Kapitel 2: Das Sehen – Retina, Rezeptoren und erste Stufen der

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Kapitel 2: Das Sehen – Retina, Rezeptoren und erste Stufen der
neuronalen Verarbeitung
1. Warum sehen wir bei sehr schwacher Beleuchtung weniger Details und keine Farben?
 Bei verschiedener Beleuchtung werden verschiedene Arten von Rezeptoren zur
Reizaufnahme aktiviert. Zapfen bei Helligkeit, Stäbchen bei Dunkelheit.
2. Welche Transformationen liegen der Wahrnehmung zugrunde?
 Proximale Reize werden in neuronale Reize transformiert; diese werden im visuellen
System in Verbindung mit sensumotorischen Informationen und anderen Informationen
aus anderen Sinnen und dem Gedächtnis verarbeitet.
Die Empfindlichkeit des Auges für Licht und de Struktur des visuellen Systems?
Die Empfindlichkeit des Auges für Licht
3. Was versteht man unter dem elektromagnetischen Spektrum?
 Elektromagnetische Wellen entstehen durch Schwingungen von Elektronen. Der Bereich
der Wellenlängen ist sehr groß. Das elektromagnetische Spektrum umfasst alle
unterschiedlichen Wellenlängen.
4. Welcher Teil des elektromagnetischen Spektrums ist die Basis für das Sehen?
 Nur ein kleiner Ausschnitt des Spektrums ist die Basis für das Sehen (von 400 bis 700nm)
5. Mit welchen beiden Beschreibungsweisen kann man das Licht kann man das Licht
charakterisieren?
 - physikalisch: elektromagnetische Wellen;
- Teilchen (Photonen)
Die Struktur des visuellen Systems
6. Welche sind die Hauptkomponenten des visuellen Systems?
 Auge, CGL, primärer visueller Cortex (striär), extrastriärer Cortex
7. Wie wird der primäre visuelle Cortex noch genannt?
 striärer Cortex (Verlauf der Nervenfasern – helle Streifen)
8. Welche weiteren cortikalen Areale gehören auch noch zum visuellen System?
 Teile aller Lappen
9. Welche beiden Typen von Photorezeptoren unterscheidet man?
 Stäbchen und Zapfen
10. Welche weiteren vier Zelltypen außer den Rezeptoren findet man in der Retina?
 Ganglienzellen, Horizontalzellen, Bipolarzellen, Amakrinzellen
11. Die Axone welcher Neuronen verlassen die Retina?
 Die Axone der Ganglienzellen; Sehnerv
Licht, Photorezeptoren und neuronale Signale
Fokussierung des vom Auge aufgenommenen Lichtes
12. Welche Komponenten tragen zur Brechkraft des Auges bei?
 Hornhaut, Linse
13. Welche dieser Komponenten hat die größte Brechkraft?
 Linse (Krümmung)
14. Welche dieser Komponenten kann seine Form ändern?
 Linse
15. Beschrieben Sie, wie das Lichtmuster eines Objekts auf die Netzhaut fokussiert wird! Was
geschieht, wenn man das Objekt näher heranbewegt?
 Veränderung der Brechkraft der Linse, bewirkt ein scharfes Bild auf der Netzhaut,
(Akkomodation) je näher das Objekt ist, desto gekrümmter muss die Linse sein
16. Wie fokussiert das Auge ein nahe gelegenes Objekt?
 siehe 15.
17. Was versteht man unter Akkomodation? Was ist der Nahpunkt? Was ist Presbyopie?
 - Akkomodation: Fähigkeit der Krümmung der Linse, die Brechkraft zu erhöhen
(Anspannung der Celiarmuskeln, so dass die Krümmung der Linse
stärker und diese dicker wird. Stärkere Krümmung bricht das einfallende
Licht stärker und schiebt so den Brennpunkt nach vorne  schärferes
Bild auf der Netzhaut)
- Nahpunkt: Entfernung, bei der die Linse nicht mehr akkomodiert werden kann
- Presbyopie: Altersweitsichtigkeit; im Alter kann man die Linse nicht mehr so gut
akkommodieren wie in der Jugend, dadurch verschiebt sich der Nahpunkt
weiter vom Auge weg
Die Netzhaut
Stäbchen und Zapfen
18. Wie unterscheiden sich die Stäbchen und die Zapfen in ihrer Form? Wie ist ihre
Verteilung über die Retina?
 - Stäbchen: lang und dünn, 126 Mio.
