. Nach den bisherigen Erfahrungen mit dem neuen Konzept zieht Ulrich Kahlert, Geschäftsbereichsleiter Ernährungs- und Verpflegungsmanagement, eine positive Bilanz.
Die mit jeweils 36 Tabletts bestückten
Wagen werden vom zentralen Holund Bringdienst auf die jeweiligen
Stationen des Klinikums verteilt – hier
der zentrale Wagenbahnhof.
„Bei der Umstellung der Speisenversorgung war es auch unser Ziel, das Essen
optisch ansprechender zu präsentieren,
in einer guten Qualität dem Patienten darzureichen und unsere Kernkompetenz im
Bereich der Medizin und Pflege weiter
auszubauen“, erläutert Ulrich Kahlert. Die
Reaktionen und Rückmeldungen sowohl
von Patienten als auch Mitarbeitern zeigten eindeutig: Das ist gelungen.
Essen gehört im Krankenhaus für Patienten zu den ganz zentralen Punkten.
Zudem kann es von jedem aus einem
reichhaltigen persönlichen Erfahrungsschatz gut beurteilt werden. „90 Prozent
der Patienten sehen das Essen als wichtig an, 80 Prozent machen den Behandlungserfolg sogar von der Ernährung im
Krankenhaus abhängig“, weiß Ernährungsexperte Ulrich Kahlert.
Die bestückten Speisenverteilwagen
werden auf den Stationen angeschlossen und die Tellergerichte in den Wagen
mittels Induktion regeneriert.
Servicekraft Anette Müller bringt den
Patienten die auf den Punkt regenerierten Speisen für das Mittagessen.
Für die Umsetzung des Speisenkonzeptes auf den 32 Klinik-Stationen wurde eine
neue Infrastruktur benötigt. Das gilt
sowohl für die Technik, die Regenerationswagen, aber auch für die Tabletts und
das Geschirr. Denn die Entwicklung in der
Speisenverteilung geht immer weiter.
Gemeinsam mit der Firma Menü Mobil
aus Inzing in Tirol ist das Klinikum Hanau
deshalb innovative Wege gegangen. „Wir
setzen so genannte ½ Euro-NormTabletts ein. Diese sind halb so groß wie
normale Speisentabletts, es passt aber
dennoch alles drauf“, berichtet Ulrich Kahlert. Denn der Klinik ist es wichtig, qualitativ gutes und ansprechendes Essen auch
entsprechend attraktiv zu präsentieren.
Schließlich isst das Auge ja mit. Und im
Krankenhaus kann das Essen so sogar
noch ganz besonders wichtige Momente
der Freude und Sinnenfreude erzeugen.
Daher wurden insgesamt 91 TablettTransportwagen für jeweils 36 bzw. 40
Tabletts angeschafft, die doppelwandig
isoliert sind und die die eingefüllten Speisen vier bis fünf Stunden auf Temperatur
halten. Diese werden rotierend für die
drei Mahlzeiten pro Tag eingesetzt und
für das warme Mittagessen in eine der
32 Andockstationen, die in unterschiedlichen Bereichen des Klinikums platziert
sind, geschoben. Dort werden die Speisen auf der einen Seite per Induktion
regeneriert und auf der anderen Seite die
Kaltspeisen mit so genannten eutektischen Platten optimal kalt gehalten.
Qualität und Optik
Um eine bestmögliche Speisenqualität
zu gewährleisten, wurde für das Klinikum auch eigens ein spezielles Tellerformat entwickelt, damit sich die Wärme
gleichmäßig verteilen kann. Die Speisen
haben dann in jedem Fall eine Temperatur von mehr als 75 Grad, ohne dass die
Nährstoffe verloren gehen, verkochen
oder austrocknen.
Da auch die Optik eine entscheidende
Rolle spielt, werden für das Frühstück
und Abendbrot rechteckige Teller aus
dem Hause Seltmann eingesetzt, die den
Mahlzeiten einen gewissen Hotelcharakter verleihen. Für das Mittagessen wird
ebenfalls mit einer speziellen DesignLinie des Geschirrherstellers gearbeitet
und je nach Speisenkomponenten mit
Formen auf dem Tablett gespielt.
