Biberspuren WEbsite

Werbung
Nagespur
Nagespuren kann man überall in einem Biberrevier finden. Reviersuchende Biber auf der
Wanderschaft können aber auch weit weg von den nächsten Bibervorkommen Spuren hinterlassen.
Da sind sie dann meist auch nicht so offensichtlich. Die Folgenden Bilder sollen einen Eindruck der
verschiedenen Nagespuren von Bibern vermitteln.
Typische Nagespur eines Bibers an einem dicken Ast. Die obere, kleine Linie der Zahnspuren stammt
vom Oberkiefer, mit dem sich der Biber im Holz verankert. Anschliessend wird mit dem beweglichen
Unterkiefer die Rinde abgenagt. Die Spuren sind immer paarweise.
Alte und neue Nagespur an dünnen Trieben. Die Schnittstelle misst rund 45 Grad und unterscheidet
sich somit von weitem von vom Menschen geschnittenen Trieben, die rechtwinklig verlaufen. Gut zu
sehen sind auch die Zahnspuren.
Nagespuren an armdicken Weiden.
Angenagte Birke. Die Späne bei Weichhölzern haben eine beachtliche Grössen. Je härter das Holz ist,
desto kleiner werden die Holzspäne.
Unterschiedlich grosse Nagespuren von ausgewachsenen Bibern (unten) und von jungen,
diesjährigen Bibern (oben). Findet man solche Nagespuren befindet man sich mit Sicherheit in einem
Familienrevier (Bild vom 29. November).
Fällplatz
Biber fällen Bäume nicht wahllos hier und da. Finden sie im Revier eine lohnende Nahrungsquelle
kann es vorkommen, dass sie flächig ganze Baumbestände fällen. Man spricht dann von Fällplätzen.
Nicht immer fällen Biber Bäume aber nur um die Rinde zu fressen. Gibt es nur wenig geeignete
Nahrungsbäume für Biber können sie auch zu anderen Mitteln greifen: sie fällen ganze
Baumbestände um mehr Licht auf den Boden zu bringen. Dadurch wird das Wachstum Krautschicht
angeregt, die wiederum als Nahrung im Sommer dient.
Fällplatz in einem Auenwald an der Aare. Die Bäume werden an Ort und Stelle in Einzelteile zerlegt
und die Rinde gefressen.
Grosser Fällplatz an der Aare in Olten. Hier hat eine Biberfamilie im Winter einen kleinen
Weidenwald mit grossen Weiden total gefällt.
Ein typischer Fällplatz einer Biberfamilie in einem Eichenbestand (rechts der noch stehende
Eichenbestand). Die Biber bringen mit dieser Massnahme mehr Licht in den Wald und „züchten“ so
aktiv die Nahrung für den kommenden Sommer.
Gleicher Fällplatz wie oberes Bild aus der Luft (Bild: U. Spichiger, AWEL Zürich).
Fällplätze müssen aber nicht immer so spektakulär sein. Oft fällen Biber an derselben Stelle auch nur
kleine Weiden wie im Bild oben.
Frassplatz
Wenn ein Baum gefällt ist, wird er an Ort und Stelle in Einzelteile zerlegt, bis am Ende nur noch der
nackte Stamm da liegt. Ist dieser nicht zu gross, wird auch er in Einzelteile zersägt und
abtransportiert.
Die Äste werden dann an einen sicheren Ort – oft eine kleine seichte Bucht am Ufer – transportiert
um die Rinde zu fressen. Zurück bleiben die abgenagten «Biberstecken». Diese Plätze nennt man
Frassplatz.
Frassplatz an einem seichten Sandstrand in einem Rückhaltebecken.
Frassplatz auf einer Insel inmitten eines Biberteichs.
Gefällte und an Ort und Stelle zerlegt und abgenagte Weide.
Gefällte Pappel in einem Auenwald (Stammdurchmesser ca. 1 m). Dünne Äste werden
abtransportiert und an sicheren Orten gefressen. Die Rinde der beindicken Äste wird an Ort und
Stelle gefressen. Selbst die Rinde des Stammes wird gefressen. Einzig die nicht zugängliche Rinde
oben auf den Stamm bleibt zurück.
