PROGRAMM
Peter Tschaikowsky
Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 35
(35 Min.)
Allegro moderato
Canzonetta
Allegro vivacissimo
Vadim Gluzman, Violine
PAUSE
Peter Tschaikowsky
Suite für Orchester Nr. 3 G-Dur op. 55
(40 Min.)
Elegie. Andantino molto cantabile
Valse mélancolique. Allegro moderato
Scherzo. Presto
Tema con variazioni. Andante con moto
Sendetermin
Direktübertragung auf SR2 KulturRadio
und ab 20.3.2015 sieben Tage lang unter www.sr2.de
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PETER TSCHAIKOWSKY
* 7. Mai 1840 in Wotinsk
† 6. November 1893 in St. Petersburg
Das Violinkonzert
Die Ehe mit seiner ehemaligen Schülerin Antonina Miljukowa, in die sich
Tschaikowsky im Juli 1877 flüchtete, stellte sich schon bald als fürchterlicher Irrtum heraus – die Trennung erfolgte bereits nach drei Monaten – und stürzte den Komponisten in eine tiefe psychische Krise. Seine
Gönnerin Nadeshda von Meck ermöglichte ihm daraufhin einen längeren Auslandsaufenthalt, bei dem sich Tschaikowsky erholen und neue
Kraft zum Komponieren sammeln sollte. Bereits Mitte März 1878 schrieb
er aus Clarens am Genfer See: Zum ersten Mal in meinem Leben fühlte
ich mich gezwungen, ein neues Werk zu beginnen, ohne das vorhergehende abgeschlossen zu haben. Bisher hielt ich mich fest an die Regel,
niemals eine neue Arbeit anzufangen, solange die alte nicht beendet
war. Aber diesmal geschah es, dass ich die Lust in mir nicht bezwingen
konnte. Bei dem neuen Werk handelte es sich um das Violinkonzert, das
Tschaikowsky in einem wahren Schaffensrausch zu Papier brachte. Von
den ersten Skizzen bis zur Vollendung der Partitur am 11. April vergingen knapp vier Wochen. Auslöser dieser Euphorie war ein überraschender Besuch seines früheren Lieblingsschülers, des Geigers Josif Kotek,
der ihm u.a. eine Reihe neuer Violinwerke mitbrachte, darunter die Symphonie espagnole von Edouard Lalo. Nach dem gemeinsamen Durchspielen schrieb Tschaikowsky begeistert über Lalos Werk, es habe ihm
großes Vergnügen bereitet. Es ist von einer wohltuenden Frische und
Leichtigkeit, dazu pikante Rhythmen und schön harmonisierte Melodien.
Kotek war es auch, der Tschaikowsky bei der Ausarbeitung des Soloparts
zur Seite stand und ihn beriet. Mit welcher Liebe gibt er sich mit dem Konzert ab! schrieb der Komponist an seinen Bruder Modest. Es ist unnötig
zu sagen, dass ich ohne ihn nichts machen könnte. Er spielt es wunderbar.
Warum Tschaikowsky seinem Lieblingsschüler dennoch die Uraufführung
seines Violinkonzertes nicht anvertraute, lässt sich nicht mehr ermitteln.
Vielleicht war ihm Kotek noch nicht prominent genug oder er wollte jegliches Gerede über die freundschaftliche Zusammenarbeit mit seinem
Schüler vermeiden.
Turbulenzen
Der ursprüngliche Widmungsträger Leopold Auer, für den Tschaikowsky 1874 die Sérénade mélancolique op. 26 komponiert hatte, lehnte
das Stück aber als unspielbar und geigerisch undankbar ab. So wurde
Tschaikowskys Violinkonzert erst Anfang Dezember 1881 in Wien zum
ersten Mal gespielt, Solist war Adolf D. Brodsky, es dirigierte Hans Richter. Diese Uraufführung war wohl sehr turbulent, denn die Zeitungen
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berichteten von unglaublichem Lärm und Zischen. Höhepunkt der negativen Presseberichte war sicherlich die vernichtende Besprechung des
Konzertes durch den Wiener Kritikerpapst Eduard Hanslick: Der russische
Komponist ist sicherlich kein gewöhnliches Talent, wohl aber ein forciertes, genußsüchtiges und dazu wahl- und geschmacklos produzierendes!