All das haben die Patienten positiv registriert. Befragungen haben dies gezeigt
und entsprechend gute Ergebnisse hervorgebracht. Dazu hat auch ein hohes
April 2015
mmt bei den Patienten gut an
rundum positive Bilanz der neuen Speisenversorgung
Maß an Flexibilität für die Patienten beigetragen. Denn um ihnen die größtmögliche
Wahl zu lassen, können diese noch bis 6
Uhr morgens desselben Tages ihr Mittagessen bestellen, bis 9 Uhr das Abendessen und bis 11:15 Uhr das Frühstück für
den nächsten Tag. Erfasst werden diese
Bestellungen mit einem speziellen Kartensystem, das zugleich den Stationsbedarf aufnimmt und Auswertungen erstellt.
So können die Stationsmitarbeiter auch
gut auf neue Patienten reagieren und
zusätzlich Brot, Wurst, Käse, Suppen
oder Breie ordern.
Darüber hinaus wurde ein komplett neues
Speisenerfassungssystem angeschafft
und so aufgebaut, dass die Patienten
noch zielgerichteter und genauer nach
ihren Wünschen und Vorlieben befragt
werden können. Die Essenswünsche der
Patienten werden auf den Stationen von
Menü-Assistenten abgefragt. Ein speziell
ausgebildeter Hol- und Bringedienst ist
für den Transport der Speisen vom Verteilzentrum zu den Klinik-Stationen verantwortlich.
gen durchschnittlich die Note 2,0 für die
Verpflegung. Eine deutliche Steigerung
zur früheren Küche. Dennoch ist es das
Ziel, die Note noch zu verbessern.
Speisen für demenzkranke Patienten
Aber nicht nur die Patienten sind zufrieden: Auch Klinikbetreiber, Kollegen
aus Krankenhausverbünden oder Beratungsgesellschaften kommen aus ganz
Deutschland oder sogar den Nachbarländern, um sich das Hanauer Modell
anzusehen. Und Ulrich Kahlert ist umgekehrt oft als Referent in anderen Häusern gefragt.
Darüber hinaus ist das Klinikum Hanau
eines der ersten Krankenhäuser in
Deutschland, das Demenzbeauftragte
auf der Station hat, die sich um alle
Belange dieser Patienten kümmern.
Dazu gehört u. a. die Entwicklung von
speziellem Fingerfood für Demenzkranke. „Wir erstellen für jeden Demenzkranken eine Essbiografie“, berichtet
Ulrich Kahlert, der diese individuell in
den Patientenspeisenplan einarbeitet.
„Die Umstellung des Verpflegungskonzeptes kam bei unseren Patienten gut
an“, resümiert Ulrich Kahlert. Diese
bescheinigen dem Haus bei Befragun-
cook and chill bringt Frische und Abwechslung ins Essen
Bei der Umsetzung der Essensversorgung arbeitet das Klinikum Hanau mit der Firma
WISAG / Schubert Speisenversorgung zusammen. Die neue Küche hat ihren Platz
nun nicht mehr in der Klinik selbst. Deshalb spielt das Verteilzentrum in der Hanauer
Möhnestraße eine wichtige Rolle. Dort werden die Speisen portioniert, auf die
Tabletts und schließlich zum Empfänger im Klinikum gebracht.
In der Fachsprache wird der Herstellungsprozess als „cook and chill“-Verfahren bezeichnet. Dahinter verbirgt sich folgende Methode: Das Essen wird unmittelbar nach
der Herstellung schnell gekühlt und später dann direkt auf den Patientenstationen
frisch aufbereitet. Gekocht und fertig zubereitet werden die Mahlzeiten in der Schubert Manufaktur in Bochum. Unmittelbar nach dem Garvorgang werden die Speisen
innerhalb von 90 Minuten so heruntergekühlt, dass ihre Temperatur nur drei Grad
Celsius beträgt. Im nächsten Schritt wird den Speisen der Sauerstoff entzogen und
damit Bakterien zugleich die Lebensgrundlage. Anschließend erfolgt die Verteilung
im neuen Zentrum in Hanau. Und erst unmittelbar bevor die Patienten im Klinikum
die Mahlzeiten gereicht bekommen, werden die Speisen auf Knopfdruck im so
genannten Regenerationswagen wieder erhitzt oder wie es in der Fachsprache heißt:
regeneriert.
Ulrich Kahlert, Geschäftsbereichsleiter Ernährungs- und Verpflegungsmanagement, leitender Diätassistent, Diätküchenleiter DGE und
Diabetesassistent DDG des Klinikums Hanau (re.), prüft gemeinsam mit
Thomas Huxhorn, Systemberater Menü Mobil, die Temperatur des Essens.
