5.4 Schwangerschaft, Entwicklung und Geburt

Werbung
224
Betreuung in der Schwangerschaft und ­S äuglingspflege
5.4 Schwangerschaft, Entwicklung und Geburt
5.4.1 Befruchtung
Definition: Eine Schwangerschaft (Gravidität
oder Gestation) beginnt mit der Empfängnis
(Konzeption). Empfängnis bedeutet, dass eine Eizelle befruchtet wird. Bei der Befruchtung erreicht
die schnellste Samenzelle (Spermium) die Eizelle
und dringt in sie ein. Die Erbsubstanz beider
Keimzellen verschmilzt und ergibt zusammen die
Erbsubstanz des entstehenden Kindes. Die Befruchtung geschieht im Eileiter, in dem sich die Eizelle nach der Ovulation befindet. Sie findet erst
Stunden nach dem Koitus statt; so lange brauchen die Spermien, um durch Vagina und Uterus
in den Eileiter zu wandern. Die Konzeption selbst
ist nicht spürbar.
1 Die Spermien haben die Eizelle erreicht (Vergrößerung
1000fach).
Die befruchtete Eizelle teilt sich mehrfach und
durchläuft schon einige Entwicklungsstadien,
­bevor sie durch Transportbewegungen der Tube den Uterus erreicht und sich im Endometrium ein­
nistet. Die Einnistung beginnt etwa am 6. Tag nach der Befruchtung und dauert ca. eine Woche.
5.4.2 Feststellung der Schwangerschaft
Das erste Schwangerschaftszeichen ist das Ausbleiben der Menstruation. Beschwerden wie z. B. morgendliche Übelkeit, Brustspannen, Dunkelfärbung und Anschwellen der Mamillen sind unsicher und
stellen sich meistens erst nach Ausbleiben der Regel ein. Da das Ausbleiben der Regel (die Ameno­rrhoe)
und subjektive Symptome die Schwangerschaft keinesfalls beweisen, stellt man die Diagnose „Gravidi­
tät“ anhand sicherer Anzeichen.
Sichere Schwangerschaftszeichen sind ein positiver Schwangerschaftstest, gehörte Herztöne des
Kindes, ein mittels Ultraschall nachgewiesener Fetus oder eine mittels Ultraschall nachgewiesene
Fruchtblase sowie – zu einem späteren Zeitpunkt – Kindsbewegungen.
Möchte die betroffene Frau schnell sicher wissen, ob sie schwanger ist, führt sie zumeist selbst einen
Schwangerschaftstest durch. Die handelsüblichen Tests weisen HCG im Urin mit einer eindeutigen
Farb­reaktion nach. HCG ist ein Hormon, das von der Plazenta (dem Mutterkuchen), einem Organ, das es
nur in der Schwangerschaft gibt, gebildet wird. Der positive Test (d. h. der HCG-Nachweis) macht eine
Schwangerschaft sehr wahrscheinlich, beweist sie aber nicht. Wird der Test sehr früh durchgeführt,
kann er falsch negativ ausfallen, denn zu Beginn (kurz vor Ausbleiben der Regel) ist das HCG-bildende
Gewebe bzw. die Plazenta noch nicht fertig ausgebildet.
5.4 Schwangerschaft, Entwicklung und Geburt
225
Ein positives Testergebnis ist zu > 95 % richtig positiv. Es sollte durch Ultraschall bestätigt werden,
weil damit bereits in der Frühschwangerschaft (ca. 4.–5. Woche) ein Embryo erkannt werden kann. Die
(unschädliche) Ultraschalluntersuchung liefert nicht nur den sicheren Graviditätsnachweis, sondern
zeigt auch, ob sich der Embryo regelrecht im Uterus befindet oder ob z. B. eine Eileiterschwangerschaft
besteht (Extrauteringravidität). Dies kommt selten vor, kann aber das Leben der Schwangeren gefährden. Zumeist sieht die Frauenärztin außerdem beim ersten Ultraschall, ob es sich um eine Mehrlingsschwangerschaft handelt.
