CED (Colitis-Crohn)-Ursachen-Diagnostik2016-1 - mvz

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Gastroenterologie
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Patientenvortrag
Tillman Deist
Facharzt für Innere Medizin
Gastroenterologie, Proktologie, Onkologie und Nephrologie, internist. Röntgendiagnostik
MVZ Ebern - Gastroenterologie
Coburger Str. 17
Epidemiologie
• ca 300.000 Patienten mit Morbus Crohn und Colitis ulcerosa in
Deutschland
– Eher zunehmende Zahlen
– Morbus Crohn ♀, 25 % < 25 Jahre
– Colitis ulcerosa ♂ 20 – 40 Jahre
– Nord- Süd Gefälle innerhalb Europas
Morbus Crohn
Colitis ulcerosa
Japan
Deutschland
Europa
0,8
5
4-7
150.009
Inzidenz
/ 100.000 E
Prävalenz
Europa
Deutschland
Japan
9-12
5 (nur schwere
Fälle)
2
90.000
(150.000)
Probleme
Gastroenterologie
•
Medizinische Behandlungsqualität
– Steroidtherapie zu häufig zu lange
• Insbesondere bei Fisteln
– Colektomierate (in Skandinavien bei Colitis ulcerosa
höher
– Immunsuppressiva / Biologicals
•
Wahrnehmung des nicht offensichtlich
Erkrankten in der Öffentlichkeit
•
Kooperation: Patienten, Selbsthilfegruppen, niedergelassene Gastroenterologen, Kliniken (Gastroenterologie
und Viszeralchirurgie), spezielle CED
Ambulanzen, Forschung
Behandlungshäufigkeit mit
„Biologicals“
z.B. Anti TNF Alpha Antikörper
70000
Tumortherapie
Rheuma
Spondylarthrop
CED
60000
50000
40000
30000
20000
10000
0
CED:
2004
2005
2006
2007
2008
900
950
1000
1400
3000
3000 = 1% aller CED Erkrankten
2009
4500
Was ist eine Entzündung ??
• Getreidearten
• Blumen, Blüten
Gräser, Bäume
• Medikamente
• Nahrungsmittel
• Obst
- Teil einer Microbe
Zellwand etc.
- Virus
- Körperfremde
Zellstrukturen
Einwanderung von weißen Blutkörperchen
Fresszellen (Makropahen)
Immunregulatorische Zellen
ca 30 Interleukine
viele Interferon (heizen die Entündungskaskade an)
Viele Adhäsionsfaktoren (induzieren Zellhaftung)
TGF Beta und TNF Alpha Produktion
Produktion von Sauerstoffradikalen
Produktion von Wachstumsfaktoren
Zellen ändern ihre Oberflächenmarker
Schmeißen neue genetisch festgelegte
„Produktionslinien“ an
Programmierter Zelltod aktiviert
Einwanderung von Blutplättchen
Einwanderung von Bindegwebszellen
….......und vieles anderes mehr
anderer Spezies
anderer Individuen
Entzündung ist eine komplizierte, umfassende Reaktion an
der Tausende von Botenstoffe etc. beteiligt sind.
Abwehrlinien der Immunabwehr
Rheuma !!
CED ???
Antigen- Antikörperreaktion Typ I
Typische
Allergie
Nahruungsmittelallergien
CED??
Antigen- Antikörperreaktion Typ II
Antibakterielle
Abwehr
Bei CED beteiligt
(aber nicht ausschließlich)
Antigen- Antikörperreaktion Typ III
z.B. Nierenschäden
CED
Antigen- Antikörperreaktion Typ IV
„Autoimmunität“
z.B. Rheuma
CED ??
Transplantatabstoßung
Antigen- Antikörperreaktion Typ IV
Lymphokinine
Interferone α, β, γ
Interleukine 1-27
Tumor Nekrosefaktor α (TNF α)
Wachstumsfaktoren (TGF β)
Chemotaktische Faktoren
- B- Lymphozyten
- T- Lymphozyten
- Makrophagen
- Blutplättchen
Inhibitoren
Aktivatoren
Zell-auflösende Enzyme (Lysozym)
Bei CED massiv
verändert
Die Entündungsreaktion bei CED Patienten ist
massiv Veränderung, meist überschießend.
Sie chronifiziert sich selbstständig.