[...] Am Ende des ersten Satzes, so Hanslick, werde nicht mehr Violine
gespielt, sondern Violine gezaust, gerissen, gebleut. [...] Das Adagio mit
seiner weichen slawischen Schwermut ist wieder auf dem besten Wege,
uns zu versöhnen und zu gewinnen. Aber es bricht schnell ab, um einem
Finale Platz zu machen, das uns in die brutale und traurige Lustigkeit eines
russischen Kirchweihfestes versetzt. Wir sehen lauter wüste und gemeine
Gesichter, hören rohe Flüche und riechen den Fusel. Die Kritik gipfelte in
dem seither vielzitierten Satz Tschaikowskys Violinkonzert bringt uns zum
ersten Male auf die schauerliche Idee, ob es nicht auch Musikstücke geben
könne, die man stinken hört!
… „es ist wunderschön!“ …
Glücklicherweise taten solche Äußerungen dem Siegeszug des Werkes
keinerlei Abbruch. Der Solist der Uraufführung, Adolf Brodsky, zunächst
Geigenlehrer am Moskauer, dann Violinprofessor am Leipziger Konservatorium, schrieb später an den Komponisten über das Violinkonzert: Seit
dem Moment, als ich das Konzert zum ersten Mal durchblätterte, entbrannte in mir der Wunsch, dasselbe öffentlich zu spielen. Es ist wunderschön – man kann es ohne Ende spielen, und es wird nie langweilig.
Das ist für die Bewältigung seiner Schwierigkeiten ein sehr wichtiger
Umstand. Und auch Tschaikowsky selbst meinte 1888 in seinen Erinnerungen nicht ohne Ironie: In der Folge spielte Brodsky das angeblich übelriechende Konzert überall, stieß auch überall auf feindselige Kritiker von
der Richtung Hanslicks, aber mein Konzert war doch gerettet und jetzt
wird es im westlichen Europa nicht selten mit schönstem Erfolg gespielt.
Der Kopfsatz beginnt nach einer kurzen Orchestereinleitung mit dem
lyrischen Hauptthema in der Violine, das in der Durchführung zu einem
strahlenden und kraftvollen Orchestertutti verwandelt wird. Das zweite
Thema, ebenfalls in der Haupttonart D-Dur, wird von einer absteigenden
Sekunde bestimmt und erhält dadurch einen leidenschaftlich klagenden
Charakter. Die Solokadenz steht hier am Ende der Durchführung, während
der letzten Takte beginnt die Flöte zaghaft mit dem Hauptthema und leitet so die Reprise ein.
Noch bevor er mit der Instrumentierung seines Violinkonzertes begann,
ersetzte Tschaikowsky den zweiten Satz durch ein kürzeres Andante.
Heute habe ich, so schrieb er am 5. April 1878 an Nadeshda von Meck, ein
anderes Andante geschrieben, das den beiden sehr komplizierten Ecksätzen besser entspricht. Den ursprünglichen langsamen Satz nahm er
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unter dem Titel Méditation in sein Opus 42 Souvenir d’un lieu cher auf.
Die neu komponierte Canzonetta, so die Satzüberschrift, ist ein dreiteiliger gefühlvoller Mittelsatz in g-Moll mit einer schwermütigen Melodie
der Violine, voller Poesie und Sehnsucht in den geheimnisvollen Tönen, so
Nadeshda von Meck in einem Brief an den Komponisten.
„Attacca subito“ beginnt das rondoartige Finale, dessen Themen deutlich
folkloristisch geprägt sind. Ruhepunkt in dem ausgelassenen Treiben ist
ein „Molto meno mosso“ überschriebener Abschnitt in fis-Moll, der sich
an das zweite Thema anschließt und mit diesem melodisch verwandt ist.
