Didaktik der Biologie

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Didaktik der Biologie
Didaktik der Chemie
Didaktik der Physik
Ludwig-Maximilians-Universität
München
Didaktik der Biologie
Didaktik der Chemie
Didaktik der Physik
Seminararbeit: Aufbau einer Unterrichtsstunde - Stundenkonzept
Thema: Wie funktioniert die Bandscheibe?
Veranstaltung:
Fächerübergreifende Aspekte im Unterricht der Real- und Hauptschule
1
Dozentinnen:
Dr. M. Aufleger, Dr. K. Hock, Ch. Waltner
Verfasserinnen:
Karoline Greinwald, Andrea Klier, Karen Kühnisch
Semester:
SoSe 2006
Vorgelegt:
im Juli 2006
1 Sachanalyse
3
1.1 Zusammenfassung der unterrichtsrelevanten Inhalte
3
1.1.1 Äußere Erscheinung und Funktion der Bandscheibe
(Zwischenwirbelscheibe = Discus intervertebralis
1.1.2 Aufbau der Bandscheibe
3
1.1.3 Versorgung in der Bandscheibe
4
1.2
Mind map
5
2
Didaktische Analyse
7
2.1
Bedingungsanalyse
7
2.2
Auswahl der Inhalte
7
2.2.1 Didaktische Reduktion
7
2.2.2 Sequenzierung der UE
7
2.2.3 Zusammenhang mit anderen Unterrichtsfächern
7
2.3
8
Bedeutung des Themas
2.3.1 Schülerrelevanz
8
2.3.2 Gesellschaftsrelevanz
8
2.4
8
Methodische Überlegungen
2.4.1 Einführung/Hinführung
8
2.4.2 Erarbeitung und Sicherung der Lernziele
8
2.4.3 Abschluss/Würdigung
9
2.5
Zielsetzung der Stunde
9
2.5.1
Kognitive Lernziele
9
2.5.2
Affektive Lernziele
9
2.5.3
Psychomotorische (instrumentelle) Lernziele
9
2
3
Artikulationsschema
10
4
Reflexion
14
4.1
Nach der Seminarstunde
14
4.1.1
Verbesserungsvorschläge
14
4.2
Nach der Unterrichtsstunde
14
5
Anhang
15
6
Kritik einer „fremden“ Stunde
16
7
Literaturverzeichnis
3
1
Sachanalyse
Laut bayerischen Lehrplan für die Hauptschule wird der menschliche
Bewegungsapparat in der Jahrgangsstufe 5 eingeführt. Die Schüler sollen sich einen
Überblick über das menschliche Skelett und seine Funktionen verschaffen sowie das
Zusammenspiel von Knochen, Muskeln und Sehnen bei der Bewegung kennen
lernen. Durch Ausprobieren am eigenen Körper leiten sie ab, wie Bewegungen
ablaufen. Sie lernen, wie wichtig es ist, durch regelmäßige Übungen Haltungs- und
Gelenkschäden vorzubeugen (Lehrplan 2004).
1.1
Zusammenfassung der unterrichtsrelevanten Inhalte
1.1.1 Äußere
Erscheinung
und
Funktion
der
Bandscheibe
(Zwischenwirbelscheibe = Discus intervertebralis)
Die Bandscheibe hat eine runde bis elipsoide Form und ist zwischen allen oberen
beweglichen Wirbeln der Wirbelsäule zu finden (Abb.1). Sie ist in jungen Jahren eine
weiße, gelartige, durchscheinende Struktur, die im Laufe des Alterungsprozesses zu
einer gelbbraunen, ausgetrockneten und unelastischen Struktur wird. Bandscheiben
absorbieren Kompressions- und Stoßkräfte, ermöglichen Bewegungen zwischen den
Wirbelkörpern und vergrößern die Stabilität der Wirbelsäule (van den BERG 1999, S.
109).
Zwischenwirbelloch
Zwischenwirbelgelenk
Zwischenwirbelscheibe
Gallertkern
Wirbelkanal
Abb.1: Bandscheibe (Zwischenwirbelscheibe) und zwei benachbarte Wirbel
(TREBSDORF und GEBHARDT 1995, S. 158)
1.2.2 Aufbau der Bandscheibe
Die Bandscheibe besteht aus einem Ring aus kollagenen Fasern (Anulus fibrosus)
und einem Gallertkern (Nucleus pulposus), welcher einen hohen Wassergehalt
aufweist (Abb.2). Getrennt wird sie von ihren benachbarten Wirbelkörpern an beiden
Seiten durch knorpelige Platten, welche semipermeable Eigenschaften haben.