Mit dem Wegfall der Küche im Klinikum
hat aber auch das Team, das derzeit aus
16 Mitarbeitern besteht, die auf elf Vollzeitstellen aufgeteilt sind, neue Aufgaben
erhalten. So wurde beispielsweise eine
Ernährungsambulanz gegründet, in der
stationäre und externe Patienten von
Ernährungsfachkräften beraten werden.
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Institut für Laboratoriumsmedizin
Das Labor im eigenen Haus ist ein wichti
Wie Patienten im Klinikum Hanau von der Laboratoriumsmedizin profitieren / Die enge Zusammen
Laboruntersuchungen sind ein essenzieller Bestandteil der Patientenversorgung im Klinikum Hanau: Denn auf diesen Analysen und Ergebnissen baut
ganz wesentlich die Therapie auf. Erst eine präzise Diagnostik eröffnet die
Möglichkeit für eine individuelle und erfolgreiche Behandlung. Im Klinikum
Hanau gibt es ein eigenes Institut für Laboratoriumsmedizin. Im dortigen
Labor werden jährlich mehr als drei Millionen Analysen vorgenommen,
berichtet Chefarzt Dr. rer. nat. Dr. med. Rupert J. Klosson. Die Arbeit des
Labors findet aus Sicht der Patienten allerdings weitgehend im Verborgenen
statt. Deshalb stellen wir das Labor und seine Bedeutung für die Gesundheit
und Behandlung der Patienten anhand einiger Beispiele vor.
Ein erstes wichtiges Faktum ist: Das Labor im Klinikum Hanau
hat immer geöffnet – 24 Stunden am Tag und an 365 Tagen im
Jahr – egal ob Weihnachten oder ein anderer Feiertag ist. Der
Betrieb kennt keine Schlusszeiten. Denn als großes Haus der
Maximalversorgung muss das Klinikum jederzeit für alle Fälle
gewappnet sein. Natürlich auch für die Zentrale Notaufnahme,
wo zum Beispiel Patienten nach einem Unfall oder einem
Schlaganfall in das Krankenhaus gebracht werden und
schnelle Hilfe benötigen.
Klinikinterner Dienstleister
Das so genannte Präsenz- oder auch Routinelabor stellt damit
die diagnostische Versorgung sicher. Wobei der Begriff „Routine“ durchaus weit gefasst ist. Denn das Präsenzlabor ist
auch in der Lage, komplexe Fragestellungen schnell und kompetent zu beantworten. Das Labor versorgt außerdem noch
das St. Vinzenz-Krankenhaus, die Martin-Luther-Stiftung und
das Kuratorium für Heimdialyse und Nierentransplantation. „Es
gibt heute keinen Patienten im Krankenhaus, bei dem nicht zur
Sicherung der Diagnose, zur Kontrolle des Behandlungserfolges oder zur Vorsorge Laboruntersuchungen erforderlich werden“, erläutert Chefarzt Dr. Dr. Klosson.
Ein ganz entscheidender Faktor in der Tätigkeit der Laborärzte
ist die enge Verzahnung mit den klinisch tätigen Ärzten, also
den Medizinern, die die Patienten auf den Stationen behandeln,
unterstreicht Oberarzt Dr. med. Andreas Kneifel. Das Institut für
Laboratoriumsmedizin versteht sich daher als klinikinterner
Dienstleister. Es unterstützt die Ärzte bei der Erkennung von
Krankheiten sowie der Verlaufs- und der Therapiekontrolle.
Diese enge Zusammenarbeit und ständige Kommunikation zwischen dem Institut und den klinischen Abteilungen sichern eine
optimale Versorgung der Patienten auf den Stationen und in
den Ambulanzen des Klinikums Hanau. „Wir leisten viel mehr
als nur Geräte anzustellen und Analysen und Werte zu produzieren“, bekräftigt deshalb Dr. Kneifel.