- Zapfen: kurz und kegelförmig, 5 Mio.
19. Was versteht man unter der Fovea? Welche Photorezeptoren enthält sie?
 Fovea: gelbe Fleck; Stelle des schärfsten Sehens; enthält nur Zapfen
20. Warum stehen die Stäbchen und Zapfen nach „rückwärts gerichtet“? Nennen Sie eine
Folge dieser Ausrichtung für die Ganglienzellen!
 - Kontakt zu Epithelzellen – Nährstoffversorgung
- Die rückwärtsgerichtete Ausrichtung der Rezeptoren blockiert den direkten Weg der
Ganglienzellen aus dem Auge heraus.
21. Was ist der blinde Fleck?
 Austrittstelle des N. opticus; keine Rezeptoren vorhanden
22. Nennen Sie drei Gründe, warum wir den blinden Fleck nicht bemerken!
 - bipolares Sehen
- Gehirn füllt den Fleck aus
- liegt in der Peripherie des Gesichtsfeldes
23. Wo in den Rezeptoren befinden sich die Sehpigmente?
 In den Membranscheibchen des Außensegments
24. Beschrieben Sie die Struktur der Sehpigmentmoleküle! Welche Teile des Moleküls sind
für Licht sensitiv? Was geschieht, wenn ein Molekül Licht absorbiert?
 - sensitiv für Licht: Retinal
- Lichtabsortption: Führt zur Veränderung der Form des Pigmentmoleküls (Isomeration)
und startet so den Transduktionsprozeß
25. Beschrieben Sie dasa Experiment von Hecht, Shlaer und Pirenne! Was kann aus ihrem
Experiment für die Empfindlichkeit der Rezeptoren gefolgert werden?
 7 Sehpigmentmoleküle müssen getroffen werden, damit eine Person einen Lichtreiz
wahrnimmt  Rezeptoren sind sehr empfindlich gegenüber Licht  Es reicht die
Isomeration eines einzigen Sehpigmentmoleküls, um einen Rezeptor zu stimulieren und
für die Wahrnehmung eines Lichtreizes reicht die Stimulation von sieben Rezeptoren
26. Was versteht man unter der Enzymkaskade, und welche Rolle in der Transduktion hat sie?
 Chemische Kettenreaktion, ausgelöst durch die Formänderung des Sehpigments – Sie ruft
ein elektrisches Signal in den Photorezeptoren hervor
Die weiteren Netzhautneuronen
27. Welche Funktion haben die vier Zelltypen außer den Rezeptoren in der Retina?
 Weiterleitung der elektrischen Reize
Sehpigmente und Wahrnehmung
Dunkeladaptation
28. Was versteht man unter Dunkeladaptation?
 Erhöhung der Lichtempfindlichkeit der Rezeptoren, wenn die Beleuchtung von hell nach
dunkel wechselt
29. Beschrieben Sie die Dunkeladaptationskurve! Welche Stufen hat sie? Wie misst man sie?
 - Die Kurve hat zwei Stufen und einen Kohlrausch-Knick – Zapfenadaptionsstadium,
schnelles Anfangsstadium und das Stäbchenadaptionsstadium, langsames Stadium
- Messung: - Bestimmung der Empfindung des helladaptierten Auges
- Dunkeladaption
- Dadurch Testfelder heller
- VP soll Intensität reduzieren zurück zur Schwelle
- Abfall der Kurve bedeutet Schwellenerniedrigung oder gesteigerte
Empfindung
30. Wann im Verlauf der Adaptation beginnen sich die Stäbchen zu adaptieren? Wann die
Zapfen?
 Beide beginnen von Anfang an zu adaptieren
31. Wann übersteigt die Empfindlichkeit der Stäbchen die der Zapfen?
 Nach ca. 6 Minuten übersteigt die Empfindlichkeit der Stäbchen die der Zapfen
=> Kohlrausch-Knick
32. Was versteht man unter Pigmentbleichung? Was unter Pigmentregeneration? Was ist die
Basis für die Pigmentregeneration?
 - Pigmentbleichung: Retinal  Abspaltung von Opsin  Farbänderung von rot nach
transparent
- Pigmentregeneration: Wiedervereinigung von Retinal und Opsin, damit retinal wieder
Licht absorbieren und in bioelektrische Signale umwandeln kann.
- Enzyme vom Pigmentepithel
33. Vergleichen Sie die Regeneration der Stäbchen und der Zapfen! Welche Beziehung bestht
besteht zur Dunkeladaptation?