Die dritte Suite
Max von Erdmannsdörfer (1848-1905), der Widmungsträger von Tschaikowskys dritter Orchestersuite, hatte am Leipziger Konservatorium studiert und wurde 1871 als Nachfolger von Max Bruch Kapellmeister der Hofkapelle Sondershausen. Elf Jahre später beerbte er Nikolaj Rubinstein als
Leiter der Konzerte der russischen Musikgesellschaft Moskau und bekam
schließlich 1888 Hans von Bülows Posten bei den Künstlervereinsconcerten
Bremen. Mit seiner Widmung an den Komponisten und Dirigenten wollte
Tschaikowsky sich für die Uraufführung seiner zweiten Orchestersuite Anfang Februar 1884 bedanken, die von Erdmannsdörfer geleitet hatte. Die
dritte Suite entstand zwischen April und Juli 1884 in Kamenka, wo Tschaikowsky nach der missglückten Erstaufführung der Oper Mazeppa seine
Schwester Alexandra besuchte. Parallel arbeitete er an der Konzert-Fantasie für Klavier und Orchester op. 56 und so ist es kaum verwunderlich, dass
der ursprünglich für die Suite vorgesehene Eröffnungssatz („Contrastes“)
zum Schlussabschnitt der Konzert-Fantasie umgestaltet wurde. Mit diesem Satz war Tschaikowsky von Anfang an unzufrieden, schrieb er doch
am 11. Mai 1884 in sein Tagebuch: Der 1. Satz der Suite unter dem Namen
„Kontraste“ wurde mir derart zuwider, dass ich beschloss, ihn liegenzulassen und etwas ganz anderes zu schreiben, nachdem ich mich den ganzen
Tag mit ihm herumgequält hatte. [...] Nach dem Mittagessen suchte ich
den noch nicht gelungenen Satz der Suite aus mir herauszupressen. Was
ist das eigentlich für ein widriges Geschick? An dessen Stelle trat in der
endgültigen Fassung ein eher lyrischer Kopfsatz (Elegie. Andantino molto
cantabile) in G-Dur. Tschaikowskys Kommilitone am St. Petersburger Konservatorium, der spätere Musikkritiker und Professor für Musikgeschichte
in Moskau, Hermann Laroche spricht von der stillen und gedankenvollen
Anmut des ersten Satzes mit seinem wunderbaren zweiten Thema, dieser
prachtvollen Verknüpfung von tiefer Melancholie und unerschütterlicher
Harmonie.
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Valse mélancholique
Auch der zweite Satz (Valse mélancolique. Allegro moderato) ging Tschaikowsky nicht so einfach von der Hand. Den ganzen Tag an dem Walzer zur
Suite geschrieben, vertraute er am 30. April 1884 seinem Tagebuch an, bin
aber längst nicht überzeugt, es gut genug gemacht zu haben. Und am
2. Mai: Arbeite mit größter Mühe am Walzer. [...] Habe mich dann fast bis
7 Uhr mit dem Walzer abgequält und bin überhaupt nicht vorangekommen. Der schwermütige Gestus, die gehäufte Seufzermotivik und nicht
zuletzt die Grundtonart e-Moll veranlassten Laroche sogar von einem Gefühl von Grabeskälte und schrecklicher, versteinerter Hoffnungslosigkeit
zu sprechen, das einen von dem Valse mélancolique anweht und einen
trotz aller klanglichen Schönheiten wie einen Alptraum heimsucht.
Als dritter Satz folgt ein Scherzo im Rhythmus einer italienischen Tarantella mit plappernden Figuren der Holzbläser und Bruchstücken eines in
der Ferne erklingenden Marsches im Trio. Der ganze Spuk von knapp vier
Minuten hat den Charakter eines nicht ernst gemeinten, liliputanerhaften
Soldatenaufzuges, der ganz den Eindruck macht, wir hätten es nicht mit
vorbeidefilierenden Soldaten, sondern mit zarten, winzigen und braven
Elfen zu tun. (Hermann Laroche)
Variationensatz
Ein ausgedehnter Variationensatz beschließt die Suite. Das liedhafte
Thema wird von den Streichern vorgetragen und zunächst in sechs Variationen, die formal voneinander getrennt sind, verarbeitet. Das Thema
erscheint in der ersten Variation zunächst pizzicato in den Streichern,
umspielt von Flöten und Klarinetten, dann wird es virtuos ausgeziert
in den jagenden Läufen der ersten Violinen (Variation 2), dann spielt es
die erste Flöte als zarte Melodie, begleitet von den übrigen Holzbläsern
(Variation 3). In der vierten Variation, einer Cellokantilene in Moll, zitiert
Tschaikowsky das „Dies irae“-Motiv. Variation 5 bringt das Thema im Fugato der Streicher, Variation 6 in virtuosen Passagen der Bratschen und
Celli. Die anschließenden Variationen 7 bis 12 gehen ineinander über und
bilden somit einen großen Schlussabschnitt. Nach einem Choral der Holzbläser (Variation 7), einer Melodie des Englischhorns (Variation 8), einem
hüpfenden Pizzicato der ersten Violinen mit Begleitung der Triangel (Variation 9) folgt in Variation 10 ein virtuoses Solo des Konzertmeisters,
bevor in Variation 11 das Thema noch einmal im Tutti präsentiert wird.