Gallertkern und Faserring wirken zusammen. Der inkompressible, aber verformbare
Kern ist geradlinig verschiebbar. Er trägt wie ein Wasserkissen den Wirbelkörper,
sorgt für eine gleichmäßige Druckverteilung (Stoßdämpfer) und hält den Faserring
gespannt. Dieser wiederum bildet eine zugfeste Hülle, welche die Verbindung der
Wirbelkörper sichert und gegen Zug und Rotation Widerstand leistet (van den BERG
1999, S. 111; TITTEL 1990, S. 120f.; FRICK et al. 1987, S. 464f.).
Abb.2: Aufbau der Bandscheibe (www.alphaklinik.de 2006)
4
1.1.3 Versorgung in der Bandscheibe
Bereits ab dem 4. Lebensjahr enthalten die Bandscheiben fast keine eigenen
Blutgefäße mehr. Ihre Versorgung mit Flüssigkeiten und Nährstoffen erfolgt somit
über die Wirbelkörper und dem Kapsel-Bandapparat. Hinsichtlich der
Transportmöglichkeiten wird zwischen druckabhängigen und druckunabhängigen
Prozessen unterschieden.
Größere Bedeutung wird dem druckabhängigen
Mechanismen beigemessen, wobei der Austausch von kleinen Partikeln wie
Sauerstoff, Aminosäuren, Glukose, Sulfaten und Abfallprodukten wie Laktat auch
durch Diffusion und Osmose erfolgen kann (van den BERG 1999, S. 120; TITTEL
1990, S. 120).
Wie bereits beschrieben, liegen die Bandscheiben den überknorpelten
Wirbelkörperendflächen an. Diese weisen sehr zahlreiche, kleine Poren auf, so dass
Verbindungen mit dem unter der Endfläche gelegenen spongiösen Knochengewebe
vorhanden sind. Wirkt die Schwerkraft auf die Wirbelsäule (z.B. aufrechter Stand)
wird das Wasser und mit ihm die Stoffwechselschlacken aus der Bandscheibe durch
die Poren der Endplatten in Richtung Wirbelkörperzentrum gedrängt (Dehydration).
Die Bandscheibe nimmt real an Höhe ab. Für die Wirbelsäule eines Erwachsenen
bedeutet dies eine Verkürzung von insgesamt ca. 2 cm während eines Tages.
Entfällt die durch die Schwerkraft verursachte Kompression der Bandscheibe, füllt sie
sich wieder mit Flüssigkeit und den darin gelösten Nährstoffen (Hydration). Sie
gewinnt ihre ursprüngliche Höhe zurück (Abb.3).
Der ständige Wechsel von Be- und Entlastung der Wirbelsäule ist demzufolge eine
entscheidende Voraussetzung für die Anpassungs- und Belastungsfähigkeit der
Bandscheiben.
Diese
„leben“
gewissermaßen
von
der
regelmäßigen
intermittierenden
Beanspruchung.
Vorrangig
statische
Beanspruchungen
beeinträchtigen das System und führen auf lange Sicht zu irreversiblen
Gewebsveränderungen (van den BERG 1999, S. 118; Kapandji 1999, S. 26; TITTEL
1990, S. 120-121).
