Hören und Hörakustik: Faktenblatt Schwerhörigkeit • bedeutet: gemindertes Hörvermögen. • Hörgeschädigt sind Menschen, deren Hörvermögen um 25 Dezibel (dB) gemindert ist (laut Weltgesundheitsorganisation (WHO)). • weltweit in Zahlen: • 2005 betroffen: 300 Millionen Menschen • 2015 betroffen: 700 Millionen Menschen (jeder 6. Europäer, nur 20 Prozent davon sind mit Hörsystem versorgt)1 • in Deutschland: • 15 Millionen Menschen betroffen: Nur 3 Millionen von ihnen tragen eine Hörhilfe. • Kinder und Jugendliche2: • 20 Prozent der 14-Jährigen • jedes 5. Kind • Von 10.000 Kindern sind sieben schwerhörig; 400 von ihnen haben eine leichte Hörschwäche. • Jugendliche/junge Erwachsene: Jeder 4. der von 16- bis 25-Jährigen ist betroffen. • Lärmschwerhörigkeit: die häufigste anerkannte Berufskrankheit in Deutschland3 . Wenn Lärm gefährlich wird ... • Achtung! 65 dB (Dezibel) gelten als Lautstärkepegel, der Reaktionen wie z.B. Veränderungen der Pulsfrequenz oder Adrenalinausschüttungen verursachen kann. • Individuelle Lärm-Schwelle: ab 70 dB (z.B. Wasserkocher) • Obere Lärmgrenze: Ein dauerhafter Lärmpegel von 85 dB, was dem Geräuschpegel von dichtem Straßenverkehr entspricht, führt unweigerlich zu einem Hörschaden. Bei kurzer Geräuscheinwirkung erholt sich das Gehör wieder, bei langandauernder Einwirkung kann es zu einem dauerhaften Hörschaden kommen. • Unannehmlichkeitsgrenze (ggf. schmerzhaft): ab 90 dB (vorbeifahrender Zug, Diskomusik) 1 2 3 Institut für Gesundheitsökonomie: „Volkswirtschaftliche Bedeutung von Hörschäden und Möglichkeiten zur Reduktion deren Folgekosten“, Studie im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), 2011. European Commission, Directorate-General for Health & Consumers: „Potential health risks of exposure to noise from personal music players”. In: European Community Report, Brussels, 2008. Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin: „Arbeitswelt in Zahlen“ 2015, http://www.baua.de/de/Informationen-fuer-die-Praxis/Statistiken/Arbeitswelt/Arbeitswelt-2015-04.html Hören und Hörakustik: Faktenblatt Hören ist Teilhabe! Umfragen unter Hörgeräteträgern zeigen: Menschen, die ein Hörgerät tragen, sind deutlich zufriedener als vorher und haben eine messbar höhere Lebensqualität als ohne Hörhilfe.4 Demografie: Je älter, desto schwerhöriger? • Lebenserwartung in Deutschland: Seit Ende des 19. Jahrhunderts hat sie sich bei Neugeborenen verdoppelt. 5 • Mädchen (geb. 2009): 82,5 Jahre • Jungen (geb. 2009): 77,3 Jahre • Senioren: Jeder fünfte Deutsche ist über 65 • Gesundheitsausgaben (2008): 50 Prozent entfielen auf die Generation 65plus. • Schwerhörig und dement: Laut WHO ist Hören eine grundlegende Fähigkeit, um am täglichen Leben teilzunehmen. Unbehandelte Schwerhörigkeit im Alter erhöht das Risiko, an Demenz zu erkranken.6 • Hörverlust weist jeder 5. zwischen 50 und 60 Jahren auf. Hörgeräte: Markttrends • Weltweit steigender Absatz: Der Weltmarkt für Hörgeräte wuchs in den letzten 15 Jahren um 5 bis 9 Prozent jährlich. • 2007: 9 Millionen verkaufte Hörgeräte, • 2014: 10 Millionen verkaufte Hörgeräte, • 2015 (Prognose): 11,5 Millionen verkaufte Hörgeräte, davon 4,6 Mio. in Europa. • Großes Marktpotenzial: Nur 20 Prozent aller Betroffenen sind mit einer Hörhilfe versorgt. • Deutschland: Seit 2005 wuchs der Hörgerätemarkt um 40 Prozent. • Branchenumsatz (2014): 1,3 Milliarden Euro • Zuwachsrate: bis zu 9 Prozent p.a. • Jahresabsatz: 900.000 bis 1,3 Million Hörgeräte • Hörgerätefachgeschäfte: von 3.500 (2005) auf 5.600 (2015) (Quelle: HÖREX Hör-Akustik e.G., Kreuztal) 4 5 6 Robert-Koch-Institut: Gesundheit in Deutschland aktuell GEDA (2009), Kapitel 5.6 Prävalenz von Hörbeeinträchtigungen. Statistisches Bundesamt/destatis.de (Hg.): „Zensus Kompakt – Endgültige Ergebnisse des Zensus 2011.“ Download 01/2015, Wiesbaden. Dr. Frank R. Lin: „Hearing Loss and Incident Dementia.“ In: Jama Neurology, Februar 2011. Online: http://archneur.jamanetwork.com/article.aspx?articleid=802291