Zeit und Qualität
Beladung eines Analysengerätes im Notfalllabor
Ein Beispiel für die hohe Leistungsfähigkeit des Labors ist die
mikrobiologische Diagnostik, betont Dr. Andreas Kneifel. Denn
ein mikrobiologisches Labor ist auch in größeren Kliniken keine
Selbstverständlichkeit. „Die Mikrobiologie im eigenen Haus hat
für Patienten einen großen Vorteil“, erklärt Dr. Kneifel. Denn es
verhindert, dass Proben erst durch die halbe Republik
geschickt werden müssen. Dr. Andreas Kneifel: „In mikrobiologischen Proben sind lebende Organismen enthalten, die wir
nachweisen wollen, die aber mit der Zeit und einem Transport
über Stunden hinweg qualitativ nicht besser werden. Wenn
das Material zu lange unterwegs ist, kann es sein, dass Keime,
die wir nachweisen wollen, schon abgestorben sind. Ein anderes Risiko besteht darin, dass normale widerstandsfähige
Hautkeime die krankmachenden Organismen überwuchern
und diese deshalb nicht mehr nachgewiesen werden können.
Die Mikrobiologie vor Ort ist deshalb ein wichtiger Punkt für die
Qualität der infektiologischen Diagnostik.“
April 2015
ger Qualitätsfaktor
arbeit mit den behandelnden Ärzten auf den Stationen ist von großer Bedeutung
Dr. rer. nat. Dr. med.
Rupert J. Klosson
Leiter und Chefarzt
Institut für Laboratoriumsmedizin
Bewachsene Agarplatten in der Mikrobiologie
Dr. med. Andreas Kneifel
Oberarzt
Wichtige Materialien für die mikrobiologische Untersuchungen sind u. a. Blut, Hirnwasser, Urin, Stuhl, Wund- und
Hautabstriche sowie Nasen- und Rachenabstriche. Eine
ganz wichtige Fragestellung bei der mikrobiologischen Diagnostik ist die nach einer Blutvergiftung, einer Sepsis. Dabei
läuft die Diagnostik über mehrere Tage. Aber schon unmittelbar nach einem ersten vorläufigen Ergebnis, beginnt die
Kommunikation zwischen Labormediziner und behandelndem Arzt auf der Station, um die entsprechende Therapie
festzulegen.
Zu den wichtigsten Aufgabengebieten des
Instituts für Labordiagnostik gehören:
á Beteiligung an der Patientenversorgung im Rahmen der
Laboratoriumsdiagnostik einschl. der Befundinterpretation,
Methodenfortentwicklung und des Qualitätsmanagements
á Mitarbeit in der Hygienekommission, Transfusionskommission, Arzneimittel- und Antibiotikakommission der versorgten
Krankenhäuser, Antibiotikavisiten auf den Intensivstationen
á Erstellung von Keim- und Resistenzstatistiken sowie von
Empfehlungen zur Krankenhaushygiene, Antibiotikatherapie
und Laboratoriumsdiagnostik
á Qualitätsprüfungen für die Krankenhausapotheke
á Beratung, Schulung und Empfehlungen zu Diagnosestrategien
á Betreuung der Stationsanalytik
á Praktische Ausbildung von Schülern medizinisch-technischer Assistenzberufe und PJ-Studenten (praktisches Jahr)
á Betreuung und Weiterentwicklung der Labor-EDV einschließlich der Stationskommunikation
á Bereitstellung eines großen Blutdepots
Institut für Laboratoriumsmedizin
Diese Behandlungsstrategie wird dann im Laufe der Laboranalyse, bis das endgültige Ergebnis vorliegt, ständig kontrolliert und überprüft und gegebenenfalls korrigiert. Diese
schnelle Diagnostik und Abstimmung können Leben retten.
„Es gibt zahlreiche Studien, die zeigen, dass die Sterberate
mit jeder Stunde Zeitverzögerung steigt, wenn keine
adäquate Antibiotikatherapie erfolgt“, betont Dr. Kneifel. Und
die Basis dieser Therapie ist die schnelle mikrobiologische
Analyse. Wenn die Proben aber erst weggeschickt werden
müssen, geht wertvolle Zeit verloren.
Rasante technische Entwicklung
Eine hochwertige Diagnostik benötigt zudem eine gute
apparative Basis. „Gerade in der technischen Entwicklung
der Analysegeräte hat sich in den vergangenen Jahren sehr
viel getan“, erläutert Oberarzt Dr. Andreas Kneifel: „Wir brauchen heute immer weniger Probenmaterial für eine Untersuchung, und durch den Einzug der modernen molekularbiologischen Verfahren sind wir heute in der Lage, sehr schnell
auch ganz komplexe Fragen zu beantworten.“ Denn die
zunehmende Technisierung und Automatisierung der Untersuchungsprozesse ist ein wichtiger Trend in der Labormedizin, der den Patienten unmittelbar nützt. Viel Handarbeit ist
dadurch weggefallen. Unersetzlich ist allerdings weiterhin
das qualifizierte Laborpersonal, das nach wie vor mit seinem
Fachwissen die Analysen bewerten und mit den Mitarbeitern
auf den Stationen besprechen muss.