Bandscheibe in Ruhe
... unter Belastung
... bei Entlastung
Abb.3: Verhalten der Bandscheibe bei Be- und Entlastung (www.tk-online.de 2006)
5
1.2 Mind map
Protusion
Seitneigen
„Bandscheibenfreundliches“ Verhalten
Rehabilitation und Prävention
Degeneration
Pathophysiologie
Einwirken von Zugund Druckkraft
Vor- und Rückneigen
Prolaps
Gesundheitserziehung
Lage
Verhalten der Bandscheibe
bei den Hauptbewegungen
der Wirbelsäule
B
Aufbau
Anatomie
Funktion
Drehbewegungen
Gallertkern (Nucleus
pulposus)
BANDSCHEIBE
Gallertkern als
Kugellagerelement
Neigungen in Sagittalund Frontalebene
P
Ch
Kräftewirkung
Chemische
Zusammensetzung
Transportmechanismen
Faserring
(Anulus fibrosus)
Drehbewegungen
Verschiebebewegungen
äußere Kräfte
innere Kräfte
druckabhängige Prozesse
(Be- und Entlastung)
Vektoren
6
druckunabhängige Prozesse
(Osmose und Diffusion)
7
2. Didaktische Analyse
2.1. Bedingungsanalyse
Die Unterrichtseinheit wird in einer 5. Klasse der Hauptschule an der Alfonsstraße
durchgeführt. Die Klasse besteht aus 22 Schülern: 8 Mädchen und 14 Jungen. Die
Schüler haben nicht alle die deutsche Staatsbürgerschaft, die meisten sprechen aber
fließend deutsch. Das durchschnittliche Niveau der Schulleistungen ist der
Klassenstufe entsprechend, Sozial- und Arbeitsverhalten sind ebenfalls als gut zu
bezeichnen. Mit offenen Unterrichtsformen ist die Klasse kaum vertraut, da die
Klassenlehrerin diese bisher nicht praktiziert hat. Die Klasse wirkt allerdings sehr
angepasst und diszipliniert, so dass auch bei freieren Arbeitsformen keine Probleme
zu erwarten sind. Auf Grund der Haltung der Schüler zum Lerngegenstand, die von
natürlichem Interesse zeugt, bieten sich weniger lehrerzentrierte Unterrichtsformen
an.
Für die dargestellte Unterrichtseinheit werden im Wechsel frontale und offene
Phasen (Rhythmisierung) gewählt, auf Wunsch der Klassenlehrerin werden dann
allerdings geplante Gruppenarbeits- durch Partnerarbeitsphasen ersetzt.
Da über das Vorwissen der Schüler keine detaillierten Informationen vorliegen, wird
dieses in der Hinführungsphase durch Schülervermutungen und im
Unterrichtsgespräch abgefragt und gegebenenfalls ausgeglichen. Begriffe wie
„Wirbelsäule“, „Wirbel“ und „Bandscheibe“ werden als bekannt vorausgesetzt.
2.2 Auswahl der Inhalte
2.2.1 Didaktische Reduktion
Da das übergeordnete, fächerübergreifende Thema Bewegung sehr komplex ist (vgl.
mind map), ist eine didaktische Reduktion auf Inhalte besonderer Relevanz von
Nöten. Der Fokus liegt, wie auch der Lehrplan der 5. Jahrgangsstufe empfiehlt, auf
der Bewegung am menschlichen Körper (vgl. Lehrplan, 2004). In der dargestellten
Unterrichtseinheit wird schwerpunktmäßig auf die Bewegung der Wirbelsäule
eingegangen. „Die Funktion der Bandscheibe“, die diese Bewegung ermöglicht, ist
Thema der Stunde.
2.2.2 Sequenzierung der UE
Die Unterrichtseinheit ist - wie bereits erwähnt - dem Thema „Bewegung am
menschlichen Körper“ im Biologie-Bereich des Faches PCB zuzuordnen. Da das
Thema „Die Bandscheibe“ im Lehrplan der 5. Jahrgangsstufe keine explizite
Erwähnung findet, ist die Unterrichtseinheit eher als Vertiefungsstunde zu
betrachten. Sie könnte am Ende einer Sequenz zum Thema „Bewegung“ stehen,
nachdem das Skelett des Menschen und seine Bestandteile besprochen wurden. Als
Additum durchaus geeignet ist sie auf Grund ihres Bezuges zur
Gesundheitserziehung, einer wichtigen fächerübergreifenden Bildungs- und
Erziehungsaufgabe (vgl. Lehrplan, 2004)
2.2.3 Zusammenhang mit anderen Unterrichtsfächern
Ein über die Fachkombination PCB hinausgehender Zusammenhang zu anderen
Unterrichtsfächern ist ebenfalls gegeben. So lässt sich beispielsweise eine
Sportstunde angliedern, die der am Ende der Stunde erarbeiteten Forderung nach
regelmäßiger Bewegung unmittelbar nachkommen würde. Des Weiteren besteht die
Möglichkeit den Themenkomplex Bandscheibe-Gesundheit-Bewegung in einem
Lesetext aufzugreifen
8
2.3 Bedeutung des Themas
2.3.1 Schülerrelevanz
Die Bedeutung des Themas für die Schüler liegt im Bereich der Freizeitgestaltung. In
der Unterrichtseinheit wird durch den Vergleich verschiedener Hobbys (z.B.:
Playstation versus Fußballverein) hinsichtlich der Gesundheitserziehung ein
deutlicher Lebensbezug geschaffen. Die Schüler sollen die Bedeutsamkeit von
regelmäßiger Bewegung für ihre eigene Gesundheit erkennen und Impulse für eine
sinnvolle Nachmittagsgestaltung erhalten.