Eine Unterdrückung der Entzündungsreaktion
hilft zunächst.
Wir kennen aber nicht den Auslöser dieser
Entzündungsreaktion, Bakterien und Antigene aus
der Umwelt sind beteiligt. Wir wissen aber nicht
warum diese bei CED Patienten eine solche
Entzündungsreaktion auslösen und bei anderen
nicht.
Antigene im Darminhalt
12
10
Zellen im Körper
14
10
Bakterien im Darm
- Adhaerente E. coli Bakterien (verändert)
bei 1/3 der CED Patienten
- mehr Bacteroides, Enterobacter fäcalis
vs
weniger Lactobazillen Bifidobakterien, E coli
-Überschießende Variabilität der
Bakterien im Darm bei
CED Patienten (< 1000 Bacs)
Gastroenterology 2004,127:412
Infect Immun 1999;67:2969
Keimfreier Darm – kein Erfolgskonzept
• Eine Therapie mit Antibiotika erzielt einen gewissen Erfolg, kann
aber Schübe nicht abfangen oder die Erkrankung heilen.
• Ein steriler Darm kann sich trotzdem entzünden
• Strenge Nulldiät bessert die Entzündung, kann aber ebenso keinen
Schub abfangen oder die Erkrankung heilen
- Bowel rest in the treatment of ulcerative colitis, McIntyre P.B, et al Gut 1986;27:481
- Greensberg G.R., Bowel rest in the management of Crohn´s disease Gut 1988, 29:1309
Auslösende/ Ursächliche Faktoren ??
•
•
•
•
Rauchen
Kontrazeptiva
Stadtbewohner (MC)
Badezimmer/ fließend
Warmwasser = gute
hygienische Zustände zu Hause
• Keine Haustiere im Haushalt
• Nanopartikel
• Mycob paratuberculosis
• Masern Virus/ Impfstoff
• Wenig Vitamine und
Mineralien in Embryonalzeit
• Nicht- Gestillte Kinder
• Zucker
• Wenig Obst und Gemüse
• Magerine
• Zahnpasta (Granulome)
• Milchproteine (UC)
• Bäckerhefe (Sacharom. cervis.)
• Titan
Keine chronisch entzündlichen Darmerkrankungen in
Entwicklungsländern !!!
Ursache???
• Korrelation zum Befall mit Schweinebandwurm??
• Kürzeres Überleben von CED Patienten in
schlechten hygienischen Verhältnissen ??
- Summers et al., Trichuris suis seems to be safe and possibly effective in the treatment of inflammatory
bowel disease Am J Gastroenterol 2003 98:2034-41
- Worms, germs and IBD, is it your mother´s fault?? Gastroenterology 2005,129:1128-29
Antigen- Antikörperreaktion Typ IV
Durch genetische Mutation bei CED Patienten „Verselbständigt“ ??
Lymphokinine
Interferone α, β, γ
Interleukine 1-27
„Plus“ oder
„Minus“
-Mutationen
Tumor Nekrosefaktor α (TNF α)
Wachstumsfaktoren (TGF β)
Chemotaktische Faktoren
Inhibitoren
Aktivatoren
M Crohn:
Th17 (IL17A, 17F, 22, 26), INFγ, TNFα, IL1β
Colitis ulcerosa:
Th2 (IL 4, 13,5), TNFα
Nachgewiesene Mutationen bei CED
50 Gen- Mutationen gesichert
Die Wichtigsten:
–
–
–
–
–
–
–
–
NOD2/ Card 15
Toll like rezeptor 2
IL23R
ATG16l1 (Autophagie)
IGRM
SNP
WNT Pathway
TCF4
Chromosom:
5 + 16
Zusammenfassung Ursachen Morbus
Crohn / Colitis ulcerosa
• Exogen
– Bakteriencocktail
– Zu wenig Antigene in der Kindheit
– Primäre Fehlbesiedelung / bedingt durch die Entzündung
• Defensinverlust
–
die Darmschleimhaut bildet keine antibakteriellen Substanzen
mehr (Morbus Crohn)
– Darm bildet zu wenig Mucus wg geringer Becherzellzahl (Colitis
ulcerosa)
– genetisch bedingt oder bedingt durch die Entzündung ??