21
Newsticker
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&
Aufgaben Aussagen
Klinikum Hanau verfügt über derzeit modernstes Ultraschallgerät
Wir veröffentlichen regelmäßig das Engagement unserer Mitarbeiter in verschiedenen Gremien und Institutionen außerhalb des Klinikums Hanau. Davon profitieren
auch unsere Patienten, denn diese meist ehrenamtliche
Arbeit führt zum Erfahrungs- und Wissensaustausch,
der sich dann im Klinikum positiv widerspiegelt. Das gilt
in ähnlicher Weise für die publizistische Tätigkeit. Denn
auch sie belegt das Expertenwissen und die Qualifikation von Mitarbeitern des Klinikums Hanau, die letztendlich den Patienten zugutekommen.
Innovative Technologie kommt in der Gynäkologie
und Geburtshilfe zum Einsatz
ENGAGEMENT
Dr. rer. nat. Viola Schneider, Leiterin der Apotheke im
Klinikum Hanau, ist zur Vizepräsidentin der Landesapothekerkammer Hessen gewählt worden.
PD Dr. med. Axel Eickhoff wurde als Beiratsmitglied in die
Sektion Deutsche Gesellschaft für Endoskopie und bildgebende Verfahren (DGEBV) 2015 gewählt.
PUBLIKATIONEN
What Influences the Quality of Prevention Colonoscopy?; Dr.
med. Wolfgang Schmidt-Tänzer, PD Dr. med. Axel Eickhoff, Medizinische Klinik II, Klinik für Gastroenterologie, Diabetologie und Infektiologie, Klinikum Hanau ; erschienen in: Viszeralmedizin 2014; 30:26-31.
R. Teschke, L. Zhang, H. Long, Dr. med. Alexander Schwarzenböck, Dr. med. Wolfgang Schmidt-Tänzer, Alexander
Genthner, PD Dr. med. Axel Eickhoff: Traditional Chinese
Medicine and herbal hepatotoxicity: a tabular compilation of
reported cases. Ann Hepatol. 2015 Jan-Feb;14(1):7-19
C. Sturm, M. Enderle, C. Neugebauer, PD Dr. med. Axel
Eickhoff: Update in HF-surgery settings for interventional
endoscopy. Endoscopy 2015, March (2), 6-11
Dr. med. Jan Krahn, PD Dr. med. Axel Eickhoff, Endoskopische Stenosetherapie (SEMS, Dilatation, Bougierung). In:
Therapeutische Endoskopie, Vol. 2 S. 245-253, Springer-Verlag 2015, Heidelberg
I. Frauenschuh, J. Wirbelauer, S. Karl, G. Girschick, M. Rehn, U.
Zollner, T. Frambach, J. Dietl, PD Dr. med. Thomas Müller: Z
Geburtsh Neonatol 2015; 219: 28-36, Prognosefaktoren des
perinatalen Kurzzeitergebnisses bei schwerer Plazentainsuffizienz
mit dopplersonographisch enddiastolischem Null- und Rückfluss
in der Art. Umbilicalis, Z Geburtsh Neonatol 2015; 219: 28-36
Immer wieder hospitieren auch Fachkollegen in der Ultraschallsprechstunde der Klinik, die von den Oberärzten Dr. med. Helmut
Sedlaczek (2. v.l.), Dr. med. Kanya Götsch (2. v.r.) und Georgi Popivanov (r.) versorgt wird und im Rhein-Main-Gebiet eine herausragende Reputation genießt. Die Ultraschallausbildung der Klinik für
Gynäkologie und Geburtshilfe ist nach den Vorgaben der DEGUM
(Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin) zertifiziert.
Das Klinikum Hanau positioniert sich weiter als Haus der Spitzenmedizin und Spitzentechnik. Als erstes Krankenhaus im RheinMain- und Main-Kinzig-Gebiet hat das Klinikum das erst seit Kurzem verfügbare Ultraschall-Hochleistungsgerät EPIQ 7 erhalten.
Hersteller des innovativen Systems ist die Firma Philips. Das
neue High-Tech-Gerät kommt in der Gynäkologie und Geburtshilfe zum Einsatz und liefert eine außergewöhnliche Bildqualität.