2.3.2 Gesellschaftsrelevanz
Die stetig steigende Zahl der von Haltungsschäden Betroffenen spiegelt deutlich die
Aktualität der thematischen Einheit „Gesundheit&Bewegung“ in der heutigen
Gesellschaft wider. Nicht zuletzt lassen die zahlreichen Publikationen von
sogenannten „Fitnesstipps“ in Zeitschriften und Magazinen auf eine gewisse Brisanz
schließen und deuten auf ein Informationsbedürfnis in der Bevölkerung hin.
2.4 Methodische Überlegungen
2.4.1 Einführung/Hinführung
Zu Beginn der Unterrichtseinheit, die in der 1. Stunde stattfindet, steht eine kurze
Bewegungsübung die sowohl der Aktivierung und Motivierung der Schüler dient, als
auch zum übergeordneten Thema der Stunde (Bewegung) hinführen soll. Das Spiel
wird außerdem in der Mitte der Stunde und zum Abschluss nochmals durchgeführt
und bildet somit einen gewissen strukturellen und thematischen Rahmen.
Es schließt sich nun die konkrete Hinführungsphase an, die die Bezugnahme auf das
Vorwissen der Schüler zum Thema „Bandscheibe“ in den Vordergrund stellt. Hierbei
werden die Schüler gebeten ihre Vermutungen zu Lage, Größe, Beschaffenheit und
Ernährung der Bandscheibe an die Tafel zu schreiben (Rhythmisierung). Außerdem
haben die Schüler die Möglichkeit am Skelett die Bandscheiben zu visualisieren und
sich anhand von 11 Holz-Schaumstoff-Modellen (Partnerarbeit) deren Beschaffenheit
und Position in der Wirbelsäule zu veranschaulichen. Aus den Vermutungen leitet
sich dann die Zielangabe „Wie funktioniert die Bandscheibe?“ ab, die durch
Tafelanschrift fixiert wird.
2.4.2 Erarbeitung und Sicherung der Lernziele
Nun erfolgt der Transfer vom konkret-handelnden (Holz-Schaumstoff-Modell) zum
formalen Lernen (Wirbelsäulengraphik). Die Schüler füllen anschließend in
Partnerarbeit den ersten Teil des Arbeitsblatts zu Lage und Beschaffenehit der
Bandscheibe (Erarbeitung 1.Teilziel) aus, wobei die nochmalige Zuhilfenahme der
Modelle gestattet wird. Das Arbeitsblatt wird dann im Plenum an der Tafel korrigiert
(Teilsicherung). Die Funktionen der Bandscheibe werden im Unterrichtsgespräch
erarbeitet und ebenfalls auf Tafel und Arbeitsblatt gesichert. Abschließend werden
die fixierten Sätze von einem Schüler vorgelesen.
Nach der kurzen Rhythmisierung (Bewegungsspiel) wird der Begriff „Nährstoffe“ im
Unterrichtsgespräch geklärt. Nun führen die Schüler in Partnerarbeit einen AnalogieVersuch zur Nährstoffaufnahme der Bandscheibe durch und finden selbständig eine
Erklärung zum Transfer (Erarbeitung 2.Teilziel). Die Sicherung der induktiv
gewonnenen Erkenntnisse geschieht durch einen Merksatz auf dem Arbeitsblatt.
Daraus wird im Unterrichtsgespräch die Notwendigkeit des ständigen Wechsels von
9
Be- und Entlastung abgeleitet (Erarbeitung 3. Teilziel). Ein bereits vorgedruckter
Merksatz auf dem Arbeitsblatt dient der Sicherung.
2.4.3 Abschluss/Würdigung
Den Ausklang bildet ein Transfer in den Bereich der Gesundheitserziehung. Die
Notwendigkeit von Bewegung und die Bedeutung einer„richtigen“ Sitzhaltung wird
nochmals hervorgehoben und durch die erneute Durchführung des Bewegungsspiels
beispielhaft vorgeführt.