Vierzellstadium
Zellkugel
Zweizellstadium
befruchtete Eizelle
Hohlkugel
Eileiter
Spermien
Fransentrichter
reife Eizelle
Eileiterbewegung
in Richtung
Uterus
Einnistung
Myometrium
Endometrium
2 Eizellreifung, Befruchtung und Einnistung
Ovar
Eisprung
226
Betreuung in der Schwangerschaft und ­S äuglingspflege
Embryo-Vorstufe
Die Einnistung der Embryo-Vorstufe, einer kleinen
zellreichen Blase, ist ein Wunder. Das werdende
Kind ist zwar mit seiner Mutter eng verwandt,
aber immunologisch gesehen dennoch ein anderes, „fremdes“ Wesen. Dass die Einnistung ins
­Endometrium vom mütterlichen Immunsystem
toleriert wird, ist ein für den Embryo lebenswichtiger Glücksfall. Oft gelingt die Einnistung jedoch
nicht. Man schätzt, dass 70 % der befruchteten
­Eizellen an ihr scheitern. Die Zellen lösen sich auf
und verlassen unerkannt mit der nächsten
(pünktlich oder leicht verspätet eintretenden)
Menstruation den Uterus. Die Frau hat so früh
noch nicht gemerkt, dass sie fast schwanger war.
1 Eine kleine Zellkugel
5.4.3 Phasen der Schwangerschaft
2 Embryo in der 6. SSW
3 Fetus in der 20. SSW. Der Fetus ist die Bezeichnung für das
ungeborene Kind nach Ausbildung der inneren Organe (von
der 13. SSW bis zur Geburt).
Die Schwangerschaft teilt man grob in drei
A­bschnitte ein, die jeweils drei Kalendermonate
dauern. Jeder Dreimonatsabschnitt heißt Trime­
non.
Im 1. Trimenon ist das ungeborene Kind ein
­Embryo. Seine Entwicklung heißt Embryogenes­e.
Die Embryogenese beinhaltet die Bildung a­ller
Organe (die Organogenese). Da diese Entwicklungsphase äußerst komplizierte Vorgänge umfasst, ist sie leicht zu stören. Verschiedene Schä­
digungen können dabei weitreichende Folgen
(Embryopathien) haben, da die Organbildung
nicht zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt
oder nachgebessert werden kann.
Vielen Frauen macht die Umstellung des Körpers auf die Schwangerschaft im ersten Trimenon
zu schaffen. Bleierne Müdigkeit, Übelkeit und Erbrechen, Pollakisurie (mit Nykturie) durch die verstärkte Durchblutung des Blasenhalses, starke
Gelüste nach bestimmten Nahrungsmitteln sowie Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen kommen vor.
5.4 Schwangerschaft, Entwicklung und Geburt
Das 2. Trimenon ist für viele Frauen die angenehmste Phase der Schwangerschaft. Der Körper hat sich
an die hohen Hormonkonzentrationen gewöhnt, und noch schränkt die Größe des Bauches die Bewegungsfreiheit nicht ein.
Das 3. Trimenon ist oft von Beschwerlichkeit geprägt. Die durchschnittliche Gewichtszunahme während der Schwangerschaft beträgt ca. 14 kg.
Die Gewichtszunahme von normalerweise ca. 13 bis 17 kg durch die Schwangerschaft verteilt sich
­etwa wie folgt:
aa Fetus: 3,5 kg
aa Fruchtwasser: 1 kg
aa Plazenta und Eihäute: 1 kg
aa zusätzliche Blutmenge: 2 kg
aa Zunahme des Brustgewebes: 1 kg
aa vermehrtes Uterusgewicht: 2 kg
aa hormonbedingte Flüssigkeitseinlagerung: 2,5 kg
aa vermehrtes Muskel-, Knochen- und Fettgewebe: 3 bis viele kg
Am Entbindungstag nimmt man davon ca. 10 kg ab.