Zum Schluss folgt, angekündigt durch Hornrufe, eine Polonaise (Polacca. Moderato maestoso e brillante), mit der die Suite schwungvoll endet.
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Ein Publikumserfolg
Bereits Anfang Januar 1885, einige Tage vor der ersten Aufführung erschienen Stimmen, Partitur und Tschaikowskys eigene Bearbeitung der Suite für
Klavier vierhändig bei dem Moskauer Musikverleger P. I. Jurgensen, der die
meisten Werke Tschaikowskys veröffentlicht hat. Die Uraufführung fand
am 12. Januar 1885 in St. Petersburg unter der Leitung von Hans von Bülow statt. Der Widmungsträger Max von Erdmannsdörfer dirigierte einige
Tage später die Moskauer Erstaufführung und vier Wochen später die Uraufführung der gleichzeitig entstandenen Konzert-Fantasie. Eine heimliche Vorahnung sagte mir, schrieb der Komponist im Januar 1885 an Nadeshda von Meck, dass die Suite dem Publikum gefallen würde. Ich freute und
fürchtete mich zugleich. Die Wirklichkeit hat aber meine Erwartungen bei
weitem übertroffen. Einen ähnlichen Triumph habe ich noch nie erlebt;
ich sah, dass die ganze Masse des Publikums gerührt und dankbar war.
Solche Momente sind das Schönste im Leben eines Künstlers. Ihretwegen
allein lohnt es sich zu leben und zu arbeiten, aber auch die Ermattung ist
nachher eine starke. Ich war am anderen Tage ganz krank. Auch Tschaikowskys Bruder Modest berichtete voller Begeisterung: Noch nie wurde
ein Werk von ihm gleich beim ersten Mal so einmütig enthusiastisch aufgenommen. Freilich lag das zum Teil an der leichten Fasslichkeit und Zugänglichkeit der Schönheiten dieser Komposition für die Masse, aber noch
weit mehr lag es an den ungewöhnlichen Eigenschaften der Ausführung.
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VADIM GLUZMAN
Vadim Gluzmans außergewöhnliche Kunstfertigkeit besteht in der Fortsetzung der großen Geigertradition des 19. und 20. Jahrhunderts, die er mit der
Frische und Dynamik der Gegenwart belebt. Der israelische Geiger tritt regelmäßig mit bedeutenden
Orchestern auf, darunter das Chicago Symphony
Orchestra, London Philharmonic, Israel Philharmonic, London Symphony, Orchester des Leipziger
Gewandhauses, die Münchner Philharmoniker, San
Francisco Symphony Orchestra, Minnesota Orchestra und das NHK Symphony Orchestra. Er arbeitet dabei mit führenden Dirigenten wie Neeme Järvi, Andrew Litton, Marek Janowski, Itzhak Perlman,
Paavo Järvi, Hannu Lintu, Peter Oundjian und Vassili Sinaisky zusammen.
Er ist regelmäßiger Gast bei den Festivals Verbier, Ravinia, Lockenhaus, Pablo Casals, Colmar und Jerusalem sowie beim North Shore Chamber Music
Festival in Northbrook Illinois, das er gemeinsam mit seiner Ehefrau und
langjährigen Kammermusikparterin am Klavier, Angela Yoffe, gründete.