2.5 Zielsetzung der Stunde
2.5.1. Kognitive Lernziele
Auf der Grundlage des Bewegungsspieles zu Beginn der Unterrichtsstunde sollen die
Schüler im Unterrichtsgespräch ableiten können, was bewegt wurde und wer u.a.
dafür verantwortlich war.
Anhand von Aussagen und evtl. eigenen Kenntnissen sollen die Schüler
Vermutungen zur Lage, zu Eigenschaften und zur Ernährung der Bandscheibe
aufstellen.
Die Schüler sollen einfachen Grundlagen der Anatomie der Wirbelsäule,
insbesondere die Lage und Funktion der Bandscheibe (1. und 2.Teilziel), nennen
können.
Die Beobachtungen des Experiments mit dem Schwamm sollen sprachlich richtig
wiedergegeben werden.
Mit Hilfe der Beobachtungen aus dem Experiment sollen die Schüler die Ernährung
bzw. Versorgung der Bandscheibe und den dafür nötigen, ständigen Wechsel von
Be- und Entlastung (3. Lernziel) erläutern können.
Die Schüler sollen erklären können, dass ein Mangel an Bewegung zu Krankheiten
bzw. Fehlhaltungen führen kann. Zu dem sollen sie Formen des falschen Bewegens
erkennen und Maßnahmen zur Verhinderung derselben entwickeln können.
2.5.2. Affektive Lernziele
Die Schüler sollen die Bereitschaft entwickeln, Gefährdungen für die Bandscheibe
und somit für die Wirbelsäule und ihren Körper zu vermeiden. Das Bewusstsein der
Schüler für rückenfreundliches Bewegungsverhalten und Körperhaltungen soll
geweckt werden.
Die Schüler sollen dafür sensibilisiert werden, welche Fehler im Alltag gemacht
werden (Bewegungsstereotype, Sport, Bewegungsverhalten) und wie diese
vermieden werden können.
Die Schüler sollen die gewonnenen Erkenntnisse in den Alltag übertragen können.
2.5.3. Psychomotorische (instrumentelle) Lernziele
Die Schüler sollen die Dornfortsätze der Wirbel am Rücken des Nachbarn ertasten
und somit die Lage der Wirbelsäule im Körper nachvollziehen können
Die Schüler sollen die Bandscheibe am Modell zeigen sowie auf dem Arbeitsblatt in
der Skizze beschriften können.
Die Schüler sollen den einfachen Versuch (Vollsaugen des Schwammes mit Wasser
und wieder herauspressen) selbständig durchführen können.
Die Schüler sollen befähigt werden, die Gestaltung ihres Alltags- bzw. Freizeitlebens
in Bezug auf bandscheibenfreundliches Verhalten eigenverantwortlich zu
übernehmen.
1
0
3 Artikulationsmodell
Artikulationsstufen
Sozialform
Medien
Begleitung
FU
Folie 1
Könnt Ihr mir sagen, was wir
gerade bewegt haben?
Ist unter der Haut am Rücken
alles leer oder ist da etwas?
Könnt Ihr da bei Eurem
Nachbarn etwas fühlen?
Kennt Ihr die Wirbelsäule?
Kann mir jemand die einzelnen
„Bausteine“
der
Wirbelsäule
nennen?
Könnt Ihr Euch vorstellen, was
passiert, wenn 2 Wirbelkörper
direkt aufeinander liegen? (am
Modell mit 2 Bauklötzen zeigen
bzw. Schüler selbst durchführen
lassen)
Wer kann uns zeigen, wie die
Bewegungen eines Menschen
aussehen,
bei
dem
die
Wirbelkörper direkt aufeinander
liegen?
Habt Ihr eine Vorstellung, was
wir tun könnten, damit die beiden
Wirbelkörper
nicht
direkt
aufeinander liegen und somit in
alle Richtungen bewegen können
ohne das Reibung entsteht?
UG
Folien 2-4,
Wirbelsäulenund
Wirbelmodelle
Zielangabe
(Problemstellung)
Fixierung der Problemfrage: „Wie
funktioniert die Bandscheibe?“ an
der Tafel
FU
Tafel
2. Vermutungen
Schüler sollen Vermutungen zu
folgenden Fragen aufstellen:
Wo wohnt die Bandscheibe?
Male nach deinen Vorstellungen
eine Bandscheibe!
Ist die Bandscheibe hart oder
weich?
Kann
sie verformt
PG
Seitentafel
1. Hinführung
(Einstieg
Motivation)
20 Min
Unterrichtsverlauf
Bewegungsspiel
eines Reimes
in
1
1
werden?