 - Zapfen regenerieren schneller als Stäbchen
- Regeneration des Sehpigments ist verantwortlich für die erhöhte Empfindlichkeit von
Stäbchen und Zapfen bei Dunkeladaption
=> Stäbchen adaptieren langsamer, weil Stäbchenpigment langsamer regeneriert
Spektrale Hellempfindlichkeit
34. Was versteht man unter spektraler Hellempfindlichkeit?
 - Es besteht eine unterschiedliche Lichtempfindlichkeit für verschiedene Wellenlängen
innerhalb des sichtbaren Spektrums.
- Bei mittleren Wellenlängen braucht man weniger Licht, um es zu sehen, als bei solchen
aus den lang- oder kurzwelligen Endbereichen!
- Stäbchen sind empfindlicher für kurzwelliges Licht als Zapfen
=> Folge: Während der Dunkeladaption sehen wir zunehmend mit den Stäbchen und sind
daher relativ empfindlicher für kurzwelliges Licht, also Licht am blauen Ende
des Spektrums.
- kurzwellig = blau
- mittelwellig = grün oder gelb
- langwellig = orange oder rot
35. Wie kann man die spektrale Hellempfindlichkeit mittels monochromatischen Lichts
bestimmen?
 - Ermitteln der Kurve spektraler Hellempfindlichkeit: Messung der relativen Schwelle für
das Sehen von Licht unterschiedlicher Wellenlängen.
- Es werden also monochromatische Testlichter (also Licht einer bestimmten Wellenlänge
dargeboten) und daraus die Schwelle der Wellenlänge mit entweder der Grenz-, der
Herstellungs- und Konstanzmethode.
=> Empfindlichkeit = 1/Schwelle
36. Welche Beziehung besteht zwischen Empfindlichkeit und Schwelle?
 Empfindlichkeit = 1/Schwelle
37. Wie kann man die spektrale Hellempfindlichkeit für die Stäbchen und die Zapfen messen?
 - Spektrale Empfindlichkeit bei Stäbchen: Messung durch Dunkeladaption des Auges und
Darbietung von Testlichtpunkten auf der peripheren Netzhaut  Es wird wieder die
Schwelle gemessen (Empf. = 1/Schwelle)
- Spektrale Empfindlichkeit bei Zapfen: Darbietung von Testlichtpunkten bei Helladaption
auf die Fovea (nur Zapfen)  wie oben
38. Was versteht man unter dem Purkinje-Phänomen? Für welche Wellenlängen vergrößert
sich die Empfindlichkeit, wenn es dunkler wird?
 - Purkinje-Phänomen = Übergang von der Zapfen- zur Stäbchenempfindlichkeit
- Empfindlichkeit erhöht sich für kurzwelliges Licht, wenn es dunkler wird, weil Stäbchen
empfindlicher für kurzwelliges Licht sind, als Zapfen.
39. Was sind Pigmentabsorbtionsspektren?
 - Absorptionsspektrum: Ist die Darstellung der Lichtmenge, die ein Sehpigment absorbiert
aufgetragen gegen die Wellenlänge des Lichtes.
- In einer bestimmten Wellenlänge absorbiert das jeweilige Sehpigment also eine
bestimmte Lichtmenge!  Dadurch lässt sich die unterschiedliche Lichtempfindlichkeit
der Stäbchen und Zapfen in bestimmten Wellenbereichen erklären!
40. Wie hängt das Absorbtionsspektrum für die Stäbchen mit der spektralen Helligkeitskurve
für die Stäbchen zusammen?
 - Die Übereinstimmung des Absorptionsspektrums und der spektralen
Empfindlichkeitskurve für die Stäbchen spricht dafür, dass die spektrale Empfindlichkeit
des Stäbchensehens auf der Lichtabsorption des Sehpigments der Stäbchen beruht.
- Einschub: Es gibt 3 verschiedene Zapfenkurven  die spektrale Hellempfindlichkeitskurve der Zapfen geht auf die gemeinsame Aktivität aller 3 Zapfenpigmente zurück
Die Verarbeitung neuronaler Signale
Neuronale Verarbeitung durch Konvergenz
41. Was ist Konvergenz?
 Konvergenz: Wenn Synapsen von zwei oder mehreren anderen Neuronen auf ein einziges
Neuron münden.