Zu Vadim Gluzmans breit gefächertem Repertoire zählt auch die zeitgenössische Musik: So hat er Werke von Komponisten wie Giya Kancheli,
Lera Auerbach und Sofia Gubaidulina, von Michael Daugherty und Balys
Dvarionas uraufgeführt und erstmalig aufgenommen.
Seine letzte CD mit Prokofiews Violinsonaten 1 und 2 und den Transkriptionen von Romeo und Julia wurde in dieser Saison bereits mit fünf Diapasons d’Or ausgezeichnet und mit großer positiver Resonanz von der Fachpresse aufgenommen. Seine zahlreichen Aufnahmen im Rahmen seines
Exklusivvertrages mit dem schwedischen Label BIS Records wurden unter
anderem mit dem Diapason d’Or de l’année und dem Choc de Classica de
l’année ausgezeichnet und zur Disc of the Month in den Magazinen ClassicFM, Strad und BBC Music Magazine gewählt.
Vadim Gluzman wurde 1973 in der Ukraine geboren und erhielt seinen ersten Violinunterricht im Alter von sieben Jahren. Vor seinem Umzug nach
Israel im Jahr 1990, wo er bei Yair Kless studierte, lernte er in Lettland bei
Roman Sne und in Russland bei Zakhar Bron. Seine Lehrer in den USA waren Arkady Fomin und an der Juilliard School die verstorbene Dorothy DeLay sowie Masao Kawasaki. Am Beginn seiner Karriere hatte Vadim Gluzman das Glück, von Isaac Stern gefördert zu werden. 1994 erhielt er den
renommierten Henryk Szeryng Foundation Career Award.
Vadim Gluzman spielt die aus dem Jahre 1690 stammende „ex-Leopold
Auer“ Stradivari, die ihm als ständige Leihgabe von der Stradivari Society
Chicago zur Verfügung gestellt wird.
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ANDREY BOREYKO
Andrey Boreyko ist seit September 2012 Musikdirektor des Orchestre National de Belgique, dessen
künstlerische Aktivitäten er national und international vertritt, indem er ein perfektes Gleichgewicht
hält zwischen dem traditionellen Repertoire und einer innovativen, vielfältigen Programmgestaltung,
die auch Auftragswerke umfasst.
In der aktuellen Spielzeit tritt Boreyko seine Stellung als Musikdirektor der Naples Philharmonic in
Florida an. Als Gastdirigent auch in den USA hoch
geschätzt, hat er bereits mit den New Yorker Philharmonikern, dem Los Angeles Philharmonic, den Cleveland und Philadelphia Orchestras zusammengewirkt; außerdem den Toronto, Chicago, Boston, Pittsburgh und Montreal Symphony Orchestras. Er ist zudem Erster
Gastdirigent des Orquesta Sinfónica de Euskadi.
Boreyko, ein äußerst produktiver Meister des großen sinfonischen Repertoires und ein leidenschaftlicher Verfechter unbekannterer Werke, dirigierte, als er Góreckis vierte Sinfonie mit dem London Philharmonic Orchestra
zur Aufführung brachte, eine der mit größter Spannung erwarteten Weltpremieren der letzten Spielzeit und wurde von der Kritik gefeiert. Innerhalb Europas hat Boreyko bereits namhafte Orchester dirigiert, etwa die
Berliner Philharmoniker, die Münchner Philharmoniker, die Staatskapelle
Dresden, das Gewandhausorchester Leipzig, die Wiener Symphoniker, die
Filharmonica della Scala, das Royal Concertgebouw, das Orchestre de Paris, das Tonhalle-Orchester Zürich, das Rotterdam Philharmonic sowie das
London Symphony und das Philharmonia Orchestra.