Wovon
ernährt
sich
Bandscheibe?
Hat die Bandscheibe
Ernähren einen Mund
Magen wie der Mensch?
Mehrere Schüler schreiben
Vermutungen an die Tafel
die
zum
und
ihre
3. Erarbeitung
der Lernziele
Lernziel 1
15 Min
Die Schüler sollen die Lage und
Funktion der Bandscheibe
kennen
L zeigt Wirbelsäulenmodell
UG
Modell
L: Du kannst mir jetzt bestimmt
zeigen
wo
du hier eine
Badscheibe siehst.
S zeigt Bandscheibe
L: Kannst du beschreiben, wo
sich die Bandscheibe befindet?
S: Zwischen zwei Wirbeln.
L: Richtig.
L: Ich habe euch ein Arbeitsblatt
mitgebracht. Auf dem Blatt seht
ihr
ein
Bild
von
dem
Bandscheibenmodell, das ihr vor
euch liegen habt und ein Bild von
einem
Ausschnitt
der
Wirbelsäule. Eure Aufgabe ist es
jetzt, euch euer Modell noch mal
anzuschauen
und
dann
zusammen die ersten vier Zeilen
auf dem Arbeitsblatt auszufüllen.
Überlegt euch aus welchem
Material die verschiedenen Teile
sind. Bitte schreibt oben auf das
Blatt auch unsere Überschrift hin.
Wenn ihr fertig seid, meldet euch
bitte!
Arbeitsblatt
L teilt Ab aus
Sicherung LZ 1
S füllen AB aus
Tafel
1
2
L ruft S auf und ergänzt Tafelbild
L: Du kannst mir jetzt bestimmt
sagen, warum wir das Modell aus
Holz und Schaumstoff gemacht
haben. (Hätten wir auch die
Bandscheibe aus Holz machen
können?)
S: Weil Holz hart ist wie die
Wirbel und Schaumstoff weich,
so wie die Bandscheibe.
L: Genau. Zwischen den harten
Wirbeln liegt also eine weiche
Bandscheibe. Jetzt kannst du dir
sicher denken, dass das genau
so sein muss, weil die weiche
Bandscheibe da eine wichtige
Aufgabe hat.
S: Schülerantworten
L: Richtig wir können also sagen:
„Die Bandscheibe ermöglicht die
Bewegung der Wirbel.“
und
„Die Bandscheibe fängt Stöße
ab. Sie ist also ein Puffer.“
Das wollen wir jetzt unten auf
unser Arbeitsblatt schreiben.
L schreibt Sätze an die Tafel
L: Wer kann mir noch mal
vorlesen,
was
die
beiden
Aufgaben der Bandscheibe sind?
S liest vor.
UG
1
3
Lernziel 2
20 Min
Der Schüler soll anhand eines
Schwammmodells begreifen, auf
welche Art und Weise die
Bandscheiben mit den benötigten
Nährstoffen versorgt werden.
Hinführung zur Thematik der
Bandscheibenversorgung
und
Klärung
des
Begriffes
„Nährstoffe“
PA
Folie, Tafel,
Arbeitsblatt
UG
Durchführung und selbständige
Erklärung
des
Schwammversuches durch den
Schüler
Sicherung LZ 2
Austeilen eines Arbeitsblattes
und Besprechung des Themas
Lernziel 3
Der Schüler soll nach der
Klärung der Bandscheibenversorgung verstehen, wie
wichtig ausreichend Bewegung
für die Aufrechterhaltung der
Gesundheit ist.
Sicherung LZ 3
4. Vertiefung
(Ausweitung,
Transfer/Wertung)
5 Min
Hinweis auf Wichtigkeit
ausreichend
Bewegung
Aufrechterhaltung
Gesundheit
UG
Folie,
Arbeitsblatt
von
zur
der
Wiederholung des Bewegungsspieles, wobei die Schüler auf
das eben gelernte bewusst
achten sollen.
1
4
l
FU
4 Reflexion
4.1 Verbesserungsvorschläge
 Nachdem wir dem Schüler vermittelt haben, dass sich die Bandscheibe wie
ein Schwamm mit Nährstoffen voll saugt und somit keinen „Mund“ besitzt,
sollte sie beim abschließenden Bewegungsspiel nicht als „Bandschi“
personifiziert werden.