4 Schwangerschaft
227
Betreuung in der Schwangerschaft und ­S äuglingspflege
228
5.4.4 Embryonalentwicklung
1
2
3
4
5
6
1 – 6 E
mbryonalentwicklung des Menschen. 1: Befruchtung, 2: Blastocyste (6. Tag),
3: Embryo zwei Wochen alt, 4: vier Wochen alt, 5: sechs Wochen alt,
6: 19 Wochen alt
Die Embryonalentwicklung der Säugetiere wird
vor allem durch die enge Verbindung zwischen
Keim und mütterlichem Körper bestimmt. Beim
Menschen dauert die Entwicklung von der
B­efruchtung bis zur Geburt etwa 40 Wochen. In
dieser Zeit entsteht aus einer einzigen Zelle ein
komplizierter Organismus aus Billionen unterschiedlicher Zellen.
Befruchtung, Furchung, Einnistung: Die Eizelle
wird im Eileiter befruchtet. Auf dem Weg durch
den Eileiter zur Gebärmutter finden auch die ersten Furchungsteilungen statt. Sie laufen beim
Menschen relativ langsam ab, sodass der Keim
nach drei Tagen erst aus 8 bis 16 Zellen besteht.
7 Tage nach der Befruchtung hat sich eine Hohlkugel aus etwa 100 Zellen gebildet, die als Blasto­
zyste bezeichnet wird. An einer Stelle der Blastozyste entsteht eine Ansammlung von Zellen, der
Embryoblast, aus dem im weiteren Verlauf der
Embryo hervorgeht. Aus der äußersten Zellschicht
der Blastozyste entsteht die äußere Embryonalhülle. Ein Teil von ihr dient während der gesamten
weiteren Entwicklung der Ernährung des Keims
und wird daher auch als Nährblatt oder Tropho­
blast bezeichnet. Er bildet sich später zu dem für
Säuger typischen, zottenbesetzten Chorionum,
aus dem sich der kindliche Anteil der Plazenta
entwickelt.
Im Stadium der Blastozyste beginnt sich der
Keim in der Gebärmutterschleimhaut einzunisten. Dazu setzt der Trophoblast Enzyme frei, die
das Gewebe der Mutter auflösen und den Chorionzotten dadurch ermöglichen in die Schleimhaut einzuwachsen. Das Trophoblastenhormon
Human-Choriongonadotropin HCG sorgt für die
Erhaltung des Gelbkörpers und die fortgesetzte
Produktion seiner Hormone, sodass keine Regelblutung einsetzt. Der Nachweis von HCG im Urin
einer Frau dient als Schwangerschaftstest.
5.4 Schwangerschaft, Entwicklung und Geburt
Gebärmutterschleimhaut
Blutgefäß
Trophoblast
Embryoblast
Blastocyste
im Längsschnitt
Drüsengang
Uterusdrüse
Blutgefäß
Blutlakune
Chorionzotte
Chorion
Amnionhöhle
Ektoderm
Mesoderm
Entoderm
Allantoisfortsatz
Dottersack
Gebärmutterschleimhaut
Chorionzotten
Fruchtblase
Keimhülle
Ektoderm
Mesoderm
Allantois
Urkeimzellen
Gebärmutterschleimhaut
Nabelschnur
Plazenta
Herzanlage
Entoderm
Chorion
Chorion
Keimhülle
Beinanlage
Allantoisrest
Chorionzotte
Armanlage
Herzanlage
Anlage von
Oberkiefer und
Unterkiefer
Augenanlage
Dottersack
7 bis 10 E
mbryonalentwicklung des Menschen, schematisch.
7: Einnistung der Blastozyste, 8: Entstehung von Keimblättern (ca. 3. Woche), 9: ca. 4. Woche, 10: nach 6 bis 8 Wochen
229
230
Betreuung in der Schwangerschaft und ­S äuglingspflege
Gastrulation und Neurulation: Während der Einnistung beginnt die Gastrulation, bei der sich die Zellen
des Embryoblasten zu zwei getrennten Schichten – Ektoderm und Entoderm – ordnen.
Über dem Ektoderm bildet sich die Amnionhöhle, die später zur Fruchtblase wird. Unter dem Entoderm entsteht der Dottersack, der aber bei Säugetieren generell dotterfrei ist. Er bildet anfangs die
Blutzellen des Embryos. Aus dem Dottersack und der Allantois geht später die Nabelschnur hervor, die
den Embryo mit der Plazenta verbindet.
