Maschkerageh

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Maschkerageh
Der Ursprung dieser närrischen Ausgelassenheit liegt wie bei fast allen Faschingsbräuchen in
der vorchristlichen Zeit, in einem alten heidnischen Brauch. Unsere Urahnen wollten mit Hilfe
der schrecklichen Masken und einem Höllenlärm den Winter und die bösen Geister aus ihren
Orten treiben. Bei der Vielzahl der sicherlich damals vorhandenen Bräuche, haben sich einige
bis ins 20. Jahrhundert erhalten. Das wesentliche am Maschkerageh ist, nicht erkannt zu
werden.
Jede Brauchtumszeit hat ihre besonderen Speisen und ihr besonderes Gebäck. Die letzten
Tage vor der Fastenzeit waren früher eine willkommene Gelegenheit, um es sich noch einmal
richtig schmecken zu lassen. Dabei wurden vor allem Eier und Milchprodukte aufgebraucht,
die in der Fastenzeit verboten waren und nicht lange aufbewahrt werden konnten.
Der Name Schmalziger Samstag, auch als "Schmoizana Samsda" bezeichnet, entstand aus
dem Brauch, an diesem Tag einen großen Vorrat an Schmalznudeln (Auszogne oder Kiachl)
und Faschingskrapfen zu backen, der bis Faschingsdienstag reichen musste.
„Lustig ist die Fasenacht,
wenn mei Muatta Kiachl backt,
wenn sie aber koane backt,
pfeif i auf de Fasenacht.
Was ist Fasching?
Fasching, Fastnacht, Fosnacht oder Karneval sind die Namen
für das fröhlich bunte Fest, das jedes Jahr im Frühjahr sieben
Wochen vor Ostern mehrere Tage lang gefeiert wird.
Die Faschingszeit steht im Zusammenhang mit dem Beginn
der Fastenzeit vor dem Osterfest. „Carne vale“ ist lateinisch
und heißt übersetzt „Fleisch lebe wohl“.
Fasching ist kein kirchliches Fest. Die christliche Fastenzeit von Aschermittwoch bis Ostern
war aber der Grund für die ausgiebigen Feiern. Bevor die Menschen auf Fleisch und Wein
verzichten sollten, wollten sie noch einmal so richtig Spaß haben. Im Mittelalter feierten die
Menschen um den Dreikönigstag, den 6. Januar, Narrenfeste. Der Narr stellte die Dummheit
und das Böse dar. Ein Karnevalskönig regierte ein Reich voller Narren, in dem Gott
verleugnet wurde. Die Kirche duldete diese Narretei. Karnevalsfeste wurden sogar von
manchem Papst, wie Papst Sixtus IV. (1471-1484), mit Geld unterstützt und alle die
mitmachten gesegnet. Außerdem wurde in den Kirchen und Klöstern ebenfalls kräftig
gefeiert. Am Aschermittwoch musste aber alles vorbei sein. Wer danach beim Feiern erwischt
wurde, bekam eine harte Strafe.
Am „naschn Pfinsta“ – dem unsinnigen Donnerstag – wird in vielen Orten der Weiberfasching
- auch Weiberfastnacht genannt - gefeiert. Die Frauen sind oft mit einer Schere bewaffnet, um
den Männern die Krawatte abzuschneiden, als Symbol der männlichen Macht. Allerdings hat
dies nicht mit Kastrationsfantasien zu tun, sondern damit, dass die Krawatte damals als
Statussymbol angesehen wurde. Weiberfastnacht wurde schon im 19. Jahrhundert gefeiert.
Die Frauen hatten an diesem Tag das Sagen und den Herren der Schöpfung ging es an Schlips
und Kragen.
Ingrid Stigler, Brauchtumswartin im Isargau
© Isargau, Bayerische Heimat- und Volkstrachtenvereine e. V.
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