„Mit dem nagelneuen Philips-High-End-US-Gerät EPIQ 7 werden derzeit erste Kliniken in Deutschland ausgestattet. Die
Partnerschaft mit Philips unterstreicht die Wertschätzung, die
dem Klinikum Hanau entgegengebracht wird“, betont deshalb
der Ärztliche Direktor des Hauses, Dr. med. André Michel. Philips
ist bekannt für seine Expertise in der Bild-gebenden Technologie. Kurz nach der Markteinführung wurde nun ein nagelneues
Gerät aus den USA geliefert und in der geburtshilflichen Ambulanz im Klinikum Hanau installiert.
„Bildqualität und Bedienerfreundlichkeit von EPIQ sind wirklich
beeindruckend“, schwärmt Privatdozent Dr. med. Thomas
Müller, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe. Er
ist einer von gleich mehreren Spezialisten der Klinik mit einer
besonderen Qualifikation auf dem Gebiet der vorgeburtlichen
Diagnostik. Diese stützt sich ganz wesentlich auf die für das
Kind ungefährliche Ultraschalldiagnostik.
Das neue Philips-System beeindruckt insbesondere mit einer
besonders guten Bildqualität. Hinter der so genannten nSightTechnologie verbirgt sich eine System, das besonders schnell
ausgesprochen klare Bilder erzeugt und Strukturen sichtbar
macht, die bisher im Ultraschall nur begrenzt sichtbar waren.
Auch die zeitliche Auflösung – also das Aufrechterhalten der
Auflösung auch bei hohen Bildraten – wurde wesentlich verbessert. Die besondere Bildqualität ergibt sich außerdem dadurch,
dass im Schallkopf rund 3.000 Kristalle verbaut sind und die
Schallstrahlen aus verschiedenen Winkeln eingesetzt werden.
Seelsorge
Menschen
Neue Gesichter im Klinikum
Das Team des Klinikums Hanau verändert sich ständig – wie in jedem anderen großen Unternehmen
auch. Wer an welcher Stelle im Haus nun in neuer leitender Funktion tätig ist, stellen wir Ihnen nachstehend kurz vor.
Petra Pfannkuchen
hat am 1. Januar dieses Jahres die Leitung
der Zentralen Sterilgutversorgungsabteilung
(ZSVA) im Klinikum Hanau übernommen.
In der Abteilung werden Medizinprodukte, die für Operationen benötigt werden, gereinigt, desinfiziert sowie sterilisiert
und dem OP-Team in hygienisch einwandfreier Form zur
Verfügung gestellt. Die Zentralsterilisation am Klinikum
Hanau wurde 2010 komplett neu errichtet und gehört zu
den modernsten im Rhein-Main-Gebiet.
Petra Pfannkuchen verfügt über eine langjährige Erfahrung in den Bereichen Hygiene und Sterilisation. So war
sie zwischen 1986 und 1990 im Klinikum Offenbach als
Desinfektorin tätig und hatte die Leitung der Bettenzentrale inne. Ihre nächste Station war dann das Universitätsklinikum in Frankfurt am Main. Dort war sie
die vergangenen 25 Jahre beschäftigt – als Leiterin des
Bettenmanagements, Hygienetechnikerin und Leiterin der
Zentralsterilisation.
Zusätzlich fungierte Petra Pfannkuchen in 2011 auch noch
als Bereichsleiterin (Reinigung) der Klinik Service Frankfurt
am Main GmbH.
Christine Niedan
Zur stellvertretenden Leiterin der SterilgutAbteilung hat die Geschäftsführung des Klinikums – ebenfalls zum 1. Januar 2015 – Christine Niedan ernannt. Außerdem hat sie die Aufgabe der
Qualitätsmanagement-Beauftragten übernommen.
Zuvor war Christine Niedan ebenfalls im Universitätsklinikum Frankfurt am Main tätig, insgesamt acht Jahre lang.
Davon hat sie zwei Jahre als Qualitätsmanagement-Beauftragte und drei Jahre als Abwesenheitsvertretung für die
Leitung der ZSVA gearbeitet.
Christine Niedan besitzt seit 2012 die so genannte Fachkunde II für Mitarbeiter in der Sterilgutproduktion.