Der weitere Verlauf der menschlichen Embryonalentwicklung verläuft wie folgt:
aa Auf der Keimscheibe entsteht der rinnenförmige Primitivstreifen. Ektodermzellen wandern ein,
die das Mesoderm bilden.
aa Aus dem Mesoderm faltet sich die Chorda dorsalis ab.
aa Im Ektoderm über der Chorda entsteht die Neuralplatte, die sich einige Tage später zum Neuralrohr schliesst.
aa Organanlage: Nach etwa drei Wochen hat sich schon das anfangs ungekammerte Herz gebildet,
das jetzt anfängt zu schlagen. Ein erstes Kreislaufsystem sichert die Versorgung des Embryos.
Auch die übrigen Organe werden angelegt – sie entwickeln sich aus den drei Keimblättern.
Bis zum Ende des zweiten Monats sind alle Organe angelegt, die meisten ihrer Gewebe differenziert,
Körperform und Gesicht nehmen allmählich menschliche Züge an.
Fetalzeit: Ab der 9. Woche bis zur Geburt nennt man das Kind Fetus. Die Fetalzeit ist durch starkes
Wachstum gekennzeichnet. Die Organe reifen teilweise bis zur Funktionsfähigkeit aus. Lunge und
Nerven­system nehmen ihre Tätigkeit jedoch frühestens am Ende des 6. Monats auf. Erst dann kann der
Fetus als Frühgeburt überleben.
Der Fetus bewegt sich im Fruchtwasser und seine Bewegungen werden von der Mutter ab dem
5. Monat wahrgenommen. Ab jetzt nimmt das Kind monatlich bis zu 700 g an Gewicht zu, bis es nach
rund 270 Tagen ein durchschnittliches Geburtsgewicht von 3000 g bis 3500 g erreicht hat.
Plazenta: Ab dem 4. Monat ist die Plazenta fertig entwickelt. Sie besteht aus dem Chorion, der
Zotten­haut, als fetalem und der Gebärmutterschleimhaut als mütterlichem Anteil. Das Chorion ist aus
dem Trophoblasten entstanden, der zunächst einzelne große und später viele feine Zotten bildete. Bis
zum Ende des 3. Schwangerschaftsmonats sind die Zotten nur locker in der Gebärmutterwand verankert. Deshalb kommt es bis zu diesem Zeitpunkt noch leichter zu einer Fehlgeburt.
Die Plazenta misst etwa 20 cm im Durchmesser. Sie versorgt den Fetus mit Nährstoffen und Sauerstoff, stellt ein umfangreiches Depot für seine Versorgung mit Vitaminen bereit und entsorgt seine Abbauprodukte. Fetaler und mütterlicher Blutkreislauf bleiben dabei durch eine dünne Haut voneinander
getrennt. Diese Plazentaschranke verhindert weitgehend, dass Zellen ausgetauscht werden. Kleinere
Antikörper, manche Viren, Medikamente, Drogen und Gifte können sie aber überwinden. Bei der ­Geburt
können dagegen Erythrozyten in größerer Zahl aus dem kindlichen ins mütterliche Blut übertreten,
und das Immunsystem der Mutter gegen ein späteres Kind mit Rhesusfaktor sensibilisieren.
5.4.5 Schwangerschaftsbeschwerden und -komplikationen
Die meisten Schwangerschaften verlaufen normal und enden mit der Geburt eines gesunden Kindes.
Die Belastung des mütterlichen Organismus durch Entwicklung und Wachstum des Fetus kann aber zu
typischen Problemen führen, deren Früherkennung die Mutterschaftsvorsorge dient.
5.4 Schwangerschaft, Entwicklung und Geburt
Problem
Definition/Ursachen/Folgen
Prävention/Therapie
Müdigkeit
Hormonumstellung zu Beginn, Kreislauf­
belastung am Ende der Schwangerschaft
Anämie ausschließen – und dem Schlaf­
bedürfnis nachgeben
Wassereinlagerungen
(Ödeme) in Beinen/
Füßen
Das in der Schwangerschaft hoch konzen­
trierte Progesteron führt zu einer verstärkten
Wasser- und Salzeinlagerung im Körper.