42. Was versteht man unter einem neuronalen Schaltkreis? Was unterscheidet einen linearen
Schaltkreis, einen Schaltkreis mit Konvergenz und einen mit Konvergenz und Inhibition?
 - Neuronaler Schaltkreis: Netzwerk aus Nervenfasern, dass die elektrischen Signale
verarbeitet.
- Linearer Schaltkreis: Das von jedem Rezeptor erzeugte Signal gelangt direkt zum
nächsten Neuron; alle Synapsen sind erregend
- Konvergierende Schaltkreis: Das von mehreren Rezeptoren erzeugte Signal gelangt zu
einem Neuron
- Schaltkreis mit Konvergenz und Inhibition: Neuron, dass auf einen Lichtstreifen mit
bestimmter Länge am stärksten anspricht; bei größerer Länge werden evtl. Rezeptoren
die eine hemmende Wirkung auf das Neuron haben erregt  Dadurch nimmt die Stärke
des Signals ab!
- Die Signale werden von den Neuronen auch so verarbeitet, dass ihnen Informationen
über den Reiz, der auf die Rezeptoren einwirkt, entnommen werden kann. (Bsp. Zu
große Helligkeit  Augen schließen)
43. Vergleichen Sie die Konvergenz in den Stäbchen und in den Zapfen!
 - Stäbchen konvergieren weitaus stärker: Größere räumliche Summation; größere
Empfindlichkeit der Stäbchen im Dunkeln
- Zapfen weniger Konvergenz: Höhere Auflösung von Details
44. Welche Unterschied ein der Wahrnehmung sind mit der unterschiedlichen Konvergenz in
den Stäbchen und Zapfen verbunden?
 - Stäbchen: größere Empfindlichkeit im Dunkeln
- Zapfen: höhere Auflösung
Neuronale Verarbeitung in der Netzhaut: Einführung in rezeptive Felder:
45. Was versteht man unter einem rezeptiven Feld?
 Rezeptives Feld: Netzhautbereich, welcher unter Mitwirkung der nachfolgenden
Verarbeitung die Häufigkeit, mit der die retinale Ganglienzelle feuert,
beeinflusst. (rezeptiv = aufnehmend, empfangend)
46. Wo liegen die rezeptiven Felder der Ganglienzellen? Welche Form haben ihre
exizatorischen und inhibitorischen Felder?
 - Auf der Innenseite der Netzhaut
- Form: besteht aus Zentrum und Umfeld
47. Was versteht man unter einem rezeptiven Feld mit Zentrum-Umwelt-Struktur?
 - Zentrum und Umfeld werden in entgegengesetzter Weise erregt: Wenn Zentrum
exitatorisch, dann Umfeld inhibitorisch; u. umgekehrt.
48. Was bedeutet der Antagonismus zwischen Zentrum und Umwelt in rezeptiven Feldern?
Wie wirkt dieser Antagonismus auf die Antworten der Ganglienzellen bei Katzen?
 - Wenn Zentrum exitatorisch, dann Umfeld inhibitorisch u. umgekehrt.
- Wenn die Reizgröße innerhalb der erregenden Zone zunimmt, verstärkt sich auch die
Reaktion
- Wird der Reiz weiter ausgedehnt, sodass er in die hemmende Zone des rezeptiven Feldes
hineinreicht und sie schließlich abdeckt, wird die Reaktion schwächer
- Diese Zelle (On-Zentrum) reagiert optimal auf eine Reizung, die der Größe des Zentrums
des rezeptiven Feldes entspricht.
49. Zeichnen Sie einen neuronalen Schaltkreis für ein rezeptives Feld mit einer ZentrumUmwelt-Struktur!
 Zeichnung
Neuronale Verschaltung und räumliche Summation
50. Was versteht man unter räumlicher Summation?
 Räumliche Summation: Antworten vieler Stäbchen summieren oder addieren sich in
derselben Ganglienzelle. (erregende und hemmende Reize werden addiert und die daraus
resultierende Wirkung ist die Summation dieser Reize)
Unterschied zur Konvergenz: in der Summation geht es um die resultierende Reizstärke
mehrerer Neuronen, bei der Konvergenz lediglich um die Zusammenführung mehrerer
Neuronen auf ein Neuron.
51. Vergleichen Sie die räumliche Summation in den Stäbchen und Zapfen!
 - Stäbchen: Größere räumliche Summation, da die Antworten vieler Stäbchen sich in
derselben Ganglienzellen summieren oder addieren
- Zapfen: Weniger Summation, da nur ein oder ein paar Zapfen ihre Signale in eine
Ganglienzelle einspeisen.