April 2015
GEDACHT
Ein Impuls der Klinikseelsorge
Auf der Suche
„Ich bin dann mal weg ...“ So heißt das bekannte Buch von
Harpe Kerkeling, das es seit 2006 in den Buchläden zu kaufen
gibt. Das Buch von Kerkeling ist eigentlich ein Reisebericht,
der seine Leser auf eine Pilgerreise auf den Jakobsweg mitnimmt. Ich muss gestehen, ich habe es nicht gelesen. Ich fand
es komisch, dass sich so viele Menschen auf einmal für diese
Art der „religiösen Wanderung“ interessierten.
Lag es nur daran, dass ein berühmter Mensch der medialen
öffentlichkeit sich auf diesen Weg gemacht hat und so zum
Trendsetter geworden ist? Mittlerweile würde ich diese Frage
nicht mehr mit einem klaren Ja beantworten. In den letzten
Jahren und Monaten sehnen sich immer mehr Menschen
danach, einen Punkt der Ruhe zu finden.
Einige setzen sich aufs Fahrrad und machen eine ausgiebige
Radtour – möglichst durch Feld und Wald – oder die etwas
Mutigeren auf den Mountainbike-Strecken durch die Berge.
Einige andere gehen in ihren eigenen Garten und entspannen
beim Pflanzen setzen, beim Zusehen des Wachstums und
später der ertragreichen Ernte. Eine andere Gruppe zieht sich
an einen bestimmten Ort zurück, der Ruhe ausstrahlt.
Ich habe gemerkt, dass immer mehr Menschen den Weg in die
Stille suchen. Auch hier im Klinikum höre ich immer wieder bei
meinen Besuchen auf Station, dass die Patientinnen und
Patienten Ruhe und einen Ort der Stille suchen und brauchen.
Einen solchen Ort gibt es tatsächlich. In der Klinik-Kapelle im
Erdgeschoss des Hauptgebäudes, unweit des Café Kanne,
befindet sich ein Ort der Stille und Ruhe. Das Fensterbild
taucht den schlichten Raum in ein grünes Licht. Die Tür kann
geschlossen werden und schon ist eine Möglichkeit geschaffen, um der teilweisen Hektik des Klinikablaufes zu entfliehen.
So könnten vielleicht Sie das nächste Mal zum Pflegepersonal
oder den Ärzten sagen: „Ich bin dann mal weg ... und gehe in
die Kapelle. Ich suche einen Raum für mich.“
Anna Hartmann
Katholische Klinikseelsorge
Evangelische Klinikseelsorge
Telefon: (06181) 296-8270
[email protected]
Katholische Klinikseelsorge
Telefon: (06181) 296-4580 und -4581
[email protected]
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Spenden für die Kinderklinik
Jubilare / Termine
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Menschen in der Klinik
Langjährige Mitarbeiter feiern Dienstjubiläum
Gerade Krankenhäuser werden von Menschen geprägt. Sie geben der Klinik ein Gesicht. An diesem Ort stellen wir Ihnen deshalb in jeder Ausgabe der Klinik-Zeitschrift Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor, die sich seit vielen Jahren in direktem Kontakt oder
„hinter den Kulissen“ um die Patienten des Klinikums Hanau kümmern. Die Jubilare sind:
von Pein, Christel
Becker, Joachim
Dreiling, Silke
Hoffmann, Andrea
Hübner, Carmen
Kühne, Regina
Kurtz, Carsten
Menguecek, Fatma
Waldmann, Martina
40-jähriges
25-jähriges
25-jähriges
25-jähriges
25-jähriges
25-jähriges
25-jähriges
25-jähriges
25-jähriges
Dienstjubiläum
Dienstjubiläum
Dienstjubiläum
Dienstjubiläum
Dienstjubiläum
Dienstjubiläum
Dienstjubiläum
Dienstjubiläum
Dienstjubiläum
Krankenschwester, K22
Physiotherapie
MTRA, Radiologie
Schreibkraft, Chirurgie III
Bürofachkraft Medizincontrolling
Krankenschwester, Onko. Amb.
Arzt, Chirurgie II
Küchenhilfe
Physiotherapie
Arzt-Patienten-Seminare – Die nächsten Termine
Immer mittwochs um 17:30 Uhr – ca. 1,5 Stunden
In den Arzt-Patienten-Seminaren
informieren medizinische Experten
des Klinikums Hanau kompakt und
verständlich über Neuigkeiten und
Wissenswertes zu Krankheitsbildern.
Die Veranstaltungen sind auch als
Hilfe und Stütze für Patienten
gedacht, besser mit ihrer Krankheit
zurechtzukommen.