Gestose (s. u.) ausschließen lassen; bei
Varikosis Kompressionsstrümpfe tragen,
salzfreie oder sehr salzarme Kost
Sodbrennen
Rückfluss von Magensäure, da der vergrößerte
Bauch und die Hormone den Abschluss
zwischen Magen und Speiseröhre lockern
Meiden auslösender Speisen (z. B. Wurst,
Gebratenes, Kuchen, Torten), Hochstellen des
Kopfendes, keine Spätmahlzeiten
Schlafstörungen
störender Bauch, heftige Kindsbewegungen,
Sorgen um die Bewältigung der Elternrolle
Aushalten, frische Luft und Bewegung;
­Hypnotika sind kontraindiziert
Kreislaufstörungen
hormonbedingte Gefäßerweiterung, dadurch
arterielle Hypotonie und orthostatische
Dysregulation
nicht lange stehen, Anämie ausschließen,
Bewegung, Kaltwasseranwendungen
Schwangerschaftstypische Krankheiten
Anämie
Der erhöhte Eisen-, Folsäure- und/oder
Vitamin-B12-Bedarf, der in der Schwangerschaft herrscht, kann durch Ernährung
meistens nicht gedeckt werden.
Nahrungsergänzungsmittel oder Medika­
mente zur Behebung des Mangels (die Stillzeit
„raubt“ weitere Stoffe)
Eisenmangel
s. Anämie
s. Anämie
Schwangerschaftstypische Komplikationen
Extrauteringravidität
(EUG)
Verklebungen der Eileiter durch Chlamydieninfektionen o. Ä. führen zur Einnistung der
befruchteten Eizelle in der Tube; der
wachsende Embryo kann diese zum Platzen
bringen; die Frau kann dabei verbluten.
Früher Ultraschall zur Bestimmung des
Einnistungsortes; gründliche Diagnostik bei
unklaren Bauchschmerzen junger Frauen!
Vermeidung sexuell übertragener Infektionen.
Plazentainsuffizienz
Zu geringe „Versorgungsleistung“ der
Plazenta, indem diese zu klein ist oder ihre
Gefäße degeneriert sind. Das Kind kann
schlecht oder gar nicht wachsen, u. a. können
Fruchtwassermangel, Frühgeburt und Tod des
Fetus drohen!
Wiegen der Schwangeren; bei Diagnose einer
Plazentainsuffizienz sollte die Schwangere viel
liegen, da Liegen Durchblutung und Funktion
der Plazenta bessern; weitere Therapie nach
individuellem Befund.
Gestose
EPH-Gestose
Gestationshypertonus
Gestose ist ein alter Ausdruck für „Schwangerschaftserkrankung“; dazu zählt(e) man den
Schwangerschaftshypertonus (Gestations­
hypertonus) und die EPH-Gestose; bei
EPH-Gestose bestehen Ödeme (engl. edema),
Proteinurie, Hypertonie und Lebensgefahr für
Mutter und Kind. Risikofaktoren sind u. a. die
erste Schwangerschaft, hohes Alter der
Mutter und Mehrlingsschwangerschaft.
Früherkennung ist wichtig! Bei Auftreten einer
EPH-Gestose ist eine strenge Überwachung
und rasche (Schnitt-) Entbindung indiziert;
medikamentöse Therapie wirkt unterstützend. Die EPH-Gestose ist der Grund, weshalb
bei allen Mutterschaftsvorsorgeunter­
suchungen RR, Gewicht und Urin (auf Protein!)
untersucht werden.
Gestationsdiabetes
Durch die Schwangerschaftshormone
ausgelöster Diabetes mellitus, der nach der
Schwangerschaft meist zurückgeht.
Diabeti­kerinnen bekommen zu schwere
Kinder und die Neugeborenen haben direkt
nach der Geburt einen gefährlich erniedrigten
Blutzuckerspiegel.
Früherkennung; Risiken ergibt die Anamnese;
ein oraler Glukosetoleranztest ist die sicherste
Früherkennung, ohne Glukosurie aber keine
GKV-Leistung
231
Herunterladen