=> Größere räumliche Summation der Stäbchen führt zu größeren rezeptiven Feldern i. d.
Netzhautperipherie, die vorwiegend Stäbchen enthält.
Neuronale Verschaltung und Erkennen von Details
52. Was versteht man unter Sehschärfe? Welcher der beiden Photorezeptoren ist mit der
größeren Sehschärfe verbunden?
 - Sehschärfe: Fähigkeit, Details zu Erkennen. Ort größter Sehschärfe = Fovea (nur Zapfen)
- Messung durch: Landolt-Ringe und Snellen-Buchstaben
- Die Zapfen sind mit größerer Sehschärfe verbunden, da sie weniger konvergieren und
somit für Details besser empfänglich sind (Bsp. 2 nahe beieinander liegende Punkte 
Konvergenz bei Stäbchen und einzelne Abbildung der beiden Punkte bei Zapfen)
53. Erläutern Sie, wie man die unterschiedliche Auflösung der Stäbchen und Zapfen durch
deren Verschaltung erklären kann!
 Die Zapfen sind mit größerer Sehschärfe verbunden, da sie weniger konvergieren und
somit für Details besser empfänglich sind (Bsp. 2 nahe beieinander liegende Punkte 
Konvergenz bei Stäbchen und einzelne Abbildung der beiden Punkte bei Zapfen)
Laterale Inhibition
54. Warum wählten Hartline et al. den Limulus, um die laterale Inhibition zu untersuchen?
 - Laterale Inhibition: Lichtreizung der benachbarten Rezeptoren hemmt die Entladung des
zentralen Rezeptors
- Untersuchung des Limulus: Jede Rezeptorzelle besitzt eine kleine Linse, sodass man
jeden Rezeptor einzeln reizen kann, ohne dabei die
benachbarten Rezeptoren zu erregen.
55. Beschreiben Sie das Experiment von Hartline et al.! Wie beeinflusst die laterale Inhibition
die neuronalen Antworten?
 - Lichtreizung eines einzelnen Rezeptors erzeugte eine starke Reizantwort
- Zusätzliche Reizung der benachbarten Rezeptoren schwächte die Reizantwort.
Laterale Hemmung und das Hermann-Gitter
56. Worin besteht das Phänomen des Herman Gitters?
 Auf den hellen Kreuzungspunkten des Hermann-Gitters nimmt man gräuliche Flecken
wahr!
57. Wie wird das Phänomen des Hermann-Giters durch laterale Inhibition erklärt?
 Die hellen Gänge um den Kreuzungsmittelpunkt herum hemmen ihn. Die Gänge selbst
werden nicht so stark gehemmt, da die dunklen Quadrate jeweils rechts und links oder über
und unter ihnen keine Hemmung auswirken, die stark genug ist.
Laterale Inhibition und die Mach´schen Bänder
58. Worin besteht der Effekt der Mach´schen Bänder?
 - Effekt: Die Übergänge zwischen helleren und dunkleren Feldern werden von der hellen
Seite als heller und von der dunklen Seite als dunkler empfunden.
- Verteilung der Leuchtdichte ist gleich, aber wir nehmen den obigen Effekt wahr
59. Zeigen Sie anhand einer Modellrechnung, wie die Mach´schen Bänder zustande kommen
können!
 Durch die jeweils gegenseitige Hemmung des Nachbarfeldes (Laterale Inhibition)
entstehen an der Grenze zw. Hell und Dunkel ein höherer Erregungswert auf der hellen
Seite (im Vergleich zu den anderen Werten auf der hellen Seite) und ein niedrigerer auf
der dunklen Seite (im Vergleich zu den anderen Werten auf der dunklen Seite). S.73
 Abb. 2.46
Laterale Inhibition und simultaner Helligkeitskontrast
60. Was bedeuten Simultankontrast und simultaner Helligkeitskontrast?
 - Simultankontrast: entsteht, wenn die Wahrnehmung der Helligkeit oder der Farbe einer
Fläche durch die Helligkeit oder Farbe einer angrenzenden oder
umschließenden Fläche verändert wird.
- Simultaner Helligkeitskontrast: Veränderung der wahrgenommenen Helligkeit durch
angrenzende Flächen mit anderer Helligkeit.