Besonders bemerkenswert unter Boreykos Tonaufnahmen mit dem RadioSinfonieorchester Stuttgart des SWR (bei dem er als Erster Gastdirigent
wirkte) sind Pärts Lamentate und Silvestrovs Sinfonie Nr. 6 (beide für ECM
Records) sowie die erstmalige Aufnahme seiner Originalversion der Suite aus Lady Macbeth of Mzensk bei Hänssler Classics. Er hat zudem auch
Tschaikowskys Manfred-Sinfonie mit den Düsseldorfer Symphonikern und
Lutoslawskis Chain 2 mit dem Los Angeles Philharmonic bei Yarling Records eingespielt. Mit dem Orchestre National de Belgique setzt Boreyko
sein umfangreiches Aufnahmeprojekt fort, das die gesamten Sinfonien
Schostakowitschs umfasst. Mit dem Radio-Sinfonieorchester Stuttgart
des SWR hat er bereits die Sinfonien Nr. 1, 4, 6, 9 und 15 eingespielt.
In der Vergangenheit war Andrey Boreyko als Musikdirektor der Düsseldorfer Symphoniker (2009-14) und als Chefdirigent der Jenaer Philharmonie (wo er momentan Ehrendirigent ist), der Winnipeg Symphony und des
Berner Sinfonieorchesters tätig. Vom Deutschen Musikverleger-Verband
hat er in drei aufeinanderfolgenden Spielzeiten den Preis für das beste
Konzertprogramm gewonnen.
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ORCHESTRE NATIONAL DE BELGIQUE
Seit über fünfundsiebzig Jahren interpretiert das Orchestre National de
Belgique mit Hingabe die großen Klassiker des sinfonischen Repertoirs
und widmet sich mit demselben Nachdruck der zeitgenössischen Musik.
Der Chefdirigent des Orchesters, Andrey Boreyko, ungemein engagiert
und mitreißend, trat in die Fußstapfen von Dirigenten wie André Cluytens, Michael Gielen, Mikko Franck oder Walter Weller.
Die Programmgestaltung des Orchesters richtet sich an ein breites Publikum, sowohl in belgischen Konzertsälen wie auch im Ausland, aber vor
allem im hervorragenden Saal des Brüsseler Palais des Beaux-Arts, wo das
Orchester mit seinen Konzertserien regelmäßig in Zusammenarbeit mit
BOZAR MUSIC zu Gast ist. Dort hat es denkwürdige, vielbeachtete und
frenetisch gefeierte Konzerte gegeben mit international herausragenden
Künstlern wie Roberto Alagna, Anna Netrebko, Hélène Grimaud, Vadim
Repin oder Gidon Kremer.
Das Orchester präsentiert aber auch junge Künstler, vor allem in Zusammenarbeit mit La Chapelle Musicale und dem Concours Reine Elisabeth.
Mit seinen mehrfach ausgezeichneten CD-Aufnahmen und Tourneen, vor
allem nach Japan, Spanien, in die Schweiz und vor kurzem nach Deutschland und nach Zentraleuropa, die sehr erfolgreich waren, hat sich das
ONB auch außerhalb Belgiens einen Namen gemacht.
Orchestre National de Belgique © Wim Van Eesbeek
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DRP-AKTUELL
„Intensivstation“ mit der Geigerin Carolin Widmann – SR-Soirée am 17. April
Die mehrfach ausgezeichnete Geigerin Carolin Widmann liebt Entdeckungen – wie das kaum gespielte Violinkonzert des Querdenkers Ferruccio
Busoni, zu hören in der nächsten Soirée am Freitag, 17. April um 20 Uhr
in der Saarbrücker Congresshalle. Für Carolin Widmann ist jede Musik Intensivstation – schrieb „Die Zeit“. Grenzgänge liebt auch der italienische
Dirigent und Komponist Emilio Pomàrico, ein ebenso leidenschaftlicher
wie präziser Musiker. Die Deutsche Radio Philharmonie hat er mehrfach
dirigiert und das Publikum fasziniert durch seine energiegeladenen und
messerscharfen Interpretationen. Arnold Schönbergs Fünf Orchesterstücke op. 16 und Robert Schumanns Frühlingssinfonie stehen in der nächsten SR-Soirée auf seinem Programm. Karten gibt es noch im SR-Shop im
Musikhaus Knopp.
