Info-Brief 2/2010

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Zentrum für Diagnostik GmbH
Informationsbrief 12 / 2010
Informationsbrief Nr.: 12 / 2010
Standort: Sekretariat
Pfad: QM-ZFD / Serviceprozesse / Informationsmanagement /
Laborinformationen
An alle Stationen, Ambulanzen, Chefärzte und Pflegedirektion
der Klinikum Chemnitz gGmbH zur Information
Chemnitz, 22.02.2010
Informationsbrief 12 / 2010
ProGRP (ProGastrin Releasing Peptide)
Sehr geehrte Frau Kollegin,
sehr geehrter Herr Kollege,
zur Ergänzung der Tumormarkerpalette stellen wir Ihnen ab 01.03.2010 die
Bestimmung von ProGRP im EDTA-Plasma täglich von Montag bis Freitag zur
Verfügung.
Anforderungskürzel: PGRP
Blutentnahme: EDTA-Blut, Sarstedt: Monovette rot
Becton Dickinson: Vacutainer lila
Transport: Blutproben:
Die Blutproben zur Plasmagewinnung zügig ins Labor geben. ProGRP ist
bei Raumtemperatur nur einige Stunden stabil.
Plasmaproben: gefrostet
Untersuchungsmaterial: EDTA-Plasma
Methode: ARCHITECT ProGRP (CMIA)
Anwendung:
Das ProGRP, als wesentlich stabileres Vorläuferhormon des Neuropeptidhormons Gastrin Releasing
Peptide, eignet sich in der o.g. Testvariante als relevanter, routinefähiger Biomarker für onkologische
Fragestellungen. ProGRP kommt allerdings physiologischerweise in geringer Konzentration im Blut
jedes Menschen vor. Es ist daher kein tumorspezifisches Protein.
→ Haupteinsatzgebiet:
Differentialdiagnose und Verlaufskontrolle bei Lungentumoren, insbesondere zur
Abgrenzung zwischen kleinzelligem (SCLC) und nicht kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC).
ProGRP gilt gegenwärtig als sensitivster und spezifischster Tumormarker für das
SCLC. Hier erfolgt die größte Freisetzung und ProGRP erreicht bei einer Grenzwertüberschreitung von > 200 ng/l für Hochrisikogruppen Screening-Qualität,
intakte Nierenfunktion vorausgesetzt.
Die ProGRP-Freisetzung erfolgt unabhängig vom Tumorstadium. Frühstadien
bzw. „limited disease“ können mit ähnlicher Empfindlichkeit erfasst werden wie
fortgeschrittene Stadien. Unabhängig davon, ob bereits eine Histologie vorliegt
oder angestrebt wird oder nicht, ist ProGRP für die Differentialdiagnose von unklaren Lungenrundherden hilfreich.
Die ProGRP- Bestimmung kann die NSE-Bestimmung nicht ersetzen. Der kombinierte Einsatz von ProGRP und NSE steigert die Sensitivität deutlich.
→ Ergänzende Einsatzgebiete:
Medulläres Schilddrüsenkarzinom mit Lungenmetastasen, neuroendokrines
Prostatakarzinom, ggf. andere neuroendokrine Malignome
Zentrum für Diagnostik GmbH
Informationsbrief 12 / 2010
Für die Diagnostik und Verlaufskontrolle von Lungenkarzinomen ordnet sich ProGRP gemäß der
nachfolgenden Tabelle ein.
Empfohlene Tumormarker beim Lungenkarzinom:
Histologie
unbekannt
Adenokarzinom
Plattenepithelkarzinom
Großzelliges
Lungenkarzinom
Kleinzelliges
Lungenkarzinom
vor Therapie
CEA, CYFRA 21-1, NSE,
ProGRP, SCC
CEA und CYFRA 21-1
CYFRA 21-1 und SCC
CEA und CYFRA 21-1
Verlaufskontrolle
In Anlehnung an die
Histologie
CEA u./o. CYFRA 21-1
CYFRA 21-1 u./o. CEA
CEA u./o. CYFRA 21-1
ProGRP und NSE,
CYFRA 21-1
ProGRP u. NSE
u./o. CYFRA 21-1
Bewertungshinweise:
Die Daten der letzten 10 Jahre beziehen sich überwiegend auf den manuellen Vorläufer-Assay des
CMIA ARCHITECT ProGRP. Da die Korrelation beider Assays über einen sehr großen Messbereich
sehr gut belegt ist, können diese Daten als Bewertungsorientierung Verwendung finden.
Für die Bewertung sind, wie bei anderen Tumormarkern auch, insbesondere die individuellen Basiswerte und der weitere Verlauf bedeutsam, weniger die nach
verschiedenen Bedürfnissen erstellten cut-offs.
● gesunde Kontrollpersonen (intakte Nierenfunktion)
je nach Gruppenbildung
bis 50 ng/l bzw. bis 65 ng/l
● benigne Erkrankungen (intakte Nierenfunktion)
- Brustdrüse, Lunge, Autoimmunerkrankungen
bis 80 ng/l
- gastrointestinale Erkrankungen (Leber,Pankreas,
Magen,Darm), urologische Erkrankungen sowie
infektiöse Prozesse (insbesondere mit deutlich
erhöhtem CRP)
bis zu 150 ng/l
- eingeschränkte Nierenfunktion
bis zu 350 ng/l
● Tumorpatienten:
- ProGRP > 150 ng/l → 100%ige Tumorspezifität (bei intakter Nierenfunktion)
- ProGRP > 200 ng/l → starker Hinweis auf ein primäres Bronchialkarzinom
- bei SCLC ProGRP-Median 250 ng/l, 95. Perzentile bei 11500 ng/l
Literatur:
Huber,R.M. (Hrsg.): Tumoren der Lunge und des Mediastinums. Manual des Tumorzentrums München, 8.Auflage,
W.Zuckschwerdt Verlag München-Wien-New York 2009, S.41-52
Molina,R. et al.: Pro-gastrin-releasing peptide in patients with benign and malignant diseases. Tumor Biol. 2004; 25: 56-61
Stieber, P. u. K.Yamaguchi: ProGRP enables diagnosis of small-cell lung cancer. In: Diamandis, E.P. et al. (Hrsg.): Tumor
markers, Physiology, Pathology, Technology and Clinical Applications. AACC Press, Washington 2002; S.517-521
Stieber, P. et al.: Clinical evaluation of the ARCHITECT ProGRP assay. J.Thoracic Oncology 2008; 3:
236
Thomas,L.(Hrsg.): Labor und Diagnose. 6.Auflage, TH-Books Verlagsges.mbH Frankfurt/M. 2005, S.1338-1341
Ansprechpartner für Rückfragen: Dr. rer. nat. A. Liebert Tel. 0371-333 42117
Mit freundlichen Grüßen
R. Schumann
Geschäftsführerin
Dr. med. G. Stamminger
Ärztliche Leiterin
Dr. rer. nat. A. Liebert
Abt.-Ltr Biochemie
Proteinanalytik
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