Die Seminare sind so aufgebaut, dass
die Ärzte in das Thema einführen und
einen Überblick geben. Gleichzeitig
lassen sie Raum für Gespräche mit
den Teilnehmern, damit diese ihre
Fragen und Anregungen einbringen
können. Die Teilnahme an den Seminaren ist kostenlos.
Anmeldung
Eine Anmeldung ist zwingend erforderlich. Bitte melden Sie sich per EMail an unter [email protected]
klinikum-hanau.de an. Die Höchstteilnehmerzahl beträgt aufgrund der
Raumkapazität 50 Personen. Veranstaltungsort ist der Konferenzraum
H5B 115 in der 5. Etage des Neubaus (HB-Gebäude).
6. Mai 2015
Senkungsbeschwerden und Blasenschwäche der Frau – Untersuchungsund Behandlungsmöglichkeiten
Roland Fricker,
Oberarzt Klinik für Gynäkologie
und Geburtshilfe
3. Juni 2015
Hüft- und Kniegelenkarthrose: wann
sollte operiert werden, wann nicht?
PD Dr. med. Christian Eberhard,
Chefarzt Klinik für Orthopädie und
Unfallchirurgie
1. Juli 2015
Jeder Krebs ist anders: Gezielte
Tumortherapie – wie die neuen
Tumormedikamente wirken
PD Dr. med. Martin Burk,
Chefarzt Medizinische Klinik III
5. August 2015
Moderne Operationsmethoden bei
Lungenerkrankungen
Dr. med. Heike Zabeck,
Oberärztin Chirurgie Thoraxklinik
Heidelberg / Kooperationsklinik des
Klinikums Hanau
2. September 2015
Myome / Endometriose –
Schmerzen / Kinderwunsch:
Schlüssellochchirurgie und
andere Therapiemöglichkeiten
Dr. med. Michélle-Kristin Manns,
Oberärztin Klinik für Gynäkologie
und Geburtshilfe
Die Kinderklinik und der sie unterstützende Sterntaler-Verein konnten sich
wieder über Spenden freuen. Sie
dienen dazu, den jungen Patienten und
ihren Eltern den Klinikaufenthalt zu
erleichtern. Dazu zählen zahlreiche
Gegenstände und Projekte – wie beispielweise das Kinozimmer.
So steuerte z. B. der Hofladen Weinberghof von Gudrun Schmidt aus Maintal-Hochstadt 1.800 Euro bei. Denn dort
wurden im vergangenen Jahr wieder
eine Menge selbstgemachter Plätzchen,
Marmeladen und Glühwein für den
guten Zweck verkauft. Gudrun Schmidt,
Marlies Scheerer und Ursula Pohl, drei
der fleißigen Spenderinnen der „Initiative
Weinberghof“, statteten kürzlich der Kinderklinik einen Besuch ab, um die
Spende persönlich zu übergeben.
Auch die AXA Generalvertretung Dieter
Stein aus Hanau hatte sich eine besondere Aktion einfallen lassen. Anlässlich
der Fußballweltmeisterschaft ließ die
Firma Bierdeckel bedrucken – nicht
nur als Weltmeisterschafts-Dekoration,
sondern auch, um für einen guten
Zweck zu sammeln. Denn für jeden
Bierdeckel, den die Fußballfans aus
dem Culture Club bei der AXA Stein
abgaben, versprach die Firma einen
Euro für den Sterntaler e. V. zu spenden. So schlugen am Ende rund 500
Euro zu Buche, die die AXA-Mitarbeiter
Florian Link und Dominic Friebe persönlich in der Kinderklinik übergaben.
Impressum
Herausgeber Klinikum Hanau GmbH
Leimenstraße 20, 63450 Hanau
Telefon: (06181) 296-0
V.i.S.d.P.
Monika Thiex-Kreye,
Dr. med. André Michel
Druck
Verlagsbüro Bernd Schneider,
Hanau
Auflage
5.000 Stück
© 2015
Für alle Beiträge bei der Klinikum
Hanau GmbH. Nachdruck, auch
auszugsweise, nur nach schriftlicher
Zustimmung des Herausgebers.
Konzeption, Redaktion, Layout
embe consult gmbh
www.embe-consult.de
Architektur M-Gebäude, 2. BA (heute HBGebäude): Architekten Witan
Russ Lang GbR, Frankfurt
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Wenn das Blut nicht mehr richtig fließt