 Die Nährstoffaufnahme der Bandscheibe sollte nicht mit der
Nährstoffaufnahme des Menschen verglichen werden, weil man so einen
Gesamtorganismus mit einem Organ vergleichen würde. Dieses Vermischen
der Ebenen kann beim Schüler zu Verwirrungen führen.
 Die Fixierung der Teilziele an der Tafel sollte etwas schneller erfolgen und
nicht in so hohem Maße zerlegt werden, um dem Schüler Raum für eigene
Überlegungen zu geben.
4.2 Nach der Unterrichtsstunde
Die Unterrichtseinheit „Wie funktioniert die Bandscheibe“ konnte in ca. 70 Minuten
gehalten und ohne Komplikationen wie geplant durchgeführt werden. Da die PCB
Lehrerin der Klasse generell keine Gruppen- oder Partnerarbeiten durchführt, war
deutlich zu erkennen, wie dankbar die Schüler waren, selbständig arbeiten zu dürfen.
Alle 22 Schüler und Schülerinnen beteiligten sich engagiert und reflektiert am
Bewegungsspiel, den Versuchen und dem Unterrichtsgespräch. Auffällig war das
hohe Leistungsniveau einiger Schüler. So wusste z.B. ein Mädchen auf sämtliche
Fragen und Probleme, mit welchen die Klasse konfrontiert wurde die richtige Antwort
und konnte diese auch sprachlich richtig und logisch stringent von sich geben. Dies
ist sicherlich somit zu erklären, dass einige Kinder erst nach der 5 Jahrgangsstufe
auf eine höhere Schule wechseln.
Darüber hinaus waren auch die Diszipliniertheit sowie die Höflichkeit der Klasse stark
ausgeprägt. So wurden wir von einer Schülerin im Namen der Klasse freundlich
begrüßt und verabschiedet. Dies ist wohl auf die Autorität der PCB Lehrerin
zurückzuführen.
Lediglich am Ende der Stunde wollten die Kinder das geplante Bewegungsspiel kein
wiederholtes Mal durchführen. Deshalb musste Frau Kühnisch improvisieren und
fragte die Schüler, wie sich wohl ihr Lieblingsspieler vom gestrigen WM-Halbfinale
Deutschland-Italien ohne Bandscheiben bewegt hätte.
1
5
5 Anhang
_________________________________________________________
Modell einer Bandscheibe:
Ausschnitt der Wirbelsäule:
Die Funktion der Bandscheibe:
__________________________________________________________________________________________
__________________________________________________________________________________________
__________________________________________________________________________________________
Die Versorgung der Bandscheibe:
Die Bandscheibe…
…bei______________
…bei______________
____________________________________________________________
____________________________________________________________
____________________________________________________________
____________________________________________________________
____________________________________________________________
→
Deshalb ist also ein regelmäßiger Wechsel von Be- und Entlastung für
1
6
eine gesunde und funktionsfähige Bandscheibe notwendig!
6 Literaturverzeichnis
Frick H, Leonhardt H, Starck D: Allgemeine Anatomie. Spezielle Anatomie I.
Stuttgart, New York: Thieme Verl, 1987
Kapandji IA: Funktionelle Anatomie der Gelenke. Band 3: Rumpf und Wirbelsäule.
Stuttgart: Hippokrates Verl, 1999
Lehrplan für die bayerische Hauptschule: Physik, Chemie, Biologie 5. Stand 2004
Lötzerich H: Bau und Funktion des Bewegungsapparates. In: Röthig P, Größing S
(Hrsg): Kursbuch 1. Sportbiologie. Wiesbaden: Limpert Verl, 1996; S. 9-38
Tittel K: Beschreibende und funktionelle Anatomie des Menschen. Jena: VEB Gustav
Fischer Verl, 1990
Trebsdorf M, Gebhardt P: Biologie, Anatomie, Physiologie. Reinbek: Verl für Medizin
und Technik, 1995
van den Berg F (Hrsg): Angewandte Physiologie: 1 Das Bindegewebe des
Bewegungsapparates verstehen und beeinflussen. Stuttgart, New York: Thieme Verl,
1999
www.alphaklinik.de/de/dekkers/anatomie_symptome/anatomie_der_bandscheibe:
Stand Juli 2006
www.tk-online.de/centaurus/generator/tkonline.de/dossiers/ruecken/01__aufbau__funktion/05__versorgung/versorg__nav.ht
ml: Stand Juli 2006
1
7
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