- Bsp.: Wenn 2 gleich helle Quadrate von unterschiedlich dunklen Flächen umgeben sind,
erscheinen sie unterschiedlich hell!
61. Wie wurde der simultane Helligkeitskontrast durch laterale Inhibition erklärt?
 Unterschiedliche Stärke der lateralen Inhibition, beruht auf der unterschiedlichen
Helligkeit der umschließenden Flächen.
62. Welche Einwände gegen diese Erklärung gibt es?
 Eigentlich müsste man erwarten, dass die laterale Inhibition an den Rändern
des Quadrats am stärksten ist und zur Mitte hin abnimmt. Dies ist aber nicht der Fall!
63. Was ist das Benary-Kreuz? Warum kann sein Effekt nur schwer mittels der lateralen
Inhibition erklärt werden?
 - Ein dunkles Kreuz in welchem ein Dreieck angewinkelt (also angelegt) und ein anderes
in diesem Kreuz integriert ist. Beide Dreiecke sind von den gleichen Anteilen dunkler
und heller Flächen umrahmt und physikalisch gleich hell  Jedoch wirken sie
unterschiedlich hell!
- Laterale Inhibition schlechte Erklärung: Weil die Dreiecke gleichen Anteilen dunkler und
heller Flächen haben und somit gleichstark inhibiert werden müssten
64. Was ist die White´sche Illusion? Warum kann die Helligkeit der beiden Rechtecke mit der
lateralen Inhibition nicht erklärt werden?
 - Horizontal angelegte dunkle Streifen, in welche 2 gleichhelle Rechtecke unterschiedlich
integriert sind (eines scheint dahinter, das andere eher davor zu liegen) und dadurch
unterschiedlich wahrgenommen werden.
- Laterale Inhibition schlechte Erklärung: Die Rechtecke müssten in ihrer Helligkeit genau
umgekehrt wahrgenommen werden, da dass dunkler wirkende Rechteck von mehr
dunklen Streifen umgeben ist und das heller wirkende von mehr hellen Streifen.
65. Was beinhaltet das Prinzip der Berücksichtigung der Zugehörigkeit? Und wie kann dieses
Prinzip für die Erklärung des Benary-Kreuzes und der White´schen Illusion angewendet
werden?
 - Das visuelle System richtet sich bei seiner Auswertung auch auf die Zugehörigkeit einer
bestimmten Fläche zu einer anderen.
- Benary-Kreuz: Das dunkler wirkende Dreieck scheint zur, das Kreuz umgebenden,
weißen Fläche zu gehören; das dunkler wirkende zu dem Kreuz selbst
- White´sche Illusion: Dunkles Rechteck zu den dunkle Streifen; helles Rechteck zu den
hellen Streifen.
66. Wie ist die Bedeutung der lateralen Inhibition generell zu bewerten?
 Die laterale Inhibition, die in den ersten visuellen Verarbeitungsstufen erfolgt, ist nur eine
Vorverarbeitung für jene Stufen, die dann folgen (z.B. visueller Cortex)
Die neuronalen Anfangsstufen des Wahrnehmungsprozesses
67. Welches sind die wichtigsten Merkmale, wie die aufgenommene optische Information im
Auge transformiert wird?
 - Rezeptoren reagieren nur auf Lichtsignale, für die sie sensibel sind (Stäbchen und Zapfen
sind unterschiedlich empfindlich)
- Rezeptoren und ihre neuronale Verschaltung (Bsp. Konvergenz) bestimmen, welche
Helligkeiten wir wahrnehmen und welche Details wir auflösen können.
- Stäbchen  Dämmerung; geringe Auflösung; eher kurzwelliges Licht
- Zapfen  im Hellen hohe Auflösung
- Laterale Inhibition in den rezeptiven Feldern  dient der Kontrastverstärkung
Aufzeichnung cortikaler Prozesse: Ausblick auf die Verarbeitung nach der Retina
68. Wodurch kann sich die Aufzeichnung der Hirnaktivität mittels MRT beim Betrachten der
Bilder auf Seite 77 ändern?
 Zusätzliche Information verändert die Wahrnehmung und dadurch auch die Hirnaktivität
69. Was kann man aus diesen MRT-Aufzeichnungen für das Zusammenspiel aufgenommener
Information und kognitiven Prozessen schließen?
 Man kann daraus schließen, dass kognitive Einflüsse auf die Wahrnehmung stattfinden, die
als Top-Down-Prozesse in der Verarbeitung erfolgen
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