Im Frühjahr und Sommer gehen die Biber gerne in ufernahe Weiden um zu Gras zu fressen. Dabei
entstehen typische, meist senkrecht zum Ufer verlaufende Gänge. Nur sehr selten entstehen flächige
Stellen.
Wintervorrat
In Gewässern, die im Winter zufrieren, legen Biber gerne Wintervorräte an. Diese liegen direkt vor
dem Winterbaueingang. Sie können mehrere Kubikmeter Gehölze ausmachen. Die Biber rammen die
Äste in den Boden, damit sie nicht davon getrieben werden. Gefriert das Gewässer im Winter zu
leben die Biber nur noch in der Burg, holen sich von Zeit zu Zeit unter Wasser einen Ast in den Bau
um die Rinde zu fressen.
Wintervorrat in einem Teich. Der Asthaufen rechts am Ufer ist der Bau. Der Wintervorrat besteht
sowohl aus Weiden- und Erlenästen als auch aus Maisstengeln.
Wintervorrat vor einer Burg in einem Biberteich.
Wintervorrat in einem langsam fliessenden Seitenarm an der Aare.
Wintervorrat im Staubereich eines Kraftwerks am Rhein.
Trittsiegel und Spuren
Trittsiegel und Spuren von Bibern sind mit keiner anderen Tierart verwechselbar. Die
Hinterpfotenabdrücke sind von der Grösse einer menschlichen Hand. Die Vorderpfoten sind wie
menschliche Hände, mit langen, kräftigen Fingern.
Hinterpfoten- (links) und Vorderpfotenabdruck (rechts) eines Bibers im Sand.
Hinterpfotenabdruck (links) und Vorderpfotenabdruck (rechts) eines Bibers im Sand.
Vorderpfotenabdruck (links und Mitte oben) und Hinterpfotenabdruck (rechts) eines Bibers. Zum
Vergleich ein Trittsiegel eines Hundes (Mitte).
Hinterpfotenabdruck im Schnee.
Vorderpfotenabdruck im Schnee.
Biberspur in nassem, schweren Schnee. Nur die Pfotenabdrücke sind sichtbar.
Biberspur in sehr leichtem, trockenen Schnee. Die Kelle verwischt die Pfotenabdrücke und hinterlässt
eine typische Schlangenlinie.
Biberspur in sehr leichtem, trockenen Schnee. Ausstieg aus einem Gewässer.
Biberspur in Schlamm. Gut sichtbar sind die grossen Hinterpfotenabdrücke mit den Schwimmhäuten.
In der Mitte der Spur ist ebenfalls gut die Schleifspur des Schwanzes sichtbar.
Ausstieg
Biber entfernen sich nur ungern weit von Gewässern. Der Schutz des Wassers ist ihnen sehr wichtig.
Deshalb gehen sie auch ungern parallel zum Ufer. Will ein Biber weiter Gewässer auf- oder abwärts
ans Ufer geht er zurück ins Wasser und steigt an der bevorzugten Stelle wieder aus. Diese Stellen
werden immer wieder benutzt um das Wasser zu verlassen. Dabei entstehen mit der Zeit
vegetationslose Stellen, über Jahre sogar tiefe Gräben, sogenannte Ausstiege, Schlipfen oder
Biberpfade.
Ausstieg aus einem Teich.
Ausstieg aus einem Teich.
Ausstieg aus einem Entwässerungsgraben zum Mittelbau (oben mit Schnee auf dem Dach).
Ausstieg aus einem Teich zu einem Zuckerrübenfeld.
Biberpfad von einem Teich zu einem Zuckerrübenfeld.
Biberdamm
Ist ein Gewässer nicht tief genug bauen Biber einen Damm. Damit lösen sie gleich verschiedene
Probleme:
- damit die Eingänge zu den Bauten immer unter Wasser sind benötigen die Biber eine Wassertiefe
von ca. einem halben Meter,
- sich regelmässig ändernde Wasserstände werden so ausgeglichen,
- der Lebensraum wird durch die grössere Wasserfläche ausgedehnt,
- Holz kann problemlos übers Wasser transportiert werden.
Herunterladen