• Fehlgesteuerte Immunantwort
– Genetisch bedingt
Symptomatik
• Blutig- schleimige Durchfälle bis 20
Mal
• Nur Darm befallen, kontinuierlich,
Enddarm zu 80-100 % befallen
• Seltenere Extraintestinale
Manifestationen
• Toxisches Mega- Colon
• Fahrradschlauch, Pseudopolypen,
Der Darm verliert sein Schnürringe
• Durch OP (Colektomie) „heilbar“
Transmurale Entzündung
Nicht Transmurale Entzündung
„Ausgebrannte“
Colitis ulcerosa
Der akute Schub
Toxisches Megacolon (bis 10-12 cm Darmweite)
(Überblähung des Darmes bis zum Durchbruch)
Entzündlich veränderte, verdickte Darmwände
Symptomatik
• Bauchschmerzen, Resistenz, mäßigerer
Durchfall (3-5)
• Befällt den gesamten Magen- Darm
Trakt, Enddarm nur in 20 %, unterer
Dünndarm in 80 % befallen,
diskontinuierlich (skip lesions)
• Gelenkentzündung, Lederhaut-,
Aderhaut- und Bindehautentzündungen,
Erythema nodosum,
Bauchspeicheldrüsenentzündung Primär
biliäre Zirrhose, Primär sklerosierende
Cholangitis
• Engstellen, Fisteln Pflasterseinrelief
• Epitheloidzellgranulome, tiefere
Wandschichten betroffen, transmural,
Schwellung, Ödem
Inselartige Läsionen mit dazwischen normaler Darmschleimhaut
Mehrere größere Befallsorte im Darmverlauf, dazwischen normale
Darmschleimhaut
Pflastersteinrelief der Darmschleimhaut
hervorgerufen durch die Entzündung
Darm-Haut- Fisteln
Darm- Blasen- Fistel
Darm- Scheiden- Fistel
Darm- Darm- Fisteln
Fistelgang
im Röntgen mit Kontrastfüllung
In der rektalen Endosono
Ausgang einer Fistel auf der Analschleimhaut)
Schleimhautgeschwüre im Mund/Rachen)
Bindehautentzuündung (Konjunctivitis)
Aderhautentzündung (Iridozyklitis)
Klassifikation des
Morbus Crohn
Diagnosestellung
• (Familien) Krankengeschichte
• Klinische Symptome
• Endoskopie (?)
– Darmkrebsvorsorge jährlich nach 8-15 Jahren
Erkrankungsdauer
• Röntgen
– Konventionelle Bilder
– Computertomographie, Kernspinntomographie
• Labor
–
–
–
–
Entzündungszeichen
Blutbild (Blutarmut)
Stuhluntersuchung auf Keime und Calprotectin
Antikörper (ASCA, P-ANCA)
• Histologie (feingewebliche Untersuchung, besser häufiger als zu selten)
Therapie der chronisch
entzündlichen Darmerkrankungen
•
•
0-Diät, Ballaststoffarme Diät, kein Zitrusfrüchte (??)
Antibiotika
– Cibrobay und Metronidazol
•
Probiotika
– E.coli Nissle- Praeperat (Mutaflor ®)
•
Antientzündliche Medikamente
– Mesalazin (Salofalk ®, Claversal ®, Pentasa ®, etc.)
– Sulfasalazin (Azulfidine ® )
•
•
Cortison
Immunsuppressiva
–
–
–
–
•
Azathioprin (Immurek ®, Zytrim ®)
Methotrexat
Cylosporin (Sandimmun ®)
Tacrolimmus
Immunmodulatoren
– Infiximab (Remicade ®)
– Adalinumab (Humira ®)
Medikamente mit hohem
Nebenwirkungspotential
„Mucosal healing“
Längere, häufigere
Remission
Niedriges Risiko einer
Colectomie in der Zukunft
Geringeres Darmkrebsrisiko
Weniger Inflammation
nach 5 Jahren
Mucosal
Healing
Weniger Steroidgebrauch
in der Zukunft
Weniger chirurgische
Eingriffe (M chrohn)
Weniger extraintestinale
Manifestationen
Fieber bei
Diagnosestellung
Therapeutisches
Dilemma
Massives Einschlagen auf die
Körperabwehr durch die
modernen Medikamente
Obwohl
Wir wissen, dass wir dieser Abwehr eigentlich auf die
Beine helfen müßten
– Defensin- Schleimbarierre
– Über / Unteraktivität einzelner Botenstoffe
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