DRP-Projekt „I got rhythm – Schülerorchester spielen Gershwin“
Im Rahmen des bundesweiten „Gershwin-Experiments“ machen es sich
die ARD-Orchester in diesem Jahr zur Aufgabe, Schülerinnen und Schüler
für die Musik von George Gershwin zu begeistern. In diesem Sinne lädt die
Deutsche Radio Philharmonie alle saarländischen und Kaiserslauterer Schulorchester zu dem Projekt „I got rhythm – Schulorchester spielen Gershwin“
ein. Summertime, I got rhythm oder lieber An American in Paris - die Auswahl des Stücks ist jeder Band selbst überlassen, die DRP übernimmt die
Kosten für das Stimmmaterial. Sobald die Einstudierungen im Gange sind,
besuchen DRP-Musiker alle beteiligten Orchester und helfen bei der Suche
nach dem Gershwin-Sound. Die besten, aufregendsten, originellsten oder
kreativsten Schülerorchester erhalten im Herbst 2015 eine Einladung in den
Großen Sendesaal des Saarländischen Rundfunks zur CD-Aufnahme. Ein
Schulorchester hat zudem die Chance, im Rahmenprogramm des großen,
vom BR-Orchester gespielten und per Video-Livestream übertragenen Abschlusskonzerts „Gershwin-Experiment“ im November mitzuwirken. Anmeldung unter [email protected]
„Die DRP in der Region und in der Kulturlandschaft Deutschlands“
Am Donnerstag, 16. April 2015 laden die Freunde der DRP um 19 Uhr zu
einer öffentlichen Informations- und Diskussionsveranstaltung mit dem
Feuilletonchef der Saarbrücker Zeitung, Oliver Schwambach, in die Sparkasse Saarbrücken (Am Neumarkt) ein. Thema des Abends: „Die DRP in
der Region und in der Kulturlandschaft Deutschlands“. Der Eintritt ist frei.
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DIE NÄCHSTEN KONZERTE
Mittwoch, 25. März 2015 | 20.00 Uhr
Hochschule für Musik Saar
5. ENSEMBLEKONZERT SAARBRÜCKEN
Robert Schumann betreffend
Mitglieder der Deutschen Radio Philharmonie
und Fedele Antonicelli, Klavier
Werke von Niel W. Gade, Wolfgang Rihm und Robert Schumann
19.15 Uhr Konzerteinführung mit Eva-Maria Binkle | Gieseking-Saal
Freitag, 27. März 2015 | 20.00 Uhr
Funkhaus Halberg, Saarbrücken | Großer Sendesaal
4. STUDIOKONZERT
Im Rahmen der „Tage Alter Musik im Saarland – TAMIS 2015“
Deutsche Radio Philharmonie
Dirigent: Andreas Spering
Trio Vivente (Anna Katharina Schreiber, Violine | Kristin von der Goltz,
Violoncello | Jutta Ernst, Klavier)
Werke von Jean-Philippe Rameau, Joseph Haydn und
Ludwig van Beethoven
19.15 Uhr Konzerteinführung mit Nike Keisinger | Großer Saal
Mittwoch, 15. April 2015 | 20.00 Uhr
Hochschule für Musik Saar
6. ENSEMBLEKONZERT SAARBRÜCKEN
Beethovens Vermächtnis: „Muss es sein? Es muss sein!“
Mitglieder der Deutschen Radio Philharmonie
Werke von Ludwig van Beethoven, Anton Webern und Antonín DvoĂák
19.15 Uhr Konzerteinführung mit Eva-Maria Binkle | Gieseking-Saal
Freitag, 17. April 2015 | 20.00 Uhr
Congresshalle Saarbrücken
4. SOIRÉE SAARBRÜCKEN
Deutsche Radio Philharmonie
Dirigent: Emilio Pomàrico
Carolin Widmann, Violine
Werke von Arnold Schönberg, Ferruccio Busoni und Robert Schumann
19.15 Uhr Konzerteinführung mit Gabi Szarvas | Bistro Congresshalle
Wir möchten Sie höflich darauf hinweisen, dass Bild- und Tonaufnahmen während der Konzerte der DRP nicht gestattet sind!
Text: Thomas Sick | Textredaktion: Dr. Beate Früh
Programmredaktion: Benedikt Fohr | Herausgeber: Deutsche Radio Philharmonie
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3. Soirée - Deutsche Radio Philharmonie :: Saarbrücken